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16.7.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

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d«m Standpunkte, den Fremden den Aufenthalt 3uj machen, denn sie bringen Geld ins Land. Dar natürliche Standpunkt der Gasthausbesitzer LttschäftSleute.

Nun ist in den letzten Jahren von einer B

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worden fein, so hat sich, wenn wir recht sehen, in den letzten Jahren eine andere Unart eingebürgert, die durchaus der Geltung in der Welt und dem eigenen Vorteile nicht förder- lich ist, ohne die sichere Gewähr für echte, aufrechte nationale Gesinnung zu geben.

Daß in gewissen Kreisen eine schädliche Ueberspannung dcS vaterländischen Gefühls in der Richtung des gehässigen Absprechcns gegenüber fremden Völkern eingetceten ist, kann man nicht leugnen. Aber weiter verbreitet ist heute vielleicht die Steigung, in gesättigter Stimmung sich überhaupt nicht um die fremden Völler zu kümmern. Andere Kreise trifft man aber, die, scheinbar gesättigt von den Erfolgen von 70/71, gar nicht daran denken, über die Grenzpfähle hinauszublicken. Diese Kreise sind noch nicht in die Weltpolitik hineingewachsen. Mit Recht wird in letzter Zeit über die geringen Kenntnisse geklagt, die dec Durchschnittsdeutsche von den weltpolitischen Tatsachen besitzt. Wer weiß denn z. B. in Asien oder auf dem Balkan wirklich Bescheid? Gcradeztl erschreckend ist die Tcilnahmlosigkeit der Deutschen, auch der Jugend, gegenüber den österreichischen, schweizerischen und niederländischen Dingen. Wie wenige, die zu ihrem Vergnügen oder zu ästhetischen Zwecken hiinderte von Kilometern zurücklegen, richten ihre Fahrt einmal in daS russische Reich, studieren die dortigen politischen Verhältnisse und Bestrebungen an der Quelle, knüpfen Beziehungen an usw.l Stead, der englische Friedens­freund, ist dagegen schon wieder in Petersburg.

Viel Takt und ein sicherer Blick für die zukunftstarken Kräfte des andern Volkes ist nötig, damit die Beziehungen nicht mit den absterbenden oder zur Macht nicht fähigen Eie- menten angelnüpft werden.

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gngen die Ausländer vielfach die Rede: sie richtete sich gegen die Ausländer an den Hochschulen. In den !8 alkSoectretungen ist gegen das Ueberwuchern von aus- ^dischen Hörern Klage geführt worden. Man darf jetzt ro ohl annehmen, daß der unwürdige Zustand, daß Ausländer an deutschen Hochschulen eine Vorzugsstclliing vor den Kindern be8 eigenen Volkes oder ein Uebergewicht über sic einnahmcn, uüeraU, wo mit Recht darüber geklagt werden konnte, ab» igestellt worden ist. Andererseits soll man nicht über das |3 iel hinaus schießen. Beziehungen zu haben, ist im wirtschaftlichen Kampfe der Völker nicht voin Uebcl. Wenn Ibi: jüngeren oder älteren Ausländer, in ihre Heimat zurück- I gekehrt, sich dankbar ihres deutschen Aufenthaltes erinnern, E Irrtümern, die bei ihren Landsleuten über deutsche Zustände , oarbreitet sind, entgegentreten und die Beziehungen, in die l'ie zu Lehrern, Kollegen und anderen Deutschen getreten sind, I gem weiterpflegen, so ist das natürlich nur ein Gewinn für |ur:8. Wenn gelegentlich einmal ungünstige Erfahrungen ge- Imacht werden, so werden sie zur Vorsicht veranlassen, aber Ijie mindern nicht den Wert dec Beziehungen, die in Pietät, Aufrichtiger persönlicher Freundschaft oder aus gegenseitigem . mctschafllichen Interesse fortgesponnen werden.

Es ist doch beachtenswert, wenn im letzten Jahres- ile richt der Leipziger Handelshochschule, die unter 530 Stu« Ibierenben 317 Ausländer zählt, das Urteil gefällt wird:

3m allgemeinen werden die Fremden, wenn sie längere 1 3c.it unsere Hochschulen besuchen, Freunde deutscher r Bildung und deulschen Wesens. Gerade in einer Stadl ivie

eipjifl kann man erkennen, wie sehr sich durch unsere Schulen und Hochschulen alte Handelsbeziehungen mit dem Auslande festigen und neue anknnpsen."

