Die heutige Nummer umfatzt 10 Seiten.
Handelsminister verliehenen Auszeichnungen
Huldigung der deutschen Bundesfursten in Wien.
offiziere Lriquet.
Die
Wie
politische Lagesscha«.
Das Kaiserpaar m Korfu.
Anregung des Reichskanzlers zur scheidenden Abstimmungen im Reichstage richtete Fürst von Bülow an den Kaiser ein Telegramm, worin er die Annahme der beiden Blockgesetze meldete und sür seine beiden Mitarbeiter, denen „nicht zum geringsten Teil" die Annahme der Regierungsvorlagen zu verdanken gewesen, einen Beweis kaiserliclzer Anerkennung erbat. Darauf erfolgten die bereits gemeldeten Ordens-
Nachteile bringt. Das letztere ist bis jetzt nicht lestge^cllt. Es steht fest, das; bir Hrrlosf ein nicht unbedeutender Teu ihres Was)ers entzogen wird. In den Gemeinden st'gt man die Befürchtung, das) durch die am s)Lordostrande der Wetterau geplante bedeutende Wasserentnahme — 20 000—25 000 Kubikmeter täglich — die Bodenfeuchtigkeit eines gwsten Teiles der Welterau, sowie der Wasserstand, dcr die Frucl^tbarkeit der Wetterau bedingenden Fllisz- chen, insbesondere der Horloff und Nidda, wesentlich vermindert wird, nwdurch umfangreiche Schciden für die Landwirtschaft^ und die Mühlenbetriebe sich einstellen und namentlich in tvoclenen Jahren schwere Nachteile erwachsen kibnnen. Die weitere Ber- mindcrnng dcs Wasserstandes der Flüßchen kann, da fremde Stosse eingeleitet werden, außerdem auch eine Gefahr für den Gciund- heitszustand der an den Flüßcl)LN liegenden Gemeinden herbeiführen. Der Kreistag vermag daher zu dem Prvzctt so lange keine Stellung zu nehmen, als nicht das gesamte Projekt nebst fpezisiznrtem Bericht vor liegt und als nicht durch ein Gutachten dcr Obersten Landcskulturbehörde und der Landesgcjundhe'iläbe- lwvde ausdrücklich dargelegt ist, dast die beregten Gefahren und Nachteile nicht zu befürchten sind. Er sprichr sich insbesondere gegen eine M i n d e ru n g d e s W a f se rst a n de s de r &orlofj aus, die nachteilige Folgen für die Horloff und die 9iidda haben würde, und ersucht den Kreisausschust, die erforderlichen Schritte zur Wahrung dcr Interessen der betreffenden Gemeinden des Kreises hriedbcrg in die Wege zu leiten." Die Refolution wurde einstimmig angenommen.
Ein großer Marmeskandal in Amerika.
Das peinliche Aufsehen, das die vor kurzem erhobenen Beschuldigungen wegen Durchstechereien bei den neuen Unterseebootkontrakten erregt haben, wird noch vergrößert durch eine Rede, die das Kongreßmitglied Lilley in der gestrigen Sitzung des Repräsentantenhauses hielt, und durch die sich die Angelegenheit zu einem förmlichen Skandale auswächst. Der Abgeordnete versicherte, es seien in wenigen Jahren 100 Millionen Dollars vergeudet und mißbräuchlich verwendet worden; er behauptete weiter, die Werft von Marriosland, die 17 Millionen Dollars koste, sei nicht im stände, ein Schlachtschiff zu docken, und erklärte weiter, es seien fortdauernd Aufwendungen gemacht worden für andere Wersten, die schon längst eingegangen seien. Schließlich brachte Lilley den Antrag ein, sechs Schiffswerften als solche auszuheben und ihre Anlagen außer Betrieb zu setzen. Die Anklage Lilleys wird wahrscheinlich die Einleitung einer genauen und weit ausgreisenoen Untersuchung zur Folge haben, Die alle Btoeiginftitiite der Marineetablissements umfassen wird.
Verleihungen.
— Nach einer telegraphischen Meldung des Kommandos der Schutztruppe für Südwestafrika ist der Gefreite Gieseue infolge eines Schädelbruchs durch einen Unfall am 25. Mürz in Zcßfvntein gestorben.
