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Der Vorsitzende soll an den Angeklagten die Frage gerichtet haben, ob ihm bekannt sei, daß der Zeuge Geritz homosexuelle Neigungen habe. Es sei auffällig, welche Karriere dieser gemacht habe, vom Unteroffizier und Kasino-Ordonnanz bis zum Rendanten und Amtsvorsteher.
Der Angeklagte habe erklärt, ihm sei von solchen Neigungen des Geritz nichts bekannt.
Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel soll darauf Herrn von Treskow erinnert haben, daß dieser ihm selbst erzählt habe, in hiesigen homosexuellen Kreisen sei Geritz als der „schöne Geritz" bekannt.
von Tpeskow konnte sich nicht einer derartigen Aussage erinnern.
Hoffchauspieler Arndt als Zeuge hält es für möglich, daß er die Aeußcrung dos Ernst falsch v c r st a n d e n haben könne. Ernst könne auch gesagt haben: „Und wenn ich 100 000 Mark bekommen hätte, ich hätte den Fürsten nicht verraten."
Kriminal-Mrchtmeister T i e tz e bekundet: Vor etwa 10 Jahren labe er den Auftrag erhalten, eine Badeanstalt im Zentrum der Stadt zu überwachen, von der behauptet wurde, daß sie vielfach ivn homosexuellen Adligen benutzt tvvrden sei. Es war dabei iad Gerücht' verbreitet, daß Eulenburg dort verkehre. Der Zeuge Habe wochenlang patrouilliert, er habe sich sogar gegenüber ein Zimmer gemietet, er habe aber niemals Eulenburg in die Badeanstalt gehen sehen.
Der Diener Lange bekundet, er habe zwar häufig Korrespon- Lenzen des Grafen Moltke mit Eulenburg gelesen, aber niemals 'Äußerungen gesunden, die auf perverse Veranlagung des Grafen Moltke hätten schließen lassen. Auch hinsichtlich Eulenburgs habe er r.ichts gehört, was auf perverse Neigungen hätte schließen Hissen. *
Der Zeuge Arndt bekundet, daß gerade Lange ihm Mitteilung davon gemacht habe, daß es in Liebenberg nicht zeheuer Kigehe.
Zeuge Lange bestreitet, Aeußerungen dieser Art gemacht zu haben.
Gegen 1 lUhr wird auf Wunsch des Angeklagten eine dreiviertel- -chüdige Pause gemacht. Die Verhandlung beginnt um 2 Uhr.
Kriminalkommissar Dr. Kopp wird'zunächst vernommen über dasselbe Beweisthema, wie von Tresckow und Tietze. Es handelt ich im wesentlichen um dieselben Gerüchte, die der Polizei zu Öhren gekommen sind und sich auf 'Eulenburg beziehen.
Am Schluß der Verhandlung wurde der Angeklagte plötzlich non einer Schwäche übermannt und verlor das Bewußt- -e i n. Besinnungslos wurde er nach der Charite überfuhrt. Es gelang, den Schwächezu stand in kurzer Zeit zu beheben, so daß rer Kranke sich bald wieder erholte. Die Fürstin eilte tut das twankenlager. Die beiden Söhne und die Tochter kehrten schon mm 6 Uhr nach Liebenberg zurück, woraus geschlossen werden lauf, daß für das Leben des Fürsten keine ernste Gefahr besteht.
W. B. Berlin, 14. Juli. (Tel.) In dem Befinden des Fürsten Eulenburg ist eine Verschlimmerung einge- _ceten, so daß auf Anordnung der Aerzte heute keine Verhandlung stattfindet.
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Eulenburg hat, wie wir bereits gestern kurz erwähnten, in einer Verhandlung die Aeußcrung getan, daß er als Gesandter äit München Preußen nicht nur politisch, sondern auch kirch- 1 ich zu vertreten l>atte. Sein Lebett lang sei er ein „Verfechter ncs protestantischen Kaisertums" getvesen." Diese ^iettßerung fordert, so wird und heute aus Berlin geschrieben, zu einer Berichtigung der wirklichen Betätigung Eulenburgs als Ge- imdter in München heraus. Es ist ihm an der Hand der Akten rrr Nuntiatur nach zuweisen, daß er mit Ausnahme von 11 Fragen ziemlich untergeordneter Natur während seiner Amtstätigkeit in ' München gar nicht in die Lage kam, das „protestantische Kaisertum kirchlich zu vertreten."
