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16.3.1908 Erstes Blatt
 
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Montag 16. März 1908

Erstes Blatt

158. Jahrgang

Nr. 64

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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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ihtungen. .Nauheim* jeue Aula, langen 1896.

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Aus Stadt und Land.

(Ä t e u e n, 16. März 1908.

Zum Verwalter der Frauenklinik wurde von K. H. dem Großhcrzog der Finanzaspirant Emil Kinkel dmi hier ernannt.

Önivet^ er Sopran) ! sen.

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Empfao» mu estraße.

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Aleines LeuSUeton.

Aus Frankfurt o. DI. wird uns unter dem 13. d. Mts. ^schrieben: »Jhin hat Nita Sacchetto, die gepriesene Münchener Tänzerin, auch in Frankiurt getanzt, rind wenn man Mrst etwas ängstlich sein konnte, das; dieGesellichast iür ästhetische Älllur" (Die Veranstalterin des gestrigen Gastspiels) zu diejeni Lwecke den Riefenbau des S ch u m a n n - T h e a t e r 3 gemietet ®nte, so kann man heilte beljnupten, daß der große 9ianm auch üeiülll werden würde, wenn die graziöse kleine Tänzerin auch nod) *n zweites Mal erschiene, ©eftern war der Zirkus ganz geiüUt, * in den Logen saß das beste Publikum: kaum eine vön den "kenntenbeiten Familien Frauk'urts fehlte. Und der Beifall ^ar enthusiastisch. Die aimmtige Künstlerin ist ein Genie des ganzes. Hier liegt eine Näturbegabung vor, tue bereu fiütfi- ii'usches Gestaltungsvermögen die rhythmische Körperbewegung das ^usdrucksmittel der inneren Phantasiewelt ist. So wie Nita «aecketto hat nur noch eine, die leider so schnell wieder aus der ^chentlichkeu verjchwiuideneechte" Traiuntänzerm Madelaiiie, "N inneren Zusammenhang zwischen Musik und Rhythmus be- ®"lnen. Ein Vergleich zwischen dem Tanz Nita Sacchettos, der 'bendigen Nachschöpfung der Alnsik ist, und dem erstarrten tfovmel- Mnm unseres Balletts ist unmöglich. Was Nita Saechetto tanzt, L' unmittelbare Offenbarung der Muse des Tanzes .... -ein ^esidenztheater eröffnete gestern Konrad Dreher em ^rzes Gastspiel. Das Stück, an den; er und Max Neal geinein- hcm ihren Geist verspritzt haben, heißtDer Zechpreller", -reher spielt die Hauptrolle eines wider Willen ui den Verdacht «r Zechprellerei geratenen Professors Streusand. Gestern aber ! »eite Die Hauptrolle ein lebendiger Esel, der etwas anderes »irente" als Sand.Natnralia non sunt turpia dachte Dreher, Nrmisch " unb Schaufel und kehrte es weg. Ter Erfolg war

Vom Münch. iist le r°T h e a t er, das mit der Ausstellung unchen 1908 verbunden werden soll, wird uns geschrieben: -n-rini vollendete neuartige Vühue (Nelief-Bnhne) ist das ge- 'rfJQn?e Werk des Vorsitzenden des Arbeitsausschußes Pro'. B. dramaturgischen Leiters Georg Fuchs, des Theaterbau.

£ . SJJt Littmann und deS kgl. Aiaschineriediiettors . em- Än hervorragender Weise betclltgte sich auch Meister.

