Lauf Ves^Hestes bewies, daß zwtschen Seutschen und'französischen Logen wieder völliges Einvernehmen hergestellt ist. Der mccklenburaische Landtag wählte gestern eine Kommission von 36 Mitgliedern zur weiteren Beratung der Regierungsvorlage. Die Verhandlungen der Kommission sind streng vertraulich.
Tie Hamburger Bürgerschaft hat beschlossen, an den Mädchen-Volksschulen den obligatorischen Haushalts-Unterricht einzuführen.
Die städtischen Kollegien von Hameln beschlossen den Bau einer großen Hafenanlage von einem Kilometer Ladefläche. Besonders berücksichtigt werden hierbei die Kali-Frachten im Wesergebiet. Ter Bau wird im nächsten Jahre begonnen.
Die Weimarer Synode hat mit 19 gegen 15 Stimmen das gesamte Patronatsgesetz abgelehnt.
Ausland.
Der a b g e l e h n t e O r d e n. Anläßlich der Anwesenheit Kaiser Wilhelms in Wien war es viel besprochen worden, daß der Präsident des Abgeordnetenhauses, Dr. Weißkirchner, sich nicht in der Liste derjenigen zahlreichen Personen befunden hat, die vom deutschen Kaiser einen -Erben erhielten. Nunmehr wird bekannt, daß Weißkirchner allerdings einen Orden und zwar den preußischen Kronenorden 3. Klasse bekommen hat, den er aber als dem Range eines Präsidenten des Abgeordnetenhauses und eines Direktors des Wiener Magistrats nicht entsprechend gefunden und deshalb durch das Ministerium des Aeußern der deutschen Botschaft'zurückgeschickt hat.
Die deutsche Amtssprache bei der österrei- ^chischen Post. In einer Versammlung deutscher Abgeordneterwurde gestern mitgeteilt, daß der Ministerpräsident Beck persönlich für die Wahrung der inneren deutschen Amtssprache bei der Post garantiert, damit Störungen des Postverkehrs durch die Mehrsprachigkeit im Postbetriebe der Postanstalteu im Verkehr mit dem Auslande nicht Vorkommen. Es wurde auch von militärischer Seite Einspruch gegen die Willkür tschechischer Postbeamten im amtlichen Verkehr erhoben.
Begegnung zwischen König Leopold und Kaiser Wilhelm. Wie in Brüssel verlautet, beabsichtigt König Leopold, der zurzeit in Wiesbaden zum Kurgebrauch weilt, eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm herbeizuführen.
-König Leopold in Lebensgefahr. Kurz vor der Abreise nach Wiesbaden entging König Leopold von Belgien mit knapper Not einem Eisenbahnunfall. Der königliche Zug, der von Schloß Ciergnon nach Brüssel fuhr, wäre beinahe mit einem Zuge, der Rennpferde nach Grönen- 'dal transportierte, karamboliert. Im letzten Augenblicke jedoch vermochte der Maschinist den königlichen Zug zum Stehen zu bringen.
Neue große Diebstähle in Rußland. Auf der Nikolaibahn sind enorme Diebstähle entdeckt worden. Bei zahlreichen Airgestellten der Bahn in Moskau wurden Haussuchungen vorgenommen, ebenso bei dem Moskauer Millionär Krassawin. Wie sestgestellt wurde, sind durch seine Agenten ganze Waggons gestohlenen Eisens für seine Fabrik geliefert worden. Krassawin hatte Angestellte der Bahn durch große Summen bestochen und Lieserungs- scheine fälschen lassen.
Der König von Serbien trifft am 22. Mai in Petersburg ein und wird 8 Tage in der Hauptstadt verweilen. Die Blätter teilen ferner mit, daß der Vizekönig des Kaukasus in der nächsten Woche nach Petersburg abreisen wird.
Zu Tode geprügelt. Am 1. Mai unternahmen in Riga vier junge Mädchen im Zentralgefängnis von Riga- einen Hungerstreik, um auf diese Weise den „Weltfeiertag" zu begehen. Die Gefängnisverwaltuug ließ daraufhin Dragoner kommen niib von diesen eine Prügekexekution an den jungen Mädchen abhalten. Zwei Mädchen wurden zu Tode gepeitscht, das dritte Mädcheu liegt halbtot im Krankcnhause, das vierte hat die Exekution leidlich überstanden.
