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18.8.1908 Zweites Blatt
 
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insche etc, die mir anläss- ienstjnbilüums von da »en, spreche ich auf diesem i Dank aus. ^I } Kreisstrassenmeister.

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nsführung ;a Preisen

Dienstag 18. August 1908

Nr. 193

Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

Groß Herzog am Samstag u. a. Amtsrichter Deibel

dem

von Lauterbach, der Fürstlich Stolbergische Oberförster^ Kliiigelhöff er und der Fürstlich Stolbergische 9tenbant/

von Gedern und Rendant Wolfschmitt

von

S. K. H. der Groß-

O b e r r e ch n u n g 8 k a m m c r.

158. Jahrgang

entweder nicht gewillt, diesen Handel, der einen großen Umfang angenommen hat, ein Ende zu machen, oder sie be­sitzen nicht die Macht dazu.

C l o os Schotten.

TieSiebener Zamlllenblätter" werden dem Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, da3 Kreisblatt für den Kttis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Leit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen UnioersitätS - Buch- und Skeindnickerei.

R. Lange, Dießem

Zur Lage in der Türkei. Munir Pascha er­klärt imGaulois", die türkische Armee könne nicht vergesse:,, daß sie alle ihre Fortschritte deutschen Einflüssen schulde. Es wäre widersinnig, anzunebmen, daß fiel) das von der verjüngten im deutschen Geiste erzogenen Armee ein­gesetzte Regime jemals von Deutschland ablvenden könnte. In unvergessenen kritischen Augenblicken sei die festeste Stütze der Türkei Deutschland gewesen, das Kleinasien- aus allzulangem Schlaf emporgerüttelt und große Kapi­talien für den wirtschaftlichen Aufschwung des ottomanischen Reiches engagiert habe. Das türkische Offizierkorps ist fest davon überzeugt, daß der verstorbene Kriegsminister vergiftet worden ist, und fordert strengste Untersuchung. Mit der interimistischen Leitung des KpiegSministeriumS wurde, den Blättern zufolge, Osman 9/izam i. betraut. Im Wilajet Mamuret Aziz herrschen große kurdische Unruhen. Ein türkischer General hatte vorgestern eine schwere Schlacht mit den Aufrührern zu bestehen. Da aber die hervorragendsten Kurden fielen, so hoffe die Regierung auf eine baldige Pazifizierung der Provinz. Der Sultan hat 46 Adjutanten aus seiner Umgebung entlassen.

Rassen kämpfe in Amerika. In Springfield kehrt infolge des scharfen Einschreitens des Äkilitärs die Ruhe langsam zurück. Die Anführer der Volkshaufen, die die verhafteten Neger lynchen wollten, sind in großer Zah? verhaftet worden. Die Neger flüchteten noch immer zu Hunderten aus der Stadt. Tie Straßen werden durch starke Patrouillen von der Menge frei gehalten. Die strengen Maßregeln werden noch weiter fortgesetzt. Das gesamte Militär des Staates Illinois mit Ausnahme der in der Miliz dienenden Neger ist in Springfield zusammengezogen und bleibt bis auf weiteres dort.

Persien. DieNowoje Wremja" meldet aus Täbris/ daß der Zuzug von kaukasischen Revolutionären über die russische Grenze anhält, ebenso soll die Zufuhr von Spreng­stoffen unvermindert fortbestehen. Eine Kiste Dynamit wurde dieser Tage in Tschulfa entdeckt. Statt des gewaltig gen Heeres, mit dem Täbris unterworfen werden sollte, ist der Kriegsminister mit nur 20 Reitern eingetroffen. Die Straßcnkämpfe haben in letzter Zeit fast ganz aufgehört.

Aus Mekines wird vom 13. August gemeldet: Auf dem Marktplatz der Stadt kam es zwischen den Beni Ntir, die zu Abdul Asis halten, und den hasidischen Stammes­angehörigen zu einem Z u s a m m e n st o ß, bei dem ungefähr 30 Personen getötet wurden.

Ausland.

