Ausgabe 
17.6.1908 Erstes Blatt
 
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vorerst noch beeinträchtigt lu'crbcn soll, versuchsweise die Volks- schullchrcr-Ausbildnng zu gründen auf:

1. den unentgeltlichen Besuch einer zu ditzsem Zweck cigcns einzurichtenden Realschule mit besonderem Lehrplan und fakriltativem Unterricht in der Musik, besonders im Orgel­spiel und im Gesang;

2. nachfolgendes Studium der Pädagogik auf der Landes-Uni­versität.

in der Stadt Lich cinzurichtcn.

3. Tiefe neue Resorm-BildungSanstalt für Volksschnllchrer

4. Auch Nicht-Lehrer-Schülcrn gegen Entrichtung eines an­gemessenen Schulgeldes den Besuch dieser Lchrer-AnSbildungsan- halt (Realschule, zu gestatten."

Abg. Köhler begründet kurz seinen Antrag und betont, er wolle die Festsetzung genauerer Richtlinien für eine solche An­stalt den Fachmännern überlassen. Er verlange aber, das; die­selbe in Lich errichtet werde.

Abg. Dr. David legt seine Ansckmuungen gegen den Antrag Köhler näher dar, sowohl bczgl. der Art des neuen Instituts, wie dessen Verlegung nach Lich. Eine solche Anstalt müsse nach einer großen Stadt gelegt werden und die Stadt Mainz sei der geeignete Ort dafür.

Der Ausschuß beantragt unter näherer Motivierung den Antrag Köhler für erledigt zu erklären und das Haus beschließt demgemäß.

Zur Beratung gelangt alsdann der Antrag Ulrich und Ge- vossen

die Trennung von Kirche und Schule frttb in Verbindung damit die Vorstellung des Acltcstcnratcs der freien christlichen Gemeinde zu Mainz in gleichem Betrcss. In einer Zuschrift an den Ausschuß lehnt cs die Regierung ab, dem Antrag näher zu treten, da sich das aus guten Grundlagen ruhende Volksschulgcsetz während eines Menschenalters wohl bc währt habe und ein praktisches Bedürfnis aus Abänderung nicht hcrvorgctrc.tcn sei. Sollte cs i,u Lause der Zeit notwendig wer­den, das Volksschulgcsetz in einzelnen Punkten mit veränderten Verhältnissen in Uebercinstiinrnung zu bringen, so werde die Re­gierung das Erforderliche veranlassen, wobei jedoch an den Grund­lagen des Gesetzes nicht gerüttelt werden dürfe. Die Regierung hält namentlich daran fest, daß der Volksschule die Ausgabe zu gewiesen wird, der Jugend die Gntndlage. religiös-sittlicher und nationaler Bildung zu gewähren.

Der Ausschuß stimmt in seiner Mehrheit diesen Anschauungen der Regierung bei und beantragt, dem Antrag Ulrich, wie der Mainzer Vorstellung, keine Folge zu geben.

Abg. Dr. David legt in längeren Ausführungen seinen bereits hinlänglich bekannten Standpunkt in dieser Frage näher dar und begründet den Antrag Ulrich.

Abg. Wolf erklärt sich gegen diesen Antrag, trotzdem sich manches zu dessen Gunsten sagen ließe. Eine zeitgemäßere Aus­gestaltung des Religionsunterrichtes halte auch er dringend erfor­derlich.

Gehcimcrat Dr. Eisenhuth hebt hervor, man müsse gerade beim Volksschulgesetz als bei jedem anderen Gesetz mit Reformen vorsichtig fein und besonders vor grundsätzlichen Abänderungen warnen. Hier fei eine jut konservative Haltung sehr am Platze. Das Gesetz sei ein durch und durch liberales und die Regierung müsse nnter allen Umständen ablehnen, für irgend welche radikale Abänderungen die Hand zu bieten. Das Gesetz habe sich seit 35 Jahren aufs beste bewährt, die Schule in Hessen sei stets voran geschritten und allgemein anerkannt worden. Wenn Dr. David meinte, daß er mit seinem Antrag die Mehrheit der Lehrerschaft hinter sich habe, so befinde er sich sehr int Irrtum. Er, Redner, glaube vielmehr aufs bestimmteste zu wissen, daß die überwäl­tigende Mehrzahl der hessischen Lehrer gar nichts baooit wissen wolle. Habe doch auch der Senior der hessischen Lehrerschaft, der frühere Abg. Backes, seiner Zeit hier im Hause erklärt, daß die Lehrer den Religionsunterricht als eine Ehrenpflicht betrach­teten ; er ging sogar soweit, den Religionsunterricht ausschließ­lich für die Lehrerschaft zu reklamieren.

