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von versuchen über die Eignung von Rickelsiahk zu Nietverbindungen verlieben worden.
Der vortr. Rat im preuß. Kultusministerium, Geb. Ober» reqiennißSrot Dr. E l st c r ist an Stelle des früheren Ministerialdirektors Wirkt. Geh. Rats Tr. Althoff zum Mitglied des RlirQe toriums der landwirtsch. Hochschule in Berlin ernannt worden
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Kaiser Ferdinand in Frankfurt a. M. zur Krönung seines ^Sohnes Maximilian II. zum böhmischen König im Jahre 1662* darstellen. Die Ausstellung ist an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 3 Uhr ununterbrochen und an Werktagen außer Samstag von 11 bis 1 Uhr geöffnet.
** Von den Wandernden. In der Herberge Zur Heimat übernachteten im März 1445 Personen, von diesen waren 766 Gäste, die gegen Arbeitsleistung die Herberge in Anspruch nahmen. 679 Personen waren Selbstzahler. Im L Quartal betrug die Frequenz der Herberge 4597 Gäste.
"Für die Deutschen an derWolga gingen ferner bei mir ein: Th. 4, 91. 2, Fr. W. 3, N. H. 5, P. B. 5, Schm. 5, im ganzen 86 Mark, wofür ich im Nanien unserer Landsleute herzlich danke. Da ich das Geld nächsten Dienstag absenden will, so bitte ich, etwa noch zugedachte Gaben bis dahin an mich gelangen zu lasten.
D. Schlosser.
'+ Lollar, 1L April. Bet der heute in Staufenberg vorgenommenen Wahl eine Kreistagabgeordneten wurde Bürgermeister Benner von Treis a. Lda. gewählt.
X Reiskirchen, 10. April. Am Mittwoch abend veranstaltete der Gesangverein Harmonie hier eine GeburtS- und Abschiedsfeier seines jetzt scheidenden Dirigenten Lehrer Bürstlein, die sehr stimmungsvoll verlief. Präsident Gräf brachte ihm die herzlichsten Wünsche zum Geburtstag und gab der Trauer Ausdruck, die die Herzen der Sänger beim Abschied ihres verdienstvollen Dirigenten bewegt. Hat doch, wie Pfarrer Gombel in seiner Abschiedsrede ausführte, der Scheidende geradezu eine Lebensaufgabe darin erblickt, den Gesangverein Harmonie zu einem lebenskräftigen Verein und zur festen Stütze der Bestrebungen zur Hebung des deutschen Volksliedes zu machen. Der Gesangverein ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied und beschenkte ihn mit einem sehr schönen Sestel. Zur Feier passende Chöre verschönten die wohl gelungene Veranstaltung und zeigten in ihrer Ausführung, daß das, was sein Dirigent ihm m lOjähriger Tätigkeit gegeben hat, nicht nutzlos an- gelegt ist.
O Saasen, 9. April. Gestern erhängte sich die 46jährige Frau des hiesigen Landwirts M. Die Bedauernswerte war kränklich, was sie sich so zu Herzen nahm, daß sie ihrem Leben ein Ende machte. — Heute starb hier 9llt- bürgermeister Schmitt nach längerem Leiden. Ec hatte unsere Gemeinde 26 Jahre zum Segen verwaltet.
Friedberg, 9. April. Heute fand die Schlußfeier der hiesigen Schiller schule statt. In dem großen Saale des Hotel Trapp waren so viele 9lngehörige von Schülern, sowie Freunde der Schule erschienen, daß der Saal sie kaum zu fassen vermochte. Als Einleitung sang ein Chor zwei Lieder. Nach verschiedenen Vorträgen und Deklamationen hielt Herr Rektor Balser eine Ansprache. — Der Zahntechniker Adam Winkler beging während der Abwesenheit seiner Familie Selbstmord durch Erhängen. Das Motiv ist in Krankheit zu suchen.