** Bauers ch er Gesangverein. Zur Feier seines! 44. Stiftungsfestes veranstaltete der Bauersche Gesangverein amt gestrigen Sonntag in der neuen Aula der Universität ein Volks- !onzcrt, das sich eines außewrdentlrch regen Besuches erfreuen durste und in allen seinen Teilen als vortrefflich gelungen bezeichnet werden muß. Ter Dirigent des Vereins, Herr Otto Gör lach, yersügt über eine musikalisch sichere, gut geschulte und sangesfrohe Sängcrschar, die anscheinend mit' großer Lust und Liebe und mit Eifer und Ausdauer bei der Sache ist. Ter Verein besitzt aber auch, wie es scheint, eine große Anzahl Sänger, deren Stimmittel! den Tuvchschnitt weit überragen. Um einen Sänger, wie es das Vereiirsmitglied Laux ist, der die beiden Lieder aus dem Tann­häuser dasBlick ich umher" unbTa Lick an den Abendstern" in so hervorragender Weise wiedergab, ist der B<ruersche Gesang­verein zu beneiden. Und es ist natürlich selbstverständlich, daß dieser Gesangverein mit solchen Kräften auch außerordentliches zu leisten imstande ist. Es war vor allem ^eine hochersreuliche Ein­heitlichkeit in allen Darbietungen der Sänger zu bemerken, und eine erstaunliche Sicherheit, der Vortrag war an allen Stellen der Dichtung angepaßt. Wohl am) glänzendsten traten die Vorzüge des Bauerschcn Gesangvereins in DüringsWaldkönig" (Dichtung von I. Huggenberger) zutage. Ganz wunderschön klang dort namentlich der Refrain:Trara, trara! Tas Hifthorn hallt!" Sehr hübsch zusammengestellt war das Programm; es kam darin die Stimmung des werdenden Frühlings zum Ausdruck. Wer am gestrigen Sonntage auf einem Spaziergange das erste frohe Gezwitscher der Vögel gehört und die ersten träumenden Schnee- glöctchen gesehen Ijntte, der mußte sich doppelt freuen, in diesem Künzert den Frühling preisen zu höreit. Und so trugen anch diese vielen reizvollen Frrchlingslieder des gestrigen Konzerts mit dazu bei, ihm den Charakter der EinheillickKit aufzudrücken. Daß diese Einheitlichkeit nicht einförmig wirkte, dafür sorgten schon» wie gesagt, der feinabgetönte Vortrag der einzelnen Lieder. Aber auch sonst fehlte es nicht an Abwechselung: Fvl. Zda Stamm- [er, unsere vvrtrefsllcl-e Gießener Konzertsängerin, sang eine An­zahl reizender Lieder von Schumann, F. Sieber, Richard Strauß und Tonizctti und -um) SckMß noch ein hübsches neckisches Lied­chen von den dmn-men 9Rädchen und den schlauen Buben, daS großen Beifall fand. Stimnckich war die Sängerin dieses Mal leider nicht gut disponiert, und darunter litt teilweise auch der Vortrag. Rechte Freude bereitete das Kmvierspiel des Herrn Julius Hahn aus Gießen. Seine Technik erschien dieses Mal glanzvoller denn je, und zeichnete sich vor allem durch exakte Reinheit aus. Es lag aber auch eigendsve Jndividuaütät in seinemt Vorträge; er war reich belebt und Note für Note interessant. Eine auch technisch im l)vhen Maße fesselnde Leistung bot Herr Hahn mit MendelsjvhnsJrondo brillante in G-duv. Der prackstvollq Lorbeerkranz, der Herrn Hahir nach seinem Spiel überreicht wurde, war eine redlich verdiente Auszeichnung. Man muß es nur be«i dauern, daß man hier in Gießen so wenig Gelegenheit hat, diesen hvächegabten jungen Pianisten in der Oeffentlichkeit spielen zu hören. An das Konzert schwß sich ein gut besuchter Ball in Steins Garten an.

*'DerBogelSberger Höhenklub von Frankfurt, der seine Wanderung nach der alten Heimat seiner meisten Mitglieder zu achten pflegt, unternahm gestern einen Aus­flug durch die Welterau mit unserer Stadt als Endziel. In Münzenderz sollte die Wanderschaft beginnen, aber man hatte die Rechnung ohne das Butzdach-Licher Bähnchen gemacht. Ec wartete den mit Verspätung emtreffenden Frankfurter Zug nicht ab, um den Anschluß in Lich nicht zu versäumen und jo mußte der Festmarsch der 52 Teilnehmer schon in Butzbach beginnen. Der Weg ging über die Burg Münzenberg und das Kloster ArnSburg nach dem Schiffenberg, wo einige Gießener Freunde zu den Frankfurter Oberheflen kamen. Rach einiger Rast ging es dann Gießen entgegen, wo im Einhorn Einkehr gehalten wurde. Hier gesellten sich Mit­glieder der hiesigen Sektion Taufstein des HöhenklubS und andere Freunde dazu und bet Gesang, Ansprachen und Dekla­mationen verliefen die Stunden des geselligen Zusammenseins sehr rasch. Im Namen der Sektwn Taufstein begrüßte Pro­fessor Dr. Leutert die Frankfurter mtt herzlichen Worten, luoraui Professor Bender, der Vorsitzende und Gründer der dortigen Sektion erwiderte. Seine von warmer Liebe zur hessischen Heimat erfüllten Abführungen gipfelten in dem Wunsche, daß es gelingen nröge, auch in Gießen eine der Bedeutung der Provinztalhauptstadt entsprechende Anhänger- zahl des Vogelsberger HöhenklubS zu gewinnen. Erst um 9 Uhr schieden die Frankfurter Gäste mit herzlichen,Frischauf* von den Gießenern.

