Ausgabe 
11.12.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfahr 14 Seiten.

rem

VeutAches Kctcb.

Der Kaiser Höne geilem die Boi trüge des KriegSininisierS, des Vhe's des Gencralsiabes der Annes und des Chefs deS Milttär- kadrneilS.

Die (Ernennung deS Oberstaatsanwalts D r. 3 I e n b t c l zum Naw'olger des verstorbenen Gcnernlstaals- anwcillS Lachter ist bereits er'olgt. Staatsanwalt Klein |oll zum Nachfolger Zfenbiels auSerjehen fein.

Der erbliche Adel ist dein Fideikornmisbesitzer Heinrich Bonck zu Wornowlt; nn Streife Rcnllor verliehen ivorden

Staatssekretär von Schön hat gegen den Verfasser der BroschüreTer Hall Haininann" und gegen den Architekten Professor löumo Schmitz aui Grund des § 1Ü6 R.Llr.-kL.B. Ltraj- anzerge erstattet.

W e r k z u w a ch S st e u e r. Die Stadtverordnetenversammlung Braunschweigs beschloß in der gestrigen Sitzung die Elnstihrung der Lerlznivachssterier, soweit der Werlziiwachs 5 vorn Hundert übersteigt. Feiner wurde die Einiührung der Gemelndeveränder- ungsstener mit '/, vorn Hundert beschlossen.

Tie städtische Handels» und Gewerbekammer in Ludwi.isha'en be'ürmorieie in ihrer gestrigen Sitzung die Brannlweiii-, Tabak- und Bierslener. Ederno hielt sie ihren in der letzten Vollsitzung befchlossenen Antrag auf Begutachtung der Wein , steuer trotz des Proleiies der piälzijchen Weinbau^Jnlerefjenlen voll aufrecht.

Tcr d e^r l s ch e B o t s ch a s t e r in Nom Graf MontS hat die Absicht, im Frühjahr feinen Ab.chied zu neomen. Als iem 'ü.gec gilt de-, jetzige Ge audie in Vnreniburg v Jagow.

D i e Wahlprüsungs-Siouiiniilion des Reichs­tages beanftnnbeie die Wahl des '2lbg. £ p i n b l e t (<jenir.) nn drillen pfälzischen Wahltieije und beschloß BeiveiSerhebung.

T t e (Ä e i ch ä f t s o r d n u n g s - K o ui in r s f i o n d e s p r e u ß. Abgeordneten Halises Ueiiet gestern über den Antrag des 21. g. Bergmann und Gen., die Llaaisregierung zu ersuchen, die Slrashaft des Abg. Dr. Liebknecht während der Sitzungsperiode aiilzuheben. Nach eingehenden Beialungen, insbesondere auch nach Erörterung der Bedeutung und der Cnislehungsgeschichte des Art. 84 der preislichen Verfasjungsrirkuude, gelangte die Konunijston zu einem ablehnenden Beschluß.

Der deut sch-schweizerische Mehl st reit. W hrend einzelne Blätter es dafür halten, es bleibe der Lchiveiz im Ale hl- streit mit Deutschland nichts anderes übrig, als daS deutsche Mehl mit einem Zollzuschlag von 2,60 Fr. »u belegen, deutet ein Leitartikel der sozialdemokratischenZüricher Post" an, die Schweiz sollte die deutschen Waren boykottieren, wie die Türkei dies gegen Oesterreich tue.

U e b e r den Gesundheitszustand des Königs Eduard besteht eine gewisse Beunruhigung. Die ojfi- ziellen Berichte behaupten nach wie vor, daß alles in bester Ordnung sei. Aus Hoskreiscn aber hört man, daß der König viel leidender fei, als man in seiner Umgebung zugibt. Der Wnig laboriere an verschiedenen Leiden, die zusammen einen bedenklichen Schwächezu stand herbcisührten. Unter andcrm kranke der Stonig an einem Herzleiden, das zwar nicht von akuter Natur ist, aber doch zur Beunruhigung Gruiid gebe.

Aus China. Ei n neues Dekret, daS die Stellung des Regenten fcfllcgt, ist vorgestern angekündigt worden. Dem Regenten wird die kaiserliche Geivalt in vollem Umfange gewahrt und die Bevölkerung erweist ihm kaiserliche Ehren. Die Thron- besteigung des jungen Herrschers wird erst nach der Beendigung der Traucrzeit stattsinden.

