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17.9.1908 Erstes Blatt
 
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Beratungen aus Don

hm G* . Uhr würben daraus di nerStog coimitidg vertagt.

den ü> c n e n iv (t v t S ft d a i

traurige Parte» lein, wenn wir «licht auch auf u m g e ft n 11 e n £> c th w t v t e n

ftaai Dcrroeiflcru ? Karl #aut»fn will e5. Ta- gibt aber einen unlösbaren tiiöerfprud). Äautlfo hat sich bie GteimDlage zu feiner theoretischen Bildung doch auch au' den Umoerfitäien des 5Uoficn- floate3 geholt. Ader wenn alle Akademiker, die zu unS konrnien, nur grau m grau malen, ebne 2?erüd«~id)tigimg der realen kl:r- hältmfje, dann icäre es v elleicht im Interesse der Panei. wenn man 0:e 5ht:el für die Universitäten verweigern würde. (Grove Heiterkeit.) Nächsten- werden wir einen bäuerischen Lehrer aIS Ran en. Wir halten c-3 ^Uch» daß er

in ferner Stellung bleibt. Wir baten mit vielen unhaltbaren Zu- landen aufgeräumt. Selbstverständlich stehen die erreichten Bor- tci.c weit hinter dem zurück, wa5 wir als Sojiideniokrateii ver­langen. Wertet die Ne.chStagSfraktion nicht aber auch polnisch? Welche Stellung hat fie denn zum tirafen Pofadcwrky »uient em- genommen? Idir haben politisch unterschieden; fönst wären wir der Stellung unfähig gewejeii, die wir bekleidein Wir dürfen nni nicht an die Zwirnsfäden bloßer Formalitäten hängen. Wir haben auch nach der Lübecker Resolution gehandelt. Tenn wenn wir gegen das Budget gestimmt hätten, bann würde da-: alte genehmigt worden fein. Tamm haben wir mit Recht dem kleineren Uebel zugestimmt. Genosse Joost (Gotha) vertrat in Lübeck gleich nach Bebel den etanDpiinfr, der dem unserigen gleicht, und fein Mensch hat ihm widersprochen. Jetzt will man durchaus Bayern, Baden und Württemberg verurteilen. Lachsen und Gotha nimmt man aber an*. In Gotha trat 1902 der erste Sündensall em. flem Blenfch regte sich auf. So macht man Unterschiede. Tic wachsen schlawn bei welterschü'temden Ereiguinen, sie winen nicht, «vaö sie hm. Sic roiütu nur, daß wir aus der Panei anSgefchlosscn iverden müssen. (Große Heiterkeit.) Wir müssen auch im GegenwartSsiaat möglichst Zweckmäßige- für die Arbeiterkreise heranholen (Beifall). Unjeic heutige Anfsassung oeckt sich völlig mit den Ausführungen Bebel- aui dem Inter» uationaten Kongreß in Pan- im Jahre 1889. Und in Erfurt hat Bebel erklärt: Ten großen Anhang haben wir niirx weil die Arbeiter sehen, daß rott praktisch für sie tätig sind, («turnnsches Hört! Hört! bei de.« Süddeutschen), weil wir sie nicht ans den Zuknnltsstaat verweiset«, von dem wir nicht wissen, wann er kommt. ,Erneutes stürmisches Hört! Hört! bei den Süddeutschen). Durch die S o z i a l r e i o r in zum Endziel! Wir haben praktische Politik getrieben, ohne das Endziel z,l vergessen. Singer hat sich oereit eifläu, für eine RcicttepeimögcnSsletier, für eine ErbjchaitS- jteuev zu stimmen und Bebel wat seinerzeit bereit, Mittel für ein rauchlos cS Pulver und bessere Uniformen zu gewähren, um die Cpict des Krieges zu vermindern. Und erst unläiigft hat Singer 2 Millionen für Zcppclin bewilligt, obivohl dessen Versuche ifauyt- sächlich int militäriichen Interesse geschahen. Nirgends hnDcn wir also den Standpunkt, daß man dem Wegenwartdftaat feine lUittel bewilligen dürfe, und Bebel hat zngesagt, für den Etat zu stimmen, wenn vernünftige Reichsstencrn emgciiihrt werben. Entweder eine selbständige parlamentarische Vertretung ober gar keine. W t x lassen uns unser Recht nicht beschranken. Persön­liche Verständigungen lassen wir zu, aber sonst keine Beein- iliissungen! EssollteleineHerrscher nnd ketneBe- h errichte bei und geben. Tagegen werben wir un5 aii6 benw- Italischen Gründen bis anfS äußerlte wehren. (Stürmischer Bei- fall bei den Süddeutschen). Ich bin fein PaNikulanfl, aber nach Lage der Verhältnisse gibt es keine andere Haltung al- die, die wir einnehmen. Die Resolution bcS Parteivorstandes i ft für unS vollständig u n a n u eh mbar. Da- einzige Entgegenkommen, das «vir bieten können, ist, daß wir die Lübecker Resolutionen mit der früheren Auslegung behalten. Wir haben die eivige Resolutionsmacherei satt. (Stürmischer Beifall bei den Sübb.). Wir verlangen Vertrauen und nicht den fortwährenden Partei» Ikaudal in der verbissensten Form. Zwingen Sie, Genossen von Rorddeutschland, unS nicht Ihren Willen auf. Gegen die Reso­lution gibt cs nur entschiedenen Widerstand. Wir hoffen, daß Sie c? nicht zum äußersten kommen lasten werben. (Beifall bet den Süddentscheii, großer Lärm bei den Norddeutschen.) Sie dürfen 'ich nicht daraus stützen, daß Sie bereits gebunben sind (Lachen), Sic müssen alS freie Sozialdemokraten handeln, Sie müssen den Hut haben, ihre nach reistlicher llcberlegung und Aufklärung ge­wonnene Uebergeugung Ihren Genossen gegenüber zu vertreten. <Beifall.) Wenn Sic bet Partei einen Dienst erweisen «vollen, dann haben Sie den Mut, den mutwillig herarnbeschworenen Parteisireit wieder gut zu machen. (Stürmischer langanljaltenbcr Beifall bei den Süddennclicn. Endlose Hochrufe, auch der Zu­hörer, auf Timm. Tie Norddeutschen bewahren eisige-Schweigen..

