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17.9.1908 Erstes Blatt
 
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verwickelte, hat seine Abberufung veranlaßt. Was die An-

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ll, Teilhaber ober Belr^ Ot, verlange zwecks i tojicnloien Leiuch w rttelers, welcher in te­igen hier anwejeiib ist. !Utick>landö ®tunbfli&. tschästö-Register wer Main, Aoihschjldallee >:

Deutscher Reich.

2er Kaiser stattete am gestrigen Nachmittage dem Reichskanzler Fürsten Bülow, j»cr gestern früh aus ^ivrder- ney in Barlin eingetroffen war, einen längeren Besuch ab.

Stationen für drahtlose Telegraphie. (Ls soll im Reiche eine weitere Anzahl von Stationen für draht­lose Telegraphie errichtet werden, und zwar in Köln und in Königsberg.

Gegen die Elektrizitätssteucr bat sich jetzt »auch die Oberbayrische Gewerbe- und Handelskammer aus­gesprochen.

Die Konferenz der Interparlamentari­schen Union in Berlin wurde gestern durch einen Emp- -angabend im Reichstagsgebäudc eingeleitet, zu dem die ^Mitglieder der Konferenz, zahlreiche Ehrengäste, Vertreter 3er Regierungen, Parlamentarier und Vertreter der in- und ausländischen Presse sich cingefundcn hatten. Ter Reichs- 2inb Landtagsabg. Professor Eickhoff, der Vorsitzende der Leutschen Gruppe, mit lebhaftem Beifall begrüßt, hieß in «iner längeren Ansprache die Erschienenen herzlich will- Rommen.

Die Anschuldigungen eines tschechischen Ärofessors gegen das berliner Museum für Völker- Runde werden in der Berliner Presse augenblicklich sehr eingehend erörtert. Es handelt sich um den Professor Fritsch rus Prag, einen Tschechen trotz seines deurschen Namens.

verwickelte, hat feine Abberufung veranlaßt. Was schuldigungen des Prof. Fritsch betrifft, die deutsche nisten beho.adelten die Eingeborenen unmenschlich, erklärte

ZoMdemovatijcher Parteitag.

S.u. ö. Nürnberg, 16. Sept.

3. Tag.

Ter Andrang zu der heutigen Sitzung war außerordentlich stark. Die Delegierten waren vollzählig zur Stelle. Hinter den Kulissen hatten gestern mehrstündige Einigungsver­handlungen stattgesunden, über deren Resultat verschiedene Gerüchte den Saal durchsclMirrten. Bebel erschien schon frühzeitig im Saale, nervös seine Papiere ordnend. Er machte, wie schon in den Tagen vorher, euren müden Eindruck. TerPartcipapst" Koutsky lief geschäftig hin und her.

Kurz nach 9 Uhr eröffnete Singer die Sitzung. Zunächst wurde mit Rücksicht auf Bebels leidenden Zustand ein Rauch­verbot erlassen. Darauf wandte sich der Parteitag dem Hauptpunkte der. l)eutigen Tagesordnung unb des ganzen Partei­tages zu, der

Budgetbelvilligung in den Landtagen.

Hierzu liegt die von uns bereits veröffentlichte Resolution des Parceivorstandes und der Kontrollkommission vor. Als nun Bebel das Wort ergriff, führte er im Anfang sehr ruhig und sach­lich aus: Es wäre mir der größte Gesockten erwiesen worden, wenn man uns nicht gezwungen hätte, die Frage der Budgetbe-

