Strecke in vier Stunden 50 Min
cf. zurückgelcgt halte.
13.
Erster Sieger in diesem Rennen war der Wagen Berlivt, der 4 Stunden 47 Min. 47 Lek. gebrauchte. Bei der Fahrt haben zwei Wagen Unfälle erlitten. Ter eine stürzte auf den Weg nach Ostende um. wobei der Wagenführer tödlich verletzt wurde; der zlveitc Magen fließ gegen einen Baum und alle Insassen wurden hcrausgeschlcudert, aber nicht verletzt.
Hd. Berlin, 16. Juli. (Tel.) Der Zustand des Fürsten ; Eulenburg hatte gestern abend eine leichte Be sserung erfahren. Äemperatur und Puls lassen die Hoffnung zu, daß er heute ' er han d l un gs sah ig sein wird. Allerdings ist das ganze .raukliecksbild nach dem Urteil der Aerzte sehr ernst, so daß mit plötzlichen Verschlimmerungen notgedrungen zu rechnen sein j.irb. Ter Transport des Fürsten in das Konferenzzimmer der Charite, in dem er von nun an verhört werden wird, konnte gestern ; nachmittag noch nicht erfolgen und roiri) 'erft heute vor der Sitzung lorwertstelligt werden tonnen. Es galt erst die Schwierigkeiten ; i beseitigen, die die Unterbringung der beiden Kriminal-Schutz- ''flrte und des Tieners des Fürsten bieten.
Ferner wird uns aus Berlin geschrieben:
Tie hartnäckige und sehr schmerzhafte Venenentzündung bc- i«nitet für den Fürsten Eulenburg nod) keineswegs eine direkte Lebensgefahr, aber sie ist durch T r o m b o s e, also durch die Bil- fatng eines Pfropfens im Blut, kompliziert. Reißt sich in- i«lge körperlicher Bewegungen oder innerlicher Erregungen dieser pfropfen von feiner bisl)erigen Stelle in^den tiefen Venen los und steigt zum Herzen empor, so ist es um das Leben des Angeklagten geschehen.
Eine von einer Berliner Korrespondenz verbreitete Version ‘ liber die ^Auslieferung der Jnsigien des Schwarzen Adler- o-rdens durch den Fürsten Eulenburg wird der „Post" als falsch l»rzeichnet. Zutreffend ist vielmehr, daß der Fürst diesen Schritt micht aus freien Stücken getan hat, sondern auf eine nach seiner f Werhaftung an ihn ergangene Aufforderung.
♦
Ohne Zweifel geht der Berliner Gerichtshof in feiner Rücksicht- lealjinc auf den Fürsten weiter, als es sonst in derartigen Fällen Mich ist. Wenn der Fürst im Anschluß an die Schwurgerichts- I Verhandlungen Spazierfahrten im Tiergarten unternehmen durfte, | mad wenn der Vorsitzende und der Staatsanwalt fortgesetzt von ihm I o von dem „Herrn Angeklagten" sprechen, so bedeutet dies eine Bevorzugung, wie sie einem gewöhmich.'u Sterblichen in l t>cr Lage d.s Fürsten nicht zuteil zu werden pselgt. In Belei- I 0 igungsafsären werden Angeklagte vvnr Staatsanwalt zuweilen „ Herr" genannt, in Meineidsprozefsen dagegen wohl niemals. Aber heißt doch weit über das Ziel hinausschießen, wenn man, wie d-üs ein Teil der Presse tut, daraus den Schluß ziehen will, in I P'ceußen herrsche eine Klasseniustiz. Vom prozessualen Stand-
Lin englischer lNarineunsall verhütet.
Dover, 15. Juli.
