Ausgabe 
18.8.1908 Erstes Blatt
 
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Grönland-Expedition! ab, in denen über die Mittel und Wege beraten wurde, wie

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Der vierte internationale Esperanto­kongreß ist am 17. d. M. in D r e s d e n eröffnet worden. Als Dr. Zamenhof, der Erfinder der Weltsprache, mit dem Oberbürgermeister Tr. Beutler den Saal des Vereinshauses betrat, erscholl minutenlang brausender Beifall. Colonel Pollen-London eröffnete den Kongreß als Vorsitzender des 3. Kongresses und gab dann das Amt an Tr. Myß-Hamburg ab. Geheimrat Lange sprach im Auftrage der Ministerien des Kultus und des Innern Und feierte die Esperanto als Hilfssprache, um die Völker der Erde zu verbinden. Prof. Bourlet-Paris übertrug die Rede in Esperanto. Unter dem Jubel aller Anwesenden sprach sodann Dr. Zamenhof über den idealen und realen Mert der Esperanto und hob hervor, daß dieser Kongreß zum ersten Male von Regierungen unterstütz: werde. Ani Nachmittag hielten die Internatio­nale Gesellschaft der Wissenschaften, die Internationale Rote- kreuzvereinigung, die Internationale Polizeivereinigung, die .Esperantisten und der Deutsche Esperantistenbund Sitzungen

das Esperanto zu den Zwecken der genannten Vereinigungen ausgenutzt und in deren Kreisen verbreitet werden kann.

Giessen.

17. August, l.lu Ubr.

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Neue versuche zur Verständigung.

Ter englische Schatzkanzler Lloyd George kommt nach Berlin. In den Zeitungen hat man hierüber schon viel hin und her geredet und sich über den eigentlichsten Zweck dieses Besuchs den Kopf zerbrochen. Offiziös hieß cs, daß Lloyd George die deutschen Einrichtungen für Altcrsfürsorgc studieren wolle. Diese Erklärung befriedigte nun die miß- begierigen Politiker sehr wenig, denn eine andere Erklärung lag doch viel näher: man vermutete, daß sich der englische Schatzkanzler in Berlin mit den maßgebenden deutschen Staatsmännern über eine deutsch-englische Verständigung unterhalten wolle. Nach den vielen Beschwichtigungsreden englischer Staatsmänner in letzter Zeit lag ein solcher Er­klärungsversuch nahe genug. Sogar die Möglichkeit einer deutsch-englischen Entente war ja von einem englischen Staatsmanne besprochen worden, und dieser Staatsmann war eben kein anderer als Lloyd George, der im englischen Kabinett jetzt als der geeignetste Mann gilt, die Stimmung in Deutschland für eine Verminderung der Flottenrüstungen zu ergründen. In Londoner politischen Kreisen wird die Reise des Schatzlanzlers Lloyd George nach Berlin in un­mittelbaren Zusammenhang mit der Lronberger Begegnung gebracht. Man glaubt, daß in den dortigen Besprechungen der Grund zu der praktischen Verfolgung des Gedankens gelegt wurde, der Lloyd George, schon seit längerem aufs angelegentlichste beschäftigt: der Verständigung über Um­fang und Teinpo der Flottenneubauten.

Als ein Mittel, um Lloyd George die Wege in Berlin zu ebnen, wird die jüngste Rede des englischen Handels- ministers Churchill bei einer Bergarbeiterkundgebung in Swansee angesehen. In dieser Rede hieß es: es sei höchlichst zu mißbilligen, wenn jemand versuche, den Glauben zu erwecken, daß ein Krieg zwischen Groß- britannienuudDeutschland unvermeidlich sei. Tas sei der reine Unsinn. Es gebe nichts, um das gekämpft werden müsse, oder was des K ä m p - fens wert sei. .Handelsminister Churchill sagte ferner in seiner Rede, er sei erstaunt und betrübt über die wilde Sprache, deren man sich in Bezug auf Deutschland bediene. Er meine insbesondere die kürzlich von Lord Cromer im Oberhaus gehaltene Rede. Die Lärmmacher, fuhr der Minister fort, haben keinerlei Grund zu einer Panik. Dieses Land ist eine Insel. Keine Regierung, die vielleicht in naher Zukunft am Ruder sein mag, wird auch nur einen Schritt von der Flottenpolitik abweichen, die uns vor einer Invasion von außen in der Tat sicherstellt. Alle Parteien sind verpflichtet, diejenigen vernunftgemäßen Maßregeln der maritimen Verteidigung zu fordern, welche die Entwicklung dieses Landes sichern und die uns von dem Kurs des Militarismus, wie er auf dem Kontinent herrscht, befreien, die aber niemals für irgend eine andere Großmacht der Welt eine Drohung bedeuten. Ja, in zweiter Linie sage ich:Es gibt keine Kollision von elementaren und hervorstehend wichtigen Interessen zwischen England und Deutschland. Ja, in allen Teilen der Welt gehören die D e u t s ch e n z u u n s e r e n b e st e u K u n d e n. Wenn ihnen etwas zustoßen würde, wüßte ich nicht, wie wir den Schaden für unseren Handelsverkehr wettmachen könnten. Ta für

