Ausgabe 
14.10.1908 Erstes Blatt
 
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Kranken

Fleischpreise in Gießen

Brolpreise tn Gießen

h&eiHbrot 2 Mg. 62 Ptg.

sSchivarzbrol 2 Kg. 58 Pig.

Handel

92.101 Elektriz. Lahmeyer

111

98.70

22.50

mußte Freispruch erfolgen.

Börse, 14. Oktober. Aufangskurae.

145.75

kost.

Ochsen

Kälber Schweine

Elektriz. Schuckert . Eschweiler Bergwerk

147.20

124.00

Lombard. Eisenbahn . . üesterr. Slaatsbahu . . . Pruice-Heuri-Eisenbahu .

Harpener Bergwerk Laurahütte . .

Lombarden E. B.

N'ordd. Lloyd . . lürkenlose . . .

-Kinder mehl

Berliner Handelsgea. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommandit Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahu . . . Gottbardbahn . . .

. 166.8t

. 126.85

. 237.60 . 138.00 . 176.90 . 146.00 . 198.70

Wlo 3% 3)ü°/6

WU 3^°/0

Bochum Guss . . .

Buderus E. W. . .

Tendenz: fester.

Berliner

Canada E. B. . . .

Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . .

Tendenz: schwach.

119.80

123.0=)

196.00

Hervorragend bewährte

Nahrung.

Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an

Verdauungsstörung.

. 174 40

. 126.7U

. 237.20

Türkeulose 4% Griech. 3Ionopol-Anl 4% äussere Argentinier 3% Mexikaner . . 4xaX Chinesen . . .

Aktien;

Höchste Schiachtviehpreise tn Frank iurr a. 3)i.

50 Kg. Schlachtgewicht 8082 Ulk.

V, ttg.Schlachtgew. 9295 P'.

xi<> - 7374

4 % Conv. Türken von 1903

^"^Darauf wurde nach den üblichen Schluß- und Dankesreden die Tagung geschlossen. -

Ein netter Buchhalter.

Dem Kaufmann M Th. aus .Magdeburg, der in einer hiesigen BuckZhandlung als erster Buchhalter tätig war, ist die Unterschlagung von etwa 500 Mark und zwei UrkunOenfaischungen zur Tast gelegt. Die unterschlagene klimme setzt sich aus dem Berkaus von Büchern zusammen und die Uriunde nfälsannigen Iiflt er in der Weise verübt, daß er im Knssaouch Posten strich, als handle es sich um irrige Einträge, uno dann die summierte Zahl entsprechen!) änderte. In der Verhandlung erklärte sein Ehes, es haben sich seit Anklageerhebung noch mehr Untersckstag- uitgen heransg. stellt, and) {deinen z-wei weitere Urkundenfäl­schungen vorzuliegen. Wahrscheinlich mürben sich noch weitere Straftaten Herausstellen, da fortwährend Reklamationen einliefen. ES Itclilc sich auch heraus, daß er bei seinem Engagements umvahre Angaben über seine FamilienverhäUnisse gemacht l>at. Das unter- schlagene Geld imll er einer franfen Schwester zugewendet haben; hiergegen spricht aber der Umshgstch daß er pixl Aetd an das

Gießener Strafkammer.

st Gießest/ 13. Okt.

Reichsanleihe do.

Konsols . . do.

Hessen . .

Oberhesseu

. 139.60

. 49.20

. 86.00

. 63.80

. 97.80

Orrginal-DrahtineLSunsen.

(Nach Schluß der Redaktion eingetroffen.)

Königshütte (Schlesien), 14. Okt. Aus dem Mal. Gruben-Schachte ereignete sich eine Explosion schlagender Wetter. 300 Bergleuten wurde der Weg zur Rettung abgeschnitten. Bisher wurden 70 Leichen geborgen.

. 219.25

. 111.80

Auch eine StreiLsotge.

