Ausgabe 
16.6.1908 Zweites Blatt
 
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Bürgerschaft der Veranstaltung ein warmes Interesse ent­gegenbringt.

Mainz, 13. Juni. In der gestrigen gemeinschaftlichen Sitzung des Bauausschusses und der Deputation für Geländc- verkchr wurde die Einführung einer Besitzwcchselabgabe einstimmig ab gelehnt. Bezüglich der Wertzuwachs­steuer kamen verschiedene Meinungen zum Ausdruck. Die Mehrheit des Bauausschusses, der allerdings nicht voll­zählig zugegen war, sprach sich gegen die Wertzuwachs­steuer aus, wahrend die Mehrheit der Deputation für Gelände - Verkehr sich für die Einführung entschied. Stadtverordneter Pagenstecher beantragte Milderling der Steuersätze gegenüber der Vorlage der Bürgermeisterei. Dieser Vorschlag dürfte wahrscheinlich im Plenum der Stadt- verordneten-Versammlung die Grlindlage einer Einigung bilden. Während nach den gestrigen Beschlüssen die Besitz­wechselabgabe als gefallen gelten kann, besteht darüber kaum ein Zweifel, daß sich für die Einführung einer Wertzuwachs- steuer bei ermäßigten Sätzen eine Mehrheit finbet.

II Atzbach, 12. Juni. Unser GesangvereinFroh­sinn* rüstet sich zum frohen Feste, das am ersten Juli­sonntage gefeiert werden soll. In erfreulicher Weise haben die benachbarten Gesangvereine überaus zahlreich der an sic ergangenen Einladung entsprochen, denil es liegen 21 An­meldungen vor. Der Verein blickt in diesein Sommer auf ein 2 5jähriges Bestehen zurück und die hiesigen Jung­frauen wollen alls diesem Anlaß demselben eine Fahnen­schleife überreichen. Letztere, von der Firma Schulze-Gießen angefertigt, wird eine Zierde unserer Sängerfahne werden. Der Festplatz wird nach der Lahn gelegt, sodaß er auch von Station Dutenhofen aus bequem zu erreichen ist.

[] Marburg, 14. Juni. Gestern abend goß hier ein älterer Mann seiner Fr all gelegentlich eines Familienstrcitcs eine ätzende Flüssigkeit ins Gesicht. Die Frau mußte in die ftlmif gebracht werden, während der Mann verhaftet wurde.

h. Frankfurt a. M., 13. Juni. Der Kongreß für R e tt un gswc sc n ist nach viertägiger Tauer heute geschlossen worden. Der nächste Kongreß soll in Wien siattfinden. In der heute fortgesetzten Verhandlung des deutschen F r e i d e n k e r k o n g r e s s e s teilte die Prüfungs­kommission mit, daß die Bücher durchaus in Oronuhg uc- funden worden seien. Nach erregter Diskussion wurde dem Geschäftsführer Entlastung erteilt und zugleich von der Versammlung nahezu einstimmig Dank uno Anerkennung ausgesprochen. Bundesvorsitzender Tschim Breslau und der Geschäftsführer Schmal-Münchcn wurden wiedcrgewählt. Als Ort für den nächsten Kongreß wurde Düsseldorf ge­wählt, dessen Freidenkerverein mit besonderem Hinweis auf den dortigen Katholikentag einlud.

Schwurgericht.

th. Gicßcn, 16. Juni.

Verbrechen im Amt.

Gestern vormittag wurde vom Vorsitzenden Landgcrichtsrat Ncunhagen die diesmalige Tagung des Schwurgerichts eröffnet. Verhandelt wurde gegen den am 24. Februar 1865 zu Rodheim an der Horloff geborenen Bahnwärter Karl Roth, z. Zt. in Bude 22 a in der Gemarkung Stcinhcim in Dienst. Die An­klage geht damn, daß Roth in den Jahren 19061JOS in seiner E-genichaft als Eisenbahnhallepuntt-Wärter zu Treis-Horloff amt­liche Gelder, die er vereinnahmt hatte, untcrfchlagcn hm und falfche Eintragungen in die zur Kontrolle dienenden Blücher ge­macht hat. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Reuß. Die Ver­teidigung führte Rechtsanwalt Dr. Spohr^