Nur durch den Mut zweier Offiziere, die sich ini Kommandoturm aufhielten, ist ein größeres Unglück au Unterseebot A 9 verhütet worden. Die Offiziere bekamen plötzlich keine Gegensignale auf die von ihnen erteilten Be- fehle an die Maschinisten. Gleichzeitig bemerkten sie den Geruch von Petrol. Sie gingen hinunter und fanden das Schiff erfüllt mit den Gas au s ström ungen von Petrol. Alle 11 Mann der Bemannung lagen ohnmächtig. Die Offiziere banden sich nasse Tücher um den Kopf, drangen in den Raum ein und stoppten die Maschinen. Daraufhin brachten sie das Unterseeboot auf die Oberfläche. Beide wurden dann auch besinnungslos. Der Kapitän entsandte schleunigst eine Rettungsabteilung, die sofort ärztliche Hilfe erteilte.
Die Untersuchung über die Ursachen des Unfalls ergab, daß die Petroleumgase aus einem defekten Rohre auSgeströmt waren. Der Defekt war durch hohen Seegang verursacht worden. Alle durch das Gasolin betäubten Mannschaften erholt en sich inzwischen.
bad Wesentliche. Die rücksichtsvolle Behandlung,
punkte aus scheint man < l? mroänbe nicht erheben zu
gegen diese Verhandlungen
XL deutscher Turnfest.
Frankfurt a. M., 15. Juli.
Von nachmittags 4 Uhr ab turnten auf dem Festplatze die Knaben- und Mädchen -Abteilungen des Gaues Turn ersch ast Frankfurt a. M. Abends folgte in der ßesthalle die Hauptprobe zu dein F e st k o n z e r t e , das der Sängerbund Frankfurt a. M. und die Frantmrter Sängeroereinigung jL Ehren der deutschen Turnerschaft am 20. ds. Alts, veranstalten
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
können. Und
Märkte.
L i m b u r g a. d. L a h u , lö. Juli. Frachtmarkt. Durchschnittspreis pro Malter. Roter Weizen (nassauischer) 17,10 Mk., weißer Weizen 00,00 Alk., Korn 13,85 Alk., Gerste 11,20 Alk., Hafer 7.64-0.00 Alk., Erbsen 0,00 Alk., Kartoffeln, neue, 16,50 Alk.
ko. Frankfurt a. Ai., 16. Juli. (Teiegc. Orig.-Berichl des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zum Verkaufe standen: 47 Ochsen, 00 aus Oesterreich 10 Bullen, 0 aus Oesterreich, 93 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 1249 Kälber, 134 Schafe und Hümmel, 1632 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, U Schallämmer. Bezahlt wurden für 300 Pfund Schlachtgeivlchl: Ochsen: 1 Qualität 76—79 Mk., 0. Qualität 70-74 Alk-, 3. Qualität 58-62 Mk.; Bullen: 1. Qual. 65—67, 2. Qual. 60—62; Kühe 1. Qualität 70—73 Mk., 2. Qual. 61—63 Alk., 3. Qual. 44—46 Mk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlachtgewicht: Kälber 1. Qualität 93 bis 95 Psg., Lebendgewicht 55—56 Psg., 2. Qualität 85—95 Psg., Lebendgewicht 50-54 Psg., Schlachtge'w- 72—76 Psg.; Schafe: 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Psg., 2. Qiial. 74—76 Psg. Schweine: 1. Qual. 64—00 Pf., Lebendgewicht 50,5—00 Pf., 2. Qual. 62—63 Pf., Lebendgewicht 49 — 50 Pfg., 3. Qual. 53—56 Pfg., Lebendgeivicht 00—ÖO Psg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend; bei S ch iv e i n c n gedrückt, Ueberstand bedeutend.
das ist die das
Kleine Tagcschronik.
Die Erbpächcerssrau Kruse in Hohen-Zwicheln bei Lübeck tötete in einem Wahusinnsanfallc ihren Mann und sich selbst durch Beilhiebe.
Beim B a d e n in einer mit Master gefüllten Lehmgrube ertraiik bei Solpke (Altmark) der Sohn des Grimdbesitzers Siegmund. Von einem Knaben, der den Vorgang bemerkte, ivurde der Vater schnell gerufen. Bei dem Versuche, seinen Cohn zu retten, e r t r a n k auch dieser. Tie Leichen sind geborgen.