Goddelau-Erfelden, 11. April. Hier entgleisten heute früh 4 llhr beim Rangieren vier Wagen eines Güterzuges, angeblich weil dem Zuge eine Maschine in die Flanke fuhr. Personen wurden nicht verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Das ,6 p r e n D 1 i n g c r Tageblatt" brachte kürzlich folgende Mitteilung: „Israelitischer Gottesdienst. Freitag abends 51/, Uhr. Samstag morgens 9'/. Uhr: Neumondsweihe und Predigt. SonMag: „Die luftige Witwe". Montag: „Walzertraum". Dienstag: „Fledermaus". Mittwoch: „Glöckchen des Eremiten". Donnerstag: „Panne"'. Freitag: „Walküre". Samstag: „Faust". Das Programm, so meint der „Ulk", ist gut gewählt und berücksichtigt klug die weihevolle Stimmung am Freitagabend und Samstag durch Wagner und Goethe.
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Vogelsberger Höhenklnb.
Der Vorstand des Gesamivereins hat an die Zweigvereine ein Rundschreiben gesandt, das uns zu folgenden Mitteilungen Anlast giebt:
Tex Ausbau des Klubhauses auf demHoherodskopij ist noch im Herbst vor. Js. sertiggestellt worden.
Wie sehr die Vergrößerung des Klubhauses, in dem jetzt zeh:. Fremdenzimmer mit 20 guten Betten zur Verfügung stehen, einem i wirklichen Bedürfnis entsprach, geht schon daraus hervor, daß ouäi während des letzten Winters, der für die Ausübung des Schneeschuh-' laufs und des Wintersports überhaupt hier im Vogelsberg niet1 sonderlich günstig war, an vielen Samstagen und Sonntagen fa1 alle Zimmer besetzt waren. Tas Klubhaus ist bekanntlich auch mi Winter ständig geöffnet. Ter Zuspruch war namentlich von G i e ß e n überaus stark.
Die Ausstattung der Uebernachtungsräüme ist solid und entspricht allen Anforderungen, die man bllligerweije an einen ©iri-■ jchaftsbetrieb auf solcher Hohe stellen kann. Es ivird nur zu o1:: vergessen, daß das HoherodSkopf-KlubhauL nur ein Bergwirtshau-: I ist, in erster Linie nur dem Lourillenvertehr dienen soll uni deshalb verwöhnten städtischen Ansprüchen nicht entfernt genügen kann, und daß es deshalb unvernünftig ist, etwa der; Maßstab eines Hotelbetriebs anzulegen. Man muß aber immc: mit den gegebenen Verhältnissen rechnen und soll sich mm: abhalten lasten, von der günstigen Gelegenheit, auf BergeslM: einen angenehmen Aufenthalt zu haben, recht häufig allleiv- Gebrauch zu machen.
Ter Telep ho nans chluß des Klubhauses ist schon ■ Jahren dringend gewünscht worden. Im Laufe des Sommeri - wird cs zur Ausführung kommen.
Auch der Bismarckturm auf dem Taufftein wird voraus • sichtlich in diesem Jahr fertiggestellt.
Hm der Kalamität der Herbeifchaffung von Wasser aozo helfen, hat die Sektion Taufstein in Gießen schon ict': längerer Zeit den Bau e i n e r Q u e l l w a s s e r l e i t u n g ar- geregt und auch eine größere Summe bereits angefainmell Es ist zu wünschen und zu hoffen, daß auch die Wafferleüun;. möglichst noch im Sommer ausgeführt wird. ...
Tie schon seit Jahren herausgegebenen Verzeichnilll von Sommerwohnungen erschienen in Neuaustage. & Interesse der Erschließung des Vogelsbergs als Sommerfnfchen 1 gebiet und unerschöpfliches Terrain für die Touristik ist o« möglichste Verbreitung dieses Schristchens allen Jnterepenter dringend ans Herz zu legen. _ ...
Wie bei anderen Touristenvereinen will auch der Vogct-- berg er Höhen-Klub die Wanderlust der Jugend roeaex und fördern und Einrichtungen für gute und billige Unterrunr der jungen Wanderer schaffen. Mau denkt, Preisermaßigungei mit den Wirten vereinbaren zu können und will sich mit thnci ins Benehmen setzen.
