Ausgabe 
15.5.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 114

auf

der

er-

dort das ermordet auf dem

und Lonystraße die Balkonen.

Ermordung des Emirs von Afghanistan?

Nach einer Depesche aus Petersburg zirkuliert Gerücht, daß der Emir von Afghanistan Habit Ullah und durch seinen Bruder Nasr Ullah Khan

erhält für seinen Neubau Ecke der Goethe- erbetene Erlaubnis zur Anbringung von

erbetene Erlaubnis zur Anbringung eines Schaukastens den Häusern Marktplatz 5 und 7 wird mit Rücksicht dortigen starken Verkehr abgelehnt.

Straßenangelegenheiten.

Freitag 13. Mai 1908

Rotationsdruck und Verlag der Bruhl'schen Universttäts - Buch- und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

DieSiebener Zamilienblätter« werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das Krdsblotl für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Seit« fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Throne von Afghanistan ersetzt worden sei. Der neue Emir- gelte als ein Gegner des englischen Einflusses in A f g h a n i st a n, und es sei möglich, daß, wenn dieser Thron-

Dänemark und Island-

Die während des Besuches des Königs von Dänemark in Island im vorigen Jahre eingesetzte Kommission, be­stehend aus Mitgliedern des dänischen Reichstages und deS isländischen AltingS, zum Zwecke der Regelung der zu­künftigen Verhältnisse zwischen Dänemark und Island, hat ihre Arbeiten beendet. Der Entwurf besagt in den Haupt­punkten: Island ist ein freies, selbständiges Land und mit Dänemark durch einen gemeinsamen König und ge­meinsame Angelegenheiten verbunden, welche in diesem Gesetz festgesetzt werden. Island bildet auf diese Weise zusammen mit Dänemark eine Staatsoerbindung und das gesamte dänische Reich. Der König führt zukünftig den Titel König zu Dänemark und Island. Für Dänemark und Is­land sind später die gemeinsamen Angelegenheiten im wesent­lichen dieselben wie jetzt; im übrigen werden Island Zu­geständnisse gemacht bezüglich der Fischerei - Inspektion, der Naturalisierung, der Errichtung eines obersten Gerichts auf Island und der Kriegsflagge. Die Handelsflagge verbleibt nach außen die gcmeinjame. Oie Isländer können aber eine eigene Heimatflagge führen. Die isländische Landes­kasse steuert einen Anteil zur Zivilliste des Königs bei. Is­länder und Dänen genießen die gleichen Rechte in Däne­mark und Island. Nach 25 Jahren kann das Gesetz revidiert und danach die Gemeinschaft teilweise gekündigt iverden, falls eine Einigung über das neue Gesetz nicht er­reicht werden kann, doch ist die Königsgemeinschaft, das ge­meinsame Ministerimn des Aeußeren und das Verteidigungs­wesen unkündbar. Die dänische Staatskasse bezahlt an Island einen einmaligen Betrag von 1V3 Millionen Kronen. Das isländische Mitglied Thoroddscn meinte, daß aus dem Entwurf nicht klar genug hervorgehe, daß Island als sou­veräner Staat mit Dänemark völlig gleichgestellt sei; er stellte deshalb einen Abänderungsantrag, Island ausdrücklich als freien, souveränen Staat anzuerkennen; alle ge­meinsamen Angelegenheiten, mit Ausnahme der Königs- geinelnschaft, sollen kündbar sein. Der 2lbändcrungsantrag wlirde schließlich mit alten Stimmen gegen die deS Abgeord­neten Thoroddscn abgelehnt.

Dispens wegen der

H. E. M ül lc r

Redaktton, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: 51.

Redaktion ^Ll.-AdruAnzeigerGießen.

Tie beabsichtigte Herstellung eines Bürgersteiges in Henselstraße mit Gai Ischen Klinkern wird gulgehcißen.

Zwischen den beiden oberhessischen Bahnlinien will die Eisen­bahn-Verwaltung einen Anbau an ein Werkstätte-Gebäude er­richten, wodurch die Verlegung eines Feldweges forderlich ist. Tic Versammlung ist damit einverstanden.