Vor fünf Jahren war der Herr Professor noch ein Jüng­ling von 22 Jahren, der erst das Abiturtentencxamen hinter sich hatte. Fritsch hatte dem Berliner Museum für Völker­kunde eine wissenschaftliche Sammlung zum Geschenk ge­macht und war dann später mit einer Unterstützung des Museums zu Studienzivecken nach Brasilien gereist. Gegen die sachliche Ausführung des Auftrages war nichts zu er­innern. Er begann aber auch eine politische Rolle zu spielen und für Abschaffung des Sklavenhandels und Bestrafung des Mensck-enraubes in Brasilien zu agitieren, Fordernngen, die er jetzt wieder auf dem Amcrikanisten-Kvngrcß ver­treten hat, während anderweitig bestritten rvurde, daß der­artige Zustände dort überhaupt existieren. Ter deutsche Gesandte in Rio de Janeiro beklagte sich schließlich über das Auftreten des Museumsvertreters. Das Ende mar, daß die Direktion des Museums den Verkehr mit Fritsch abbrach. Herr Fritsch ist also nicht, wie er glaubt, einer Intrige zum Opfer gefallen. Lediglich seine Taktlosigkeiten, die ihn als Vertreter des Museums in Streitigkeiten mit Ein­geborenen, Kolonisten und Behörden im fremden Lande

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'schwiegen, auch ohne ?

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politische Tagesschau.

Die Konfercu; der Interparlamentarischen Union m Berlin.

Am heutigen Donnerstag tritt in der deutschen Reichs­hauptstadt die Jnterparlanientarische Union zusammen. Welche hol)e Bedeutung man dieser Konferenz bcimißt, geht schon daraus hervor, daß Reichskanzler Fürst Bülow die Konferenzleilnehmer persönlich begrüßen wird. Als die Interparlamentarische Union vor runo 20 Jahren im Oktober 1888 begründet wurde, hielt man sie für einen Ableger der utopischen Bestrebungen, die sich an den Namen der Frau Bertha v. Suttner lnüpfen. Aus Deutschland beteiligten sich nur einige Männer der fortgeschrittenen Linken an ihren Beratungen und auch sonst nahm die Ent- Wicklung der Union nur einen schleppenden Fortgang. Tas änderte sich, je mehr man erkennen lernte, wie die Union durchaus darauf bedacht war, ernsthafte Arbeit zu liefern und wie fern sie im Grunde aller Utopie und den Träume­reien vom ewigen Weltfrieden stand. Am letzten Ende hatte sich die Interparlamentarische Union ein äußerst praktisches Ziel gesetzt: sie wollte am Ausbau des Rechtsgebiets Mit­wirken, das noch am wenigsten angebaut und am wenigsten Recht" war; dessen 9tormen eigentlich alle mehr oder minder in der Luft schwebten: des Völkerrechts. Und in Der Richtung leistete sie in den letzten beiden Tezennien allerlei beachtenslverte Arbeit- Ter Berliner Staatsrechts­lehrer v. Mörtitz, der für seine Person konservativen An- schauungen huldigt, von jeder Voreingenommenheit also wohl freizusprechen ist, hat in einem sehr sympathisch ge­haltenen Bcgrüßunqsartikel in der Internationalen Wochen­schrift als eigentliches Ziel der Interparlamentarischen Union bezeichnetdie Erhebung des Völkerrechts auf eine höhere Stufe durch Organisation der Staatengesellschaft". Auf der heurigen Konferenz finden sich unter enva 900 Teilnehmer 127 Italiener, 111 Oesterreicher und 105 Belgier, und aus dem gastgebenden Deutschen Reich 82 Ab­geordnete.

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Ateines HerriUeton.

Aus Dar m stadt wird uns nnterm 16. Sept, ge­schrieben : Der verstorbene Paul Wolfs kehl hatte be- Üinntlich in seinem Testament eignen Preis von 100 000 Mk. ttusge jetzt für den Beweis des berühmten Fermatschen Latzes. Tem B'.ichhalter Heinrich Rühl bei der Slaatsschulden- üasse soll dieser Beweis gelungen sein, so daß ihm die hunderttausend Btark zuerkannt werden dürften. Der Fer- inatsche Satz lautet:Es ist ganz unmöglick), einen Kubus ätt zivei Kuben, ein Biquadrat in zwei Biquadrate und all- ucemein irgend eine Potenz außer dem Quadrate in zwei Lotenzen von demselben Exponenten zu Zerfällen."

