Ausgabe 
15.1.1908 Erstes Blatt
 
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suchung hat ergeben, daß beide Zugänge zu dem Opern­hause völlig unzureichend waren. Auch die Rettungs­arbeiten ließen viel zu wünschen übrig. Einige Dampf- spritzen konnten nicht in Kraft treten und einige Leitern waren so defekt, daß mehrere Personen bei ihrer Benutzung Verletzungen erlitten.

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Donnerstag abend

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Gießener Wetterdienst.

BoranSsrchtliche Witterung für Segen am Tonnerstag den 16. Januar 1903: Trübung und Nebel. Meist trocken. Etwas milder. Auffrischende südliche Winde.

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Berlin, 13. Jan. DemB. Lokalanzeiger" zufolge beginnt inilltärgerichtiiche Verfahren gegen den Grasen L y n a r nm . Ian u a r. Tie Verhandlung findet uu Zivilgerlchtsgebäude m der Lehrter Straße statt. Viele Zeugen sind geladen.

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Ratschläge für Kranke und ihre Angehörkgen zur Bermeidung von Ansteckung._____________________________________Volt-______

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iTauVenhaus, auf dessen Ziertauben er es abgesehen, be- jenb. Der Besitzer gab ihm einen Schrotschuß. Dem Raub­vogel gelang es zur nächsten Straße zu entkommen, wo <rr später einen Sperling zerrupfte. Einem Knaben gelang es, mit seinem Hute nach ihm zu schlagen, so daß er be­täubt sich gefangen nehmen ließ und später verendete.

8. Geiß-Nidda, 12. Jan. Die gestern abend abgehaltene Generalversammlung des Gesa n g v e r e i n s Or p hens nahm einen überaus günstigen Verlauf. Ter Vorsitzende des Wereins, Lehrer Lentz, eröffnete die Versammlung und wies atü ! feie großen idealen Ziele hin, die ein Gesangverein habe. Ein jedes OlUflltcb habe die Pflicht, zu ihrer Erreichung mitzuarbeiten. Ten außerordentlichen Mitgliedern dankte man für ihre wertvolle moralische und ftnaiizrelle Unterstützung durch ein lebha't auf- benommenes Hoch. Tie Abhör der Rechnung ergab keinerlei An- Mnde. Bei den Vorstandswahlen wurde Herr Hermann Schell- mann in Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Tätigkeit ainstlmmig zum Präsidenten auf Lebenszeit erwählt. Er dankte 2em Verein bewegt für diese Ehruiig. Auch die übrigen Vor- llandswahlen, sowie die Wahl des Rechners gaben Zengins von Ser Einhelligkeit und dem gesunden Sinn, der un Verein, herrscht, «chch eine Reihe von Anspracheii, in denen u. a. die Verdienste Kes Dirigenten, sowie des Vorstandsmugliedes H. Lind hervor- nehoben 'wurden, wechselten mit heueren Liedervorträgen. Daß unter diesen Umständen dasharmonische" Zusammensein ziemlich Hange dauerte, dürste wohl nicht verwunderlich sein.

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Brand eines Opernhauses. Wie aus Boyertown in Pennsylvanien berichtet wird, sind am vienstag bei einem Brande des dortigen Opernhauses «gegen 600 Personen, darunter Frauen und ftinbec um- ^etommeu. Viele wurden in dem durch die Panik ent- 'standenen Äedrängetotgetreten oder starben später ,m Verletzungen. Das Feuer entstand durch die Explosiott eines Kessels und erhielt durch die int Gedränge um­geworfenen Oellampen neue Nahrung, so daß das Ge­bäude in kurzer Zeit in Asche gelegt war. Nach neuester -Schätzung wurden mehr als 100 verletzt. Die Bevölkerung nft zum größten Teile deutsch. Die Mehrzahl der bei der Katastrophe Umgekommenen trägt deutsche Namen unb gehörte der evangelischen Kirchengemeinde an, zu neren Gunsten die Vorstellung veranstaltet wurde. Bis - Uhr abends waren 567 Leichen geborgen toorbeit. Der gerichtliche Leichenbeschauer glaubt, daß jetzt alle Opfer bes Opernhausbrandes gefunden sind. Viele aus dem Publi­kum stürzten auf die Bühne herab und rissen dabei die Kampenlampen um. Dadurch geriet die Szenerie in Zrand und bald war der ganze Raum in ein Meer von flammen und Qualm eingehüllt. Heber 700 Personen lvaren im Theater. In der Panik dachte jeder nur an jich und die Kinder wurden rücksichtslos niedergetreten. Die meisten Opfer sind unter 15 Jahren. Nur wenige sind verbrannt, fast alle kamen in dem verzweifelten Ge­dränge um. Die Feuerlösch-Apparate versagten. Tie Stadt Boyertown zählt 3000 Einwohner. Fast alle stürzten nach der Unglücksstelle, wo sich unbeschreiblich herz­zerreißende Szenen abspielten. Verzweifelte Eltern muß­ten mit Gewalt abgehalten werden, sich in die Flammen zu Inirzen. Die ganze Stadt ist in Trauer versetzt. Ganze -Familien sind umgekommen. Fast jedes Haus -ist in ein Lazarett verwandelt. Die sofort angestellte Unter-

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Gießener Strafkammer.

, )( Gießen, 14. Januar.

Weichensteller und Polizetdiener.

