i’BD'lCTtTTubS der Abgeordnete Johann StnpinsK, als er die Lokalitäten des Klubs verließ, vvn dem Abgeordneten Michael Ols- tz«vSV überfallen und mit Fanftschlägen traktiert wurde. Ter Abgeordnete Mleczko schiluA mit seinem Stock auf Olszewski mit foldjer Wucht, datz der Stock brach Die Affäre wird in der jAlubsitzung ein Nachspiel haben.
Präsident Castro von Venezuela ist gestern tn Varis eingetroffen.
Eine russische Anleihe. Die Reichsduma hat gestern Wit großer Mehrheit die vom Finanzminister eingebrachte Gesetzesvorlage angenommen, durch die der Finanzminister ermächtigt wird, eine Anleihe in Höhe von 450 Mrllio nenRubel abzuschließen.
Au» Stadt und Land.
Gießen, 12. Dezember 1908.
— T ageSkalender: Etadttheater. Sonntag nach- mittag 3'/, Uhr: „Im weißen Jx56l< und «Als ich wiederkam." Abends 8 Uhr: „Die Puppeniee^ und .Kurmärker und Pikatde/
Kolosseum: Täglich Vorstellung. Heute abend, Sonntag nachnnttag und abend und die solgenden Tage: Auftreten des Ver- wandlungskünitlers Frizzo.
Kinematographen-Theater: Programmwechsel.
Kaiserpanorama: Programmwechset: Tie französische Schweiz.
Restaurant Metropol: FamilienkonzertSonntag abend 7 Uhr.
Anlaqemusik um 11V, Uhr in der Süd-Anlage mit folgendem ^pielplan: 1. Ouvertüre zur Oper .Ilka" von Dovpler; 2. Frühlingslustl Walzer von Strauß; 3. Einzug der Gäste aus „Tannhäuser" von Wagner; 4. Honneur-Marsch von Kockert.
Weihnachts-Konzert des K r u s e'jchen Musikinstituts Sonntag nachm. 5 Uhr in Steine Saaldau.
*
** Lehrerpers ona lien. Ernannt wurden die Lehrerin an der höheren Bürger» (Mädchen-) Schule zu Alzey, seither provisorische Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz, Mathilde Weissenbach und die provisorische Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Jeane B6ro zu Lehrerinnen an dieser Schule unter Belastung in in der Kategorie der Volksschullehcerinnen. — Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Schmidt aus Bobenhausen II eine Lehrersteüe an der Gemeindcschule zu Kessel doch.
— In den Ruhestand versetzt wurde der Großh. Bahnwärter in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschasi Konr. Jost zu Rieder-Ohmen.
*♦ Schutz den Anlagen und Wäldern! Alle Spaziergänger, die die nähere oder fernere Umgebung Gießens zu ihrer Erholung aufzusuchen pflegen, haben wohl schon mit mehr oder weniger Dankbarkeit, oft vielleicht auch ohne gerade daran zu denken, mein sie die Annehmlichkeit zu danken haben, die vielfachen Einrichtungen benutzt, .die von verschiedenen gemeinnützigen und touristischen Vereinen im Interesse der Allgemeinheit geschaffen wurden und unsere schöne Umgebung für viele erst besuchenswert machen. Namentlich der Verschönerungsverein, der Gießener Mpenverein und der Dünsbergverein haben durch Weganlagen, Bänke, Wegmarkierungen usw. in dieser Richtung sich eifrig betätigt. Leider finden sie nicht bei allen Leuten die notwendige Unterstützung, sondern häufig direkte Schwierig- keiten. Am unleidlichsten sind für sie und alle Benutzer der von ihnen geschaffenen Einrichtungen die zum größten Teil auf gedankenloser Zerstörungslust beruhenden Beschädigungen, die fortgesetzt Vorkommen und zahlreiche Aufwenoungen notwendig machen, die sonst für Neuanlagen nutzbar gemacht werden könnten. Da das Aufsichtspersonal nicht überall sein kann, wäre Selbsthilfe des Publikums ein wirksamer Weg, um diesem gemeingefährlichen Vandalismus ein Ende zu machen. Vor allem sollten Zerstörer der öffentlichen Anlagen und Einrichtungen in allen Fällen, wo es möglich ist, unnachsichtlich zur Anzeige gebracht werden. Wenn erst einmal einige der traurigen .Helden vom Gericht einen Denkzettel erhalten haben, wirb sich ihr übler Tatendrang schon legen. Wie derartige Unfugshandlungen vom Gericht bewertet werden, zeigte kürzlich eine Sa)öffengerichtsverhandlung in Hersfeld, bei der drei dort in Arbeit stehende junge Leute von auswärts sich zu verantworten hatten, die im vorigen Sommer in den Anlagen auf „Kteins Höhe" Tische und Bänke demoliert, Pflanzungen und dergleichen mehr beschädigt hatten. Das Urteil lautete gegen den am meisten Belasteten auf eine Gefängnisstrafe von drei Monaten und drei Tagen Haft, die beiden anderen erhielten je vier Wochen Gefängnis.