Abg. Ucbcl stellt sich int wesentlichen auf den von der Re gierung dargclegten Standpunkt und hebt besonders hervor, daß auch nach seiner Kenntnis der Tinge die große Mehrzahl der Lehrer nicht den Anschauungen Dr. Davids oder dem Antrag Ulrich zustimme. . ,

Abg. Dr. David tritt dem Vorredner in lebhafter Weise 'entgegen und betont: Wenn seine Partei auch in diesen Be­strebungen allein stehe, so werde sic das nicht so sehr betrüben. Sie werde vielmehr einst stolz darauf sein, die alleinige Vor­kämpferin für die großen schulreformatorischen Bestrebungen ge­wesen zu sein.

Damit ist die Debatte erledigt und das Haus sttmmt dem Ausschußantrag zu.

Tie Sitzung schließt daraus um Vs 2 Uhr.

Nächste Sitzung Mittwoch früh 9 Uhr.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 16. Juni. Ein Fischliebbaber.

In der Nacht zum 8. Mai d. Z. sah ein Pächter der Fischerei an der Lahn den Taglöhner E. Z. beim Fischen und zwar mit einem Hcbegestell, von dem es sich herausstellie, daß er es aus einem Garten gestohlen hatte. Als Z. des Pächters ansichtig wurde, machte er einen Nachen los und ruderte an das andere Ufer. Ter Pachter überschritt die in der Nähe befindliche Brücke, um Z. auf der anderen Seite anzuhalten und gewahrte dabei, daß Z. nicht mehr im Besitze des Hebegestells war. Am anderen Tage fand man es in einem Garten versteckt vor und zwar in der Nähe des Landuns»splatzes des Z. ES erging gegen ihn Anklage wegen Diebstahls im Rückfall, bie sich im Laufe des Verfahrens auch auf unberechtigtes Fischen zur Nachtzeit auSdchnte, da dies sich anch als ein Vergehen darstelll. Ter An­geklagte leugnete, das Gestell weggenommen zu haben und be­hauptete, er habe mit feinem eigenen Gestell gefischt. Ter Fischerei­pächter, der das Gestell aber selbst angefertigt, und es an verschie­denen Merkmalen erkannt hat, hielt eine Verwechselung seincr- seils für ausgeschlossen. Ta der Angeklagte ein vielfach vorbc- ffaxifier, dem Müßiggang ergebener Mensch ist, der nur von nächt­lichem Raub zu leven scheint, war eine erhebliche Strafe angc- zeigt, die wegen des Tieostahis mti 1 Jahr 6 M onat e n nnb wegen des Fischens mit 3 Monaten bemcflcn mürbe. Diese Strafen wurden aus eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 7 Monaten zurück- geführt.

Eine Kindestötung.