KaiserFranzJosef feiert am heutigen 18. August seinen 78. Geburtstag, und da dieser Tag in das Jubiläums­jahr fällt, so wird er ganz besonders festlich begangen. Der Kaiser hat nicht weniger als 12 000 Auszeichnungen an die Armee erteilt und ein Jubiläumskreuz für staatliche Zivilbeamte gestiftet. DieNordd. Allg. Ztg." widmet dem greisen Monarchen der Donau folgenden Glückwunsch:Dem Erlauchten Herrscher Oesterreich-Ungarns, dessen ehrwürdige Persönlichkeit während dieses Jubiläumsjahres in beson­derem Maße in dem Vordergründe politischen wie mensch­lichen Interesses steht, werden auch aus Deutschland ehr­erbietige Glückwünsche dargebracht. Mit den Völkern der verbündeten habsburgischen Monarchie hegen weite Streife der deutschen Nation den innigen Wunsch und die freudige Hoffnung, daß die Vorsehung das Leben und die Gesundheit des hohen Jubilars noch viele Jahre behüten und ihm reichen Segen spenden möge."

Eine M o n a r ch e n r e i s e. DemGlobe" wird aus Rom gemeldet, daß der König von Italien nächsten Winter dem König Eduard einen Besuch in England abstatten wird.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftrafee 7. Expedition und Verlag: es® 51. Redaktion:«^ 112. Tel.-Adr^ AnzeigerGießen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 18. August 1908.

* In Audienz empfangen wurden von S. K. H.

Deutsches Reich.

Fürst Bülow. Wie man derSchles. Ztg." aus Norderney mittcilt, wird Fürst Bülow in dieser Woche nach Berlin kommen und sich dort drei Tage aufhalten. Tie Reise wird in Verbindung mit den Beratungen zu der Neichsfinanzreform gebracht, deren Grundlage nunmehr im großen und ganzen feststeht. Nach diesen Beratungen wird sich der Reichskanzler wieder nach Norderney zurückbegeben.

Ernennungen. Der Polizeipräsident von Hell­mann in Posen ist zum Präsidenten der Regierung in Allenstein, der Landrat v. Heyking in Pleß zum Polizei­präsidenten in Posen und der Vortragende Rat im Finanz­ministerium von Baumbach zum Präsidenten der Re­gierung in Osnabrück ernannt worden.

In der Besoldungsreform ist, wie dieBoss. Ztg." erfährt, im Reich und in Preußen in allen Punkten völlige Uebereinstimmung erzielt, insbesondere sind auch die'bei der Neuregelung der Wohnungsgeldzuschüsse sich ergebenden Schwierigkeiten durch entsprechende Erweite­rungen des ursprünglichen Entwurfes behoben worden.

Die Vertrauensmänner des Bundes der Landwirte beschlossen auf den Versammlungen in Prenzlau und Angermünde einstimmig die Unterstützung des konservativen Standidaten für die Reichstagswahl, Ober­präsidialrats von Winterfeld-Menlin.

Der zum Berliner Botschafter ausersehene Sir William Goschen erklärte einem Mitarbeiter der Neuen Freien Presse", er werde, was in seinen Kräften stehe, beitragen, die B e z i e h u n g e n z w i s ch e n D e u t s ch- land und England inniger zu gestalten.

Zwischen Slowenen und italienischen So­zi a l i st e n kam es in T r i e st zu wiederholten Zusammen­stößen, wobei zahlreiche Personen verletzt wurden. Die Po­lizei mußte wiederholt einschreiten und nahm insgesamt 59 Verhaftungen vor.

Die politische Lage in Liffabon

und im ganzen Lande hat sich wieder sehr beunruhigend gestaltet. Die Parteien sind noch immer mit Beratungen über die verwickelten Finanz-Tran§aklionen des ermordeten Königs Carlos beschäftigt. Durch diese Beratungen wird den unfreundlichen Gesinnungen gegen die Dynastie immer wieder neue Nahrung zugeführt. Auch trägt die scharfe Negiecungs- weise des gegenwärtigen Kabinetts viel dazu bei, die Sympa­thien, die sich -der junge König Nianuel auch bei der Opposition erworben hat, wieder zu verwischen. Man hält es nicht für unmöglich, daß es über Kurz oder Lang zu einer neuen aufständigen Bewegung kommt und daß die Dynastie abermals aufs äußerste gefährdet wird, da in der Flotte und im Heere die Zahl der Unzufriedenen täglich wächst. Tie heimliche Einfuhr von Waffen nimmt ungehindert ihren Fortgang. ES besteht kein Zweifel, daß diese Waffen für die Revolutionäre bestimmt sind. Die Behörden sind

Giehener Anzeiger

General-Anzeiger für O'oerhesfen

Alernes Feuilleton.