Landwirtschaftskammer. Die 4. Hauptversammlung ist aus Montag, 23. März 1908, vormittags 10 Uhr, nach Darm­stadt, im Sitzungssaal dec 2. Kammer, embentfen. Nach der 15 Punkte enthaltenden Tagesordnung rotrb sich die Hauptversammlung u. a. mit dem Hauptvoranschlag der Landpirtschastskammer pro 1 1903* beu Gruudplanen dex Förderung der Äerzucht unb des Obst--.

hauptet am Schlüsse seiner Ausführungen in Nr. 60 deß Gießener Anzeigers, daß »die Verteuerung deS Grund und Bodens, eine Hemmung der Bautätigkeit, das Steigen der Mietpreise als allgemeine Wirkung der Wertzuwachssteuer für die Folge befürchtet werden" müsse. Demgegenüber möchten wir feststellen, daß diese Steuer in einer recht großen Anzahl deutscher Städte und Gemeinden eingeführt ist, ohne daß dort die ihr hier zugeschriebenen Folgen bis jetzt eingetroffen wären. Man hat sogar das Gegenteil feststellen können. Die Steuer wirkte als Anreiz zttm Verkauf, die Bautätigkeit wurde an­geregt. Zudem wird sie nicht vom Kätifer, sondern vom Ver­käufer getragen, ist also nicht abwälzbar. Da Herr Naab einer Behauptung feinen Beweis beigefügt hat, so wäre es interessant, zu erfahren, auf welche Gründe und auswärtige Erfahrungen er seine Befürchtungen stützt.

* Fleisch-Abschlag. Die hiesigen Rinds- und Ochsen metzger haben den Fleischpreis um 4 Pfennig das Pfund herabgesetzt, was von den Hausfrauen freudig begrüßt werden wird.