Zum mindesten lohnt es sich, die Sache auch einmal bau dieser Seite anzusehen. ES scheint doch überhaupt nicht cri dem zu sein, daß man in allen Kreisen des Volts die 3ßsliecung um jeden Preis wünscht, sonst würde man nicht fortgesetzt so bittere Vorwürfe hören, die gegen die Regierung Igkschleudert werden, weil sie dieIsolierung" Deutschlands nicht habe verhindern können. Mag früher der Vorwurf der «HAemdbrüderlichkeit mit Recht gegen die Deutschen erhoben

Mit. Mit,

Der Deutsche und die Ausländer.

Als Besucher sind Mitglieder aller fremden Nationen in Deutschland von altersher wohlgelitten. Daß innerhalb der s! rungen und Wirrungen der Gegenwart einmal ein Augen- j[.:ct kommen sollte, wo privaten oder beamteten Angehörigen inner fremden Nation auf deutschem Boden im Verkehr un- c'iundlich begegnet werden sollte, ist nicht leicht anzunehmen. st liegt nun einmal nicht im deutschen Wesen, Beschwerden, j;i» man etwa gegen die Regierung einer fremden Macht hat, M Unbeteiligten, die ihren Geschäften oder ihren Vcrgnüg- umgen nachgehen, auszulassen. Wirtschaftlich steht man auf

10 Pfund Mk.2-25,

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politische Tagesschau.

Mazedonien.

Ter Balkankeisel, in bem es ja immer kocht, brodelt iuieb.r einmal etwas stärker und sein lieber) diäumcn droht Verheerungen anzurichten; befürchtet man doch, daß die heißen Tropfen auch die Eurovamächle verbrühen könnten. Vorläufig ist der Balkan allein in Mitleidenschast gezogen, speziell ist cs Mazedonien, wo die Tinge drunter und drüber gehen. Die Politik des Sultans, gegen den die Europa machte nicht viel auszurichten vermögen, ruft seit Jahren in jener Gegend Verstimmung hervor, und die Mißwirtschaft der Beamten schürt sie noch mehr. In den letzten Tagen ist es zum vollen A u f r u h r gewmmen, und was das Bedenkliche an der Sache ist, das Militär macht mit der Zivilbevölkerung gemein­same Sache. Tie Ermordung Schemsi Paschas ist das Signal gewesen, mehrere Regimenter sind zu den Rebellen über­gegangen und die Situation hat eine derartige Zuspitzung er- tahren, daß mehrere Generale, welche mit der Niederwerfung des Ausstandes beauftragt wurden, plötzlichkrank" wurden und sich weigerten, nach Mazedonien zu gehen. Tie Bewegung hat einen Umsang angenommen, wie seit Jahren nicht, die Jung­türken haben sich angeschlossen und man hat eine Reihe von For­derungen aufgestellt, welche eine radikale Ltenderung der Verhält­nisse, insbesondere eine möglichst weitgehende Autonomie Maze­doniens verlangten. Dadurch ist die gesamte Situation auf dem Balkan recht verwickelt und der Ausgang läßt sich vorläufig nicht absehen, zumal es wohl nicht au einer Intervention der Mächte fehlen wird.

Das mazedonische Reform Programm, das dem Sultan erforder­lichenfalls ausoklroieri werden iotl, bildet bekanntlich den Gegen­stand von Verhandlungen unter den Aiächtem Das Mürzsteger Programm existiert nur noch auf dem Papier, an seine Stelle sollen

Mitteilungen über den Verlauf meiner Reise geben, die aber aus allerhand Gründen nicht veröffentlicht werden dürfen, sondern nur für Sie persönlich beabsichtigt sind. Sogar für mich, der ich ja von Anfang an in der Mitte der Handlung stehe, gleicht diese Reise bei meinem Rückblick einem Märchen und einem Roman. Ich glaube, daß es selbst für Jules Verne unmöglich gewesen wäre, etwas ähnliches auszudenken... Die . . . haben alles mögliche getan, um mich zu hindern und Schwie­rigkeiten in meinen Weg zu bauen und doch bin ich jetzt seit 15 Monaten in unbekannten Teilen von Tibet herumgereift und habe mehr große, epochemachendeEntdeckungenge- macht, als auf allen meinen frühem Reisen zu- s a m m c n g e n o m m c n . . . Wie oft bin ich wie ein de Wet gejagt worden, aber meine Verfolger haben mich entweder nicht finden können, oder sie sind nicht schnell genug gewesen, um mich zu erreichen, bevor ich wieder auftauchte, wo sie es am min­desten fürchteten... (Es folgen fünf Seiten Erzählungen seiner Forschungen und Abenteuer.! Aber die größte und geographisch wichtigste Entdeckung, die ich mit dieser Reise machen konnte, eine Entdeckung, derentgleichen nicht wieder gemacht werden kann auf unserer Erde, ist die folgende . . ." (Es folgen hochinteressante Einzelheiten.^ Wenngleich Hedins Geheimnisse, dieEntdeckung, derengleichen nicht wieder gemacht werden kann auf unserer Erde'tz heute noch nicht enthüllt werden dürfen, so zeigt doch sein Bries, daß der Forscher Schwierigkeiten und Gefahren aller Art bis dahin heldenhaft überwunden hatte und sich im Vollbesitze der Gesundheit befand. Andererseits hatte er noch Pläne, deren Aus­führung vermutlich vier weitere Monate erfordern würde. In­zwischen sind aber mehr als neun Monate verstrichen, und noch ist keine Äunde von ihm wieder zu uns gedrungen!