Musiker-Anekdoten. In Leipzig erschien vor Kurzem int Verlage der Gebrüder Reinecke eine Sammlung must kalischer Witze und Attekdoten, betiteltDie Ulktronrpete". Aus der Jütte gesunden Humors aus dem Leben berühmter Musiker bringen wir mit Erlaubnis der Verlagshandlung nachstehende Proben zum Abdruck, die für das unterhaltende Bündchen sprechen mögen. Als Richard Wagner Hoskapellmeistcr in Dresden n>ar, lebte auch Jdobert Schumann dort, und später zog auch Ferdinand Hiller nach der sächsischen Hauptstadt. Dieser be­suchte seinen Freund Schumann und fragte ihn gelegentlich, ob er die Bekanntschaft von Wagner gemacht hatte. Schumann besahte und fügte hinzu:er ist ein bedeutender Mann: aber ver­kehren kann man nicht mit ihm, er spricht ja unaufhörlich." Als Hiller kurze Zeit darauf mit Wagner zusammentraf, kamen sie begreiflicher Weise auf Schumann zu sprechen und Wagner sagte:Der Schumann hat ein schönes Talent, aber umgehen kann man nicht mit ihm: der Mensch spricht ja lein Wort." Felix Mendelssohn-Bartholdy wurde auf dem Nieder- rheinisck>eu Musikfeste, das er leitete und auf dem Haydns Schöpfung' zur Ausführung kam, von einer zudringlichen, alten, dicken Engländerin belästigt, die ihn auf Schritt und Tritt mit ihrem Album verfolgte. Als sie ihn endlich vollständig in die Enge getrieben hatte, nahm er ihr das Album ab und ichrtcb hinein:Und Gott schuf große Walfische." Johann Sebastian B a ch wurde einst gefragt, was er von dem Altenburger Kantor Ludwig Krebs halte. Bach, der Krebs zu keinen Lreblmgsichulern zählte und ihn als vorzüglichen Orgelspieler sowie auch als aus­gezeichneten Komponisten schätzte, antwortete:Ich habe nur einen Krebs in meinem Bache gesunden." Eine junge, schone Dame bat Rubinstein, ihm Vorspielen zu dürfen und chr «rlSdann Rat zu erteilen, ob sie weiter studieren lolltc oder nicht. Nachdem sie ihm sehr mittelmäßig vorgespiclt hatte, fragte sie ihn schüchtern: ..Nun. was soll ich tun, Herr RubinsteinDci- raten", sagte Rubinstein. Liszt spielte in Petersburg bet Hose. Ms der Kaiser während seines Spieles mit leinen Aach- bar n laut sprach, hielt Liszt plötzlich inne. Der Kaper rief ihm zu: -.Spielen Sie nur immer weiter, es geniert mich nicht- Aber mich, Majestät", sagte Liszt, zwölf Stunden darauf hatte er Petersburg verlassen. Chopin war zu einen^ ^mper geladen und wurde nach demselben von der Dame des Haujes zum Spielen aufgefordert. Chopin, der es durchaus nicht leiben konnte, wenn der Künstler in solcher Weise ausgenutzt wurde, setzte sich an den Flügel und spielte 92r. 7 seiner Präludien Lp. -8, das kleinste Stuck, das er komponiert hat, da es nur sechzehn Takte enthält. Als er sich danach wieder erhob, sagte die Wirtin Lanz betroffen zu d;m:Aber, lieber Herr Chopin, nur ein io Leines Stück?"Gnädige Frau," replizierte Chopin,ich habe

Herzog haben den NevisionSgehilfeit Wilh. Schlörb aus Schotten zum OberrechnmigSrevisor bei der II. Justisikatur- Abteilnng der Oberrechnungskammer ernannt.

* Offene Lehrer stellen. Erledigt sind eine mit einem evang. Lehrer zu besehende Lehrerstelle an der Gc- meindeschule zu Rieder-Weisel und je eine mit einem

I kreisförmige Scifenlamelle (Seifenblase) übertragen. Auf dieser ruht ein Hebelckjot, dessen Bewegungen p^tographisch ausgenommen werden. Das Gewicht des bewegten -Systems beträgt nur etwa, ein fünfhundertstel Milligramm. Mit Hilfe dieses sinnreichen Apparates ist es gelungen, die normalen Herztöne in Kurven auf* zuzeichnen und auch die bei Herzfehlern austretenden Herzgc- räusche photographisch zu fixieren. Der Apparat ist in gleicher Meise zur Aufzeichnung anderer Schall- und verwandter Schwing ungen von geringster Intensität geeignet.