** Die Ortsgruppe Gießen desVundes der technisch-industriellen Beamten hielt am Sams­tag abend int Cafö Ebel eine Versammlung ab, _ tn der Herr Ingenieur A. Müller aus Frankfurt a. M. über Soziale Bewegungen und technische Privat-Äu­gest eilte sprach. Redner besprach zunächst in seiner außer­ordentlich interessanten Einleitung sehr ausführlich die verfchte- denen Lohnkämpfe der ältesten Zeiten und, des Mittelalters und zeigte, wie sich allenthalben schon frühzeitig der Organisattons- gedanke betätigt habe. Er wies insbcfoudere auf die große Ana­logie hin zwischen den Organisationsbestrebungen des Mittel­alters und dettjenigen der heutigen Privat-Angestettten. Noch vor wenigen Jahren Halle ein großer Teil der technischen Ange­stellten die Möglichkeit selbständig zu werden; heute ist das nicht mehr so. Von den technischen Angeitelllen haben heute 60 Proz. ein Einkommen unter 2000 Ml. und nur 25 Proz. über 3000 Mk. Beim Staatsbeamten nimmt das Gehalt mit bem Alter zu, beim technischen Angestellten nimmt es meist von einem bestimmten Alter ab. Und stirbt der technische Angestellte, dann ist für seine Hinterbliebenen nicht gesorgt. Dissen Uebelstänoen ist lediglich durch eine staatliche Penjions- und Hinterbltebenen- Versorgmtg abzuhelfen. Redner besprach dann eingehend die beiden Strömungen iirier den Privchongescellten, von denen o:e eine für Sonder lassen, die andere für den Ausbau der vorhan­denen Alters- und Invalidenversicherung ist. Redner neigt per­sönlich mehr der letzteren Stiftung an und schilderte dann bte bekannten Vorgänge in Franksucc a. M., wo otc Vertreter der Sonderkasse in der großen Versammlung im Hippodrom bie Gegner gar nicht zu Worte kommen ließen, so daß diese sich gezwungen sahen, die Versammlung zu verlassen. Auch im Reichstage sind die Parteien sich über die Frage der Sonderlasse oder des.Aus­baues der bestehenden 23erMietung meist einig. Redner ist der Meinung daß die Privatbeamten bei Anschluß an die bestehende Versicherung eher jum Ziele kommen würden. Redner ging dann im weiteren Verlause seines Vortrages auf die Frage der Arbeitszeit ein. Der Bund verlange eine achtstündige Ar­beitszeit, der Technikervcrband eine neunstündige. Es gebe aber heute schon Betriebe, rote Zeiß in Jena, die für Rechner und geistige Arbeiter bereits eine sechsstünoige Arbeitszeit emgesnhrt hätten. Ein weiterer Wunsch des Bundes der technischen Ange­stellten geht dahin, daß für die militärische Uebungszclt bis zu acht Wochen das Gehalt weiter gezahlt werde; heute komme cs noch vielfach vor, daß die militärische Uebungszeit den Arbeit­gebern Veranlassung gebe, den Angestellten zu kündigen. Einen weiteren Ucbelstand bilde die Konkurrenzklausel. Redner las einen Arbeitsvertrag vor, aus dem hervorging, welche geradezu unglaub­lichen Bedingungen den Technikern von einzelnen Arbeitgebern gestellt wurden. Bei einem Monatsgehalt von 110 Mk. mußte ssch hiernach der Angestellte verpflichten, bei ferner Konkurrenz- irnta in Europa Stellung zu nehmen. Leider seien den Richtern die Verhältnisse der technischen Angestellten noch viel zu wenig bekannt, so daß diese vor Gericht wenig geichützt feien. Redner wünscht darum, wenn auch nicht besondere Techniker- geriefte nach Art der Kausmannsgerichte, so doch den Ausbau der heutigen Gewerbegerichte, wo auch technische Angestellle das

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Adolf v. Hildebrand an den grundlegenden Arbeiten und ebenso Prof. Fritz Erler, dessen Faust-Juszenierung in den Modellen Be­wunderung erweckte. Eine Fülle reizender Eindrücke gewahrten iodanii die Ausstattung und Kostüm-Skizzen von Pros. Jul. Ttez (,u ,Was ihr wollt"), Pro'. Ad. Hengeler (zuWölkenkuckucksheim"), die der Simplizissimus-Metsler Tb. Th. Heme und Will). Schulz (utDeutsche Kleinstädter" unbPeter Squeuz"), sowie die von Rob. Engels, H. B. Wieland und H. Buschbeck herrührenden Ent­würfe für kleinere Spiele.

