Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
lichkeit austreten, nicht außer acht gelassen werden.
Wenn Leute zusammenkommen, um sieh an dem Anblick des Schönen zu erfreuen, — wo soll da auf einmal und notwendig das Schmutzige Herkommen? Wir glauben, daß die Dinge psychologisch )o liegen: Auch die künstlerischen Darstellungen eines Praxiteles und eines Thorwaidseu
Ans Stafct und Land.
Gießen, 3. 3!ovember 1908.
** Ausstellung in der Univ. - Bibliothek. Die Ausstellung von wertvollenHandschriften,seltenen Drucken, Holzschnittwerken und Kunstblättern in der Universitäts-Bibliothek ist jetzt wieder erneuert worden und an jedem Montag von 12—1 Uhr jedermann zugänglich.
*» Knrhesslsche Personalien. Ober-RegienmgSrat Kurt Freiherr Schenck zu Schweinsberg (Zweig: Rieder-Ofleiden), zugeteilt dem Negierungspräsidenten in Kassel, ist an Stelle des in den Ruhestand getretenen Kon- sistorialpräsrdenten v. SUtenbocfum zum Konsislorialpcäsidcnten für den Konsislorialbezict Kassel ernannt. Sein Vater war der letzte kurhefsische Kommandant von Kassel General-Major Ludwig Schenck zu Schweinsberg.
"'Die 4 4. Jahresversammlung des LandeS- vercinS für innere Mission, verbunden mit dem 30. JahrcSfest des Oberhessischen Vereins für muere Mission ftndct am 10. und 11. November in Friedberg statt. Auf der Tagesordnung, die sehr reichhaltig ist, steht Folgen, des: Sitzung deS Preßausschusses unter Leitung deS Großh. Rats Sonne-Darmliadt, Sitzung des Ausschusses für Land- krankenpflege unter Leitung des Geh. Rats Fey-Friedberg mit einem Referat von Pfarrer Schwabe-Gießen über »Neue Arbeitsziele*. Die große Mitgliederoersamm- hing, zu dec übrigens auch, wie zu allen anderen Ber- anstallungen Gäste willkommen sind, ist nachni. 21/., Uhr im großen Saale des Hotel Trapp, wo D. Grimberg-Straßburg über „den Einfluß der inneren Mission auf die Auffassung von Pfarramt und Gemeinde" reden wird. Rach einem Feslgottesdienst in der Burgkirche (Festprediger: Militär- oberpsarrer Konsistorialrat Falk-Frankfurt) findet abends
politische Tagesschau.
Die Ministerkrisis in Oesterreich.
Die fortdauernden blutigen Zusammenstöße zwischen Deutschen und Tschechen in ganz Böhmen und die Ohu-
einen schwachen und l-äßlichen Körper für belfer hält, als einen kräftigen und schönen. Es kann wohl nur darauf ankommen, vor einer Hinaufsetzung des Leiblichen über daS Geistige uns zu be.vahren und ferner bei der Pflege dieser Dinge etwaige, sittliche Schäden fernzuhalten.
Leichter drängt sich das Lüsterne in der literarischen und bildnerischen Erzeugung neben das Aesthetische. Hier das Echte von dem Uneeilten zu scheiden und dieses fernzuhalten von unserem Volke ist sehr wichtig. Auch in Veranstaltungen zur Pflege der Nacktkultur, Schönheitsaoende usw., kann stch gewiß ein falscher Ton einschleichen; aber hier dürfte es verhältnismäßig leicht sein, die Sonderung vorzunehmen und die üblen Ansätze auszuscheiden.
Mütvorsührungen.
Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die „Nat.-Ztg." einen sehr beherzigenswerten Artikel über die Vorstellungen der „Schönheit", die vielfach heftig angegriffen werden, ohne daß man immer sachlich geblieben wäre. Wir geben den Aufsatz, der sich durch Ernst und Verständnis ans- zeichnet, im Auszug wieder.
Die ZentrumSjraktion des preußischen Abgeordnetenhauses hat eine Interpellation eingebracht, die sich gegen die Nacktvorführungen richtet. Nun wird die Erörterung dieser Dinge von neuem einsetzen. Sie war auch sachlich keineswegs erschöpft. Leider hatten auch liberale Blätter Urteile veröffentlicht, die niait von Kenntnis und Verständnis, sondern von geistiger Gebundenheit zeuaten.