Ter türkische Groß Vezier hat sich von seinem Unwohlsein wieder erholt und ist aus der Pforte erschienen.
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zeitig gezwungen werben, eine ungeliebte Wendin zu freien. Sein Herz besitzt aber die Tochter des „deutschen" Grasen Lyuar, des in die Lande entsandten Iieichsvertreters, die er aus den Fluten der Spree rettete. Bei dein Sturme auf die „Herrenburg" fällt Niklot durch das Schwert Lynars; und seine Geliebte sucht den Tod. Das Drama schließt mit einem Ausblick auf die lichtere Zukunft, in dem die Andeutung iätlt, daß das junge Preußen das Samenkorn ausgestreut hat, das auch bem Wendcnlande reiche Früchte tragen wird. Wildenradt hat ein unverkennbares dramatisches Geschick, wenn er auch in der Praxis seiner Szeiiensührung nicht immer die Geschicklichkeit des routinierten Bühnenschriststellers ailsweist und in der Charakterzeichnung der Hauptpersonen, so in derjenigen des Grccken Lynar, einige Schwächen sich zeigen, die beim Rampenlicht weil stärker git Tage treten als im Epos. Was man bei dem Werke trotz einiger Unwahrscheinlichkeiten anerkennen muß, ist eine unverkennbare Großzügigkeit im Zusammen- fassen der Handlung; bann auch die sormsichere plastische, an Bildern und Sentenzen reiche Sprache, die stilverwandt mit der Wildenbruchs ist und aus der ein leichter Odem Schillerschen Geistes zil ivehen scheint. Der Aiisdruck überzeilgeiider Begetster- ung allerdings ist ihr geläufiger als der der erschütternden Tragik. — Tie Aufführung, die die ersten Dortmunder Schauspielkräsle auf die Bühne führte, verdient volle Anerkennung. Insbesondere fesselte tue psychologisch intelligent nuancierende Darstellung des vorn Dichter sehr glücklich charakterisierten Niklot durch Herrn Mayr.
— Forschungsreisen. Die Erforschung der tropischen Lichterscyeinungen und anderer physikalischer Vorkommnisse hat sich eine vom preußischen Kultusmimsterium unterstützte wissenschaft- lidje Expedition zur Ausgabe gemacht. Sie steht unter Leitung der Professoren an der Technischen Hochschule zu Berlin Geh. Regierungsrat Dr. M i e t h e und Dr. K u r l b a » m und wird ihre Beobachtungsstelle auf einem englischen Fort, südlich von Assuan, wählen und dort 6 bis 8 Wochen weilen. — Born Leiter der österreichischen Buschmännerexpedition, Dr. Rudolf Poch, ist bem „Geogr. Anz." aus Oas folgendes Schreiben vom 17. Febr. 1908 zugegangen: Meinem Versprechen gemäß erlaube ich nur Ihnen kurz mitzuteilen, daß ich am 6. November Wien verließ, am 9. Dezember in Swakopmund landete, am 16. Januar meinen Treck mit bem Ochsenwagen von Windhuk begann, und am 30. Januar mit der Station Oas bte westliche Kalahari und die ersten Busch- mannstämme erreicht habe. In OaS errichtete ich mein erstes Standquartier und werde voraiissichtlich 2 bis 3 Monate hier bleiben. Dann beabsichtige ich weiter nach Osten in die Kalahari ru trecken und die Buschmänner um Olisantskloof, Rietsonlein und im Chause Veld zu studieren.
— D r e Verbreitung d e r B i b e l. Auf der letzten Jahresversammlung der Britischen imb Ausländischen Bibelgesellschaft wurde in einigen Zahlen der Siegeszug der Bibel durch die Welt veranschaulicht. Die Bibel ist, ganz oder ivenigstens zum Teil, in412 verschiedenen Sprachen veröffentlicht. Tie im letzten Jahre verbreitete Anzahl von Exemplareii betrug o 688 381 Bände, von denen 110 000 in Japan und mehr als eine Million in China verbreitet wurden. Die Ausgaben des Jahres betrugen 4 500 OUU Mk., von d mehr als 2 000 000 für die Herstellung neuer Ausgaben der Scy. verwandt wurden. Die Gesamteinnahmen betrugen 4 800 000 Plk.
