In nichtpreußischett und gelbmorftunEunbigcrt Kreisen wird gegenwärtig öfters die Frage aufgeworfen, was es denn ergeht» lieh mit der vielgenannten Seehandlung für eine Bewandms habe. Ihr offizieller Name ist „Königliche Seehandlung (Prcußt- sche Staatsbank)". So heißt die Firma seit dem Jahre 1904, in welchem Jahre bestimmt wurde, daß das Kapital von 65 langsam auf 100 Millionen Mark erhöht werden solle. Mit dieser Firmierung ist die Stellung, die diese Bank in unserer Finanz» Welt einnimmt, eigentlich hinreichend gekennzeichnet. Tie Seehandlung fungiert als Staatsbankier für den größten deutschen Bundesstaat in ähnlicher Weise, wie die Neichsbank für das Reich, nur mit dem großen Unterschiede, daß die Neichsbank eine drotenbank uni) ein von der Reichsregierung verwaltetes, ja be^rrschteS Privatinstitut ist, während die Seehandlung ein Emissionshaus und eine reine Staatsbank ist. Die Seehandlnng ist übrigens auch nicht zu verwechseln mit der sogenannten „Preußenkasse". So lautet der Börsenname der „Preußischen Zentralgenossenschastskasse", einer Gründung des FinanzministerS Miquel aus dem Jahre 1895. Wie ihr amtlicher Name besagt, dient sie hauptsächlich als Geldausgleichsstelle für den genauem schaftlichen Personalkredit, namentlich dem landwirtschaftlichen Bc- triebskredit dar Genossenschaftsverbände. Auch sie ist eine mne Staatsbank, ursprünglich mit fünf Millionen Grundkapital, fett 1398 mit 50 Millionen Mark dotiert. Seit dieser erheblichen Kapitalerhöhung hört man ihren Namen an der Berliner Börje beinahe ebenso oft, wie den der Seehandlung. Diese beiden cim slußreichen Banken pflegen an der Berliner Börse zu „ütter- »enieren", d. h. sie greifen in die Kursregulierung der Staats- Papiere ein und operieren mit ihren großen flüssigen Mitteln, die fte als „tägliches Geld" den Banken zur Verfügung fteLLen. - Lte sichern sich damit ein manchmal recht weitgehendes Mitbestiin- mungsrecht auf die Gestaltung der Diskontbewegung und der Geldnotierungeii. Preußen und die von biefer Präsidialmacht geführte Reichsbank habcri längst erkannt, daß ein kräftig regierter Staat den Geldmärkten gegenüber keineswegs ohnmächtig ist. Es gibt mancherlei probate Mittel, sie zu beeinflussen: nicht etwa durch eine plumpe und mißtrauische Bör enbcvormun- düng, die tappsig vorschreibt, sondern dadurch, daß die staatliche Gewalt selbst als konkurriereride Geld- und Bankmacht auftritt, über große flüssige Mittel, ohne die dort nichts auszurichten ist, verfügt, an der Börse selbst erscheint und tn ihr kunstvolles Getriebe nach vorsichtigen Plänen kräftig cmgreift. Der moderne Wohlfahrtsstaat ist sich selbst, sowohl in staals- wie in volkswirtschaftlicher .Hinsicht, insbesondere mit Rücksicht auf seinen Kredit- und Anleihebedarf, eine solche Intervention schuldig. Mögen andere Länder die Maxime des Jaisser faire und laisser passer als der Weisheit letzten Schluß ansehen — das große Publikum nennt solche Staaten „Musterstaaten", weil dort jeder machen kann, was er will —, Preußen hat jedenfalls nach diesen Grundsätzen nie gehandelt und ist dabei nicht schlecht gefahren. Nebenbei bemerkt gibt die Stellung des preußischen Fiskus zu der Berliner Effektenbörse^ einen wertvollen Hinweis, wie er sich gegenüber den Kartellmagnaten, namentlich den rücksichtslosen int Kohlensyndikat, zu verhalten hat. Der Plan des früheren .Handelsministers Möller mit seiner Hiberniaverstaat- lichung war nicht etwa um deswillen verfehlt, weil er jiuf Anhieb nicht gleich gelungen ist. Im Gegenteil.' Tie Idee ist gesund und wird später bestimmt noch verwirklicht werden müssen.
