Nr. 39 Erstes Blatt 1S8. Jahrgang Samstag 18. Februar! 908
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j" “nä»Z Hotßfionsörud und Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Stelndruckerel. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei- Schuistratze 7. H^ck
Die heutige Nummer umfaht 18 Seiten.
Oesterreich und der Balkan.
Die auswärtige Politik Oesterreichs war in den letzten Jahren sehr wenig in den Vordergrund getreten. Einmal nahmen die inneren Wirren das Hauptinteresse in Anspruch, dann aber hatte im Lause der Jahrzehnte die Großmachtsstellung Oesterreichs doch Einbuße erlitten. Graf Goluchowski war an sich eine durchaus tüchtige Kraft, aber er vermochte nicht durchzudringen; eine bedeutendere Rolle spielte die Donaumonarchie erst wieder auf der Konferenz von Algeciras, wo die entschiedene Stellungnahme Oesterreich-Ungarns für Deutschland nicht ohne Eindruck blieb und vielleicht mit dazu beigetragen hat, gewisse Pläne gegen uns zu hintertreiben. Im allgemeinen aber liefen die Geschäfte in dem ausgetretenen Gleise, und für das Hauptinteressengebiet, den Balkan, hatte man ja das sogen. Mürzsteger Programm. Inzwischen ist Goluchowski gegangen und Aehrenthal an seine Stelle getreten; anfangs schien er dieselben Bahnen wie sein Vorgänger einschlagen zu wollen, mit einemmal entpuppte er sich aber als ein Mann von nicht zu unterschätzender Initiative, und alle Welt ist baff vor Erstaunen, daß Oesterreich-Ungarn aus seinem Winterschlaf zu erwachen scheint. Namentlich an der Newa ist man starr vor Entsetzen und dazu stellt sich lebhaftes Mißbehagen ein, das sehr deutlich in den Auslassungen der Presse zum Ausdruck kommt. Offiziell hat sich Rußland zu den Balkanplänen Oesterreichs, wie sie Baron Aehrenthal in seiner bekannten Delegationsrede darlegte, noch nicht geäußert, daß man aber recht unangenehm von der Sache berührt ist, geht daraus hervor, daß man die panslavistische Presse unter Zeter mordio über Oesterreich-Ungarn herfallen läßt, ohne diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Dabei liegt keinerlei Grund zur Annahme vor, daß Oesterreich territoriale Absichten verfolge, denn bei den Verhältnissen auf dem Balkan kann den Herren in Wien an neuen Gebietserwerbungen nicht allzu viel liegen; von großem Wert dagegen ist die wirtschaftliche Er sch ließung jener Gegenden, da die Balkanländer das natürliche Absatzgebiet für die Donaumonarchie bilden. Mit der projektierten Sandschakbahn ergeht es Oesterreich ähnlich wie uns mit der Bagdadbahn, die in der politischen Welt schon so viel Staub auf- gewirbelt hat; allerlei politische Ziele werden hinter diesem Projekt gewittert, insbesondere wird behauptet, daß Oesterreich die Bahn aus strategischen Gründen bauen wolle, um den Zugang nach Saloniki in die Hand zu bekommen. Varon Aehrenthal hat es im Hinblick auf die Angriffe gegen das Projekt mehrfach unternommen, die österreichischen Absichten klar darzulcgen, in dem er immer wieder darauf hinwies, daß die Entente zwischen Rußland und Oesterreich auf dem übereinstimmenden Entschlüsse beider Regierungen beruhe, die Unabhängigkeit und das Selbstbestim- Drungsrecht der Balkanstaaten striktest zu achten, unter Zurückweisung des Gedankens jedweder territorialen Er- vberung auf dem Balkan. Energisch betont der österreichische Staatsmann aber, daß die Frage des Bahnbaues gänzlich außerhalb dieses Uebereinkommens liege. Objektive Beobachter werden die Berechtigung des österreichischen Vor- Lehens^ ohne weiteres zugeben, aber an der Newa ist man rben nicht objektiv, wahrscheinlich, weil man selbst heimlich irgendwelche Pläne verfolgte, die durch das friedliche Borchen Frankreichs konterkariert werden. Deutscherseits
Wilhelm Backhaus.