Der Angeklagte gibt an, daß er das iL-chuhmacherhandwcrk erlernt und darin selbständig gearbeitet hat, auch schon verheiratet war, als er j)on 18871890 beim Militär eintreten mußte. Er trat als Streckenarbeiter bei der Eisenbahn ein, wurde 1895 Bahnhofsarbeiter und am 1. November 1899 als Bahnwärter mit 700 Mk. jährlich und freier Wohnung fest angestellt, zuerst auf der Station Ranstadt. Sein Einkommen fei soweit ge­stiegen,^ daß er am 1. Januar ds. Js. außer freier Wohnung 880 Mk. bekommen habe, wovon jährlich für Kleider 60 Mt. abgingen. 1905 sei er nach Treis-Horloff versetzt worden, wo er die Fahrkarten zu verkaufen hatte. Der Angeklagte gestand zu, daß er von 19061908 in ca. 50 Fällen kleine Geld­beträge aus der Kasse genommen und für sich verwendet hat. Wieder Vorsitzende seststellt, hat Roth im Ganzen 42.25 Mk. unter­schlagen. Um die Fehlbeträge zu oerüeden, hat der Angeklagte die als Beläge dienenden Kopten Den ihm ausgestellter und verausgabter, Blankofahrscheine verfälscht, er hat ite dahin ab­geändert, daß sie auf niedrigere Summen lauteten, als die aus­gestellten Originale, und dementsprechend auch die niedrigeren Beträge in die zur Kontrolle dienenden Bücher eingetrogen. Der Angeklagte bemerkt, daß er eine Familie von sechs Kindern zu ernähren gehabt habe und daß Krankheit und Mißgeschick ihn in Geldverlegenheiten gebracht haben. In seiner 'x'loi habe er sich an fremdem Geld vergriffen. Der Vorsitzende konstatiert aus den Personal-Akten des Angeklagten, daß dieser in den Jahren 19001902 sich wiederholt wegen Unterstützung an seine Be­hörde^ gewendet hat und diese ihn damals dreimal mit je 15 Mk. unterstützt hat. Ferner bemerkt Landgerichtsrat Neun- Hagen, daß Roth nach fünfjähriger Dienstzeit die Dienstaus- zeichnungsfchnürc für besondere Treue erhalten hat. Weiter wird aus den Akten festgestellt, daß die Familie Roth einen Barver brauch von 90 Mk. im Vierteljahr hatte. Der Angeklagte be­merkt noch, daß sein Sohn einen Handel mit deut 'Nachtwächter hatte, wegen dessen er vom Schöffengericht mit Gefängnis be­straft worden sei, hiergegen habe er auf seine Veranlassung Berufung verfolgt mit dem Erfolg, daß die Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe von 40 Ml. verwandelt wurde. Durch diesen Straf­prozeß des Sohnes seien ihm Unkosten im Betrage von 200 Mk. entstanden. Auf Befragen des Vorsitzenden bemertt der Ange­klagte, daß er nach und nach sein fleinee Vermögen, während er Bediensteter der Bahn gewesen, zugesetzt habe. Er habe seine Verfehlungen auch sofort eingestanden und den Fehlbetrag ersetzt. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr kurz. Der Hilfsweichensteller Peter Stenger, der in Treis-Hor­loff als Vertreter des 9ioth fungierte, wenn dieser frei hatte, war dahinter gekommen, daß der Angeklagte wieder einmal Blanio- scchrkarten gefälscht hatte. Er rügte dies sofort, doch meinte Roth, er müsse besser wissen, was er zu tun habe. Der Zeuge hielt cs für seine Pflicht, von dem Vorfall Anzeige zu machen, er will dies getan haben, um sich selber^ vor Unliebsamkeiten zu schützen. Bürgermeister 9c i k l a s Don Steinheim kennt Roth schon lange Jahre. Er sei sehr beliebt und werde Don Jeder­mann als ordentlicher und nüchterner Mensch geschätzt. Es sei richtig, daß der Angeklagte mit Krankheiten in der Familie zu kämpfen hatte, ebenso habe die Affäre des Sohnes mit dem Nachtwächter dem Vater Kosten Derursacht.

