Erstes Blatt
158, Jahrgang
General-Anzeiger für Oberhessen
Nr. 154 Erstes Blatt 158. Jahrgang Freitag 3. Juli 1908
«l4em\C6tängüc^nm!|« jßt&ff ® O Bezugspreis-.
Sonntags. - Beilagen: ▼ pr W ▼ monatlich 75 Pf., viertel-
Dtetmal wöchentlich A A. jftk z4k jA A. A A A A A A jährlich Mk. 2.20; durch
Stehcnerzamllirnblätteri D WW Md Abhole- u. Zweigstellen
.weunalwöchenll.ttreir. M ■ fl V BZ Äj W ■ ■ Ä W HT M ■ ■ ■ fi ö ■ M W MW monatlich85Pf.; durch
-MBlbyenez Llilieiget
lüt btt Redaktion 112, W Verantwortlich
General-Anzeiger für Oberhessen WDZ
Hnnahme von Anzeigen V " 6 I » u. Land" und ^Gerichts-
& °Em<?gs'w"uh" RotaHonsörud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Stelndruckere«. kl. lange. Redaktion, Lkpedktion und Druckerei: Schulftrah« 7. lA,u«tg«ni°?i^
Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
8rauenftimmrechtsbewegung in Hessen.
Eine Vorstellung des hessischen Vereins für Frauenstimmrecht, betr. die Abänderung des hessischen Landtagswahlrechts, lautet h>ic folgt:
Der hessische Landesverein für Frauenstimmrecht erlaubt sich, aus Anlaß der neuen Wahlrechtsvorlage an die Zweite Kammer der Stände das ergebene Gesuch zu richten, die Vorlage für das Landtagswahlgesetz dahin abzuändern, daß das Wahlrecht auch aus die Frauen ausgedehnt werde, damit es so auch in Wirklichkeit ein gleiches werde.
In der Begründung wird ausgeführt:
Der dem Landtag von hoher Regierung vorgelegte Entwurf eines neuen Wahlgesetzes für btc Zweite Kammer darf vernünftiger- und gerechterweise nicht von einem allgemeinen und gleichen Wahlrecht sprechen, wenn er die ganze weibliche Hälfte der Staatsangehörigen fernerhin und auf lange 'hinaus von der eigenen Vertretung in der höchsten Körperschaft des Landes ausschließt. Wir müssen protestieren gegen die weitere Gleichstellung der hessischen Frauen mit Unmündigen, Bankerotteuren, Verbrechern, aus ofsenilichen Mitteln Lebenden, was schon von jeher eine Entwürdigung der Mütter des Volkes bedeute.e, und was heute geradezu widersinnig erscheint bei der vollständig veränderten Stellung der Frau im wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben.
Bereits in vielen hochstehenden Kulturstaaten ist den Frauen das volle politische Wahlrecht zugestanden, z. B. in 9torwegen, Finnland, dem australischen Staatenbunde und mehreren Staaten der Union, in anderen, wie in England, Schweden und Holland, ist dieses Zugeständnis in greifbare Nähe gerückt. Man hat den Frauen das Ge- meindewahlrccht gewährt, außer in den oben genannten Staaten auch in Dänemark und Böhmen, ist in manchen deutschen Bundesstaaten, wie Oldenburg, Bayern, Württemberg der Frage schon ernstlich näher getreten und hat unseren gerechten Forderungen schon mehr oder weniger Zugeständnisse gemacht. Es bedarf nur einer Andeutung der Entwicklung des heutigen Erwerbslebens, wie der innerpolitischen Zustände, der Berufskrassen, der sozialen Betätigungen, um sich vor Augen zu halten, wie wesentlich verändert gegen früher die Lage und Stellung der Frauen allerorten ist. In der Industrie, im Handel, als Unternehmerin, als Beamte im kommunalen und staatlichen Dienst, in der Wissenschaft, der Kunst, in allen freiwilligen Werten humanitären Fortschritts finden wir Frauen eingereiht und zu gleichen Zwecken tätig wie die Männer; das Leben stellt an sie die gleichen Forderungen und verweist auch sie auf eigene Kraft und Leistung. Nach Maßgabe dieser Tatsachen kommen die Frauen aber auch mit dem Staate und seinen Einrichtungen in Berührung, und wie sie gehalten sind, von dem selbsterworbenen Einkommen Steuern zu entrichten, so sind sie inlercssi-rrt an der Regelung der öffentlichen Angelegenheiten auf allen Gebieten, weil überall ihre Berufs- und Erwsrbsfragen, ihre Bildungsmöglichkeiten, ihre Rechtslage, di.: Schutzeinrichtungen für ihre Arbeit und Existenz so gut in Betracht kommen, wie die der Männer.