Kleine E h r o u i k a u s K u n st u nb W i s s e n f ch a f t- In der Akabemie zu Frankiurt a. SDL, Jordamtraße 17, findet vom 22. April den 3. Kongreß der Gesellschaft i u r Expert- men teile Pfycho logie statt. Ortsvorsitzender ist ^.r. K. Wlarbe, Professor der Philosophie an der Akademie, ^christ'uhrer Dr. O. Schulze, 2lssistent am Seminar für Philosophie und Pädagogik und am psychologischeii Institut der Akademie. Tas vorläufige Programm umsaßt 28 Vorträge. Unter den Vortragenden befinden sich uiehrere Ausländer. Mit dem Kongreß ist eine Aiiü- stellmrg von wissenschaftlichen Apparaten verbunden. Victor Ho11aender hat eine OperetteSchneider pip S , Text nach Kotzebue von Hans uon Wentzel, vollendet, welche vom Hot- theater tu Weimar zur Uraufführung angenommen ist. In Berlin ist am 14. März Geheimrat Profegor Julms Seimig, Direktor des Kunstgewerbe-Mitseurns, tm Alter von 6a Jahren qeftorben. Lauge, fchwere Krankheit ist dem Ende voraus- qegntmen. Ter Leichnam wird tu Hamburg eingeafchert werden. Zum Direktor des historischen Weums und der Gewehrgalerte, des Grünen Getvolbes und des Münzkabinetts in Dresden wurde Prozessor Dr. Jean Louis Spouset ernannt. Spon el wurde 1858 zu Hanau geboren. Henri Far m a n hat tm Manover- iclb von Isst) (5rtv.) iemc Flugversuche Wieder atugenommc t und mit feinem Z e 11 e n d r a ch e n mehrmals Distanzen uoti fa i 1000 Nieter in der Luft durchmessen. Der Apparat ist jetzt mit einem öOpferdigen Nenautt-Vlotor versehen. Tie Tragiächer be­stehen aus Gutnmiseide. In der neuesten Nttmmer deS 11 l e r a r. Echo, Halbmonatsschrüt für Sltcraturiicunbe (Herausgeber: Dr. Josef (Sitlinger, Verlag: Egon Fletschet & (So., Berlin W. 35) spricht Rtchaid Wettbrecht sich jehr oneitennctib über die bei 9iotl) m Gießen ecichienenen ObumüüdLrDorisLjchichtea vow Buxbaum aus.

.?et Stetzener Anzeiger Ä a «ezugLpret»:

scheint täglich, außer ÄSms monatlich 75viertel-

»GletzenerAmeWr» ^trtfchafUiche Zeitfragen W W V W W ^F auswärts 20 Pfennig.

Fernfpr^h'@ W Verantwortlich

für die Redaktion 112, _ & m < MF für den polittschen Teil:

General-Anzeiger für Oberheffen -MW

Zunahme von 2lnzeigen . .. . .« .

m Do^mufagTioub^ Botofiottsbrud und Verlag der Vnihl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redattion, LxpedMon und DruSerel: Zchttlstratze 7. Anzeigenteil: H. BeL

politische Lagerscha«.

Marokko will Frieden haben.

In Madrid heißt eS, eS fei amtlich bestätigt worden, daß JRuleyHafiddemSultanAbdulAsis Frieden s- vorschäge gemacht habe. Wie bezüglich der Friedens- Vorschläge Mulay HafidS berichtet wird, sind diese veranlaßt worden durch einen Meinungsunterschied, der fischen Mulay Hasid einerseits und dem Führer der Glaouia unb dem Kaid Zainai andrerseits auSgebrochen ist. Jeder Uditser beiden letzteren hat die Forderung aufgcstellt, daß sein [ Sohn zum Gouverneur von Fez ernannt werde. Sie drohen : beide, Mulay Hasid zu verlassen, wenn er ihren Wünschen ; nicht Nachkomme. Infolgedessen wandte sich Mulay Hasid an ; bte Franzosen, damit diese ihm als Vermittler bei Abdul | LsiS, mit dem er Frieden zu schließen wünscht, dienen sollten.

, Stimmungsbild aus dem preuh. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 14. März.

WaS man seit Monaten nicht erlebt hat, bas brachte der B Zamstag im Abgeordnetenhause: eine nur zweistündige -itzung. Und in dieser Sitzung wurden zwei Gesetze burd)beraten. I Oie Erfüllung einer alten liberalen Programmforderung stellt der erste Entivurf, der die Haftpflicht b e 5 Staates, der Kom» I munen unb anbeierVerbänbe f ü r d i e n st l i ch e V e r i e h l u n g eu | hrer Beamten ausjpricht, dar. Mit Befriedigung tonnte der freisinnige Peltafohn feftstellen, daß auch bei dieser Vorlage, wie - ei mancher anderen m letzter Zeil, alle Parteien eines Sinnes # ien. Selbstverständlich nahm das Haus den Regierungsentwuri i id)t unbesehen hin; wenn man sich im Prinzip einig ist, so be- j siehen in Einzelheiten begreiflicherweise Meinungsverfchiedenheiten. .lber sie sind doch nicht derart, daß irgend eine Gefahr für bas .filstanbekommen des Gesetzes beftänbe. In der verstärkten Justiz- I i»mmijsion wird die sorgfältige Arbeit der Regierung vielleichi tititge unwesentliche Aeuderungen erfahren, in ihren Grundzügen I roitb sie unberührt bleiben, unb ber erhebliche Fortschritt, ben bas besetz für unsere Rechtspflege bebeutet, ist nach jahrzehntelangem ' eigebllcheu Bemühen ber liberalen Parteien enblrch gesichert!

