Ausgabe 
10.12.1908 Zweites Blatt
 
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rr lufnsu m b« R»wZ' T PrODIIWIli, vmreiung einer teislung» 1, uiruia der SoloiiialV ebenscimelbr. an Wieden -ut>em Cri.uni A.B. w icrnd Herborn tL N, (70(6 DchM»! leistungsfähigen Giehenei ciMrif für Wiedervei gesucht. Oss. unt.LP.lL1 trnd Herdom H.N. (Tftt ixen gewandt. Jungen mitte w. zu Ostern M mi lilllgssiklle gijuM zugt w. Kolonial- u. Färb brauche. Schrillt. Sn«i 1110022 an den Gieh. Ä5> 'jJicbtctt Mdchcn iucha ng per 1 Januar durch irau Stoll, Schlohgaüe 17

werden w sed.Ltett. gut »u.blttigaLMsivvst.>«» lzenleuchlcr,LMrr.U,tit !,:,empMslchl.Met° lilö in u. außer dem Hause. Marklstt.il im uWMÄ

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Zweites Blatt

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tldjrtnl täglich mtt Ausnahme öefl Sonntag-,

General-Anzeiger für Oberhessen

er

Bundesrat ernannt worden.

Donnerstag lv. Dezember 1908

/0S, A, AA 9lotarton9bnt(f und Verlag der Vrühl^ch« '5^13^ UnwersuälS »Buch» und 6teinbrudeteL

8 ft H Sl 3 ^ange. Greben.

®teEtetzener $amilienbldtter" werden dem .Anzeiger' otermal wöchentlrch bergelegt, das Kretsblatl fßr den Krols Siehrn" zweiinak wöchentlich. DreLandwirlschsstUchen Lett- fragen" erfchemen monatlich zwermat.

Derrtjches UeLctz.

ro .Ter Kaiser nahm gestern einen längeren Vortrag deS NeichSSrnzlers entgegen und hieraus den Vor trag des Chefs des Admiralstabes der Marine.

Redaktion, Ervedttron und Druekerei: Schul- strabe ?. Exvedinon und Vertag: en® 5L Redarnon:L^113. Let-Adr.: AnzergerGretzen.

Handhabung des V e r e in § g e se tze s. Zu den De- schiverden im Nerchstage über die Handhabung deS neuen Vereins- geiebcs Uescrt auch Elsaß-Lothringen 23eiträfle. In Mülhausen wollte dre Polizei eine Versammlung bx>5 Teutsä-en Transport- arbeikr-VerbandeS überwachen lassen, in der nach derF-r Pr " die Erhebungen im Transportgewerbe und die Vorschläge des Verrats für die Arbetterltittstik erörtert werden sollten. Als der Vorirbendc sich weigerte, dem überwaä-enden Beamten einen an- gcmtjicncn Platz a uz uw eisen, wurde die Versammlung aufgelöst

^er Kriegs Minister v. Einem hat verfügt, dan von den A/ircffcoren der Militärwerkstätten in Spandau alle dort be­schäftigten Arbeiterinnen, die als junge Mütter ihre Säug­linge selbst stillen, täglich einen dreistündigen Urlaub er» galten müssen Gin Lohnabzug darf für die Stillzeit unter keinen Umstanden ersolgen.

Staatssekretär sekretär Man!

- ,tJrr5-d Edc§rfo lleS Schnitzer? Der Professor der ralisvlijmen -!.h.-ologre Schinder in München, dessen mutiges Auf­treten gegen die von den Jesuften des Vatikans ihm gegenüver versuchte Vergewaltigung allgemeines Aussehen erregt halte, fdkint &er dcftnftiven Austragung des Kvnfiiftcs mit dem Balilan aus dem Wege gehen zu wollen. Wie aus München berichtet wird wurde der Professor Sdmitzer zum Zweck des Studiums in auS- warugen Btblwlhekcn bis auf weiteres aus sein Ansuchen beur­laubt.