§age im Kong0 geBrCe"K~D2r Dümpfer^Leo- polbville" ist aus bem Kongo in Antwerpen eingetroffen. Die Nachrichten aus ben Gebieten, wo gewöhnlich Aufruhr herrscht,' lauten befriebigenb. Die aufrührerischen Mobabi sind unterworfen. Der Eisenbahnbau nach bem Großen See ist bis zu km 80 beendet.
Die indischen Unruhen und der Emir von Afghanistan.' Nach zuverlässigen Meldungen aus Stabil! hat der Emir von Afghanistan bündige Befehle gegen das Halten von aufrührerischen Reden erlassen. Den Schuldigen soll die Zunge herausgerissen werden und jedem Untertan des Emirs, der Kabul verläßt, um sich mit den Aufständischen zu verbinden, sollen die Füße abgeschlagen werden. Ebenso sind dringende Befehle nach Dschellaland gesandt worden, den Verkauf von Gewehren und Munition an die aufrührerischen Stämme einzustellen. ___________________________________
Zur Affäre Lutenburg.
Tie Vornntersuchung gegen den Fürsten Eulenburg nimmt ihren Fortgang. Wie verlautet, ist bem Untersuchungsrichter jetzt auch schriftliches Material, das Harden nicht eher aus den Händen geben tonnte, weil es im Münchener Prozeß gebraucht wurde, zugegangen. Tas bei bem Zeugen Jakob Ernst beschlagnahmte Ata- terial ist nicht durchweg für den Fürsten Eulenburg belastend, da in den meisten Briefen von erotischen Dingen nicht die Rede ist. Nur m zwei Briesen zeigt Eulenburg Besorgnis, Ernst könnte über intime Vorgänge plaudern. Tie schiverste Belastung liegt in zwei schriftlichen "Aeußerungen an Ernst, nach welchen Ernst, ohne den Fürsten vorher zu verständigen, plötzlich direkt die ihm geliehenen 20 000 Mark an die Kasse zahlte. Nachdem Ernst sich seiner Geldabhängigkeit von dein Fürsten entledigt hatte, ängstigte sich Eulenburg und glaubte, Ernst iverde nun reden. Ernst beruhigte schriit- lich'den Fürsten und meinte, er könne auf ihn wie auf einen Granit bauen. Die B e s ch w e r d e, die I u st i z r a t W r o n k e r im Auftrage des Fürsten Eulenburg gegen den ablehnenden Beschluß des Landgerichts beim Kammergericht eingelegt hat, ist vom Beschlußsenat des Kammergerichts abgelehnt worden. Tie amtliche Mitteilung über den Beschluß ist gestern mittag dem Verteidiger des Fürsten zugestellt worden, während ihm die Begründung der Ablehnung erst heule zugehen wird. Lern „L. A." zufolge wurde der Beschluß, den Fürsten in Hast zu behalten und die Kaution abzulehnen, mit der Gefahr einer Verschleierung des Tatbestandes (Kollusionsgefahr) begründet. Die Akten sind dem Untersiichnngsrichter in Moabit wieder zugestellt worden. Dem „B. T." zufolge verlautet, daß Fürst Euieiiburg, dessen Zustand fich in ben letzten Tagen erheblich gebessert hat, in etwa 8 Tagen in das Untersuchungsgefängnis nach Moabit überführt werden soll.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 14. Mai 1908.
** Parlamentarisches aus Hessen. Der zweite (Gesetzgebungs-)Ausschuß tagte am Mittwoch. Zunächst wurde über die Regierungsvorlage, betr. Abänderung des Gesetzes vom 7. August 1902 über die Wo hnungsfürforge für Minderbemittelte beraten. Der Ausschuß beschließt, die Vorlage anzunehmen, doch soll Art. 1 in folgender Weise iimgeänbert werden: „Besteht in einer Gemeinde ein auf andere Weise nicht zu beseitigender Mangel an guten Mietwohnungen für Minderbemittelte und ist eine Vereinigung bereit, solche Wohnungen zu bauen, so kann die Gemeinde auf Antrag dieser Vereinigung ober auf Antrag des Landeswohnungsinspektors zu dieser DarlehnSaufnahme verpflichtet werden" rc. — Der Antrag des Abg. Köhler, betr. die seitens der LandeSzentralbehörde zum Reichsoereinsgesetz zu erlassenden näheren Bestimmungen, wird mit Rücksicht auf die bisher zu diesem Gesetz von der Regierung schon veran- laßten Verordnungen für erledigt erklärt. — Endlich wird noch der Initiativantrag des 2(bg. Reh und Genossen beraten, welcher Bestimmungen vorschlägt, welche die Anstellung und Besoldungsverhältnisse der Lan d bürge rm ei ftcr betreten, und die in daS Gesetz, betr. die Landgemeindeordnung, aufgenommen werden sollen. Ter Antrag wird von dem Ausschuß mit unwesentlichen Abänderungen angenommen.