In der bahr. Kammer wurde am Montag von mehreren gtebnem diese Erklärung des Fürsten Eulenburg berührt. Ministerpräsident Freist von Pv de Wils erklärte, keine deuffche Regierung könne einem deutschen Gesandten an einem deutschen Oose eine Instruktion geben, wie Fürst Euleirburg behauptet habe; nenn der Gesandte sie sich selbst gebe, handle er gegen seine Instruktion und mache sich eines Disziplinarvergehens schuldig.
Wie dem „Bayr. Kur." aus angeblich gut informierter Quelle mitgetcilt wird, ist die Behauptung der Zeiffchrist „Der Morgen" in Berlin, es habe der Plan bestanden, dem Fürsten Eulenburg rad) dem zweiten Havden-Prozeß den Herzogtitel zu ver- 1 ähen, durchaus zutreffend. Fürst Bülow hätte damals seine Demission angeboten, falte Eulenburg wirklich den Herzogtitel erhalten sollte.
Vom pfälzischen Städtchen Frankenthal geht der Weckruf aus an Deutschland zur Schaffung einer deutschenLuftflotte. Der Verleger und Redakteur der .Frankenth. Tageblatts* E. R. Grosser schreibt an der Spitze seiner Samstagsnummer:
TaS ganze deutsche Volk will einmütig Mitwirken an der Schaffung einer Lullflotte, die Deutschland wtederum einen kulturellen und strategischen Vorrang über alle anderen Völker sichert. Zu diesem Zweck soll eine sich über das ganze Reich erstreckende unpolitische Orgamsation gegründet werden, die für den schnellen Bau von Luftschiffen Propaganda macht und die Mittel dafür ammelt. Jedem Deutschen, auch den Aermeren, wird ermöglicht werden, zu diesem Werke sein Scherflein beizutragen. In jedem Ort muß eine Ortsgruppe entstehen. Eine Tcmkespflicbt gegen den Grafen Zeppelin, eine Pflicht gegen sich selbst eriüllt das deutsche Volk, wenn eS sich ohne Zaudern zu edler Tat begeistert.
Nicht übel!
Aus London wird vom 13. Juli gemeldet: Zur Beruhigung der durch Graf Zeppelins Luilschifferfolg g e ä n g st i g t e n eng; l is ch en Gemüter wird offiziös mitgeteilt, daß das Kriegsmiins» terium die Fortschritte der Flugtcchmk un Auslande aus das angespannteste verlolgt und durch eigene Vertreter über den Fortgang oivohl der Zeppelmschen Versuche wie des Baues des Stemens- Schuckertschen Luftschiffes sorg'ältig rote möglich auf dem Laufenden erhalten wird. Tas lenkbare Luits chiff Nr. 2, welches seit mehreren Atonalen im Bau begriffen ist, wird bei günstiger Witterung heute seine erste Ausfahrt unternehmen. (Ob diese Fahrt tatrgefunden hat, ist uns noch nicht bekannt geworden. D. Red.)
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Ter Ballon .Ziegler* des Frankfurter physikalischen Vereins lieg am Scunstag in Offenbach auf und landete nach 12 stündiger Fahrt glatt in der Nähe von Stralsund.
Entmündigung eines Prinzen.
Man schreibt uns aus Weimar:
Prinz Hermann von Sachsen-Weimar-Eife- nach, geboren 1886, Leutnant im Ulanen-Regiment Graf Haeseler in Saarburg, ist wegen Verschwendung entmündigt und der Oberstallmeister v. Eichel ihm zum Vormund gesetzt worden. Der Prinz hat horrible Wechsclschulden mit dem bereits entmündigten Herzog Heinrich Borwin zu Mecklenburg kontrahiert. Beide sind als nächste Anwärter der Kronen von Weimar und Schwerin anzujehen.