E-rfveulicheriveise ist überhaupt eine Zunahme des tounfti schon Wwtderns, eine größere Regsamkeit einzelner Zweig' vereine, die Pleublldung von Sektionen und das wachsende teresse der Städter für Naturgenuß zu beobachten, öo ha. sich in Büdingen ein neuer Zweigverein aufgetan, die new Sektion in F r a n k f u r t a. M. hat ui kurzer Zell an Mt- gliederzahl alle anderen überflügelt und zeigt einen frischer
<ßcrid?t$iaal.
ff Marburg, 9. April. Wegen Vergehens gegen das Heilmittel-Gesetz Hane sich heute ein Kau'mann aus einem Nachbarorte zu verantworten, weil er Ztnk- und Borsalbe verkauft hakte. Trotzdem ein Gutachten des Medizinalkolleginrns verlesen wurde, in dem beide Salben als Hetlmtktel betrachtet waren, erzielte der Mann Freisprechung, weil seine Schntz- behauplmig, er habe sie nur als kosmetische Mute! betrachtet, nicht wtderlegt werden fonnte.
Frankfurt a. M., 9. April. Der Butter-Engros-Händler Max Bingenheim hier hak tm Jahre 1907 dte von thm in den Handel gebrachte Btitter in warmem Wasser gewaschen und gefnetet, so daß die Butter einen Wasserzusatz von 25 Proz. erhielt. Das Schöffengericht verurteilte ihn heute ivegen Nahrungs- Mittel-Ver'älschung zu 5 0 0 9)1 f. Geldstraf e. Gleichzeitig rouren zwei Spezereihändler, die mitangeklagt waren, weil sie die ge- ivässerle Butter verkauft hatten, zu 20 und 15 Mk. Geldstrafe oer- urteilt.
fc. Frankfurt a. M., 9. April. Der Musketier Wilhelni Schul meier von der 11. Kompanie des 116. Infanterie- Regiments m Gieße >i, gebürtig aus Mörfelden, hat einmal als ITjätjriger Bursch cm Paar Strümpfe und ein Taschentuch gestohlen und dafür 10 Tage gebrummt. Kurz daraus kam er nut anderen Burschen in einen Schnapsladen, um noch einen hinter die Binde zii gießen, obwohl er schon „genug" hatte. Als der Budiker den Rücken lehrte, um den Schnaps zu holen, griff Schuld meier in die Ladenkasse. Zur Ausführung des Diebstahls kam es nicht, weil sich der Ladenmhaber umdrehte. Der Versuch trug dem Schulmeier 2 Wochen Gefängnis ein. Tann hielt er sich 4 Jahre lang straffrei und wurde em guter Soldat. Aber die Gelegenheit macht Tiebe, und Gelegenheit gibts in der Kaserne genug. Ernes schönen Tages juefte es ihn wieder in den Fingern, unb sie wurden wieder länger, als die Polizei erlaubt. In kurzen Zwischenräumen beging Schulmeier 5 Ttebstähle: er stahl zweimal je ein Diensthemd, dann eine Bürste, ein Paar Fausthandschuhe und ein Paar Tienstschuhe, also lauter Gebrauchsgegenstände. Trotzdem traf ihn eine harte Strafe, denn jetzt äußerten die kleinen Vorstrafen ihre Rückwirkung und m dem einen Falle hatte er mit einem falschen Schlüssel operiert. Es lag also hier schwerer Diebstahl in wiederholtem Rückfall vor, für den die Mindeststrafe ein Jahr Gefängnis beträgt. Das Kriegsgericht der 25. Division erkannte auf eine Gesamtstrafe von 1 Jahr 6 9)1 o n a t e n Gefängnis, Versetzung m die 2. Klasse und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 3 Jahren. Auf die Berufung des Angeklagten, die sich gegen die Höhe der Gesamtstrafe und den Verlust der Ehrenrechte, der die Versetzung in die Arbeiterabteilung zur Folge gehabt haben würde, richtete, setzte das Oberkriegsgericht die Strafe auf 1 Jahr 3 9)1 o n a t e Gefängnis herab, rechnete 2 Monate Untersuchungshaft an und strich den Ehrverlust.