Vor kurzem tvurde mit dem Ausbau der Goethe- und der Bismarckltraße begonnen. Ta die hierfür erforderlichell Be­träge nur bis zur Henselstraße bewilligt sind, wird nachträglich die Summe für den Ausbau bis zum Schifsenbergcr Weg mit 6000 und 4000 Mk. bewilligt, ebenso für die Befestigung des Bürgersteiges in de^Bismarckstraße zwischen Stephan- und Henselstraße die Summe von 1600 Mk.

Karl Leib will Kirchstr. 2 ein Werkstattgebäudc errichten, dem der Hof und das dort erforderliche 2. Stockwerk fehlen! wird. Auch soll das Dachgesims etwas über das Stadtbach- gelände vorspringen. Die Versammlung erteilt die erforder­lichen Dispense.

Aus dem Grund stück S ü'd- An l a g e N v. 7 soll nach der Einfahrt zu ein Schaukasten angebracht werden. Tie bestehen­den Bestimmungen bieten keine Handhabe, die Sache zu v. r- hinderu, was int Interesse des Srraßcnbildes wünschenswert wäre.

Stadtv. Tr. Ebel fragt an, ob der Schaukasten gerade so schön werde, wie das an dem Haus angebrachte Firmenschild.

Stadlv. Haubach teilt dazu mit, die Baudeputation habe lebhaft bedauert, daß das für die Süd-Anlage im vorigen Jahr beschlossene Ortsstatut keinen Anhalt biete, die Sache zu ver­bieten. Durch Laden werde jedenfalls das Straßenbild weniger beeinträchtigt werden, wie durch derartige Sck-aukästen. Man solle das Lrtsstattlt in dieser Hinsicht erweitern.

zwisckren ' den

Ein von Herrn. Plank Wtw. für Käplansgasse 2 beab­sichtigter Neubau bedarf in verschiedener Hinsicht des Dis­penses. Die Einfahrt soll statt der vorgeschriebenen zwei Meter nur 1.40 Meter breit werden, außerdem hat der verbleibende Hof nicht die vorgeschriebene Mindestgröße von 8 :4 Meter und läßt weniger als ein Fünftel der ganzen Hofreitc unbebaut. Das Gebäude soll höher werden, lvie die Vorschrift gestattet. Entsprechend dem Antrag der Baudeputation wird nach Bemer­kungen der Stadtvv. Huhn, Brück und Plank lediglich der Dispens wegen der Form des Hofes befürwortet.

Städtische Arbeiten und Lieferungen.

In dem städtischen Hause Selterslocg U sollen auf Wunsch des Mieters die Schaufenster nach innen vertieft werden, was 150 Mk. erfordern wird. Die Lndenmietc wird um 20 Mk. jährlich erhöht.

Die seither am alten Schloß angelegten A npflan - Zungen wurden vom Botanischen Garten aus dessen eigenen Mitteln ausgeführt. Tie wünschenswerte Anpflanzung an ders Ostseite kostet für die Pflanzenbeschaffung 150 Mk., die bewilligt/

Zum Empfang der Abgesandten Mulay Hafids ^Auswärtigen Amt zu Berlin bringt die Deutsche Marolko- ^riespondenz" nSch einige Mitteilungen von Interesse. Mulay will sich verpflichten, die französische Anleihe von sechzig Millionen Franks zurückzuzahlen, danlit die Zollämter, auf bien die Franzosen 60°/0 der Eingänge für die Verzinsung Anleihe kassieren, wieder frei werden. Die Gesandten auch Handschreiben Mulay Hafids an den Eliser von Rußland, die Königin von Holland ib den Präsidenten dec Vereinigten Staaten > Erbracht, die sie auf den Berliner Botschaften der erwähnten Mächte abgeben iverden. Daily Graphic greift die 'ätsche Regierung wegen des Empfanges der beiden ; .Manbten des Gegensultans Mulay Hafid heftig an und

Sstzttng der SLttdtverordrretett.