Tie preußische Seehandlung, deren machtvolle Haltung setzt allgemein anerkannt wird, deren Transaktionen aber von vielen recht unbequem empfunden werden, hat sich von kleinen Anfängen und in einer sehr wechselvollen Geschichte zu dem empor- gearbeitet, was siebente ist. Auch hier hat sich schließlich eine gewisse Arbeitsteilung bewährt. Sie arbeitet als staatliches Emissionshaus — wenn auch nicht ganz ohne Reibungsgegenstände — neben der Zentralnotenbank und nimmt dieser Aufgaben ab, die, in einer Hand vereinigt, kaum befriedigend gelöst werden fönnen.
Ihren Ursprung führt die Seehandlung,, ebenso wie , unsere Pfandbriesanstalten, für die ja die Schlesische Landschaft vorbildlich war, und die Preußische Bank, die aus der Königlichen Giro- und Lehnbank hervorgegangen ist, und die dann die Vorgängerin der Deutschen Reichsbank wurde, auf Friedrich den Großen zurück. Tie Königliche Giro- und Lehnbank wurde unter Friedrich II. in Berlin mit einem Tochterinstitut in Breslau gegründet. Die erste Landschaft, die Schlesische, trat 1770 als ZwangsgenossenschaftDverband der schlesischen Ritterschaft ins Leben, und 1772 begründete der große König durch Patent vom 14. Oktober die Seehandlungssozietät. Tie Königliche Girobank, nach dem Vorbilde der Hamburger Bank ausgestaltet, diente Wäh- rungs-, Diskont- und Lombardzwecken und war gleichzeitig Depositenbank für hinterlegte Mündel-, Gerichts- und Stiftungsgelder. Die schlesische Landschaft, die heute noch existiert, und der alle anderen Landschaften nachgebildet sind, war ländliches Real- kredttinstitut, das durch die Pfandbriefausgabe die schlesischen Rittergutsbesitzer aus der Schuldnot befreit hat.
Tie Seehandlungsgescllschaft dagegen, ganz im Dienste der Wirtschaftspolitik der Merkantilisten, zu deren bedeutendsten Vertretern Friedrich der Große zählt, stand im Dienste des Exporthandels, namentlich des überseeischen. Taher ihr Name. Sie soltte den Absatz von LeinLnfabrikaren nach dm amerikanischen Kolonien beleben und erweitern, die Handelsbeziehungen mit Spanien pflegen und den Zwischenhandel nach Polen dem damaligen ,Freistaate Danzig abnehmen und für Preußen gewinnen. Namentlich im ^oalzhandel wurde sie privilegiert und 1775 deswegen mit der preußischen Salzkompanie verschmolzen. Die SLehandlungsgesellschaft war eine Aktiengesellschaft, aber der Staat hatte fast die Hälfte der Aktien und verwaltete das Unter- irehmen ganz selbständig. Später wurde die Tätigkeit erheblich erweitert. Tas Institut trieb Warenengrrshandel alter Art, macht. Wechfelgeschäste, baute Schiffe, trieb Rhederei und finanzierte Jndustrieunternehnrungen. Noch später wurde die Bank auch Staatsbank und emittierte die Staatsanleihen. Nach dem Zusammenbruch des preußischen Staats im Kriege 1806/07 vollzog sich die formelle Umwandlung in ein reines Staatsbankinstitut Namentlich nach den Befreiungskriegen hat sie dem Fiskus durch Einziehung der französischen Kontribution und durch die Ausnahme einer preußischen Anleihe in England große Dienste geleistet. In der Folgezeit der Staatserneuerung wiederholen sich in großem Umfange die Emissionsgeschäfte der Bank. 1821 besorgt sie eine für damalige Verhältnisse riesige. Prämienanleihe, eine zweite englische Anleihe, bann die Bereitstellung von Mitteln für 125 Meilen Staatschaufsoen, und auch eine An von Papiergeld, die „Seehandlungskassenscheine", gibt sie aus. In den dreißiger Jahren überträgt man ihr auch die Konvertierung der landschaftlichen Pfandbriefe und einiger Stadtobligationen, und der beginnende Eisenbahnbau (Brrlin-Anhalttr Balm und Bergisch-Mär- tische Bahn) wird durch sie finanziell gefördert.
