Kranken
Sinnt.: Tie nt Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie Diel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach (Ließen gebrachte Kranke kommen.
Kops. Nachdem er bereits verblutet roar, trug ich die Leiche in das' Zimmer und setzte sich aus den Lehnstuhl. Dann entfernte ich mich. Ich hatte bereits den Mord vergessen, doch später erinnerte ich mich an meine Tat und kehrte nach Hause zurück." Die Frau wurde verhaftet.
Möchentl. Uebersicht VerCodesMe i. ».Statt Sieben.
14. Woche. Vom 29. März bis 4. April 1908.
Einwohnerzahl: angenommen zu 30 400 (inkl. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 23,94%, nach Abzug von 7 Ortsfremden: 11,97 °/oo.
Linder
Es starben an:
Zusammen:
Erwachsene:
im
vom
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ebensjahr:
2.-15. Jahr
Tuberkulose
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1
Lähmung
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—
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Gallenstein
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Leberjchwellung
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Krebs
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Altttelohr-
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Blinddarmentzündung 1 (1)
—
—
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Wnndgeschwüren
1
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LebenSschiväche
2(1)
—
2(1)
—
Summa: 14 (7)
8(5)
3(1)
3(1)
Wetter
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April
1908
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gieße».
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Vater
Börsen-Wochenbericht.
— Frankfurt a. M., 10. April.
Die Börsenges ehüovel 1 e ist vom Reichstag nun angenommen worden. Ist sic aus der Kommission auch in veränderter Erstatt hcrvorgegangeu, so sind die Vorteile, die sie wenigstens der Efsettenbörfe bringt, doch nicht zu unterschätzen. Sie hebt das Borieuregistcr und das Verbot des Termmhandels in Bergwerks- und Industriepapieren auf und gibt dem Ge|ä-äst dadurch, daß die geleisteten Sicherheiten bei Beobachtung der sonstigen Vorschriften des Gesetzes nicht z-urückgesordcrt werden können, luicber eine sicher: (Grundlage. Mit der Zeit dickfle dies wohl zu einer ^Erstarkung der deutichen Markte füljren, allerdings er)t dann, wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse geklarter sind und das Vertrauen zu einer gesunden Weilerentwictclung derselben wieder mehr in die tzalme schießt. Dazu ist aber auch eine Besserung der Verhältnisse am deutschen Geld marlt erforderlich, die mög- licherweisc noch längere Zeit auf sich warten laßt. Wir sehen, toic der Zinsfuß trotz der Bemül-ungeu der haute banque im Interesse der jetzt tm Gang befindlichen Suvseription auf die 4o/oige Reictssarckeihe und Preußischen Konsols ben Geldmarkt in einem möglichst günstigen Lichte ericheiueu zu lassen, nur unwesentlich herabgedrüclt werden kann und welche vorsichtige Disioiltopotitik die Reichsbank üben muß: sie befindet sich noch heute beträchtlich in der Notensteuer und tonnte ihre Rate auch diese Woche noch
<ßerid?tsiaaL
— Prozeß Hirsche!. Herr Oekonomierat Schiente schreibt uns: In Sir. 81 unter LEI Ihres Berichtes über den Prozeß des Landtagsabgeordnelen Hirsche! jagen Sie: Die Direktoren waren verpflichtet, alle Eingänge an die landrv. Genossenjchails- bank in Darmstadt abzuführen. „In einzelnen Fällen wurde leider auch von ihm (dem Zeugen Schienke) dagegen verstoßen". Ihr Bericht vergißt hinzuzmügen, daß dies im Einverständnis mit der Genossenschaftsbank geschah, die nur in der sich daraus entwickelnden Korrespondenz zugab, daß dies in einzelnen Füllen »licht anoers geht, und mich anwles, der Genossenjchaslsbank in Tarnisladt solche uei- einnaymten Gelder durch die Tresdener Lank m Franliurt a. Ai. zu überinachen. — Ter Unterschied in der Vereinnahmung der Geldbeträge zwischen Hirschel und mir bestand darin, dag ich solche Beträge soiort buchte und in die Kasse der Hauptgenosjenschafl legte. Waren solche Beträge der Genossenschaftsbank in Darmstadt bereus überwiesen, so wurde diese sofort von dem Eingang der Gelder benachrichtigt und gebeten, uns mit dem Betrage wieder zil belasten. Hirschel vereinnahmte häuftg solche Gelder von unseren Schuldnern und durch die Post, behielt sie häufig Monate oder länger als ein Jahr für sich, ohne em Wort davon zu sägen, und leugnete sogar in einer Reihe von Fällen, das Geld vereiiinahml zu haben.