•• Der Alpenverein, Sektion Gießen, hielt am Donnerstag abend im Vereinslokal — Restaurant Metropol — seine Hauptversammlung unter Leitung des Vorsitzenden Prof. Hedderich ab. Rach dem vom- Schriftführer Prof. Schier holz erstatteten Jahresbericht betrug die Mitglieder» zahl der Sektion am Anfang des Jahres 130, wozu im Laufe des Jahres 13 Eintritte kamen, so daß die Gesamt- Mitgliederzahl 143 war. Gestorben sind die Mitglieder Rentner Kurz, Rechtsanwalt Dr. Stahl und Apotheker Dr. Brück (deren Andenken durch Erheben von den Plätzen geehrt wurde), so daß unter Berücksichtigung der für den 1. Januar bereits vorliegenden Ein- und Austritte das neue Geschäftsjahr mit einem Bestand von 137 Mitgliedern beginnen wird. Vorträge wurden von Oberlehrer Altendorf, Zahnarzt Jaeger, Dr. Reuning und Meteorologe Peppler gehalten. Die regelmäßigen Vereinszusammenkünfle waren durchschnittlich gut besucht, ebenso war die Teilnahme an den Sektionswanderungen befriedigend. Ter Bericht erivähnt schließlich noch die Aufstellung der Wegezeigtafel am Bahnhof. Er soll den Mit- gliedern gedruckt zugehen. Rach dem vom Fabrikanten Meyer erstatteten Kassenbericht betrugen die Emliahmen einschließlich 410,93 Mk. Kastenoorrat 1780 Mk., denen 1396 Mark Ausgaben gegenüber stehen, so daß ein Kasscnbestand von 384 Mk. verbleibt, wovon bereits 200 Alk. für einen neuen Vercinsschrank reserviert sind. Der Bestand der Hütten- baukasse ist 1213 Mk. Der Wanderplan für 1909 wird wie folgt sestgestellt:
Wanderplan 1909.
10. Januar: Vetzberg—Tünsberg Hohenjotms—Bieber, 6 Stunden. Abmarsch 9 Uhr Lahudrücke.
14. Februar: Lollar- Frauenberg—Marburg, 7l/t Stunden. Abfahrt 10.22 vorm. nach Riederwennar. Sonniagskarte Marburg.
21. Marz: Wetzlar—Bielerburg—Tiauaburg—Stockhausen—Tieien- bach—Braunfels, 6 Stunden. Abfahrt 8.10 norm, nach Wetzlar.
25. Avrtl: Bieber—Frankenbach—Eiserne Hand—Robenhausen— Hein,nerich—Gladenbach, 5 Stunden. Abfahrt 8.06 vorm. nach Bieber.
15. und 16. Mai: Dogelsbergivanderung Samstag: Renzendorf— Storndorf—Meiches-Totcnktrche—Ulrichnein; übernachten bei Piannsttel. 4 Stunden. Abfahrt 2.16 mittags nach Renzendorf. — Sonntag: Hoherodslopf—Gedern—Ouenberg.
6 Stunden.
20. Juni: Marburg—Rimberg - Buchenau—Katzenbach—Johannis- berg—Biedenkoph 7 Stunden. Abfahrt 5.38 vorm. Sonntagskarte Marburg.
11. Juli: Gladenbach—Römershaufen—Wilhelmstein-Tringen- stein—Herborn, 67., Stunden. Abfahrt 5.58 vorm. nach Gladenbach. Ankun't dort 7.01 vorm.