Eilt hiesiger Aiövettaoritant eeyieic einen Strafbefehl über 5 Mark, unter der Anschuldigung, M geweigert zu haben, die hiuftchtlcch des Tapeziererstreiks borge, cheieoenen Mitteilungen zum Zwecke statistischer Verwertung zu machen. Tas Schöffengericht verwarf seinen Einspruch mit der Motivierung: nach § 139 b Absatz 5 der Gewerbeordnung sind die Arbeitgeber verpflichtet, den von der Landesregierung bestellten Behörden die nötigen Mil- ceiluugeu zu mad}eii; auch sind die stattlttschen Erhebungen durch BuubeSratsbeschmß angeordnet worden, was aus dem Wortlaut der genannten Paragraphen deutlich hervorgehe. Der Angeklagte, der die Gültigkeit des Bundesratsöeschlusses bestritt, fodjt das Ur­teil an und behauptet, aus! OJlangei an Zeit der polizeilichen Aufforderung nicht nachgekommen zu sein. In der Bemfungs- verhaudlung konnte weder festgestellt werden, daß der Bunbesrats- bcfdjluB, der übrigens kein Datum trägt, noch die Beschlüsse der Zentralbehörden publiziert worden sind, somit das Publikum über ihren Inhalt im Unklaren ist; weiter sind in vorliegendem Fall die Fornten und Fristen nicht gewahrt unb es fehlt auch an der Strafandrohung. Da unter diesen Umstünden das Gesetz keine Handhabung zur Bestrafung bietet, mußte Freispruch erfolgen.

*1 eßetoitische Umrsüerisünte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Frankfurter Börse, 14. Oktober, 1.15 Uhr.

Meteorologische Beovuchtnugen

der Station Gieße».

3-6 Portugiesen

4>i0/« russ.Staatsanl. 1905

4>6'7o Japan. Staatsanleihe

Arbeitsprogramm verlangt. , 1

In der zweiten öffentlichen Beriammlung am Lonntag sprach Dr. Witte (Frankfurt a. d. Ober- zur Agrarfrage.