Die Revolution in Haiti. General Simon hat die Präsidentschaft übernommen. Neue revolutionäre Unruhen sind in den Städten des Nordens zum Ausbruch gekommen. Der General Nebillard ist von Plcisence ausgebrochen, um die Ruhe wieder herzustcllen.

Zelter und Soeche.

(3u Zelters ivü. n. Dezember.)

Zelter ist der letzte Freund gewesen, der dem Herzen de« ge­alterten Goethe nah?stand; niemandem hat sich der greife Olym­pier menschlüpcr uno zärtlicher gezeigt, als dem Direktor der Berliner Sing-Akademie; er war der einzige her nacli den Zähren der Jugend gewonnenen Freunde, mit dein Goethe «ich duzte. Em wundervolles Denkmal dieser Freundschaft, nicht der großartigsten, aber der herzlichsten, die den Dichter inu einem Menschen ver­bunden, ist der Bries, in dem Goethe dieses Du ein führt; es ist das Schreiven, da er Zelter in einer der jchiversten Smnden seines Levens Trost zuspricht, nach dem Selbstmord seines h. st- gelicotcn Stiefsohnes. Was Goethe so unwiderstehlich zu dem rtaturwüchsig derven, tüchtigen Meister !/inzog, war die cingebornu Großheil" und £)riginaluat seiner geiund hlNMonist^en Natur. Vom emsachcn Maurer hatte er, der Sohn eines angesehenen SxmDroerEers, sich nicht mir zum tüchtigen Baumeister, sondern st­auch zum MustLprvfeifor und bedeutenden Komponisten heraus- gearbeitet. Seine Derbheit wusste er mit einem feinen G^chnma Lu vereinen.Seine Reden sind handfest wie die Mauern," agt A. W>. Schlegel von ihm, ,^oer «eine Gefühle zart und mu- ilalisch." Am herrlchstcn hat Goethe in feinen Anauen von 180 J >ie_ in Zelter waltenden und mit seltener Energie entwickelten Mächte charakterisiert.Er befand sich in dem fcltiamfkn Drange sroifdjcn einem ererbten, von Jugend auf geübten, bis zur Meister fÜFst durchgesuhrten Handwerk, vas ihm eine bürgerliche Ezisren; ökonomisch versicherte, und zwischen einem cingevornen, Erdinger muoiderstehlichcn Kunfllriebe, der aus seinem Individuum den ganzen Reichtum der Tomvclt entwickelte. Bei) seinem redlichen, tüchtig bürgerlichen Ernst nxir es ihm eben so sehr um fittiidx Bildung zu tun, als diese mit der ästhetischen so nahe oerwandc, ja ihr verkörpert ifc und eine ohne Die andere zu wechselseitiger Dollkommen^it nidst gedacht werden kann." Zelter halte sich an den Schillcrschcn Lltusen^iinuuiachen mit musikalischen Besträgen beteiligt und u. a. GoethesDer Gott uno die Ba,adere" Lm paniert, wofür ihm der Dichter Dankte. Ein gcicgtnuidKC Brie, wechsel schloß sich an, der in Goethe die leohasce Sehnsucht er weckte, den Berliner Musiker periönlich fenneu zu lernen. Doch eist 1802 bim Zelter nach Weimar, und nun erst tiuLpiicn sich die engen Bande einer gegenjeitigen Neigung, dir bis zum Tod? unveimiindert anhalien sollte. Zelter say in seinem Verhältnis zu dem grosten Dichter das schönste Gech/enk seines Lebens, icL- gtösttes Gluck, das ihm von der Vorsehung voruusoesti nmt schien. Er führte dafür einen prophez.-renden Spruch seiner Mutter an, die chm einst gesagt hatte:Du wirst vieles vor Dir hingehen jeben, aber Du wirst nicht alleyn fein; Du sollst den besten Freund

dadurch der nächsten Haager Konferenz eine moralische Stühe ju geben, die es den Regierungen möglich machen soll, sich über einen wirksamen Ansang einer allgemeinen Abrüstung zu einigen.