Fr a nksurt a. M., 10. yipril. Das Schöffengericht verurteilte den Dlilchhändler Friedrich Walter zu Rende ivegen N a h r u n g s m i 11 e 1 f ä 1 s ch u n g und Uebertretung der Milch- verkehrs-Ordnung zu 105 und die Tochter zu 30 Mk. Geldstrafe.
Nürnberg, 9. April. Tas hiesige Schwurgericht verurteilte heule den 28jährigen, verheirateten Stationsgehilfen E ichne r von hier wegen Mordversuchs an seiner Frau zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Eichner hatte während eines Wortwechsels seine Frau in die Pegnitz gestoßen, sie konnte sich aber retten.
Stendal, 9. April. Ueber einen Raub Mordversuch, der sich m der Rabe der Försterei Kenzendorff bet Gardelegen abgespielt hat, wurde vor dem Schwurgericht m Stendal verhandelt. Angeklagt war der 25 Jahre alte Gast- und Landwirt August G a d a u aus Potzene, der mit dem Gerbereibesitzer Schultz ans Helmstädt tretiz und quer durch den Wald fuhr und dann plötzlich mehrere Schüsse auf ihn abfeuerte in der Absicht, ihn zu berauben. Gadau wurde wegen Raubmordversuches zu 12 Iah reu Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht verurteilt.
Oppeln, 10. April. Das Schwurgericht verurteilte heute den 19jährigen Arbeiter Johann Z y g a ans Tarawa, der am 6. Februar in Tarawa die Hegemeiitersfrau Hinke ermordet unb betäubt hatte, zum Tode.
Görlitz, 9. April. Wegen schwerer Gefährdung zweier E t s e n b a h n z ü g e zwischen Weißwasser und Schleife durch Legung großer Steine auf die Schienen wurde der Grubenarbeiter Struck vom Schwurgericht zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt. Struck hatte Rache an einem Schranken- Wärter nehmen wollen.
Posen, 10. April. Das Kriegsgericht in B i r n b a u in verurteilte den Reserveleutnant Amtsrichter Herrn enö in Birnbaum wegen Duells zu 3 Monaten Festung und den Reserveoberleiitnant Obersteuerkontrolleur Jahn in Birnbaum wegen Kartelltragcns zu 1 Tage Festung.
Aachen, 9. April. Wegeir Kurpfuschereien verurteilte die Strafkammer den S t a 11 m e i st e r H o w e l ( aus Berlin, der hier als Professor and Doktor auftrai, zu fünfzehn Monaten Zucht h a u § und fünfjährigem Ehrverlust.
Trier, 10. April. Pfarrer M a n s u y in ArS wurde nach achtstündiger Verhandllmg von der Metzer Strafkammer wegen seiner bekannten KaisersgeburtstagSrede zu 2 Wochen F e st u n g und 40 Mk. (9elb|trafe verurteilt.
Paris, 9. April. In St. Di6 wurde ein Metzger, der überführt worden war, int Januar verdorbenes Fletsch an Truppen geliefert zu haben, zii drei Monaten (Se- fangnis und 3000 Franks Geldbuße verurteilt. Tie gleiche Strafe traf den Viehhändler, der das Fleifch dem Metzger geliefert hakte. Ebenso wurde der Eigentümer des geschlachteten Tieres zu zwei 9)1 o n a t e n Gefängnis unb 1000 Frks. Geldbuße verurteilt. Der L lehlreiber, der das Tier zum Schlachthause gebracht hatte, erhielt einen Monat Gefängnis und 500 Franks Geldstrafe.