1. August: 17,tägige Knüllwanderung: Ziegenhain—Schwarzenborn—Knüll—Oberaula—Herzberg—Alsfeld. Abfahrt Samstag, 31. Juli, 12.05 mittags über Treysa nach Ziegenhain. Ankunit dort 2.25 mittags.
26. September: Aumenau—Villmar—Rodensteiner Lay—Runkel— Schadeck-Sleeten—Dehrn—Tiettirchen-Limburg,6 Stunden. Abfahrt 7.20 vorm. nach Aumenau.
24. Oktober: Butzbach—Hausberg —Zieqeubeiq—Winterstein—Bad- Rauheini, 5 Stunden. '2ibfnbrt 10.08 vorm. nach Butzbach.
14. November: Wetzlar — Laufdorf—Bombaden—Philipps!ein— Weilburg, 5 Stuuden. Abiahrt 10 vorm. nach Wetzlar.
12. Dezember: Garbeutelch—Jägerv^ad—Kloster-Arnsburg—Lich, 4 Stuuden. Abfahrt 2.16 mittags nach Garbenteich.
Die Markierungen sollen überall, wo es erforderlich ist, aufgefrtscht und ergänzt werden, die Arbeiten werden in dankenswerter Weise von verschiedenen Seltionsmitglicdern freiwillig übernommen. Bezüglich der Verwendung der Schreiderstlftung wird der Vorstand ermächtigt, sich mit dem Verschönerungsverein in Verbindung zu setzen, damit möglichst der von diesem geplante Fußweg längs deS Klingelbachs bis zum Nizza als .Schte.bcrweg" bis zum alten Schiffenbergcr Weg fortgesetzt werden kann. Der seitherige Vorstand, bestehend aus Prof. Hedderich, Vorsitzender; Prof. Schierholz, Schriftführer; Fabrikant Meyer, Rechner; Kaufmann ©aner, Tourenwart; Prof. Schaumann, Bibliothekar; Kommerzienrat Schaffslaedt und Karlfmann Waldschmidt- Wetzlar, Beisitzer, wurde durch Zuruf wiedergeivählt, womit die Tagesordnung der anregend verlaufenen Versammlung erschöpft war.
** Stadttheater. Nochmals sei ganz besonders auf die morgige Abendvorstellung hingewiesen, die als besonderen Anziehungspunkt das Ballett „Pupp en fee" in gänzlich neuer Ausstattung bringt. Auf verschiedene Anfragen sei mitgeteilt, daß die „Puppensee" wegen der hohen Ausstatlungs- und Aufführungs.osten zu Volkspreisen nicht gegeben werden kann.
** Kunst verein. Durch einen vollständigen Wechsel der Gemälde, den die Ausstellung am Brand noch vor den Feiertagen vocnahm, werden die Mitglieder und Freunde des KunstvereinS aufs neue zu ihrem Bestich veranlaßt. Hat doch die diesmalige Ausstellung u. a. wieder zwei interessante Kollektionen aufzu,veisen, die eine von dem hier gern gesehenen Künstler Peter Bayer-München, die 18 meist größere Bilder ausweist, und die andere 25 Bilder umfassende Kollektion von dem Karlsruher Künstler Ernst Eimer, llnter den Münchener Künstlern, die die Ausstellung beschickt haben, befindet sich auch der bekannte Porträtmaler Lazai Bin en bau m mit Porträts Kaiser Wilhelm II. und Papst Pilis X. Ferner befinden sich noch unter den nahezu 100 ausgestellten Werken, worunter auch die einheiitrischen Künstler W. Barthel, Marie Felchner und Ottilie Kowarzit vertreten sind, sehr beachtenswerte Gemälde, sodaß die gegenwärtige reichhaltige und interessante Ansstellung auch während der Weihnachtszeit auf einen außergewöhnlich regen Besuch rechnen darf. — Bei der heute in D a r rn st a d t stattfindenden Verlosung gelangen außer Kunstgegenständen auch Anrechtscheine über 500 blS 50 Mark, im ganzen über 5000 Mark, zur Verlosung. Die sogenannten Aurechtscheme berechtigen und verpflichten den Gewinner, innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten für den betreffenden Geldbetrag Kunstwerke, die im Kunstverein ausgestellt sind, zu erwerben. Las Resultat der Ziehung wird ant Montag an dieser Stelle bekannt gegeben.
** Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Tie Gesellschaft kann seit August d. I. auf eine fü n fu n d si e b z i gj ä h r i g e Tätigkeit zurückblicken. Da aber ihr eigentlicher Geburtstag in die Sommer- ferien fiel, hält sie erst jetzt, am Mittwoch, den 16. Dez., abends 8*/2 Uhr, eine Jitbllämnssitzung, verbunden mit der Generalversammlung beider Abteilungen ab. Herr Professor Henneberg wird ans diesem Anlaß einen Rückblick auf die Tätigkeit der Gesellschaft geben und Herr Pnoatdozent Uüct wird hernach über die Entwickelung und den gegemvärtigen Stand der Funkentelegraphie sprechen. Auch soll der Rech- nnngsbericht in dieser Versammlung gegeben werden.
** FreisinnigerVere in. Die für Montag angesagte Mon atsVersammlung, in der Oberbibliothekar Dr. Ebel über die hessischen Landtagswahlcn sprechen wollte, mußte verschoben werden.
** S ä n g l i n g s f ü r s o r g e. Den Darrnstüdier Beratungen, bic am Donnerstag zur Begründung einer hessisch. Zentralstelle für Süuglingsfürsorge führten, wohnten aus Gießen außer den gestern genannten Herren noch Professor Dr. Walther (der anch an den vorbereitenden Ausschusi- beratr.ngcn tätigen Anteil nahm) und Geh. Medizinalrat Dr. Haberkorn bei.
ee Oie Mansardendiebe, die am 9. I. Mts. hier in der Hosmannstiaße den Einbruch begingen, sind ermittelt und einer davon ist bereits in Offenbach in Hast genommen worden. Die zwei Burschen waren am Abend vorher von Kassel hier zugereist, nächtigten hier, begingen dann am Vormittag den Einbruch und reisten sofort nach Offenbach. Tort wurden sie bei einem Mansardendiebstahl auf der Tat ertappt; einer konnte festgenommen werden, während cS dem anderen gelang zu entkommen.
— Diebstähle. Einem hiesigen Einwohner wurde vor einigen Tagen em Brillantring aus seiner Behausung gestohlen. Der Ring besteht aus einfachem Goldreif mii hochgefaßtem Brillant von 4 bis 5 Millimeter Durchmesser und hat 500 Mark Wert. — Billige Kohlen verschafft« sich eine Fran dadurch, daß sie sich solche auS dem Keller eines Mitbewohners tn den ihrigen brachte. Sie wird sich deshalb luegen Diebstahl zu verantworten haben.
•* Renitenter FortbildungSschüler. Vorgestern abend erschien zur Fortbildungsschule ein Schüler m angetrunkenem Zustande. Als er von dem Lehrer zur Rede gestellt wurde, schlug und trat er nach thm, so daß ein Schutz- mann geholt und dec Bursche in das Hastlokal gebrächt iverdcn mußte.
” Sie Maul- und Klauenseuche ist auSgebrochen in Gut Marienhos, Kreis Kattowltz (Regierungsbezirk Oppeln).
— Watzenborn, 12. Dez. Morgen Sonntag den 13. Dezember feiert der Gesangverein H a r ui o n i e jein zweit. (
Stiftungsfest, verbunden nut GefangSvorträgen, Konzert, Theatcrauffnhrungen uub Verlosung. DeS reichhaltigen Programme? wegen beginnt daffelbe abends 6 Uhr.
? Hungen, 11. Dez. Bei den Abhebungsarbeiten des fog“ Zwengers beim alten Brauhause zwecks Erbauung einer Straße verunglückte heute morgen der Unternehmer Joh. Fuchs von hier dadurch, baß eine große Erbmasse ins Rutschen kam unb ihn unter sich begrub. Zum Glück konnte er von anderen Arbeitern rasch heraus- gefchafft werben, so baß er mit einer Verletzung der Kniescheibe bavontam. Sonst ist bei bem Erdrutsch, der leicht ein größeres Unglück herbeisühren konnte, niemand verletzt worben. Der enistanbene Materialschaben ist unbebeuteno.
