Im Interesse der Meinwinzer eine möglichst einfache und über» sichtliche Buchführung anordnen.
Zu tz 19. Die Beobachtung der Dorichriften dieses Gesetze- ist im gesamten Jleid _ icbiet durch besondere Sachocr ständige im Hauptberuf zu überwachen
Zu 8 26, Abs. 2. 'luch die Unterlassung der durch ; '> 216L 2 borgtidiritbcncn Erkundigun; nach der eiroon eriolgten Zuckerung der Weine ist ebenmäßig unter otxa;* zu stellen.
Den Beschlüssen bc: Winzergenossenschastslages dürste insofern eine ganz besondere Bedeutung zuru orcchen sein, als,sie »aft zanz nnnimmtq gefaßt wurden. Abgesehen von der Festsetzung der weltlichen c-llen-e der Zuckerung aus den 31 Dezember stall nie im Gesetzentwurf aus den 31. Januar, in welcher Beziehung einige Vertreter eine Hinausschiebung bis zum 3L Januar mümdwen, wurden alle übrigen fünfte der obig.-n Resolution einstimmig angenommen. So haben die in 4 izerqenoiicnschasten geeinten Weinproduzenten ein erfreuliches B.lb einmütigen, jotioan chen Handelns geboten. _______________________________
Die Hauptversammlung der Deutschen weinbauvereins.
S u. H. Eltville a. Rhein, 16. Aug.
Unter zahlreich- r Beteiligung non, Weinbau Interessenten Deutschlands trat heute die dies, ihrige Hauptversammlung des Deutschen Weinbaur.ceins ^uiammt-n, deren Verla ui man in allen Kreisen des Deutschen Weinbaues und Weinhandels mit ganz besonderer 3iannung cntaefleiiTjJyen batte, weil diese betufemlc und maßgebende Nörpersck^'t für das Wohl und Wehe des deut scheu 'Seins zum letzten Maie vor dem Wiederzusammentritt des Reichstages und dejicn Stellungnahme :u dem neuen Weinaesetz. entwurs (Gelegenheit nehmen wollte, die Anschauungen der Winzer und Händler in der Weingesetzirage vor aller Oeisentlichkcit bar» zulegen. Diese Anschauungen bi neuerten bekanntlich seit Jahren und zuletzt stießen auch noch die Wünsche und Forderungen der Vertreter der verschiedenen deutschen Weinbaugebiete Derart heilig aufeinander, daß man für die diesiährige Hauptversammlung des Deutschen Weinbauvereins, der die Interessenten aller Seinbau- gebiete zusammen'aßt, die schlimmsten Besürchtuiigen hegte. Schon ans der letzten Dagung des Deutschen Weinbauvereins in Mann» beim war die Unzufriedenheit der Vertreter de- Mosel-, Saar- und Ruwer-Gebiets mit der Haltung deS Vereins in der Weingesetz. Frage deutlich zutage getreten. In der zur Besprechung des Regierungsentirurss nach Frankfurt cinberusenen Ausschuß'itzung vom 20. April d I. hatte dann die schrosf ablehnende Stellung der an Zahl weit überwiegenden Mitglieder aus der Psalz, Baden, Württemberg uiid Elsa^Äthtiugen allen Wünschen und Anträgen des MvselgcbicteS gegenüber die Vertreter dieses^ Gebiets veranlaßt, von der Beratung zutückzutreten und die Sitzung zu verlassen. Ta seitdem von dem Präsidium des Deutschen Weinbau-Vereins kein Versuch gemadx lvurdc, die bestehenden Gegensätze auSzuglcichen, erkläNen kurz vor dem Zusammentritt der heutigen Hauptversammlung die vier Ausschußmitglieder für das Mosel-, Saar und Ruwergebiet ihren Austritt aus dem Verein und damit auch aus dem Ausschuß.
Der Präsident des Deutschen Weinbauvereins, Landtagsabg. Buhl (Deidesl-eim-, eröffnete die 25. Generalversammlung des 'Verein-.
