Ausgabe 
14.10.1908 Zweites Blatt
 
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Klein-Linden, den 14. Oktober 1908,

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Die Beerdigung findet Donnerstag 15. d. Mts., nachm. 3 Uhr in Klein-Linden statt.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, bei dem Hinscheiden unserer mnigstgetieblen Mutter, Groß- muttcr, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Laute (.08588

groii Wilhelme Lrbig, geb. Frech sprechen mir hiermit allen Lerwandten u. Bekannten nur aus diesem Wege unseren innigsten Dank aus.

Die trauernden Hinterbliebenen

Gießen, den 14. Oktober 1908.

Todes-^nzei^e.

Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mit­teilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsern lieben, unvergesslichen Gatten und Vater, den

Metzgemeister 3?h. Weiss

im noch nicht vollendeten 28. Lebensjahre Dienstag abend 8 Uhr nach kurzem, schweren Leiden in ein besseres Jenseits abzurufen. Um stilles Beileid bitten

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Frau Klara Weiss geb. Weigel und Kind

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London, 14. Oft. Der Petersburger Korrespondent des Standard" behauptet aus bester Quelle erfahren zu haben, daß der L>auptgegenstand der Verhandlungen Is­wolskys in London sich hinter der Frage der internationalen. Konferenz verberge. Wenn die Erklärungen, die dem Korrespon­denten hierüber gegeben wurden, richtig seien, dann habe Is­wolsky das Projekt eines englisch-russischen Einverständnisses in seinem Portefeuille aus Petersburg mitgebracht und über diesen

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 15. Oktober: Fortdauer der trockenen Witterung, vielsack) Trübung durch Nebel. Kühl. Oestliche Winde.

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Airchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag, den 15. Oktober, abends 8 Uhr, im Matthäus- saal: Bibel stunde (Buch Hiob).

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die von AngeMriaen begleitet find? sofort bestättöt werden. Die anbeten werden beiseite geräumt und bleiben liegen, bis man Zeit für sie findet.

* Der Leutnant. Herr Leutnant Spier hort in der Nacht Geräusch im Zimmer und erwacht. Er ruft:Wer da?", da sagt ein Mann Der kaum vor Zittern reden kann: Ich such' nach Geld, Herr Offizier, Weil ich so lang' an Hunger litt."Ach so," ruft rasch Herr Leutnant Spier, Da such' ich mit!"

Kleine Tageschronik.

Direktor Weißmann des Kreditvereins in Krakau wurde wegen Unterschlagung von 180 000 Kronen verhaftet.

Die Eholerastatistik verzeichnet in Petersburg 77 neue Erkrankungen und 27 Todesfälle. Der Rest der Kranken be­trägt 1119. .

Wilbur Wright empfing vom Kronprinzen em Tele­gramm, in dem er ihn zu seinem glänzenden Erfolge beglück­wünscht und bedauert, nicht Augenzeuge gewesen zu sein. Das Telegramm hat in Paris Aufsehen erregt. In seiner Antwort gibt Wright der Hoffnung Ausdruck, den Kronprinzen einmal als Be­gleiter aufzunehmen.

Zwei amerikanische L u f t s ch i f f e r entschloffen sich, im Ballon über den Atlantischen Ozean zu fahren.

In Mexiko wurde ein starkes Erdbeben von 40 Sekunden Taner verspüil.

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früheren Verhandlung, die vor etwa zwei Fuhren stattge- s.mden hat, soll ein Kapellmeister sein Gutachten dahin ab» gegeben haben, daß die Pauke allgemein zurStreichmusik" c,rechnet oder darunter einbegriffen werde.