Gießen, 14. Mai.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Keller und Heyligenstaedt, und die Stadtverordneten Tr. Bicrmcr, Brück, Tr. Ebel, Eichcnaucr, Emmelius, Fabcr, Grünewald, Habc- nicht, Tr. Haberkorn, Haubach, Helfrich, Helm, Huhn, Jann, JugHardt, Löber, Loos, Petri, Plank, Simon, Troß, Tr. Wim- menauer, Winn.

Mitteilungen.

Tie Lehrer der Fortbildungsschule haben sich schriftlich für die Erhöhung Zier Vergütung bedankt.

Für deii S t a d t c r iv e i t c r u ii g s s o n d s wurde von der Firma H e h 1 i g e n st a c d t u. Eo. ein 27 259 Quadratmeter großes Gelände am Aulwcg oberhalb der Schönen Aussicht zum Preis von 1 Mk. für den Quadratmeter an getauft. Ter Preis wurde in uneigennützigster Weise io billig bemessen, weshalo Ober­bürgermeister Mecum dem Veig. Heyligenstaedt den Dani der Stadt ausspricht.

Wie der Vorsitzende mitteilt, hat der Regimentskomman- dcur heute nachmittag ein Telegramm aus Wiesbaden bekommen, nach dem eine H ierhevku n ft des Kaisers in diesem Jahre sehr zweifelhaft geworden ist. Sollte der Besuch dennoch stattfinden, wrid in einer besonderen Sitzung das Er­forderliche beschlossen werden.

Vom Viehmarkt.

Sodann gelangt ein Schreiben des Ministeriums zur Verlesung, in dem durch das Kreisamt Auskunft verlangt wird über die in einer der letzten Stadtverordneten-Sitzungen vorgekommene Debatte über die Abwehrmaßrcgeln zur Verhü- tnug der Schweinepest-EinschlcpMng.

Der Vorsitzende verliest dazu den Entwurf einer Ant­wort, in der u. a. gesagt loird: in der Stadtvcrordnetensitzung! am 26. Vdärz habe der Oberbürgermeister auf eine Beschwerde auf 'eine Beschickung unserer Viehmärkte ausgeführt, eine Ab­hilfe sei zurzeit^bei den in Hessen herrschenden Grundsätzen nicht zu erwarten. In anderen deutschen Staaten scheine man nicht so ängstlich zu sein; er habe erst vor wenigen Tagen den Schlacht- und Viehhof in Mannheim besichtigt. Diese lägen unmittelbar nebeneinander und seien durck) große bei der Besichtigung offen gewesene Tore direkt mit einander verbunden. Der Vergleich mit den Vdürkten in Wetzlar und Herborn wurde darauf aus der Mitte der Versammlung gemacht. Diese Beschwerden wurden allgemein als berechtigt anerkannt, zumal das Beispiel der Nachbarstaaten beweist, daß man mit den Maßregeln zur Verhütung von Viehseuchen nicht so weit zu gehen braucht wie in Hessen. Weiter wird in dem Antwortschreiben gebeten, vor­stehendes nur als Ergänzung des Zeitungsberichts anzusehen, nicht etwa als Rechtfertigung, denn Stadtverordneten-Versammlung und Stadtverwaltung machen nur von ihrem guten Recht Gebrauch, wenn sie alle Maßnahmen, die die Interessen der Stadt zu schädigen geeignet sind, einer sachlichen Kritik unterziehen.

Stadtv. Tr. Bicrmer bittet, das Schreiben einmütig zu, genehmigen. In dem Tarmstädter Zcntralorgan scheine eine eigentümliche Empfindlichkeit zu herrschen. Die Versammlung habe jederzeit das Recht, Vcrivaltungs- und auch Gesctzes-Mas^ nahmen der Regierung zu kritisieren. Das vorliegende Schreiben sehe beinahe so aus, als ob das Kreisamt eine Arc Aussicht steckst über die Versammlung ausüben solle, was gesetzlich nicht statt­haft sei. Bei der vorliegenden Sache sei dies umso auffallender, als bei anderen Gelegenheiten, z. B. bei der KäiscrhofaktiLU- Assär.', nicht in gleicher Weise > vorgegangen werde. (Bravo.»

