Ausgabe 
14.3.1908 Erstes Blatt
 
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Biographen

Borchers, dahier.

Sheschliehungen.

llandt-'l

des

. . 91.901 Elektriz. Lahmeyer

Elektriz. Schuckert

3% Portugiesen Serie I

Portugiesen

3%

III

137.60

Ungar. Goldrente Italien. Rente .

. 198.00

. 111.20

26 IW 143Ä 118x0

4% Öesterr. Goldrente.

4l/6 % Oesterr. Silberrente

4%

4%

193.P0

26w

98E0

14931

4%°(0 rnss.Staatsanl. 1905

4%°l0 Japan. Staatsanleihe 4% Couv.Türken von 1903

3^A 3%

60.70

61.50

94.-0

87.25

95.00

Harpener Bergwerk. . Lanrahütte . . .

Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose

. 149.60

. 49.70

. 85.50

. 65.80

. 96.00

s^°A 3%°/<

Reichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberhessen

. U7.W . 103 W . 204.W

124"® 2381® 138-®

137.T) 202-2

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz - fest.

. 145.90

. 124.00

. 238.00

Giessen, den 14. März 1908.

Grossh. Polizeia-mt. Reinhart

Türkenlose 4% tiriech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . . 4>i°/0 Chinesen . . .

Aktien:

Bochum Guss .... Buderus E. W. . . .

Tendern: fest.

Ein Antrag des Abgeordneten Tr. Glas sing, betr. Er­gänzung und Abänderung des Enteignungsgesetzes- vom 26. Juli 188-1 und die Uui-legunq vo n Grund sttiefen in größeren Städten uitsercs Laubes. Er gebt dahin, die Groß!). Regierung zu ersuchen: o) baldigst den Ständen einen Gesetz­entwurf vorzulegen, welcher unter Ergänzung des Artikels 15 des Enteignungsgesetzes vom 26. Juli 1884, sowie unter Ab­änderung des Artikels 69 dieses Gesetzes die Gemeinden ermächtigt, im Wege der Enteignung gegen volle Entschädigung solche Grund- kticke von geringerem Flächeninhalt definitiv zu erwerben, die an ich zwar zu dem Unternehmen nicht erforderlich sind, jedoch derart an der bauplanmäßig festgestellten Straße gelegen sind, daß sie nur durch Zusammenlegung mit anderen Grundstücken zu bebaunngssähigen Grundstücken gemacht werden können, b) dem von den Abgeordneten Müller und Tr. Buff am 12. Februar 1905 auf Umlegung von G r u n d st ü ck e n gestellten Anträge durch eine besondere Gesetzesvorlage näher zu treten.

mit dem nötigen Taktgefühl geschehen.

Abg. Tr. G lass in g wendet sich gegen den Abg. Adelung irttb bespricht Fürsorgegesetz, Kinderschutz, Bauordnung usw.

Nächste Sitzung Dienstag 10 Uhr.

*

In der vorgestrigen Kammersitzung machte Abg. Tr. Fulda Ausführungen über die Gemeinde Rödgen im Kreise Fried­berg, nicht Rödgen im Kreise Gießen, wie durch ein Versehen unseres Berichterstatters in unserem Kammerberichr zu lesen war. T'ementsprechend beziehen sich auch die übrigen Ausführungen des Redners aus den Kreis Friedberg. Es sei ausdrücklich festgestellt, daß von den Kommunalverwaltungen des Kreises Gießen überhaupt nicht gesprochen wurde.