Schwere Unwetter haben neuerdings in Schwaben, Niederbayern und Oberfranken gchaust und groß.ii Schaden angcridjict. In Niederbayern wurden im Dorfe Z e i l öwie in zahlreichen anderen Ortschaften viele Häuser und Kirchen vom Sturme abgedeckr, Scheunen wegrasiert, Friedhöfe verwüstet, Feld- und Obst-Kulturen vernichtet. Mehrere Personen wurden vom Blitz erschlagen. In Neueilbrand schlug der Blitz in die Standuhr eines Bauernhauses, während dos daneben in der Wiege liegende Kind völlig verschont blieb.
Jn Nordtyrol ist ein heftiger Wettersturz eingetreten. Aus den Bergen liegt bis zu 2000 Ateter ab dichter Neus ch n e e.
Auf den zwischen Abas Tlimair und Borshom im Kaukasus verkehrenden O in n i b u § ivurde ein Raubanfall verübt. Zwei Passagiere wurden g e t ö t e t, e i n c r wurde verwundet. Die Räuber entkamen.
Mrchliche Nachrichten.
Zsraeiltische Religionsgememöe. Gottesdienst in der Synagoge (Süd-Anlage).
Samstag den 18. Juli 1908:
Vorabend 7.45 Uhr.
Morgens 8.30 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr. Schristerklärung.
Sabbatausgang 9.25 Uhr.
Israelitische Religlonsgesellschast.
Gottesdienst.
Sabbatfeier am 18. Juli 1908:
Freitag abend 8.00 Uhr.
Samstag vormittag 8.00 Uhr.
Nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbat-Ausgang 9.25 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.30 Uhr.
Der Culenburg-prozetz in der Lhantee.
Hb. Berlin, 15. Juli.
In der Strafiache wider den Fürsten Eulenburg trafen heute »die Prozeß-Beteiligten, die Geschworenen, der Staatsanwalt, Ver- I leidiger, Gerichtsschreiber re. im Kvnferenzsaale der Charite zu iner Sitzung ein. Als Zeugen waren erschienen: Oberhof- narschall Graf August zu Eulenburg, Generalleutnant Graf Kuno l ixen Moltke, der Hausarzt des Angeklagten Medizinalrat Tr. Genn- Irid), ferner Tr. Magnus Hirschfeld-Charlottenburg sowie Emst lob Riedel. Als medizinische Sachverständige fungierten Modi- inalrat Dr. Kraus, Oberarzt Tr. Stetiger und Gerichtsarzt Dr. Doffmann. Die Aerzte bekundeten einstimmig, daß sich das Sicher des Angeklagten vermindert habe. Dagegen ei das rechte Bein weiter geschwollen, es sei etwa neun Zentimeter stärker als das linke. Tie Aerzte legte dann eine Photographie des linken Beines vor und bemerkten, daß der An- ezfiagte heute nicht verhan dlung s f ä h i g und auch nid)t transportfähig fei. Dagegen sei alle Aussicht nrrhanden, daß morgen die Verhandlung im Konferenzsaale der «5haritä stattfinden könne. Der Gerichtshof beschloß darauf, die Verhandlung bis morgen zu vertagen und alsdann den Versuch zu ir.ad)en, die Verhandlung im Kvnferenzsaale der Eharitä fortzu- :: i'ktzen.
Inzwischen soll die Genehmigung des Kultusministeriums eiw- s,eholt roerben, damit der Kranke in den Sitzungssaal üp.u bauerndem Aufenthalt gebracht werde, so daß der I' Sitzungssaal als Krankenzimmer benutzt würde und darin dann br.e nächsten Tage verhandelt werden könnte, ohne daß ein Transport des Fürsten stattzusinden brauche. Der Direktor der Charitö, Generalarzt Scheibe, hat die Genehmigung dazu bereits erteilt.
I* ericht dem Angeklagten angedeihen läßt, scheint weniger von IfrJriiuben d.r Hunmnitul, yls von dem Bestreben geleitet zu iver- b-en, die Beendigung des Prozesses um jeden Preis zu ermöglichen.