Dieser Wandlung der heutigen Gesellschaftsordnung sollte die Gesetzgebung Rechnung tragen.
Wir richten daher an die Zweite Kammer der Stände die ergebene Bitte, den Begriff „Hesse" und „Staatsbürger", wie er gebraucht wird in der hessischen Verfassungsurkunde oom Jahre 1820 und dem Wahlgesetz von 18.2, auch auf die volljährigen Staatsangehörigen w eidlich en Geschlechts auszudchn^n, ihnen zu ihren Pflichten auch Rechte zuzuerlennen. Heute ist es nicht mehr an der Zeit, den Begriff Staatsbürger nur aus eie Männer zu beschränken und die Frauen als solche davon auszuschließen.
Wir rühmen und freuen uns, einem Bundesstaate anzugehören, der in allen Kulturfragen bis jetzt mit an der Spitze marschierte, der das Gedeihen und die Zufriedenheit aller Bewohner ermöglichte, indem er den berechtigten Forderungen der Zeit und den Bedürfnissen gesunden Fortschritts im rechten Augenblick entgegenkam. Deshalb geben wir uns der Hoffnung hin, daß hohe Zweite Kammer der Stände unser Gesuch verstehen und ihm geneigte Berücksichtigung und Gewährung nicht versagen wird.
Tic Vorstellung kam zu spät, um noch auf dem jüngst geschlossenen Landtag erörtert zu werden, sie wurde aber nachträglich noch als Drucksache verbreitet und wird sicherlich bei der demnächstigen Wahlrechtsdebatte Anlaß zu interessanten Auseinandersetzungen geben.
öum poUugisischen Königsmoröe.
Lissabon, 2. Juli.
Ungeheures Aufsehen erregt eine Rede des Abg. A r f o u n in der Kammer. Gegen ihn wurden Anschuldigungen erhoben, als sei er in die Königsmord-Affäre verwickelt. Er erklärte, er habe die Sache satt und sei entschlossen, die Persönlichkeiten namhaft zu machen, die wirtlich bei der Ermordung des Königs die Hand im Spiele gehabt hatren. Wenige Tage vor der Ermordung des Königs hat eine große Versammlung stattgefunden, der zahlreiche Republikaner und Führer der Regeneradores und der Progressisten beiwohnten. Dort wurde eine Verschwörung angezettelt. „Wenn es nötig ist, werde ich auch die Namen der monarchistischen Führer nennen, die an dem Komplott beteiligt waren. Mehrere sitzen heute auf der Regierungsbant." In jener Versammlung schlugen die Republikaner vor, die ganze königliche Familie auszurotten mit Ausnahme der Königin Maria Pia, um nicht einen Konflikt mit Italien heraufzubeschwören. Die Mehrheit der Führer erklärte, daß eine allgemeine Mörderei nicht zweckmäßig sei. Sie beschlossen, daß nur jder König Carlos und sein Diktator Franco dem Tode
verfallen sollen. Duica und Costa wurden gewählt, um den Königsmord auszuführen; man gab dem einen 100 000 und dem anderen 50 000 Frank. Komplizen sollten ihnen bei der Flucht behilflich sein. Am Tage des blutigen Dramas war Franco von einer Kavallerieschwadron vollständig umgeben und man konnte auf ihn nicht zielen. Die beiden Mörder Duica und Costa feuerten auf den Königswagen; die Freunde, anstatt den beiden zu helfen, verloren den Kopf und feuerten ebenfalls. So kam es, daß auch der Kronprinz getötet wurde.
Der Tumult, den diese Ausführungen hervorriefen, war unbeschreiblich. Sämtliche Mitglieder des Hauses erhoben sich und protestierten heftig gegen diesen Vortrag des Abgeordneten. Die Sitzung mußte aufgehoben werden.