Ter als Zeuge unD Sachverständiger gehörte Verkehrskon- kwlleur Peter Becker gibt dein Angeklagten das beste Zeugnis. Es bestehe bei der vorgesetzten Behörde nicht der mindeste Zweifel darüber, daß Roth nicht über feine Verhältnisse gelebt Hai. Tie an die Geschworenen gerichtete Schuldsrage lautete auf Unter­schlagung amtlicher vereinnahmter Gelder in Höhe von 42 Mk. 25 Pfg. und ob der .Angeklagte um diese Unterschlagung zu verdecken, die zur Kvntrolle geführten Bücher und 'Nachweise gr fälscht l)at. Im Falle der Bejahung dieser Frage: Sind mildernde >Imftänbc vorhanden.

Staatsanwalt Reuß plädiert aus schuldig im Sinne der

Anklage. Es fei nicht in Abrede zu stellen, daß der Mann durch Krankheit und Not in der Familie zum Verbrecher geworden sei. Auch fei zu berücksichtigen, daß der unterschlagene Betrag nicht hoch fei, und alsbald nach der Entdeckung der Tat Don dem Angeklagten ersetzt sei. Hierzu komme, daß' Roth seine Tat un- unuvunden eingeftanden hat. Diese Acomente lassen die Straftat des Mannes im milderen Lichte erscheinen. Auch die Eiscnbahn- behördc habe die Auffassung, daß die Tat ihres Beamten milde anzuschen fei, sie habe ihn deshalb zwar Dom Schalterdienst ent­fernt, ihn aber weiter im Dienst behalten. Staatsanwalt Reuß bat daher die Geschworenen, dem Angeklagten mildernde Umstände zuzusprechen und Dcrsicherte noch, er werde seinen Einfluß geltend machen, daß Roth nicht von deni Eisenbahndienst entlassen wird.

Rechtsanwalt Tr. Spohr erklärt, daß er sich den Aus­führungen des Staatsanwalts nur anschließen könne.

Tic Geschworenen zogen sich zur Beratung nur kurze Zeit zurück, worauf ihr Obmann, Stadtv. Haubach-Gießen, den Wahr- fpruch verkündete, der auf schuldig "des Vervrechens im Amt lautete, und die Frage nach mildernden Umständen bejahte.

Staatsanwalt Reuß beantragte daraus die niedrigste nch dem Gesetz zulässige Strafe, nämlich 6 Atonale Gefängnis.

Dem gegenüber erklärte der Verteidiger, keine Anträge stellen zu können.

Tas Urteil lautete dem Antrag gemäß,

Tic Eefchworenen unterzeichneten unmittelbar nach der Ver­handlung ein Dom Verteidiger verfaßtes Gnadengesuch.

Provinzial-Ausschrrß der Provinz Oberhesien.

L Gießen, 13. Juni.

Nachdem eine F r a u i n N o m r o d an Erscheinungen ge - ft o r b c n war, die darauf schließen ließen, daß die Todesursache Wochenbettsieber war, nahm der Kreisarzt eine Revision der Geschäftsführung der Hebamme Dickel vor, bet der sich ergab, daß diese schon seil längerer Zen teilt Tagebuch geführt und keine Temperalurzellel ausgefüllt hatte. Sie war auch, obwohl ihr bekannt war, daß die Verstorbene hochgradiges Fieber gehabt halte, innerhalb 24 Stunden noch zu einer anderen Wöchnerin ge­gangen, entgegen den ausdrücklichen Vorschriften. Nach dem Ver­hör, bet dem sie eine Schuld an dein Sterbefalle bestritt, erklärte sie sich zur Niederlegung des Amtes als Gemetndehebamme bereit, nicht aber als Privatamme. Tas Großh. Kreisaml Alsfeld stellte deshalb förmlichen Antrag auf Entziehung des ihr seinerseits er­teilten Prünutgszeugnisses. In der heutigen Verhandlung ließ sich eine Schuld der Frau Ticket an dem Tode der Wöchnerin nichi mit Sicherheit Nachweisen. Ter Proviiizial-Ausschuß erkannte aber trotzdem mit Rücksicht am ihre sonstigen Verfehlungen auf E n t- Siebung des fraglichen Zeugnisse s.