Wad) § 228 der Strafprozeßordnung muß eine Hauptver- h'andlung, bjc durch Berhandlungsunfälfigteit des Angeklagten un- li_cbrochen ist, spätestens am vierten Tage nach der Unterbrechung luieber aufgenommen werden. Andernfalls muß, da sonst das organische Ganze des Verfahrens leiden würde, nach endgültiger Wiederherstellung des Angeklagten das Verfahren von neuem be- g innen. Seine Fortsetzung in Abwesenheit des Angeklagten ist iiad) § 230 der Strafprozeßordnung nur in solchen Fällen statthaft, wo seine Vernehmung bereits erfolgt war und das Gericht feine fernere Anwesenheit nicht für notwendig erachtet. Aus- dmicklich ausgenommen hiervon sind Angeklagte, die sich in Hast fafinben, sowie ganz allgemein alle Angeklagten, deren Aus- 6 [eiben durch eine plötzlich cingetretene, dem Gericht vrdnungs- g rmäß mitgeteilte, und durch das Attest eines beamteten Arztes biiroiefcne Krankheit bedingt ist Dies trifft im Falle Eulenburg zEine W eitersührung des Prozesses ist deshalb in Abwesenheit t'is Angeklagten ausgeschilossen. Sie ist aber überhaupt unmög- li h, wenn der Fürst nicht bis Freitag wieder oerhandlungsfähig itft. Nach dein obigen Berichte unb seiner heutigen telegraphischen Ergänzung scheint es ja allerdings, daß Fürst Eulenburg schon faule imstande ist, einer, wenn auch nur ganz kurzen Verhandlung in der Charite beizuwohnen.
In engem Zusammenhang mit dem schlechten Gesundheits- zu.stuii.de des Fürsten steht die Frage der Strafvollstreckung gegen Jdranfe. Es ist nach den obigen Meldungen kaum anzunehmen, faß Fürst Eulenburg seine Gesundheit je in dem Maße wieder- ralangt, um, wenn et in der jetzigen oder künftigen Hauptverhand- limg zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wird, nach Erledigung b tr voraussichtlichen Formalitäten vor dem Reichsgericht seine Strafe antreten zu können. Sein Gesundheitszustand wird auf lange hinaus, vielleicht auf immer, berartig sein, daß auf Grund t cs § 487 der Strafprozeßordnung Strafauffchub bewilligt wer- b-tn muß. Bestimmt doch dieser Paragraph, daß eine Freiheitsstrafe achzuschieben ist, wenn u. a. „von ihrer Vollstreckung eine nahe Lebensgefahr für den Verurteilten zu besorgen steht, ober wenn [ich der Verurteilte in einem körperlichen Zustande befindet, bei welchem eine sofortige Vollstreckung mit der Einrichtung der Strafanstalt unverträglich ist." Zum mindesten trifft d.e letzte Bestimmung bei Eulenburg zu. Gefängnisse und Zuchthäuser können chm nicht die Lebensbänngungen bieten, die fein Gesundheilszu- Tanb verlangt. Seine Einlieferung in die Strafanstalt wäre irvhl gleichbedeutend mit feinem Tode. Ein Todesurteil aber ü im Strafgesetzbuch für Meineidsverbrechen bekanntlich nicht vorgesehen.
Es würde sich also darum handeln, den Fürsten, wenn er verurteilt ist, weiter so lange unter Bewachung zu halten, bis ; et imstande ist, seine Freiheitsstrafe anzutreten. Denn daß diese Strafe durck) einen Gnade na tt in eine Geldstrafe umgewandelt mud demzufolge die Freiheitsstrafe als verbüßt eradjtet wird, darf irohl als ausgeschlossen gelten.
handel.
— Vom Kupfer markt. Für Kupferbleche hat der Deutsche Küpferolechverband in den letzten Wvchen keine weitere Ermäßigung mehr ein treten taffen. Der Preis für Kupferblech stellte sich am 1. Juli auf 140.— Mark pro Doppelzentner unb gegenwärtig beträgt er 138.— Mark. Auch beim Zimpfer blech- verband spielt die Rücksicht auf die outfiber eine größere Rolle. Ohne diese Rücksicht würde, er sich auf ca. 160.— Mark stellen. Tabei können keine größere Rabatte mehr gewährt werden und auch bei Abschlüssen für große Quantitäten werden bedeutende Untergebote vom Verband abgelehnt.