9iach den zahlreichen Begrüßungsansprackzcn erstattete Präsident Buhl den Jahresbericht. Dieser konstatiert, daß der deutsche Weinbau im letzten Jahre unter dem Druck schwerer Scl-äden gestanden habe, und bau auch der Weinhandel schwere Zellen durchgemacht habe, so daß die Geschäftslage heute vieles zu wünschen übrig lasse. Für den Weinbau-Verein selbst sei bas vergangene Gesck-östsjahr ein arbeilsreick-es gewesen. Tas Präsidium sei bemüht geiuqcn, den verschicdensteil Ztagcn die größte '.'lusmerksamleit zu fdienten, so nomentlid) 5:in 'JUisbau des Wettet- dienftes und bet Bekämpfung der Sck)üdlinge, unter beiten bekanntlich besvtiders die kleineren Winzer so schwer zu leiden hätten. Die Weingesetzfrage habe man in einer am 20. April in Frankfurt a. M. abgel-altcncn Sitzung cingel-cnb beraten, und sich dabei auf den Standpunkt der Beschlüsse der letzten Generalversammlung bi$ Deutschen Weinbauvereins in Mannheim gestellt. Vom Reid-c würden dem Wcinbauverein aege nm artig 4500 Mark und Vom bayerischen Ministerium des Innern 500 Mark Subvention gezahlt. Aus die Spaltung, die im Verein eingetreten ist, und die allgemein bedauert werde, entgehend, spricht der Vorsitzende seine Verwuiiderung darüber aus, daß der Reichstag das wichtige Wein- gesetz in der letzten Session nickst zur Beratung gebrackst habe. Man hoffe aber, daß, meiin das Gesetz einmal unter Dach und Z-ach fei, biejenigen, die jetzt schnwllend dem Verein den Rucken gekehrt hätten, zurückkehren würden. Der Weinbauverein babc bei feinen Beschlüssen, obwohl cS feine Aufgabe nickst sei, nickst nur den Standpunkt der Produzenten, sondern and) das Interesse des Handels vertreten, denn gerade hier sei ein Ausgleich sehr am Platze.
Die Generalversammlung schritt daraus zur Rcchntingsprüfung und genehmigte alsdann das Budget für 1908/09, wie es vorn Präsidium ausgestellt norden ist. Nachdem darauf ein Huldigungs- telegramm an den Sfaifcr abgefanbt worden war, gab Präsident Buhl feinem Bedauern Ausdruck über die Spaltting, die im Verein eingetreten sei. 'Jlamcntlid) bedauerte er den Rücktritt des Kommerzienrats Wegeler (Koblenz', dessen Vorgehen sich neun Mitglieder des Ausschusses angesckstosseu haben. Wegeler, der Ghreuvorfitzeiider betf Deutsckxn WeinbauvereinS gewesen sei, habe sich große Verdienste um die Sack)? deS Weinbaues und seiner Kvtpor.it ioncn erworben. Ter Streit drehe sich um die zeitlich*.' Besdnänkung bet Zuckerung: während die süddeutsckstn Vertretet da jur eingetreten seien, daß die Zuckerung biS zum 31. Dezember gestattet werde, wollten die Vertreter der 'Moselgegend die Frist vis zum 31. Januar verlangen wissen. — Daraus wurden die Aussckmßmitgliedet und das Präsidium durch Zuruf wiedergewählt.
Hieraus trat man in die eigentliche (Tagesordnung ein und mit der 'Beratung des Entwurfs eines Weingesetzes, wie er von bet Regierung vorgeleat ist.' Tpe 8 1 dos EntwursS wurde shne Debatte angenommen.' Btti § 2 nrnrbc geivünsckst, daß scharfe Bestimmungen gegen beit Verschnitt von Rot- und Weißwein erlassen iverben sollten, soweit die Handelsverträge dies gestatten. § 3 handelt von der räumlick-cn und zeitlichen Begrenzung der Zuckerung. Die Versammlung sprach den Wunsch aao, daß eine Verzuckerung nur -um Zweck der Verbesserung ftattiuiben dürfe und zwar bi» zu 16* 3 Prozent bc» ienigtn Probutt_>. Zelllich solle die Zuckerung nur bis zum 31. Dezember gestattet werden Znteressant war es hierbei, daß fid) nur eine rinne Majorität auf den Standpunkt der Winzer des Moselgebiets stellte, die aus dem Verein ausgetreten find, litnmal gezuckerte Deine sollen nach dem Wunsche oes Dcutickren WeutbauvereinS nicht nocki einmal gezuckert werden dürfen Znbezug auf die Ix*flaration-> pstickst für veränderten Wem 6 des Liiüviuiäi wurde eine Einschränkung t>cv Ennvurss beschlossen. Es soll verboten sein, gezuckerten Wein unter einer Bezcickmung zu verkaufen, die auf Reinheit des WeineS ober besondere Sorgfalt bei der Gewinnung der 'L rauben einen Schluß zu ziehen gestattet. Dagegen soll es erlaubt fein, in der Benennung solcher Weine eine Traubenforte, einen Jahrgang, eine WembergStage, und einen Weinbergsbesitzer anzugeben.