Olga Desmond, die im vergangenen Winter und Frühjahr mit großem Beifall auf den Zchönhcit-Abenden ri Berlin auftrat, ist von ihrem erfolggekrönten Peters­burger Gastspiel zurückgekehrt. Bevor sie sich nach Dresden, Wieii, München, Stuttgart, Frankfurt a. M., Köln, Düsseldorf, Hannover, Hamburg begibt, wird ste noch ein­mal auf dein Ende September stattfindenden Schönheit- Äbend mit einigen neuen Tänzen vor dem Berliner Publi- fam erscheinen. Interessant ist, daß die sonst nicht gerade Mtgegen kommenden russischen Behörden ihrem Auftreten als Schwerttänzerin, das viel iimftritten worden ist, weil Zräulein Desmond bei diesem Tanz nur mit einem Gürtel Üekleidet war, keinerlei Schwierigkeiten bereitet haben, fo üaß der Petersburger Schönheit-Abend, der in Berlin nur nur einer geschlossenen Gesellschaft möglich war, öffentlich ssattfinden konnte.

Der Retter von Lio nardos Abendmahl. Sn dem Augenblick, da die Wiederherstellungsarbeiten am Abendmahl, die das gewaltige Meisterwerk des großen Flo­rentiners von dem drohenden Verfall erretten, sich ihrem Mschluß nähern, Hai ein Mitarbeiter des Marzocco den Restaurator Prof. E a v e n a g !j i an feiner Arbeitsstätte auf- besucht und unter seiner Führung in Santa Maria della Grazie das wiedererstandene Wandgemälde besucht.Am £5. oder 26. Juni, ich weiß es nicht mehr genau, beganH meine Arbeit. In ein paar Tagen bin ich fertig. Zwei ftonate lang habe ich von morgens bis abends nichts anderes £2tan." Farben sind bei der Arbeit überhaupt nicht zur^Ler- menbung gekommen.Ich habe nur die sich loslüsende Tem- m>ta wieder befestigt und den sich immer mehr anhäufenden gtauh beseitigt. Alles Vorhandene ist habet vollkommen

jrbc u. Zlüblc weite Ä bitt. gefloM I.

nrtUier, ZellerSweg^

Friseuse nimmt no* k ScltersweM.varu^ l,erteilt Uuterricbl^' ul gxbra und Gcoote- Schristl- Angebote Mn tt>!eGeslbiijtdst.b.G>ek^ Bei mir nMlt' '

kann MiojAitra.

B '.«richt,

und AbenäkL, Gtimnt.

LlUeralur, Komikä

Handelskorr.,Nachl!lHt5t .

Englisch, Franz q. all. Weltspracb., durch Ut-i der betr. Nation. Massige ht-- Auf Wunsch Probest, gnu obneVerblndlicbkeit.Pw/'.

tvilligung nun zum dritten Male auf einem Parteitage zu oer^ni- deln. Tie sZmge bat eine mächtige Erregung bcn>enjevufnt. Die llrsachc war die Ueberrasckmig, als die 'Partei auf einmal rrfuln, daß unsere süddeutschen Genossen in Stuttgart zusammen,letreten waren und sich verständigt hatten, die Budgets für dieses Jahr zu bewilligen. Ich bitte, die DiSkusswn in der Presse hier nicht hineinzuziehcn.

Es ist scharf geschossen worden herüber und hinüber ES sind sehr heftige und auch ungerechtfertigte Anschuldigungen erhoben worden. Maßgebend mußte die Lübecker Resolution sein, worin es heißt, daß nur ausnahmsweise in dringenden Fällen das Bupiet bfliiHigt werden kann Zwei Fülle legte ick» damals als Aus­nahmen vor: die erste Möglichkeit ist die, das; durch die Ablehnung des Budgets ein schlechteres Budget erreicht werden könnte. In diesem Falle, der in Hessen eingetreten ist, kann für das Budget: als das geringere liebel gestimmt werden Im anderen Falle, der z. B. in Gotha akut werden kann, können die Genossen die Mehrheit haben und so daS Budget nach ihrem Willen gestalten. Dann müssen sie auch dafür stimmen.

