Ausgabe 
16.5.1908 Erstes Blatt
 
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gegen den Aufruhr kämpfen, dieser rühmlose aber sieg­reiche Kampf wurde der Regierung durch Einführung außer­ordentlicher Ausnahmezustände, die die Gültigkeit der allgemeinen Gesetze aufheben, erleichtert. Tank demaußerordentlichen Schutze" wurde in ganz Rußland die Presse gefesselt, die Unabhängigkeit der Richter illusorisch gemacht und die merkivürdigsten Verord­nungen wurden erlassen. So hat ein Generalgouverneur ein Gesetz erlassen, ivonach der Hausbesitzer, in dessen Hause eine Bombe ausgesunden wird, vor ein Kriegsgericht gestellt und, wenn auch seine völlige Uiischuld unbestreilbar festgestellt, mit drei tausend Rubel bestraft werden sollte. Die lokale Selbstverwaltung, bürger­liche Vereine, professionelle Verbände, irgeiid welche Blenderungen der unabhängigen öffentlichen Meinung, alles sei durch tue schwere polizeiliche Faust unterdrückt mit) erstickt. Ter Sache der fried­lichen Erneuerung Rußlaiids droht die größte Gefahr: sollte die Konstitiltioii und' mit ihr and) die Volksvertretung nicht endgültig siegen, so wird sie bald besiegt werdeii. Die folgenden Redner, iind zwar die Oktobristen, wie Fürst Baron Aleyendorf und Fürst Golyzin, bestätigten nni) verstärkten die Ausführungen und Bel° spiele Maklakoivs. Unsere Hoffniingen, unsere Freude, die mit dem Oktobermanifest verknüpft waren, konstatierte Baron Aleyendorf, blieben unerhört.

Fürst Golyzin wies den Zerfall der Staatsgewalt nach: Wir haben feine Harmonie der Staatsverwaltung, die auf allgemeiner Gesetzmäßigkeit fußen sollte; wir haben im Gegenteil eine Reihe einzelner Satrapien, die die den Gesetzeii nid)t unterstellt sind; wir sehen Generalgouverneure, die felbstherrlick) ihre Terri­torien verwalten, nach eigenem Ermessen richten und eigene Gesetze erlassen. Die R i ch t e r j i n d bei ii n s in der Tat absetz­bar, unabsetzbar sind dagegen die Generalgouverneure.Ich er­kläre hiermit offen und laut, daß der Minister des Innern die Macht nicht besitzt, um irgend einen der unzähligen Generalgouver­neure zur Subordination zu zwingen und ividrigenfalls ihn zu ent­lassen!" Als Beispiel sühne der Redner die Taten Dumbadfes und die Machtlosigkeit des Ministers ihm gegenüber an. Der Pole Dmowski klagte, daß die Regierung m Polen ein Feldlager dar­stellt, das Krieg gegen das Volk führt. Cm anderer Vertreter des polnisch-litauischen Kolo, Herr Montwill, wies u. a. in seiner Rede nach, wie die Rechtsbeschränkungen der Juden das Wachstuni der Städte verhinderten, so daß die nordwestlichen Städte Rußlands nicht kulturelle Zentren, sondern von Bettlern bewohiite Armen- häuser darstellen. Sokolow, von der Partei der friedlichen Er­neuerung, berichtete über die Art und Weise, wie die Regierung absichtlich die Begriffe Revoliition uiid Opposition völlig verschmelze und lediglich gegen letztere kämpfte. Ter Kadett Atschemow zer­störte die vo>r feinem Fraklionsgenossen Maklakow ausgestellte Hypo­these nnb wies nach, daß der Zentralregierung das konstitutioiielle Regime ebenso fremd und unfympatifd) fei wie den Behörden in der Provinz. Der Oktrobisl)idlowski legte dar, wie allmählich die polizeilichen Funktionen die sonstigen Aufgaben des Ministeriums des Innern absorbierten, und erkläre damit die Fehler des Mecha- liismus.

Während die Vertreter der parlamentarischen Mehrheit den herrschenden Negierungskurs elltschleden und eml'timmig verurteilten, blieben die echt-russischen Deputierten, Purischkewitz und Smays- lowsky, sich treu, und suchten die Politik der Ausnahmezustände und Willkür zu verteidigen.

3um $all Eulenburg.