Zwischen dem Weichensteller P. Sch. und dem Polizeidiener Sch. von Reiskirchen, die sich schon längere Zeit jemdltch gegennberstehen, kam es im letzten Jal-re zu Tätlichkeiteit- Der Polizeidiener hatte Anlaß, an der Balm nach einem Ruhestörer zu suchen, aber der Weichensteller versperrte ihm den Weg und be­hauptete, er habe an der Bahn nichts verloren, er möge tm Ort bleiben. Es entspmm sich ein Wortwechsel, der in eine Rauferei ausartete, wobei es blutige Köpfe gab. Die infolge gegenseitigen Strafantrags geführte. Untersuchung zog eine Anklage gegen den Weichensteller wegen Beleidigung, Wrperverletzung und Wider- 'tands nach sich, da der Polizeidiener im Dienst, der Weicyensteller aber dienstfrei war. Tas Schöffengericht hielt für feftgestellt, datz die Angaben des Polizeidieners unglaubwürdig sind, und es chm galt, mit seinem Gegner Streit anzus..ngcN. Es gelangte deshalb zum Freispruch, kam aber dem Antrag des Angeklagten, die Ver- teidigungskoften auf die Staatskasse zu übernehmen, bezw. den Polizeidiener damit zu belasten, nicht nach. Der Polizeidiener erhob Berufung, der sich die Staatsanwaltschaft «mschloß. Nach umfangreicher Beweisaufnahme entschied das Gericht, daß nicht festzustellen sei, wer von den Parteien Recht hat; soviel stche aber fest, das; der Angeklagte den Streit vom Saun gebrochen hat und daß dem Polizeidiener die Glaubwürdigkeit nicht abzusprechen sei. Dia aber die Sache nicht aufzuklären war, mußte im Zweifel zu Gunsten des Angeklagten entschieden werden, weshalb es beim Freispruch blieb.

Spiele nicht mit Schießgewehr.

In der H!artwigs<l;<m Wirtschaft zu Vilbel unterhielten sich vor einem Monat einige junge Leute über ihre Revolner, die sie, wie >es dort üblich zu sein scheint, geladen bei sich tragen. Ter Bahnarbeiter W. K., der sich kurz zuvor eine solche Waffe hatte schicken lassen und anscheinend mit deren Handhabung nicht vertraut war, zog sie ebenfalls aus der Tasck^, um sie seinem Kameraden, der ihm gegenübersaß, zur Bestch- tigung zu reichen. In dem Moment, als St. darnach greifen wollte, entlud sich die Waffe unbJ3t. sank, das Herz von der Kügel durchbohrt, tot auf seinen Stuhl zurück. K. wurde wegen fahrlässiger Tötung angettagt und zu sechs Monaten Ge­fängnis, abzüglich vier Wochen Untersuchungshaft verurteilt, wobei der Umstand, daß er über die Handhabung her Waffe nicht Lekhrt war, strafmildernd wirktc.

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Berlin, 15. Jan. Am Montag tagte der berliner Parteitag der freisinnigenVolkspartet. Nach leb­hafter Debatte über das Neichstagswahlrecht wurde folgendo Resolution angenommen: Ter Parteitag für Berlin erklärt, daß er die ablehnende Haltung der Regierung, in der preußischen W a h l r e ch t s fr a g e auf das lebhafteste b o bauert, auch die in Aussicht gestellte Abänderung des preugtschetr Treiklassen^Wahlshstems für völlig ungenügend erachtet. Er halt nach wie vor an der Forderung des Reichstagswahlrechts sur die preußischen Landtagswahlen entsprechend dem Eisenacher Pro­gramm fest. Der Parteitag erklärt Str en-D emo nstra- tionen für ein gänzlich ungeeignetes Mittel zur Erreichung irgendwelcher gesetzgeberischer Maßnahmen.

Aschaffenburg, 15. Zan. Der Berdacyt, am PateH. Postschalter des hiesigen Hauptdahnhofs vorgefallene Dieb- tähle im Gesamtbetrag von 3092 Mk. begangen zu haben, richtete sich gegen den Adjunkten Jofef Maier. Es wurde gesoern Haussuchung in seiner Wohnung gehalten; heute machte Vt. einen Selbstmordversuch. Er brachte sich solche Verletzungen bei, daß an seinem Aufkommen ge­zweifelt wird.

"Rütt-Stol Sieger im New-Yorker 6 Tage^ Rennen. Das größte aller internationalen Rad-Dauerrennen wies ein Endresultat auf, wie es die Amerikaner schwerlich er­wartet hatten. Zum ersten Male seit Bestehen des großen Wett­kampfes ist der erste Preis nicht in Amerika geblieben, son­dern nach Europa gefallen. Tas Paar Rütt-Stol blieb vor den amerikanischen Favoriten Fogler-Moran siegreich und legte zu­sammen die gewaltige Strecke von 3721 Kilometer 547 Meter Zu­rück. Tie Anforderungen sowohl an die Fahrer als auch an das benutzte Maschinenmaterial waren naturgemäß ganz enorme. Stol benutzte zu seiner phänomenalen Leistung die berühmte Marke Brennabor", deren Stabilität sich bei den größten Dauerrenneit des In- und Auslandes glänzend bewährt. Ter spielend leichte Lauf feines Brennabor-Rades ließ Stol überlegen siegen und btc ungeheuren Strapazen eines so langen Rennens in guter Ver­fassung überstehen. Auch ein zweiter Brennaborfahrer, näm­lich der zähe Belgier Länderstuyft, konnte sich mit seinem Partner Krebs als 6. placieren. Die Vertretung der Brennabor- Räder am hiesigen Platze und Umgegend liegt in den Händen des Herrn Peter Kronenberg, Süd-Anlage 7. (a15/i

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