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Eiu Nachlaßbaud von Wilhelm Busch wird Aniang September ui München erscheinen. Der Band heißt ,H e r n a ch" und ist in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden. Wilhelm Busch hat ihn seiner Schwester, Frau Pastor Noldeke, druckfertig mit der Weisung geschenkt, ihn nicht vor seinem Tode zu veröffentlichen. Er enthält, so wird wenigstens behauptet, zeichnerisch wohl das Feinste und Reifste, was der Künstler ge­schaffen hat; die meisten Zeichnungen sind mit den charakteristischen kurzen Versen versehen, von denen viele zu geflügelten Worten ge­radezu bestimmt erscheinen. Tas Werk erscheint in zwei Aus­gaben, einer Luxus- (Faksimile-) und einer gewöhnlichen Ausgabe. Ein vom preuß. Landwirtschastsminister gestiftetes Reise- sl i p e n d i u m für Landwirte im Betrage von 1500 Mark ist dem Assistenten am zootechnischen Institut der Berliner Land» wirlschanlichen Hochschule Dr. Max Müller zur Lösung der von ihm selbst gewählten Aufgabe: »Sammlung von Material über Lererbungssragen bei der Kreuzung zwischen Kalt- und Warm­blut" bewilligt worden.

die Vorschläge treten, über die sich Rußland nicht mit Oesterreich, sondern bezeichnenderweise mit England geeinigt Ijat Diese Schwenkung der russischen Politik ist zweifellos eine erolge des Aergcrs, den man an der Newa Über das österr. Sandschackbahnpro- jekt hat, das man auf jede, Weise durch öwnkurrenzpläne lahm­legen möchte. Daß Frankreich sich diesem Vorgehen,angeschlossen hat, bedarf nicht erst besonderer Hervorhebung. Ein Anschluß der übrigen Mächte ist nun freilich nicht möglich, ivenn man es nicht zu einem großen Konflikt kommen lassen will, und diesem Zwecke dienen die jetzt von Rußland und England ausgehenden Zirku- larnoten sowie die Ministcrkonserenzcn, wobei nicht ohne Bedeutung ist, daß Iswolsky nicht bloß mit Baron Aehrenthal zu­sammen treffen wird, fondem den Rückweg über Berlin cinschlagen will, um mit dem Fürsten Bulow über die schwebenden Fragen zu konferieren. Allerdings wird diese Meldung beute von der Post" in Zweifel gezogen und hinzugcfügt, den offiziellen Berliner Stellen sei von einem Besuche Js.volskys bei Bülow nichts be­kannt.

Es entbehrt nicht eines gewissen humoristischen Beigeschmacts, wenn England und Rußland, um niemand zu ver­letzen, den Eindruck eines gcmeiniaincn Vorgebens verwischen wollen und sich ihre Aufgabe geteilt haben. Gleichwohl zeigen diese Mächte, daß sie eine Brüskierung Deutschlands und Oesterreichs vermeiden wollen. Die deutsche Rcichsregierung wird sich hossent- ich nicht einschläsem lassen und die Dinge sehr aufmerksam vcr- olgen, damit deutsche Interessen bei der Regelung der Fra^e nicht zu kurz, kommen und unter Ansehen im Orient keinen Schaden leidet. Es ist in diesem Augenblick nicht ohne Interesse, daß der oberschlesische Magnat Fürst Lichnowsky, der längere Zeit der Diplomatie angehört hat und auch heute noch zum Fürsten Bülow freundschaftlick-e Beziehungen unterhält, sich in einem In­terview soeben in durchaus beruhigendem Sinne aussprach