Es wird uns geschrieben:
Man kann B a ck h a u s getrost den Heroen seines Faches <n Die Seite stellen. Und unter den lebenden Pianisten wüßte M keinen, der ihm an absoluter Gesundheit musikalischen En.p- I^oens und musikalischer Technik bei unbedingter Treue gegen wen Komponisten- gleichkäme. Ja gerade darin liegt m. E. seine ne.tiu Große, daß er kristallklar den Komponisten wiedergegeben flut und wiedergibt: Treue gegen den Komponisten als den Hoyereu Meister, das ist Backhaus' Eigenart. Eine unfehlbare -echnu, die feine Schwierigkeiten kennt, derart, daß die schwieligsten Stücke mit einer faszinierenden Leichtigkeit und Eleganz i^r äußeren Haltung des Künstlers wicdergegeben werden, eine unerhörte Treue des Gedächtnisses trotz eines schier unüberseh- "rrrf -^?crtoirs — das sind Eigenschaften, die man heute als Ittostverständlich voraussetzt; aber auch unsere höchstgespannten -Voraussetzungen werden von Backhaus übertroffen. Gerade dies uanufüje- Rüstzeug setzt ihn in Stand, seine Meister wiederzu- Doen, als seien sie wiedererstanden und stünden leibhaftig vor
Man kann bei Backhaus rühmend sagen, was sonst wohl p. schwäche angerechnet wird. Seine Eigenart besteht darin, keine Eigenart zu haben, d. h. dem Kunstwerk, das er wiedergibt, nichts SjJWr®Pfcn, was die Individualität des Komponisten nicht schon ^nemgelegt hat. Ich weiß wohl, daß solche spiegeltreue Wieder- Snmh iw absoluten Sinne unmöglich ist, — denn auch die vom ^owponisteu gesetzten Noten find ja gewissermaßen nur äußere
T> c • •e‘ncc Seele; aber keiner kommt der Seele des Kom- nahe wie Backhaus — ein Zuschuß Gesundheit hinzu- WÄrfA 'k. enu alles Krankhafte liegt dieser Natur gänzlich fern.
>3 dem Künstler erhalten bleiben; unsere Zeit lechzt ™'2a) wla;er Gesundheit gerade hier!
Backhaus ist am 26. März 1884 zu Leipzig geboren, war n erstaunlich begabtes. Kind und kam mit 10 Jahren in STWp .rühmte Konservatorium seiner Vaterstadt. In Aloys j-aenoors fand er einen ausgezeichneten Lehrer und erhielt so systematische Erziehung. Später studierte er bei SK < "wert in Frankfurt a. M. — von hier kam er zum
- nmal auch zu uns nach Gießen 1899, noch nicht löjährig — » 'baler_m Varis im letzten Wettkampf den Rubinstein- n l^m bmstimmig zuerkannt wurde. Von seinem Fleiß, sei-
^ronnen und seinen musikalischen Fähigkeiten bekommt man Re-
dagegen erkennt man die österreichischen Pläne als durchaus loyale an und der deutsche Botschafter in Konstantinopel Freiherr von Marschall scheint sie sehr energisch unterstützt zu haben, und dem deutschen Einflüsse am Goldenen Horn dürfte es wohl nicht zuletzt zuzuschreiben sein, daß die Türkei so schnell ihre Zustimmung zu dem österreichischen Bahnprojekt gegeben hat; daß Baron Aehrenthal mehrfach in seinen letzten Reden hohe Worte der Anerkennung für die deutsche Politik gefunden hat, war wohl ein Ausdruck des Dankes für die erwiesene Unterstützung. Daß man an der Newa scheel zusieht, ist begreiflich, aber Baron Aehrenthal wird sich wohl kaum irren, wenn er sagte, daß die in Rußland herrschende Erregung sich sehr bald legen wird, denn die augenblickliche Ohnmacht nach außen, wie die Zustände im Innern zwingen Rußland, die Dinge ungestört ihren Weg gehen zu lassen.