Ter Redner nahm Bezug auf den gewaltigen Bevölkerungs­zuwachs in den letzten Jahrzehnten und führte aus: Schon heute können wir beit Konsum weder an Getreide iwch an Fleuch durch , die Jnlandsprodultion decken. Wenn die Produktion in ^Zu tun ft Nicht erheblich gesteigert wird, müssen mir ganz gewaltige Summen an das Ausland zahlen. Dazu ist erforderlich erstens: Ver­wandlung von Oedland in Kulturland, zweitens: Bekämpfung per Elementar schöben und der Viehseuchen, drittens: Steigerung der Intensität der Betriebe, viertens: Förderung des landwirt|chast- lichen Unterrichtswesens. Soll über die Landwirtschaft den ge- steigerten Anforderungen entsprechen können, muß man ihr die hindernden Steine aus dem Wege räumen. Ein solcher Stein ist die unwirtschaftliche Verschuldung. Das Privatkapital ist nickst geneigt, sich dem landwirtschaftlichen Kredit zuzuwenden. Dte Landwirte können die Hypotheken erst im Laufe einer Reche von Jahren tilgen. Unkündbarkeit liegt daher in ihrem Interesse. Der private Geldausleiher wird aber nach kurzfristigen Ver­trägen streben. Andererseits erfolgt die Abtragung einer Hypothek nur durch allmähliche Amortisation. Auf solche Ratenabzah­lungen einzugehen, wird der private Kapitalist nicht geneigt jein. Es empfiehlt sich daher, die Entschuldungsatt ion auf genossen­schaftlicher Basis einzuleiten, durch den Zusammenschluß zu Zwangskorporationen und dadurch, baß die Konvertierungspflicht für alle landwirtschaftlichen Hypotheken ausgesprochen wird. Jede Verschulduitgsgrenze ist ein untaugliches Mittel, das die Rentabili­tät eines Gutes verringert, da bann die notwendigen Meliorationen unterbleiben. Eine nicht geringere Sorge als die Verschuldung ist für den Landwirt der Mangel an Arbeitspersonal. Die Heran­ziehung ausländischer Arbeitskräfte ist aber national bedenklich. Am bedenklichsten freilich sind jene Z-orderungen, die für eine Einschränkung der Freizügigkeit der Landarbeiter eintreten, unb auch der indirekte Versuch, die Freizügigkeit der Landarbeiter da­durch einzuengen, daß man vorschreibt, alle Arbeiter unter 20 Jahren sollten eine Kaution von 80100 Mk. stellen, ehe sie in die Stadt ziehen dürfen, ist energisch zu bekämpfen. Wenn den Land­arbeitern das Koalitionsrecht nicht gewährt wirb, so besteht die Gefahr, daß Agitatoren dadurch die Landarbeiter aufhetzen und zur Abwanderung veranlassen, daß sie auf die in dieser Hinsicht günstigere (Situation jo er Fabrikarbeiter Hinweisen. Andererseits sind die Gefahren, die über unsere Volkswirtschaft durch einen Streik der Landarbeiter zur Zeit der Ernte kommen würden, so erheblich, daß eine weitere «Ausdehnung des Kvalitionsrechts auf die Lui darb eiter sich Ijeute nicht empfiehlt. In erster Linie muß die Arbeiternot anft dem Lande dadurch bekämpft werden, bay man für das materielle und ideelle Wohl der Arbeiter Sorge trägt, jenes z. B. durch Ansiedlung und Verbesserung der Wohnungs- verhälmisse (ländliche lWöhnungsiuspektionj, dieses z. B. durch Gritndung von zwectentsprechenden Vereinen. Der Referent be­spricht dann die Maßregeln, die geeignet sind, zu verhindern, daß die Erfüllung der Wehrpflicht die Landflucht steigert. Er führt dabei auf: landwirtschaftlichen Unterricht beim Militär, Verlegung des Militärs in ländliche Garnisonen, soweit es möglich ist, Dar­bietung geeigneten Lesestoffes. Was die Verteilung der drei Besitz- klassen, Groß-, Mittel- und KU-.ngrnndbesitz anlangt, so weist der Referent auf das ungesunde tleberwiegen des Großgrundbesitzes hin. Das Land brauche unbedingt mehr Menschen. Seit 1816 ist die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Personen im wesentlichen konstant geblieben. Die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung ist aber der Jungbrunnen der 'Ration. Und das Wohl des Vaterlandes erfordert cs, Dafür zu sorgen, baß dieser Jung­brunnen nicht von Jahr zu Jahr spärlicher fließt. Es müsse eine Verteilung der Großbetriebe in Mittel- und Kleinbetriebe statt- finden. An eine Aufteilung des gesamten Großgrundbesitzes ist natürlich nicht zu denken. Eine Verminderltng des ftdeikornmissari- schen gebundenen Bodens ist anzustreben. Die Fideikommisse sind zu Neunzehnteln Großgüter über 1000 Hektar und haben noch die Tendenz, sich auszudehneu. Erforderlich ist die Auflösung aller Fideikommisse bezw. Die Abstoßung einzelner Teile zu er­leichtern, die Neubildung aber zu erschweren.

Die Freiheiten, die der Anfang des vorigen Jahrhunderts dem Bauer gebracht hat, entsprangen dem Geiste des Liberalisnius. Tragen wir Sorge, daß die liberale Weltausfassung mehr als bisher auf dem platten Lande, besonders im Listen, Geltung er­langt. Wenn das gelingt, dann wird sich Herausstellen, daß auch für den Bauern Die liberale Politik gilt, Deren vornehmster Grundsatz der Ausgleich aller berechtigter Interessen ist. (Leoh. anhaltender Bei,all.) In der Diskussion weist Generalsekretär Köhler den Vvrwurs zurück, daß die Jungliberalen kein Verständ- nis für die Agrarfrage hätten. Wir müssen Front machen nicht nur gegen Ultramon t a ui sm u s uno Sl^ialdrmokratie sondern auch gegen den Konservatismus, besonders wie er sich int Bunde der Landwirte verkörpert. Daß die Bauern heute noch vielfach kon-