Enlgegen einer Bestimmung der allgemeinen Bauordnung, nach der Gebäude jeder Art nicht m geringerer Entleimung als 7,50 in von der Kanie des Bahnkörpers oder von der Grenze eines Bahn­hofs errichtet werden dürfen, halte Adolf A l l e u d o r f zu G r ü n- b_c r g hi einem Abstand von 1,50 m von der Bahnhofsgrenze einen Schuppen ohne vorherige baupolizeiliche Ge­il c h in i g u n g erbaut. Tie Konigl. Eisenbahndirektion Frank- mit a. M. erklärte sich aus prinzipiellen Gründen nicht tu der "age, der nachträglichen Genehmigung der Anlage zuzustimmen. Tas Großh. Kreisamt Gisßeu erließ nunmehr einen Polizeibefehl gegen Allendorf, m dem er zur Entfernung des Schuppens aufge­fordert wurde, andernfalls dies am feine Kosten durch die Orts- polizei geschehen iverde. 'Allendorf rekurrierte gegen diesen Polizei­befehl an den Prooinzial-Ausschuß. Er bemerkte dabei, daß der Schuppen schon früher an berfelbcr Stelle gestanden habe und mir herumgedreht ivorben sei, augeidem ständen seinem Slehenlassen die Jnieressen der Bahn nicht entgegen. Ter Provinzial-Ausschuß beschloß heule, die Verhandlung auszusetzen und zunächst durch eine Kommission einen Augenschein einnehmen zu lassen.

Getreide-Wochenbericht

der Prcisberichtstctte des Deutschen Landwirtfchastsrats vom 2. b.is 15. Juni 1908.

Mit Ausnahme einiger kühler und regnerischer Tage wurde die Witterung der letzten beiden Wochen im allgemeinen als günstig erachtet. Immerhin begegnet man vielfach ftarf voneinander abweichender Meinungen hinsichtlich der Sommersaaten, und auch beim Winterroggen wird die Beurteilung durch die Verschieden­artigkeit des Standes wesentlich erschwert. Was die Ernteaus­sichten int AuSlandc betrifft, so ist die Lage an der Donau und in Rußland infolge mehrfach nicbcrgcgangcncr Reg en fälle weniger beunruhigend, aber immer noch ernst genug. Indes waren für die Stimmung und den Preisgang während der letzten Zeit nahezu ausschließlich die günstigen Ernteerwartungen Nordamerikas ent­scheidend. Angesichts der Nachgiebigkeit der amerikanischen For­derungen zeigte sich Argentinien sichtlich bestrebt, seine Preis- anspruche mit denen seines nordischen Konkurrenten in llcberein- stimmuiig zu bringen. Gleichzeitig verringerte sich der noch vor kurzem bestandene Preisunterschied dieser Provenienzen gegen­über dem inländischen Produkt auf wenige Mark. Dieser llm- stand und die Schwierigkeit des Warenabsatzes im Jnlände veran- tas'/. < tc Importeure zu LieferungSabgaben, die den Juliwert in wenigen Tagen um 10 Mk. herabdrückten. Im Anschluß an die wieder fester gewordenen amerikanischen Märkte uiid aus die aus England gemeldete Belebung der Kauflust für La­dungen trat auch hier eine Erholung ein. Herbstlieferung wurde durch die rückläufige Bewegung weniger getroffen, da die Klagen aus Rußland Abgeber vorsichtig machten. Aehnliche Erwägungen waren int allgemeinen für die Haltung des Roggenmarktes maß­gebend, der wohl zeitweise durch die schwäche des Weizenmarktes mitgezogen wurde, zum Schluß aber nur uuwesentliche Preis­verluste aufwieS. Im übrigen hat sich die Nachfrage für diesen Artikel keineswegs gebessert und gestaltete sich der Absatz namentlich mit Rücksicht auf die neuerdings Innzugetretenen Quolitätsbefürch- tungen nur noch schwieriger. Hafer war in den rvenigcr aiige- botenen besseren Sorten stärker gesragt, während für die ge­ringeren und mit Geruch behafteten Qualitäten der Absatz nach wie vor schleppend geblieben ist. Im Maisgeschäft begegneten Angebote ans den jetzt reichlicher heraiikommciiden Zufuhren bei gedrückten Preisen geringer Unternehmungslust.