Auf Anregung b e 5 Kaiser- halte der Architekt Prof. Bodo E b h a r d k ein grob angelegtes Werk über Halte- ii t i ch e Burgen in Angriff genommen, an dem er seit 1902 arbeitet. In nächster Zeit erichenu nun der erste von 4 Bänden, eer Nordüalien umtobt. Dieser Umfang ist nur erreicht worden durch eine sehr erhebliche Unterstützung von feilen des kaiserlichen Tisposilionsi'onds. TaS Werk nmö die bisher noch niemals er- ichöp'end bearbeiteten gewaltigen Wehrbaliten Italiens in cm* gebender Gesamidaruellung unö in einer Reihe von Alonographien i ehandeln: es enthält eine grobe Reihe von Abbilbuiigeii nach eigens aufgenommenen Photographien uno eigens dazu hergestelllen Sevmefiungen.

Die Lessing-Gesellschaft in Berlin hatte, wie bereits von uns gemeldet, an Stelle des erkrankten Ludwig Fulda Alsred Bock zu einer Vorlesung eigener Dichtungen entboten. Wie die Bossische Zeitung berichtet, wußte Alsred Bock dem Vor­trag einer ergreisenden Novelle mid eines graziösen, frischen Schwanks durch geschickte und vorsichtige Betonung der hessisch- jranki'chen Mundart und der bäuerischen Denk- und AusDrucks- weise ein höchst intimes Kolorit zu ö erleiden. Der Beifall war warm und stark.

c au broi9,^uI1Sa ^9t von feiner Vaterstadt, Frank- futt a M., aus seine Vermuhlung mit Fräulein Helene Anna eclara Her mann, der Tochter des ehemaligen Regisseurs, Cha- ralterdarstellers und dramatischen Lehrers Prof. Hermann an.

-«ine E x p e d u t o n DesHerzogsoerAvr uzzen j u m b i m a l a ] a. Während die Ceffenlhchfeit sich damit be- icha tigt, ob üer Herzog der Abruzzen sich m der Tal mit der amerllantfchen Ntch Elkms vetlobl hat ober nicht, rüftet sich der verjog in aller Stille zu einer neuen Forschungsreise in das vnnniaingebtrge. In bet vergangene«! Woche tra' er mit feinem automobil in Eonnnayeur am Mont Bianc ein, um mit feinen be-öen veiüQbnen Bergführer.! (Siuieppe Peligax unb Gnpnano enoug, bie ihn bereits bet feinen früheren Expeditionen begleitet hatten, zu konieiieren. Nach niehrsttiitotger Besprechung in der Verjofl abgereut unb jetzt wird bekannt, daß er sich mit den Führern verabredet hat, Ende März mit ihnen die Ausreise nach Indien anziilcelen, um hier bie Besteigung eines ber höchsten Berg» uertcinalajcttette zu versuchen. Ter Aufstieg fall im Mat ober Zum, oer einzigen Jahreszeit, in der bie von den aewaltiaeu cd)iteeiütmHcn Deimqeiuchien hohen Gletscher zugänglich sind er-1

Führer imb angewiesen, über den Plan Lchweigm zu! beobachten, unö |ie verweigern alle näheren Auskünfte.

Eine neue Boykottoewegung. Wie anS Prag ge­meldet wird, gelangte dieBohemia" in den Bejitz cuie-3 geleinten Agitationsziru-lars, in welästin die Partei d.s t,chechisck)-iadikalen Abgeordiiclen Klvfae die Brauereien m Böhmen uhd verschiedene gewerbliche ünternehmungen zum Boykott gegen alle deutjchcn Handelsbeziehungen aus fordert.