Der deutsche Sparkassentag, der am 5. Dezember m Charlotrlmourg zusammengetreten war, hat ohne Debatte eine ?eI° u l?n Kommen, in der der Vorstand des Ver­bandes beauftragt wird, zu gegebener Zeit die geeigneten Schritte ju tun, um eine Organisation aller deutschen Sparkassen zur Beteftisima bci der Ausgabe von Reichs- und Siaats-Anleihen

die sie sruh fürs Leben gefunden, die ihr zum Schluß den schwersten Dienst geleistet, mit der sie zusammen in t>en ^od gegangen ist.Früh war mirder große Wurf" gelungen, ich ward die Freundin einer Freundin, deren Herz mein Altar roar unb noch ist denn nie waren wir seit damals getrennt Sie Malerin, uh Schriftstellerin, so scl-lugen wir un5 durch Zu Danerau, ax Vischer nach Stuttgart, zu Paul Heyse nach München, überall geführt, gefördert, gehoben, befreundet. Grtauaitc Geister, die dem Neuling vorgeleuchtet, mein ganzes .«!? cJn 'Sttnf an ^ch! Dann «g es mich mächtig zur Natur­wissenschaft und z-u dem herrlichen Lande, das wie der frilchgrüitc ^derzsprotz am tultcn, mooszerfressenen Stamm Europa ist; nach Zurich, mdir alpenfrrsche Schweiz. Noch einmal ein neuer Anfang noch einmal Studentin. Wundervolle Zeit!";..Der beste Mann den ich geliebt, ward mein, und es war mir das Glück bcschieden' ihn an memer Seile »um Dichter, zur poetischen Stimme seiner laukasner-en .Heimat sich entwickeln zu sehen. Wie meine Freundin nnrrJ , to9tl^c' lebendige Beziehung zur Malerei gefdienft, io schcnfte er nur den ganzen Orient." Die Dichterrn harte sich in Zurich mit dem Armenier Akunian verheiratet und die Leiden dieses gehetzten Volkes, Uem ihr 9)Znnn angehorte, wurden auch die ih^n^ Sie begleitete ihn aus einer Reise nach dem Llaukasus, und ihr valent schüipfte neue Anregungen aus der freurden Welt

Lollglück" hatte sie im Sommer 1UO7 ihre autoowgraphischc ofij^e geschrieben; m grenzenloser Trauer setzte sie cm Schluß­wort hinzu, in v em sie von einem ttnh.-.l oerlchtete, dos sie kurz darauf betroffen:Die Familie meines Mannes war von dem ar.nenif£lKn Sckncksal ereilt wvrdcn. Der greife Vater ward aut oneuer Straste m Baku von den Mohamedanern erschlagen, die Häuser der Familie von russischen Huliganen geplünderr, was man nickst wegschleppen konnte, mit Aexten zerhauen, Feuer an die 1 cauern gelegt und alles verbrannt. Die alte Mutter, die ver­witweten Schwestern, die kleinen Kinder, in dm To) verängstigt hilflos, obdaastos. Wo ist 'oste F-d-r, die ihnen Brot schaffen könnte! Da IxiBt es nun, mit gröberem Werkzeug zu schaffen Zm ck/emischen Laboratorium wieder sitzen, statt am Schreibtisch Ach, von allen Kürftben die schwerste iit Geld zu verdienen^ Unser heller.Himmel hängt voll schwarzer Woiken. Ganz Europa liegt znnfckren ihm und mir."Aber, wo eine Welt in flammen lieht, wer bati da klagen üoer versengte Flügel." Bon diesen ^a^cksalsschiagen, vor denen wohl noch Furcht vor Krancheft kam, hat s ich die Dichterin nicht mehr ausgerickftct. Sie, die so hoffnungs- freudig geschrieben:Mein Bestes liegt noch vor mir, das Beste, das ich s-u geben habe, habe ich noch nicht gesunden", verzweifelte am Leben und an der Zukunft und suchte im Tod die letzte Rettung.

Houston Stuart Chamberlain wird seine Hochzeit mit Eva Wagner am zweiten Weihllachtsseiertag in Bayreuth

sekretär Zorn v. Bulach und VnterstaatS- del und zu stellvertretenden Bevollmächtigten beim

halten und gleich nach Neujahr nm Frau Cosima Wagner, sowie den übrigen Familienmitgliedern in Sta. Margeritha in der Oieca dt Levante zusammentreffen. Das Paar nimmt seinen bestän­digen Wohnfttz in Bayreuth mtd wird sich in der Nähe der VUla Wahnftted einmieten.