Für die badischen Genossen kommt keiner dieser Fülle in Betracht.

Sie mußten dem Budget gegenüber ein glattes Rein sagen. (Beifall.) Ich bestreite entschieden, daß einer der beiden Fälle auf sie zutrifst. In Baden erklärten die Genossen, sie hätten mit Rücksicht auf verhältnismäßig hohen Aufwendungen für Beamt? unb Arbeiter daS Budget bewilligt, bad solle aber kein Vertrauens­votum für die Regierung fein. Tas ist ein falsck>cr Standpunkt, liebend! in der Welt gilt oic Bndgetbewilligung als Vertrauens­votum für die Regierung. (Sehr richtig.» Wenn die Genossen diese Bewilligung durch Erläuterungen abschwüchcu wollten, so spricht das für ihren guten Willen, aber loguch ist ihr Verhalten, nicht. (Zustimmung.) Der Hituger-Zolltaris hat die Beamten und-Arscitcr elend gemacht. Dann tarnen die Hottenwtteinvahlen, unb die Regierung versprach Besserungen, um günstig bei beit Wahlen abzufchnciden. Das sind die llt|ad)eii der Aufbesserungen. Die süddeutschen Genossen saßen ^hre Tätigkeit zu eng auf. Sie haben Scheuklappen angelegt. Sie blicken nur aus das enge Felo bor ihnen. So verlieren sie den Zusammenhang mit dem großen Ganzen.

So ist Die Budgetbewiuigung zu erklären. (Bcisall.) Ich habe noch nicht gehört, daß die süddeutschen Staaten gegen die Ausnahmegesetze protestiert haben. (Zuruf: Bayern! Die Zucht- hanSvorlage!) Mag fein, daß manche Staaten mit süßsaurer Miene den Gesetzen zustimmen, aber sic tun es dock/. Solche Re­gierungen verdienen lein Vertrauensvotum. (Beisall bei ben Nord­deutschen.) Bayern sitzt im Ausschuß für die auswärtige Politik, es 1)01 aber noch feinen Einspruch gegen unsere versahrene Politik erhoben. Die Regierungen haben ihre Schuldigkeit nicht getan. (Beisall bei den dlorddeulschen. > Baden hat seinen Fall Schänfele gehabt. Damals erklärte Kolb, einer solchen Regierung Rinne man nicht vertrauen. Trotzdem »uurbc bann das Budget bewilligt. JnBadengehendieGenossenmitdenbürgerlichen Parteigenossen zusammen, um eine Zentrums- mchvheit zn verhindern. In Bayern gehen die Genossen mit dem Zentrum leidlich zusammen^ Die badischen Genossett haben einen Horror vor dem Zentrum. Sic wollen den Staat retten. Beim Begräbnis des Groß­herzogs beteiligten sich auch Dr. Frank und Kolo, um zu zeigen, daß |ie gar nicht so schlimm sind. (.Heiterkeit.), Wenn das politische Taktik ist, bann hören w i r auf, Sozialdemokraten zu sein. (Lebbaster Beifall bei den Norddeutschen. ' Diejenigen, die eine grundstürzenbe Um­änderung unserer Taklik verlangen, sind keine Sozialdemokraten: mehr. Tann können wir uns gleich soziale resormerische Ar­beiterpartei nennen. (Sehr richtig bei den Norddeutschen.) Der babtfdje Minister v. Bodman hat erklärt, daß es ihm heb fei, wenn die Sozialdemokratie im Lanbtagsprasidium nicht vertreten ist und trotz dieser moralischen Ohrfeige hat man nicht Mannes- wurde genug gehabt, dieser Regierung ein Mißtrauensvotum zu geben. (Lebhafter Beifall bei den fllorddeutschen.) Die bayrischen Genossen erklären, daß das Budget große Mittel enthalte für aller­lei Kulturaufgaben, und daß auch Aufbesserngen für Arbeiter,