** Der Landesverband der hessischen Bürgermeister hält seine Hauptversammlung am 25. Mai in Darmstadt ab. An die geschäftlichen Verhandlungen soll sich ein gemeinsamer Besuch der Landesausstellung bezw. des Landesmuseums anschließen.
** Eine Sitzung bcS Provinzial--Ausschusses findet am nächsten Mittwoch, norm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch der Heinrich Klein Ehefrau zu Gießen um Erteilung eines Wandergewerbescheins. 2. Enteignung von Gelände zur Verlegung des Bahnhofs Vilbel; hier Besitzeinweisiing. 3. Klage des Lanbarinenverbandes Erbach gegen den Landarmen- oerbanb Gießen wegen Uebernahrne von Unterstützungskosten der 2(nna Abt. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Daruistadt gegen den Ortsarm enver b and Schlitz wegen Unterstützung des Kindes der Marg. Fischer.
** L e h r e r p e r s o n a l i e m Ernannt wurde der Lehrer Will). Nebel zu Fürstengrund zum Lehrer an der höheren und erweiterten Mädchenschule zu Gießen unter Belassung in der Kategorie der Volksfchullehrer. Erledigt ist eine mit einem kalh. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hausen (Kr. Offenbach) und eine mit einer kath. Lehrerin zu besetzende Lehrerinstellc an der Gemeindeschule zu Klein-Welzheim.
** D i e älteste Buchhandlung unserer Stadt, die Großh. Hess. Hof- und-Universitäts-Buch- und Kunsthandlung von August Frees (früher Fehsenfelds Univ.- Buchh.) ist an den Buchhändler Hermann Behrendt aus Halle a. d. S. verkauft worden, der sie am 1. Juli übernimmt. — Das Geschäft wurde im Jahre 1790 von Georg Friedr. Heyer begründet, der noch im gleichen Jahre des Ablebens deS Universitäts-Buchhändlers I. F. Krieger sen. das Privileg als dessen Nachfolger erhielt. Nach der Konzession war der Universitätsbuchhändler verpflichtet, von jedem in seinem Verlage erscheinenden Buche ein Exemplar umsonst an die Univ.-Biblwthek abzuliefern, was übrigens heute noch geschieht. In der Konzessionsurkunde wurde Heyer das Recht zugestanden, daß die Universitätsbibliothek neue Bücher nur von ihm kaufe, die er aus das Wohlfeilste zu liefern habe. Später wurde dem-Universitätsbuchhändler die noch heute geltende Bedingung auferlegt, die Besorgung der zum Austausch mit anderen Universitäten bestimmten akademischen Schriften zu übernehmen. 1841 übernahm Heyers Sohn und dessen Schwiegersohn H. Flinsch in Frankfurt a. M. die Buchhandlung, während ihr Gründer eine nebenbei betriebene Buchdruckerei, wie er angab, um nicht untätig zu bleiben, fortsührte. Er^hat auch in Darmstadt die jetzige Hosbuchhandlung und Staatsverlag Jonghaus gegründet. Die Nachfolger von Heyer Vater verlausten 1848 die Buchhandlung an Ernst Heynemann, der 1822 und 1832 — und zwar in letzterem Jahre durch Ricker — Konkurrenz bekommen hatte. Am 1. Juli 1881 ging, hie Buchhandlung
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? TraiS-H orloff, 13. Mai. Heute nachmittag wurde:
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an^n" Fehsenfeld über." Jm^ktohör^189(F übernahm sie der jetzige Besitzer Ang. Frees, den im Jahre 1900 der Großherzog zum Hof-Buch- und Kunsthändler ernannte, mit )em Rechte, das Großh. Wappen der Firma beifügen iu )ürfen. Von 1790—1845 hatte die Buchhandlung einen bedeutenden Verlag. Die noch vorhandenen Kataloge aus jener Zeit weisen Namen auf, welche heute noch einen guten Klang in der Literatur und wissenschaftlichen Weit haben. Leider wurde der Verlag später nicht weiter ausgebaut.