Hier soll nicht die Forderung ausgestellt werden, die öffentlichen Aufführungen in Berlin, die den Anlaß zu der Erörterung gaben, müßten in der bisherigen Form bestehen bleiben. Den Einzelfall können wir überhaupt nicht als das Wichtigste betrachten. Hier fesselt das Allgemeine. Wir wollen gern zugeben, daß die Schönheitsbestrebungen und der Schönheitskuttus übertrieben iverden können. Höchste uns Menschen Zugängliche sind sie nicht. Diese Bestrebungen werden es wohl nie an Wert aufnehmen können mit den rein geistigen und religiösen. Aber deshalb muß doch gegen das Schiese und Falsche, das in der Behandlung der Frage zutage getreten ist, sehr entschieden Einspruch erhoben werden. Man hat das Vorgehen gegen bie Berliner Schönheitsabende unter die Stubrit oe5 Kampjes gegen den Sck)mutz gebracht. Nun, noch höher als die Schönheit steht wohl gerade nach Meinung dieser Kritiker daS sittliche Gebot. Dazu gehört auch die Forderung der Gerechtigkeit. Sie sollte von Leuten, die als Vortämpfer der Sitt-
macht der Regierung, die äußerst bedrohliche Lage in Böhmen zu ändern, haben bekanntlich das Kabinett Beck gründlich erschüttert. Wie die „Neue Freie Presse" meldet, haben aestern bie üorbereitenben Schritte zur Lösung ber Minister- krisis begonnen. Ministerpräsident Frhr. v. Beck hatte Besprechungen mit den Abgeordneten Chiari, Lueger und Groß. Für den Fall der Neubildung des Kabinettes durch Frhrn. v. Beck, spricht man von ber Ersetzung bes Ministers Geß- mann burch den Prinzen Alois Liechtenstein, von bem Eintritt bes Präsibenten bes Abgeordnetenhauses Walbkirchner und von ber Heranziehung eines Mitgliedes des Herrenhauses. Wenn die Lösung ber Krise bis zum 7. November nicht gelingen sollte, würbe der Zusammentritt des Neichs- rates verschoben werden. .
Pobelausschrritungen in Hongkong.
Nach telegraphischen Meldungen aus Hongkong hat dort am Sonntage ber wohl organisierte chinesische Pöbel 26 chinesische Warenhäuser geplünbert, die mit japanischen Waren handelten. Ein großes Polizeiaufgebot trat in Aktion und ungefähr 250 Personen wurden verhaftet. Bei dem Zusammenstoß gab es auf beiden Seiten Verwundete. Bei den gestrigen Ausschreitungen des Pöbels, die sich gegen japanische Läden richteten, bei denen die englische Polizei eingreifen mußte, wurde der Führer ber englischen Polizeitruppen von ber Menge angegriffen. Mehrere indifche Polizisten wurden verwundet. Die Zahl der Verhaftungen beträgt 250. Da weitere Ruhestörungen erwartet werden und die Erregung groß ist, patrouilliert bie Polizei durch bie Straßen ber Stabt. Tie Chinesen halten heimlich Ver- sammlungen ab.
— Prozeß Max.Halbe -Freksa. Der Prozeß des Schriftstellers Halbe gegen den Schriftsteller Fr e lj a endete mit einem für den Beklagten Freksa demütigenden Vergleich. Frekia nimmt mit dem Ausdruck des Bedauerns die Beleidigungen gegen Halbe zurück, trägt sämtliche Kosten und die beschlagnahmte Broschüre wirb vernichtet. Ten Vorsitz in bem Prozeß führte ber ans bem Eulenburg-Prozeß bekannte Oberlanbes- gerichtsrat Mayer in München.
— HansThoma hat sich entschlossen, seine sämtlichen Aufsätze unb Reden vereinigt mit manchem Ungebruckten — barunter eine Ikeihe von Gebichten — als Buch erscheinen zu lassen. Das Werk, das unter dem Titel „Im Herbste des Lebens" mit Buchschmuck des Verfassers im Verlag Süddeutsche Monatshefte erscheinen wirb, enthäslt an erjter Stelle bie autobiographischen Aufzeichnungen des Künstlers.
— Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Ter n n v e r |l a n d e ne Ai an n, Wolzogens dreiatnae Komödie, erzieölie bei der Uraufführung im Wiesbadener Residenztheater lebhauen Beifall, wurde icdoch nach dem zweiten und dritten Au energisch medergezischt. Der geistreiche Dialog unb die teilweise inic'.i’iicuu angelegten Figuren vermochten nicht, über geradezu und ihviijdie Situationen Hinwegzuhelfen. — Tie Internationale A u stell u n g für a n g e w a n d i c Elektrizität in Ai a r- feilte, ani der ungefähr 35 deutsche Firmen vertreten warer^ wurde heute geschlossen. Tas 2 efizir beträgt übee 1 Million.
Die Reichrfinanzresorm.
Hz.
In ber heute in ber „Nordd. Allg. Ztg." fortgesetzten Veröffentlichung der Begründung der Reichsfinanzreform wird Die formelle Neuordnung behandelt. Es heißt darin: Die Erschließung genügender Deckungsmittel kann allein einer Wiederkehr ber finanziellen Schwierigkeiten nicht vorbeugen, wenn bamit nicht eine formelle Regelung Hand in Hand geht. Insbesondere ist es notwenbig, bas Verhältnis zwischen bem Reiche unb den Einzel st a a t e n auf eine gesunbe Basis zu stellen. Aus ver- schiebenen Erwägungen l)eraus ergab sich jolgenbe formelle Neuregelung: Anstelle ber zurzeit bcsteheuben, in il>ren Erträgen schivankenben Ueberivei,imgssteuern tritt der aus dem handel mit Branntwein gewonnene Reinertrag. Dieser ivird in zunächst feststehender Höhe von 220 Millionen Marl den Einzelstaaten überwiesen unb entsprechen!) bie Summe bet Matrilularbeiträge angefcht. Alle sonstigen bisher den Einzelstaaten überwiesenen Steuern verbleiben unter Berücksichtigung ber besonberen Regelung für bie Stempelabgaben auf Wettrennen bem Reiche. Nur bei ber gesamten Besteuerung von Erbfällen werben bie Einzelstaaten burch Belassung eines Teiles vom Betrage für die Verkürzung bisheriger Einnahmen entschädigt. An ber nach bem Gesetze vom 30. Juni 1906 festgesetzten Zahlung bis zu 40 Pfennig auf ben Kopf ber Bevötterung von den Bun- besstaaten an bas Reich über ben Sollbetrag ber gebeckten Matrilularbeiträge hinaus soll nichts geänbert merben. Neben diese Belitung tritt nunmehr noch eine weitere Zubuße ber Einzelstaaten an bas Reich. Der Höchstbetrag wird in Verbindung mit der bisherigen Höchstbelastung mit Rücksicht auf die Schwankungen des Reichsbebarfes nicht ein für allemal, fonbern periobisch burch Gesetz festgelegt. Um ber häufigen Wieberkehr anbers nicht vermeidbarer Störungen vorzubeugen, wird bie Festsetzung ber oberen Grenze von 5 zu 5 Jahren unb als Höchstlumme ber Gefamtzubuße für das nächste Jahr fünf ber Betrag von 80 Pf g. pro Kopf ber Bevölkerung vorgeschlagen. Die enuäljntc Festsetzung ber Matrikularbeiträge bedeutet so zugleich eine wesentliche Stärkung für die Stellung der Reichsfinanzverwaltung. Diese vermag den Anforderungen ber einzelnen Verwaltungen nur bann mit Erfolg entgegenzutreten^ wenn sie sich barauf berufen kann, daß ihr bie erforberlichen Mittel nicht zu Gebote stehen. Jnbem nunmehr durch die für bie Schuibausnahme sestgestellten Grunbsätze eine Abschiebung ber Ausgaben auf Anleihen burch bie Festlegung ber Matrikularbeiträge unb die Abwälzung auf die Finanzen ber Bundesstaaten behindert wird, muß ber Grundsatz „keine Ausgaben ohne Deckungen" in Zukunft befolgt werben. Nach ber vorgeschlagenen Regelung werben somit nur noch zwei Verbinbungen zwischen oen Finanzen des Reiches imb ber Einzelstaaten bestehen: 1. Die Matrikularbeiträge, für welche bie Einzelstaaten in bem ihnen überwiesenen Reinertrag aus bem Zwischenhanbel mit Branntwein Deckung finben unb 2. eine bezüglich bes Höchstbetrages periodisck)er Festsetzung unterworfene Pflicht zur Zahlung von ungebccttcn Mairikularbeiträgen, bereu Höchstbetrag für bas nächste Jahrfünst auf 80 Pfennig aus den Kops der Bevölkerung vorgesehen ist.