Univcriität$41acbri^tcn.
hc. Von dem Iron and Steel Institute of England ist dem Diplomingenieur Ernst Preuß, Vertreter des Vorstandes Der 9)laterialprüfinig3anftalt der Technischen Hochschule zu Dar m st a dt «ne Carnegie-Prämie int Betrage von 2000 Mk. zur Ausführung
Vermischtes.
* Fürst Eulenburg gegen Iustizrat Bernstein Gegen den Verteidiger Hardens, Justizrat Max Bernstein in München, ist Berliner Blättern zufolge öffentliche Anklage wegen Beleidigung des Fürsten Eulenburg erhoben worden. Fürst Eulenburg hatte bekanntlich gegen Harden und Bernsteil wegen angeblicher beleidigenden Aenß-erungen während des ersten Prozesses Mvltke—Harden bei der Staatsanwaltschaft die Erhebung der öffentlichen Anklage beantragt. Oberstaatsanwalt Jsenbiel erbat hierauf von Maximilian Harden den von beamteten Stenographen hergestellten Prozeßbericht, den ihm Harden auch zur Verfügung stellte. Tie Turchficht des Stenogramms ergab, daß Hamen beleidigende Aeußerungen gegen den Fürsten Eulenburg nicht getan habe. Tie Staatsanwaltschaft hat cs daher abgelehnt, dem Antrag des Fürsten Eulenburg inbezu, auf Harden Folge zu geben. Dagegen ergab der fteno graphisch? Vertust, daß der Verteidiger Hardens den Fittstim Eulenburz mehrfach als homosexuell bezeichnet bat Ta diese Aeußerungc-i in Berlin getan wurden, dürste der Prozeß in Berlin zur Verhandlung gelangen. Bernstein hat, wie man weiß, die An- regungen, dte bezeichnete Aeußerung über den Fürsten zurückzunehmen oder einzuschränken, abgelehnt. Die Ueberlassunq des stenographischen Berichtes an die Staatsanwaltschaft ist mii ausdrücklicijcr Einwilligung des Juslizrats Bernstein geschehen.
* G r u b e n n n fä lle. In der vorvergangenen 9lacbe ereignete sich in der Monton-Hill-Grube zu 9)hbfomer Norton v- Somersetihire (Engl.) eine heftige Explo s io n, durch bis 12 Arbeiter von der Nachtschicht getötet wurden. Die (h- plvsion war so heftig, daß die Stadt wie von einem Erdbebei i erschüttert wurde und Die elektr. Beleuchtung versagte. Zur Zeu des Unglücks waren 30 Mann in Der Grube. Tie Mehrzahl ivittbi durch Das kühne Vordringen Der Net.ungmannschasten an Dte Oberfläche gebracht, Doch büßte ein Netter sein Leben ein. — Auf bei Grube Sainte-Henriette in Flcnu (Belgien) wurden durch eine Schlagwetterexplosion 4 Arbeiter getötet.
* Selbstmörder. In Bern bürg haben sich ein neunzehnjähriger Oberprimaner und ein zweiter Gymnasiast nach Aufteilung Der Zensuren erschossen. — In 9)llinchen hat sich bex 32 Jahre alte Freiherr Günter von Feury erschossen. — In Posen erschoß sich Der 19>ährige Leutnant Wulfs Des Feldarnllerie- Regiments aus unbekannter Ursache.
'-Eine tapfere Frau. In Teheran, Der perf. Haupt, stadt, wurde auf Frau Paula von No st Horn, die Gallim des öllcrr. Gesandten, als sie mit der Gemahlin des ruf). Gesandten von einem Diner zu Wagen zuvückiehrte, von einem Soldaten ein Schuß abgegeben. Die Kugel sauste haarfchar, an den beiden Damen voroei. Frau von Rosthorn flieg sofort aus, ging auf den Soldaten zu und entriß! hmdasGewehr. das sie mit sich nahm. Als der Soldat feiner Waffe uacheillc. wurde er in der Nähe der rufsifchen Gesandtschaft von Gesandt schaitsdienern seftgenommen.
Kleine Tageschronik.
In Dortmund übersithr die Straßenbahn einen Knaben so unglücklich, daß er in zwei Telle zerschnitten wurde.