Darauf wirb bi; Beratung abgebrochen und auf Nachmittag vertagt. Der Vorsitzende Singer teilt bann noch mit, bau ber üb­liche Parteitags Ausflug, der für fnorgen Nachmittag m Aussicht genonnnen war, wegen dringender Geschäfte nicht stattfinden kann.

N a ch m i t t a g s s r tz u tt o.

Noch vor Beginn ber heutigen Nachmittagssitzung hatten sich Delegierte in großer Zahl im Herkules-Vclodrvm ein gefunden, die die durch die bestimmte Erklärung TimmS geschaffene Lage eifrig erörterten. Zu Beginn ber Sitimg lag jur Frage der Budget­bewilligung ein Antrag Frohme vor, iporrod) die Lübecker Resolution bestätigt werden soll, die Fraktionell der Ein-cllcmd- tage sich aber bei einer notwendig erscheinenden Zustimmung -um Budget vorher mit ihren Landecv-erbäncen und dem Parteivorstand verständigen sollen. Weiter liegt ein Antrag ber Minori» täten der 'bayerischen und badischen Landtags s r a f t i o n c n vor, die gegen die Budgetbewilligung gewesen sind. Sie wollen ebenfalls längere Zeit -um Worte gelassen werben. Es wird beschlossen, je einem Verirrtet dieser Minoritäten 30 Minuten Redezeit zu getvähren.