lichen Blätter von dem doch für irden Sozialpolitiker so wich­tigen Jahresbericht der Gewerbeinspektion feine Kenntnis genommen haben, wahrend sich die sozialdemokratrschen Blätter so viel damit beschäftigten. Weiter beklagt Redner, daß soviel aus­ländische Arbeiter den deutschen Arbeitsmarkt überschwemmten und daß, namentlich in Offenbach, Hunderte von russischen Arbeitern die dortigen Arbeitsverhältnisse sehr verschlechterten. Er frage die Regierung, was sie in dieser Hinsicht zum Schutz der heimischen Arbeiter zu tun gedenke. Redner beklagt auch, daß die Zuschüsse deS Staates zu den Polizeikosten in den größeren Städten zu gering bemessen seien. So müsse Tarmftadt für seine Polizei nicht weniger als 300 000 Mk. aufbringen. Weiter führt Redner aus, die Straßen würden jetzt durch allerlei Plakate anstößigen oder täuschenden Inhalts verunziert, beson­ders durch Plakate, in denen zu Vorträgen über das Geschlechts­leben, Liebe und Ehe, Verhütung von Empfängnis usw. ein- oeladen wird. So war auch jüngst in Bensheim zu einem Vor- ttag über das Geschlechtsleben eingeladen worden, bei welchem die intimen Vorgänge noch durch riesige Bilder illustriert wur­den. Tie Einladung zu diesem Vortrag war vom Gewerkschafts- kartcll ausgegangen. Solche Vorträge und solche Plakate bil­deten eine Gefahr für die Jugend und die Eltern sollten ihre Kinder davor bewahren. Errufe nicht nach Polizei und Staats­anwalt, aber die Rufe nach Abstellung dieser, die öffentliche Moral gefährdenden Tinge seien allgemein. (Beifall.)

Minister Braun entgegnet dem Vorredner, bez. der aus­ländischen Arbeiter, es sei für die Niederlassung der Russen in Offenbach, deren es z. Zt. 800 dort gäbe, eine besondere Erlaubnis nicht erforderlich gewesen. Tie Regierung sehe auch keinen Grund, den Leuten diesen Aufenthalt zu versagen, so lange sie feine Veranlassung zur Ausweisung gäben. Eine solche würde nur in der Gefahr liegen, daß die betr. Arbeiter der Armenpflege anheimfallen. Tic Regierung werde aber in jedem Falle nach den Gesetzen der Menschlichkeit verfahren. (Zustimmung.) Betreffs der vom Vorredner gerügten Plakate fehle es an den nötigen gesetzlichen Bestimmungen. Turch das Reichspressegesetz würden die Plakate nicht berührt. Es seien hierfür nur die Art. 43, 47 ff. des hessischen Gesetzes für Truckschriften zuständig, nach welchem das Anheften von Plakaten nur verboten werden könne, wenn sie die Einladung oder Ankündigung zu verbo­tenen Versammlungen erhielten. Ter Minister erklärt zum Schluß daß er in der Auffassung über die Beurteilung derartiger Vorträge ganz auf dem Standpunkt des Vorredners stehc. Die Art, wie zurzeit das Sexualleben von vielen Seiten behandelt werde, be­deute zweifellos eine schwere Gefährdung der öffentlichen Moral. (Leb. Zustimmung.» Wenn man auch das Bestreben nach uAf- klärung und Belehrung anerkennen müsse, so dürfe es doch nur

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Etörse, 14. März, 1.15 Uhr.

März 7. Gregorius Linde, Knecht, mit Margarete Waldschmidi, beide dahier. Heinrich Stamm, Trogist in Frankfurt a. M., mit Helene Müller, dahier. Johannes Schiermann, Postsekretär in Frankfurt a. M., mit Elisabeths Schmulbach, dahier. Otto Degenhard, Kaufmann, mit Emilie Rusag, beide dahier. 9. Kat Klein, Elektromonteur dahier, mit Georgine Krieger in Ginnheim

Geborene.