Wegen der vorgerückten Stunde tvurden daraus die Verhandlungen abgebrvdien, die am Montag foNgesetzt iverben. — veute nachniittag um 5 llbr fand em großer buu'iiidxn: Festzug nach Lnttvürfcn des MuiiftiitalirS Fraukenbach Wiesbaden statt, an dem sich die meisten Wiiizerveretne des Ntzcingaucs beteiligten. — Der Zua zerfiel m zivei Abteilun^n. von denen die erste der Geschichte Rechnung trug, während die zweite Szenen au» dem Winzerleden zur Tarsdilung .rackste Hewlde zu Pferde und Fanfarcnbläfer eröffneten den Zug, und in malerischer Prackst folgten bann die Festwagen.
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. S. u. H. Eltville a. Rh, 17. Aug.
Der 'Deutsche Weinbau Verein setzte heute vormittag feine Berhaudttrngen fot: Tcu Vorsitz führte 'ifcidhJtaabgeordneter Ir. Blaukenhvru '.’.’lüUl im 1- Zn dec Beratung ds
Weingesetzentwurfs wurde heute rvn.jt ■ bre - Der j 16 bctrtfh die Benennung der BersctziuttU'eiw:. Ein 11.i m in von Weincii
aus verschiedenen Deinbauged.eten ist gestattet, i-boef» mmb der Wein r.cdi einem Menge oder Art bestimmenden Anteil bezeichnet TT erben. Benennung einer Lage ist gestattet, wenn die Venwnitt- Tveine aus bermdbat Weinbau gut itimrncn. Ter groge Anteil der Bersckn'.'tweme soll iur die Lager.-Bezeichnuu,t matzgebend sein 2t: 7 bis 16 wer-xTi ebne zcL-anc gut geheißen A. 1<
banbeit von ber Outirr.trolle, btc w eingerichtet iperben wll, baß stündlich der technisch und kauwtnnt'ch gebildete Revisor Ueberolick erhält. Der § 19 enthält die Forderung einer Keller- kouirotte im Hauptamt, die einheitlich tm ganzen Reiche organisiert werden sott. Jedoch sslin nur Sachverständige m:i der Ksnriolle beauftragt werben Tiefe beiden Beftmmungen imben bte Bllllzung der Versammlung Auto mit den im Gesetz vorgesehen u scharfen Strafbestimmungen vt bie Gcnetalver'ammlung cmrrrftanb.n, sie wünscht sogar, saß bei Seinüredungat unter ollen Umstünden aus Freie. tsstrafe erkannt wird- Von der Bestrasung ausgeschlossen »oll sein, wer »einen xunben vorher von der Zuckerung Mlltellung macht, c^eschmierte Weine sollen unter allen Umjunbcn vernichtet iverben und gegen eine Weiter- oerwenbung für die Verbrennung fpr'.ctzr man sich entschieden aus. — Ein Humorist unb Menschen'reund wünscht m ber Diskussion, man solle bie geschmierten W ine dem Militär zur Verfügung stellen oder in den Rtzetn schütten. Letzteres roitbjcbod) im In- ter esse ber Fischzucht sür unzulaiiig ctflan. — Das Gesetz fott eine nicht zu kurze Karenzzeit erhalten, bamit die Produzenten sick) daraus einrichtcn können. Tie Turchberatung des Wein- gesetzeS war hiermit beendigt, und die Versammlung beschästigte sich cuf Antrag deS Präsidenten mit ber Frage ber Weinsteuer.