Darauf hielt aiS Vertreter der badischen Landtags'raktion Dr. Fra n k-M a n n hc i m das Wort, ber folgendes ausführte: ES muß Sie bcbcnflid) machen, baß wir Süddeutschen m bet vor liegenden Frage nahezu einig waren. Jedes Wort der Beschimp­fung und Bedrohung, das gegen unsDisziplmarbrecher" gefallen ist, fällt auf die Ardeiterkreisc -uruck. - (Sehr richtig. Unser Entschluß ist bervorgegangen aus ernsten, ehrlichen Erwägungen. Wir waren der Meinung, daß bad Parceiprvgraium kein va > Pierncr Papst ist, sondern daß wir berechtigt und verpflichtet siiid, selbst zu prüfen, zu handeln. Es ist nichts verheimlicht war­ben. Der Äbg. Pfcmnkuch ipußic, daß wir in Stuttgart über die 6rage der Budgetbeivilligung verl^anoeln ipollten. Ter Ttartci- vorftanb wußte also Davon; vielleicht berVorworts" auch. (Re­dakteur Strobel vomVorwärts' ruft: Das ist eine Infamie! Großer Lärm. Von'. Singer: Wir wollen doch die Situation durch icmperamcntDolb* Zwischenrufe nicht noch versä>ärscn. Dr. Frank-Mannheim (fvrtfabrenb : Sie dürfen uns nicht zwingen, das Budget nicht »n. bewilligen. Wir wollen den Staat uniformen und erobern Das ge,chiebt nicht dadurch, daß wir mechanisch von Zeit zu Zeit Rein lagen, sondern dadurch, daß rott den Staat crusvauen Man will den Staat in der Idee verneinen. Dadurch wird aus dem StaatSgebäude fein Stein verrückt. Tie Reso­lution ist f u r uns völlig und unbedingt unannehm­bar (Beifall und Gelächter Wir la Isen ur.s btt diesen Tingcn nicht majorisieren. (Beifall tntb Lärmen.,

Im Namen der Württemberg:scheu LandtagS- sraktionsvrachRcichStagsabg. Hildenbraud (Stutt­gart , der erklärte: Wir sind mit den bayerischen unb baMcbcn Genossen ut der Frage der Budgetbc.vUligung völlig i j 11 - daris 6' Das sprcdie icg gern vor der gan-eu Partei au- Wir lind liegen unserer Stellung von derLeidiger ValkS-eitung" alS parlamentarische Kretins beschimpft worben. Jeder anständige Mensch Wird von dem Schmutzblatt befubcU (Pfuirufe.^ LSie lange werden bi? Leip>i Blatt noch dulden! Es gibt

kerne M^nei in o:r 5k-!i sonst, iw so viele Leute an dec Smbe dirigieren, aber nicht imt uns arbeiten wollen. (Großer Lärm.) Tic Resolution ui )ut uns unannehmbar Zwingen Su uns die Rci'olutiou auf, fo ro:irt*n wir dennoch bei der nächsten Budget- abftunmung überlegen, wie Wir uns in dcr Frage der Abstimmung zu verbauen babvn (Stürm, '^niall. bet den Süddeutschen ) Als Führer dcr Minorität bet bayerischen Land- tag-sra ktion «vracy bet Abgeordnete oiniont«*Rürnber

Für die Mutoricht dec babnctzen Landtigssraktian sprach brt Lundtag-abg Ei chhorn.

Au- Stadt unS Can».

Gießen, 17. Sept 1908.

Ten Geburtstag der Großherzogin feiere die Schulen dadurch, daß am heutigen Tage dcr Unternch: ausfällt. Tie öffentlichen Gebäude haben zur Feier bc: TagcS Flaggenschmuck angelegt.

~ Zur Landtags wähl. Der Vorstand des hiesige, nationalliberalen Beiern- hat ber freif'. Parteileitung mitgete it, baß er ber Generalversammlung deS Vereins Vorschlägen wiü. bei der bevorstehenden LandlagSivahl den seitherigen Ao. geordneten Geh. Iustizrat Dr. (Sri tf lei sch zu unterstütze,* falls dieser wieder die Kandidatur annimmt. In einer DertraueiiSmänncr-Beriammlimg des Bauernbundes zu Tann, stabt würbe für den Wahlfrei S Groß-Gerau der seit, herige LanblagSabgeordnete Bürgenncister EenSfelder. Büttelborn einfltmmuj wieder als Kandidat ausgestellt. 6enf selber hat die Kandidatur angenommen.

Eine RcichStagScrfatzwahl in Hessen? Te: RcichStagSabgeordneie für den 8. Hessischen Wahlkreis Alzey- Bingen Gutsbesitzer Ph. Keller auS Stcin-Bockenhein «. neuerdings wiederum so schwer erkrankt, daß man sich sehe mit der Person eine« Nachfolgers beschäftigt. Ä. ist oll Kandidat deS Bundes der Landwirte mit nattonaQiberß! und ZentrumShilfe gewählt unb nennt sich nülbhbcraL