Ter 35 jährigen Ticnstmagd A. it. aue> Ponikiew in Gali­zien, die aus dem Kvnradsoorser Hos bei Selters beschäftigt war, ist zur Last gelegt, den am 5. April d. I. ersolgtcn Tod ihres unehelichen Kindes durch Fahrlässigkeit verursacht zu haben. Tic teilweise unter Ausschluß der Ocfseutlichkeit vorgenommene Ver­handlung ergab, daß bic Angeklagte trotz aller Anzeichen Der bevorstehenden Niederkunft von ihrem Zustande niemanden in Kenntnis gesetzt hat und auch feine VorvNeitungen zur Ver­sorgung des Kindes getroffen hat. Zn ihrer Entschuldigung brachte sie nur vor, daß sie das Kind noch nichc erwartet habe, Aach dem Urteil stand aber fest, daß das iliuD gelevt hat: cs hat den Er­stickungstod erlitten, doch war nicht erwiesen, daß dies die An­geklagte absichtlich getan hat. Die Fahrlässigteit ucr Angeklagten wurde nur darin erblickt, daß sie jcglidje Hilfe bei der Gevurt ablehnte und keine Vorbereituiigen zur Erhaltung des Kindes rras. Tas Urteil lautete auf 8 M onate Gefangnes, ab­züglich 2 Monate Untersuchungshaft.

Eine rohe Tat.

Im letzten Winter stand der Dienncnecht K. H. auf der Orts- Strafce zu Schotten, als ein 72 jähriger Mann die Straße ent­lang ging. H. belästigte den alten Mann und ms er von ihm eine Zurechtweisung erhielt, gab er ihm einen Stoß aus die Brust, daß er hinfiel und einen Bruch des Schenkelhalses an dem einen Bein davontrug. /Tie Folge war eine Verkürzung des Beines um 3>/s Zentimeter, io daß ein dauerndes Hinken zurück bleibt, womit der Tatoeftaud der schwer ni Stört fperictzung nach ä 224 gegen H. gcgeoeii ist. Nach dem U'iuiiu/icn vcs ssau,- oerstzändrgen. kann sich der Verletzte mir gn Krücken fortbewegen.

und eine wesentliche Besserung ist nicht zu erhoffen. Zugunsten des Angeklagten wurde angenommen, daß er den eingetretenen Erfolg weder gewollt hat, noch voraussehen konnte und er die Tat im betrunkenen Zustande ansgeführt bat, weiter auch solche Schenkelhalsbrüchc bei alten Leuten aus ganz geringfügigen Ur­sachen infolge Knochenveränderung entstehen, was durch den Sach­verständigen nachgewiesen wurde. Es tvurdc deshalb eine Ge­fängnisstrafe von 6 Monateli als entsprechende Sühne erachtet.

Vie Prinz heinrichHahrt.

VII.

Trier, 16. Juni. Die heutige Fahrt führte die Prinz Heim rich-Fahrer vorn Rhein an die Mosel, von Köln ü der A a cl) e n n ach T r i c v. Ten ganzen Tag herrschte glühende Hitze. Int ganzen fuib 118 hier angekoniinen, der letzte um 5 Uhr 55 Mi­nuten. Wagen No. 124 mußte wegen Nabenbruches unterwegs ausscheiden.

Dermijdjks.

* Eine Skandalaffäre, die mit dem § 175 in Zu­sammenhang gebracht wird, und in die Mitglieder der höheren Be- amtcnkreise hineingezogen werden, bildet jetzt das Tagesgespräch in Stctti ii. Vor einigen Wochen ging der Landrat Goede des Kreises Randow, dessen Amtssitz sich in Stettin befindet, in Urlaub, und es lvurde bekannt, daß er das Sanatorium des Profe,fors Wiederholt auf Rügen ausgesucht habe. Gleich daraus wurden Stimmen laut, Oie von Landrat Gocde bestimmte Tat­sachen bcl-aupteten. Eine amtliche Untersuchung lvurde sofort ein- gcicilet. Ein Grenadier wurde wegen VersehtUtchcu gegen den § 175 verhaftet. Am 27. Mai unterbrach Landrat Goede seinen Urlaub, und am 29. Mai wurde er. in der Verhaiidlu.ng gegen den Grenadier als Zeuge vernommen. Am Tage daraus stattete Landrat Goede oem .^cgierungspräiidentön in Stettin einen Besuch ab und reichte seinen A b s ch i e d ein. Er reiste nach Rügen zurück. Nach seiner Rüccichr wurde, dem Bert. Tagcbl. zufolge, Landrat Goede in Stettin auf Auvrouung der Staats- auioatischast verhaftet und dem Untersuchungsrichter vor- geführc. Landrat Goede befindet sich gegenwärtig noch in Hast. Lie Untcriuchung sühne ferner zu per Verhaftung eines U n i e r o s s i z i c r s , die ebenfalls, auf Grund dcS § 175 cr- solgte. Lie Angelegenheit ichniul damit m*», nicht erledigt zu sein, da sich die llnieriiidjuu-] noch gegen mehrere andere höhere Verwalttingsoeamie in Stettin erstrecken soll. Neuesten Mel- öuugcu zusolge Hai Landrat Goeoe einen Antrag aii| Haitent- läfsung geiteiu, bir jedoch wegen KvllisionSgefahr aogelchnr wurde. Lern tocrualiefen lucroeit ö Falte zur Last gelegt, jedoch bestreitet er, Verfehlungen gegen § 17 j begangen zn Haven.