** D ie englische Militärkapelle „British Nort- humberland Military-Band" aus Newcastle on T,yne, die gestern im Kolosseum konzertierte, hatte einen außerordentlichen Erfolg. Die Kapelle und ihr Tirigent Leutnant H. G. Amers rechtfertigten durch die feinsinnige und exakte Wiedergabe des gewählten Programmes in schönster Weise den Anspruch, die beste Militärkapelle Englands zu fein. Von den Tarbietungen der Kapelle feien als ganz besonders gelungen erwähnt „Collocation of Iperas" von Rossini, Szenen aus Papliacei von Leoncavallo, ein Cornet-Solo von Rimmer und die ungarische Rhapsodie Nr. 2 von Liszt. Zum Schluß spielte die Kapelle unter ungeheuerem begeisterten Beifall die deutsche Hymne. Voraussichtlich wird bie Kapelle im August noch einmal hier konzertieren.
Nieder-Jngelheim, 13. Mai. Ter 21 jährige Landwirt Jak. Menk von Nieder-Jngelheim entfernte sich am Sonntag abend aus der elterlichen Wohnung. Am Montag früh fand man in der Nähe des Ortes im Felde feinen mit Blut getränkten Rock, was das Schlimmste befürchten ließ. Man achte nach dem Verschwundenen, aber erst nachmittags gegen 3 Uhr fand man ihn an den Steinbrüchen der Zementfabrik mii durchschnittenem Halse entseelt am Boden liegend. Das Messer hielt er noch in der Hand. Kreisarzt Med.-Rat Dr. Schaffer- Bingen stellte Selbstmord fest. Was den jungen Mann, der der einzige Sohn eines begüterten Landwirtes war, in' den Tod getrieben, ist vorläufig itoch ein Rätsel.
** Wandervo gel", Deutscher Bund für Wanderungen der Jugend, ist der Name einer vonAerzten, Jugendbildnern und anderen Freunden der Jugend ins Leben gerufene Vereinigung, die es sich zur Aufgabe macht, die Wanderlust der deutschen Jugend zu beleben und zu fördern. Dies soll erreicht werden durch regelmäßige Spaziergänge und Veranstaltungen größerer Touren. Wer wird hierbei nicht erinnert an den verstorbenen Professor Dr. Buchner, der e§ meisterlich verstand, mit der Förderung des Wandersinns seiner Schüler deren Liebe und Verehrung zu erwerben. Es hat sich vor kurzem auch in Gießen auf Anregung des Oberlehrers Dr. Vernbeck eine Ortsgruppe des „Wandervogel' gebildet, die sich einer sehr großen Teilnahme erfreut und die durch wöchentliche Wanderungen durch Flur und Wald große Anziehungskraft auf imfcre Jugend, besonders die Besucher der höheren Schulen, ausübt.
* * U n b e ft e 11 b a r c Postsendung^ n. Bei der Ober- Postdirektion in Darmstadt lagern folgende Sendungen, bereit Absender vielleicht zu unseren Lesern zahlen, als unbestellbar: Post anweisung über 10 Mk. vom 18. 5. 07 aus GießenI nach Saasen be> Reiskirchen, Kr. Gießen; Empfänger unbekannt. — Einschreibbries« vom 24. 8. 07 aus Bad - Nauheim an Melichofs m Petersburg! vom 23. 10. 07 von Zug 512 Gießen - Gelnhausen an Basti in Wilhelmshasen; vom 15. 7. 07 aus Bad-Nauheim an Joses Zacka in Konstaucin bei Warschau; vom 26. 10. 07 aus Gießen 1 an Marg. Mirring, Adr. Lange & Münzer, in Magdeburg und vom 24. 8. 07 aus Bad - Nauheim an Sophie Eiesrewska in Linion (Odessa). — Eiusehreibkarle vom 9. 8. 07 aus Bad-Nauheim II an Frau Pauschine in Jstjeno (Rußland). — Gewöhnliche Briese: Inhalt ein 5 Markjchem vom 1. 7. 07 aus Bad ° Nauheim an Jakob Schneider in Billigheim (Pfalz); Inhalt 1,20 Mk. in Freimarken vom 10. 9. 07 aus Schlitz an Anton Köster in Annen. - Gewöhnliches Paket vout 25. 6. u7 aus Bad - 9tauheim an Aurc. Mendel in Francüavägüs (Ungarn). — Tie zur Empsangnahnir der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen vier Wochen bei der Ober-Poswirektion melden, tvidrigenfalls die Postamveismup- betrage und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Postunterstützungs' kasse überwiesen, die Briefe aber vernichtet werden.