Die vorgeschlagcnc Antwort wird einstimmig gutgeheißen.

Für die Erweiterung des Vichrnarktes ist ein: dem Stadterweiternngssonds gehöriges Geländestück von rund 8800 Quadratmeter benötigt worden, das dem Fonds mit 3 Mk. für den Quadratmeter aus der Stadtkassc bezahlt wird.

Laugesuche «sw.

Joh. Gg. P s a f f will an der Straße bei der Vcterinür- Ninik einen Neubau errichten, der etwas hinter die Fluchtlinie zu stehen kommen soll. Ter deshalb erforderliche Dispens wird erteilt.

PoLitejche Lagesßcharr.

Tas Kaiserpaar in Wiesbaden.

Der Kaiser und die Kaiserin trafen gestern püttktlich fit. 12 Uhr 45 Min. mittags bei schönem, trvckenein Wetter t Wiesbaden ein. Der Kaiser fuhr in offenem Auto durch die neue Kaiserstrane und die festlich dekorierte Wil- 'luitstraße, von dem zahlreichen internationalen Publikum iuetf), lebhafte Zurufe begrüßt, direkt zum Schloß, wo die taiserstandarre gehißt wurde. Die Fahnenkompagnie des D. Infanterieregiments brachte sofort die Fahnen zum khloß, von dessen Balkon der Kaiser den Parademarsch vmahm. Nachmittags unternahm das Kaiserpaar eine Aus­sh it im Automobil nach dem Jagdschloß Flatte und machten kui einen Spaziergang. Abends begannen int Königlickstn Krater auf Allerhöchsten Befehl die diesjährigen Fest­er st e l l n n g c n. Das Thea!er war mit Girlanden und sis'hen Blumen reich geschmückt. Im Publikum bemerkte ttn die Intendanten vieler anderer Bühnen, sowie zahl- tidje Künstler und Schriftsteller. Der Intendant v. Mutzen- itzw geleitete beide Majestäten in die große Hofloge. Tas Mikum begrüßte das Kaiserpaar mit Hochrufen, worauf H die Majestäten nach allen Seiten dankend verneigten, /geführt wurdeGolberga", dramatisches Gedicht von Vs'rph Lauft, mit begleitender Musik von Joseph Schlar.

Stück verherrlicht bekanntlich die Wiesbadener Heil- Mlen. Die Besetzung der Rollen war im wesentlichen gleiche wie im Vorjahr: Titelrolle Frau Willig, Kaiser Mnius Pius Herr Sommersdorfs, Herzog Thuiskar Herr Mer; Schlar dirigierte. Nach der Vorstellung dachte der -Wer an einem Bierabend bei dem Intendanten v. Mutzen- 'Ntr in den Räumen des Theaterfoyers teilzunehmen.

Ein französisch-spanischer Zwischenfall.