Zu der Zeitungsmeldung, wonach Fürst Eulenburg erklärt haben soll, daß er seine politischen Briefschaften bereits an einen sicheren Ovt gebracht habe, schreibt derBayrische Courier" über die Haltung des Kaisers, der Monarch sei tat­sächlich in der Hand der Eulenburgcligne gewesen und dieser Umstand erreiche Bedeutung aus Gründen, die auf dem Gebiet der Politik, zum Teil der auswärtigen Politik, liegen. Fürst Eulenburg soll im Besitze von äußerst wichtigen Briefen des Kaisers, politischen Inhalts, sein, deren Beröfsentlichung höchst unangenehme Folgen haben müßte. Nach bem. Ergebnis des Münchener Prozesses hat sich der Kaiser für das ernste Vor­gehen gegen Eulenburg ausgesprochen. Nach seiner eigenen Aeußerung solleinmal gezeigt werden, daß vor dem preußischen Gericht jeder gleich ist, ob es nun der Kutscher des Fürsten oder der Fürst selbst, ist."

Zu der vorgestrigen Haussuchung im Licbenber- ger Schloß wird dem Lokal-Anzeiger weiter gemeldet, daß lic sich nicht nur auf das Arbeitszimmer und den Schreibtisch des Fürsten Eulenburp, sondern auch auf andere Räume und die Wohnung einiger Angestellten des Fürsten erstreckte. Es sind hierbei, wie verlautet, eine Anzahl Briese gesunden worben, die heute vormittag dem Angeschuldiglen in der Charite Vorgel egt wurden.

GerichtssaaS.

Leipzig, 14. Mai. Die Strafkammer verurteilte den früheren öeratitworthd) zeichnenden Redakteur derLeipziger Volkszeitung" Alfred Keinrling wegen Beleidigung des Kriegsgerichts der ersten preußischen Gardedivlsion zu sechs W o ck) e n G e f ä n g n l s. Keimling hatte am 24. Januar in dem Bericht über den Prozeß Hohenau-Lyliar bem Kriegsgericht bewußte Rechtsbeugung vorge- rvorsen. Wegen Beleidigung bcs sächsischen Finanzministeriums wurde ber Angeklage ferner 511 75 Mk. Gel bst rate oder 15 Tagen Gesängnis verurteilt. Die Beleidigung ivird in einer Notiz erblickt, in ber bie vom Finanzministerium herausgegebene 'Arbeitsordnung für bie Forstverwaltung als einsd)Mlitziger Schilb" bezeichnet worben war.

Elberfeld, 14. Mai. Die Strafkammer verurteilte ben Stationswärter Brockers von ber Schw ebebahn, ber am 1. April ben Zusammenstoß zweier Schwebebahnzüge in Barmen durch Vernachlässigung ber Dienstvorschriften herbei- geführt hatte, zu sechs Wochen Geiälignis.

Airche itttb Schule.

Worms, 13. Mai. Die 1V Hauptversammlung des Cbang. Pfarrvereins im Großherzogtiim Hessen tagte gestern im Festhaus. 'Mit Gesang, Gebet unb Schrifllektloil bes Vorsitzenden Dekan Schrimpf- Butzbach wurbe die Sitziing er­öffnet. Beigeord. Dr. W e v e r s begrüßte die Versammllmg im Biainen ber Stabt. Der Jahresbericht des Vorsttzelideli bekundete erfreuliches Wad)stuin und erfolgreiches Blrbeiten des Vereins im letzten Jahre. Sodann legte Pfarrer Röschen- Freienseen die Rechnung des Vereins ab. Sie hatte das günstige Resultat eines Ueberschusses von 250 'Mk. Ter Rechner ivird für em weiteres Jahr unter Dank mit seinem Amt betraut, ebenso der Schrntleiler des hessischen Kircheiiblattes Pfarrer Fritsch- Riippertsburg. Pfarrer 'M i ch e l - Kriegsheim berichtet über die 'Arbeit der So n n t a g s 10 m m i i s 1 0 n. Auf seinen Antrag bedauert die Versammlung, daß sowohl die zweite Kaiiniier wie Großh. Re­gierung die vorjährige Vorstettimg nicht berücksichtigt hatte. 'Man halte gewünscht, daß Art. 228, ber Wirtshausbesuch währenb ber Gottesbleiistzeit verbietet, zeitgemäß verändert beibehalten werde. Ebenso spricht eine Resolution, die einstimmig angenommen wirb, den ^Wunsch aus, daß die das kirchliche Bewußtsein schädigende Sonntagszeichenschule auf einen Werktag verlegt werde. Pfarrer F is ch er° Goddelau schilderte die Vorteile deS Denk- malschutzes und plädierte dafür, daß bie Geistlichen nur eine sreunbliche Stellung dazu nehmen. Der Korreferent Fritsch beutele bei aller Anerkennung ber Denkmalspflege barauf hin, daß bei Ausführung ber Denkmalspflege mehr die Selbständigkeit bei Kirchengemeinben gewahrt werben solle. Sein Antrag, daß in