Prinz Hermann ist der älteste Sohn des Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Gerta zu Ysenburg-Büdingen-Wäch- tersbach, Enkelin des letzten Kurfürsten von Hessen. Dem Prinzen Wilhelm erging es ähnlich wie seinem Sohne. Er hatte seine militärische Karriere im 10. Jäger-Bataillon in Goßlar begonnen und wurde zu den 14. Husaren versetzt. Auch er konnte sich vor Schulden nicht retten und verschwand eines Tages Ende der siebziger Jahre des vor. Jahrhunderts aus seiner Garnison Rotenburg an der Fulda. In der niederländisch-ostindischen Kolonialarmee in Atjeh fand er Unterkunft, wo er unter dem Namen „Baron von Roda" diente. Von dort kehrte er, nachdem der Bankier v. Erlanger in Frankfurt a. M. seine pekuniären Verhältnisse saniert hatte, 1884 in die Heimat zurück. Er trat auf Betreiben seiner Mutter, einer Schwester König Karls L von Württemberg, 31 jährig, als jüngster Leutnant bei dem 2. Bad. Drag.-Regt. Nr. 21 in Bruchsal ein und wurde am Tage seiner Vermählung mit Prinzessin Gerta als Premier- Leutnant zu den jetzigen „Tanzhusaren" nach Düsseldorf versetzt. Schuldenhalber nahm Prinz Wilhelm 1889 bereits den Abschied und siedelte nach Heidelberg über, nachdem sein Schwiegervater Fürst Ferdinand Maximilian zu Ysenburg die pekuniären Verhältnisse des Schwiegersohnes geordnet hatte. Nach dem Ableben seines Vaters, des Prinzen Hermann, der'hauptsächlich durch sein Interesse für den Rennsport weiteren Kreisen bekannt geworden ist, gelangte Prinr Wilhelm zu einem Vermögen von rund einer Million Marr und durch Vermittlung der verstorbenen Großherzogin Sophie, geb. Prinzessin der Niederlande wurde dem Prinzen und seiner Familie eine jährliche Rente von 45 000 Mark vom Großh. Hofe bereit gestellt. Trotz dieser hohen Revenuen vermochte Prinz Wilhelm seines Sohnes Hermann Schulden nicht zu decken und ihn zu saldieren.
Als die Verfehlungen des Grafen Edgar Wedel durch Vorlegung des Münchener Protokolls bekannt geworden waren, segle, Beniner Blätter zufolge, der Kaiser (auf einem zu Ehren dcs Königs von Sck)weden gegebenen Fest) in sichtlicher Erregung: ^Lenken Sie, unser Edgar ich auch solches Schwein!"
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lieber den Hofrat Kistler bringen die Dresd. N. N. eine Reminiszenz, in welcher das Blatt folgendes schreibt:
Als Kistter itod) Sekretär bei seinem Gönner, und Fürst Eulenburg noch Graf war, war er dem Liebenberger Schloß- tiyrrn unentbehrlich, und diese Unentbehrlichkeit hat indirekt ein schweres Unglück verursacht: Fürst Dohna wird, wenn er von Stiftler lieft, sich des Tages schmerzlich erinnern, wo ihn ein Schuß aus der Büchse des Sekretärs des Grafen Eulenburg r.taf. Kistler war es, .der dem Fürsten zu Dohna auf einer Sieben» Lerger Kaiserjagd einen Fuß kurz und klein und ihn da- u it Zeit Lebens zum Krüppel schoß. Kistler war damals au: Witten Eulenburgs von dem Fürsten Dohna als Lader mit- xmommen worden, ivcil er gern mit dabei sein wollte und in fdner Eigenschaft als Privatsekretär Eulenburgs nicht Jagdgast f.-in konnte. Kistler ging auf der Jagd mit. dem Gewehr unvor- j Hlig um, es entlud sich und dem Fürsten Dohna wurde ein Fuß buchstäblich zerschmettert. Es war ein Wunder, daß Dohna von doiefer Verwundung überhaupt genas; hätte ihm nicht Professor ton Bergmann geholfen, so wäre wohl ein verhängnisvoller Aus- gimg eingetreten.
Zeppelin.