Auf Antrag des Präsidenten wurde folgcnbc Resolution zur Diskussion gestellt:
Tic in Eltville tagende Generalversammlung deS Deutschen Weinbau-Vereins spricht sich ctnftunmig _gegcn eine Wemstcucr in jeber Zvrm aus, auch gegen eine Flaschenwe 1 nsteuer, die den besonders bedrängten QnaUtätsoau schwer tressen mußte.
Zn ber Tisfussurn wünscht ein Wcinkvnsumcnt eine Steuer im Znteresse einer besseren ökontrolle. Tiesem Wunsch nnirbe vom Vorstands tisch durch den Reichstag öabg. Schüler (Freiburg i. Br - energisch Widersprocben. Tie Resolution wurde barau* einstimmig und mit großer Begeisterung angenommen. Nachdem noch besck)lossen, baß der nächste Weinoau-Kvngrcß in Bingen a. Rhein stattsi/iden soll, war die Tagesordnung erledigt- — Nach Schluß der Generalversammlung »prach Tr. Lüstner von der Kvnigl. Lehranstalt für Wein-, Sb ft- und Gartenbau in Geisenheim a. Rhein über die diesjährigen Ersahrungen bei der Reblaus-, Heu- und Sauerwurni-Bekämpfung. Zn dem Referat, das lediglich sür Fachleute bestimmt war, traten viele neue Gesichtspunkte zutage, bic eine eingehende Würdigung der Versammlung sanden.
Heute und morgen finden Wcinproben sowie eine Rheinfahrt durch das Rheingebiet nach Aßntannsliauscn statt.
Da; neue türkische Programm.
Mit einem wahren Feuereifer gehtS jetzt in der Türkei an die nähere Ausgestaltung ber durch die neue Freiheit geschaffenen Lage. Außerordentlich sympathisch berührt vor allem das soeben bekannt gewordene Programm deS neuen türkischen Ministeriums; nach den letzten ^Meldungen hat man auch schon angefangen, dieses Programm in bie Tat umzusetzen.
In dem Programm heißt eS:
Das Ministerium hegt ixe feste Absicht, bie Staatsgcschäf'te unter voller Wahrung ber souveränen Rechte des Sultans, der 9techte des MinifterrateS uns des Parlamentes, sowie occ allgemeinen Rechte bcs Volkes zu leiten, llnt ber gegenwärtigen finanziellen Notlage bis zu einem gewissen Grabe ab- zuhelsen, soll bic große Zahl der Beamten in cutipredjeiiixm Maße beschränkt und ihre unverhältnismiitzig hoben Gel-alte sollen herabgesetzt werden. Um einigen bringltdKn .Ausgaben nachzu- tontmen, tSerben wir uns bemül-en, eine kleine Anleihe ans- zunehmcn unb nach Möglichkeit Ersmrnisse zu mad>cn. Audun Militärdepartement werden Ersparnisse gemad?t werden müssen. Tie Vermehrung bet Staaiseinknnfte soll einerseits, ohpe Saß neue Steuern gesck-asscn werden, durch Reform der gegenwärtigen Steuern, burd) bie Verde iscrung de» Systems ber Stcuererl-ebuitg und burd) Erneuerung ber Handelsverträge, anderseits durch daS Aujsuck-en von Maßnahmen zur wirtschafttid-cn Hebung des Landes erreicht werden- Das '.'Ministerium wird n eiter die Frage ber Durchsuhrung ber öfsentt- Arbeiteii auf anderer Grünte läge, sowie Maßnahmcn zur Sick-erung deS Fortschrittes der Lanbwirtsd-ast prüfen unb bem Parlamente vorlcgeit, sowie bic Verbesserung bcs öf ieiulick.cn Untcrridic» unb bic Heranziehung fämtlid.cr Bcvölkerungsklafsen zuni Militärdienst vorbereiten. Tie Gerichte werben so ausgeflaltct iverben, baß fic Vertrauen einfloßen. Die Türkei will mit allen ^.Nächien gute Beziehungen aufreck-t er halten. Es wird bahin getrachtet werden, bau mit Zustimmung ber interessierten Staaten bic außerordent- lickzen Bcstimniungcn, bie für bie in bet Türkei lebenden Unter- taneii einiger fremden Staaten gellen, aufgehoben iverben, unb bie Bemühungen ber Regierung werden darauf getichtct jein, allgemein eine Lage zu sck-afsen, bie Zebermann Vertrauen cui- flößt unb felbst den örembcit bie Ueoerflüfftgkeit ihrer Privi. legten begreiflich macht.