Gin eigenartiges Bühnenjubiläum feierte am 6. Deze,nber der Leiter des last roellbefannten Münchener Marionetten - TDealers Joseph Schmid. Fuuijig Jahre sind verflossen, seit er diese von General Freiherrn v. Heideck zu nach st für einen kleinen Privarkreis, zu dem auch die Münchener vo'geseltschaft gehörte, geschaffene Puppenbühne mit des Grasen Vocci llmerstützung der Oefientlichkeit zugängig machte. Fünfzig Zähre spielte er selber mit, ist sein eigener Intendant, Regisseur und Inspizient. Und an seinem Jubiläumstag hat er, genau wie bet der Eröffnungsvorstellung vor 50Jahren, in dem alleiliebstenZaubeispiel von PoeciPrinz Nosenrol und Prinzessin Lilieniveiß* seinen iiasperl gesprochen. Mu einem wesentlichen Unterschied freilich; heute hat das Theater ein gesichenes, von Architelt Professor 6'ischer erbautes Heim, das die Stadt dein Uulernehmer zum Geschenk machte und das fast alle Fremden, die nach l'hmdjen kommen, auisuchen, wahrend früher bie kleine Bühne vielfach ivaudern mutzte uud sich in ihrem Bestehen oft bedroht sah. Bei der Jubiläuittsoorstelluug, der em reizendes Festspiel von Stadt- archtvar von Teuouchcs folgte, in welchem Papa Schmid selbst als Marionette aujtrat, war die Familie Pocci durch die Tochter des Dichters, Gräfin Aiarie Pocci, vertreten.

Kleine Chronik aus Kunst und Wissenschaft. Dem in Braunichwcig lebenden Wilhelm Raabe wurde vorn .Hcrzog-Negcnien ^ohann Albrecht bas V e r d i e n st z e i ch e n für Kunst uiid Wisseniä>aft in Golb verliehen. König Leo- po l d von B e l gien lastt seine reichhaltige Gemälde,'amm- lung durch ctmii ftanzv,ischen Auktionator klasufizieren, um sie

zu versteigern. - Der österreichische Bakteriologe K an0 0 r e f. ur.den gestrigen Sitzung der A k a d e m i e der Medizm in Paris ein von ihm entdecktes Verfahret mtt, wonacy bei Tuberkulose selbst im allerersten Stadium ber Erkrankung das Tu berku lo fegift mit Sicherheit n a dt» gern ie, en werden könne. Das Verfahren besteht Darin, dak eine ganz germge iNenge von Blutserum oder Urin des Krankew emig^ ^wpftn -scha , olut zugesetzt werden. Bleibt dieses Blut ungeioft, ,o ist die Tuberkulose vorhanden. ZumGedachtniS von L u d w i g R o st wurde im Bibliothekssaale des deutschen archaologi, chen Institutes ;u Kthen die Büste des berühmten beu.,ajen Archäologen, des ersten Professors der Archäo^ logie an der Unwersuät Athen feierlichst enthfillL.

SttmmungsbUö ass Sem Reichstage.

m ,,,, t Ä Berlin, 9. Dez.

^Verabschiedung her Gcwerbeuovelle und Etatsberatung.