Vs i n Geistlicher ermordet. In Wippach bei Lai­bach wurde der Pfarrer Techanc Matthias Ejavec, ein <0 jähriger GreiS, vou einem 25 jährigen Burschen durch Messerstiche er­mordet. Man hielt den Mower zuerlt für irrsinnig, vis entdeckt ivuroc, daß aus der Tischlade em größerer GetDbctrag gerauvt wurde. Der Mörder wurde in Triest verhafiet. Er heißt Pangher.

* A u t o m o b i l u n f ä l l c. Bei U ver - V ffche (Belgien) stürzte ein Automobil, in dem sich drei Personen befanden, infolge Veriagens der.Bremse in einen Graben. (Siner der Insassen erlitt einen Schädelvruch und war auf der Stelle i o t. Die von Italien nach B a h r c u t h auf der 'Fahrt besindliche Opernsängerin Ediih Walter ist in ihrem Auwmovit unweit Innsbruck mic einem anderen Auioinovil zusammengestoßen und durch das Fenster des Automobils hinausgeworsen worden. Sie erlitt int Gesicht und an den Händen Verletzungen. Beide Fahrzenge sind starr beschädigt. - In Witten stieß ein Wagen mit einem Automobil zusammen: drei Insassen des Auwmobils wurden schwer verletzt. Ein großes Ausstugsautomobil aus Newhvrk geriet außer Kontrolle und st netzte in den Hudson. Vier Passagiere kamen um. Ler Ehausseur hatte ohne Genehmigung des Besitzers fünf Passagiere ausgefahren. Einer der Verun­glückten heißt Bauer und ist ein Deutscher. Auch seine Geliebte erlitt den Tod.

200jahriges Z c i t u n g s j u b i l ä u m. TieHallesche Zeitung' begeht am 25. Juni Die Feier ihres 200jätjiigen Be­stehens. Tas Blatt erschien tm Anfang in deut dainals üblichen kleinen SZLuarlformnt, wovon uns eine Reprodiiktwn vorliegt. Seit einer Reihe von Jahren erscheint die Zeilung täglich zweimal. Fast sämtliche Jahrgänge der Hallescheu Zeilung von der ersten yimnmer an sind erhalten. Schon die ersten Bände stellen it. a. eine interessante geschichtliche Ehromk bar, umsomehr, als bie Gründungszetl Des Blattes cme kriegerische war. Zu bem Jubiläum wirb eine Festschrift herausgegeben.

Kleine Tageschronik.

Aus bem Land g r a j e n b c r g c uct Jena erschoß sich Sonn­tag nachinutag der Redatteur Bernhard Willes ans München.

Ein s d) w c r c r Unfall ereignete sich in der Akademie der bil­denden Künste zu München. Ein Schüler der Steinbildhanerklasse war mit dem Ausmeißeln eines Aktes beschäftigt und suchte dabei, den Stein auf die Seite zu schieben. Der Stein bekam aber das Uebergewicht und siel dem jungen Bildhauer aus den Kops. Mit einer schweren Schüdelverletzung wurde der Verunglückte in die chirurgische Abteilung gebracht.