haben unb behalten; ihr werdet meilenweit auseinander eines ^inneS jeyn; Du wirst sehen, hören und geniesten, was Tausende Dir beneiden werden." Doch auch Goethe emp- ling durch die Briefe deS Freundes aus der werden>xn Gcost- liabt jiicle Anregungen. Nicht mir leibliche Genüsse wie Spaniol und Teltower diuvu#c;u ram»*e. vu.u- in ivu.cii <u |teubig begrüsticn Gefcheukpakelen nach Weimar, sondern auch feine Kompostlionen, bie sich Goethe Vorsingen liest, andere musiLiiiscr>e Sicuigfeuen unb lehrreiche ©djiiberungtiLBesonders sind bie Briese, die er mir aus Reisen aesck : -r," sag c Gve he zu Riemer,von vor­züglichem Wert, Denn da hat er als tüchtiger Baumeister und jjtujiEer den es ujin nie an uiuemeiibcn ti^gtiifbanDen

des Urteil fehlt. Soioie er in eine S-tnot ernt ritt, stehen Die Gc- jjub? vor ii/m und jagen ihm, was sie Verdienstlu und Mangel- hastcs an -,i<r lragmi. Sodann ziehen DtC Mufikoercine ihn jj. Slcick in u;.: Mitte und -eigen sich dem Meister in ihren Tugenden unb Schwachen." Darum hielt Goethe Zelters Briese für würdig, zusaninun mit den ,einen gcpruckl zu la-rocn uno er selbst u.antv rwa's Die Herausgabe ihrer 5ivrre,pondcnz, die heute einen Ehren Platz unter Den Briesfamnrlungeii un.crtr Li.era.ur einnirnnti unt- das Andenken an bin ;. egrunoer des Berliner Musiklebens, bin Alt- und Urmeister" lei>endiger eri-äti als seine jüjmpjutionen.

politifd?c

Zur Lage auf dem Balkan.

Die türkische Presse prophezeit neuerbinas eine baldige Eini­gung mit Oesterreich-Ungarn. Tatsache ist es jedenfaus, baß BvNchafter Markgraf Pallavieini nach den letzten Verhüllungen mit dem Grostwesir Ktamil-Pascha feine Abreise von Konstanti­nopel aufgegeben hat. Auster den direkten Verstündigui'.gövcr- fuchen zwi.chen Oesterreich-Ungarn miD der Türkei besteht, nach einer llltelbung der Daily News au5 Konstantinopel, ber Plan, Serbien burch ein EisenbahnprioilLginm im Sanbfchacl den Zu­gang zum Adriotischen Meere zu gewähren. Trotz dieser neuen Friedensjchalmeien und Meldungen über eine friedliche Verstän­digung nehmen die Rüsmngen allerseits ihren F-orrgang. So haben die im oberichlesischen Jndustriebezirk lebenden Oester- reicher und ungarischen Staatsangehörigen nach den Meldungen oberichlesischer Blätter telegrophifclre Kriegsbeorderung erhalten Tie letzten zwei Jahrgänge der Reserve erhielten Beseh'., sich in Agram und Krakau zu stellen. Die Ojsiziere und Chargierten stellen sich bei ihren Regimentern. Wie Reuter erfährt, hat bie engluche Regierung dem Ansuchen ber Türkei um Entsenbung

Sicherung der vausordernngen.

Der Entwurf des Gesetzes über die Sicherung der Daufor- derungen hat in den Beratungen der RcichStagSkvmnrission, Deren Boilitzender der Abg. Du. Mugdan ist, erhebliche Äenderungen ex fahren. Aus dem geänderten Entwurf, ber als Grundlage Der tiDtitm Lesung dienen wird, sind holgcuüe neu sufgenourmenen Bestimmungen hervorzuheben:

Der Empfänger von '-Zxmgrfb ist verpflichtet, daS Dangest) zur Besriedigung solcher Pevionen, die an der Herstellung des Baues auf Grund eines Werlvienstes oder Lieserungsvertrageö beteiligt sind, in verwenden; eine anderweitige Verwendung beß BaugeldcS ist zu dem Betrage statthaft, in welchem Der Em­pfänger aus anderen Mitteln Gläubiger der bezeichneten An bereits befriedigt hat. Liwiderhaudlungen werden nnt Gefano- niS nicht unter einem Aionat, bei mildernden Umständen mit einer Geldstrafe bis zu 3uOU Mark bestraft.