März 1. Dem Kellner Johann Markert eine Tochter, Helem Erna Antonie. 5. Dem Eisenbahnschaffner Peter Kuhl eint Tochter, Wilhelmine Frieda. Dem Friseur Karl Muhl einSohn. 6. Dem Privatdozenten Dr. Jan Versluys eine Tochter Johanna Maria Ehristine Juliane. Dem Buchdruckereibesitzei Max Albin Klein eine Tochter, Marie Margarete. Dem Messer- chmied Romano Mase eine Tochter, Pia. Dem Heizer Philips Rocker eine Tochter. Dem Bauaufseher-Aspiranten Ludwig Weix ein Sohn, Walter Otto. Dem Vizefeldwebel Wilhelm Jakcd- Post eure Tochter, Maria Josephine Irmgard. Dem Eisenbahn- chaffner Peter Fackincr eine Tochter. 7. Dem VizefeldwebrL Friedrich Kreyling eine Tochter, Elly Dirra Emma. 8. Dem Schlosser Martin Fischer eine Tochter, Mathilde. 11. Dem Glasermeister Ludwig Scherff eine Tochter.

Gestorbene.

März 6. Gustav Frank, Großh. Landgerichts-Kanzleiinspekü- i. P., 52 Jahre alt, Bleichstr. 15. 10. Katharine Reuter, aet- Theis, 33 Jahre alt, Sonneirstr. 13. 11. Ludwig Psaff, 4 Mit. alt, Große Mühlgasse 40. Katharina Johanna Ruth, 5 Jahr- alt, Reustadt 19. 12. Balthasar Pfeiffer, Geschirrhändle^ 58 Jahre all, Rerrenbälie 2.

82.40

91.90

82.30

91.50

92.00

99 00

99.60

94.05

berliner Börse, 14 MäJz. Anfangskurse.

Eschweiler Bergwerk . -

Gelsenkirchen Bergwerk . 188-w Hamburg-Amerik. Paket!. Hl'1" Harpener Bergwerk. . 193-~ Laurahtitte 209N Nordd. Lloyd . - -

Obeischles. Eisen-Industrie 9o.w Berliner Handelsges. . lb*4® Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .... Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommaudit . . Dresdner Bank .... Kreditaktien Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn Gotthardbahn Lomoard. Eisenbahn . (Jesterr. Staatsbahn . . P n nce-Henri-Eisenbah n -

^nv.tT5 Uhr" naclun. JS£ Engelapotheke

Die nach- A aps7a o sind Sonntag den 15. März dm stehenden ß. C 1 £i 1von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts für dringende Fälle sicher anzutreffen. \D7IS

Dr. Ploch, Asterweg 9. Dr. Schliephake, Goethestr. ti-.

F. Wagner. West-Anlage 49.

Dre zweite Lesung des Quellenschutzgesetzes begann. Ein­tönig schlich die Debatte bei den etnzeliren Paragraphen dieses gewiß nicht unwichtigen, aber der Allgemeinheit doch nur beschränktes Interesse abnüngenden Gesetzes dahm; Vorlage, Kommissions- beschlrtß und Abänderungsanlräge gaben Stoff zu langen, aber nicht sonderlich packenden Reden. Und schließlich war das Er­gebnis, daß das Gesetz so ungefähr in der Fassung der Vorlage, bereichert um die Kommissionsbeschlüffe, Annahme fand. vier Stundest halte ein nachgerade ungewöhliches Ding die Sitzung gedauert, als Herr v. Kröcher die Erledigung der Tages- ürbiiinig ankündigen konnte. Am Samstag wird das Haus die Vorlage wegen der H a s t p f l i ch t des Staates, her So tu­rn un en n n d a n d e r e r V er b ä n d e j ü r M i ß gr i f s e der 12) c a in t e ti zu beraten haben; wenns die Götter jo wollen, soll

Versicherungen der Brandversickerungskammer auch solche Plötz- ' liche Unglücksfälle mit mnznbeziehen.