In Brüssel wurden mehrere F a l s ch m ü n z e r verhaftet, darunter em "Advokat beim Appeltaltonsgerichtshofe. Em Gra­veur, der vor einiger Zett zu Unrecht Der Falschmünzerei be­schuldigt worden war, Ijauc Anzeige erstattet, das; er von ucr- scytedeneil Personen, darnnlcr and} von dem "Advokaten, Aufträge ziir Hcrslelliiiig von falschen Stempeln erhallen habe. Der Plan der Aiigefchiltoiglen bestand dann, Bantnolen von 5U0 Francs in großer -Ulengc anserligen zu lassen, dieselben in "Antwerpen 511111 Ankauf einer großen Schchstadung zu verwenden und dann die Lchifsslabnng sosort zn Geld zu machen und mit bicjem in das Anstand zu slüchlen.

In Bndavcsl schoß der Aialer Johann Gundel auf die 18 jährige Malerin Helene Grünblatt, verwuiidete sie tödlich und erschoß sich dann selbst. Er ivar sosort tot. Der Grund der Tat ist, iveil der Vater gegen eine Heirat mit Dem MäDchen war. Tie Äialerin war in nngar. Künstlerkretfen sehr bekannt.

In einem Gafthailje m H 0 l e t s ch e iv l tz (Böhmen) kam es zi> einem blutigen Z n s a m m e n st 0 ß zwisd)en Soztal- Demokraten und ".>t a l t 0 n a l - S oz i a l e >1, m dessen Verlauf 7Personen,Darunter 1 Wachmann sehr schwer verletzt ivurDen.

Ans Batavia emgeirossene Nachrichten bringen KunDe von einer schrecklichen Katastrophe. Bet einem Sturnte unweit Marimba gingen acht Proas (Boote der IHalatcn) voll Reisschnilient unD Schnitterinnen nebst Kindern nnter. 4 500 M enjchen e r- tranken. In Priok und Tfiltljing wurden .vom Aieere am nächsten Niorgen Hunderte von Letehen angejpült.

" Konkurse in Hesse n. lieber das Vermögen des Bäckermeisters H ch. Ohl, ztitetzt zu L a t m |t a ö t wohnyaft, zur Zeit unbeiannt wo abruejeno, wurde am 2. Ium Das Kontnrs- vsriahren eröffiisk, Da Die Gläubigerin Firma Gebrüder SenDer zu Larmstadl Den Antrag au| Erößnung Des Koittursverfahrens ge­teilt und glmibhan gemacht hat, Dap p. L-Hl scme Zahlungen ein­gestellt hat. "Amtsgenchtstarakor Ernst Wolff zu TarmslaDt lunrDe zmn Konkursverwalter ernannt. KonkitrsforDerttugen smD bis 511113 20. Ium bet Dem "Amtsgericht LarmsiaDt 1 anzumetDen. lieber Das Vermögen Des RechtsanivaUS W i 1 h. K l a r e n a a r m Gießen wurde am 4. Ium Das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. Spohr in Gießen wurDe znm Kontursoerwatter ernannt. KonkursforDerungen ftnD bis zum 25. Juni bei Dem Amtsgericht Gießen anzumetDen. Ueber Das Bermogeii der offenen HanDetSgesellfchafi Fraiikfnrter (Xierteigioaren- und "J)lacca-= roni-Fabrik Georg Ted ns zu 9t e u - I j e n b n r g luniDe am 4. Ium Das Konknrsver'ahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. Guggeii- heim zir Offenbach wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konlurs- torDerungen sind bis zum 16. Juni bet Dem Amtsgericht Offenbach anznmelDen. lieber Das Vermögen Des BuchhanDlers Ernst Kern in M atn 5 wiirDe am 5. Juni das Kontursverfahren er­öffnet. 'Jxed)tsnniün(t Schwör er in Mainz lüucDe 511111 Kontars- veiroaltev ernannt. KoUkursjorveaungen find bis zum 5, Juli bei dem Amtsgericht Mainz anzumelden.

Märkte.