Tagesschau.
Ein deutscher Richterbund.
Vertreter der Nich^ervercine von Bayern, Baden, Elsaß- Lothringcn, Hessen und dem Königreich Sachsen beschlossen in einer in Würzburg abgehaltenen Sitzung, den Zusammenschluß der deutschen Richtcrvcreine zu einem Deutschen Richterbund anzubahnen. In mehrstündiger Erörterung gelangten die Delegierten zu einer grundsätzlichen Einigung über die Art und Durchführung des Zusammenschlusjes und über die Verfassung des Deutschen Richterbundcs, der Anfangs nächsten Jahres ins Leben treten soll. Bis zur endgültigen Organisation übernimmt der Bayrische Richterverein die Geschäftsführung.
Die neue Eisenbahn Verkehrs-Ordnung.
Der im Neichseisenbahnamt ausgearbeitete Entlvurf einer neuen Elsenbahn-Verkehrsordnung ist dem Bundesrat zugegangen, der voraussichtlich int Herbst über die Vorlage be- fchließen wird. Als Einsührnngstermin ist der 1. April 1909 m Aussicht genommen. In dem Kapitel über Personenbeförderung findet man folgende interessante Stelle:
Tie Warleräume aus den Uebergangsstalionen sollen auch wahrend der Nachtzeit für angetommene Reisende, die weiter iahren wollen, geöffnet sein, wenn die Zeit von der Ankunft des letzten bis zum Abgang des ersten Zuges tveniger als vier Stunden beträgt. Cit sind die Reisenden genötigt, während eines solchen kurzen Aufenthaltes einen Gasthos au'zujuchen. Aui kleinen Stationen kann m den oft beschränkten Warteräumen das Rauchen un Interesse der Frauen und Nichtraucher verboten werden. Personen, die wegen Krankheit oder aus anderen Gründen den Reisenden lästig fallen, darf der Aufenthalt in den Warteräumen untersagt werden. — § 9 verbietet Männer in Frauen-Ablecke zuzulassen, jedoch ist die Mitnahme von Knaben im Alter bis zu zehn Jahren gestattet. — Stach § 20 wird zum Einsteigen nur noch auf den größeren Stationen un Interesse der weniger gewaitdien Reisenden in den Warteraumen abg er uf en. Tas Ab- läuten der Züge fällt überall als unnötige Belästigung fort. Zur Vermeidung vielfach vorgekomniener Unzuträglichkelten ist nach § 24 die Tauer des Aufenthalts der Züge auf Zwischenstationen nur auszurufeti, wenn dieser niehr als 4 Minuten beträgt. Z u g- Verspätungen werden künftig ditrch Anschlag nur bekannt gegeben, wenn sie 15 Minute n übersteigen. — § 26: Bei Betriebsstörungen gewährt derselbe Paragraph eine namhafte Er- leichterimg dadurch, daß die Eisenbahnverwaltnng die Reisenden bis zur fahrbaren Strecke ohne Erhebung der Mehrkosten zu befördern hat. Während jetzt nur Vorschriften über die Mitnahme von Hunden in die Personenwagen bestehen, erlaubt der neue § 27 auch die Mitnahme anderer k l e i n e r T i e r e, sofern die Mitreisenden sich damit einverstanden ertlären. — § *29 gestattet auch den Schützen die Mitführung von Handmunitioit. Auch für die Beförderung des Reisegepäcks, der Tiere, Leichen usw. bringt die neue Ordnung mancherlei Verbesserungen.
Dr. Barth in englischer Beleuchtung.
Man hat wiederholt üon der Uukeuncnis englischer und französischer Zeitungsschreiber erfahren, die mit erstaunlicher Kühnheit ein Urteil über Tinge abgeben, die sie nur vom Hörensagen kennen. Dieser Mangel hindert aber keinen jener „Sachverständigen", sein Licht leuchten zu lassen. Ter neueste Fall oder richtiger „Reinfall" betrifft die Londoner „Daily News".