In einem Berliner Telegramm derKon. Ztg." heißt es: DerTemps" hatte gemeldet:Ter Türkische Botschafter in Berlin habe den Befehl erhalten, die deutsche Regierung zu bitten, sich mit den anderen Regierungen in Verbindung ju jeben, um auf Bulgarien wegen der Landenbewegung einen Druck auszuüben." Durch diese Meldung soll offenbar der Eindruck hervorgerufen wer­den, als ob cs sich hierbei um besoichere Schritte der Pforte in Berlin handle, wahrend tatsächlich ein Rundschreiben an alle Mächte gerichtet wurde. In dieiem wird abermals und zwar mit größtem Nachdruck die Bitte ausgesprochen, die Mächte möch­ten bei Bulgarien, Serbien und Griechenland Schritte tun, damit diese Staaten von einet Unterstützung des Bandenwesens Ab- stand nehmen, durck) die allein die Unruhen verursacht würden. Der englische Vorschlag zur Unterdrückung des Bandenwesens würde überall freundlich ausgenommen und kann auch in Kon­stantinopel auf grundsätzliche Billigung rechnen.

meines FeriiUeton.

Das Modell des neuen L i e b i g d e n k m a l s in 3 a r m ft a b t so schreibt man und von dort, das dort cmi Kosten der Vereinigten Deutschen Chemischen Fabriken er- uMet werden soll, wurde am Mittwoch von S. K. H. dem ii) c o 6 I) c r 5 d g und der mit der Aufstellung beauftragten K'orn- müiiioii besichtigt. Das von Bildhauer Jobst angefertigte Modell iibüd)t zunächst sowohl in Bezug auf seinen Standort, wie auch cu:j die Ausführung keinen besonders guten Eindruck. Es müßte rt>«: allem der durch die Häuser Wagner und Merck gebildete .Untergrund den Verhältnissen besser angepaßt und das Denkmal arn diese aus dem starken Verkehr herausgerückt werden. Die Untzur selbst, welche die Chemie darstellt, macht einen steifen, Herren Eindruck. Dazu kommt, daß sie die Krone in der Hand M-s ziemlich ungelenkig ausgeführten linken Armes trägt, wäl>- :e >id man doch allgemein gewohnt ist, hierzu den r e d) t e n '.hm zu benutzen, der ja hier auch gar feine andere Beschäftigung ha::. Bemängelt wird weiter, daß das Relief von Liebig zu reuig zur Geltung kommt. Voraussichtlich dürften noch mancherlei Änderungen vorgenommen werden, wenn auch S. K. H. der i ) r v 61 e r ä o g «gemäß seiner generösen Art Künstlern gegenüber 2 . Red. prinzipielle Einwendungen gegen das Modell nicht gemacht haben soll.

Sven Hedin verschollen? Seit einem Jahre hat mit von Hedin, einem der sympathischsten Menschen und erfolg- .cichsten Entdecker, so gut wie nichts gehört, nachdem er im 3nbrc 1905 seine letzte Reise in das verschlossene Land Tibet mgetreten hatte. Im Dezember 1907 erreichten die letzten Briese 'timen Vater und seinen Verleger. Lebt Hedin noch? Befindet :t sich in bedrängter Lage? Soll man eine Expedition mit in em neuen Stanley zu feiner Auffindung aussenden, wie einst im: Errettung Livingstones und Emin-Paschas? Es würde nicht in. Hedins Sinne sein! Und doch beschleicht uns Sorge um fein hicksal. 16 Jahre hat der nun 43jährige im Innern Asiens erine abenteuerreiche Forschungstätigkeit ausgeübt, tausendmal war von Gesahren umgeben, stets noch ist ihm gelungen, dem M orderischen Klima zu widerstehen, dem Tode des Verdurstens in ai-losen Wüsten, des Ertrinkens in stürmischen Seen und des jnfrierenS auf bis dahin unerreichten Gletscherhöhen zu ent- riimen. Wie aber, wenn die fremdenfeindlichen, tückijchen Tibeter ihn marterten, wie einst die Engländer Laiidor? Wie man hört, igar Schweden die englische Regierung ersucht, Nachforichungen anzustellen und dem kühnen Forscher eventl. Hilfe zu leisten. ! öwffen wir, daß Hedins reiche Aufzeichnungen, Skizzen, Mesiungen miD Photographien inzwischen in zivilisierten Gegenden ange- loimen sind, und daß er selbst bald wieder auftauche im Norden, IZ;ben, Osten oder Westen von Tibet. Von der Firma Brock- haiis wird uns der nachfolgende Auszug aus dem letzten Schreiben p«dins zur Verfügung gestellt:Ich werde Ihnen jetzt einige