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Die Grönland-Expedition Mylius Erichsens.

Heber die Schicksale des dänischen Grönlandforschers Mylius Erichsen und seiner Begleiter, deren Tod jungst festgesiellt wurde, erhielt das Komitee der Danmark- Expedition aus Aalesund einen telegraphischen Auszug aus beift Bericht des Kapitäns Trolle, welcher der verun­glückten Expedition auf die Spur kam. Die Expedition erreichte das Land am 12. August und auf der Koleweg- infet unter dem 76. Grad 20 Minuten nördlicher Breite an Land. Die Expedition ging darauf weiter nordwärts, bis sie auf undurchdringliches Packeis zwischen dem Kap Marie Valdema und der Orleansinsel stieß. Mit dem Sck)iff wurde der 77. Grad 30 Min. nördlicher Breite erreicht und Station bei Kap Bismarck gemacht. Nach verschiedenen kleinen vorbereitenden Expeditionen wurde am 28. Marz 1907 eine große Schlittenexpedition nach der Nord spitze Grönlands angetreten. Diese bestand aus 10 .Hunds­gespannen in vier Abteilungen. Diese standen unter der Leitung von Mylius Erichsen. Eine Abteilung er­reichte den 80. Grad 13 Min. und nahm Karten über die große Inselgruppe zwischen dem 78. und 79. Grad auf. Die zweite Abteilung erreichte den 80. Grad 40 Min. und machte beim 80. Grad Kartenaufnahmen. Tie dritte Ab­teilung erreichte Kap Bridgman 83 Grad 50 Min., fand dort den von Peary dort niedergelegten Bericht aus und machte Kartenaufnahmen von der Nordoftküste von Pears- land. Die dänische Flagge wurde gehißt und das Land, dem der NameKong Fred er ik VIII. -jnb gegeben wurde, in Besitz genommen. Mylius Erichsen ging westwärts durch den Peavyskanal, bloch nordwärts. Später trafen sie sich bei der Mündung des großen diorD wieder, den Mylius Erichsen Tanmerkfjord nannte, koch kehrte darauf zum Schiff zurück. Mylius Erichsen wollte noch einige Tagereisen am Pearytanal lveiterziehcn, tonnte dann aber nicht zurückkehren. Tie Sommerzeit machte es augenblicklich unniöglich, ihm zu Hilfe zu kommen. Am 29. September wurde eine Hilfserpedition mit drei Schlitten­abteilungen entsendet. Eine Abteilung kehrte am 2.. No­vember vom 80. Grad 13 Min. zurück, wo die Weiterfahrt durch offenes Wasser verhindert wurde. Im d^ovcmber wur­den die Depots nordwärts verstärkt, uni Mylms Erichsen die Rückkehr zu sichern. Ain 10. März 1908 ging eine neue Hilfsexpedition unter Koch ab. Die Reise erschöpfte Die letzten Kräfte der Expedition, indem von 28 Hunden Die besten 20 eingingen und die besten Materialien auf dieser Reise verbraucht wurden. Auf dieser Reise fand man Bron- lunds Leiche. Die Expedition hat im großen und ganzen ihre Aufgabe programmäßig gelöst. Die Heberlebenden sind gesund.