— Der frühere Oberrichter von Dcutsch-Oft- Afrika, der jetzige Konsul Viktor Esch.kc, wurde von der Tesziplinarlammer in Potsdam wegen Di en st vergehen zur Dienstentlassung verurteilt. Eschkc war beschuldigt, in mehreren Berichten beleidigende Aeußerungen gegen das Auswärtige Amt gebraucht u. ferner durch Versendung einer Druckschrift über b;c früher von ihm geführten Prozesse die Absicht gehabt zu haben, unter den Bcrufstonsuln, die bieic Schrift erhielten, Mißstimmung zu erregen. SMeßlich soll Efchke sich einem Verbot bes Auswärtigen Amis widersetzt haben.
Kiel, 11. April. Auf der Kaiserlichen Werft erfolgte heute vormittag 11 Uhr der Stapellauf des Panzerkreuzers „E", des größten deutschen Kriegsschiffes dieses Typs. Ter Feier wohnte aus bet festlich geschmüuten Tauf kanzel das Prinzenpaar Heinrich bei. General v. d. Goltz hielt die Tausrebe, worauf die Gräfin Blücher von Wahlstatt den Taufakt auf den Namen „Blücher" vollzog.
München, 11. April. Infolge der Affäre des Pfarrers Grand lnger ist eine allgemeine geistliche Anordnung der bayrischen Bischoffc ergangen, wodurch die katholischen Pfarrer aus Gründen b er kirchlicheuDisziPlin jede aktive Teilnahme an liberalen Versammlungen und Vorträgen zu u n t e r l a s f c n haben._______________________________
23aisSand.
Rom, 12. April. Der R e i ch S t a n z l e r traf hier mit der Fürstm Bülow, begleitet von dein Gesandten v. Flotow, ein.
L on d o n , 11. April. Zwischen England und Venezuela ist ein ernster Streit cmsgcbrochen. Präsident Castro hat ohne weiteres daö einem englischen Konsortium verpachtete Sal^-uud S t r e i h o l z m o n o p o t plöijltcb eingezogen und in Selbstverwaltung genommen. Castro hat ]ebc Verhandlung mit den Direktiofeu. der Monopole abg.'lel ul iuid diese a-.ch seinen Ministern verboten. t , ,<n c ,
— AuS New-York wird gemeldet, der „Heralb" erfahre aus 91 i c a r a n n a, dcch dort eine Schreckensherrschaft aus- gebrochen sei. Präsident Zelaya habe schon 80 Einrichtungen vollziehen lassen. _
— Ter „Daily Mail" wird aus New-York depeschiert: In Linden im Staate New Jersey wurden zwischen etwa 10O Italienern und 400 russischen Polen förmliche Schlachten g e- s ch l a g c n. Mau zählt zwanUg Tote int Zeitraum einer Woche. Wenn die Italiener an die Arbeit gehen wollten, ruckten die Polen an. Die Italiener zogen Revolver hervor und schossen wütend daraus los. Die Gegner fochien mit Messern und Pistolen. Die Rädeösührer auf beiden Seiten mürben rerhastet.
I jenigen Parlamentarier eingeladen waren, die auch für ihre Frauen Karten abgegeben hatten.
— Die dem Staatssekretär des Innern unb bem preußischen igen gehen auf ück. Nach ben ent»
Samstag nachmittag 5 Uhr begab sich bas Kaiserpaar mit bem Prinzen Mlhelm im Automobil nach ber Stabt fforfu zu einem Besuch der griechischen Königsfamilie. Der türkische Major Tjemihl-Bei erschien im Laufe bes Tages m Achilleion, um bem Kaiser bas Schreiben Turkhan Maschas zu überbringen. Baron von Jenisch nahm im Auftrage bes Monarchen das Schreiben in Empfang. Am Abend sand im Schloß Achelleion ein Diner statt, zu dem ber Kronprinz, die Kronprinzessin unb Prinz Georg von Griechenland sowie die Kommandanten ber beiden englischen Schiffe geladen waren. In der Stabt herrscht ein buntes fröhliches Treiben; beutsche, englische und griechische Matrösen beleben die Straßen, die Panzerschiffe uub ihre Boote prangen in Flaggengala. Die englischen unb griechischen Marine- spielten, umgeben von Tausenden von Zuschauern
Deutsche» Ueich.
Berlin, 12. April. Ter „Nordd. Allg, Ztg." zufolge benutzte Fürst Bülow die einstündigc Frist ,eines Aufenthaltes m München dazu, um mit dem bai)cii|rf)cn Ministerpräsidenten einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Nach herzlicher Verabschiedung setzte Bülow die Reise sovt.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." stellt fest, daß kürzlich an einem Diner beim Reichskanzler mit ihren Frauen nur die-
Gberhchische Uulturwerte.