Ministcriatrat Dr. Best bemerkt dem Vorredner, tn der Brandversia^erung seien zurzeit auch die Explosionsschäden bei . «Dampfkessel-, Heiz- und Beleuchtungskörpern mit cmbezogen Es seien aber bereits Erwägungen darüber in die Wege geleitet morden, für alle Explosionsschäden in Zukunft die Versicherung Platz oreifen zu lassen. Tas dementsprechend eintretende Rnrko würde voraussichtlich nicht sehr groß werden und eine Erhöhung der Versicherungsprämie nicht bedingen. Für Fabriken, die mit der Herstellung von Ervlosionskörpern beschäftigt sind, könnte allerdingtz des hohen Risikos wegen eine Einbeziehung m die Versicherung nicht befürwortet werden. Ta übrigens in nächster Zeit eine Abänderung des Gesetzes infolge der im Reichstag zu erledigenden Vorlage über die VersicherungÄerträge notwen­dig werden dürfte, so könnte dann die gewünschte Bestimmung mit ausgenommen werden, Client, auch mit rückwirkender Kraft. Tie Angelegenheit sei jedoch im Schoß der Regierung noch nicht abgeschlossen. . , .

Ministerialrat Usinger kommt auf die gestrigen Aus- Uhrungen des Abg. Wolf bezüglich der Sonntagsruhe m der Landwirtschaft zurück unb hält es als durchaus im^Jnterefse der Kirche liegend, wenn die Vorschriften über die Sonntagsruhe mir dem Lande mit möglichster Milde zur Anwendung, kommen.

Abg. Finger wendet sich eingehend gegen die Ausführungen Ires Abg. £rb über das Kinderschutzgesetz, die Gewerbeinsvektwn, die Wohnungsfürsorge rc. Tie ArbeitskamMern müßten so, ein- gerichtet fein, wie es jetzt im Reichsentwurf der Fall sei und nicht, wie es die Abgg. Crb und Raab wünschten.

Dbg. Adelung bespricht die Fürsorgegesetzgcbung und er­innert an einen früher von ihm! gestellten Antrag, in welchem er die Schaffung einer besonderen Behörde für diese wichtige Frage in Anregung gebrackst hat. Bezüglich der Vergebung von öffentlichen Arbeiten wünscht Redner, daß dabei das heimische Künstgewerbc eine größere Berücksichtigung finden möge; Redner sühpt verschiedene Beispiele an, in denen die hessische Arbeit nicht genügend berücksichtigt wurde. In Worms und Mainz seien im letzten Jahre auch ausfallend wenig Betriebe revi­diert worden im Vergleich zu anderen Städten. Es frage sich, vb nicht doch der Mangel an Assistenten mit die Schuld daran trage.

Minister Braun geht auf die Darlegungen des Vorredners näher ein. Unzutreffend fei, daß man über ein Kind, wenn eine strafbare Handlung begangen hat, einfach vom grünen Tisch aus die Zwangserziehung anordne. Das Vormundschafts­gericht stelle in solchem Falle vielmehr eine sehr eingehende Untersuchung an und treffe erst nach gründlichster Prüfung aller Verhältnisse seine Entscheidung. Gegen die Behauptung des Vorredners, die Erziehungsanstalten in Hessen seien die reinen Gefängnisse, müsse er aufs Entschiedenste protestieren. Er habe schon früher besonders den konfessionell geleiteten Erziehungsanstalten seine volle Anerkennung ausgedrückt für ihr segensreiches Wirken. In ihnen werde auch die Schabloni- sierung in der Behandlung und Erziehung möglichst vermieden. Tie Regierung bevorzuge übrigens auf Grund der guten Erfah­rungen im Interesse der Kinder die Erziehung m den Familien; sie halle die Rücksichtnahme auf die psychologische Eigenart des Kindes als eine der wichtigsten Aufgaben.

Betreffs der vom Abg. Adelung erwünscksten Errichtung

doch bilderreiche Sprache verlangt klarste Gliederung. Die Geste auf beit griechischen Vasen ist im übrigen hier vorbildlich.