In der Gegend von Friedrichshafen sind, wie in cMz Süddeutschland, dieser Tage Unwetter nicdergegangen. Doch scheinen, einem Telegramm vom heutigen frühen Morgen Infolge, die Wetteraussichten für die heutige Fern- und Dauerfahrt des Zepp elin's chen Luftschiffes durchaus günstig. Ohne noch eine Probefahrt zu unternehmen, fährt das Luftschiff nach der Gasfüllung, äie glücklich von statten gegangen ist, heute Mittag D Uhr ab. Der deutsche Kronprinz wird wahrscheinlich, non Bregenz kommend, zu der Auffahrt eintreffen. Auf der ganzen Fahrt wird das Luftschiff von Automobilen begleitet werden. Zu diesem Zwecke ist die ganze Fahrstrecke in be- jpnbcre Strecken eingeteilt. Die Leitung der Automobile Laben Offiziere inne, die vor allem den Nachrichtendienst zu vermitteln haben. Das Luftschiff wird wahrscheinlich vom Aodensee den oberen Rhein entlang fahren, dann nach Straßburg, Mannheim, Ludwigshafen und Mainz segeln, dort drehen und entweder die Rückfahrt über Neunkirchen, Straßburg oder über Worms, Speier, Maxau, Pforzheim, Stuttgart nehmen. In Straßburg wird dem Grafen ein großartiger Empfang bereitet werden. Das Luftschiff wird mit Musik und Böllerschüssen von der geschmückten Plattform des Münsters aus begrüßt werden. Auch in Mannheim hat sich em Komitee zur Begrüßung gebildet.
Vermischtes.
• Die schweren Unwetter von gestern haben besonders im Rheinland und in der Gegend von Wesserling (Vogesen) großen Schaden angerichtet. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt, kleine Gebäude stürzten ein. Ein Zug der Bonner Kreisbahn hatte eben den Ort passiert, als schwere Balken auf die Geleise stürzten infolge des Einsturzes eines Hauses, dessen Bewohner mit knapper Not das Leben retteten. Auf dem Rheindampfer „KrimhildeE entstand eine große Panik unter den Fahrgästen. Viele Frauen wurden ohnmächtig. In Bottropp wurden 13 Häuser abgedeckt und Hunderte von Bäumen entwurzelt. Auch in der Gegend von München, namentlich im Jsartale, herrschte Montag nachmittag bei 3 0 Grad ein furchtbares Hagelwetter. Eisstücke von 50 Gramm Gewicht zerschlugen die Fensterscheiben ganzer Häuserreihen. — In mehreren franz. Städten, auch m Paris, wurden infolge schwerer Gewitter die telegraphischen und telephon. Verbindungen mit dem Ausland vielfach gestört. — Durch einen infolge wolkenbruchartigen Regens ein- getretenen Bergrutsch wurden im Marktflecken Villanova bei Rooca Eanavese (Oberitalien) mehrere Häuser fortgerissen. Neun Personen werden vermißt. Man vermutet, daß sie umgekommen sind.
* E in schweres Automobilungück ereignete sich am Sonntag Nachmittag nächst Sauerlach in Bayern (nicht Hauerbach, das war in unserer gestrigen Drahtnachricht em Hörfehler. D. Red.) Air. Lord und Sohn, Graf Wachmeister, schwedischer Generalkonsul und Mimsterresident in Kairo, und Miß Engquisl unternahmen eine Fahrt von München nach Tegernsee mit dem Wagen des Automobilbesitzers Karl Weber in München. Bei Sauerlach platzte ein Pneumatik. Durch zu rasches Bremsen stürzte derWagen um, wobei eine Benzin-Explosion entstand. Der verheiratete Chauffeur Weber wurde getötet, Graf Wachmeister erlitt schwere Quetschwunden am Kopie sowie an den Beinen und untere Verletzungen. Miß Engquist erlitt einen Schädelbruch, Lord trug eine Gehirn-Er^ schütte rung und Quetschwilnden an den Knien davon. Sein lOjäbriger Sohn erlitt schwere Quetschwunden. Das Automobil wurde zerstott. Die Verletzten wurden durch die Rettungsgesellschaft m zwei Wagen nach der chirurgischen Stlinif gebracht.
Kleine Tageschronik.
Die Meldung, daß die zum Tode verurteilte Grete Baier vom König von Sachsen zu lebenslänglichem Zuchthaus „b e - gnadigt" worden sei, bestätigt sich nicht. Es ist in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung erfolgt.
Als bei einer Geburtstagsfeier bei dem Bergmann Hagenbeck in Frintrop (Rhü), die bis in die Nacht heinein dauerte, zwei Polizeibeamte Ruhe geboten, schoß Hagenbeck auf diese. Die Beamten drangen darauf in die Wohnung ein, wo Hagenbeck dem einen von ihnen mit einem Messer den Leib auf«= schlitzte. Der Schwerverletzte feuerte zweimal aus seinem Revolver auf 'den Mgreifer^ der auf der Stelle-getötet wurde.