Untcr Ausschluß der ,

heirateten Kaufmann W. K. von Ober-Eschbach wegen Sitt­lichkeitsverbrechens nach § 176,3 unb 174 verhandelt. 'Jiadj dem Urteil wurden drei Verbrechen als erwiesen angenommen und zwar hat er in einem Falle ein 9 jähriges und in den zwei anderen Fällen je em 3 jähriges Mädchen in seinem Laden miß­braucht. Ter erste Fall wurde mit 1 Jahr Gefängnis geahndet, während für dte anderen zwei je 6 Monate in Ansatz gebracht, aber nur mit je 3 Monaten ausgerechnet wurden, was eine Ge­samtstrafe von r. Jahren ergab. Das Geständnis berücksich­tigend, erfolgte die Anrechnung eines Monats Untersuckmngshaft.

4% Oesterr Goldrente.

4*/6% Gesten. Silberrente 4% Ungar Goldrente . . 4% Italien. Rente . . .

3-o Portugiesen Serie I

Ein Wüstling.

?_ci,^1111(1)1611 wurde gegen den ver-

Man lese die Urteile der Professoren und Aeizte

über den

handet.

Zum R e i ch s b a n k g e, e tz. <>m Frühjahr b. I. tat be­kanntlich ber Banienquete juiammcn uno sie erledigte bis zum vorläufigen Abschluß ihrer Verhandlungen die Vernehmung ber zahlreich geladenen Sachverständigen, pttmmehr hat die aus 2a Mitgliedern Instehende Enquetekommission unter dem Vorsitz des ReichsbankpräslO-enten Havenstein die Verhandlungen wieder aus­genommen, um unter Benutzung des durch die Gutachten der Sachverständigen gebotenen, im Reichsamt des Innern znsammen- gcftellten Aürterials die Frage zu beraten, deren Erledigung vor der Einbringung ber Novelle zum Reicljsbankgesetz erforderlich ist Eine solche Novelle muß noch in biesem Winter dem Reichstag vorgelegt werden, weil bis zum Dezember 1909 gesetzliche Ent­schließung über die Verlängerung des Bankprivilegs zu treffen ist Unmittelbar nach dem Abschluß der Beratungen soll, wie ber Kölnischen Ztg." mitgeteilt wird, der so weit tunlich borberejtctc Reichsbankgesetzentwurf vom Reichsamt des Innern fertiggestellt werden, um ihn alsbald dem Preußischen Staatsminister iuin so­wie demnächst oem Bundesrat vorzulegen. Dementsprechend dürfte die Einbringung der Novelle beim Reichstag noch vor 2Bib» nachten zu erwarten sein.

Getreibepreise in Mannhei m

Weizen 100 Kg. 22.00-00.00 Alk.

Roggen 100 Kg. 18.00-00.00 Alk.

Bügel oder Rolle?

Die Vergebung der Arbeiten für unsere elektrischen Straßen­bahnen steht vor ber Tür, unb da dürfte es unsere Leser mter» elfteren, von einem Fachmann einige Aufklärungen über die ver­riebenen Möglichkeiten, bie beschlossen werden konnten, zu er- l)aUC!ffienn man zunächst betrachtet, wodurch sich die vorhandenen Straßenbahnen in unseren großen Stählen hauptiachlich unter­scheiden, so wird man finden, Laß wesentliche Unter,chiede im all­gemeinen nicht bestehen. Ter Strom wird den Wagen durch einen Kupferdraht zugeführt, ber über der Gleismilte ausgejpannt ist, und kehrt durch bie Schienen zum Kraftwerk zuruck, nachdem ihm in ben Motoren der verschiedenen Wagen das Arbeitsvermögen entzogen worden ist. Diese Motoren sitzen unter dem Wagenboden und klammern sich mit Tazenlagern an die Achsen des Wagens nu Sie Übertragen ihre Kraft auf diese Achten durch Zahnräder. Ihre Geschwindigkeit wird reguliert, indem man den zuge'uhrlen elektrischen Strom durch Vorjchaften von Widerstanden schwächt. Diese Widerslände sitzen gleichfalls unter dem Wagenkasten. Um an Strom zu sparen, richtet man es außerdem beim Anfahren so em daß ber Strom erst burch den einen Motor unb dann durch ben anderen fließt, auf diese Weise jeden Motor gewissermaßen als Widerstand für den anderen benutzend, und erst wenn die halbe Geschwindigkeit des Wagens erreicht ist unb überschritten werden ioU, legt man jeden Motor für sich mit der Zuleitung an den Fahrdraht und mit der Rückleitung an die Schienen. Dieses Um= icbalten und das Vorschalten der Widerstände m ihren ver­schiedenen Abstufungen geschieht durch den Fahrer, ber aut der vorderen Plattform 0e6 Wagens steht, und erfolgt durch das Drehen einer Kurbel, zu bereu Welle die verschiedenen Strom zu unb Ab- fülirungslcitungen geführt werden.