Vermischtes.
* Der Kronpriitz an uet Drechslerbank. Als der Kronprinz am Dienstag eines leichten Unwohlseins lvegen oas Zimmer hütete, beschloß er, wieoer einmal zum Zettverrreck) an der Dreybanr zu arbeiten, da er ja vor zehn Jayren bei einem Potsdamer Meister die Drechslerei praktisch erlernt hat. Er ließ sich von dem Hosujcyler 'prächret eine Drehbank in das Palais bringen und machte sich daran, Stuhlbeute zu drehen. Da sich der gewünschte eleitrtsche Anschluß der tleinen Maschine ans technischen Gründen nicht bewerkstelligen ließ, trat der Kronprinz selbst das Pedal, um die Bank in Schwung zu erhalten. Von der ungewohnten Tätigkeit erhitzt, zog er Rock und Weste aus und arbeitete wie ein richtiger Drechsler in Hemdarmeln und im Schweiße seines Angesichts. Auch der diensttuende Adjutant wurde zu der anregenden Tätigtet! herangerusen und mußte der Aufforderung des Kronprinzen, „sich es gleichfalls recht bequem zu machen", Folge leisten. Der Geselle, der die Drehbant überbracht hatte und hilfreiche Hand leistete, war von der Beutseligkeit des Kronprinzen hocherfreut und verließ reichbeschentt das Palais.
* Ein Hnsarenofsizier von einer Frau ermordet. Zn Großwaroein in Ungarn ist der ehemalige Husarenleutnant Edmund Foltodh von seiner Wirtin aus bestialische Weise ermordet worden. Als einer der Sohne der Witwe SzilLghi, bei der der pensionierte Offizier lebte, die Tür zum Zimmer Foltodys öffnete, bot sich ihm ein furchtbarer Anvtick; in einem Lehnstuhl saß er mit zerschmettertem Schädel und blutüberströmtem Gesicht. Der Polizeiarzt konstatierte, daß der Mord schon vor mehreren Stunden nicht in dem Zimmer, sondern in der Küche verübt worden sein mußte. Als man die Küche genauer durchsuchte, sand man in einer Ecke, in Fetzen gehüllt, ein scharfes Beil. Es war die Mordwaffe. Der Verdacht lenkte sich in erster Reihe aus die Witwe Szilägyi. Diese erschien abends unerwartet in der Wohnung. Die Kommission befand sich noch aus dem Schauplatze des Mordes. Die Witwe ging aus die Leiche zu und rief, mit dem Finger auf den Toten zeigend, wie verwundert aus: „Schau, schau! Diesen Mann hab' ich ja ermordet!" Die Anwesenden starrten die Frau an, die jedoch ruhig die Details ihrer entsetzlichen Tat erzählte. „Morgens — sagte die Frau — als ich die Wohnung auf räumte, las er in der Küche die Zeitung. Wir pflegten sonst häufig zu streiten, heute aber waren mir friedlich beisammen. Plötzlich fiel mein Blick auf das blanke Beil in einer Ecke der Küche. Ich hob es - instinktiv auf und versetzte dem Manne von hinten drei Hiebe auf den
Paltet werde. Dem dritten Gießener Kursus ist ein fröhlicher und guter Verlauf von Herzen zu wünschen.