Weihnachtskoffer sind gepackt und ungeduldig harren die Reichs boten der Vertagung. Aber vorher soll noch das Jnkraft- treten des ZehnstundentageS der Arbeiterinnen mit den hart umstrittenen Nebenbestlmmungeti gesichert sein. Darum wurde die dritte Lesung dieser Vorlage in die (rtatberntung eingeschoben und der Bundesratsestrade war statt des Gedränges dieser Tage wahrend der ersten Hälfte der Sitzung nur Herr v. Bethmann- Hollloeg mit einigen Räten zu sehen. Oben in der Tiplomaten- loge fast öerr Bernburg, Dernburg-Vater, und darum wutzte man, das; die gcroerblidte Frage nicht die gartze Sitzung in An- fpnidt nehmen würde, sondern man von Herrn Dernburg-Solm noch heult die halboffiziös angekündigte ErNarung über die Wal- ftlchbaimeldung desStandard" erwarten durfte. Etwa drei Stunden nahm die Verabschiedung der Gewerbcnovelle in An- Utrudj. In einer allgemeinen Aussprache setzte man sich zunächst nod) einmal ausemander über die Art einer Gesetzcsmacherei, für die hernach die Spezi al dis kussion und die Abstimmungen drastische Belege erbrachten. Und man erlebte ein Wunder: Herr Gr z- berget betrat die Tribüne und kreuzigte, waS er einig» Wochen .YuDor in Der Kommi,sion noch brünstig angebetet und vor wenigen Bagen immer noch zu rechtfertigen versucht hatte. Die Abgg. Manz und Gtrciemann, der freisinnige Vertreter des Bamberger und der natwnalliberale Abgeordnete aus dem sächsisck)en Jndnsttie- bezirl, hatten ihm dazu freilich eine Brücke gebaut durch einen -50^11(1 lungaamrag, der die Zahl der Ausnahmetage bei autzer- gewohnlicher oder regelmätziger Häufung von Arbeit statt aus 40 oder 60 au, 50 sestzufetzcn vorschlug, und daneben auch Vor- [orgt gegen mißbräuchliche Ausnutzung dieser Freiheit trifft. Bei der Abstimmung sah sich schließlich die Sozialdemokratie völlig vttreinsamt, da auch die m diesen Fragen zumeist mit ihr gehende wirtschaftliche Vereinigung sich den Bedürfnissen der Industrie nicht verschließen konnte. Bei dieser Gelegenheit konnte^ denn auch die böse Unstimmigkeit beseitigt werden, die in der Hast Der arbeit der zweiten Lesung zwischen zwei einander deckenden Bestimmungen in das Gesetz gekommen war. Und daß cs nicht auch bei einer andern wichtigen Bestimmung des Entiourfs gelang, eine allseitig atS unbefriedigend empfundene Vorschrift auszn- merzen, wurde wieder nur durch den sozialpolitischen Eifer ver- schuldet, der auf die Gefahr hin, sich sehr bald selbst korrigieren zu müssen, an nichts anderes dachte, als das Gesetz so schnell wie möglich unter Dach unb Fach zu bringen. Es handcll sich um die Mitnahme von Arbeit nach Hause, eine besonders die Stickerei- und Spitzenindustrie des sächsischen Erzgebirges und Vogtlandes sehr tief berührende Frage, und die Aussprackie hier­über mutete denn auch an wie die Versammlung eines sächfisd)Ln ^udustrieverbaudes. Man mußte hier sogar von der Stellung eures Antrages absehen, weil sich nicht genügend Zeit hatte finden lassen, um m einer Vorbesprechung sich über eine annehmbare Fassung zu verständigen und man muffte sich auf die zwingende der Praxis verlassen. Ein Widerspruch gegen die sofortige -aornahme der Gefamtabstimmung, wozu die heute erfolgten Aende- rungen an der Vorlage formell berechtigt hätten, erfolgte von seiner Sette und so wurde denn das Gesetz verabschiedet.

Herr v. Bethmann-Hollweg hatte in dieser Beratung baS Wort nicht ergriffen. Er tat es, als dann der PräsidSNt die Wiederaufnahme der Etatberatung verkündete. Inzwischen hatte sich das Haus gefüllt unb sämtliche Staatssekretäre waren erschienen, und im späteren Verlaufe nahm auch der Kanzler seinen Platz ein. Der Staatssekretär des Innern erwiderte auf Die Angriffe und Anfragen über bie Hanbhabung b e 5 Ver- e i n s g esetzes, unb noch selten war im Reichstagssaale btr Beifall so laut und so ehrlich erklungen unb haben sich bie Parteien in einer so einmütigen Zustimmung vereinigt, wie beim Scksluß bcr Erklärungen des Staatssekretärs. Er begann mit einem Dank an den Abg. Dr. Wiamer für die präzise Feststellung des Tatbestandes bei der Entstehung des Sprachenparagraphen unb erbrachte mit seinen weiteren Ausführungen bann den vollgültigen Beweis dafür, daß es mit der Blockgabe des Vereinsgefetzes an die Liberalen der Reichsregierung in der Tat um eine Erfüllung liberaler Forderungen zu tun war, und daß sie sich von vornherein und in jedem Augenblick dessen bewußt gewesen ist, daß es weniger aus den Wortlaut als den liberalen Geist des Gesetzes anfommt Ctym ^.ibcripruu) füllte Herr v. Be.hmaiiii-Hoiiweg fest, daß die füddeutschen Befürchtungen fid> als gegenstandslos herauS- gestellt haben: und für Preusftn unb Sadjfcn konnte er mitteilen, daß fein Rundschreiben an die verbündeten Regierungen im Sinne einer meiner-.igm Ausführung des Gesetzes auch von den Rc-

Lin Selbftbefennfnis der Ilse Zrapan.