Wenn man in bet Türkei mit dem bisherigen Ernste dabei bleibt, nützliche Reformen zu schaffen, bann läßt sich mir Günstiges für das Reich der Cltoinancn erwarten.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 18. August 1908.
□ Nidda, 17. Aug. In der nahe gelegenen Gemeinde Ramstadt ist beim Feldschütz eine nachahmenswerte Aenderung durch die Gemeindeverwaltung in die Wege geleitet worden. Dtau hielt eß für unnütz, den Feldschützen mit Stock und LcgltimationSschild in den Fluten, lediglich zur Verhütung von Freveln resp. deren Anzeigen euiherwandetn 511 sehen. Der Flurhüter ist nunmehr mit Hacke, Rechen, Baumschere, Echippeu oder Spaten, je nach der Jahreszeit versehen; hat der Sturm au Gemeinde- bäumen die Stützen umgeworfen, Bäumchen loßgerisien — der Mann hilft dem Ucbelftonbe sofort nach unb bedenkt auch, so weit cs angängig, die Schaden der LrtSeinwohucr mit seiner Abhilfe oder macht die Eigentümer aufmerksam. Bei starken Regengüssen, Schneeabgang tveist er den Wasserläufen den rechten Weg, macht sich überhaupt in jeder Beziehung nützlich. Um bic Bauinpflcge richtig auSzuüben, soll für ihn eine AnSdildung in dem LditdaulursuS zu Friedberg erfolgen. Für bic Ausübung feiner Amtspflichten erhält der Mann eine jährliche Vergütung von 720 Mark. Tie Em- richtung wird sich ohne Zweifel fegenScelch erweifen und verdient 9iachahmung.
§ HartmannShatn, 16. Aug. In der Gastwirt- schäft Aldrand vergiftete fich em 19,ähriger Bursche auS dein von hier l*/< Stunde entfernt liegenden Lichenroth nut Lysol. WaS den fimgen Mann in den Tod getrieben hat, ist bis jetzt nicht aufgeklärt.
(0 Wallenrod, 16. Aug. Alljährlich veranstaltet unser Kriegerverem eine 0cicr zur Erinnerung an jene ruhmreichen Kämpfe der hessischen Division bei MarS-la-Tour und Gravelotte. So auch m diesem Jahre. Heute, gegen 1 Uhr mittags, bewegte »ich cm stattlicher Festzug unter Vorantritt der beiden Schulklassen mit flatternben Fähnchen durch die Hauptstraßen beS Dorfe- nach dem Feftplatze am Rande des
GemernbewaldcS." Lehrer Loch hielt eine hübsche Anwrach. W Er schilderte die Taten der wackeren Kameraden am 16. un B 18. August 1870 und forderte die Festteilnehmer auf, , 8? deutscher Treue feflzuhatten an dem, roaS sie uns in icr.e Tagen auf blutiger Walstatt errangen. Dem offiziellen E der Feier folgten VolkSuntcrhattungen mannigfachster 9lr ■ Tie Schuljugend erwarb sich un fröhlichen Spiel kleine An.U denken, bic Krieger schossen nach der Scheibe, während b. H schulentlassene Jugend das Tanzbein schwang. Mit Begin N der Tunkelheit zog man ;um Torfe unb feierte im Saale E Gastwirts Post weiter.
? Atzbach, 17. Aug. Tie neu errichtete 3. LehrerftcciE wurde dem SchulamtSkandidateu Emmerich a»iS WetzlaiW übertragen. Sie sollte bekanntlich im Frühjahre durch rr; E Lehrerin besetzt werden, von welcher Besetzung die (Scmeinh aber nicht sonderlich erbaut »vor.