Der Kursusleiter, Professor Gisevius, begrüßte am Schluß noch den inzwischen erschienenen Herrn Oekonomie- rat Weitzel, der als Vorsteher der landw. Winterschule Lich durch sein Erscheinen seiner Teilnahme an dem Unternehmen Ausdruck verliehen hatte. Nach kurzer Pause begannen dann die Vorträge, welche an dreißig Nachmittagen im Sommer 1908 fortgesetzt werden sollen.
Für die aus Oesterreich erschienenen Teilnehmer werden in dem Landwirtschaftlichen Institut noch besondere Hebungen eingerichtet, um sie möglichst umfangreich mit der Landwirtschaftlichen Naturkunde oeriraut zu machen.
nicht ermäßigen. Unter diesen Umständen dürste e5 auch längere Zeit dauern, bis'die neuen Anleihen definitiv untergebracht sind. Die Beteiligung des Auslandes dürfte infolge der abfälligen Kritik der ausländischen Presse nicht sehr bedeutend sein und in Deutschland ist das Anlagebedürfnis gegenwärtig nicht so groß, daß die neuen Anleihen alle sofort auigenommcn werden tonnen. So wenig sich gegen die Qualität der deutschen Staatsanleihen auch einwenden laßt, Tatsache bleibt doch, daß die Schuldenvermehrung zu rasch vor sich geht und der Kapitatbitdnng vorauseilt. Dadurch, sowie durch die allzugroßc Expansion unserer Industrie wird der Zinsfuß in Deutschland hochgehalten und daraus »viederum erklärt sich das niedrige Kursniveau der deutschen Staatsfonds trotz ihrer vorzüglichen Fundierung. Das Geschäft war in den ersten Tagen der Berichtsperiode recht still, erst als der Reichstag die Börsennovelle angenommen hatte, lebte es etwas auf. Die berufsmäßige Spekulation, die darauf rechnet, daß das Publikum nach und nach der Börse wieder mehr Angeführt werden kann, fdjritt zu Declungs- und Meinungskäufen und dadurch zogen die Kurse von Bank-, namentlich aber von Aiontan- und anderen Industriepapieren an; es fcheiut sogar, daß die Bewegung unter Berüafichtigung der wirtscyaiilichen Verhacknisse und der Lage des Geldmarktes etwas übereilt war, denn es folgte schnell wieder eine Abkühlung. Wahreitd hcimhche Bankaktien nur 1 bis 2 °/o anzogen, erzielten Montanpapiere fast durchweg Avancen von 4—5 °/o, andere Iedustriepapiere stiegen noch mehr, so Höchster Farbwerke 15 °/o, weil verlautete, der Concern der Gesellschaft beaosichtige die Aufnah .e einer weiteren Gesell- fcyast in feine Intcreisengemeinscoa,t, mit wohl auch eine Kapi- tmserhöhnng verbunden sein dürfte. .esheimer, Blei- und Sil- ber^utte Brambach, Kunitfeioe und K»iuverke Dvrnaß gewannen ca. 10 °,o, Lothringer und Karlstadter Zement je U %, Adterwerie 7°/o und Dur.opp i-jt-aromie 2üv/o. Lateren beiden Werken kam zu statren, daß die kose Vereinigung der Fahrradfabrikanten zu einem festen Syndikat uiiigeiuanoeit wurde. Schiffahrtsak - tien lagen infolge der unbefriedigenden Ertmrungen in der (GeneraLeer,antnmuig des ^co rode ul, Mn Lwhd sehr sapvach. Bahnen wenig verändert, Lomoarden aus den wenig befriedigenden Jahresabschluß flau, Westsizirianer 2 °/o bejec. Fonds im ganzen behauptet, Deutfa-e neigten mehr zur schwäche. Privat- d isumto 315/ie %.
Airchc unö Schuie.