Insoweit sind alle Wagen der verschiedensten Slratzenbahnen völlig gleich unb unterscheiden sich nur durch bie verschiedene Stärke ber Motoren unb durch mehr oder minder unwesentliche Abweichungen in den Aussührungsarien der verschiedenen Firmen. Einen größeren Unterschied weisen bie Vorrichtungen auf, bie ben Strom von bem zuführenden Kupferdraht, ber burd) bie Straßen gespannt ist, abnehmen. In Frankfurt a. Ai., in Köln und in Kassel erfolgt Pieje Stromabnahme z. B. durch ben sogenannten Bügel, m Berlin, 'Hamburg, Leipzig, München durch eine Nolle. Beim Bügelsystem gleitet ein guer zum Fahrdraht gestelltes Alumunum- slück unter diesem entlang, und der Draht selbst wird in schwachem Zickzack gespannt, damit sich keine Rillen m dieses Schleisstück ein- arbeiten'unö es zu schnell gebrauchsunfähig machen. Das Schleis­stück wird durch 2 Stangen getragen, bie es an den Enden ie|t= halten und untereinander auf verschiedene Weise verfielst sind. Tas sieht ziniächft vielleicht etwas schwer'ällig aus, man hat sich aber überall bald an ben Anblick gewöhnt. Ein leichteres Aus­sehen gewährt die andere Art der Stromabnahme. Die Rolle, die ziemlich klein ist, fitzt auf einer langen Stange, die mit Federn von unten gegen ben Fahrdraht gedrückt wird, was übrigens auch bei dem Bügel notwendig ist. .

Ter Vorteil des Bügels ist der, daß ber Fahrbraht in ben Krümmungen des Gleises weniger genau verlegt zu werden braucht als bei ber Rolle, und daß aus diesem Grunde bie Fahrleitung sich l)ter etwas einfacher gestaltet. Im übrigen bestehen nemienswene Unterschiede zwischen beiden Systemen nicht, wenn auch zeitweilig über bie größere oder geringere Abnutzung des Fahrdrahtes bei beiden Systemen gestritten wird. Tie Rolle ist aus Amerika über­nommen luoröen unb besitzt wohl die größte Verbreitung; der Bügel wurde in Deutschland von Siemens u. Halske ausgebildet uiit> dürfte nach einer überschläglichen Schätzung vielleicht bei bem zehnten Teil aller Straßenbahnwagen in Benutzung sem. Beim Beginn der Entioickelung der elektrischen Straßenbahnen hatten sich natürlich die verschiedenen Elektrizitätssirmen ihre besonberen Kon­struktionen durch Patente schützen lassen. Diese sind aber mittler- weile abgelaufen, so daß je nach dem Wunsche ber Abnehmer alle Firmen heute entweder Bügel- ober Rollensyltem verweiiden.