Ter Gesetzentwurf bestimm: ferner; daß der Daugelverbe- treibende, der die Herstellung eines llkeubaucs unteonmmt, zur Führung eineö Baubuches verpflichtet ist, ans dem sich die Per­sonen ergeben müssen, mit Denen ein Werb*, Dienst- ober Lie- felungsverlcag abgejchLossen ift ferner die percinbaite Vergütung, die geleisteten Zahlungen, bie Höhe der zur Beitreibung der Bau ko steil zugesichertrn Mittel, sowie die Person des Gcldgebcis ujw. Die Untcrlafiuno der Führung eures solchen Baubnck)cs und seine Verheimlichung oder Bernichtuna werden mit Gesungnis bis zu einem Jahre ober mit einer Geldstrafe dis zn 3UOU Mark bestraft. Die gleiche Strafe wirb angedrvht, nxnn bas Baubuch fv unordentlich geführt ist, baß es keine genügende Ueberslcht insdefondere über die Verivendung zur Bestrellurrg der Baukosten zugesicherten Mittel gewahrt.

Eure Srck.eruiig der Äaufordevunacn findet in Den durch landesderrlickfe Verordnung bcjhnnntcn Gemeinden fjlnencermaßcn statt. In diesen Gemeinden sind durch Ortsstalut Dauschöffenänitr.. zu errichten, die aus einem Vorsitzenden und minbcstciis einem Stellvertreter solche mindestens vier Vauschöfsen befielen soll. Mehrere Gemeinden können jich zur Errichtung eines gerne in» samen Daufckiöffenaiirteö für ihre BeErL.- vereinigen. Milchcstens die Hillstc der B-auschösfen soll au5 Bausachwerständigen bestehen. Die Mitglieder des Bausck-ösfenamtes werden durch Den Magistrat, und wo em solcher nicht vorhanden ist, durch die Gemeinde­vertretung auf Mindestens drei Jahve nach Anhörung der Haud- roerKlammer dcS Bezirks geivählt. Zur Deckung der Kosten deS Aoujchvffenamtes sind für dessen Tätigkeit Gebül/ren zu cm- rich-ten^) ie den Eigentümern zur Lost fallen.

Die Beftinrmungen der dvegicriingstaDriage über Baubeginn, Vougläubiger, Bauhypvchckcn und SicherheUSleistungen l-aoen durch die Beschlüsse der Kvnrmisiwn Arm Teil burrbgr^ienbe Aen- Derunnen erfahren. In ihnen werden bie Befugnisse der Ob­liegenheiten des Daufchöfsenomtes aufgeführt.

Die Nobelpreise tour Den gestern in einer feierlichen Sitzung zu Stockholm Den dem König an Die Ausgezeichneten verliehen. Die Preisträger sind die aus den nichtamtlichen Mit­teilungen schon bekeniiten Profess.rcn E u ck e n , I e n a (Liieratur , Mctichnikos f, Paris, und Paul Ehrlich, F r u n k s u r t a. Ak. (Medizin,, Lippmann, Paris ^Physik, und Rulher- lorb, Manchester (Eycmie^, die mit Ausnahme Met sch ni- kosfs sämilich erschienen waren. Ausier dem Diplom und der goldenen Münze beiuuft sich jeder ber Diesbezüglichen Preise auf 1^62/ Franken. Der Preis für Literatur schien die grösiten ^drtöicrigfciten -u bereiten, Denn auster Rudvls E u ck c n wa^en noch bie ichwedgäie Dichterin Selma Lagerlös unb Der gr.ise cuillische Lhriter Swinburnc genannt. Nun ist er seit 1UU2, roo ihn Theodor Mommsen erhielt, wieder einmal nach Deutsch­land geMiumen. Der Nobel-Friedenspreis wurde Fre- derik B aj er-Dün.mark unu K. P. Arnoloson - Schweden 5uerkannt. Arno lös on hiclt nach Bekanntgabe des Beschlusses des )iobelkomilees eine An, pro ehe, in ber er einen Plan zur Oroanijakionber internationalen Arbeit fürben W e 11 f r i e b e n vorlegte. Alle erwachscncn Männer und Fraurn Witzen eine Erklärung uni zeichnen, in der die Abschasfung der KriegsrüsMngen und Die E.iisübrimg einer für Die ganze Welt gemeinsamen Ordnungswehr verlangt wird. Man hoffe

Aus siudr uud Lund.

Gi eg en, 11. Dezember 1908.

Eine Zentralsielte für Säuglingssürsorge in Hessen.