In I m m e n st a d t (Bayern) erschoß ein 12jähriqer geiftei- schivacher Bauernjunge ein achtmonatiges Kind, das er bewachen sollte, mit einem im Zimmer hängenden Jagdgewehre.
In 9)1 o n 11 g n i) bei Metz erschlug ein Soldat eine« Rekruten des Feldartillerieregiments 33 mit einem Eßnapie.
In Halle wutDe auf einen Geldbriefträger, der 4000 9J1L bei sich führte, von mehreren jungen Burschen em räuberischer. Lieberf all verübt. Dem Beamten, der einen Schlag über Dem Köpf erhielt, gelang es jedoch, sich der Angreifer zu erivehren, bis mit Hilfe herbeieilender Personen feftgenommen wurden. Die Verletzungen des Beamten sind unbedeutend.
Im städtischen Försterhaufe von Stendal wollte ein 9Ran; in Forstuniform eine Revision vornehmen. Da er sich aber nicht als Oberförster ausweisen konnte, holte der Förster Die Polizei. Diese stellte fest, Daß der angebliche Obers ost er ein Hand' 1 uu g s g e t) i l f c war; er wurDe in Haft genommen.
Vor Dem Gerichtshöfe in Genua spielte sich eine aufregend, Szene ab. 911s Das Urteil gegen Den 20jährigen Angeklagten, einein Betrüger, verlesen war, entriß der Teliquent einem neben ihm: stehenden Karabiniert Die Flinte, legte auf Den G e richtS" präfiDcntcn an und wollte geraDe abbrücfen,als Die Gendarm»! sich auf Den RasenDen stürzten unD ihn mit großer 9)ll'ihe em- - waffneten.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 10. April.
Der erschwindelte Rock.
Der Korbmacher P. W. von W e h r h e i m traf den Kleidev- fhändler G. von Kohden in einer Wirtschaft zu Bingenheim. Im Laufe des Gesprächs stellte er sich, als wolle er eine Flasche Wein bezahlen. Ter Händler gab ihm den Rat, feinen Kindern Brot zu kaufen, da diese doch darben müßten. W. entfernte sich mid ging nach KoUwn in die Wohnung des Händlers, wo er eine Frauensperson antraf, Der er vorschwiudelte, er habe G.
geliehen und sei beauftragt, einen Rock zu holen. Seinen Angaben wurde geglaubt und ihm ein Rock verabfolgt mit dem «r verschwand. Es ist ein wiederholt vorbestrafter Betrüger, Der Lick mit sinnloser Trunkenheit herauszuhelfen sucht. Es bestand aber kein Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit. Die Tat erschien mit der Minimatstrafe von 3 Monaten Gefängnis als veMgend gesühnt und es sollen ihm 6 Wochen Untersuchungshaft ungerechnet werden.
Teurer Wein.
Tas 'Schöffengericht Bad--Nauheim hatte den Diener I. H. aus Berlin wegen Betrugs zu 40 Mark Geldstrafe verurteilt. Er war in einem Sanatorium besMftigt und hatte mehrfach für eine Patientin Wein zu holen, für den er hier pro Flasche 4 Mk. zu zahlen hatte. Er ließ sich>aber jedesmal 5,50 Mk. geben, unter dem Vorwande, der Wein werHe ihm nur zu diesem Preise verabfolgt. Der Angeklagte und die Staatsanwaltichaft fochten das Urteil an, aber die Berufung wurde im Laufe der Verhandlung, wieder zurückgezogen, so daß es bei dem Urteil sein Bürenden behielt.
Freigesprochen.
Gegen die Ehefrau des Wirts G. Sch. von Friedberg wurde wegen Versuchs des Vervreck^ens gegen das leimende Leben verhandell. Me unter Ausschluß der Oefsentlichkcit geführte Verhandlung endigte mit Freisprechung, da ihr eine strafbare Absicht nicht nachzuweisen war und der ihr von einem Kurpfuscher zugeschictte teuere Tee, den sie trank, auch nicht geeignet war, den gedachten Zweck zu erfüllen, zumal sie angab, es habe ihr nur um die Besserung ihres Befindens gegolten.