lässig abgestempelt würden. Hätte es etwas derartiges bis heute noch nicht gegeben, so würbe man wahrscheinlich genau bie gleichen Einwänbe gegen bie öffentliche Ausstellung bie)er Kunstwerke erheben, wie jetzt gegen bie Schönheitsabenbe. Man kommt schwerlich zu einem richtigen Urteil, wenn man sich bas nicht klar macht. Man kann aber logischerweise nicht die Theorie ausstellen, daß bie Nachbilbung in Marmor unb Erz schön sei, daß jeboch bas Urbilb, ber menschliche Körper, der außer ber schönen Gestalt, noch Bewegung unb inneres, auch geistiges Leben hat, der Schönheit nie teilhaftig fein können^ Täte man es doch, so erhöbe man Menschenwerk über des Schöpfers Werk.
Daß im Rahmen ber ästhetischen Erziehung und weiter im Rahmen ber Leibespflege die Nacktheit eine angemessene Stelle habe, erscheint uns unbestreitbar. Aesthetisch wünschenswert ist doch nicht ber Zustanb, daß Mäbchen mit Brillen auf der Nase unb verkümmerten Gestalten im Museum vor ben Gipssiguren ber Götter unb Göttinnen stehen, sich vom Professor bie Schönheit dieser Körper vordemon- ftrieren lassen unb bann, selbst ein B-ilb ber körperlichen Unschönheit unb Entartung, unfähig, die Schönl)eit draußen in der Natur recht zu empfinden, mit Wissen bepackt nach Hause schleichen. Oder wenn Jünglinge mit flacher Brust und schmalen Schenkeln zu ben Athleten ber griechischen Kunst mit Forschermiene ober mit sanften ästhetiichen Emp- finbungen ausschauen. Schönheit soll boch nicht nur als Wissen ober sanftes Empfinben ausgenommen werben, son- bern will gelebt sein.
Daß in unserer geistig angestrengten Zeit bie Leiblichkeit nicht vernachlässigt werden darf, wird neben mancherlei Sport auch bie Nacktkultur eine Nolle spielen. Unter ben Kleibern vegetiert bas Häßliche unb Schwächliche leichter fort. So könnte burch Anblick nackcer Schönheit unb bie Gewöhnung, sich selbst bem Anblick auszusetzen, in ben Großstabttinbern ber Trieb gepflegt weroeu, sich körperlich wieder hinaus zu arbeiten. .Tas ist unter unseren badenden Kindern teilnwi.se ja auch tatsächlich der Fall. Die <,ieb.)
Nr. 25« Erstes Blatt 158. Jahrgang Dienstag 3. November 1008
Der Gleyeaer Snzelger ä Ve-ugSpretZr
erschein» täglich, außer monatlich7bPf., viertel-
Sonntag». - Beilagen: J A a Eg ▲ A ▲ A. A fährtich Mk. 2.20; durch
siss-säi^a.-*AMAtt A-H HI MAAf nAMsr«ss
=^ÖWnCHCl ZlUwlUvl
»trlfchaktltche Zettfragen Jy W M Bi Wr ly ▼ auswärts 20 Plenntq.
Yernfprech - Antchtuffer N W ß i3 Verantwortlich
tüi bie Redaktion 112, M a _ a •• ze < ** für ben politifchen Tetl,
MM General-Anzeiger für Gberhesien WW tot die ragesnunnner Rofofiottsbnid und Verlag der vrühl'fchen Unlv.'vnch' und sietndrnckerel R. Lange. Redattlon, Expedttton und vruckerel: Schlllfiratze r. oiHLtflCnte?i:6,f)kl
bis vormittags iU Uhr. _______0 n ,
_________ Das sind so natürliche Gedanken, daß sie von alten werden von jener Seite für unsittlich und schmutzig erclärt! anerkannt toerben r . Guter jo sptt ■ iiliitifchen toerben, wenn sie nicht durch das Herkommen als zu- anschauung huldigt **tc doch eigentlich memanb, daß er
gi/, Uhr em Fannlienabenb im oaalbau statt, wo D. Stamm-Gießen, D. Schäfer.2lltona unb DirektorTenbt- GodeSberg reden werden. Am folgenden Tag wird die öffentliche Hauptversanimlung vorm. 9 Uhr in der Burgkirche gehalten, wo über Krüppelfürsorge und Kepplerbund vcr- lanbelt werden wirb. Wir werden über die Tagung berichten.