Obgleich die Zeit des Merkanttlismus längst vorüber war, ragt die Seehandlnng noch lange als nach merkantilistischen Grundsätzen r>errootLe^§ Emissionshaus in b'.e Periode der beginnenden Gewerbefreiheit hinein. Bald ist sie Exporthaus für schlesisches und westfälisches Seinen, Alaun u. dergl., bald Jm- porthaus für Salpeter und Bordeauxweine. Sie beledigt sich aber auch direkt an industriellen Unternehmungen, chemisck-en Fabriken, Papteriabriken, Hochöfen, Maschinenbauanstalten, Zinkwalzwerken 1 und Stahlgußwarenfabriken. Eine besonders große Fürsorge widmet sie der schlesischen Industrie; denn Preußm annektiert nicht nur, , sondern sucht alsbald die neuen Landesteile merkantil und tnbuitrieU möglichst zu heben. Diese Fürsorge kommt namentlich der jchlenschen Textilindustrie, dem Flachsbau durch Muster- bleichtn und Appreturanstalten, der Leinenspinnerei und -Weberei, der Wollweberei, der Kammgarnspinnerei und der Tuchfabrikation^ aber auch d.m Wollmärkten und dem Absatz von Wolle irr schlesischen Gutsbesitzer in einer Zeit, wo Breslau im Welthandel so tonangebend war, daß man sagte, es habe das „goldene Vließ" zugute Fm.reffant war auch die Tätigkeit der Seehandlung auf dem Gebiete der Müllerei. Sie war von Haus aus keine frei- wrllige, denn durch die Darlehen an die Kaufmannschaften mußte sie Wetzenvorrate an Zahlungsstatt annehmen und d.swegen durch eigene Mühlenetablissements für das Vermahlen sorgen Aus jener Zeit stammt noch ber heutige Besitz oer Seehdndlung an den großen Bromberger Mühlen. Schließlich hatte die cigenartiae
Staatsbank — ebenfalls unfreiwillig — eigenen Gutsbesrtz wegen Ueberschnldung der bisherigen Eigentümer, also un Wege der Sub- hastation, übernehmen müssen. 9tod) gegenwärtig besteht das von der Seehandlung auf Wunsch der städtischen Kollegien von Berlin errichtete „Königliche Leihamt", später mit der „Rotherfttftung" zugunsten der Töchter von Beamten und Offizieren verbunden. Minister Rother war der langjährige hochverdiente Ches der See- Handlung. , „ , , . .
Eine Krisis in £er Entwicklung der Bank trat tn den Ver- sassungskämpfen, Mitte des Jahrhunderts, ein. Die Volksvertretung mackste sich die lebhaften Beschwerdeit der Gewerbetret- benben zu eigen und setzte die Liquidation des industriellen Besitzes der Bank durch. Tie Berliner Maschinenbauanstalt wurde an Bersig verkauft, ebenso wurden die Mühlen und ^Rittergüter veräußert S chon früher hatte man den Wein-- und Alaunhandel, die Flußschissahrt, das Wollgeschäft und die Beteiligung am Salzende! eingestellt. Eine Breslauer Spinnerei wurde an den Kaufmann Schüller aus ber bekannten Dünner Jndustriellenfamtlte verkauft. Diesem Verkauf folgten bann die Veräußerungen von anberen schlesischen Textilfabriken. Und so besitzt die Seehand- lung heutzutage nur noch die Flachsgarnspinnerei in Landshut (Schlesien) und die großen lange uitrcntabcin Bromberger Mühlen.