*
Wien, 14. Febr. Eine wichtige Wendung in der Orient-Frage steht nahe bevor. Rußland beabsichtigt, im Verein mit Frankreich einen Schachzug gegen das Bahnprojekt Oesterreich-Ungarns auf dem Balkan aus- zuführen und den Plan der Balkan-Transversalbahn zu verwirklichen. Dieser Plan strebt eine Verbindung der Adria mit der Donau an. Durch die Bahn würde ein großer Teil des Balkanverkehrs für Oesterreich-Ungarn und das übrige Mitteleuropa abgelcnkt. Dieser russische Schachzug ruft hier peinliches Befremden hervor.
Stimmungsbild aus dem Reichstage.
Berlin, 14. Februar.
Die Fortsetzung der Postdebatte.
Drei Redner aus dem Hause sind das Pensum der fünfstündigen Sitzungen beim Postetat. Heute kamen Zentrum, Nationalliberale und Neichspartei an die Reihe. Das Zentrum konnte einen Spezialsachvcrständigen vorschicken, den Postsekretär und früheren Vorsitzenden des Postassv- stentenverbandes H a m e ch e r. Indes auch die Abgeordneten Linz und Beck-Heidelberg ließen es an Gründlichkeit in der Behandlung all der Beamtenfragen nicht fehlen. Der nationalliberalc Beck erörterte aber die Angelegenheiten der Post auch eingehend aus dem Gesichtspunkte des Verkehrsbedürfnijses und den Rücksichten auf Handel und Industrie, und erfreulicherweise schloß sich ihm Herr Linz, der freilich in einzelnen dieser Punkte nicht im Namen der Reichspartei, sondern nur für seinen eigenen Standpunkt sprach, mit großer Entschiedenheit an. Wie gestern Herr Kopsch, so beschäftigte er sich besonders mit der drohenden Verteuerung des Fernsprechwesens, und er hatte sehr scharfe Worte gegen die Verwaltung des Verkehrsinstitut, dessen Maßnahmen der kleine und mittlere Handelsstand geradezu als rücksichtslose Ausbeutung und Uebervorteilung empfinden müsse.
Auch der Staatssekretär nahnr Anlaß, in die Aussprache einzugreifen. Er äußerte sich nochmals über den Verkehr seiner Beamten mit den Abgeordneten, und was er sagte, war auch heute nur ein starres Nein. Es klang sehr einleuchtend, daß er den Abgeordneten die Mühe ersparen möchte, Dinge vorzubringen, von denen sie ja gar nicht wüßten, ob er nicht mit ihnen und den Beamten bereits ein Herz und eine Seele sei; aber er unterließ es, die Schlußfolgerung zu ziehen, nämlich die allgemeine Besprechung beim Ausruf seines Gehaltstitels mit einem progrannnatischen Vortrag zu eröffnen, der die zum Wort
spekt, wenn man erfährt, daß er über 300 Werke, darunter 21 Klavierkonzerte größten Stiles auswendig spielt und Bachsche Fugen nach jeder beliebigen Tonart transponiert. Heute ist er anerkannter Meister; in Sondershausen wurde er im Vorjahre zu einem Meisterkurs verpflichtet, die Kritik in England stellt ihn höher als den dort so vergötterten Paderewski. In Paris schrieb der „Figaro" über ihn, eine so großartige Wiedergabe des Beethovenschen Ls-cknr-Kvnzertes sei seit Rubinstein in Paris nicht zu Gehör gebracht worden. Und Auer bricht in den Ruf aus: „Verzeih der .Herr mir die Sünde, aber das ist wahrhaftig ein Rub.nstein redivivus!" In W en f ndef er begeistert, u Anklang: teujiiiid) mit gieicysqszinierendem Gelingen, musikalisch aber dem Virtuosen der Virtuosen Moritz Rosenthal überlegen, spielt er dort die Brahmsschen