Der junge halbbarbarische König Kandaules scheint mir ein Freund der goldenen Baechnsgaben, abentcuer(uftig, lebens- und schönheitsberauscht in wilden Machtrausch befangen, als Besitzer der höchsten Schönheit in einem bis zu deren Preisgabe gesteigerten Glückstaumel. Zudem von aufflammender Prahlerei, der von den Geistern der Rebe entflammt (der Becher darf nicht so schnell ver­schwinden !) den Freund zur Gattin lockt, von seinem jähen Tempe­rament hastig ohne Uebedegung getrieben. Weingärtner er­klärt ihn ganz anders. Er findet den Schlüssel zum Eharakter des Kandaules in dem Zuge, mit dem ihn seine Gattin einmal kenn­zeichnet :er war zu gut". KandauleS ist ihm ein bereits im reifen Mannesalter stehender liberaler Philosoph, ein edeldenkender Fürst, der wehmütig dem untergehenden Heraklidenstamm nachsinnt, den plumpstarken Ahnherrn zwar verspottet, aber doch neidisch feiner Größe gedenkt. Aber auch diese Auffassung, die gaiij und gar nicht seine Freveltat erklärt, führte W. nicht fonfeguent durch. Die Worte:

Du willst, wies scheint, Den Enkel des Herakles einmal sehn. Nimm dich in acht, er schläft nicht allzu fest!", ttnrrf er z. B. ganz nichtachtend fort. Ten Höhepunkt feiner Dar­stellung erreicht er im Dialog mit Gyges, der dem Zweikampf vorausgeht. So gibt er alfo feine Spur von überschäumendem Geblüt, dafür aber um so eindringlicher die Erkenntnis seines Fehls und die todbereite Ergebung ui sein selbstverschuldetes Schicksal; so wuchs er aus Nüchternheit erst spät in ein tieferes geistiges Element hinein, aus dem der wundervolle Monolog über ben Schlaf der Welt zur nötigen Bedeutung kommen konnte. Hier ward die Dichtung zur Tragödie des aufgeklärten Königtumes. Fürsten, so deduziert Hebbel, sind die berufenen Hüter der lieber- lieferung, auch der Tradition, die ste nicht mehr achten können.

Dora Ormont war eine lieblich-edle Lesbia, Gareis ein recht wackerer Thoas, klug und zurückhaltend, schlicht, bieder, kernig.

Es ist charakteristisch, daß der Beifall anfangs mir schüchtern sich hören ließ und erst gegen den Schluß kraftvoller wurde. Die wichtigste unb wuchtigste Szene aber, die vorletzte, ging seltsamer­weise beifallslos vorüber, trotz bester Darstellung. P. W.

*

Der italienische Schriftsteller Edrnondo bc Amt eis ist am Mittwoch in Bordighera plötzlich gestorben. De Amicis war 1846 geboren, trat 1835 als Unterleutnant ins Heer, nahm an der Schlacht von Custo^za teil unb leitete von 1867 in Florenz die Zeitschriftl'Jtalia M'litare". Seit 1871 widmete er sich ganz der Schriftstellerei,

Kleine K u n st chroni k. Professor Iwan Knor r wird im Herbst die Leitung des Hochscheu Konservatoriums zu Frank-- surt a. M. übernehmen an Stelle des ausscheibenden Professor

Bernhard Scholz. Geheimrat Bode, der Generaldirektor der preuß. Museen, erklärt, daß er mit der Angelegenheit Tschudi , . , . .

in keinerlei Zusammenhang zu bringen sei, geschweige auch das Quellenschutzgesetz am Samstag in dritter Lesung erledigt Benn irgendwie an feinen Rücktritt denke. [ werden.

einer besonderen Behörde für die Jugendfürsorge bemerkt der Minister, daß z. Zt. schon die Kreisschulbehörde verpflichtet sei, gemLinsam mit dem Kveisgesundheitsamt alljährlich eine Besichtigung vorzmrehmen. In jebeni Orte eine besondere Aus- sichtsbehörde einzurichten, werde aber kaum durchführbar sein. Jnbetreff der Airregung, bei Vergebung von Sichmissionsar- beiten die Bedingung aufzustellen, daß der betreffende Unter­nehmer tarifmäßige Löhne zu zahlen sich verpflichte, könne er nvitteilen, daß über diese Frage schon eingehend verhandelt wurde und auch zumeist darnach verfahren werde. Eine strenge Turchführung solcher Vorschriften sei indessen nicht so einfach.