— Zn dem jüngsten Schüler selb stm o rd in Berlin äußert sich der Direktor der dortigen ersten Realschule, Dr. Pohle, in dem soeben erschienenen 23. Jahresbericht wie folgt: „Infolge eines höchst traurigen Vorkommnisses in einer hiesigen Schule haben sich vielfach Beunruhigung und Besorgnis der Eltern bemächtigt. Umsomehr erwächst für alle Beteiligten die Pflicht, den Dingen ohne Nervosität mit ruhiger Besonnenheit ins Auge zu schauen. Da steht doch zunächst fest, daß es sich um ganz vereinzelte Mtßgriffe handelt, die keineswegs in den allgemeinen Verhältnissen der Schule begründet sind. Körperliche Strafen sind gewiß kein geeignetes Erziehungsmittel und müssen schon deshalb — vielleicht bis auf wenige Fälle, wo große Roheit ober grobe Widersetzlichkeit vorliegen — gau^ vermieden werben. Aber sie können doch auch ein gesund empfinbendes Kind, das etiva wegen Uebermuts einmal einen leichten Klaps erhält, nicht eigentlich aufbringen und beleidigen, am wenigsten aber solche Jungen, die es für ihr gutes Recht ansehen, ihren Lehrer geflissentlich zu reizen und zu hmtergehen. Hier müssen wir alle, Schule und Elternhaus, einsetzen, um unberechtigte Empfindlichkeit zu unterdrücken und echtes EhrgefühlundgegenseltigesVertrauenzuer- w e ck e u und zu fördern."
Bad-Nauhcimer Brief.
IV.
Der heutige Brief kann wieder mehreres vom Bil- dungsveretn berichten. Bei der ersten der beiden Ver- anftaltungen, der Eichendorffgedenkseier, am 22. März, mehrten sich ungünstige Umstände. Lehrer Wehr- heim, der die Anordnung in die Hand genommen hatte, mußte einen bewundernswerten Eifer ausbieten, um trotz allem dem Abend die würdige Wirkung zu retten. Mehrere Trauerfälle machten eine Reihe von Gesangsdarbietungen unmöglich, und gerade für die Hauptsängerin, Frl. Deutsch i n g c r aus Frankfurt a. M., bereu Vater plötzlich starb, mußte noch am Vormittag ein Ersatz geschaffen werben. Er wurde in Frl. Mitau, ebenfalls aus Frankfurt a. M., gefunden, und sie entledigte sich ihrer so kurzerhand übernommenen Ausgabe in der vorzüglichsten Weise. Da den Anlaß der Gebenkfeier der halbhunoertjährige Todestag des Dichters bildete, der freilich eigentlich schon vor Weihnachten lag, so stand an der Spitze des Programms bas Andante funebre von Svendsen, ein mit künstlerischer Exaktheit von den Damen Frl. Wehrheim (Klavier), Frl. Hartmann (Violoneello) und Herrn Marguth (Violine) vorgetragenes Trio. Entsprechende Vortrage aus des Dichters Werken (Aus meines Kindes Tod u. a.) schlossen sich an. Fräulein Kredel und Dr. Stockhausen hatten diesen deklamatorischen Einschlag des Programms übernommen. In dem Bilde des Dichters, das ich selbst in kurzen Umrissen einfügte, kam es mir besonders auf feine sonnige Jugendzeit in Schlesien an, die ihm das feine ,reiche Naturgefühl mit ins Leven gab, dann auf die preußische Beamtenzeit, wo der Romantiker eine schöne Aufgabe in der Restaurierung der Marienburg fand, und endlich auf sein Leiden in ben Stürmen der Revolution. Bezeichnend ist ein Vergleich mit Goethe. Der läßt seinen Wilhelm Meister nach langen Lehr- und Wanderjahren bas Ziel seines Lebens in ernster politischer und sozialer Wirkjamkeit finden. In Eichendorffs Romanen gehen die besten Helden ins Kloster. Das Trio in D moll von Mendelssohn-Bartholdy boi beni Publikum eine Abwechslung im Rahmen des Ganzen
Am 31. März gab noch einmal bas Wandertheater des Rhein-Ma iiii sch en Volksbildungs- verbau des eine Vorstellung, die bei der vorgerückten