der Lanbessynode eine Besprechung inszeniert werde, die auf jene Härten hinweist, wurde fast einstimmig angenommen. Ferner nahm bie Versammlung nach Vortrag desselben Rebners ben motivierten Beschluß an, baß sowohl ber hessische Pfarrverein bem deutschen Verein zur Förderung d e r S i t t l i ch- feit beitritt unb an ben beutschen Piarrvereinsverbanb bic Bitte richtet, auch biesen Eintritt zu vollziehen. Pfarrer Enge l-Obern- hosen referiert über § 1G6, ber bie Gotteslästerung bestraft, unb ist für Abschaffung bieses Paragraphen. Die Versammlung konnte bazu noch feine feste Stellung nehmen unb bittet, bieses Thema noch weiter behanbeln zu wollen, bis zur allgemeinen Verstän- bigung. Es wirb ferner ber neue Kirchenvisitations- Entwurf entsprochen, wozu bie Defanatskonferenz in Groß- Umftabt angeregt hatte. Pfarrer Happe l-Heubach führte aus, baß außerorbentliche Kirchenvisitationen ben Geistlichen leicht dls- frebitieren und in seiner Tätigkeit schäbigen. Eüie sehr lebenbige Diskussion folgte. Es wirb bebauert, baß ber Entwurf nicht eher jur Besprechung zugänglich war. Tie Versammlung bittet bas Oberkonsistorium, baß biejer Entwurf veröffentlicht werbe. Pfarrer 9tebel - Laubach zeigte, wie gut sich bie Slerbekasse bes Vereins entwickelt habe. Die Versammlung stimmt ein, eine Pfarrertöchter- kasse zu errid)teu, zu bereu Gründung bie ganze Geistlichkeit auf- gerufen werben soll. Zuletzt warb auf Antrag bes Schriftleiters beschlossen, baß in ber Lanbessynobe eine Unterstützung alter Geist­licher in bie Bahnen geleitet werbe, lieber bie Hiliskasse gab Dekan Iaub t-Ptanig Rechenschast. Nach reger Verhanblung schloß ein gemeinsames Mahl bie Tagung.

Qanöd.

Zur Wirtschaftslage.

Noch immer stehl ber größte Teil per Geschäftswelt unter bem Truck der ungünstigen Verhältnisse, die infolge der außer­ordentlichen Anspannungen am internationalen unb dann speziell am deutschen Geldmarkt eingetreten sind. Es wurbe zu Anfang dieses Jahres von den interessierten Kreisen und wer ist nichi interessier: eine durchgreifende Wendung zum Bessern als bevorstehend angenommen, scheinbar sah es auch zuweilen so aus, als ob bie Wirtschaftslage sich günstiger gestalten wolle, in Wirklichkeit ist aber eine umfaßende Besserung vorzugsweise von einer glänzenden Welternte, aber nicht nur auf dem Gebiet ber Cerealien abhängig. Für eine solche sind zwar manche Anzeichen vorhanden, doch ist es noch zu früh, um die Zuversicht, die sich in dieser Hinsicht an ber Börse bereits funbgibt, als berechtigt erscheinen zu lassen. Die Börse ist, wenigstens bei uns, nicht mehr der Gradmesser des wirtschaft­lichen Lebens, wie sie dies früher wär. Daran wird auch bie Wiedereinführung des Terminhandeis in Jndustrieattien nur wenig ändern. So lange unser Reichssimmzwesen unb be- sonbers auch das Steuerwesen nicht so geändert, d. h. geregelt wird, daß wir nicht mit jedem neuen Jahr eine neue Kalamität durchzumachen haben, solange wird sich aud) die Börse nicht in wünschenswerter Frech Ai entfalten können. Tas Kapital ist zu gebunden, festgelegt, es fehlt an flüssigen Mitteln, an immer wieder frei werdenden Geldern. Daß dem so ist, daran ist nochmals sei es gesagt die Finanzpolitik des Reick)s schuld. 'Noa; kurz vor dem der Reichstag in die Ferien ging, wußte die Bubgetkominission zu melden, daß in kurzer Zeil wieder einmal eine neue Milliarde verpulvert sein würde und daß damit die Reichsschulb fünf Milliarden erreicht. <00 wie bie Finanzverhältnisse gegenwärtig liegen, bedeutet jede neue Anleihe des Reichs eine neue Periode der Unsicherheit, eine Entwertung älterer Werte. Man mag dafür so viele schön und beruhigend klingende theoretische Erklärungen geben als man will, die Praxis bringt sttcks neuen Schaden. Tie Kapitalisten beginnen dies zu merken unb fangen an, sich zurückzuziehen, von Neu-Emissionen fern zu bleiben; das hat sich bei den so überaus stark von Konzertzeichnern subskribierten Anleihen der letzten Jahre weniger gezeigt, loar aber jetzt bei der neuesten Anleihe, von der selbst heute noch nur die Eingeweihten der Seehandlung wissen, wieviel eigentlid) gezeichnet worden ist, wieder feljr bemerkbar. Selbstverständlich sind die Anleihen des deutschen Reid)s von zweifellosester Bonität, aber trotzdem aus Gründen, die u. a. auch der Kurszettel deutlich zeigt, und von denen die Sparkassen bei ihren Bilanzausstellungen jetzt schon durch mehrere Jahre zu erzählen wissen. Nicht mehr über­mäßig .beliebt beim Anlage suchenden Kapitalistenpublikum.