Urner Vorsitz des H^rcn Ministers des Innern Brann fand gestern nachmittaa in D a r m st a b t eine Versamm­lung statt, in der die Gründung einer Zentrale für Säug- lingssürsorge und Mutterschutz erfolgte, wie sie in dem Gross!). Erlaß angebeutet tooroen war, ber anläßlich der Geburt des Erd, cinzen am 4. Dezember 1906 publiziert wurde. An der Versammlung nahmen zahlreiche Singe» hörige der ersten Beamten- unb Gesellschaftskreise, sowie die Vertreter sämtlicher hessischen Städte, der Kreis- und Provinzialbehörden und einer Anzahl Wohlfahrtsvereine teil. ES fand zunächst eine sehr eingehende Aussprache über die beabsichtigten Ziele uno Destrebunsseu einer solchen Zentrale statt, wobei die jüngst verösfentllchte Denkschrift des Kommerzienrats Lingnar, betitelt:Betrachtungen über die Säuglingsfrage," die er im Aus trag des Ministers Tr. Braun in Zusammenfassung der am 10. Januar ds. Js. int alten Palats in Gegenwart des Großher-ogs gefassten Beschlüsse ausertigte, den Mittelpunkt der Bejprechmtg bil­dete.

Minister Dr. Braun teilte zuerst mit, daß der Groß- Herzog und die Großherzogin zu erscheinen verhindert seien, aber ber Versammlung chce volle Sympathie und Zustim­mung ausdrücken liessen. Dann gab der Vorsitzende eine llebersicht über den bisherigen Äang der Verhandlungen und die von Herrn Lingnar gemachten Vorschläge, deren Kernpunkt die Gründung einer Zentrale für Süugiingssür- sorge unb Mutier schütz bildet. Die wichtigste Aufgabe sei ^uiiüchft die Scha, fung von Säuglingsheimen namentlich in den Städten Tarmstadt, Mainz, Worms, Offenbach uno Gießen, m Rheinhessen besonoers unter Heranziehung des dort vorhandenen Miilionen,Dnds für Futdlinge, ber noch aus Napoleons Zeiten herstammt. Es werde bann auch in nicht zu ferner Zeit möglich jein, zu einer Zen­trale für VollSwohlfahrt in Hessen zu ge­langen, wie sie dank der colen Bestrebungen der Großher­zogin Luise in Baden bereits besteht.

Tie Versammlung erklärte jich im allgemeinen mit diesen Vorschlägen einverstanden. Geh. Reg.-Rat Dr.

eines englischen Admirals zwecks Reorganisation der türkischen Flotte entsprochen. Wo nun die HaupttriebSkrästc für bett Krieg zu suchen sind, läßt eine Konstantinopeler Meldung erkennen: Der Präsident des Londoner Balkankomitees, Noel Buxton, erklärte hiernach, daß er sich die Ausgabe gestellt habe, einen Balkanbund ins Leben zu rufen, um einen bedeutenden Teil brr österreichisch- ungarischen Streitkräfte für bcn Fall zu binden, baß Englano unb seine künftigen Bundesgenossen zu einer lr.eg rhchcu AuS.in- anberieuuna mu DeutschlanD schreiten würden.

*

Eaprs iu Europa.

Me der tKTK^oünüj^ tMrrespvndem oeSNew ?)o^k Heralb" berichtet, ist Präsident Castro mit einem Kreditbrief in bedeutender Höhe nach (Europa abgereist. Dir seiner Abreise soll er jedem Stnbintttämitßlicoc eine Summe vvn 100 000 DollaiS überreicht haben. Damit diese nxü?rcnb seiner Abwesenheit Die SkamSgesanfte in würdiger Meise leiten ÜHinitit. Es heisst, Präsideni Castro habe ein jährlick?» GinBonr.ntn von ruitb 1 Million Dollar. Noch einer Meldung vvm 10. Dez. ouS Lordemix ist Präsident Casino bereits aus fcMrzo,ischem Boden gelandet. Gleich nacl-dcin die Gvuodeloupe" in Pauillac eingctrvssen war, ist Dein Präsidenten Castw von behördlicher Seite nülgeteiit wvrveu, dass er sich jeder Verbindung mit der Presse zu cnlbaften Ipbc. Die Weiterreise Castros nach Par'S wird heute erfolgen.

Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 11. Dezember 1908

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