In Casablanca feuerten spanische Tirailleure auf fran­zösische Zuaven. Ein Spanier wurde getötet, zwei Franzosen verwundet. Die Zuaven hatten das Feuer erwidert. General d'Amade telegraphiert über den Zwischenfall in Casablanca folgendes: Arn 12. Mai entstand ein Streit zwischen spani­schen Soldaten und zwar eingeborenen R i f f l e u t e n, die mit Gewehreir bewaffnet waren, und einem algeri­schen Schützen, der keine Waffen trug. Dieser wurde niedergeschlagen. Ein Zuavensergeant, der Befehls­haber eines in der Nähe befindlichen Postens, der herbei­gerufen wurde, kam allein und ohne Waffen, um den Streit zu schlichten. Die Risfleute wichen zurück, legten sich hinter der Mauer in einen Hinterhalt und schossen. Sie trafen einen spanischen Korporal und einen französischen Schützen. Ein Korporal und vier Zuaven, die zu Hilfe eilten, emp­fingen ebenfalls Feuer von den Niffleuteu. Der Korporal und zwei Mann erwiderten dasselbe und töteten einen der Risfleute. Dieser Vorfall hat in Madrid zunächst peinliches Aussehen erregt und man hielt mit seiner Ueberzeugung nicht hinter dem Berge, daß ein friedliches Zusam­mengehen spanischer und s r a n z ö s i s ch e r Streit­kräfte auf die Dauer unmöglich sein werde. Neue Zusammenstöße werden befürchtet, die in den Augen der Mauren das europäische Ansehen völlig untergraben müßten. DerLiberal" sordert die Regierung energisch auf, die spanischen Streitkräfte sofort aus Casablanca zurück­zubeordern. Die spanische Regierung bemüht sich indessen, Die Ausgereizten zu beruhigen. Ter spanische Staatsminister Allen de Salozar und Kriegsminister Rivera erklärten, der Vorfall in Casablanca sei ohne Bedeutung. Wie der Kriegsminister glaubt, handelt es sich um einen Streit zwischen wahrscheinlich betrunkenen Gegnern. Nach Ansicht oes Ministerpräsidenten Maura wird der Zwischenfall die herzlichen Beziehungen beider Staaten in keiner Weise beeinträchtigen. Auch in Paris berühren die im Ministerium des Auswärtigen eingegangenen Nachrichten über den Zwischenfall in Casablanca sehr unangenehm. Zwischen den Kabinetten von Paris und Madrid finden Ver­handlungen statt, um von Spanien die Zurückziehung der Riffleute und ihre Ersetzung durch sprachkundige andere Soldaten zu erreichen.

Die meöicndurgischeVerfassung".

Der mecklenburgische Versassungseutwurs liegt nunmehr vor, titib wenn man sich auch von vornherein nicht allzu viel v-r- »..rochen halle, so halte man trotz alledem aber so wenig wahrlich .nicht erwartet. Tie ganze Vorlage ,nacht den Eindruck, als ob man aus den verschiedenen in Teutschland vorhandenen Wahl- I-!lemen nicht etwa das beste, sondern gerade das fchlechteste als smr Alecklenburg gut genug sich atisgesucht habe, um eine Harrifatuv von Volksvertretung zustande zii bringen. Stände- r -rtretiing und gewählte Abgeordnete sind hier bunt durch­einander gewürfelt, ja sogar die beiden Landesfürsten baden obendrein das Recht, noch besondere Abgeordnete m wählen G3 ist ja begreiflich, daß man den bisher Privilegierten n ck.t allzu viel Vorrechte nehnien will, aber dann Halle man v-ielleicht besser getan, anstatt Stände und sogenannte Volksvertreter in ornem Parlament znsammen sitzen zu lassen, nach Dem Muster -'»derer Buudesstaalen das Zweikammersystem eiiizwühren, das umter solchen Umständen unbedingte Vorzüge aiiizu.veisen hat beim wenn einmal der Bcfchluß der ans gewählten Vertretern n,jammengesetzten Kammer vorlicgt, so ist es doch immerhin etwas nrißlich für die erste Kammer, einen derartigen Beschluß schroff abziilehnen, lvährend bei einem Parlament, baS sich derart zusammensetzt, wie das in Aussicht ge- iiornmene mecklenburgiscbe, die ständischen Vertreter infolge ihllÄ Mehrheit in der Lage sind, von vornherein einen un- bememen Beschluß zu verhindern, indem die übrigen Abge- iebneten einfach überstimmt werden; denn von den Mitgliedern l'i allgemeinen Landtages gehören nicht weniger als 47 Mn- difchen Vertretungen an, während nur 32, also 15 weniger, ms allgemeinen Wahlen h.rvorgehen. Unter den ständischen Vertretern überwiegen, wie nicht anders zu erwarten, wie- brrm die der Ritterschaft, die nicht, weniger als 24 zählen, zil. denen iwch 15 Vertreter der Landstände hinzukommen, wäh- r.nb bie Städte nur ganze sieben Vertreter zn wählen haben. :ie Vcrtrtter einzelner Berufsstände, der Universität, der Landcs- l.dje, der Geistlichkeit, sowie der Kammern für Landwirtschaft, vaiiücl und Handiverk, kommen hiev weniger in Betracht. Aber ncht genug damit, zwifchen der städtischen und der ländlichen yeDöÜcmng wird auch bei den ans allgemeinen Wahlen her- corgehcndcn Vertretern streng geschieden nnb es entspricht dem sarzeil Charakter dieser Verfassung, daß auch hierbei das platte tänd bevorzugt wird, indem cs für beide Großherzogtnmer ! Vertreter zugewiejen erhält, während die Städte insgesamt m 13 Vertreter endenden können. Trotzdem also nach Kräften j-fiebt worden ist, hat man sich obendrein nach preußischem iiiiffer zu einem indirekten Wahlgange entschlossen, zu einer beit wo dieses System allerorts, wo es wirklich iwch besteht, llbjt in Preußen, wegen seinem großen Fehler auf den schärfsten titberjianb stößt und man seine Beseitigung anstrebt. 9iach pLaßischcin Vorvilbe fchei.ll man auch iin Klassensystem ein führen U wollen, bemt cs heißt ausdrücklich, daß für das Wahlrecht jvLsitz und nebenbei auch Bildung ui Betracht kommen soll, alt macht cs den Eindruck, als wenn man die Wahlbeteiligung o die allgemeinen Wahlen durch dieses System möglichst ein- '.iränten möchte, um ja nur gefügige Vertreter int Landtage i- haben. Etwas besser sieht es, wenigstens äußerlich, dagegen it den Aufgaben aus, die dem Landtage zufallen sollen.