[Vtib noch nicht sestgestellt. — Ter älteste Bewohner Hessen- t a s s a u § , der Landwirt Johannes Völker in Nieder - Joffa, sl im 102. Lebensjahre verstoroen.
werben. Das Podium iüllten ca. 1800 Sänger unb ein aus 120 Künstlern zusammengesetztes Orchester. Eine arrdächtige, die Fest- Halle bis auf den letzten Platz füllende Menge lauschte den schönen Vorträgen der gewaltigen Sangerschar und belohnte sie mit brausendem Beifall. Besonderen Anklang fanden die fünf altniederländischen Volkslieder, von denen da? Tankgebet auf stürmstchcö Vcrlcmgcn wiederholt werden mußte, und der Schlußchor .Friedrich Rotbart" von Emanuel Geibel. Als Solist wirkte mit Herr Adolf Müller (Bariton); den Orgelpart führte Fräulein Marianne Hart- mann aus. Professor Maximilian Fleisch dirigierte. Tie heutige Probe läßt eine glänzende Aufführung erwarten. — Gleichzeitig mit der Hauptprobe in der Festhalte fanden auf dem Festplatze wieder turnerische Vorführungen statt unb mehrere Musikkapellen konzertierten.
Zu Ehren ber mit den amerikanischen Turnern zum Turnfest nach Frankfiirt herübergekommenen 9( m e r i t o r i e g e veranstaltete bie Frankfurter Turngeineinbe einen Kommers. Außer fünf Mitgliedern der Arnerikarlege waren noch fünf andere amerikanische Turner am Nachmittag m Frankfurt eingetroffen. Auf die Begrützilngsansprache des Vorsitzenden der Turngemeinde Hern: Fcy folgte ein von Adolf Stoltze gedichteter Prolog. Tarauf ergriff Generalkonsul Günther das Wort und hob die hervorragenden Verdienste der deutschen Turnerschaft in den Vereinigten Staaten zur Erhaltung des Teutschtums hervor. Seine Rede klang in ein Gutheil auf den Kaiser und den Präsideiilen Roosevelt aus. All- gemeine unb Ehorgesangsvorträge wechselten mit turnerischen Vor- nihrungen ab. Nach Liedervorlrägen von Fräulein Brach von ber hiesigen Oper dankte Herr Charles Flach aus Jersey City für den herzlichen Empfang und übermittelte die Grüße der in Amerika zurückgebliebenen deutschen Turner. Er überbrachle als Geschenk ein Banner in den amerikanischen Farben, während die Turnge- meinde den amerikanischen Freuiiden ein Erinnerilngsdiplom überreichte.
Heute vormittag wurde in der an den Festplah anstoßenden Varrentrapp-Schule eme sehenswerte Ausstellung eröffnet, welche geschichtliche Erinnerungen, Bilder, Schriften. Akodelle und technische Hilfsmittel zur Sumerer enthält und unentgeltlich geöffnet ist.
Der Gau Hessen beteiligt sich beim Deutschen Turnfest m Frankfurt a. M. am Turnen nut einer Gauriege von 300 Turnern, die Stabübungen ausführen, ferner mit 16 Musterriegen. An den allgemeinen Freiübungen beteiligen sich oom Gau 254, an den Kreis-Freiübungen ebensoviel und an den Keulenübungen (Sonder- vorsührung des IX. Kreises) 150. Folgende Vereine stellen Musterriegen : Butzbach Barren, Gießen T.-V. Pferd, Gießen M.- T.-V. Reck, Äroßeiilinden Barren, Grünberg Seitenp'erd mit Barren, Marburg T.-Geni. Hantelübungen, 9)1 nrbürg T.-V. Pferd, Marburg Ak. T.-V. Barren, Schollen Barren, Niederweisel Reck, Ober>Mörleu Pferd, Schlitz Barren, Wetzlar Pferd und Langgöns Barren. Am Eiuzelweltinneii sind folgende Vereine beteiligt: a. Sechskampf: Gießen T.-V., (Sieben M.-T.-V., Wetzlar unb Marburg T.-V. b. Fünfkampf: Gießen M.-T.-V., Wetzlar, 9)lnrburg, Kirchhain, Schollen, Alsfeld und Friedberg. 9lls Kampsrichler finb tätig Gaulunnvart W. W i l l-G i eße n und Prof. W o r rn s e r°Butzbach.