Schlitz, 11. Dez. Wie man erfährt, ist bem seitherigen Pächter ber im Gräflichen Schloßgarten gelegenen Hallenmühle das Pachtverhältnis auf den 1. Dezember 1909 gekündigt, da die S t a n b e s h e r r s ch a f t bic Hallenmühle Aur Errichtung eines Elektrizitätswerkes für bas Schloß unb ben Oekonomiebetri.es' verwenden toitL Dem für Schlitz geplanten stübtischen Elektrizitätswerke geht baburch ein bebeutenber Abnebmer verloren, trotzbem bürfte, wenn nicht ganz befonbere Schwierigkeiten sich noch anber- rocitig ergeben sollten, bie Erbauung Der stäbtischen elektrisch. Anlage boch gesichert sein, ba nach ben angestellten Verbrauchserhebungen, bie bereits eingegangenen unb noch zu erroartenben Anmelbungen bie Rentabilität des Werkes sichern. Die Stanbesherrschaft hat übrigens schon vor Jahren bie ihr gehörige Schneidemühle der Gemeinde Schlitz für einen sehr annehmbaren Preis zu der projektierten städtischen elektrischen Zentrale zur Verfügung gestellt, bie Gemeinbe hat jeboch noch keine Entschließung getroffen, ba man zunächst bie Fertigstellung bes Projektes au martert muß.
----- Krofdorf, 12. Dez. Der Vortrag des natio- nalliberalen Vereins sindet morgen Sonntag statt.
-l. Krofdorf, 12. Dez. Tie hiesige Musikkapelle veranstaltet zugunsten ber Verunglückten auf Zeche Rabbod am morgigen Sonntag abenb auf ber Burg Gleiberg ein Konzert.
Marburg, 11. Dez. In einer Delegierten-Vrrsamm- lung der hiesigen Gewerkschaften wurde folgende Re- iolution angenommen: .Die Gewerkschaften Marburgs protestieren ganz energisch gegen das Verhalten des Magistrats der Stadt Vlarburg a»iläßlich der Vergebung der städtischen Notstandsarbeiten. Trotz der hier herrschenden Arbeitslosigkeit werden bei den Arbeiten zum Städtischen Gaswerk vorzugsweise Ausländer beschäftigt. Seitens anderer Städte hat man hohe Suinmen zur Beschäftigung einhelmischec Arbeiter ausgeworfen; in Vlarburg jedoch läßt man städtische Arbeiten nicht nur von auswärtigen, sondern bedauerlicher Weise sogar von ausländischen ^Arbeitern auSsühren. Die organisierten Tlrbeiter Marburg? al? steuerzahlende Bürger ersuchen die Stadtverwaltung, schleunigst Aenberung eintreten zu lassen und der hiesigen Arbeiterschaft vermehrte Arbeitsgelegenheit zu schaffen.^
FC. Frankfurt a. M., 11. Dez. Fleischpreise. Vom 12. Dezember ab kosten laut Bestumnuug der Fleischer- innung das Pfund Ochsenfleisch 80 Pfg. (seither 85 Psg.), Hammelfleisch 75 Pfg. (seither 85 Psg.), frisches Schweinefleisch 80 Psg. (seither 75 Pfg ), Frankfurter Würstchen und frische Bratwurst 1 Mk. (seither 90 Pfg.)
Hauptversammlung der landwirtschaftlichen total- verein? Gießen.
△ Gießen, 11. Dez.