Urkundenfälschung.
Der Fuhrmann E. W. von Muschenheim, ivelcher bet einem Rcküller beschäftigt war, hatte Den Auftrag, Bestellungen auf Futterartikel entgegenzunehmen. Er gab seinem Dienscherrn unwahrewweise an, es hätten zwei Landwirte einige Säcke Futter-- mehl bestellt, die er ihnen hinoesorgen sollte. Als ihm das Mehl verabfolgt war, verwendete er es zu seinem Vorteil und fälschte zwei Empfangsbescheinigungen, die er seinem Heri'n vorlegtc. Er wurde wegen Urkundenfälschung in einheitlichem Zusammentreffen mit Betrug zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt, wooei seine seftherige Unbesch'oltenheit strafmildernd berücksicküigt wurde.
Vorsicht beim Pflügen.
Dem Land wirt E. S. von Grünberg ging ein Strafbefehl über 4 Mark und 1 Mark Schadenersatz zu, weil er mit seinem Gespann beim Pflügen mehr als nötig, das Grundstück seines Nachbars beschädigt und gleichzeitig einen Zaun beseitigt hat. Er erhob Widersprach und gab an, er habe sich zur Um- legung des Zaunes, der ihm bei Ausübung seines Eigentumsrechtes hinderlich war, berechtigt gehalten, da das beim Pflügen benutzte Vieh gefähroet worden wäre, es übrigens auch nicht üblich i’t, Zäune auf freiem Felde zu errichten, die zur größten
Schädigung der Anlieger führen können. Das Feldgericht setzte die Strafe auf 2 Mk. fest, da zum mindesten feststeht, daß das Vieh mehr als unvermeidlich auf das Nachbargrundstück übergetreten ist, was eine Schädigung der Saat zur Folge hatte. Er focht das Urteil an und bot eine Reihe von Zeugen und mehrere Sachverständige auf, auf Grund deren Aussage er freige- sprochen wurde.
Klatschgeschichten.
Bei einem Gespräch über die vor einiger Zeit in Großen-- Buseck erfolgten Einbrüche im Pfarrhaus und bei einem Handelsmann, soll der Landlvirt H. G. geäußert haben, der Landwirt I. H. habe die Einbrüche in Gemeinschaft mit dem mit ihm befreundeten W. D. verübt. Die Folge war eine Privatklage gegen G., aber das Schöffengericht hiett nicht für erwiesen, daß die Aeußerung so gelautet hat, wie sie dem Angeklagten zur Last gelegt wird und auch nicht, daß sie inbezug auf die Kläger gefallen ist. Das Schöffengericht kam zum Freispruch, aber das Urteil wurde angefochten und durch Aufbietung einer großen Anzahl Zeugen nachtz-wveifen versucht, daß der Angeklagte die Aeußerung dvch^ getan hat. Die Aussagen waren aber nicht derart, daß das Gericht in der Lage gewesen wäre, darauf eine Verurteilung zu gründen, weshalb die Berufung verworfen wurde. — In der weiteren Sache war der Angeklagte Kläger und die Kläger Angeklagte. D. und H. hatten in einer Wirtschaft in Anwesenheit des G. Bemerkungen gemocht, als wenn er sich habe Unredlichkeiten zu schulden kommen lassen, wobei von Spitzbuben ge- iprodjien wurde. G., der dies aus sich bezog, erhob Klage und das Schöffengericht kam zur Verurteilung des D. zu einer Geldstrafe von 20 und des H. zu 15 Mark, unter Zuerkennung der Publi- katiousbefugnis für Den Kläger. Beide erhoben Berufung unter der Angabe, sie hätten den Kläger mit ihren Bemerkungen nickst gemeint. Es bestand jedoch in keiner Instanz ein Zweckel, daß der Kläger damit gekränkt werden sollte. Das Urteil fand somft seine Bestätigung.
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