Gelsenkirchen Bergwerk . 186.30

Hamburg-Amerik. PaketL 106.90

Harpener Bergwerk. . . 200.50

Laurahütte 200.25 biordd. Lloyd 85.3t Obeischles. Eisen-Industrie 98.75

Verbesserung der ländlichen Wohnungsverhältnisfe sei einer der wichtigsten Programmpunkte. Der Westen habe übrigens keine Veranlassung, überhebend nach dem Lsten zu seljen. Auch im Westen herrschten traurige Wohnungsverhaltniift. jutx Redner schließt mit dem Zitat: Gib dem Menichen das Reckst auf einen Felsen, so wird er ihn in eine Weide verwandeln. Lienhardt (Düsseldorf) tritt für die Gründung von Tauernvereinen ein. Der Bund der Landwirte sei zu bekämpfen, wenn er nicht ein rein wirtschaftlicher Verein werde und von der Politik ablasse. Die Forderung des Verbotes der Kinderarbeit ,ei für ben flcincn Bauern nicht durchführbar. Thorbecke (Hmdelberg) betont bae Notwendigkeit, auf dem Lande belehrende Vortage zu halten. Er beantragt den Vortrag des Referenten als Bro,chure zu drucken. Der Antrag wird angenommen. Htlbeck (SlberTelb) tritt der Anschauung entgegen, als ob die Jungliberalen Gegner des Kvalitionsrecksts der ländlichen Arbeiter men. iSaQmaxvn (Hil­desheim- bezeichnet die Verleihung des Koalitionsrechts an die ländlichen Arbeiter als unmoralisch und schMich für. das Volks-

83.10

92.20

83.10

90.90

90.10

97.95

99.00

93.40

103.80

59 50

61.25

96.00

90.40

90.20

didaturen selbst in die Hand nehmen müsse. - Der zweite ryrank- furter Antrag wird zugnnften der vom Verbandsvorsitzenden eiw- gebrachten Resolution zurückgezogen. Ter dritte Antrag Frauk- urt wird in folgender Fassung angenommen:Der junghberale Vertretertag ersucht die Fraktton der natioiialliberalen Partei, ihr bestes zu tun, um die Besoldungsvorlage für die Staatsbeamten im Reich und in Preußen, sowie in den Buiidesstaaten, in denen dies .noch nicht der Fall ist, unabhängig von der Reichsfinanzreform mit größter Beschleuiiigung zu verabschieden." Ter hierzu ern- gebradjtc Zusatzantrag Hannover wird angenommen. Ter An- nag Stuttgart, der sich mit der auswärtigen Politik besaßt, wird zurückgezogen mit Rücksicht auf die Vorgänge seit der Formulierung des Antrages und weil die Vorwürse gegen die Leitung der au&= märtigen Politik gegenwärtig teilweise nicht mehr berechtigt und teilweise nicht mehr zeiigemäß seien. Ein Vertreter ^uftekdorss Stimmt den Antrag wieder aus, in namentlicher Abstimmung wird aber beschlossen, den Antrag von der Tagesordnung abzusetzen. Der Antrag Stuttgart bezüglich der Organisation der Ärbetttiehmer wird mit geringfügigen Aenderungcn angenommen. Sine längere Debatte entspann sich über den Antag Jena, der ein jungliberales