Im Lenz'scheu Felsenkcller tagte gestern nachmittag von 4 llhr ab der Lokalvereiu Gießen. Der Verein ersttcckt sich über den gesamten Kreis und zählt czt. 400 Mitglieder. WclÄ großes Interesse man in den Kreisen ber Landwirte den beiden Referenten entgegcnbrachte, zeigte ber zahlreiche Besuch der Versammlung und die fast vierstündigen Verhandlungen. S.c gatten zwei für den Landwirt äußerst wichtigen 'Fragen, nämlich der Feldbereinigung unb der Gemeindcsteuerreform. llnter den zahlreichen Gästen befanden sich u. a. die LandtagSabgg. Leun-Großen-Linden und Lutz-Elpenrod, ferner die Gießener Stadtverordneten Helfrich und Löber. Ter Vorsitzende, Oekvnomierat S ck l e n k e, betonte, daß bezüglich des hessischen Feldbcrcinignngö- versahrens wiederholt Klagen geführt worden seien; wo die Mängel und Mißstände liegen, möge das heutige Referat und die an* schließende Aussprache ergeben. I. Keiser-- Gießen ergriff hierauf das Wort zu dem Vortrag „Tas preußische Feldbereinigungs- verfahren im Vergleich zum hessischen". Der Referent war früher in Preußen ansässig und hat bet den preußischen Feldbereinigungen als Sachverständiger mitgewirtt. Er schlldcrt im wesentlichen das preußische Verfahren und weist verschiedenllich aus das hessische hin. Tie preußische Feldbereinigung ist älter als die hessische, schon in ben 50er Jahren wurden preußische Gemarkungen zu- sammengelegt. Daß das preußische Verfahren gut ist, geht daraus hervor, daß andere kleinere Staaten Feldbereinigungen von Prcußen aussühren ließen. Neben den 2 Boniteuren fungieren 3—6 Deputierte, bie von beit Interessenten gewählt wurden. Tie Ausgabe der Boniteure ist bie Einteilung des Landes in Klassen je nach ber Bodenbeschassenheit. Wenn in Hessen der Feldbereinigung biß Drainierung vorausgeht, so kommt bas Gelände in eine höhere Klasse, in Preußen darf daS nicht sein. In Preußen wird bic Schätzung durch altbewährte Landwirte unb Pvntteure vorgenommen, bie vielfach 20 und mehr Jahre die Tätigkeit versehen. In Hessen bagegen geschieht bas Abichätzungsverfahren durch zwei Vertrauensmänner, die von den Interessenten aus dem Ort g.-wählt werden und aus einem auswärtigen Vertrauensmann. Also tu ber Abschätzung besteht ein Hauptunterschieb. In Preußen sind bie geschulten unb geprüften Boniteure etwas teuerer, aber sie arbeiten rascher, gerechter und unparteiischer, ba sie nicht interessiert jinb. Gerade über Bevorzugungen unb Ungerechtigkeiten werbe in Hessen oft Klage geführt. In Preußen kann Vs ber Besitze« das Verfahren bnrchsetzen, in Hessen [pielt bie Fläche bic Hauptrolle. In Preußen werden die Kosten nur durch die Besitzer gedeckt, in Hessen werden Masscngrnndstücke angelegt
Oekonomierat Sch 1 enke - Friedberg erklärt die Selbslbcstim« ntung, wie sie in Hessen bestehe, für einen Vorzug, hierin stimmen ihm mehrere Redner zu. Tas Landwirtfchafcskammermitgl^ed Weil- Lang-Göns hatte sich an die Kammer gewandt und deren Borstand hatte sich bereit erklärt, bic Sache in die Hand zu nehmen, jedenfalls würde eine Revision des Feldbereinigungsgesctzcs erfolgen. Cs sollen aber vorher in Versammlungen bie Wunsche ber Landwirte gehört werden. Er hält das preußische Bonitierungs- verfahren für bester, da es öffentlich jei und die Iitterestenten daran teilnehmen tonnten. Landtagsabg. Leun hält das hessische Verfahren für bester, ba es Leute aus dem Orte seien. Gegen etwaige Vctterwirtschaft stehe ber Rekursweg offen, daS heffifche Gejetz fei gut. Die Jntereffenten konnten beschließen, wieviel Prozent Masscngrnndsntcke fie wollten. Oekonomierat Weitzel- Lich schließt sich im wesentlichen den Ausführungen des Al>g. Lcun au. Xie fretige Zunayrne der Feldbereintgungen zeige, daß bic Landwirte bamit zufrieden seien. Bierbraucrechefitzcr B i ch l e r fagt von bet Gießener Feldbereinigung, bei städtischen Bereinigungen seien Masscngrnndstücke nicht am Platz, cs sei in Gießener Gemarkung ein Unfug gewesen, selbst Bauspekulanten hätten, sich Oineingclcgi. Rinn Heuchelheim fügt noch zu, bei dcn Masscn- grundftücken fei rechts der Lahn der Wert ums fünffache iir die .whe getrieben worden, von 13 Pfg. auf 60 Psg. der Quadrat- ictcr. Bürgermeifter Krämer-Steinbach ist für Beibehaltung
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