Fe. Friedberg i. H-, 12. April. In der gestrigen Nachmittag ssitzung des Kreistags standen bas Wasserwerk Inheiden und bas Elektrizitätswerk Lißberg zur Beratung. Cbcriiigcnicur M üller - Gießen referierte. Man könne, so führte er aud, über die Werke geteilter Meinung fein. Tas sehr ergiebige Quetlengcbiet im Horlofftale zwischen der Ried- mühle und Hos-Graß, in dcr Nähe des Dorfes Inheiden, mit seinem tadellosen Üßasser, sei von der Provinz Oberhessen angc- kcmst worden. Durck) ein Pumpwerk sollten bis Wassermengen weiterbefördert werden. Die Baukosten bezifferten sich auf rund 7 500 000 M. Das Elektrizitätswerk Lißberg, ein Projekt dcs Landtaqsabgevrdneten Forstmeister Dr. Weber - KvnradSdors, werde burd) Wasser, die oberhalb äißbergs geflaut unb bic gleick)- mäßig abgeführt würden, in Betrieb gesetzt. Provinzialdirektor Gcyeimrol Dr. Br e id er t-Gießen teilte mit, das Jnheibener Projekt sei so weit gediehen, daß eS bem grvßh. Ministerium vor- gLlegt werden könne, daö Lißbcrger bedürfe jedoch noch einiger Zeit, um die Vorlage zu ermöglichen. Das Juheibener Werk werbe täglich SO 000 Kubikmeter Wasser liefern. Diese Wassermengcn werden nicht auS dem Boben gepumpt, sondern als entspringende Wasser gefaßt und aus eine .Höhe bei GeiS-Nidda gehoben werden. Die Interessen der Wiesen» und Triebwerksbesitzer habe er bei bem Jnheideucr Werk stets besonders im Auge behalten uub anerkannt, daß diesen Leuten eine Entschädigung für ben Wasferverlust gewöhn werden müsse. Vor allen müßten die TriebiverkSbefitzer entschstädigt werden, entweder durch Geld oder durch elektrische Kraft (von Lißberg her), ober aber durch Wasserkraft aus anzu- legenden Stauweihern. Breidert glaubt, kür die Bewässerung der Miesen könne mehr gestehen, wie seither, wenn bic Bewässerung durch Stauweihcr erfolge. Wie l)och sich die Ent- schÄigung stelle, könne jetzt noch nickst gesagt werden. Die Wälder würden, wie von sorstbelstirdlicher Seite festgestellt worben jei, durch diese Wasserentnahme nicht leiben. Die Stabt Frankfurt a M erhalte aus bem Mauerwerk vorerst 10 000 Kubikmeter täglich später mehr. Der Preis, den sie zahle, sei hoch bemessen und decke einen großen Teil ber Kosten. Zudem iei dies Wasser entbehrlich. Tas Maximalquantum, das dem Quellengebiet der Horlosi entnommen werden würde, betrage 175 Sekunden-Liter. Das Wasscriverk bringe feinen Schaden, auch dem Htene Fried- b<r<i nicht, der bis jetzt allein dem Pwjekt opponiere, während die Kreise Gießen, Büdingen, Alsfeld. Schotten und Lauterbach zu- geftimmt hätten. Graf Oriola beantragte hierauf die Besprechung, und Kreisrat Fey verlangte genaue Prüfung der Projekte. KlUturmspettvr H e y l - Friedberg empfahl den Gemeiiiden, die feine Wasserleitung haben, den Anschluß an DaS Pwictt. Die Wehre im Horlvfstale müßten beseittgr werdm. Die vorlof habe -jetzt mehr wie 350 Setmibenliter Wasser bei minimalem Wasserstand. Laut Miß-mg vom 30. September 1904 habe ihr Stand nur. 305 Liter muragen. Redner hegt keine Bedenken gegen das Projekt. Die Wehre müßten allerdings sollen. Geheimerat Tr. Breidert sagte das zu. Graf Oriola meinte, die Ausführungen der Vorredner hätten die Zustimmung zu dem Proiett eher crschtvert, als gefördert. Er beantrage folgende Rcso. lutivn: Die von ber Provinzialbirettion ber Provinz Ober- Hessen in Aussicht genommene Wasser- unb Lichtversorgung kann als solck>e nur bann begrüßt werden, wenn sie der Wetterau keine
Die (Erfolge der preußisch-yeMM Eisenbchn- Geineiilschaft.