Betrachtet man diese merkantile und industrielle Tätigkeit ber Seehandlung, so gärt fdaraus zweierlei hervor. Einmal ist offensichtlich, daß der Geist Friedrichs deS Großen noch ein halbes Jahrhundert lang den des Individualismus überdauert hat, und zum andern, daß die Friederizianische Gründung, wenn auch ihre f.nanzi llcn Ertzebnisse vielfach unbefriedigend: waren, Industrien ns Leben "gerufen hat, die später zur größten Blüte gelangt sind. Für die Jndustriealisierung dos Ostens urS Nordostens, namentlich Schlesiens,das eche Perle in der preußischen Krone geworden ist, hat die Seehandlung unendlich viel getan. Auf diesem Wege ist es in erster Lime gelungen, die Schlesier so rasch^ zu so treuen und patriotischen Preußen zu machen. An die Stelle der Seehand- lung traten dann später, aber keineswegs rechtzeitig, private industrielle Banken und Emissionshäuser. Es ist gar kein Zweifel, daß die Seehandlung zu früh, jedenfalls zu mW ermittelt, auf Drängen des wirtschaftlichen Liberalismus, der sich als abgesagter und allzu einseitiger Feind des Staatsbetriebs gerierte, seine industriell und finanziell befruchtete Tätigkeit eingestellt hat.
Infolge brr veränderten Organisation in dem Geschäftsbetriebe ber Seehandlung ist jetzt mehr unb mehr und fast ausschließlich bas reine Bankgeschäft in den Vordergrund getreten. Auf diesem Gebiete aber hat die Bank, teils al.ein. teils in Gemeinschaft mit anderen Banken, in den letzten fünfzig Jahren, in den letzten Jahrzehnten insbesondere an der Spitze des sogen. „Preußenkonsortiums", eine sehr umfassende Tätigkeit in bet Unterbringung unb Konvertierung von Anleihen dcs preußischen Staates, bes Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches, anderer deutschen Bundesstaaten, von Gemeinden und sonstigen öffentlichen Verbänden entfaltet. Daneben besorgt sie die vorübergehende Anlegung zeitweilig disponibler Staettsgelder, diskontiert Schatzanweisungen und Wechsel, gibt Lomb.mdbarlehen, nimmt Depositengelder und Depots zur Verwahrung und Verwaltung an, leistet Zahlungen und zieht Außenstände für Behörden und Private ein. Von besonderem Nutzen war sie dem Staate und dem Reiche während und nach dem Französischen Kriege durch Realisierung der Kriegskredite und Einziehung und Anlegung ber französischen Kriegskontribution, sowie später bei der Umgestaltung des Münzwesens durch Beschaffung von Gold.
Zum Schlüsse sei noch darauf hingewiesen, daß die Königliche Seehandlung auch unmittelbar den Finanzen des Preußischen Staats Nutzen gebracht hat. Tas Institut erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Reingewinn von rund 3 Millionen Mark. Er entsprach einer Verzinsung des verfügbaren Betriebskapitals von 5,2%. Die Zeiten der reinen Staatsbanken sind also, wenn auch noch so ost das Gegenteil behauptet wird, noch lange nicht vorüber. Wer weiß, ob nicht int Zeitalter der ungestüm fortschreitenden Bankzentralisation auch für Staatsbanken, die keine Notenbanken sind, eine neue aussichtsreiche Epoche anbricht? Auf dem speziellen Gebiete des .Hypothekenbankwesens hat ein anderer Staat, unser Hessen, einen gangbaren Weg einer wohltätigen Staatsinitiative bereits gezeigt.