Jahreszeit unferin Verein leider ein beträchtliches Defizit brachte. Und doch war gerade diese Vorstellung, Grillparzers „Medea", vielleicht die bedeutendste und abgerundetste von allen, die wir hatten. Ader freilich, zu ihrem Verständnis gehört auch eine Vorbildung und ein ernsterer Sinn, und beides kann leider weder die gute Erklärung auf dem Programm, noch selbst eine höhere Schulbildung allen geben. Es gibt noch gar zu viele von denen, die nichts davoii wissen, daß Kunst und Theater zu höheren Zwecken da sind, als nur zu vorübergehender angenehmer Unterhaltung. Die Rolle der Medea fand in Fräulein Marner eine Trägerin, die ihr auch in ben gewaltigsten Momenten voll gewachsen war. In befriebigenber Weile gliederten sich die andern Personen an sie an. Die lebendigen Ideen der Dichtung haben an Wert und Wichtigkeit noch nichts eingebüßt. Und welche Vertiefung hat der Stoff unter der Hand des neueren Dichters erfahren, wenn wir an die Medea des Euripides zurückdenken! Es ist derselbe iahrtausendweite Schritt, wie von der Iphigenie des Euripides zu der Iphigenie Goethes.
Vor Ostern haben wir nun auch die wöchentlichen literarischen Abende beschlossen. Aeußere Umstände haben sie des öfteren unterbrochen, und so konnten wir nur noch die Piceolominiin allen Einzelheiten genießen, während wir uns für die eigentliche Wallenstein-Tragödie mit einem allgemeinen Uederblick über Charaktere, Schicksale und Ideen begnügen mußten. Wieviel hätte gerade unsere Zeit von Schiller noch zu lernen! Von diesem kernigen, ethischen, aus härtester Lebenserfahrung und gründlichster Menschenkenntnis hervorgewachsenen Idealismus!
Hat der Winter Raum zu geistiger Betätigung geboten, so locken die wärmeren Sonnenstrahlen des Frühlings nun um so stärker auch den Körper wieder zur genußreichen Bewegung tm Freien. So schon auch Rodeln und Schlittschuhlaufen waren, nun freut sich doch auch jedes wieder über die behaglichere Wärme und die ueuknospende Natur. Auch in der Schule war es den Kindern mehr und mehr anzumerten, und das außerordentlich lange Wintersemester [teilte ihre Geduld zuletzt auf eine harte Probe. Doppelt dankbar wurden die M o n a t s s p a z t e r g ä n g e als kleine Abschlagszahlung auf die heißersehnte Ferienfreihett aufge- uornmen. Dte oberen Klassen der höheren Bürgerschule ve-
des
91.601 Elektnz. Lahmeyer
81,85
Gelsenkirchen Bergwerk . 193.00
82.93
V nnce-llemi-Eisen bahn . 120.00
150.25
. . 149.60
. 214.20
. 112,05
Elektnz. bchuckert . .
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Ungar. Goldrente . Italien. Bente . . Portugiesen Serie I
4)-H
4%
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139.25
198.10
212.50
. 139.20 . 176.60
. 139 70 . 199.00
2375
145.40
120.50
. 107.20
. 209.00
91.50
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90 70
91.50
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99.40
93.75
103 75
61.00
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94.75
87.60
95.40
149.40
49.2o
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66.40
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hurpener Bergwerk Laurahütte . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . . l'iirkenlose . . .
Berliner rianaelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommanuit. Dresdner Baak . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . Gotthard bahn . . , Lo nwu.ru. Eisenbahn Uesterr. Staatsuunn .
Harnuurg - Amenk. Paket! Barpener Bergwerk. Laurahütte......
ISordd. Lloyd . . . .
U beischles. Eisen-Industrie
sagen liebste
Canada E. B. . . . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .
Tendenz: schwach.
Wk 6% Wk 3%
Aktien:
Bochum Guss ....
Buderus KW. . . .
lenden;: schwäeher.
111.60
198.10
212.90
97.6t
99.5C
163.00 126.4c
233.70
liörse, 13. April, 1.15 Uhr.
Telefonische Kursiienc.itd
Giessenei Anzeigers, mitgeteilt von der Bank lür Hande) und Industrie, Giessen.
Berliner Börse, 13. April. Aufangskurse.
Frankfurter Reichsanleihe . . do. . . Konsols .... do. ....
Hessen.....
3>£o/o 0bemessen . . .
4>o Uesterr. Goldrente.
4‘/5zo Uesterr. süberrente
3% Portugiesen „ III 4^°/6 russ.Staatsanl. 190a 4>$% japau. Staatsanleihe 4% Uonv.Türken von 1W3 Türkenlose......
1% Griech. Alonopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . o°/0 Mexikaner, t . . . 4 >4u/o Chinesen . . . .
K l e i n e K u nst ch r o n i k. Die Gesellschaft zur Erforschung jüdischer Kunstdenkmäler zu Frankfurt a. M. veranstaltet int Kunst- gewerbe-Museum zu Düsseldorf eine Ausstellung von jüdischen Bauten und K u l t u s g e g e n st ä nd e n vom 3. Mai bis 15. Juni. — Wie aus Berlin heute gemeldet wird, Hal der Kaiser feme Genehmigung zur Auistellung des Äirchow^ Denkmals von Fritz Klinisch aus dem Karlsplatze in ÄerU" v e r w e i a e r t. — In S u r e s n e s (Frankreich- wurde am 12. o. M. eine Büste Zolas enthüllt.
. . _ einer solchen Gelegenheit auch einmal die frühere, jetzt beiseite gedrängte Lebensquelle Nauheims, die Saline. Da sahen wir das Salz in allen Stadien seiner Zubereitung. In großen „Pfannen" kochte in den Siedc> Häusern das Wasser, um das wichtige Kristall auszuscheiden. Mit langen hölzernen Schaufeln und Rechen wurde zu großen Haufen am Rande derjenigen Pfanne, die sich im vorgeschrittensten Stadium befand, zusammengescharrt und in spitze, für das Ablaufen des Wassers eingerichtete Korbe verpackt. In Säcken zu je 100 Pfund stand es fertig zum Verkauf. 8 Mark etwa nimmt die Saline für jeden ein, muß aber 6 Mark an Steuern abgeben, und wenn man von den Übrigen 2 Mark die Betriebskosten abrechnet, so begreift man wohl, warum der Kurbetrieb für Nauheim jetzt doch eine sehr viel größere Rolle spielt, als die Salzgewtiumng. Von den Siedeyäusern ging es zu den Gradierwerken, den hohen, aus aufgeschichtetem Reisig gebildeten Wänden, auf die das Salzwaster in Mhren hmausgepumpt wird. Turch das Reisig hinuntersickernd, verdunsiet es und der Rest, der sich in den Bassins am Fuße sammelt, weist dann einen um so größeren Salzgehalt auf. Nur wenn dieser einen bestimmten Prozentsatz erreicht, verlohnt es sich der Mühe, das Wasser in die Siedehäuser zu leiten. Je nach dem Wetter wird es daher ein oder mehrere Male auf die Gradierwerke himrus- gepumpt. Hübsch ist der Blick von der Höhe der Gradierwerkc aus, die sich wie eine Scheidewand zwischen die freundlich- feindlichen Nachbarstädte Nauheim und Friedberg schieben.
Einen ähnlichen interessanten Gang machten Klassen der Volksschule nach den Wäscherei- und Maschinenanlagen auf dem Goldstein.
Schluß folgt
Hervorragend bewährte
Nahrung.
Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an
Verdauungsstörung.
■Kinder- mehl
kost.