Parteitage. Tie beoorslehenbe LandtagSwob gibt den einzelnen Parteien Veranlassung zu erhöhter Tätig, feil. Ter nationalhbcialrn LanbeSversammlnng, die a> letzten Sonnlag in Tarmsladt tagre, folgt am 20. Septem, bei* der Parteitag der Zentrumspartei in Mainz, bc sich natürlicherweise vorwiegend mit ber LandtagSivahl de. 'chästigen wirb. Wiederum 8 Tage später, am 27. Sept., finde zu Worin2 der Pattcllag deS sretsinnigen Lande« vcreinS statt, ans dessen Tagesordnung außer dem pohl. schen und geschäftlichen Jahresbericht ausschließlich Frage der Landespolitik stehen, nämlich bic Landtagswahlen inu die 9lefonn der hessischen DerwallnngSgesetze. Mehr zu em- Rückschau auf die Tätigkeit der soz«albemokratischcn Landtag-, fcaftion unb bic LanbtagSwahl wirb sich bie Tagung der Landeskonferenz der Sozialdemokraten Hesien« gestalten, die am 7. und 8. November in Mainz fiattfuibr.

In Audienz empfangen wurde von 6. H H. dem Großherzvg am 'Mittwoch u. a. Lehrer Schmu m unb von Groß-Felda.

Der Vorsitz im Schulvorstand. Da- he». Oberkonsistorinm hat, um den Wünschen der Geistlichen ze entsprechen, den Geistlichen gestattet, bei der Schu - bcf)örbe um Befreiung voin Vorsitze des Schu!« Vorstandes nachzusuchen. Da aber nach Art. 70 bei BolkSschulgesetzeS vorn 16. Juni 1874 dcr Vorsitzende fcc? SchiilvorslandeS auS dessen Mitgliedern durch die oben.* Schulbehörde ernannt wirb, so kann in Zukunft nur btex, d. h. baS Ministerium deS Innern, die Geistlichen von de-, Vorsitz im Schulvorstand wirklich befreien. UcbrigcnS merkt das AuSschreiben des Großh. OberkonsistociumS, t:, in besonderen Fällen, fei cS das Jntereffe der evang. Air*- wie z. B, bei KonfejsionSschnlcn, fei es dal Interesse ter BolkSerziehnng, sich ein ivciteceS Verharren in diesem 2 auch unter erschiverenben Umständen dringend empfehl^ k. kanntlich hat die LandeSsi)node schon vor einigen 3al)t*tu. 34 gegen 19 Stimmen die LoSlösung des Schulamte- dem kirchlichen 9lnü gefordert. T»e Entscheidung liegt al jetzt vollkommen bei dem Schulmtnisterimu.

" AuS den Mauövcrn. Prinzesfin Friedrich Karl von Hessen wird vom 19.28. Sept, den M-- nöüevn deS 18. KorpS zwischen der Till und dem Cbcrlar der Lahn amvohncn nnb m Dillenburg Wohnung nehmen Der Kommandierende des 18. Korps von Eichhorn ifi gestern in Dillenburg cingetroffeu, woselbst er bis zu« 23. Scplbr. Quartier nimmt. Auf dcr Lahnbrücke br Breidenstein stürzte gestern ein Darmstäbter Dragaac: m btc Lanze seines AorbcrmanncS unb blieb auf btf Stelle tot.

Die Ucberreicht«ng ber Meisterbriefe an bi panbwerker au3 Lberhefsen, bic die diesjährig. Meiste > prüftmg bestanden haben, wirb am Sonntag, 27. Septem de: vormittags IO1/, Uhr im Gewecbehause stattfinden.

Im Kolosseum gab cs am Mittwoch abend c« neuer' Prograinm, bas aus bas Publikum eine aufjc ordeutliche Anziehungslraft aurüblc unb einen B-'u- votlaus verbient. Iongleurkunststückc fmb im Gligcmemti nichts neues unb wenn dennoch auf diesem (gebiete rntw neues gezeigt wird, fo ist dies doppelt bemerkrnswert. inentlich, loenn cS mit solcher Eleganz und Sicherheit g* fchieht, wie sie Mister Body uns uorfn! wnr

Regenschirme, eine kleine Zt)linberhuthandlung, MonaW Jigarreii und andere schöne Dinge mehr rv.rbeltcn nur so c der Luft herum uub würben von dem Künstler mit u-> fehlbarer Sicherheit -gehandhabt.