Das Komitee der (-----

erhielt ferner von Kapitän Trolle folgenden tele­graphischen Bericht: Ter Expeditionsleiier Mylius Erich­en samt Hagen und Broenlaud trennten sich am 27. Mai 1907 am Peary-Kaual von Kochs Schlittenabteilung. Nach- >em sie durch Kartenaufnahmen bis Ende Juni aufgehalten worden waren, verhinderte die ^Schneeschmelze die Rück­reise; sie waren gezwungen, den Sommer über 125 dänische Meilen vom Schiff entfernt zu bleiben, ohne Proviant und Petroleum, lediglich auf Jagdglück angewiesen. Infolge unergiebiger Jagd waren sie bei Beginn der Heimreise am 19. Oktober, die sie mit vier Hunden antraten, entkräftet. Wahrscheinlich reisten sie auf kürzestem Weg über Inland­eis; sie marschierten unter verzweifelten Ver­hältnissen bei Mangel an Proviant und Fuß­bekleidung. Durch zunehmende Dunkelheit und Kälte wurde ihre Kraft gebrochen. Ungefähr 40 dänische Meilen über das Inlandeis vvrgedrungen, suchten sie wahrscheinlich nach einem Ort, an dem die Resultate ihrer großen Arbeit aufgefunden werden konnten. Sie wählten hierzu das Depot auf dem 79. Grad. Erichsen und Hagen starben vor der Erreichung ihres Zieles; nur Lroenland erreichte den Depotplatz, setzte sein Testament auf und schrieb die letzten Berichte in ein Notizbuch. Darauf legte er sich resigniert, mit der Büchse auf sich, nieder und erlitt den Tod durch Erfrieren. Aus dem Notizbuch geht tzer- vor, daß Hagen am 5. November starb, Erichsen ungefähr zehn Tage später. Broenlaud ist begraben worden, Hagen und Erichsens Leichen waren bis dahin unauffindbar, da alles mit meterhohem Schnee bedeckt ift.

Drahtlose Telegraphie. Tem Tirektor des Aachener meteorologischen Observatoriums, Tr. Polls, gelang es, bei seiner Studienreise auf dem Atlantischen Ozean, die Wetterlage auf dem Ozean zwischen Europa und ben Vereinigten Staaten von 9torbamerifa mit Hilfe von drahtlosen Telegrammen fortlaufend zu übersehen. Er konnte während der Fahrt von Hamburg nach Newyork auf dem TampferKaiserin Augusta Viktoria" der .Ham- burg-Amerika-Linie tägliche Wetterkarten von diesem Teile des Ozeans entroerfen, indem er die Wetternachrichten der Schiffe, die den SbirS derKaiserin Auguste Viktoria" kreuz­ten, und Telegramme jiber die Witterungsverhältnisse an der europäischen Küste benutzte. Es gingen täglich etwa fünf derartige Wettermeldungen von Schiffen ein. Tie Telegramme über die Wetterlage an der europäischen Küste wurden vom meteorologischen Observatorium in Aachen mit Hilfe des Ziffereodes zusammengestellt und an die Station Clifden gegeben, von wo sie durch drahtlose Telegraphie zurKaiserin Auguste Viktoria" weiterbefördert wurden, und zwar konnten diese Nachrichten bis zu einer Entfernung von 3000 Kilometern übermittelt roerbeit Sie langten am Bestimmungsorte gut an. Tie Versuche mit drahtloser Telephonie nach dem System des Professors Majo­rane zwischen den 60 Kilometer von einer der entfernten Stationen Montenarie und Porte d'AuriS haben, wie aus Rom gemeldet wird, sehr gute Resultate ergeben. Die ge­sprochenen Worte waren deutlich zu verstehen.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissen­schaft. Zwischen dem Monte Rosa und dem Observato­rium Gnisfetti in einer Höhe von 4559 Metern ist die Höch st gelegene Telephonleitung Europas in Betrieb gesetzt worden. Außerdem hat der italienische Phy­siker Maiorama zwischen dem Monte Mario und dem Orte Anzio eine drahtlose Verbindung hergestellt; die Ent­fernung zwischen beiden Orten beträgt 60 Kilometer. Der Erfinder Edison hat seinen Freunden mitgeteilt, er ge­denke, nachdem ereinVermögenvon 125 Millionen Dollars erworben habe, demnächst sein Laboratorium zu verlassen und die(rrfinöerfarriere" aufzugeben. Er werde sich mit rein wissenschaftlichen Forschungen befassen und die Haridelsinteressen außer acht lassen. Im nächsten Jahre werde er einen längeren Aufenthalt in Europa nehmen. Aus Darmstadt wird gemeldet: Es wurde beantragt, zu Ehren Josef Olbrichs einem Straßenzug auf der Mathildenhohe, wo sich die Künstlerkolonie befindet^ ben Namen Olbrichweg zu geben.

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buTtion unb Verkehr mit Wein. Im einzelnen sind indes zu den willigsten Bestimmungen des Gesetzentwurfs nachstehende Ab- ändcrungswünsctx' zu äußern.