Tie Wirtschaftslage Teutsd)lands ist gegenwärtig zum min­desten unerquicklich. Sie kennzeichnet jid) z. B. mit nicht iniß- zuverstehender Deutlichkeit dadurck), datz Herr Stinnes als Ver­treter des Rheinisch-Westfälischen Köhlensyndikats kürzlid) im Oesterreichischeii Eisenbahuministerium selbst Kohlenangebote machte, während vor einem Jahr die Verwaltung der österreich- ifdjen Staatsbahnen aus Westfalen für ein mäßiges Quantum eine kurze telegraphische Ausforderung erhielt, sich für die An­nahme ober Ablehnung der Offerte in zwei Stunden zu entscheiden. Und sie entschied sick) für die Annahme. Wie ist das nun so ganz anders geworden? Jetzt bewerben sid) nicht nur die rheinisch- westfälischen Gruben um Zuweisung von Aufträgen, sondern aud) Waliser Gruben mit Hilfe der diplomatischen Vertreter Groß- britannieus unb aud) die russischen Gruben suchen die vorjährigen Verbindungen zu erneuern. In England und in Westfalen hat man Kohlen lagern, weil die Hüttenindustrie feiert. Diese Ver­hältnisse dürfen schkießlid) dod) nod) zu einer Preisreduktion ber Produkte des Rheinisch-Westfälischen Kohleusyndikais führen. Wenn maiwfid) aud) noch so sehr sträubt, ist es unter Hinweis auf die Wiener Reise des Herrn Stmues als feststehend anzusehen, daß die Kvhlenpreise bauern!) auf ihrer Höhe nicht gehalten werben können.

Daß es in bet gesamten Eisen- und Stahlindustrie, das abgegrenzte Gebiet Oberschlesiens ausgenommen, recht trostlos aus- sieht, steht auch außer Zweifel. Tie Beruhigungsnachrichten, die halb ba, bald bork ut bie Öffentlichkeit gebracht werben, ändern die ausgesprochene Verschlechterung nicht. Treffender unb kenn­zeichnender kann die Lage nicht charakterisiert werden, als mit den Worten ber Köln. Ztg.:In den Fertigerzeugnissen wirb geschleubert, iir ben Roh- und Halbstossen werden bie Preise ge­halten, soweit bies ntöglid) ist.. Auf biefe Weife wird bie Fertig- inbuftrie zum Teil zum Erliegen gebracht unb die Konzentration in verhältnismäßig wenigen großen Werken geförbert." Es ist bies ein System, dem mit aller Kraft aud) von der Presse ent­gegengearbeitet werden sollte. Das Ergebnis ber Entwickelung, wie sie sich jetzt zu gestatten droht, würde schließlich nur das sein, daß bei einer Besserung ber Konjuitttur das Uevergeivicht ber großen Werke, bie jetzt alles an sich zu reißen suck)en, noch größer unb gewaltiger würde, als es bis jetzt sck;on war.