Der bekannte Schauspieler Ludwig Bar nah,' der seit einigen Jahren die Jntendanzgeschäfte in Berlin führt, ist vom 1. September ab mit der Neuregelung der künstlerischen und administrativen Verhältnisse oes königl- Theaters zu Han­nover betraut worden und übernimmt bis ans weiteres bie* Gesamtgesckiäfte der königl. Intendantur. Dem Oberregisseur des Opernhauses, Dr ö scher, ist die provisorische Leitung des Schau­spielhauses übertragen worden- Tie Tätigkeit Barnays in Han­nover wird aber nur vorübergehend sein- Er wird einen neuen aristokratischen Intendanten, wie es heißt, einen Grasen Oyn- hausen, der wohl wie die meisten deutschen Hoftheaterintendantest seine Bübnenkennmisse bei irgend einem Garderegimenl erworben hat, nur das Feld bereiten. Ob er bann wieder nach Berlin zurück- kehrt, scheint zweiselhast- JÄxmfatls wird Hannover, dessen Theaterverhältnisse seit vielen Jahren sehr im Argen liegen, durch B- wenig gewinnen, ebenso wie die Berliner Hofbühncn durch ihn keinerlei Förderung ersahven haben.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft.- Vor einigen Tagen wurde der Prch'ident der Akademie der Künste, Professor Arthur Kampf und Geheimrat v. Ihne vom Kaiser empfangen, wobei die innere Ausschmückung der königlichen Bibliothek Unter den Linden in Berlin besprochen wurde- Kampf malt ein dreiteiliges Bild mit der über lebensgroßen Figur Friedrichs des Gr- in dem Ntoment, in dem er den Berliner Gelehrten die Bibliothek übergibt In Kopenhagen findet 1 Z. ein Orientalisten-Kongreß s^tt. Der ersten Sitzung i.-ohnten der König, Prinz Waldemar von Dänemark und Prinz : Georg von Griechenland bei. Geheimrat Pischel erstattete Bericht über die wiederholten, auf deutsche Initiative nach Chinesisch- Turkestan unternommenen Expeditionen, deren Ergebnisse ein Funo 1 bei der Stadt Tursan waren- Daraus hielt der Ex^ditionslciter ' Dr- von Lccoq (ein geb. Darmstädter) einen von Lichtbildern 1 begleiteten Vortrag über diese Expeditionen- Eine internatio­nale kunstgewerbliche Ausstellung findet demnächst in l St- Petersburg statt. Ausgestellt wird dort von der deutschen Abteilung in 14 Räumen und einem Ehrcnhos- Ein Salon ist vom : verstorbenen Pros- Olbrich ITarmstadl- entworfen. Die Er- Öffnung der Ausstellung, deren Deutsche Abteilung unter deut Protettorut des Großher^ogs von Hessen steht, findet am 2L : August statt-

wirtlich auch nur sehr wenig gegessen." Als in H. eine neue | Oper ihre Erstaufführung erleben sollte, betrat Bülow kurz vor Beginn die Bühne, angetan mit einem Trauerflor und mit einer Zitrone in der Hand. Als man ihn bestürzt fragte, ob irgend etwas Schlimmes passiert fei, sagte er trocken:Zu Leichen­begängnissen pflege ich immer so zu erscheinen."

Johannes Trojan hat den schweren Unfall, von bem er jüngst betroffen wurde, mit dem Humor hingenommen, der ihn sein ganzes Leben begleitet hat- Beweis dafür ist ein Gedicht Tie Unglückszeit", das er im neuesten Kladderadatsch veröffent­licht :

Unglück und Unfall hier und Unfall hier und dort!

Wieviel der Art hat sich begeb:n In jüngster Zeit an jedem Ort Beinahe fdpn, wo Menschen Leben! Selbst Kladderadatsch, der doch so sehr Sich vor dergleichen hüten müßte. Sah feinen eignen Redakteur Erscheinen auf der Unfallsliste.