A Dorlar. 17. August. Gestern nachmittag rouiti unter großer Beteiligung daS neue Schul Haus femcc ><,■ Himmung übergeben. Tank der Beihilfe der Behörde ist in i M ein wirkliches MiisterschulhauS geschafien ivorden, das seinc. Erbauer, KreiSbaumeisler Witte, und der Gemeinde olle Etz., »T macht. TaS Schulhaus enthält zwei große, Helle Schulznu»., . jl mit daran anschließenden Lehrerivohnungen. TaS schmückt I HauS und seine sämtlichen Rebcnanlagcn sind eine Ziett, ? unseres Torfes. Tie EmmcihungSfeicc verlief fehr gut. E. 1 wiirde eröffnet am alten SchnlhanS. Lehrer Klotz gedach. dort dec vielen, die hier em- und außgegaiigcii feien, aus L der treuen Lehrer, die vor «hm an diefer Stätte wirkten ur;W bat bie alte Schule in treuem Andenkev zu behalten. UidiÄ Glockengcläute bewegte sich cm stattlicher Fcstzug, voran biE Kinder, nach der neue» Schule, woselbst der Gesangvere rW ^Lahntal' die Feier mit dem Chor: ,Tie Himmel rühmerM deS Ewigen Ehre' eröffnete. Die Weihercde hielt PfarraW Sohnius. Bürgermeister Braun überreichte im 'Jlanml der Zivilgeineinde den Schlüssel. Ansprechender Kinde.. und Gemcmdegesang unter Posauncnbeglcitiing verschönt« U das Fest. Pfarrer SohniuS öffnete die Tür und diJ Volksmenge strömte hinein, um daS HauS in seinem Innen V zu beschauen. Beim AiiSgang wurden die Kinder mit Bretze i i beschenkt.
[J Marburg, 17. Aug. Ein im ganzen Wittgensteine: y Land unter dem Namen ,SpatzenhanncS' bekannter Man^ der Taglöhner Ioh. Honig, ist in der hiesigen Klinik 1? H Alter von 68 Jahren gestorben. Der Verblichene hr \ früher als Wilddieb mit den Behörden manchen Straw, gehabt.
X Hanau, 17. Aug. Verhaftet wurde dahier dn j Dieuslknecht Franz Behringer auS Efchingen, der |ic S unter falschem Namen arbeitete unb vor 4 Jahren oc 21. Pionierbataillon in Mainz desertiert war. Er Hai: sich in der Zwischenzeit im AuSlande und in verschieden Gegenden TeutschlandS aiifgehalten.
Zum Lber-Mockstädtcr Fall.
Von bent Großh. hrciüanit Büdingen gvl;t uns unter aus eine kürzkich nbgibrudic Mitteilung aus dem (jticbbetec ? Hanbelska 1.imerbcrick-t iolgcnbc (hivibcning zu:
Die Großhcrzoglicßc Lxinbelskamincr Friedberg bemerkt a ihrem Zabrcsderichl sür 1907 auf Seite 8 bei Besprechung td Zufammenbruci s bcr Lbcr-'Modsrwttr Vor ck ißkasfe: „Der Ve- ein war bereits lange Zeit von dem Revifionsorroanb bcr vcu’ifd 1 Vorschuß- unb fttcöitvereine ausaeschlmseit. da er sich irübci | Revisionen iiidy gefügt unb folch nicht befolgt Halle: nm pW brüigciiber ivar bic Pslick-r bcr VerwallungSvehoroc, für gciiugm« Aufsid-t dieses sog. ivüben Vereins zu sorgen "
Die Handelskammer macht uns also ben Vormurs, nutzt sll 1 genügende Aufsicht bet Vorstyußkasse Lbcr-Mockstadt gesorgt, ic« burd) unsere Pflicht verletzt zu Haven unb nittschuldig an burd) ben Zusammenbruch verursachten Unglück zu fern De»> ■ gegenüber stellen nhr fest, baß ben Kreisänllern keinerlei <-• licht stech: unb ►rilid>t gegenüber den Votichußkassen zustehl, ihp-- aud) keine 'liachtichlcn von Rcviiisncn ober B.ovad-lungvn über iba i^eschäftssührung zugehen. Tie Vorgänge bei ter Mockst-.S- Kasse, ihr AussctzluU vom RevisionS. crbanb? ist uns vor d v Zusammenbruch üderhaupl nichl befniim gciDcfcn. Wenn wir all erlauben wollten, über Geschaiic bei bcr Äane Auskunft zu »-• langen, Einsid)t von den Biutzern unb Priuung ocr Kasse zu nehmen, jo mürbe di S bic Kusjevcrivaltnng einfach adlchnc: können als ein Uebergtin bcr Behorbe. Wie fottten mir da fit eine „genügende Aussicht sorgen?"