Es stellten sich die Preise iür inländisches Getreide am letzten Markttage:

Weizen

Roggeu

Hafer

Königsberg

220 ( )

180 ( 3)

152 ( 4)

Danzig

223 (- )

185 ( 5)

160 ( 1)

Stellm

217 ( 2)

182 (- 7)

160 ( 2)

Posen

221 (- )

180 ( 2)

155 ( 2)

Breslau

216 (- 2)

185 (+ 2)

155 ( 1)

Berlin

214 (- 4)

188 ( 5)

175 ( 3)

Akagdeburg

210 (- 4)

189 ( 5)

161 (- 1)

Halle

210 (- 5)

192 (- 2)

160 (- )

Leipzig

216 (- )

196 ( 1)

159 ( 1)

Rostock

213 ( 2)

185 ( 4)

163 ( 2i

Hamburg

208 ( 5)

192 (- 2)

176 (- j

Hannover

211 (- 4)

191 ( 5)

165 (- )

Braunschweig

211 (- )

190 ( 3)

160 ( 2)

Tüsseldorf

210 ( 7)

193 ( 7)

170 ( 2)

Köln

205 ( 5)

192 ( 3)

169 ( 3)

Frailkfurt a.M.

210 (-7V2)

205 ( )

1777- (- )

Akaiuiheun

217 ( 9)

201 ( 4)

171 (- 4)

Aküucheu

222 ( 8)

194 ( 4)

178 ( 4)

Weltmarktpreise: Weizen : Berlin Juli 212.25 ( 6.00), Sept. 193.50 (+ 1.50). Budapest Okt. 186.30 (-s- 21,20). Paris Juni 175.40 ( 6.60). Liverpool Juli 162.20 ( 7.30). Chicago Juli 137.35 ( 1.15). Roggeu: Berlin Juli 191. ( 2.00). Sept. 177.00 ( 1.75), Hafer: Berlin Juli 162,25 ( 2.75). Sept 157.50 ( 0.50) Mk.

Märkte.

Gießen, 16: Juni. Marktbericht. Aus heutigeui Wochen- maiTte kostete: Butter pr. Pfd. 1.201.25 Mk., Hühnereier 1 St 67 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 Ei. 56 Pfg. Erbfeu p. Pfd. 1824 Pfg., Linsen p. Pfd. 2540 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Akk., Hähne pr. Stück 0,801,80 Mk., Ganse pr. Psd. 0000, Enten pr. Stück 1,80

bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Psd. 7684 Pfg. Kuh-- und Rindfleisch pr. Pfund 7476 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 6076 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleifch pr. Pfd' 7084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.007.00 Akk., Zwiebeln pr' Ztr. 8,0010,00 Akk., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut per Stück 000 Pfg., per Zentner Akk. 0.000.00. Aepfel per Str 1025 Mk., Birucn per Ztr. 1025 Akk. Nüsse 100 Stück 5000 Pfg., per Ztr. 0-00 Akk. Marktzeil von 71 Uhr.

Aniversitäts-Nachriehten.

X 9)1 a r b u r g, 15. Juni. Der außerord. Professor der physi­kalischen Ehcmie Tr. phil. Earl Schaum Hal einen 91 uf als Extraordinarius für Pholochemie an Die Universität Leipzig er­halten und angenommen.

NirehUche Nachrichten.

Katholische Gemcnwe. Gottesdienst.

Mittwoch, den 17. Juni:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um b Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Donnerstag, den 18. Juni. Frohulcichuamsfest.

Vormittags von 6'/2 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Akesse.

, um 8 Uhr: Die zweite heilige Akesse.

Akilitärgottesdieust mit Predigt.

, um 91/, Uhr: Hochamt; darauf Prozession in der Kirche. Nachmillags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.

Meteorologijtye Beobachtungen

der Station Gießen.

Ium

1908

Barometer au' 0° reduziert

Temperatur t er Lust

o o

O ~

Relative tftuchligkeil

Windrichtung

Windstärke .

Weiter

15. 2

747,4

21,6

10,6

55

NE

2

Sonneiischein

15. 3"

746,4

17,7

12,2

81

SE

2__

Klar. Hiiluncl

16. 73i

745,5

16,8

11,2

78

NNE

2

Sonnenschem

Höchste

Temp

natur

am 1-

. bis

15. In

ii

+ 25,5 ° C.

Niedrigste ,

U

1*

15.

8,5" c.