Der iragische Tod der TÜchlerin Ilse J-rapan, die ihr selbst- gewolltes Lebensende durch die Kügel'ihrer Freundin fand, bringt ein Dasein zunr Abschluß, das reich an schweren Kämpfen und Ent- behimngen, aber auch reich au stolzem Streben und schönen Er­folgen war. Ein leidenscksaftlich mitfühlend-es Frauenherz sckftug in all ihren Büchern und vergoldete die dumpfe Enge einer be­schränkt bürgerlichen Welt mit der Wärme eines starken, gütigen Verstel-ens. Zhr Bestes' und Eünmerifd) Reifstes hat sie in einigen ihrer Novellen gegeben, die in einem gutbeobachteten Aus­schnitt alltäglichen Gcsck-eheus die Feinheit reichen EmpfinbungS- lebens und ungeowchrne Fdcaiität der Gesinnung sich entfalten lassen. LÄundcrliche Hanwurger Ideale, knorrigeQuerköpfe" wandern durch ihre Geschichten, über denen ein feiner originaler Duft allhamburgischen LcbenS liegt; doch auch aus ihrer siveitcn Heimat Schwaben, wo sie die Jahre ihres Studiums verbrachte, find ihr starke poetische SJcotioc entsprossen, die sie mit knapper tragischer Gewalt durchzufuhlen vermvck)te. Ihre größeren Ro­mane, in denen sich die Sturnijahre der modernen Frauenbewegung unruhig wiedcrfpiegeln, leiden unter einer M starken Anteil­nahme an den geschttderten Problemen, die nicht selten die Ob- lektivität des echien Dichters vermissen läßt, uub an einer gewissen Zerfahrenheit der Charakteriftll. Doch cwch in ihnen fprickft sich eine große Begabung uni) r^r al am der BekenruniSörang einer starken Personlichkett onS, d»e in Jubel und Verzweiflung, in allen Höh«n t^nb Tiefen die Vielgestaltigkeit des Lebens ausge- ststet. Dieses intensive Erleben der Dinge, dos als noüöentxgt Eigänzuug ein wildes Granen vor einem Sein uv rövankheit unb Siechrurn in sich schließen mußte, ist rein ausgedrückt in einer Auwbiographie der Dichterin, die sie vor einiger Zeit imLi­terarischen Echo" veröffentlichte und die mm im Sckxrtten dieses furchwareu Endes in einer befonderen Beleuchtung erscheinen mag. Es ist ein oomnus auf das Leben und die Schönheit der Welt, mit dem |te beginnt.Als mich bie Natur so machte, wie ich bann goewrben bin, aller Freuden dieser sd)önen Erde genießerw froh, reich an Begeisterung, Leichtsinn unb Gesundheit, verband sich ihr in glücklicher Laune bas Sck)icksal, baS so selten glücktickrc Launen har, und schenlle mir mit vollen .Hänöcn alles, was ich begehrte; nein, viel mehr! Ein Ettcrnhaus, in dem eine jugeiwliche, frohherzige, für alles Schöne aufgeschlossene Mutterseele ben Ton angao, lachlustige Geschoifter, schrvärmerisd) bewunderte Lehrer, mit jechSzehn Jahren selbstoerdreittes Geld, ich Ivar fast vierzehn Jahre lang Lehrerin, eh' ich michlos- zulassen" wagen durfte, dann Kampf zwischen alten und ben neuen Anschauungen, auS dem warmen Neste fortgelaufen, nicht um einer Liebschaft willen, nein, um Darwin Haeckel, um T^s- -eudenzthevrie und Evolution." .Dann erzählt Ilse Fropan von

bezw zur AufncckM-e <>... ... . . . ;cn herbed«

zusühren.