Sehr tat dem Redakteur cs weh. Doch ist am Leben er jjeblieben, Und eben in der Charite Hat diese Zeilen er geschrieben- Derhochbesteuerte" Künstler- Man schreibt aus T res den: Die Steuerbehörde ist selbst für einen über die Kleinlichkeiten des altiäglichen Lebens erhabenen Künstler eine unangenehme Einrichtung- Tas geht aus folgendem Inserat her­vor, das sich dieser Tage in einem Dresdner Blatte fand:Ta ich leider nicht in der glücklichen Lage bin, die mir von der Stadt Dresden auferkgten unerschwinglichen Steuern weiter zu jaljlcn, suche ich zum 1- Oktober oder per sofort eine fdjöne moderne Wohnung von vier großen Zimmern, Bad usw- in einem zu Tresden nicht gehörigen Vororte- Offerten an Königlichen Kammersänger Karl Burrian-" Ta der von der Steuerbehörde geplagte arme Künstler über ein Mindesteinkommen von jährlich etwa 100 000 Mk- verfügen dürfte, werden ihn die Vororte gern als Mitbürger aufnehmen und hoffentlich die Steuerschraube nicht zu stark aitziehen-

lieber den Neubau desHofthc aters in Kassel bat sich der Kaiser gelegentlich einer Besichtigung dem Archi­tekten Karst gegenüber sehr befriedigt ausgesprochen- Das neue Haus wird 1450 Sitzplätze enthalten, während das alte nur 1248 hatte- Die voraesehene Feuergasse zwischen Bühne und Zuschauer­raum ermöglicht im Moment der Gefahr den schnellsten Abzug des Rauches-

Die Herztöne photographischaufzuzcichnen gelingt mit Hilfe eines von Professor Weiß Königsberg- kon- Itruicrten Apparates. Tie Schallsckmingungen werden durch ein fest montiertes Rohr, das an Die Brust gebrüdt wird, auf eine

Politische Tagesschau.

Die Freifinnige Volkspartei und der Fall Schücking.

Der freisinnige Aby. Dr. Wiemer hat in einer Der sammlung des Kieler Ltberalen Vereins am Samstag sich im Namen der Freisinnigen Bolkspartei sehr scharf über das Vorgehen der Regierung gegen Schücking ausgesprochen.

Die freisinnige Volk spartet, so führte er u. a. aus, stehe geschlossen hinter Tr. Schücking. Sie erblicke in dem Vorgehen eine Beleidigung der ganzen Partei. In Uebereinstimmung mit den anwesenden Mit­gliedern erklärte Redner: Die Weiterführung der Block Politik sei auf das schwerste gefährdet, wenn nicht Remedur geschaffen und Genugtuung gegeben werde. Er lehne es ab, die Blockpolitik weiter zu unterstützen, wenn nicht volle Gleichberechtigung gewährt werde. Dann iourbyeine Re­solution gefaßt, welche das Einverständnis mft den Aus­führungen des Redners erklärt und weiter ausführt :

Die Versammlung erblickt in der Einleitung des Tic ziplinarverfahrens gegen Herrn Dr. Schücking mit dem Ziele der Dienstentlassung des bewährten Leiters der Husumer Ge­meinde luegen seiner literarischen Tätigkeit einen schweren Eingriff in das durch die Verfassung allen Bürgern ge­währleistete Recht der freien Meinungsäußerung und in die Selbstverwaltung der Gemeinden. Tie Versammelten erheben gegen dies unerhörte, jeder stichhaltigen Begrün­dung entbehrende Vorgehen der Regierung schärfften Pro­test und geben der bestimmten Erwartung Ausdmtck, daß schlemtigst Remedur geschaffen und daß volle Genugtuung gewahrt wird. Mit allen unabhängig denkenden Schles­wig-Holsteinern wissen die Versammelten sich eins in der ausdrücklichen Forderung, daß fortan die leitenden Stellen in der Provinzialverwaltung nur mit Männern besetzt wer­den, die dem freimütigen Empfinden der Schleswig-Hol­steiner Sinn und Verständnis entgegenbringen. Endlich, aber nicht zuletzt, sprechen sie dem Bürgermeister Tr. Schücking ihre volle Sympathie und ihren aufrichtigen Tank aus für sein tapferes und mannhaftes Auftreten in Dein von ihm unternommenen Kampfe gegen die Reaktion in der inneren Verwaltung Preußens."

Weitere Demonstrationsversammlungen sollen in Flens­burg, Itzehoe und Westerland aus Sylt abgeyalten werden. Aus Westerland auf Sylt wird derV. ,Z." übrigens zum Fall Schücking geschrieben, daß der stellrertretende Bürger­meister von Westerland, Dr. Barhfeldt, von feiten der Re­gierung befragt worden ist, ob er gegebenenfalls die Bürger- meisterftelle in Husum annehmen würde. Man scheint also in Regierungskreisen mit dem Abgang Schlick!ngs als fest­stehende Tatsache zu rechnen.