Paganinivariationen, ein Werk, das Schwierigkeiten auf Schwierigkeiten häuft. Dresden, Karlsruhe, unser Darmstadt sind einig über die Bedeutung des Künstlers. Ueber das auch bei uns zum Vortrag gelangende Klavierkonzert in B-molI von Tschaikowski urteilt die Breslauer Kritik: Tas effektvolle, mit technischen Blendern aller Art und einer unverwüstlichen Ausdauer rechnende Konzert ist ein Werk so recht nach dem Herzen des großen Publikums, an das es sich auch mit seiner farbigen Orchestriation und seiner sentimentalen slavischen Melodik wendet. Backhaus verschaffte dem Werk dank seiner stupenden Bravour und seines sprühenden Temperaments einen durchschlagenden Erfolg. Enthusiastischer Beifall ward endlos gespendet. — Nach alledem ist ein Kunstgenuß allerersten Ranges zu erwarten, den sich niemand entgehen lassen sollte. Wie vor einigen Wock>en mitgeteilt wurde, steht die eheliche Verbindung des Künstlers mit einer reichen amerikanischen Erbin bevor — wer weiß, ob Backhaus dem Kontinent erhalten bleibt, ob wir in absehbarer Zeit Gelegenheit haben werden, ihn wieder bei uns zu hören. *
— D i e Verwitterung des Kölner Domes, die unaufhaltsam vorwärts schreitet, entsteht dadurch, daß die in der Luft befindliche schweflige Säure, ein Produkt des Rauches, in den Stein embrinflt und ihn zersetzt. Die Schutzmittel hiergegen bestehen darin, daß der Stein entweder mit einem wetterfesten Anstrich versehen oder mit einer chemischen Lösung getränkt wird, wodurch er gegen die Säure unempfindlich wird. Auch in London hat man an verschiedenen historischen Bauwerken die zerstörende Wirkung der schwefligen Säure erfahren. Professor A. H. Church
gemeldeten Abgeordneten von vornherein darüber aufklärt, wie er sich zu jeder einzelnen Frage stellt und wessen sich die einzelnen Beamtenklassen von ihm zu versehen haben oder nicht. Es würde sich ein solches Verfahren auch sonst für die Etatsberatung empfehlen; wenn man den Volksvertretern auch nicht die Entsagung zumuten will, daß sie hie und da ihre Namen von der Rednerliste streichen lassen, so würde sich doch manche Frage aus den Debatten ausscheiden lassen und manche Rede kürzer werden — vielleicht!
Noch eine Erklärung bekam man vom Bundesratstische zu hören. Herr Twele, der Unterstaatssckretär und Verweser des Reichsschatzamts, nahm bei der Eröffnung der Sitzung das Wort zu einer Antwort auf die Frage, w a nn der Reichstag die Einbringung der Besoldungsvorlage zu erwarten habe. Seine Antwort war keine Antwort; denn daß die Sache schwierig sei, und daß sie die Ressorts durchpassieren müsse und daß man den Wunsch habe, die Vorlage recht bald eingebracht zu sehen, war nicht gerade das, was Reichstag und Beamtenschaft zu hören verlangen. Der Rede kurzer Sinn war der, der Zeitpunkt der Einbringung ist völlig ungewiß. Da stellte denn hernach der Abg. Hamecher eine bestimmtere Frage; er richtete an den Unterstaatssekretär das formelle Ersuchen, mitzuteilen, ob die Vorlage wenigstens noch in dieser Wintertagung erscheinen werde. Herr Twele saß am Bundesratstisch, und Herr Twele schwieg. Keine Antwort ist leider auch eine Antwort.
Stimmungsbild aus dem preust. Abgeordnetenhaus.
Berlin, 14. Februar.