Der Pariser Korrespondent der „Daily News" berichtet über einen politischen Annäherungsversuch zwischen Frankreich und T e u t s ch l a n d, der auf der einen Seite von Erzberger und auf der andern -Seite von dem ftanz. Abg. Gervais angebahnt würde. Nachdem er beifällig den Ausspruch Erzbergers zitiert hatte: „Alle vernünftigen Deutschen sind bereit, Frankreich die Hand zu geben", fährt er fort: „Nicht weniger interessant und bebeuijani ist die Begrüßung, die Gervais' Artikel im „Diatin" bei Dr. Barth gefunden hat. Tr. Barth, der lange Zeit hindurch der Führer der deutschen Radikalen war und der jetzt ein Mitglied des Bundesrates ist, hofst auf eine Entente zwischen Deutschland, England und Frankreich."
Man darf Dr. Barth und die deutsche T-emokratie zu dieser erfreulichen Beförderung beglückwünschen.
Aolonialpost.
— Zwischen der englisch-indus rik attischen Eisenbahn-Company und dem Kongostaal sind die Unterhandlungen wegen Verlängerung der englischen Eisenbahnlinie in Nordrodesta bis zu den Gruben von Tanganika beendet. Es ist eine Verständigung erfolgt und das Abkommen wird in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. Dadurch werden die Katangagruben bald erschlossen werden können, denn diese Gruben werden mit den Häfen der östlichen Küste und den südafrikanischen Häfen in Verbindung gesetzt; auch Nordrodesta wird für den Industriebetrieb erschlossen.
— Eine Verschwörung in Französisch-Ost- asien hat sehr bedenkliche Folgen gehabt. Am 24. Juni sind 200 in der Kaserne zu Hanoi (Tongking) besindliche französ. Kolonialsoldaten an Vergiftungserscheinungen erkrankt. Man ülaubt, daß es sich um eine verbrecherische massenweise
Vergiftung handelt. Von den« Erkrankten ist bisher freilich noch keiner gestorben. Die Verhafteten werden standrechtlich abgeurteilt. Die im vorigen Jahre verminderte europ. Truppenmacht in Jndochina wird schleunig auf den früheren Stand gebracht werden.
Ans StadL und Land.
Gießen, 3. Juli 1908.
” In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Professor Dr. Eck von Gießen.
** Handelsrichter. S. K. H. der Groß Herzog haben den Handelsrichter bei der am Landgericht der Provinz Starkenburg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Offenbach Ferd. Böhm in Offenbach auf sein Nachsuchen seines Amtes enthoben, ferner den Ergänzungsrichter bei der am Landgericht der Provinz Starkenbiirg gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Offenbach Phil. Heim in Offenbach zum Handelsrichter und den Fabrikanten Wilh. Klingspor in Offenbach zum Ergänzungsrichter bei der bezeichneten Kammer für Handelssachen, beide für die Zeit bis zum 31. Dezember 1909, ernannt.
•• Vorarbeiten für die elektrische Straßenbahn. Die städtische Verkehrskom Mission ist mit einigen anderen Mitgliedern der Stadtverordneten-Versamm- hing heute vormittag nach WormS abgereist, um die dortig? elektrische Bahn zu besichtigen.
** Anträge zur Versammlung des Landes- lehrervereius. Unter den bis jetzt von den Bezirks- Vereinen des Hessischen Landeslehrervereins für die Delegiertenversammlung gestellten Anträgen dürften nachstehende besonderes Interesse beanspruchen. Der Bezirks- Verein Zwingenberg stellt folgenden Antrag: „Die 53er- tretervcrsammlung beauftragt den Vorstand des Landes- lehrervercins, bei hoher Schulbehörde geeignete Schritte zu tun, daß die seither in Anwendung gebrachten Strafen für unerlaubte S ch u l v c r s ä u m n i s s c für die Volksschule auf mindestens 50 Psg. und für die Fortbildungsschule auf mindestens 1 Mk. erhöht werden." Die bisherigen Minimalstrafsätze betrugen in beiden Schulen nur 20 Pfg., die im Wiederholungsfall auf 40 Pfg. gesteigert werden konnten. Der Antrag des Bczirksvercins Groß-Steinheim hat folgenden Wortlaut: „Mehrfach ist cs vorgekommen, daß Schüler infolge Ucbertretuiigeu oder geringer Vergehen von der verurteilenden Behörde der Kreisschulkommission zur^ Bestrafung überwiesen wurden. Diese hat daraufhin meistens die körperliche Züchtigung des betreffenden S ch ü l e r s d u r ch d e n K l a s s e n l c h r e r v e r f ü g t. Auf Grund der Verfügung vom 30. Dez. 1882 ist der Lehrer verpflichtet, diesem Ansinnen Folge zu leisten. Da aber diese Dienste immerhin recht unangenehme Situationen für1 den Lehrer schaffen, und da ferner infolge des Haftpflichtgesetzes sogar materielle Schädigungen für ihn damit verbunden sein können,-so ersucht der Bezirksverein Groß- Steinheim den Vorstand des Landeslchrervereins, derselbe möge bei hoher Regierung behufs Zurücknahme der betreffenden Verfügung vorstellig werden."