T eSefonisohe

des Giessener Anzeigers, und Industr

Frankfurter Kör» 314% Reichsauleihe . . 91 .CO 3% do. . . 82.45 3*2 °/0 Konsols .... 92.00 3% do 82.50

ä>aolo Hessen 90.75 ö^°/o Oberhesseu . . . 91.00

4% Uesterr Goldrente. . 99.10 4*/s 26 Oesterr. Silberrente 99.25 4,"o Ungar. Goldrcr.te . 93.50 4j?o Italien. Rente . . . 104.20 3^6 Portugiesen Serie I . 63.80

3% Portugiesen 111 64 00

4^0/0 russ.Staatsaul. 1905 95.20 4>£u/0 japan. Staatsanleihe 89.30 4% Conv. Türken von 1903 96.10

Türkenlose 148.00

4-z Griech. Monopol-Aul. . 51.20 45» äussere Argentinier . 86.50 ö°/0 Mexikaner . . . 66.75 4>i7o Chinesen .... 96.10

Aktien:

Bochum Guss 207.40

Buderus E. W 109.00

Tendenz: befestigt.

Berliner Börse, 1

Canada E. B. . . . . . 155.90 Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank .... 227.70 Dortmunder-Union C. . . 55.60 Dresdner Bank .... 136.60

Tendenz: ruhig.

i&ursiseracnite

teilt von der Bank für Handel ie, Giessen.

>e, 16. Juni, 1.15 Uhr.

' Elektriz. Lahmeyer . . . 115.10 Elektriz. Schuckert . < . 105,00 Esehweiler Bergwerk . . 199.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 184.90 Hamburg-Amerik. PaketL 109.00 Harpener Bergwerk. . . 194.00 Laurahütte 199.50 is'ordd. Lloyd 94.10 Obeischles. Eiseu-Industrie 98.00 Berliner Handelsges. . . 159.20 Darmstädter Bank . . . 123.10 Deutsche Bank .... 227.90 Deutsch-Asiat. Bank . , 134.00 Diskonto-Kommaudit. . . 171.30 Dresdner Bank .... 136.70 Kreditaktien 196.30 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn 88.25 Gotthard bahu. Lombard. Eisenbahn . . 25.20 Uesterr. Staats bahn . . . 148.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 118.00

5. Juni. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 193.50 Laurahütte 200 50 Lombarden E. B. ... 25.10 Nordd. Lloyd 93.90 L'ürkenlose 147.59

Besatz mit 1t Monaten 6 Zähnchen und machte Gehversuche.

Wenn solches von einem kleinen, eher zarten als kräftigen Mädchen gesagt wird, fragt man unwillkürlich, wie das wohl möglich war? Der nachsichcnde Brief wird darüber am besten Aufschluß geben:

Ehernnitz''Kappcl, Zwickauerstr. 199 L, 8. August 1907.

Mit besonderer Freude teilen wir Ihnen heuie nut, daß unser nunmehr 11 Mouaie alles Töchterchen Elfriede sich durch den ständigen Gebrauch von Scotts Emulsion geradezu prächtig eulwickell hat. Aus dein früher so schivächlichen Kinde ist ein rundes, frisches Mädchen geworden, das keinen Augenblick mehr ruhig sitzen kann und and) bereits Gehversuche auslellt. Tie Zähiichcu, ivovou die Kleine schon 6 hat, brachen durch, ohne ihr Wohlbefinden un geringsten Akaße zu stören."

(gez.) Jos. Llnharül und Frau.

Dank ihrem Wohlgeschmack kann Scotts Emutsion selbst den verwöhntesten Kindern so­zusagen mühelos verabreicht werden, was für Miittcr und Kind eine unschätzbare Erleichterung bedeutet. Außerdem leicht verdaulich und reich an Nähriverten bewährt sich Scotts Emulsion immer wieder als bestes Kräftigungsmittel. d7/6 Scoklü Emulsion wird von uns auSschlictzlich im großen ucrkauir, und zwar me lofe nach Dcwian ober Matz, sondern nur tu versiegelten Origtnalflaicheu tn Karton mit tmferer ^chntzmarlc (Fnchet mit dem Dorsch). Scott u. Bomnc, G. tn. !>. H, tzrantsurl a. M.

Bestandteile: Feinster.Mebtzmal-Lebcrtrau 150,0, prima Glyzerin 50,0, unterphoSphorigsanrer Kalk 1,3, unlerphosphortglanrcS 'Jtutroit z,u, puiv. Tragant 8,0, feinster anib. Gummi pulv. 2,0, bcftilL Wasser 123,0, Alkohol 11,0. Hierzu aromatische Emulsion mit Zimt-, Mandel- und Äaulthertaol je 2 Trovfcn.

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