War es der Gedanke an die Sonntagspause, die diesmal zwei Tage dauern sollte, oder war es ein Llbslauen des Interesses, was den dritten Tag der Kultus-Debatte im Abgeordnctenhause so friedsam verlaufen ließ? Glatt strömten die Wogen parlamentarischer Beredsamkeit dahin, zu glatt, um die Aufmerksamkeit zu fesseln. Kein Elan in den Reden; dafür das sichtliche Bestreben, kurz zu sein. Ein Bestreben, das niemand tadeln ivird. Noch am interessantesten war die Rede des Konservativen Stroßer, die an nationalem Eifer ersetzte, was ihr an neuen Gesichtspunkten abging. Herr Stroßer knöpfte sich die Polen vor: Auf ihre Klagen über die Feindseligkeit der Deutschen pfropfte er eine Parallele zwischen der Behandlung, die die deutschfeindlichen Polen von den Deutschen, und die Behandlung, die die friedfertigen Ruthenen in Galizien von der dort allmächtigen Szlachta erfahren. Die Sache ist nicht neu, aber wahr, und die Polen schwiegen fein stille. In der Tat ist nichts so geeignet, die Unehrlichkeit der Klagen der preußischen Polen zu illustrieren, wie der Hinweis auf die schändliche Vergewaltigung der galizischen Ruthenen durch die stammverwandten Polen. In der weiteren Debatte war noch eine Rede des Freisinnigen Hoff- Kiel bemerkenswert, der, selbst ein Lehrer an5 der materiellen und sozialen Not des Lehrerstarides, die vielbeklagte Not der Schule, den Lehrermangel und die pädagogisch so unheilvolle Ueberfüllung der Schulen mit Recht ableitete. Pestalozzis Geist möchte der Friese wieder im Kultusministerium herrschen sehen, dann, hofft er, wird auch der preuß. Volksschule ein neuer Lenz erblühen! Ach ja, Pestalozzis Geist in einem preußischen Kultusministerium! Das war einmal, in Falks Tagen und vielleicht hier und da auch noch zu Goßlers Zeiten. Aber seitdem? Und ist unter Holle, dem Widersacher der Volksbildungsgesellschaft, denkbar, was unter Studt ein Ding der Unmöglichkeit war? Mühlers Geist herrscht in unserer Unternichtsverwaltung — wo ist der Mann, der ihn mit kräftigem Exorzismus austriebe? Ein interessantes Moment bot die Debatte noch:
hat nun bei dem Kapitelhause in Westminster das Barytverfahren angewandt. Hierbei wird Wasser mit Baryumhydrat (80 Prozent) gemischt und mehrere Male auf den Stern aufgetragen. Dadurch wird er gleichsam neu zementiert. Wie die „Bauztg." berichtet, sind die Erfahrungen, die man hiermit gemacht hat, bts jetzt sehr befriedigend.
C. K. (Jin juristisches Musenm. Aus Paris wird berichtet: Der Justizpalast wird nun, gleich der Polizeipräfektur, sein eigenes Museum haben, in dem die Fülle interessanter Akten und Gegenstände, die geschichtliche oder kulturgeschichtliche Wichtigkeit haben, vereinigt und der Ocffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht werden soll. Eine Organisationskommission ist bereits von der Gesellschaft der Juristen ernannt und sie wird schon in allernächster Zeit mit den Arbeiten beginnen. Der Gedanke der Gründung eines juristischen Museums, das gewlssermaßen das Kriminalmuseum ergänzen wird, ist schon seit längerer Zeit von mehreren Juristen angeregt worden, die nun rhr Ziel erreicht haben.
ipc. Zur Freiheit der Kritik. Die Parifer Schriftstellerin Reg ine Martial hatte eine Schadenersatzklage gegen den Theaterkritiker des /Slatin" erhoben, welcher nach ihrer Behauptung das von ihr verfaßte Stück „Sacha" in rmgebnhrlrcher und über die berechtigten Grenzen der Kritik hurausgehenden Weise heruutergerlssen haben soll. Regine Martial betrachtete diese Kritik als Ursache ihres Mißerfolges. Vom Gerichtshöfe wurden Sachverständige vernommen und die Schriftstellerin jchlreßlich mit ihrer Klage abgewiesen.
— K l ern e Kun st ch ron ik. Da? „B. T/ kann die schon früher gebrachte Nachricht bestätigen, daß die Tagebücher des Geheimrats Hinzpeter auf Wunsch des Verstorbenen v e r- brannt worden sind. — Beim nächsten Shakespeare-Tag den die Deutsche Shakespeare-Gesellschaft am 23. April in Weimar abhält, wird der Göttinger Vro'essor Lorenz Morsbach die Festrede halten. Auch ist die Ausführung eines Shakespeare-Stückes im neuen Weimarer Theater in Aussicht genommen, dessen stattliche Vordcrbiihne gerade für Shakespeare-Darstellungen besondere Vorteile bietet. — Trotz ungenügender Darstellung, die das Publicum wiederholt zu Mißbilligung hinriß, sanden Sudermanns „Rosen" im Ärgentinatheater zu Rom eine warme Aufnahme. Die Übersetzung rührt vom Grafen Nani her.