Zu § 2. Es ist unverzügliche Einführung des Verbotes des Verschnittes von Weißwein mit Rotwein und bis zum 5»irau- trclen dieses Verbotes die Einführung einer Dekuiratiouspflichr dieser Verschnittwcine bis zu den kleinsten Gebinden und bis zur Flasche zu fordern. - u . r,

Zu § 3, Abs. 1. Die deutichcn Winzcrgcnoyemchasten ,ehen es nach wie vor als ihre Pflicht an, nur naturreine Weine Inr- zustetlen und das Verständnis für ben Wert naturreiner Weine Ilänbig in ben Kreisen der Konsumenten zu fördern. ES empfiehlt baber der 3. deutscl>e WinzergenossensänUtstag ben ^in- zergenossenschastcn und allen sonstigen Produzenten von natur­reinen Weinen, durch Kennzeichnung ihrer Erzeuginsie alsnatur­rein" diese unter den vom Gesetzgeber in § 5 des Entwurw ge­wollten Schutz zu stellen. Trotz dieses grmidlätzliäicn Stand­punktes erklären sich die Winzergenosscnschastcn aus solidarnchein Interesse für die Zulässigkeit eines Zusatzes. von Zucker in wässriger Lösung bis zu höchstens 20 Proz. des fertigen Produkts bei solck)en Weinen, wclck>e einer Verbesserung bcdur,en.

Zu 8 3, Abs. 3. Die Zuckerung soll nur bis zum 31. De­zember jeden Erntejahres zulässig sein. i .. . ra

Zu 8 4, Abs. 1. Die vom Bundesrat zu treffenden Be- stimniungeii über die anerkannte Kellerbclianblung der Weine ind nurnach vorherigem Anhören von sachverständigen aus dem kreise der korporierten Winzer und Wcinhänbler" anzuordnen.

Zu § 5. ES ist verboten, gezuckerten Wein (§ 3) unter einer Bezeichnung feilzuhalten oder zu verkaufen, die aus Reinheit des Weines oder aus besondere Sorgfalt bei der Gewinnung der Trauben beutet. Hingegen ist cs gestattet, in der Benennung folgen Weines eine Traudcnsorte, einen Jahrgang, eine Weinbcrgslage anzugeben. Wer Wein, Traubenmost- oder Traubcnmaiiche vcr- kaust, ist verpstichtct, dem Käufer auf Verlangen vor der Heber- gäbe mitzuteilen, ob der Wein gezuckert ist, uird Jicb beim Er­werbe von Wein die zur Erteilung dicfer Auskunit erforderliche Kenntnis zu fiebern.

Zu § 6. Hnbeschadet des zu § 2 geforderten Verbotes des Verschnittes von Weißwein mit Rotwein bezw. der Deklarations- Pflicht für solche Verschnittweine, ist § 6 wie folgt ru fasten: .

Geographische Bezeichnungen dürfen im Handel nut Wem nur zur Bezeichnung der Herkunft verwendet werden. Die Vor­schriften des § 16 Abs. 2 des Gesetzes zum Lckmtze der ^Waren­bezeichnungen vom 12. Mai 1891 (Reichs^Gesttzbl. e:. 411) und des tz 1 Abs. 3 des Gesetzes zur Bekämpiung dcS unlauteren Wettbewerbes tioni 27. Mai 1896 ^Reicl>s-Gcfetzbl. 14o) finden auf die Benennung von Wein keine Anwenditng. Em Verichnitt aus Erzeugnissen versckiiedener Weinbaugebiete darf icdoch nach dem für die Art bestimmenden Anteile benannt werden. Es ist gleul;- falls gestattet, in -hergebrachter Wcii.- die Namen einzelner martungen zu benutzen, um gleichartige und gleichwertige Erzeug- misse anderer Gemarkungen des betrefsendcn Wembaugebietes zu bezeichnen. Die Angabe oder Andeutung einer besonderen Wem- bergslage innerhalb einer Gemarkung ist nur dann zulässig, wenn der Wein oder der Verschnitt ausschließlich aus Erzeugnisten der betreffenden Weinbergslage oder aus gleichartigen imd gleich­wertigen Erzeugnissen derselben ober einer benachbarten Gemarlung herrührt. Auf den Ersatz des natürlichen Schwundes des iiir Fasse lagernden Weins durch ähnlichen Wein finden bie Be­stimmungen dieses Paragraphen keine Anwendung.