Dermif<^tes»
♦ Berlin, 11. Juli. Es werden gegenwärtig in den Ministerien Beratungen über die gegen die Homo sexuellen zu treffenden Maßnahmen gepflogen. E' ist ein strenges Vorgehen beabsichtigt, um den widerlichen Vorkommnissen ein schnelles und radikales Ende zu machen. So dürfte auch die Veranstaltung der Männerbälle in einem Lokal der Dresdner Straße nicht mehr die Genehmigung finden.
* B o m A u t o m o b i l. Bei Chalon-sur-Saone stürzte ein Automobil, welches einem Kaufmann aus St. Etienne gehörte und in dem sich 5 Personen befanden, in einen Graben. Tie Insassen wurden hcrausgeschlcudert und erlitten sämtlich schwere Verletzungen. — Bei einer Auto - m o b i l w e t t f a h r t O st c n d c - B r ü s s e l und zurück tr; f der Mercedes-Wagen, geführt von Jochems, als zweiter Sieger in Ostende ein, nachdem er die 432 Kilometer lange
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M dem im Ä Sprudel (gen. Bm- ^Iraße, abMi- rg. gebaut. Ture (flogenen Unterha^ Straße führt, hat ffc das sehr viel Kahlem rsandt, mich toerber tt die Aktionäre ju m sie nur Wufyaben spring Ms Ü fat ihren Siß ii migung des hiesigen imts Büdingen aus che Gebäude hink:: mir mit Genehm., nd auch die unirei! „Klosterquelle" sink nde der Umgebun: gelaust, der Prci: seitgesetzt. Sehr p ndern für die gany voranginge. Di iem von Laub- uni e würde viellcus: esung bringen. Mi täten Crtenberg^ur: :g würde der Fon Vorteil sein.
Unwetter am Som- ichtete, wurde dec c: Straße stehende Lau-- sichtbare Linde, buri spalten.
rßfürst Wladimu nach Darmstadt un! - einen mehrstündig", lenen Generalleutnant elm folgendes Tele-
ien bei dem
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Landesrat ■ jetzt außer W’ L 979 Hänfer U
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14. „ = + 11,1 0 C.
Zwei Grubenunsalle.
Am 15-Juli nachm. ereignete sich, wie unS ein gestern abend eingetroffenes und alsbald zum Aushang gebrachtes Telegramm meldete, auf der 7. Sohle der Zeche Carolus Rtagnus in Bergeborbeck bei Essen eine schwere Dynamit-Exp losion. Nach neueren Feststellungen wurden gestern bis 81/* Uhr abends 8 Tote und 8 zum Teil
Schwerverletzte geborgen. 3 Mann befinden sich noch in dec Grube. Man vermutet, daß sie tot sind. Die Explosion cr- olgte aus noch unaufgeklärter Ursache und richtete furchtbare Zerstörungen an, sodaß man erst nach 4'/,stündiger ununterbrochener Arbeit einigermaßen einen Ueberblick gewinnen konnte. Die Verletzten sind geborgen. Die 7. Sohle ist vollständig zerstört. Es wird also als unbestimmt gelten muffen, wann die drei Leichen geborgen werden können.
In der von der Susquehanna-Kohlengesellschaft betriebenen Kohlengrube zu Williamstown (Pennsylvanien) wurden durch eine Gasexplosion zwölf Menschen getötet und acht zum Teil lebensgefährlich verbrannt.