Der Beamte wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er Hoffnung?^ los daniederliegt. ,
In Selb (Oberfranken) erschien ein Brautpaar am Tage vor der Hochzeit 511111 Frnhgottesdienst in der Kirche, um nachher die kirchlich vorgeschriebene Beichte abzulegen. Da begab es sich, daß, während der Priester bereit am Altar stand, die Braut plötzlich unwohl wurde und an geweihter Stätte eines munteren Knäbleins genas.
Der Realschüler Besin stürzte beim Edelwcißsuchen von einer Wand des Padunerkegels ab und blieb sofort tot.
Die 19 jährige To ch 1 er Emile Zolas Elise, hat sich mit Maurice Le blond verlobt, der Sekretär des französischen Ministerpräsidenten Cletneneeau ist.
Märkte.
Gießen, 14. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wocken- inaifte kostete: Butter pr. Pfd. 1.10—1.20 Mk., Hühnereier 1 St. 7-8 Psg., Käse pr. St. 6—8 Pf., Käfeviatte 2 St. 5—6 Pfg. Erbsen p. Pfd. 18—24 Pfg., Linsen p. Pfd. 25—40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Gänse pr. Pfd. 00—00, Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Alk., Ochsensleisch pr. Pfd. 78—86 Pfg., Kuh-
1111b Rindfleisch pr. Pfund 74—76 Psg^ Schweinefleisch pr. Pfund 60—76 Psg., Schiveinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Pfd. 70—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—7.00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 8,00—10,00 Alk., Milch per i.'ilcr 20 Pfg., Weißkraut per Stück 0—00 Pfg., per Zentner Alk. 0.00—0.00. — Aepfel per Ztr. 00-00 Mk., Birnen per Ztr. 00—00 Mk. Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., per Ztr. 0—00 Alk. Kirschen per Pfd. 0,20—0,30 Mk. Marktzeit voii 7—1 Uhr. । ■ । 1 *
LroianSsichtlichc Witterung für Hessen nm Mittwoch den 15. Juli: Zeitweise heiter, doch immer noch Regenschauer, kühl, windig.
Wasserwärme der Lahn 16°K
Das englische Zlottenprogramm.
Im englischen Unterlaufe kritisierte Lee das Flottenprogramm der Regierung als unzulänglich und stellte ihm das Programm Deutschlands gegenüber. Bezüglich der Zwistigkeiten innerhalb der Marine bemerkte der Redner, jedermann hege das 33 er trauen, daß die Regierung sich dieser ernsten Angelegenheit gewachsen zeige.
Der erste Lord der Admiralität Mc. Kemra bemerkte, er glaube nicht, daß das Haus Ursache habe, über die Dread- noughtsrage in Unruhe zu geraten. In diesem Augenblick seien in Deutschland fünf große Schiffe auf Stapel gelegt, während England 10 beinahe fertig gestellt habe. Im Juni 1911 werde England acht Dreadnoughts und vier Kreuzer haben, während i Deutschland 7 Schiffe vom Dreadnougth- und 2 vom Jnflexibletyp besitzen werde, vorausgesetzt, daß es sein Programm in der von ihm selbst fixierten außerordentlich kurzen Zett zur Ausführung bringen werde, worüber man jedoch, wie er bemerken möchte, auf Seiten Deutschlands zu nicht allzu sanguinischen Hoffnungen berechtigt sei. England hätte sich nur zu versichern, daß Deutschland nicht schneller bauen könne als Großbritannien und daß nach dem Programm des lausenden Jahres Großbritannien Mitte 1911 Deutschland überholt haben iverde. Unmöglich fei außer Acht zu lassen, daß England durch die Dreadnought eine beträchtliche U cb er l eg e n beit gewonnen habe und es^ dürfe behauptet werden, daß die Existenz der Dreadnought alle andern Arten von Kriegsschiffen zu vernachlässigen gestatte. Die^ große Ueberlegenheit, die England in den älteren Schiffstypen, besitze und die 12 Dreadnoughts und Jnvineibles gegenüber neun; auf feiten Deutschlands verleihe, verbürge England vollkommene Sicherheit im Jahre 1911. Die sog. Differenzen in der Admiralität bestrebe sich die Regierung auszugleichen. Sie beruhten auf unerwiesenen Gerüchten. Auch glaube er, daß durch sie schon zu einer befriedigenderen Gestaltung der Dinge i Veranlassung gegeben würde.