* * In Amerika verst orbene He ssen. Henry Daul aus Obergleen, 77 Jahre alt, zu Pittsburg. — Johs. Ruppe! aus Kirchham, 83 Jahre ult, zu Berlin, Ont. — JohS.^ Daß mann aus Brauerschwend, 83 Jahre alt, zu Dakota, Go. — Elise K 0 ch aus Ruppertenrod, 68 Jahre alt, 511 Newport, Kent. — John Vogt Sich ä fe \ aus Mainz, 68 Ja hu alt, zu Neivyork.
** Entsprungener Zuchthäusler. Der am 30. Sept. 190ö vom hiesigen Schwurgericht wegen Totschlags zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilte Maurer Gottlieb Kar. Bauer aus Glashütten ist am Montag aus dem P h lippshospital bei Goddelau, wo er zur Beobachtung seines Geisteszustandes untergebracht war, ent- wiche n. Bauer hatte am 11. Sept. 1905 den Fuhrmam Wilhelm Bieber erschossen. Ter Flüchtige ist ohne jedi Mittel. .. . ,
* * Jeder muß wissen wa8 er ist. Bei unsercir vorgestrigen Rindviehmarkt besuchte ein Handelsmann vor außerhalb noch während der Alarktzeit einen am Pla.- wohnenden Kollegen. Er traf ihn krank im Bette liegend an. „Wie gehts", fragte der Gast den Kranken. »Bein. Freund", klagte dieser, dabei ein schmerzzerrissenes Gesich machend, „mic solls gehn? Alles Rindvieh ist aus dem Mall! und ich muß zu Hause bleiben!"
X Klein-Linden, 13. Mai. Am Himmelfahrttog! findet hier nachmittags daS Dekanats-Diissionsfest fu- innere Mission statt. Als Festplatz ist das EichwälM auf der Wüstung gewählt. Posaunenchor und Kirchen«
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einem jungen Arbeiter auf der Grube „Friedrichs vo. einer Maschine an zwei Fingern der linken Hand je em G>,e'
Qb9Ct^n£Quterbndb II. Mai. Die projektierte Pflaster' ung der Bahnhofstraße scheint sich zu verwirkucy - Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidcrt und Provinzi auSschußmitglied Baurat Stahl-Friedberg unterzogen Pe yet unter Anwesenheit des KreiSratS v. Bechtold, KretSbaumipe ■ Hechler und Bürgermeisters Stöpler einer Besichtigling. ' der jetzigen Witterung wird die Ototwendigkeit der ^>flnllcr11 :1 der durch Fuhrwerksverkehc überlasteten Straße wohl e ' ■ Moment im Zweifel lasten. Wie verlautet, soll Kleinps angewandt werden. ;■
= Bad-Salzhausen, 13. Mai. Die Satfon flott im Gange, für nächste Woche sind viele ^ucfce'31 ß h(,: gemeldet. EL wird gebadet von 6 Uhr ntorgens bis ' nachmittags. Ten Minderbemittelten (jährliches Emto . bis 2500 Mk.), Unbemittelten und ganz Unbemittelten , wir, jetzt zur Kur zu kommen und die entsprechende -P ermüßigung zu erbitten. .
4- Schotten, 13. Mai. Die sechs lsraeli U Religionsgemeinden unseres Kreises erheben L">
n «miefen, d ^gt adsich habe.
^(2.1^ .. Voraus^ ! >:Aied,