Um dem Druck, der auf so vielen Gewerbezweigen lastet, wirksam entgegenarbeiten zu können, müssen auf gar manchen Gebieten Hebel angesetzt werden. Wir wollen hoffen, daß die Tätigkeit der Bankeuquöte geeignet ist, manches zu bessern, wünschen, daß das Schicksal großer Industrien nicht dauernd von der Preispolitik einiger Machthaber abhängig bleibt unb hoffen, baß Ourd) energisches Zusammenstehen ber kommerziellen und industri­ellen Faktoren, wir meinen hier in erster Linie Handels- und Gewerbekammern, alles geschieht, um über bic Schwierigkeiten ber auf vielen Gebieten recht trüben Gegenwart hinwegznkoinmen. Nicht allein der letzte deutsche Handeisansweis für den Monat April zeigt eine große Erschlaffung im Außenhandel, glcidje Er­scheinungen zeigt auch England und haben die Vereinigten Staaten von Nord-Amerika aufzuweisen.

Um nicht schließlich nur mit trüben Bildern zu schließen, sei 110d) mitgeteilt, daß die deutsche Maschinenindustrie, nicht allein

in den Icfctbergangenen Jahren, sondern auch im ersten Quartal des lausenden Geschäftsjahres zu guten Preisen gearbeitet [1QV wenn sie sich auch nid)t mehr ganz auf der Höhe des Borjabr^' zeigen konnten unb baß in gleicher Zeit 82G 087 T. Z.r. Maschine» ausgeführt Würben gegen 756 553 D.-Ztt. im Vorjahr. ^[U(L sind in diesem Industriezweig die weiteren Aussichten uod) rech! gut.

Vermischtes.

*Die New yorkerPolizeiim Kampf mitben Automobilisten. Die Newyvrker Polizeibehörde hat in ihrem Kampf gegen die amerikanischen Automobilisten, die ohne Rücksicht auf das allgemeine Wohl in rasendem Tempo durch die Straßen der Städte sausen, zu einem probaten Mittel ihre Zuflucht genommen. An einer Anzahl der ver­kehrsreichsten Straßenkreuzungen Newyorks stnd je zwei mit Chronometer und Drahtseilen ausgerüstete Schutzleute postiert. Wenn ein Automobil, das die zulässige Schnellig­keitsgrenze überschreitet, sich nähert, wird das Seil schnell über die Straße gespannt und der Chauffeur so gezwungen, zu halten. Die Atttomobilislen protestieren gegen dieses ge­fahrvolle Mittel, aber einstweilen vergebens.

Märkte.

Gießen, 16. Mai. Di ar tlb ericht. Auf heutigem Wochen- markte kostete: Butter pr. Pfd. 1.201.25 Alk., Hühnereier 1 et. 67 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 St. 56 M.' Erbsen p. Pid. 1824 Pfg., Linsen p. Pfd. 2540 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Alk., Gänse pr. Pfd. 0000, Eilten pr. Stuck 1 su bis 2,20 Alk., Lchsenfteisch pr. Pfd. 7684 Pfg., stch,. und Rindfleisch pr. Pfund 7476 Pfg., Schweinefleisch pr. Pftnld 6076 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. M. 80 Pfg., Kalbfleisck) pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. M. 7084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.007.00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,006,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 000 Psg., per Zentner Alk. 0.000.00. Aepset per Ztr. 1025 Mk., Birnen per Ztr. 1025 Alk. Nüsse 100 Stuck 4000 Pfg., per Ztr. 000 Alk. Marktzen von 71 Uhr.

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt i.iut ui.ic. Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Mit einiger Beunruhignng ersahen wir Sübstäbter aus dem vorgestrigenEingesandt", bau sick; tm entgegengesetzten Stadtteil eine musikalische Konkurrenz aufgetan hat. Wir apelheren jedoch vertrauensvoll an das musikttebende Publikum unserer lieben Stadt und bitten, fiel) von jenem Lehrling mck)ts vorautonialeu zu lassen; ber junge Alaun ist sicher and) auf diesem Gebiete nur ein Lehrling und seine Leistungsunfähigkeit geht ja aus dein bett. Konzertberichle sattsam hervor: er musiziert nur abends von 812 Uhr unb beschränkt bie Zahl seiner Zugaben auf 3-4 Piecen, währenb wir Anwohner des Wetzlarer Wegs, ber Creduer- uni Hofmannstraße mit vollendeten Meister-Vorträgen der Sd)iiarch- unb Räusper-Musik bienen können. Morgens, mittags und abends ertönen nimmermüde 20 bis 30 dieser melodischen Weisen und rou sind in der Lage, Publikum unb Behörde zu jeder Tageszeit zu einem erstklassigen Ohrenschmaus emzuladen. Alöchten dock) bie Ciiigela- benen, besonders die letztere, rcd)t bald erscheinen! y.