* Von einem Gang durch denPreobraschenskY- ffiirchhof, auf dein die unglücklick)en Opfer der Cholcra- kpidcmic ihre letzte Ruhestätte fiitben, gibt der Petersburger ^nicksterstattcr eines großen englischen Blattes eine erschütternde echilderung. Der Friedhof liegt eine Viertelstunde außerhalb Ettersburgs auf den: Wege nach Moskau; zwei hölzerne Kirchen limkieren das Tor der Stätte des Todes. Das eine Gotteshaus l geöffnet: noch liegen hier 47 Särge mit Toten, die zu be-- icbcn gestern die Zeit nicht ausrcichte. Krächzend umkreist eine ichar krähen dcn Turm der zwetten Kirche. Hier vor der rchentür liegen lässig übereinandergeschichtet 34 Särge; man icht ihnen an, daß sie hastig und ohne Sorgfalt gezimmert du eben; kaum daß sie zusammengenagelt sind; zwischen den feiettcm gähnen Risse und Löcher. Auf einigen sind mit Reiß­igeln hastig improvisierte Weiße Papierkreuze angehestet; eilig r.it Blauschrift hingelritzelt stehen auf andern die Namen der > erstorbenen. Die meisten aber haben weder Kreuz noch Namen, 'm den Sarghaufen schreiten Leute; sie suchen ihre Toten und -jen die weist ungenagelten Sargdeckel in die Höhe, um mit jit Tränen mwdunkelten Augen einen Blick auf die Leichen zu rrftn. Aber im Innern der Slirdye ist die Szene noch grauen- ,ller. 91 Särge stphan hier in langen Reihen; kaum 30 davon cib mit einiger Sorgfalt gearbeitet, sie gehören den Vermögen- Krn, und man hat sie darum in der Nähe des Altars aufgestellt, ^if einzelnen sieht man einige kämmerlicl-e Blumenspenden, auf Indern flackern unruhig brennende Wachskerzen, deren ungewisses illht das Dunkel des Kirchenraumes phantastisch durchzuckt. An |:ai Fußenden sind kleine Papierschilder angebracht: die Namen yit Toten. Hinter den Särgen knarren die Schritte gramgebeugter ^gehöriger. Hier knien sie oder werfen sich gcbrodln auf die Erbe, und in den monotonen Gesang des Geistlichen mischen sich : c mühsam verhaltenen Schmerzensrufe und das Schluchzen der brauen. Die Lust ist schwer und dumpf und getränkt von dem r ;:ßcn Geruck) der Desinfizierungsmittel, durck) die eine blaue Joge süßlichen Weihrauchs schüver hmzicht. Draußen auf dem Kirchhof sind die Totengräber am Werke; Arbeitslose haben das Amt übernommen, M helfen. Am Ende des Kirchhofs ist ein Keiner Schuppen. Die Tür ist unverschlossen. Man tritt cm, und ein gräßliches Bild enthüllt sich; vom Boden bis zur Decke nt wirrem Durcheinander auf geschichtet liegen hier die Särge rn.it den Leichen umher, die noch nicht bestattet werden konnten, h-nbert, hundertzwanzig oder mehr. Man kann nicht mehr als

40 Tote am Tage beerdigen, und was der Zug täglich bringt, ift fast d as Doppelte. Man hat den Eindruck, daß nur die Särge,

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Puntt wurde in diesem Augenblick besonders verhandelt. Die Kwrdgebung habe die plötzliche Aenderung ht der Haltung Deutsch­lands gegenüber dem Konferenzgedanken zur Folge gehabt.

Triest, 14. Okt. Ein hiesiges großes Handelshaus erhrelL aus Saloniki die Annullierung einet großen Staffi- nade-Zucker-Bestellung. Die Nachricht ruft in hiesiger Handelskreisen große Erregung hervor.

Konstantinopel, 14. Okt. Entgegen den 9(blcugnungeif in Sofia konstatiert das BlattSabah", daß die militär if cn VorbereitungenBulgariensinverstärkterWeise fortdauern.

Jaffa, 14. Okt. Bei der Ankunft eines ö ft e r r e i ch i s ch e n Dampfers veranlaßten Agitatoren die Bootsleute und Aus­lader, das Schiff zu boykottieren. Das Schiff wurde dann von der Scknffsmannschast entladen. Später griff i>icj aufgeregte Menge das österreichische Postgebäude an und zerstörte' es teilweise.

Eanea, 14. Okt. Die Kammer hat sich aufgelöst. Ein provisorisches Komitee wurde gebildet und mit der V e r w a 1 t u n g der Insel Kreta im Namen des Königs von Griechenland betraut.

Belgrad, 14. Okt. Abends fanden vor dem Michael- Denkmal abermals Demonstrationen statt. Eine auf dem Denkmal angebrachte Fahne mit der AufschriftKrieg gegen Oesterreich-Ungarn" wurde zwar von Gendarmen herunter­geholt, jedoch von den Demonstranten den Gendarmen wieder entrissen und verbrannt. Heute beabsichtigt nun die Univeis.täts- Jugend große Kriegsdenwnstrationen. Die Regierung unterhandelt mit französischen Finanziers wegen Aufnahme einer neuen 60 Millionen-Franks-Anleihe.

Raab, 14. Okt. Die in den hiesigen Waggonfabriken ar­beitenden serbi schen Militärpflichtigen erhielten Order, sich sofort bei ihren zuständigen Regimentern zu melden.

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Bümkenburg aus i» üi ben Ece beidcgen die Eigen- md ruderten dem Hirsch und es jum Kentm us Berlin kommt die lemeur R. Fiedler ge- en, die die Eigenschaj! zu Heller Flamme zu end iveüer zu brennq nicht löschen zu lassen vom Erfinder fünsmÄ den Wasserkünsten vvi strecken der Seen uni iauchentwicklung bis js er F-euerwehr hat sich 0-30 Mrk verdient, bit |cn mürde, den Wasser lugendlicklich prust Mi iedler hat also das sei! Geheimnis des Griech? ihm gelang es M 1000 FahrZeugen te ntinopet $u uemityz ß. Sie waren stdof das selbstentMM retGuge hinein gc Bereitung war frei mfetztmtz der Ficbler- mnt geworden. W entwickelt die FW nur Brücken in Stffl fürchteten Stacheldrch :cn. Bayern beabsit estehenden Fahrhundm Staatspost neue Mck wurde ein Wen« e einiger Mmdch wie die ° lch eingehender Mp ' entscheiden Es^ nein Wechsel der 'M eii Äbstand zu W '6inbClltr9ffS it damals teine -uW Mdruck als unpw^ L -Karlen ausgeg^

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