Zu § 12. Die geeigneten Einrichtungen zur Mntrollc des vom Ausland eingeführten Weins sind nicht dem Ermesfen des : Bundesrats anheimzugeben, sondern im Gesetz festzulegen.

Zu 8 17. Es wird für geboten erachtet, daß die vom Bundcs- . rat zu erlassenden Bestimmungen über bie Führung der Bucher

lektriz. Labmeyer. lektriz. Schlickert.

schweiler Bergwerk .

ambnrg-Amerik. meu ? arpener Bergwerk. aurabütte.

erlinei Handels^ larnistädter Bank .

leutsche Bank . leatscb-Asiat Bank )iskoBto-Komui8ndit.

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die materiellen Interessen keine Gefahr vorhanden sei, würde i von einem Kampf zwischen den beiden Ländern kein anderes > Resultat zu erwarten fein, als höchstens eine der furcht- 1 barsten Katastrophen. Einfältige Leute haben ge- , meint, es lohne sich, um des .Handels willen zu kämpfen. : Tas lohnt sich nicht im geringften; ein Kampf von einem Monat würde mehr Reichtum zerstören, als der Handel in fünf Jahren hervorbringen kann. Man hat uns gesagt, die Kolonien könnten uns abspenstig werden. Nichts könnte sich an dem Schicksal der größeren Gemeinwesen, wie Kanada, Australien, Südafrika unb Indien ändern, wenn sie ihre eigenen Wege gehen und ihrer eigenen Bestimmung folgen, lvas nicht als Resultat eines Kampfes zwischen den europäischen Mächten sich gleichfalls daran ändern müsse. Was bliebe als Preis des Kampfes zwischen England und Deutschland? Nichts als tropische Plantagen und kleine, hier und dort über die Welt zerstreute Kohlenstationen. Mag auch das Schnappen und Schnurren in den Zeitungen und Klubs von London immer so fortgehen, die beiden Völler haben tatsächlich nichts, worum sie känipfeu könnten, keinen Preis und keinen Platz, in dem ein Kampf möglich wäre. Es wird in Deutschland keine zehntausend Personen geben, die ein solches höllisches, verruchtes Verbrechen ernst­lich in Betracht ziehen. In England, glaube ich, nicht einmal so viele."

Das sind sehr vernünftige und bemerkenswerte Worte, unb sie bekommen ihre besondere Bedeutung erst recht, wenn man sich entsinnt, wie gerade in letzter Zeit in Eng­land wieder gegen uns gehetzt worden ist. Nachträalich hat man es auch erfahren, mit welcher boshaften Schaden- fteude die Engländer die Nachricht vorn llnteraange des Zeppelinschen Luftschiffes ausgenommen haben, das ihnen bereits eine ernsthafte Gefahr für die Zukunft der eng­lischen Heberlegenheit zur See bedeuten wollte. Selbst em so taktvoll geleitetes Blatt wie dieWestminster Gazette", das vornehmste Organ der Regierungspartei, gewann es über sich, die Katastrophe von Echterdingen als Blamage der englischen Militäralarmisten freudig zu begrüßen. Von Blättern wie dieTimes", läßt sich natürlich von vorn­herein nichts anderes erwarten als Schadenfreude.

Wird es dem englischen Schatzkanzler unter solchen Hm- ständen in Berlin gelingen, die Grundlage für eine wirkliche unb ehrliche Verständigung zwischen Deutschland unb Eng­land zu finden? Wir werden es ja sehen. E. A.

Beschlüsse tes Dritten Deutschen Winzergenosienschastr- tages zum Weingesetzentwurs.

Am 13. b. Mts. sand in Mainz unter bem Vorsitz des Generalanwalts Geheimerat H a as-Darmstadt der vom Reichs­verband der deutschen landwirtschastlicheii Genossenschaften em- berufene dritte deutsche Winzergenossenschaftstag statt.

Die Versammlung war sehr zahlreich von Wmzergenofsen- schasten aus nahezu sämtlichen deutschen Weinbaugebieten be­sucht. Die eingehenden Verhandlungen führten zur Annahme nach­stehender Resolution: _

Resolution. Der 3. deutsche Winzergenoyenschaftstag begrüßt den vorliegenden Entwurf des Weingefetzes als eine im allgemeinen geeignete Grundlage für die im Interesse der reellen Produktion unb des reellen Handels gelegene gesetzliche Regelung von Pro-

Nr. 193 Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 18. August 1908

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