Gelegentlich der Etatsberatung war int Finan'ausschuß der Zweiten Kammer von mehreren Mitgliedern der Wunsch ausgesprochen worden, es Möchte von der Regierung die Schaffung eines Werkes in die Wege geleiier werden, worin ein klarer lleberblicf über die W ^ksamkeit der preußisch- hessischen Eisenbahngeineinschaft im allgemeinen gegeben wird, um einerseits ihren Einfluß auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Verhältnisse des Landes besser beurteilen, anderseits auch viele Mißverständnisse aufklären oder absichtlichen. Entstellungen der Gegner dcr Gerncinschast nachdrücklicher entgegentreten zu können. Diesen Wünschen ist von ber Regierung mit großer Promptheit und Bereitwilligkeit entsprochen worden. Ter Finanzminister hat den Ständekammern noch während ber Eratsberatung eine Denkschrift im Umfange von 150 AU »feiten überreicht, die nicht nur über alle wichtigeren Punkte in der Gemein- schaftsverwaltung genaue, alten» oder .zahlenmäßige Auskunft gibt, sondern auch ein wertvolles Dokument über oas hessische Verkehrsleben unb die wirtschaftliche Eutwictlmrg in ben letzten zehn Jahren überhaupt bietet.
Die Denkschrift behandelt in acht Kapiteln die Entwicklung bes hessischen Eisenbahnnetzes unb die Baukosten der neuen Strecken, die Ergänzung 'unb Erneuerung der vorhandenen Bahnanlagen, die Organisation und Verwaltung, die Mohlsahrtseinrichtungen für das Personal, den Betrieb, Verkehr unb Ertragsnachweis und endlich auch die Beteiligung oer hessischen ^Unternehmer, Kaufleute und Handwerker an ben Lieferungen und Leistungen. Aus dem ersten Kapitel erfahren wir zum ersten Male den aktenmäßigen Beweis über den ganz außerordentlichen Aufschwung, den das Eisenbahnwesen in Hessen im Laufe des ersten Jahrzehnts der Eisenbahngemeinschaft genommen hat. Während am 1. April 1897, dem Tage des Inkrafttretens der Eiseubahn-Betriebs- unb Finanzgemeinschaft zwischen Preußen und Hessen, die Länge der hessischen Bahnstrecken 853.46 Kilometer betrug, wovon 718.42 Kilometer Hauptbahnen und 135.04 Kilometer Nebenbahnen, war die Länge der Eisenbahuftrecken in Hessen am 31. März 1907 auf 1245.84 Kilometer augewachsen, 786.49 Hauptbahnen und 459.35 Kilometer Nebenbahnen. Das hessische Bahnnek hat sich also im ersten Jahrzehnt der Betriebsgemeinschaft um 392.38 Kilometer ober 46 Proz. vergrößert. Die Vermehrung ber Nebenbahnen beträgt nicht weniger als 240 Proz. und durch diese Tatsache allein werden die noch jüngst bei ber Etatsberatung und später erho-- benen Klagen, daß Hessen bezüglich ber Erbauung neuer Nebenbahnen von seinem großen Eisenbahn6,ionipaguon stiefmütterlich behandelt oder terrorisiert würde unb die berechtigsten Wünsche der Volksvertretung unberücksichtigt blieben, widerlegt.
An neuen hessischen Strecken wurden seit 1897 die Haupt- bahnlinien Gau-Algesheim-Münster a. St. unb Mombach- Kostheim-Bischofsheim eröffnet, die erstere 1902, die andere 1904. An neuen Nebenbahnen wurden der Reihe ihrer Eröffnung nach geschaffen: Gau-Odernheim-Heßloch Tittels- heim-Osthosen, Tarmstadt-Groß-Jimmern, Friedberg- Hungen, Beienheim-Nidda, Salzschlirf- Schlitz, Bieber-Dietzenbach, Undenheim-Nierftein, Rheindürkheim-Guntersblum, Mörlenbach-Wahlen, Niederge- mÜnden-Niederofleideu, Lautervach-Gre- benhain-Crain seld, Lollar-Londorf, Hafenbahn bei Offenbach, Lorsch-Heppenheim, Jsenvurg-Neu- Jsenburg, Laubach-Mücke, Worms-Gundheim, Ober- roden-Sprendlingen, Lampertheim-Weinheim, Stockstadt- Höchst a. d. N., und Greben Hain-Crainfeld-Ge- d e r n.
Die Baukosten für die H a u P t b a h u st r e ck c n stellten sich bei Gau-AlgeSheim Münster a. St. auf 3171000 Mark, wovon Hessen 634 200 Mk. zu tragen hatte, unb für Mombach-Kostheim-Bischossheim auf 8 8j8 000 Mk., wovon Hessen 4 431 800 Mk. zahlte. Für die Herstellung der Ver- binoungsbahn zwischen Lampertheim-Mannheim hatte Hessen 605000 Mk. beizutragen.