Heute liegen uns folgende Meldungen vom Balkan vor:

Konstantinopel, 16. Juli. (Tel.) Der Flügel-Adju­tant des Sultans, Sadik Pasck^a, wurde bei seiner Rückkehr von Saloniki aus dem fvanzös. schiffSidon" von einem türkischen Offizier verwundet, jedoch nur leicht. Der Attentäter wurde ergriffen und in den Dardanellen festgesetzt. Er erklärte, Sadik Pascha nicht persönlich zu kennen, er habe in ihm nur einen der vielen Spione unschädlich machen wollen. Zu- gleid) kommt die Nack/richt aus Serres, baß dort angeblich die ganze Garnison meutere.

Konstantinopel, 15. Juli. Ter Albanese, der einen Anschlag auf Fazil Pascha verübt hat, ist in den Darda­nellen vom Schiflkommandanten den dortigen Behörden ausge­liefert worden. Der General, der nur leicht verwundet ist, ist hier eingetroffen.

Offiziös wird in Konstantinopel behauptet, die Nachrichten daß die Redifs einberufen seien und daß die Telegraphenlinic MonaftirKonstantinopel gestört sei, seien unrichtig. Gegen über der Meldung, daß mehrere Batpilione den Abmarsch ver­weigert hätten, oder zu den Flüchtlingen übergegangen seien, wird zugeftanden, daß in zwei oder Drei Bataillonen, von Denen einige Offiziercver schwanden seien, eine gewisse Verwirrung entstanden sei und einig-e Gehorsamsverweigerungen vorgekommen seien.

Deutsches Reich.

In einem Artikel derKöln. Ztg.", der anscheinend inspiriert ist, wird gegenüber der Meldung desStandard" aus Petersburg, wonach dort eine allgemeine Beunruhigung herrsche, die auf einen Brief des deutschen Kaisers an den Zaren zurückgeführt würde, erklärt, daß ein solcher weder geschrieben noch übergeben worden sei. Es handle sich vielmehr um einen neuen Versuch, Deutsch­land für die beunruhigende Auffassung der Lage verantwort­lich zu machen. Auch die Mitteilung des Standard, daß angeblich ein Besuch des deutschen Kaisers in Rußland ge­plant werde, fei unzutreffend. In Wahrheit sei von einem solchen Besuche nicht nur nichts bekannt, sondern es stehe im Gegenteil fest, daß ein derartiger Besuch in diesem Jahre nicht stattfinden werde. Dankenswerter­weise habe der Berliner französische Botschafter Cambon in seiner Ansprache an die Mitglieder der Kolonie, den Ver­hältnissen Rechnung tragend, erklärt, daß alle Regierungen auf den Frieden angewiesen seien. In Deutschland sei nicht nur die Regierung, sondern auch die Bevölkerung von dieser Erkenntnis durchdrungen.

Die von mehreren Blättern verbreitete Nachricht, daß noch vor Ablauf des Septenats eine neue Militär- Vorlage dem Reichstage unterbreitet werden solle, daß die beabsichtigten Mehrforderungen sehr bedeutend sein sollen, mit der augenblicklichen politischen. Lage begründet werden und im Zusammenhänge damit ein Wechsel in der Leitung des Kriegsministeriums bevorstehe, entbehren nach an maßgebender Stelle eingeholten Informationen jeder Grundlage.

Mit dem heutigen Tage ist die Frist zur Vorbringung von Einsprüchen gegen die Ergebnisse der preuß. Landtagswahlen abgelansen. Gegen die Wahl von 52 Abgeordneteti ist Widersprach erfolgt.

In her Monatsschrift der Cvmenius-Gesellschaft einp- fiehlt Dr. Ludwig Keller, in Anlehnung an die in vielen Städten bereits bestehenden Volksoibliotheken städtische Sekretariate für Volksbildungswesen zu schaf­fen. In sehr vielen Fällen, so meint der Vorsitzende der Comenius-Gesellschaft, könnte der Leiter der städtischen Bibliothek dieses Sekretariat im Nebenamt übernehmen und

Nr. 165 Erstes Blatt 158. Jahrgang Donnerstag 16. Juli 1908

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bei die Redaktion 112 w tüt Den polUifcfjen teil:

w» Eeneral-Anzetger für Gberheffen rSSB d.anahmt von Anzeigen ^and und.GenchtS-

bi oo^fnagTiout) Rotafionsbniä und Verlag dervrühflschen Untv.'Vuch- »nd Steinbruderet. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: §chu!stratze L A°retgenieü^'H Bech