199.75

198.70

22.50 85.20

138.20

servattv Denken, liege daran, daß der Liberalismus versäumt habe, Aufklärung ans das platte Land zu tragen. Der Konservatismus sei der systematischen Beroumniung ber Bevölkerung nicht abhold. Gegen die Ausdehnung der Koalitionsfreiheit für ländliche Ar­beiter äußert Redner Bedenken. Notwendig sei eine Regelung der Arbeitszeit, wie sie bereits in der Industrie herrsche. Der Verallgemeinerung in besag auf die Aufteilung des Großbetriebes glaubt Redner entgegentreten zu müssen. Der Großbetrieb habe mancherlei Vorzüge. In Teutichlaud gebe es noch große Flächen, die unbenutzt baliegen und die der landwirtsckiaftlichen Arbeit erschlossen werLen müssen. Rechtsanwalt Dr. Marwitz (Berlin): Die Konservativen wollen die Leutenot mit Mitteln bekämpfen, die für uns unannehmbar sind. Tie Leutenot kann nur bekämpft werden, wenn mehr für die ländliche Arbeiterfürsorge getan wird. Dr. Jacobi (Solingen) weist auf die Erfolge der National- liberalen tn Süd-Bayern hin unb erklärt: wir haben in Süd- bayern den Ultamoutanismus einige Kuckuckseier in» Nest ge­legt, an denen er noch heute zu lauen hat. protze Heiterkeit.- Sehr wertvoll fei die Mitarbeit der Geistlichen aut dem Lande, z. B. bei ber Gründung der Darlehnskaifen. Die Propaganda auf dein Lande dürfen nur Leute betreiben, die im Stande sind, mit den Bauern zu fühlen uno mit den Geistlick-en Beziehungen unterhalten. (Widerspruch. - Hcimann-Kröser lÄöin) fordert, daß der weiteren Bildung von Fideiwmrnissen entgegengetreten werde. So lange in der Landwirtschaft nicht auskömmliche Löhne gezahlt werden, werde es mit der Landflucht nicht besser werden. "Notwendig sei eine Seßhafimachung der ländlichen Arbeiter. Holfd (Hannover): Ein höherer Schutzzoll ist für die Landwirt­schaft entbehrlich. Ter liberale Gedanke in Der nalionalliberalcn Partei müsse schärfer betont werden. Die Grenze zwischen National- liberalen uno Konservativen sei scharf zu kennzeichnen. Es seien liberale Bauernvereine zu gründen unb das ländliche Z-vrtbildungs- schulwesen zu unterstützen. Nickst mir dem Bunde der Laiwwirte, sondern gegen den Bund der Landwirte, aber für die Landwirt­schaft solle mau eintreten. - - Redakteur x\ung (Köln) polemisiert gegen die Ausführungen des Landrats v. Eifenhardt-rlrothe auf dem Verbandstage der landwirtt'chafftiä>en Genossenschaften in Dlainz, daß die länd.ichen Arbeiter nicht ange,iechlt werden bür- 4enz um nabt Brutstätten der Sozialdemokratie zu schaffen. Die

WertäBioson

und überzeuge sich, daß es kein anderes Mittel gibt, das für 3Mark das Vi Kilo die gleichen Mengen bluibildende, tiästigende und be­lebende Rahrstoffe liefert, gut schmeckt und selbst in großen Cuan- tttäten gut bekommt. buh»

*/, Kg. 78-86 Psg.

lL . 7080 r

lL . 68 -84 ,

Spielen gehängt hat unb, trotzdem er verheiratet ist, anderweitig, Verhältnis unterhalten hat. Das Gericht Petzte die Verhandlung auf unbestimmte Zeit aus uno gab der Staatsanwaltichaft an­heim, sich in der Angelegenheit weiter zu mpnmcren.

Erfolglose Berufung.

Der Bäckermeister G. T. von Friedberg hatte mit dem Schmied W. £. und dem Landwirt Gg. L. K. von Ober- Rosbach einen Prozeß wegen Lieferung von Backwaren, der zu feinen Ungnnsten auSging. Als bei einer Unterhaltung ui einer Wirtschaft ein Gast vie Bemerkung mackste: er ve,chwore, daß seine Angaben wahr seien, bemerkte T.,dann fchwörst du so falsch wie O. unb K. auch". Die Folge war eine Beleidigungs­klage gegen T., die am Schöffengericht mit 60 Mk. Geldstrase ge­sühnt wurde. Ta T. erfahren hatte, daß ihn O. ein Spitzbube genannt hatte, erhob er Widerklage, was D. 30 Mk. Geldstrafe eintrug. Dieser focht das Urteil an mit ber Begründung, er habe mit seiner Aeußerung ben T. nicht gemeint. Es sprachen aber alle Umstände für seine Schuld, so daß das Gericht zur Be|tätrgung des Urteils gelangte.

Tie Marktpreise für Äieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreise

am 12. Oktober 1908. *-

Oktober

1908

Barometer aui 0° reduziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

«

S 'w jO ß

a

i

Wetter

13. 26

751,5

13,3

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88

s

2

Bed. Himmel

13. 916

751,8

10,9

'9,3

97

s

2

Bed. Himmel

14. Tb

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10,6

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still

still

Bed. Himmel

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Temp

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r

13,8 0 C.

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.13.

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5,4 C.