'* Besitzwechsel. DaS Anwesen Nordanlage 7 wurde von den seitherigen Besitzern Birkenstock & Schneider für 70000 Mk. an den Gtasermeister N ot ha e rm el verkauft.
** (Siebener Volksbad. Im Juni wurden 13 798 Bäder verabreicht gegen 12 448 im Mai 1908 und 12 792 im Juni 1907 oder un Durchschnitt täglich 460 Bäder gegen 402 un Mai 1908 und 426 un Juni 1907. Der Besuch hat sich im einzelnen wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 5433 Männer, darunter 871 zu 10 Psg^
, 2173 Frauen, „ 420 „ 10 ,
Wannenbäder 1. Klasse 304 Männer, 163 Frauen, „ 2. „ 957 „ 680 „
Brausebäder 1. Klasse 1372 Männer, 267 Frauen, , 2. „ 1903 „ 415 ,
Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zuf. 99 Männer, 32 Frauen. Tie Personenwage wurde von 300 Personen benutzt und da- Bad von 11 Personen besichtigt.
*x Auskunft in Fragen des Eisen bahn per fönen-, Gepäck- und Güterverkehrs usm. Noch wenig bekannt scheinen die von der Eisenbahnverwaltung eingerichteten besonderen Stellen zur unentgeltlichen Ans- kunstserteilung in Frankfurt a. M. zu fein. E- kommt häufig vor, daß sich Interessenten wegen Auskunftseinholung an die Eisenbahndirektion in Sachsenhausen wenden, obgleich die Auskunftsstellen durch ihre Lage am Hauptbahnhofe bequemer erreichbar sind und diese Stellen oft auch die gewünschte Auskunft schneller erteilen können. Die Kömgl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. macht deshalb erneut darauf aufmerksam, daß es sich empsiehlt: alle Fragen, die den Personen- und Gepäckverkehr (auch Leichentransporte>, den Bezug von Fahr-, Rundreise- und Sonderzugskarten, Fahrscheindefter^ Fahrplänen und Kursbüchern, sowie Fahrplanfragen betreffen, an das Amtliche Reisebureau int Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. zu richten, und alle Fragen, die den Güter-, Expreßgut- und Tierverkehr und die Einsichtnahme und Beschaffung von Tarifen in diesen Verkehren betreffen, an die Amtliche Auslunstsstelle für Güterverkehr in Frankfurt a. M., Poststraße 6, zu richten. Das Amtliche Reisebureau ist an Wochentagen von 8 bis 7 Uhr, an! Sonn- und Festtagen von 9 bis 1 Uhr, die Amtliche Anskunfts-^ stelle für Güterverkehr wochentäglich von 8 bis 3 Uhr geöffnet.
— Von den Wandernden. In der Herberge zur Heimat logierten im abgelaufenen Monat Juni 1169 Personen, von ihnen erhielten 574 Herberge und Verpflegung gegen Arbeitsleistung, 595 Gäste waren Selbstzahler. Die Frequenz in der Herberge belief sich im abgelaufenen halben Jahr auf 8727 Gäste und zwar im 1. Quartal auf 4597 und im 2. Quartal auf 4130.
X Schotten, 2. Juli. Zu dem am nächsten Sonntag den 5. Juli stattfindenden Hoherodskopffest unternimmt der Zrve ig- f verein Schotten eine Klubtour zwecks Erschließungj