Im ganzen sind für neue hessische Bahnen und für die ' Ergänzung und Erueuerung vorhandener hesfischer Bahnanlagen für hessische Rechnung verausgabt worben: Für (Erbauung von Haupt- unb Nebenbahnen zusammen 21489 64-1 Mk. für Ausbau zweiter Geleise int Eiseubahn- ; direktionsbeHirk Mainz unb schweren Oberbau bafelöst . 5 406 206 Mk., sür neue Brücken nebst Zubehör und Brücken- i Verstärkung im Bezirk Mainz 5 617 967 Mk., für Erweiterung : bestehender Bahnhossanlagen insgesamt 14 790 000 Mk., fü$
Bahnhof offiziell empfangen unb sich mittags am 7. Mai im Schönbrunner Schlosse mit Kaiser Mlhelm zur Hulbi- !)ini2 vou Kaiser Franz Jvsef bereinigen. Am Abe?td wLd ein Galabiner bei bem Kaiser stattfinden. An diesem werden das deutsche Kaiserpaar, die regierenden deutschen Fürsten unb die Mitglieder des Kaiserhauses teilnehmen. Die Abreise der Gäste erfolgt am 7. Mai abends. — Der zur Jubel- feier des Kaisers in Men ciutreffenbc Hamburger Bürgermeister Dr. Burcharb wird, wie offiziell mirgeteilt wird, bei seiner Ankunft in Wien gleich den' deutschen Bundes- jürsten am offiziellen Ehrcn-Empfang und an der abends im Schloß stattfindcndcn Galatafel teilnehmen.
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Ermordung des Statthalters von Galizien.
Graf Potocki, der Statthalter von Galicien, ist am Sams- lag nachmittag von einem ruthenischeu Studenten namens -jezynsti ermorberfc worden. Der Mörder, der um eine ilubieuz uachgesucht hatte, feuerte gleich nach dem Ve- ireten bes Aubienzsaales den erestn Schuß ab, unter dem Kufe: Daö. für das den Rutheneu bei den letzten Landtags- ivahlen zugefügte Unrecht. Der Attentäter wurde von den Dienern festgenommen. Als er von der Polizei abgeführt ivurde, rief er einigen Bauern zu, die im Vorzimmer warteten : Das geschah um euretwillen. Die letzten Worte Po- ivckiö waren: Meldet dem Kaiser, daß ich stets sein treuester Diener gewesen bin. An seinem Sterbebett waren seine Aattin und 8 Kinder. Sjezynski ist ber Sohn eines früheren cuthenischen Abgeordneten und Geistlichen. Unmittelbar veranlaßt ist Sjezynski zu dem Attentat durch das Masfakre 'n Koropeez, wo der Bauer Kohanee, der gegen Wahlmiß- brüuche protestierte, in dem Augenblick, als ihn Frauen und Ander mit fortziehen wollten, von Gendarmen durch Ba- .onnettstiche getötet wurde. Sjezynski bereut seine Tat nicht uub erklärte, sie fei im Interesse des ruthenischeu Lölkes notwendig gewesen. In Lemberg herrscht große Erbitterung gegen die Rnthenen.
Nr. 88 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Montag L 3. April 1$)®8
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die Korrespondenz Wilhelm meldet, kann nunmehr die Huldigung der deutschen Bundes- fürsten, an deren Spitze Kaiser Mlhelm stehen wird, als feststehende Tatsache betrachtet werden. Wie weiter mitgeteilt wird, werden außer dem deutschen Kaiser zu der Huldigung noch 14 bis 16 regierende deutsche Fürsten in Men anwesend sein, um dem Monarchen am 7. Mai ihren Glückwunsch gemeinsam und persönlich darzubringen. Die deutschen Fürsten treffen in der Mehrzahl schon am 6. Mai im Laufe des Abends in Wien ein. Ein Teil trifft erst am 7. früh ein. Alle Souveräne werden in ber Hosöurg ihr Absteigequartier nehmen. Nur der deutsche Kaiser unb die Kaiserin, die am 7. Mai früh auf der Rückreise von Korfu über Triest hier einireffen und auf der Station Penzing oussteigen, werden in Schönbrunn wohnen. Sie werden jene Appartements beziehen, die Kaiser Wilhelm I. int Okt. 1873 inne hatte, als er anläßlich ber Weltausstellung in Lien weilte. Alle deutschen Buudessürsten werben auf bem