respektiert worden, selbst die schlechten Restaurationsarbei- ten meiner Vorgänger, die immerhin das Verdienst haben, die völlige Vernichtung des großen Werckcs hintangehalten zu haben." Tie Besichtigung des Wandgemäldes bestätigte vollauf die hohen Erwartungen, die man an die Restaura­tionsmethode Eavenaghis geknüpft hat. Tie Gestalten, die sich früher in nngcwisicr Verschwommenheit undeutlich vom Grunde abhoben, sind jetzt scharf und deutlich zu sehen, und eine Fülle von Einzelheiten der Zeichnung und der Farbe, die vordem verloren schienen, lammen jetzt prachtvoll zur Geltung. Freilich gewahrt man dabei auch jetzt die früheren oft ungeschickten Restaurationsarbeiten, die sick) nun deutlich ciiemwar vom Original ab he ben.Sehen Sie nur genau die Köpfe", sagte Cavenaghi, oer mit Feuer und Flamme am Werle ist,mit Ausnahme des heiligen Jakob sind alle von ihm, von Livnardo, nichts ist daran gemacht worden, sie sind wie unversehrt: und so ist es miet) mit den Händen." Professor Cavenaghi erzählt dann, wie er sein Wiederher­stellungsoerfahren im Saufe der Arbeit noch weiter verein­fachen tonnte.Rach kurzer Zeit schon mußte ich bemerken, daß ich wie" alle anderen mich geirrt hatte, als ich der Tra­dition Glauben beimaß, Lionardo habe sein Abendmahl mit Oelfarben gemalt. 'Nein, einen solchen Fehler hat er nicht begangen, und ich schäme mich fast, daß ich es solang« glauben tonnte. Heute bin ich sicher, daß das Abendmahl in Tempera forte gemalt ist, mit in Eiweiß gelösten Far­ben." Auf die Fragen, warum Lionardo direkt nicht al fresco gemalt habe, erwidert Cavenaghi:Lionardo konnte nicht al fresco malen: er arbeitete zu langsam und feine Arbeitsweise war unberechenbar, er mußte arbeiten können, aufhören und wieder beginnen, ohne sich an kurze Zeit­grenzen gebunden zu fühlen. Wenn er in der Fresko Technik gemalt hätte, wäre das Abendmahl wahrscheinlich so gut erhalten geblieben, wie ettva die Kreuzigung des Montor- sano, die gegenüberhängt und in völlig uTwersebrlem Zu­stand ist. Der wirkliche Grund des Verfalls des Abendmahls liegt in der Technik, die der Meister aus persönlichen -Grün­den wählen mußte. Beim Fresko verbindet sich die Farbe löslich mit dem Katkbewurf; in der Teinpera sorte-Techuil dagegen bildet sie nur eine Art Schleier über beni Mörtel, der mit der Zeit dazu neigt, abzüfallen. Tie Tempera des dlbendmahls war im schlimmsten Zustande: völlig zusam- men gerollt und aufgesprungen, kleine Risse und Heine Beutel hatten sich gebildet, die die vo oben herabfallenden Farb-

der brasilianische Gesandte, daß seines Wissens derartige Beschuldigungen niemals gegen unsere dortigen Landsleute erhoben worden seien. Er glaube im Gegenteil, daß, soweit die schon etwas zivilisierten Indianer mit den deutschen Kolonisten in Berührung gekommen seien, die Eingeborenen stets gerecht behandelt worden sind.