Mimftkr-3 trat dann noai bei feinem ztveiten

ut ? bot hierbei NU IN Hub' Handstaubsacheii und lief auf dem xopf Fräulein tzerton, eine fesche Soubrette, brachte jcutpointterte LrD trüge, bic recht gesieleti. Ungeheure Heiterkeit unb haste Bcwuiiberuug fanben bie dressierten Tiere deS Pepitio, ber mit einem Schwein unb einigen Hunden eoi qanj kleine ZirkitsvorsleNutig zum besten gab. Eine zwer Soubrette, Fräutein Erna Lu cettc, fana zuerst als I» gerin unb bauu im geschmackootten Breiillvstttm rti- jc nc:r Liedchen, die burdi ihre ansprechende Bonragoart beftaf zur Geltung kamen. Ztvet .

Elever, cntfcifcUcn burdi ihr grotcskanisches 'Auftrcii: toahre Heiterte,lsstürme. Sie fangen zunüchu alS tit^-r linder und bann alsErwachsene wenn man bei etrnn Meter Größe von Erwachsenheit spr '

Duette unb tanzten dazu mit V*ra ic und SchiL Der i1 m ort ft Herr Buschmann bewegte ' '

recht wryigen Vorträgen vorwrcgeno auf politische« biet. Er tonnte mit icmcin Er - 2

tarn bic schone Eleo, die erst vor wenigen rochen h- mit gros

Sachen Auch bicsinal wieber rnt,;iufle die Künstlerin tu.-r

. i.j.u. und die iudmv Mmlicln. Grazi- it)rt: Luftretcus jo, daß sie wieder^ im.rbc. Xtc beiben Hamiltons MU komischen iifrol

stücke und ihre verb ihcnbc Sdineitmalcrci nod/ eine er genehme ttbircdu-Iung tu da^ Programm, bür - uch beNe sich ouszeichnet, daß c. mchi allzulang ist.

Udjrer und Beamte vora den sci?:n finb codi gam selb st- verständliche Tinge, aucy für oen bürgerlich.n Staat Das hat doch mit dcr Sozialdemokrat * nicht- y; tun. Ich verstehe ntd>r, nne man solche selbstverirmdlichc Dinge -um Gegenttano eines blonderen Dertrauensvotuins machen kann. Solche Sachen kommen doch in jedem Budget ror Dann müßte man ja aud« icheS Budget bewilligen. Tann wrru L»r haben ia aua das allgemnn-' Wahlrecht erobert, das ba'Jt ihr in Iteurxn nicht In Preußeir sind auch andere Michtc vorherrschend. Ein starkes Junkertum im Lsten und eine mächtige Bürger laste in Rbeinlano und Wesnalcn. Unsere hlämoc in Preußen eben über bic süd­deutschen Äanipse hinaus Die Klughelt gebietet mir, überunser nächstes Ziel nicht.' ; u sagen. Aber in der glatten Weise wie im Süden vattii.ht sich bte Sache in Preußen nicht. Wir werden eine - Tages o vf und Kragen daransetze n müssen (£':*.!; _ .-r imll bet den Norddeutsü* In Bayern »ft Zentrum Trumps Der bayrische Kultusminister Dr. Wehner ist genau so schrvif wie der preußische Kultusminister Volle. Sie sind von dergleichen Iarbc. Dr. Wehners Berhalten gegen den Lehrer Bcyhl ift von unseren OkuoiLn a!s Unverschäml- brit bezeichnet Worten, unb trotzdem stemmt man für das Budget, für eme Regierung, bie reaktionär bi> an bic »tnochen ist! Wenn man so intim mit I,ohen Herren verkehrt, ivenn man bei den Ministern Wafhreunb gerootoen ist, wenn man der Frau Minister bie Hand küßt, dann tommt man freilich in eine vertrauensselige Stimmung. <Gwße 5x>terkeit Tann bekommt man freilich von allen Dingen eme andere Ansicht. Pvrläusig werden bic sozial- fcemoküt;id*m Beamten in Bayern noch gemaßregelt. Es müßte bann sein, oaß die bayrische Sozialbcmokratic sg zahm wird, daß die Regierung nichts mehr gegen sie ew*un>cnbcn l)at. Denkt doch an die Gewalttätigkeit ber Polizei hier in Nürnberg bei den Aussperrungen. Die Poli-ci würde heute noch genau so handeln. (Sehr richtig.) Bor 27 Jahren sprach ich in Fürth. Daraus rourte dcr xz-iabt das Recht ent-ogcn, Versammlungen ^u geneh­migen. Das ist beute noch so. (Zuruf: Nein, das Ministerium bat ber Stabt bas Recht wicbctgcgebai! Nun gut, es ist aber eine Schmach unb Schaube, baß ein solcher Zustand 27 Jahre be­stehen kann. lLebh. Beifall bei den Norddeutschen.) Unter diesen Umständen heißt die SubgetbcwilUgung nicht nur Ancrketinuilg, ionbem auch Unterstützung, Aufrechterl-altung deS Systems. (Lcbh. Zustiumiung bei den Norbdeutsdxm. Was hat es den Genossen gefchobet, daß sie bisher gegen das Budget gestemmt haben'? Nichts! Selbst in dem revisionistisch verseuch­ten Baden hat bic Partei große Fortschritte gemacht. Wir müssen unsere prin»ipielle Aussasiung vertreten, müssen die Mafien aufklären. Ich war in meiner 3 ugenb ein grimmiger Gegner der Sozialdemokratie. Wir sind alle aus Sauluffen zu Paulusfen geworden.