Die Aussassung ber Handelskammer hätte bie KvnseauaizW daß mir aud) bei einem Händler, bet schon wegen Wucher ei: Untreue bestraft ist, zum Schutze bcs PnvttkuinS für „genuaa Aussicht sorgen" mufften, 11x1111 er auch noch meliere GZti: treibt. Die Meinung ber HaiibelLkannncr ist also reck-tSirtui^- <' lick-: fic ist aber auch iiuerch'am, insofern eine liberale xvtt> rarion hier eins staatliche Beyörde iur eine vollständig freie Uihgung ber SdbftDeniahung veranUvortlich machen mitt, tti) tciib doch gerade von diefer Selle gerne eine staatliche flunU als Bcrormunbung unb Ucdergrisf beanftanbd unb iuräcfgcmirf-i wirb unb bet Gruubsatz des laisfez aller, laissez faire bett- I ivirb.
Wir weisen ben Angriff bet Handelskammer Friedberg <U leichtfertig und vollständig unbegründet aufS entsck-icocnjte hiev mit zuruck.
Büdingen, den 17. August 1908-
Großhcrzoglich.'S KrciSautt Büdingen.
B 0 e ck m a n n.
' . ■ ■ X______uw
Kleine Tagcochrotiit.
Rybinsk ist durch ein unerhörtes S tttl i chkeitSve:« 8 brechen in Aufregung Jin Baskakowschen Älnberainl ivk13 auf Klagen bet Kinder eine ärztliche Unlerfuchuna aller Kist i votgrnommeil, mobei es sich hcransstettte, baß elf Mädchen d 'Älter von b bis 13 Iahten gud-uncet waren Vergangen an Kindern hat »ich der Tirektor bcs Asyls, Makatom, tut Arzt, C i ^aun von 5s Jahren. Währeno ber Ausbeckung des Verbrech»:« ivar er aus Urlaub in Petersburg. Der Unicrfud)ung4nda: richtete nach Petersburg den Befehl zu seiner Verhaftung unb Vi*- Ueferung nach Rybinsk.
On bem i'pau. Torfe ö a ft i n c i r c Proo. Lrense, mut»: burd) Jener 32 Häuser zerstört. Es mürben mehrer: Pers«: schwer verletzt. Ter Materialschaben ist fehr bcbcuicil
Lingefandt.
Jür Form und Inh-^tt ui.Lt r. .. Rubrik stehenden «rcft adern... oft ore Rcbattivu oem butzttkum gegenüber (cinerte
Berantwortung.)
3u bet für Gießen prvjeftietten eletir.scheu Straßenbahn nuJk ”> die für bic AuS'ührung in Frage loinm.iioen Herren auf «r Baön aufmerksam mactzen, welche m. E- den Anforc^rungcn eirt nntHeren Stabt in bet besten Weis.- cnhprid): TaS ift v- Elcktrijchc in Raum bürg an bcr Saale Zch kenne m 2h> unb Mmcioeutlchlano fast alle clcnrijdv.i Bahnen unb bie a ben kleineren stooten hoben alle den einen Nachteil, daß v: Führer des Wagens durch bic notwentigc xon trolle in ,rsn Auimcrttamkeit immer gciiori ift. Zn Gieße» ovionberi lei in dir,er ^at»ache eine bircOe Gefahr — man oenft an tie bürg setrersu^g ufw. — Run jucht man ia stets burd) si
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