Geheimerat Freihr. v. Bi ege le ben beantwortet gleichfalls einige Anfragen auf sozialpolitischem Gebiete.

Abg. Kor eil erörtert verschiedene landwirtschaftliche Fra­gen und wendet fick bann gegen den Abg. Orb und dessen Aus­führungen über das Kinderschutzgesetz. Ter Regierung empfehle er ihr Wohlwollen für die Landwirtschaft mehr in Taten umzu­setzen und besonders den Ackerbau kräftig zu fördern.

Abg. Tr. Osann führt Klage darüber, daß die bürger-

Börsen-Woche«berichr.

Frankfurt a. M., 13. März.

Heber den Ozean kam diese Woche eine bessere Welle Die Knickerboker-Companv, deren Schließung f. Zt. so viel Staub aufgewirbelt hat, soll demnächst ihre Schalter wieder öffnen unb die Geschäfte von neuem aufnehmen: auch verlautet, das; die Bundes- reqierung unter gewissen Voraussetzungen in eine Erhöhung der Eisenbahutarise einroifltgen werde. Dies scheint die Eontremine in Wallstreet zu Deckungskäufen veranlaßt zu haben, unter deren Ein- Wirkung die Kurse an der Rew-Porker Börse etwas angezogen haben. Bei uns griff man diese Gelegenheit sofort auf, um auch hier einer besseren Strömung zum Durchbruch zu verhelfen; der Erfolg war aber nur ein ganz vorübergehender, denn nach ein bis zwei festen Börsen griff die alte Lethargie wieder Platz. Man hat eben noch kein festes Vertrauen zu einer nachhaltigen Besserung der New-Porker Börse und dem amerikanischen Wirtschaftsleben, wenn auch vereinzelt Symptome dafür in die Erscheinung treten, aber da der Zeitpunkt der Präsidentenwahl noch zu weit entfernt ist und vorher erfahrungsgemäß die Gemüter darüber nicht recht zur Ruhe kommen, so will man an einen neuen Aufschwung noch nicht recht glauben. Man ist hier umsoweniger zuversichtlich ge- timmt, als *bte Verhältnisse bei uns noch immer viel zu wünschen übrig lassen. In den maßgebenden Industriezweigen ift von einer Besserung noch nichts zu versvüren, im Gegenteil, die Kurve bewegt sich noch nach unten. In der Eisenindustrie muß man sich zu neuen Preisermäßigungen entschließen-, vom englischen Eisenmarkt werden ebenfalls Preisherabsetzungen und Betriebseinstellungen gemeldet, dazu kommt, daß bei uns auch der Geldmarkt noch immer eine vorsichtige Ueberwachuug erheischt. Der andauernde Bedarf der Bundesstaaten, des Reicks, der Städte und heimischen ^ndustriegesellschaften absorbiert alle Mittel, die dem Markte zufließen. Die Plazierung der neuen Werte stößt sogar teilweise schon auf Schwierigkeiten und unter diesen Umständen wird bei uns der Zinsfuß nur langsam zurück- gehen. Jetzt wirft der Quartalbedars seine Schatten schon wieder voraus. Unter diesen Umständen kann eine nachhaltig feste Ten­denz nicht recht auskommen, umso weniger als auch politische Faktoren die Börse fortwährend noch beschäftigen; auch das Schicksal der Börsengesetznovelle wirkte ungünstig auf die Börse ein, ebenso die großen Verluste, die in Paris an Diamantwerten erlitten werden. Das Aursniveau hat sich gegen die Vorwoche kaum geändert, der mäßigen Aufwärtsbewegung folgte gleich wieder eine Abschwächung. 3 proz. und 3Vs Proz. deutsche Fonds ten­dierten infolge der erneuten Steigerung des Privatdiskontos etwas schwächer, 4 proz. blieben behauptet. Banken unverändert; von Transportwerten waren amerikanische Bahnen etwas fester, Schiffahrtsaktien schwacher, namentlich Lloyd auf eine neue Kon­kurrenzlinie und ungünstige Abschlußgerüchte. Montanpa­piere behauptet; andere Jndustrieaktien zum Teil besser, namentlich einige chemische Werte und verschiedene Aktien der Maschinenindustrie. Privatdiskonto 4Vs Proz.