Menn wir die Massen gewinnen wollen, bann dürfen wir nicht am Bodeii kriechen. Wir dürfen feine Konzessionen niadjcn und unS an die Regierung wenden Wir erschüttern damit das Vertrauen der Massen -u tmS. Air haben noch dunkle Gebiete aus-uklaren, Mecklenburg, Oberschlesien, Hinterpommern. (Zuruf: Berlin und Branbeuburg! Große Heiterkeit.) Wir entziehen unS das Vertrauen der Massen, loenn wir bic Budgets bewilligen. Air müssen dagegen ftimmeu. (Stürmischer Deijall bei den Nvrd- dciitschen.)

Die Rede Bebels hatte nur iy< Stunde gedauert. Bebel verließ bald daraus in Begleitung seiner Frau ixn Saal.

Die Rede von T i m m -M ü n chen.

Als -tveiter Redner erhielt das Aart der Laudtagsabg. Timm- München. Er wurde, da er geborener Norddeutscher ist, mit dem Zuruf begrüßt: Berliner Bayer! Er führte aus: Es ist fein er­hebendes Gefühl für mich, hier eine Sache zu vertreten, die selbst verständlich ist. Wir haben eigentlich und tigere# zu tun, als und mit ber Budgetsragc -u beschäftigen. (Lebhafte Zustimmung bei den Süddeutschen - Wenn wir die ganze Frage nüchtern und ruhig behandeln, dann muß angegeben werben, daß wir recht ge­handelt haben. (Lebhafter Bcitall bei den Süddeutschen, I^fdgc Oüo-Rufe bei den Norddeu«scheit.) DerVvnvarts" f)ot in un­erhörter Weife die Leidenschaiten aufgestachelt. (Lebhafte Zit- Ihntmuitfl bei den Sübbcutfd>en.) Seit einigen 3aljrcn ist eine eigentümliche Shimpfmdhobc bei und eingerissen. Unverantwort­liche Persvneii haben das löbliche Bestreben, bie Massen von ben Getverkschastssührern loS-u lösen. Ern regelrechtes Hendl reiben ge­gen hervorragende Geiverlschas 1 ssührer wurde cingclcitct. Tas Waren bic Borboten der -tonipfesart, bic man setzt gegen die süddeutschen Genossen anwendet. (Stürmische Ziisteminung bei ben Sübdcutschen.) Eine -ügclloie Aufttad-elung btT Leidenschasten wurde in Szene gesetzt. Ich l-abc das Empfinden, daß unsere Theoretiker -u wenig Fühlung mit ben Prak tifern haben. ^Lebh. Beifall bei den Snbbcutjd)en.) Tie bayr. Genossen stehen nut ganz geringen Ausnal-men Innter und. (Leoh. Beifall und X^clächter. In Lübeck wurde der Resolttttoii die Tcutung gegeben, daß die Landtagviratlioneii selbständig über das Budget nach pflichtgemäßem Ermessen entfä^nden können. (Lcbh. Widersprilch bei den Norddeutschen. ES ist in ber Diskussion kein Wort dagegen gesagt worden. Air behalten uns auch fernerhin die freie Entscheidung darüber vor. (Cborufc bei den>rt>bcut)d>en nnb üfLmtativcr Bcisakl Bei d.u Stibdcutscheti.) DerBorwärte'' l)at in schamloser Weise gewütet. Ec sprach von ,,Tisziplinbruch'*, purlameu«arischem Eretintsmus", von einerhösifchen Frinbe" (Psuiruie Mxwu eine solche Sprache dec Partei wroerhd) sein! (Lebh. Beifall bei ben Süddeutschen.- Id) ivtll gar nicht entgehen ans ben Anwurf ber Lcipziacr Volks- leitung. Id) sage aber: wenn ich Leiter des Reichsverbandeo zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wäre, bann würbe ich wünschen, daß diese Leute in Leipzig noch recht lange wirken mögen (Lebh. Beifall bei den Süddeutschen In ba* Partei wirb teder beschiinpft unb für vogelfrei erklärt, denn wir finb ja eine Partei ber Brüder^ lichkeil. (Lachen nnb Zustimmnng Diese Hetzereien w o t c n | d)«! I b a n unserer ungeheuren WahlniCbcr - läge. (Beifall und Aidevspruch.' Und uuit treibt man die Sache nod) weiter. ES ist irwol, gegen die Fraktionen zu l-etzeu. Wir verlangen eine gcrcdite Würdigung unserer Tätigkeit. Id) klage jetzt den Parteivorstand an, daß er nicht recht­zeitig eingegriffen hat. Er durste nicht warten wie in Dresden, brs der Sd-adcu ängctidjtet ist, b«S das Haus in Flammen steht. Air verlangen, daß er bic Parteiorgane -urechtweist. Wir dürfen aus dem Parteitag feine Attion von Terroristen modren, sondern von Parteigenossen, bie die Angelegenheit sachlich aufklären. (Stür­mischer Beifall bet den Süddelitschcn, Gelächter bei ben 'Jiorb- dentschen >