Abg. Wyndham meinte, aus Mae Kennas Erklärungen könnte, der Schluß gezogen werden, daß eine starke Vermehrung^ der Flottenausgaben fürdie nächstenzweiJahre' stattfinden müsse.
Der Parlamentssekretär der Admiralität, Namara, betonte,) die Regierung sei entschlossen, die unantastbare Vorherr-> schäft Englands zur See aufrecht zu erhalten.
Nach weiterer Debatte bemerkte Me. Kenna, daß in dem 23er»; gleich mit Deutschland dieser Art eine feindselige Ge-! sinnung gegen Deutschland nicht zu erblicken sei, iuib‘ daß ihnen auch nicht die Annahme zugrundeliege, daß es xoä\y\ renb dieses laufenden oder während eines zukünfttgen Pro-, grammes zu Feindseligkeiten kommen werde. (23eifall.)
Sodann gelangte das Schiffsbaubudget zur; Annahme. j
OrigniaL-DrahtmeL-uirsen.
Die Beisetzung des Generals v. Wachter.
R. B. Darmstadt, 14. Juli. Heute vormittag fand11 unter großem militärischen Gepränge die Beisetzung des verstorbenen Generaladjutanten Generals v. W a ch t e u unter Teilnahme S. K. H. des Groß Herzogs, der Minister DDr. Ewald und Braun, der Generalität und der obersten Hofchargen statt. In der Wohnung des Generals hielte Oberhofprediger Ehrhardt eine Trauerandacht. Dann wurde , der Sarg von Hoflakaien auf den vom Großherzog zur Ver-i fügung gestellten Hofleichenwagen getragen. Den Trauer-^ kondukt bildeten die 2. Eskadron des 24. Drag.-Regts., t)ic: Fabne des 2. Bataillons des Leibgardeinf.-Regis. Nr. 115: und ein aus allen hiesigen Regimentern gebildetes Bataillon. Unmittelbar hinter dem Wagen schritten der Großherzog, der! Oberhofprediger, die beiden Minister, die Generalität und fast sämtliche hiesigen Offiziere sowie Offiziers-Deputationen aus Worms, Wiesbaden und Homburg. Auf dem Friedhöfe hielt der Oberhofprediger noch eine kurze Andacht und unter Chorälen und Trommelwirbel wurde dann der Sarg in bie< Gruft gesenkt.
ü. L. Da rmstadt, 14. Juli. In dem Disziplinär-) verfahren gegen den Rechtsanwalt Dr. Mainzer ist jetzt das Hauptoerfahren vor dem Ehrengericht der Anwaltskammmer eröffnet worden. Der Verhand-1 lungstermin findet am 18. September unter dem Vorsitz von Geh. Justizrat Dr. Gutfleisch statt unter Ausschluß der Oeffenttichkeit. Dr. M. ist s. Zt. von der Strafkammer freigesprochen worden von der Anklage der Gebührenüberforderung, des Betrugs und der Unterschlagung, weil er strafrechtlich nicht zu fassen war.
Berlin, 14. Juli. In dem Befinden des Fürsten Eulenburg ist eine wesen11 iche Verschlechterung ein» getreten. Die Anschwellung des Beines hat zugenommen. Es ist Fieber auf getreten. Außerdem hat sich der Fürst eine Grippe zugezogen.
Rom, 14. Juli. Der Landarbeiter streik in der Provinz Faenza drohe in ein ernsteres Stadium zu treten. Gruppen von Streikenden versuchten in verschiedenen Ortschaften die Arbeitswilligen zu veranlassen, die Arbeit einzustellen. Infolgedessen kam es in Prada zu einem Zusammenstoß, wobei ein Kara- biniere seinen Angreifer tötete und einen anderen schwer verwundete.
London, 14. Juli. In der Nähe von Chester löftef sich ein Wagen, der einem Automobil angehängt war,! plötzlich los und sauste mit großer Schnelligkeit den abschüssigen Weg hinab. Er wurde gegen eine Mauer ge-^ schleudert, wobei 12 Arbeiter tötlich verletzt wurden.!