Auszug a. ö. Standesamtsregrftern der Stadt Eieheii.

Aufgebote.

März 9. Martin Müller, Dachdecker, mit Wilhelmine Berg, geb. Balezuwait, beide dahier. 10. Eugen Fuchs, Kaufmann, Marie Roll, beide dahier. 11. Paul Giesel, Eisenbahn-Kanzlei- diätar in Mainz, mit Katharine Schneider dahier. 12. August Bierwirth, Schutzmann in Bad-Rauheim, mit Minna Schneider, dahier. Adolf Ide, Maurermeister in Osnabrück, mit Marie

Stimmungsbild aus dem Reichstage.

Berlin, 13. März.

Der Bien' muß. Ter Riesenetat des Herrn v. Bethmann- votlwea ist m das Prokrustesbett der Konttngentierung gespannt. Mit Hilfe von Abendsitznngen wird die Verhandlnngsdauer des TageS auf das doppelte ausdedehrtt und die unerbittliche Schluß­maschine verkürzt, dazwischen die Rednerliste gar auf ein Drittel. Rur eine anderthalbslündige Erholung gönnt man sich, bis man am Abend wieder zusammenkommt, um bis zu mitternächtiger Stunde zu tagen: heute io wie gestern. Dabei hat man für so wichtige und umfassende Kapitel, wie das des Reichsgesundheits- amts, das sonst einen vollen Sitzungstag und mehr beansprucht hatte, nur gerade eine Stunde zur Verfügung. Kaum ließ man dem Staatssekretär die Zeit zu der Erklärung, daß das neue Wein- gesetz in wenigen Wochen wenigstens dem Bundesrar zugehen und der öffentlichen Kritik unterbreitet werden wird, da fimklionierte bereits die Schlnßmasckine und dreizehn Abgeordnete erstickten ihre Reden im stillen Herzen. Drei Redner ließ man zur Erörterung von Palenlsragen zu, wobei besonders auch das in den Kreisen der Industrie zurzeit gerade lebhaft erörterte Thema der Herab­setzung der P a t e n t g e b uh r e n erörtert wurde. Beim Reichsoersicherungsaint blieb die Verhandlung stecken und wird am Abend weitergeführt. Man erfuhr dabei von Herrn v. Beth- >nann°Hollweg, daß die große Reform der A r b e i t e r Ver­sicherung als fertiger Entwurf im Reichsamte des Innern steckt, aber ehe man damit an die Oeffeutlichkeit tritt, noch einer gründlichen Nachprüfung bedarf. Schon vor zivei Jahren hatte Graf Posadowsky den Abschluß dieser Arbeit gemeldet; im vorigen Jahre hüllte er sich in Schweigen. In der gegenwärtigen Tagung sehnt sich jedenfalls niemand nach noch weiterer Arbeit.

Stimmungsbild aus dem preutz. Abgeordnetenhaus.

Berlin, 13. März.

Die zweite Lesung des preußischen Etats ist beendet. sJlur wenige Minuten nahm am Freuag im Abgeordneten- Hause die Debatte über den Etat der allgemeinen Jmanzverwaltung und das Etalsgesetz in Anspruch; dann konnte Herr v. Rheinbaben feine sieben £ achen packen und Herrn Delbrück den Platz räumen:

'Goeih

(Mvatrealschi l{wse berecht IlfePensioDsprei Pros

NESTLE' K1NDERMEHJL altbewährt,stets zuverlässig-