Wir haben nut unserer Meinung nicht hinter bem Berge ge­halten. Neberraschl über unser Veihandlung koimte niemand sein. Der Stiittgarter Geheunkonfeienz wohnte ja sogar Plannkuch vom Parteivorslanbe bei! (Lebhafte- Hört, Hört!» Der Vorstaiib >var also vollkonnnen orientiert. Wir Huben dem Budget -ugefumml; die t r e i b e n de n E l e in e n t e Dabei ,p a r e n aber nicht die Akademiker, sondern die '21 r b c 11 c r. (vört, Hört!) Ich habe keinen Anlaß, unsere bäuerische iHcgicvung zu loben, aber so, wie Bebel die Sache gcschildc»i hat, ist sie doch nicht. Tie Alifbesjeiiingel» mußten nicht veivllligt werden. Tie ircibende Kraft war unsere Fraktion. Wir haben Die Regierung zum Vor- wurt3|d)rdtcn gezwungen. Ter Redner weift unter lebhaften Hört, Hort! - Ruten nach, daß Die Beamten uuD Arbeiter ui Bauern durch Diese- Eintreten für Das Budget jetzt wesentliche Vorteile er­langt haben und fährt Dann fort. W > r m ü b t e n ja eine

wollten. (Lebhaster Beifall, Lachen. Vom .Vorwärt»' wurde uns vorgeivoneii, wir hätten durch die BuDgetbeiPllligung auch dem bäuerischen Milltäretat zugcftimint. Ter Militärelat steht aber befoubcifl, und wir haben gegen ihn gestimmt. Ter ,Voi- wärt»' mit feinen elf Redakteuren sollte über solche Sachen besser BescheiD wissen, ei sollte sich nicht bei den einfachsten Sachen bla- mieten. Wie viele von denen, Du* im- oernrteilen, wifien über­haupt, war ein Budget ist? (Lebhafte Zustiininiing und Hodn- gelachter.) Redner gibt dann eine llcbci|td)i über bte bäuerischen Budgets »nid erklärt: Tie ßraktwn hat iu a. gegen die jroillifte und als Gegner der Todesstrafe auch gegen bao i'tehalt deS Scharf- nchlcr- gestimmt. »Heiterkelt ) Angeilonnneii wurde a. auch Der Etat Des Alüuchener Hofbräichaufer. (Große He'.terkeit.) Air had.ti auch für Die Universitäten gestimmt. Sollten wir sie dem Klaffen-