iait bieje Vorlage dem stärkeren Schutze ber Interessen der All­gemeinheit, so barf man auch bie anberen, bie bie Mittel zm Lischließung weiterer Kohlen selber im Dort- mun ber Oberbergamtsbezirk forbert, am letzten Enbe fili eine Maßnahme zur Föroerimg bes Allgemeiiiwohls ansehen. Zrde Erweiterung ber staatlichen Kohlenprobuknon stärkt bie Position w. Regierung aui bent Kohlenmarlt, unb gerabc bie letzten Tage mit ihren Debatten über bie volkswwtichastlich unb sozialpolitisch v aweifliche Preispolitik des Kohlenjyiibitals und ber Oberschlesischen lcshlentonvenlion haben gezeigt, rote übel es bis jetzt um ben If Lmflnß bes Staates auf bem Kohlenmarkt bestellt ist. Auch hier miebev ergab sich erirenllcherroeise bie allgemeitte Ucbereinftunmung Paneleii in ber Äluschauuiig, baß burch eine Verntehrung des ft aatlicheii Probuklionsstanbarbs bem Allgemeinmtcresse nur em 1 Tiensl geleistet werbe. Da bas Zentrum für bas Quellenfchutz- iH'efi, bellen britte Lesung ursprünglich noch auf ber Tagesorbmmg |rinb, eine ganze Reihe Ätiträge in petto hat, würbe bieje Vorlage c ns bem 2lrbeltspenfum der Samslagssitzung ausgeschaltet, unb lwrz nach 2 Uhr tönte die Vertagungsklingel burch bas Haus. Die laminenbe Woche rotvb ben Beginn ber beit teil Etat s- l jung bringen, bte sich diesmal wohl etwas länger ausdehnen Wirb als in früheren Jahren. Zentrum unb onbere Parteien »ollen sich bie roillfomniene (Gelegenheit nicht nehmen lassen, kurz m bett Wahlen noch einmal ihrer unbebingten Veamtensreunblich- l*it Ausdruck zu geben. Wahlreden pflegen nicht kurz zu sem, unb provozierenbe Verhallen ber Regierung in puncto der Besolb- »'gsvotlagen bietet an banfbarem Stoff für roicljanie Wahlreben Äiergenug.

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Die Wertzuwachssteuer. Man schreibt unsI Recht hätten, als Beisitzer zu.sungierem Redner verlangte dann aus bodenreformerischen Kreisen: R-chtsanw-ii JRanb be-1?

ja das Erstlingsrecht und einen bestimmten Nutzen an ber Er- indung cinräumcn, aber cs sei doch selbstverständlich, daß der Erfinder nicht, roic das heute der Fall sei, bei seiner Erfindung leer ausgche. Redner besprach dann die A rb eit s k a m m er n, die in einem Gesetzcntrourf dem Reichstage bereits Vorlagen. Redner weist darauf hin, daß die paritätischen Arbeitskammern ich anderswo, beispielsweise in Holland, gar nicht bewährt haben. Es müsse eine Institution geschaffen werden, die es den Arbeit­nehmern ermöglichen, in weiterem Maße als bisher an der Gesetz- gcbiuig mitzitwirken. Redner sprach sich bann für Beamtenaus- chüsse, für rechtliche Gleichstellung der technischen Angestellten mit den kaufmännischen auS und äußerte verschiedene Wünsche bezüglich der Ausstellimg von Zeugnissen. Tie neue Gewerbe- Novelle erfülle viele Wünsche der Privatangestellten nicht. Alle diese Wünsche könnten nur dann Erfüllung finden, wenn die technischen Angestellten erst eine starke Organisation hinter, sich hätten. Redner schloß seine etwa zweistündige Rede mit eurem warmen Appell an bie technischen Angestellten, einer Organisation bcizutretcn. An diese mit großem Beifall aufgenommene Rede chloß sich eine längere lebhafte Aussprache an.

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