Zum Kampf zwischen Verband Deutscher Lebensversicherungs-Gesellschaften u. Deut Aerztefchast wird uns beruhtet, baß bie EinigungSverhand- (nugen baran gescheitert sind, daß der Lebensversicherungsverbanü die von seinen eigenen Unierl-indlern bereits zugcswndene Honorar­erhöhung von 5 Prozent nicht allgemein, sondern für einzelna Städte zu bewilligen bereit war, außerdem einen neuen Vertrag, nur für bie ungewöhnlich lange, dec Aerztefchast völlig unani- nehmbare Dauer von 15 Jahren zu stimmte.

Ei ne Erörtern ng . ..er b i c praktische Lehre im Danbelsgc werbe soll auf Anregung bcs Derbanbes Deutfcher HandlungSgehiilftn cm 23. und 24. April fommenben JalncS in Leidig statlfinden. Wie wir vernehmen, find neben Prinzipals- unb anbluTiq-5g< 1;:4fer.9t ci u jn auuj er! : _r b-w lau in. iniischeir Fortbiloi.'ngsfchulen, hervorvagenbe Svzialpvlitikcr und die Bo- horben gelaben; zah.reickie Zusagen sinb bereits iwsvlgt. Als llnterfrag-m fvcrbcn behandelt: bas kaufmännische F-ortbilbungS- unb das private , Handelsschiulivejcn, ?lofchlußprüsungen, kauf- männifc.»oS ZensM's. stufmänniickte LehrlingSheime für den Nach- muckis im .Hande''Sflnnbe u. a. m.

gierungrn tiefer Staaten an ihre nachgeordneten Beamten weiter- 9«^ben. istOhne icbcn Vorbehalt machte er das Zugeständnis, baß Mißgriffe und Verfehlungen vorgekommen seien, unb er scheute 11<cut offen anS^usprechen, daß sie vorkommen mußten, weil mrrn von den unteren Beamchm nickft voraussetz^n könne, daß sie sich in wenigen Tagen ober Wochen aus dem alteinge­wurzelten RechtSverMtniS unb der ifmen zur zweiten Natur geworbenen Praxis in ben freien Geist des Gesetzes hinein» ftigcwohncn vermögen. Hatten süion diese Erklärungen die linke Seite des HauftS und auch das Zentnim mit außervrbentlickier Genugtuung erfüllt, so ging geradezu frohes Staunen durch das HauS unb erbrauste dann der Beifall um so mächtiger, als der ötaatöfefrebür eine der F-vagen, die in den Verfassungsdebatten XfSSvoße Kopfschmerzen verursacht unb jetzt ber Gescttastrordni'ngsümnuission fd^icrige Arbeit machen wird, aus dem Handgelenk heraus in verblüffend einfacher Weise löste, bie orage der Interpellationen. Er richtete nämlich an dre ^irterpellaitten über bie Anwenbung deS Sprackicnparugraphen gegen die polnischen Geiverkschaften und über die Handhabung des VereinSgesctz-s überhaupt bie Aufforderung, ihm alles Ma- teruu, das ihnen zu Klageir, Besckpocrden und Fragen Veran- lajlung gäbe, kurzerhaiü) persönlich mitzuteilen und er fidxrte die Abstellung einer jaben Frage, soweit sie berechtigt sei, zu. Wenn

J&eiJe die Regierung stets den Willen zeigt, auf die <*r Parteien ciii^ugclxn, auch der Oppositionsparteien, wäre dre Frage, ob man an Interpellationen Anträge knüpfen soll, mit der Frage der Jnterpeltattonen überhaupt erledigt

Herr Kratke, der nod) Herrn v. Brihmann-Hollweg baS Wort ergriff, war nicht so entgegengommend bei seiner Er- wwerung aus die Angrine, die bcr Vor, > tzende bcr Bubgetkom- miuion, &err v. G a mp gegen die Postvenvaltung gerickftet hatte. Aus dem vauje sprack, zum (Etat heute nur der Abg Schrader. Er ließ die Erklärung des Fürsten Bülow über die auswärtige Politik Revue passieren unb machte zu einigen F-cstltellungen eilt kritisches Fragezeichen. Der Rcid-skanzler machie

ra 111**1": _ p Zuhörer 9d)lizen und gab durch Mt hrfcui-cs rvopsniaen seme Zustimmung -u erkennen, als Herr v. Schrader non den Diplomaten anstelle vcralleter diplomatischer Ki'mste die Elgciischaften eines Staatsmaniis verlangte. Dann gab der Staats­sekretär des K o l o n i a l a m ! S bie erwartete Erklärung ab; unter

^bßaft^n hört! hort! des gesamten öauicS bc^eidjnete er die Meldungen desStandarb" als erf-nden.