-O Laubach, 16. Juni. Ter heiltige Schweinemarkt war von 240 Stuck Jiingvieh befahren. Als Verkäufer waren wenige Landleulc, Dagegen 5 Händler erschienen. Tie Preise waren höher als int vorigen Sommer; 8 wöchentliche Ferkel wurden das Paar mit 5560 Alt. bezahlt, während für 12wöchenl- liche Läufer 80 Mk. gegeben wurden. Tie Kauflust war gut, jo daß, da die Hitze ztir Beeilung trieb, schon vor 10 Uhr die sämt­liche Ware abgesetzt war.

ke. Frankfurt a. Ak., 16. Jttni. Hett- und Strohmarkt. Llngefahren waren heute uormittag 16 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh. Bezahlt iviirde für Heu Atk. 3.103.50, für Stroh Mk. 2.600.00, Maschinenstroh Mk. 2.00-0.00. Alles per 50 kg. Tie guten Julteraussichten Drückten die Preise. Tendenz: fiati.

fc. V 0 m W e st e rw a l d und Goldenen Grund, 16. Juni. Die in den beiden Jnniwochen in Gemünden, Wallmerod, StcmroD nnb Kamberg abgehaltenen Vieh Märkte ließen Die Preise bei Schweinen sogar fetten Zucht- und Alastoehsett, "Rinder, Stiere und Kühe wieder merklich in Die Höhe gehen. Infolge Der überaus guten Fntleranssichten war Die Hansse besonders bet dem Hornvieh bemerkbar.

K a r t 0 s f e 1 m a r k t - B e r i ch t uom 15. Juni 1908. Friedberg (Hessen): Rote Sorte A!k. 1.902.30, Atagmim bonuni 2.302.50, weiße runde 1.902.30, Gelbfleischige, rote, 0.00 bis 0.00, weiße 0.000.00. Frankfurt a. M.: Rote Sorte Mk. 2.000.00, Magnnm bomim 2.50 0.00, iveiße runde 2.00-0,00, Gettfleischige, rote, 2.50, weiße 3.50. Wiesbaden: Magnnm bon int 2.750.00, weiße runde 2.60, Gelbfleijchige rote . 0.00, ivetß 3.00. Ma n nhei m: Diagmun boiiunt sD(f. 2.500.00, Gelb- fleijd)i ,e, blaue 3.25 bis 3.50, 1 ote 4.004.10. Köln: Rote 5) ab er .. f. 0.000.00, andere rote Sorten 0.00, Magnnm bomun 2.65 bis 0.0p, weiße runde 2.002.05, Gelbfleischige rote 2.200.00, weiße 0.000.00. Dort m und: Aiagnum bonuni 2)(f. 2.90, iveiße runde 2.30. Gelbfleijchige, blaue O.OO, rote 2.30, weiße 0.000.00. M ü n ft c r : Magnnm bonuni 2.60 2.75, Gelbfleijchige rote 2.90 bis 3.10, iveiße 3.654.00. Hagen: Rote Sorte Alk. 2.30, Magnnm bonuni 2.803.00, iveiße runde 0.000.00, Gelbfleijchige rote Alk. 2.40, weiße 3.70. Saarlouis: Rote Sorte 2.30, Magnum bonuni "Mk. 0.00, weiße runbe "Mk. 0.00. Franke n- 11) g l: Rote Sorten 2.20, Mägnutn bomun 2.40, iveiße runde 2.20, Gelbfleijchige blaue 3.00, rote 2.75, iveiße 3.00. W i 11 i ch b. Krefeld: Rote Sorte 0.00, Magutuu bomim 2.803.00, Gelbfleijchige, rote 2.80 bis 3.00, weiße 2.702.90. Kempen: Alagiiiuu bouum 2.60-0.00, Gelbfleijchige rote 3.20. Sajjig- PlaiDl: "ckiole Sorten 2.30, Magnuin bomun 0.00, weiße runDe 2.20. "N ü it chen : Nlagnum bomun 2.40, Gelbfleijchige weiße 2.00. (Alles per 50 Kilogr.).

Tie Marktpreise für Biest uud Frucht und die Gießener Fleisch- uud Brvipreise am 15. J-uni 1908.