** Die Wanderhaushaltungsschule für den Kleis hat unter Leitung von Fräulein Mutschler aus Gießet ihre Tätigkeit wieder anfgeiiomnicn. Der erste Kursus wurde in Utphe vorige Woche eröffnet. Es beteiligen sich zwanzig Frauen unb Mabchen. Auch anbere Orte des Kreises haben ich bereits um einen Kursus gemeldet.
** Die Eroberung der Lüft ist die Bilderserie betitelt, bie in dieser Woche im ,,Ka i s er»P a no r a m a'^ ausgestellt ist. Mr ueh.iien hier als Zusclmuer teil an bem Füllen Der BalwnS ber Mititär-Luftschisfcrableilnng, steigen bann mit in bie Lüste unb beschauen uns die Erbe aus *20 bis 1600 Metern Höhe. Schon mancher bat sckion ben Wunsch gehegt, einmal mit in Exic Lüste ju steigen; hier ist ihm im Geilte die Gelegene heit geooten und zwar ohne jede Gefahr unb ohne grobe Gcld- ll.sten. . Wir lernen hier aber auch ben Drachnballon, ferner Zeppelins Ballon nebst Experimenten auf dem Bodensee, Santos Dunwnls Acroplan, die Pariser Lustschisic La Patrie unb La Ville de Paris, sowie oas lenwai'e französische Luftschiff Baulx llmncn. Die Bilderserie ist wiebcr sehr interessant. Interesse Dürfte bie Mitteilung erwecken, daß dem Besiver der Zentrale des Kaiser-Paiwramas in der Berliner 'Passage auf der internationalen Ausstellung zu Paris ber große Preis für seine herrlichn Glas- Steroos zuteil geworden ish Das Archiiv in der Passage hat über 100 000 Glas Stereos am Sager.
* Gießener Dolksbab. Im Oktober wurden 9856 Bader verabreicht gegen 8143 im September 1908 und 9176 im Oktober 1907 ober im Durchschnitt pro Tag 318 Bäder gegen 271 im September 1908 und 266 im Oktober 1907. Ter Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 4430 Manner, darunter 1104 zu 10 Psg.,
„ 1271 Frauen, , 220 „ 10 ,
Wannenbäder I. Sil.: 221 Männer, 80 Frauen,
„ II. , 719 „ 502 ,
Brausebäder I. v 838 v 179 „
, II. „ 1208 v 244 ,
Dampf- und Heißlustbäder sowie Masiage zufammen 14o Manner, 19 Frauen. Tie Personenwage wurde von 240 Personen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt.
* Gießener Kohlenbezugs-Verein. Der Verein zählte am Schluß bes Rechnung.Wahres, Enbe Juli 1143 Mitglieber (ber augenblickliche Stanb beträgt 1200) ca. 200 mehr als im Vorjahr. Umgesetzt würben 1907/08 84 400 Ztr. Brennmaterial ober ca. 100 000 Mark. Die den Mitgliedern berechneten Einzelpreise stellen sich wie folgt pro Zentner: sttußkohlen Winter 1.19 Mk., Sommer 1.17 Mk. Anthraeittohlen Winter 1.67 Mk., Sommer 1.66 Mk. Anthra- eit-Eiformbriketts Winter 1.11 Ml., Sommer 1.10 Mk. Braunkohlen-Briletts Winter 0.78 Mk., Somn er 0.79 Mk. Die Aerwaltungskosten betragen pro Zentner 3 Psg. Die Hauptversammlung sindet im Januar k. Jah.es statt.
** Der vom Gern Hard schen Zither - unb Mandoli n e n ch v r am letzten Sonntag veranstaltete Z i t h e r musikalische Unterhaltungsabend batte sich eines guten: Besuches ju erfreuen. Tas abwechselungsreiche Programm, das eine 'jjtcnge gut zum Vortoag gebrachter Musil- und Gesangs- nummern enthielt, sorgte dafür, daß die Zuhörer bie emzelnew Darbietungen bis zum Schluß mit besonderem Interesse verfolgten, und nach jeder Nummer wohlverdienten Beifall svendeten. Besondere Emrähnung verdient: „Ein Dvrffest", charakteristisches Tongemälbe von P. Höfl, sowie das Gesangsterzett ,,2ie Nachtigall", Volksweise, außerdem die beiden vierstimmigen Tiroler Lieder mit Zitherbegleitung „Andreas Hofer" uni „Darf i's Mandl liab'n (P. Rosegger), komponiert von Hirsch.