Gegen den Vertrieb von Pferdewurst als Wurst aus Rind- und Schweinefleisch soll nun mehr, da die bisherigen Maßnahmen nicht im ft cm be waren, das liebel, wodurch das reelle Fleifchergelverbe schwer geschädigt wird, vollständig auszurotten, mit neuen gesetzlichen Be­stimmungen vorgegangen werden. Me die Allgemeine Fleischer-Zeitung erfährt, finden Erhebungen statt, die den Zweck verfolgen, ein Gesetz vorziibereiten, worin für den Verkauf von Pferdewurst bezüglich der Verpackung ähnliche Bestinimungen getroffen iverden, wie solche für den Ver­kauf von Margarine bestehen. Cs soll äußerlich schon deutlich kenntlich gemacht werden, daß sich in dem Papier Pferdewurst befindet. Ob das allein wohl helfen wird?

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wi9« Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 17. September 1908

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teilchen auftiahmen." Stück um Stück wurden diese Farben­partikel aus ihren Schlupfwinkeln geholt und wieoer ait ihre ursprüngliche Stelle gebracht und dort befestigt und heute strahlt oas Bild wieder in zartleuchtender Pracht der Farben. Professor Cavenaghi hat übrigens jedes Horwrar abgelehnt; auf die diesen Punkt berührende Frage des Beiuck)ers findet der Wiederhersteller des Abendmahles nur ein leises Lächeln unb dann die einfache Antwort:Die Re­gierung gibt mir keine Vergütung, weil ich das nicht wollte; Diese Arbeit ist eine Huldigung, die ich Lionardo darbringe."

Interessante Versuche mit drahtloser Telephonie wurden zwischen dem in der Brüsseler Vor­stadt Forest aufgestiegenen BallonCondor" des Aeronauten Robert Goldschmidt unb einer aus dem Turm des Brüsseler Justizpalaftes eingerichteten Station unternommen. Alle Experimente gelangen ausgezeichnet. Auch die vom Eiffel­turm in Paris abgegebenen Morsezeichen wurden im Ballon deutlich ausgenommen.

Der Schliff des kleinsten der beiden C u l l i m an- diaman^en ist beendet. Ter Diamant hat ein Gewicht von 330 Karat und ist somit bisher der größte geschlisfene, Edelstein der Welt. Sein Wert wird auf 4 Millionen ver­anschlagt. Der andere Cnlliman, welck)er C(K) Karat wiegt, wird einen Wert von 60 Millionen Mark haben.

Kleine Chronik aus Äunsi und Wissenschaft. Im Anschluß au die Klinger-Ausstellung, die am 23. Sepleniber schließt, wirb im Frankfurter K u n st v e r e i n, Jimghofslraße 8, Sonntag den 27. September die bereits angelün- digte R o d i n - Z u l o a g a - A uS st e l l u n g eröffnet werden, die eine Reihe von Werken des berühmten französischen Bildhauers unb 16 ®emä(b< be5 spanischen Meisters bringt. Tie Ausstellung dauert bis zuni 1. November. Gleichzeitig nut der Gejelljchast Deutscher Natuiiorfcher unb Aerzte wird auch der Deutsche Ausschuß für Den mathematischen unb natnrwissenschält­lichen Unterricht am 23. dss. Nils, in Köln a. Rh. eine Sitzung abhalten, in der über die Vorschläge der Unterrichts- fommihlon, die Ausbildung des Lehramtskandidaten belrefsend, ver­handelt werden ivird. In jpannöu.-SDIünöen soll Dein Dichter des Wejerliebeä .Ich kenne einen deutschen Strom", Franz v. Dingelstedt (geboren am 30. Ium 1814 zu ya lsborf bei Kassel), ein Tentmal gesetzt werden. Eine nach dem Inneren von Island entsandte Expedition jur Erforschung des Schicksals des seit Juni vor. Js. verschollenen Geologen v. Knebel unb deck Malers Rudlos ist au die Küste zurückgekehrt, ohne emc Spur der Vermißten zu finbeii.