Ausland.

Tschechisches. In uem nuj en Lanbstädtchen Schlatt ttmrben allen Abonnenten des deutsd-rnPrager Tagblatt" die O-enster eiitgesd>lagen. Das Blatt, bas aud> von tschcd)ischen Kauf­leuten wegen seines Handelsteils gehalten wird, ist von den Tichechcn boykottiert. Die tsd-echifchcu Pcstbcamlen hatten die Adreneu der Abonnenten ausgeliefert und bie Ansttster, bie sämt­lich aenau bekannt sind, ivurticn von den tscl)cchisehen Beamten der Bezirksl-auptmannsdwft in keiner Weise behelligt.

DeröfterreichischeMinisterpräsidentBienerth hol gifkrn im Abgeordneten hause anläßlich der Budgetdebatte eine längere Diebe gehalten, worin er die iirnerpolitische Lage deS Landes besprach.

Der Kampf um das Frauenstimmrecht in Eng­land. Als die Mahlrechtlerinnen gestern im Maidenheab eine Agttatwnsversammlung veranstalteten, wurde diese vom Publikum unter unbcsd-reiblicheu Kampf- uns Tumultszencn gesprengt. Als bie Susfragets lange nicht »um Weichen zu Dringen waren, ließen besondere Henner der Frauennatur eine Anzahl lebender Mäuse auS Falleii frei unb bie tapferen Wahlrecy.samazoneii entflohen in alle Winde. Die zurückgebliebene Versammlung nahm bann; einftunnug eine Resolutton gegen bas Frauenstimmrecht an.

Die Kosten des M a ro kko f e l dzu g c s. Für bie Ma­rokko truppen wird vom sranzösisd.'en Parlament eine Nadftrags- bewilligung von 25 Millionen verlangt Für 1907 mürben 16 m «v-1}6.11 2er Kriegszug hat also bisher uumittclbay

41 Millwnen gekostet

Ausstanö m Venezuela. In New-York fütb' Tel«, gramme aus EaracaS, ber Hauptstabt von Venezuela, eingetroffen, benen zufolge in Venezuela ein Ausstand auSgebrochen ist, der sich gegen ben nach Euwpa unterwegs befinblid)en PräsidentenI Gastro rid>tet.

Versammlung der VerbandHhessischer Zimmermelfter.

_. , _ td. Gießen, 8. Tez.

Tie Versammlung, die der Verband hessischer Zimmermerster 0111 Sonntag nach Steins Garten einberufen hatte, war von ca. 60 Angehörigen dieses Handwerks besucht, zu denen sich noch Meister aus anderen Handwerken gesellten. BunbeS-Sckretär Schneider sprach über bie Bilbung von Zwangs- unb freien 3nnungcn für bas Zimmerg-werbe. Er wva bie Vorteile und '^as7«ei e t - Zwangsinnungen gegen die der treten Innungen ab unö kam dabei auf den § 100 g der Gewerbeordnung zu sprechen, der den owangs-Jnnungen untersagt ihre Mttglieder in der ^estfetzung von Preisen ober in dec Annahme von jvunden zu beschranken. Gieser Paragraph müsse geändert werden, er sei ju weitgehend. Der Redner glaubt, baß bie Hanbwerkervertre- tungen m bieier Richtung beim Bunbesrat unb auch beim Reichs­tag Gutgegenkommen finden. Er trat für die Bildung von ZwangS- Jnnungen ein, da daburch eine ftobilcre Crganiiation des Hanb- cm- < erreichen sei, als burch freie Innungen, aus denen jebes Mttglieb zu feder Zeit wieder heraus könne, wenn ihm bie Be- Idjlunc ber Mehrheit nid)t paffen. Obermeister Petri von ber Freien Innung bcr Weißbinder in Gießen trat warm für eine örgannation aller Handwerke ein. Er legte bar, wie bie Freien Innungen im Weißbindergewcrbe, bie sich zu einem großen Ver- banbe in ganz Deutfchlanb vereinigt haben, großes leisten nicht