* Abermals ein Ebenbürtigkeitsstreit. Im Jahre 1888 vermählte sich Fürst Gustav au Bentheim-Tecklenburg mit Thekla von Rothenberg, geboren in Fürstenau 1862, einer Tochter des 1867 verstorbenen Grafen Adalvert zu Erbach-Fürstenau ans feiner 1859 geschlossenen mor- gaiiatisckpm Ehe mit Charlotte Wiltenbücher, Tochter eines Gräflich Erbachschen Kammerrais, bi: vom Großherzog Ludwig III. von Hessen den Namen von Rothenberg erhalten hatte. Fräulein Thekla von Iiothenbcrg wurde unbeanstandet Fürstin izn Bentheim- Tecklenburg, da die Agnaten des Bentheim-Tecklenburgschen Hauses leine Einwendungen erhoben. Die Agnaten der jüngeren Linie von Bentheim und Steinsurt dagegen gaben feine Erklärung ab. Infolgedessen war die iWuttcr des Fürsten Gustav, die Prinzeß Adolf zu Bentheim-Tecklenburg beunruhigt und äußerte im April 1888: „Ob die Linie Bentheinr-Steinsurt nickst später noch die Ehe Gustavs als eine uncbenbürligc und die etwaige Deszendenz als nicht sukzessionssähig anscchten wird, kann niemand wissen." Nun ist dies geschehen nach 20 Jahren. Der Chef der jüngeren Bentheimschen Linie, Fürst Alexis zu Bentheim und Steinfurt, hat kürzlich beim Landgericht Münster t W. wider den Erbprinzen Adolf, Sohn des Fürsten Gustav und der Thekla von Rothenberg, Klage erhoben und beantragt, den Erbprinzen, da er aus einer unebcnbüriigcn Ehe stamme, von der Sukzession in das Bent- Hcim-Tecklenburgische Fideikömmiß auszuschließen. Außer dem Erbprinzen ist nur twch ein Agnat in Bentheim-Tecklenburg vorhanden, ein Bruder des Fürsten Gustav, Prinz fbaxl, dessen Ehe kinderlos ist, so daß nach dem Tode des Fürsten Gustav, wenn der Klage ftattgegeben, das F-idKkommiß Betttlstim-Tccttenburg an Bentheim u. Steinsurt fällt. Am Diettstag stand in der e-adje Termin am Landgericht an. Das Gericht wies nach kurzer Beratung die Klage ab mit folgernder modernen Geist atmenden Begründung: Tic Mitglieder des hohen Wels sind berechtigt, nach ihrer Wahl ebenbürtige Ehen mit Damen des hohen und niederen Adels einzugehen, sobald die Agnaten des Hauses, nicht des Ge- samtl-auses. Damit einverstanden sind.
Gotha, 15. Juli. Tie Strafkammer verurteilte den Landwirt Seeber, der dadurch, daß fein Fuhrwerk nicht beleuchtet war, den Zusammenstoß mit einem Automobil und den Tod des Chauffeurs verursacht hatte, zu zwei Äionalen Gefängnis.
Würzburg, 15. Juli. Das Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung die Bankiers Karl Lippert und Eduard Stein wegen betrügenfchen und einfachen Bankerolts, sowie wegen Unterschlagung von Depots in Höhe voii 36 000 Alk. unter Annahme mildernder Umstände zu 3, bezw. 27, Jahren Gefängnis.
Könitz, 15. Juli. Tie Strafkammer verhandelte gegen den Oberinspektor Josef Schubert aus Jesno und fünf junge Gutsarbeiter wegen Vergehens gegen den §17 5. Schubert wurde zu einem Jahre Gefängnis, zwei Arbeiter zu einem Verweise, die üb- rigen drei zu je einem Tage Gefängnis verurteilt.
Juli 1908
Barometer aut 0° reduziert
Temperatur der Lust
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
15. 2”
747,8
19,0
9.0
55
W
4
Sonnenschein
15. 9“
749,1
14,3
9,6
79
NW
2
Bew. Himmel
16. 7«
750,4
13,2
9,9
88
SSW
2
Bew. „
Höchst
Temp
eratur
am 1
l. bis
15. Jul
— -t
19,3 ° C.