Höchste Schlachtviehpreise m Frankfurt a. Äl.

Fleijchpreise ui Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgeivicht 7780 'Mk.

Kg.Schlachtgew. 9698 Pi.

6400

% Kg. 76-81 Pfg.

% , 7080 , % 60-t76__

Getreidepreife in 9)1 annhei m

Ärolpreije in Gießen

Weizen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk.

Roggen 100 Kg. 00.0000.00 Mk.

Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg.

Schivarzbrot 2 Kg. 58 Pfg.

Meteorologische Beovachruugen

der Station Gießen.

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10,8° U.

Teieioaiascei®

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Fra Eik für ter Reichsanleihe . . ö% do. . . 3 >6% Konsols .... 0% do. .... o>$% liessen 3^% Oberhessen . . . 1% Uesterr Goldrente. . 4% % Uesterr. öilberrente 4o Ungar Goldrente . . 4% Italien. Heute . . . 30 Portugiesen tierie 1 3% Portugiesen n 111 4/-s% russ.Staatsaul. I90o 4>a% Japan. Staatsanleihe 1% Uonv. Türken von lauö Türkenlose ...... 1% Griech. Alonopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 0% .Mexikaner . . . l/ä% uhineseu ....

Aktien:

Bochum Guss

iSörsie, 17. Juni, 1.15 Uhr.

91.70 | Blektriz. Lahmeyer . . . 116.50

82.50 Elektriz. tichuckert . . . 105.00

91.75

82.50

90.85

90.50

99 00

99.30

93.40

Eschweiler Bergwerk . . 201.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.40 Hamburg-Amerik. Paket!. 109.40 Harpener Bergwerk. . . 197.00 Laurahütte 202.50 Nordd. Lloyd . ... 94.10

Ubeischles. Eisen-Industrie 98.00

104.20 63.75

63 70 95 25

89.30

96.10

147.40

51.10

86.7o

Berliner Handelsges. . . 159.80

Darmstädter Bank . . . 123.10 Deutsche Bank .... 229.10 Deutsch-Asiat. Bank . . 134.00 Diskonto-Kommandit. . . 171.80 Dresdner Bank .... 136.75

Kreditaktien 196.25

Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn 88.30

66.75 Güttbardbahn.....

96.80 Lombard. Eisenbahn . . 25 00

Uesterr. btaatsoahn . . . 148.80

208.70 Prince-Henrr-Eisenbahu . 117.50

Buderus E. W.

. 109.50

Tendenz: fester.

Herliner Börse, 17. Juni. Aulangskurse.

Canada E. D. . . . . 157.001 Harpener Bergwerk. . . 197.00

Darmstädter Bank . . .| uauraiilitte 202.10 Deutsche Bank .... 229.25 . ^ombardeu E. B. ... 25.10 Dortmunder-Union C. . . 56.^01 ,\ordd. Lloyd 94.10 Dresdner Bank . . . 137.0« | . urkenlose 147.50

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Maaenkrauke Kinder bedürseii vor allem einer leicht oer baulichen ^cahrung, wie z. B- Der Milch, welche der Zuiay, von Küfer e" 1111 xnugeu feiitflnaiger gerinnbar uno oadurch leichter veroautich macht, wodurch Garungen uno Katarrhe vermieocn werden. hv*7

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Best: Dppks. Na fr. Rh ab. k: Mag. je 4 Fenchcl-Pfefferm. KümmuläL je 3 Tc

Unter Blüten miii duftenden Unsen fog-,4 sitzt sich's herrlich, aber auch da kann es einem passieren, Daß man nch erkaltet. Aber haben Sie sich erkältet. Dann brauchen Sie noch lange nidu an Schwitzbäder, an Tee und Umschläge zu denken. Kamen Sie lieh einfach eine schachtet Fays achte Sodener Mineral - Paniken nnb sie füllen icucii, wie ftone 11 ne wieder Der Alle imb. Xie Schackitel tonet nur 8o Psenmge, nno iedc Apotheke, Drogeriei und AttneralwMserhandlung verkauft sie. hvM/J