sind dies: Zustimmung zu jedem Landesgesetz, sowie z>.t der ,.|t|kllung des Voranschlages für den Staatshaushalt und auf unjicht bet Rechnungen, Sonderung des landesherrlichen Vcr- i^gens in das dem großherzoglichen Hause verbleibende Haus- ii;t und in das mit feinen Einkünften dein Staate zu übcr- -iienbe Dominium, Vereinigung des nicht dem Hansgute vor- : lultenen landesherrlichen Vermögens mit bemjenigen des Lan-

k3* zuni Staalsvermögen. und Uebertragung auf beiden Vcr- 'i^ensmajfeit ruhenben. Verbindlichkeiten aus den Staat, AuS- 11 der Verfassung Der evangelisch-lutherischen Landeskirche aus ^-uobakr Grundllige. Freilich bieten diese Punkte angesichts ber ? Mmmenfetzung des meckleiibuvgischen Landtages feine Gefahr I »c ihre Verabschiedung. Tenn im großen und ganzen ist die Sar'affung so gestaltet, daß in Mecklenburg alles wie bisher xim alten bleiben wird, nur mit dem Unter schiede, daß man Rfi eineVerfassung" hat.

Z" behaupten, der Empfang sei nicht amtlich gewesen. Der, Empfang sei gegenüber Frankreich u n freundlich und gegenüber den anderen Signatarmächten von Algeciras illoyal. Die Aufgabe Frankreichs in Marokko sei dadurch viel schwie­riger geworden. Es muß von England aus doch immer wieder gehetzt werben! Gegenüber solchen englischen Hetze­reien ist hervorzuheben, daß in Paris über bas korrekte Verhalten der deutschen Regierung gegen die Berliner Gesandtschaft Mulay Hafids alle Blätter einig sind, doch hebt der Temps noch einmal hervor, daß ein Empfang besser ver­mieden worden wäre. Debats schreiben: Wenn Deutschland dazu geneigt ist, die marokkanische Frage für sich allein zu betrachten, wird es erkennen, daß seine wirtschaftlichen Inte­ressen und unsere politischen Interessen weit eher solidarisch als unvereinbar sind.

Zweites Blatt 158. Jahrgang

Erscheint KgNch Ausnahme des Sonntags. G

Eichener Anzeiger

Seneral-Anzeiger fSr Oberheffen

oes yzegeniuuuH» ...... wechsel sich bestätige, die englische Regierung die Besetzung

Ü^der Empfang sei höchst bedauerlich. Es sei lächerlich, jein es Teiles von Afghanistan verfügen werde.