Meteorologische Beoöachtnugen

der Station Gießen.

Mai

1908

Barometer auf 0° reduziert

Temperatur der Lust

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

' Windstärke _

Wetter

15.

93t.

747,9

15,0

8,9

70

SW

6

Bew. Himmel

15.

9"

745,1

12,5

9.9

93

WSW

2

Regen

16.

24

750,0

10,8

8,7

90

WSW

4

Bed. Himmel

Höchste

Tempe

ratur

m 1-j

. bis

15. Mc

i

+ 16,4 u C.

Niedrigste ,

.. 14.

15.

4- 7,2U 0.

Verantw. für Feuilleton u. Vermischtes.: I.

SS.: L

. A ndcrs 011.

des

Teäefomsctoe Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank 511 r Handel und Industrie, Giessen.

Frn nkinrter 15i»r 3>$0/0 Reichsanleihe . . 91.40 3% do. . . 82.25

3>i °/0 Konsols . . . . 91.50 3% do 82.20 3>£°/o Hessen 90.50 3>j °/0 Oberhessen . . . 91.50 4% Uesterr. Goldrente. . 98 60 4*/6% Uesterr. Silberrente 99.10 4% Ungar. Goldrente . . 93.60 4-6 Italien. Rente . . . 104.00 3% Portugiesen Serie I . 61.40 356 Portugiesen 111 62,70

4>6°/0 russ.Staatsanl. 1905 94.85 4 XA "/0 japan. Staatsanleihe 88.00 4 56 Conv. Türken von 1903 95.70 Türkenlose 150.60 4 56 Griech. Monopol-Aul.. 48.50 4 56 äussere Argentinier . 85.75 3°/0 Mexikaner . . . 66.00 4>6 °/o Chinesen .... 96,30

Aktien:

Bochum Guss 220.75 Buderus E. W 112.00

Tendern: behauptet.

Berliner Börse, :

Canada E. B 155.70 Darmstädter Bank . . .. Deutsche Bank .... 233.00 Dortmunder-Union C. . . 62.00 Dresdner Bank

Tendenz: schwach.

se, 16. Mai, 1.15 Uhr.

Elektriz. Lahmeyer . . 121.* Elektnz. Schuckert . . H0.V Eschweiler Bergwerk . . 207.5t Gelsenkirchen Bergwerk . 194.0t Hamburg-Amerik. Paket!. 110.00 Harpener Bergwerk. . 1980 Laurahütte......212.01

biordd. Llojd . . . Obeischles. Eisen-Industrie lOO.u Berliner Handelsges. . A.ü Darmstädter Bank . . . 124.« Deutsche Bank ....

Deutsch-Asiat Bank . .

Diskonto-Kommandit. . 1^-^ Dresdner Bank .... 1^»7 Kreditaktien . . l98,0 Baltimore- und Ohio- .

Eisenlahn Gotthardbahn <

Lombard. Eisenbahn . .

Uesterr. Slaatsbaim . . Pnnce-Henn-Eisenbahu

5. Mai. Aulangskurse.

Harpener Bergwerk. . j Laurahütte 4i 1 Lombarden E. B. . - , Nordd. Lloyd .... ,

lurkenlose

8

Nun prangt der Waid im jungen Grii«

und alle Welt pilgert hinaus. Aber man wagt da * .

zuviel, man erhitzt sich und erkältet sich dann und ha , w i 1 1 alles gut geht, doch ein paar unbehagliche -^ge. ~ klug ift, der nimmt bei den ersten Anzeichen gleich env .

I Fays ächte Sodener AiinerallPastillendie helwnf "

A beginnendes liebel ohne Umständlichkeiten und nan .

11 angenehm bekämpfen. Fays achte Sodener gehören Haushalt. Alan kauft sie für 85 Pfg. die .schachtel 'lr Apotheke, Drogerie und Alineralwasferhandlung. .

MAGGI S SUPPEN

mflGG|S Suppen-®'01.!«!"

1. Große Ausgiebigkeit, und Billigkeit.

2. Kurze Kochzeit und beguemste Znbercituug. L !?

3. Jede Sorte hat den ihr eigenen, natürlichen Wohlgeimnia

Man verlange ausdrücklich MACiGl« Suppen.

^MAGGlSffute^parsam^^c^|

von