* Mannheim, 11. Jan. In der gestrigen Aufführung der Oper „Margarethe" am hiesigen H oft Heater erlitt die Trägerin der Titelpartie Fräulein Paula Wize- mann vom Hoftheater in Altenburg einen Unfall, indem sie in eine Versenkung stürzte. Sie zog sich Verletzungen am Fuß und an der Brust zu. Tie Künstlerin führte ihre Rolle bis zum Schlüsse durch, mußte aber dann in sehr erschöpftem Zustande in ihr Hotel gebracht werden. — Im Hause Kleinfeldstraße 8 stürzte sich heute die Frau des Konditors Aßtalg nach einer heftigen Auseinandersetzung mit ihrem Manne wegen dessen Ausbleibens über Nacht aus einem Fenster des dritten Stockwerks auf die Straße, wo sie mit lebensgefährlichen Verletzungen liegen blieb.
* Dublin, 10. Jan. Die vor kurzem ernannte Kommission ;ur Uitterjuchung der Umstände des Verschwindens der usloruchen K r o n f u w e l e n ans dem Bureau von Sir Arthur Üiear, der für ihre Aufbewahrung un Schlag zu Tubttu veiaut- ivortUch war, trat heute zu einer Sitzung zusammen. Ter Kom- uussiou gegenüber weigerte sich der Rechtsbeiflaud Sir Arthur Vicars, sich au der Untersuchung zu beteiligen oder vor der Kom° Mission Aussagen zu machen, da sie zur Zeugeuveniehmuog nicht verechtigt und ihre Kompetenz zu beichrünll sei. Tagegeu erklärte ber Rechtsbeistaud, daß Sir Arthur Bicar nichts sehnlicher wünsche, als daß durch eine gerechte Untersuchung in aller Form die Angelegenheit klargeslellt werde.
* Paris, 11. 3an. Ein durch einen Streit wegen eines Operntextes verursachtes Pistolenduell zwischen dem Schriftsteller Jules Bois und dem Komponisten Vincent d'Jndy heute nachmittag verlief unblutig. — Ter von dem Chemiker Lemoine um 1600000 Franks betrogene Präsident der Londoner De Beers- G e s e 11 s G) a f t, Sir Jules Wernher, hat beim Untersuchungsrichter beantragt, daß die angeblich von Lemoine bei einer Londoner Bank hinterlegten Formeln zur Erzeugung künstlicher Diamanten beschlagnahmt werden, da sich dann sofort feststellen lafse, ob ein Bettug vorliege oder nicht Der Untersuchungsrichter versprach, den Antrag auf Beschlagnahme jener Schriftstücke prüfen zu wollen.
* Die strenge Kälte dauert im gesamten Westdeutschland fort. An höher gelegenen Stellen wurden in den verflossenen Nächten 17 Grad gemessen. Die meisten Rheinnebenflüsse sind von neuem zugefroren. Mehrfach wurde aus drei Distrikten militärische Hilfe beim Koblenzer Pionierbataillon erbeten. — Während eines Schneesturmes ist im Kattegat der Dreimastschooner „Nor- denskjoeld" aus Halmstad untergegangen. Die aus 10 Mann bestehende Besatzung ist wahrscheinlich ertrunken.
*Eine Brieftragerstochter BOfadje Millionärs- ' r a u. Aus Mülheim tu Oberbaden berichtet die „Schwarzw Ztg/' : Ein armes, aber fleißiges und rechtschaffenes Mädchen Tochter des verstorbenen Briefträgers H. von hier, verheiratete sich vor Weihnachten mtt dem 69jährigen ehemaligen Reichstaqs- abgeordueieu Herrn Schluinberger von Mülhausen, einem Aianne besten Vermögen auf 60 Mllliouen geschätzt wird. Da dessen Söhnen' die Heiral nicht standesgemäß vorkam, 'wollten sie dem Mädchen eine Absindnngssumme von 300 000 Mk. geben, woraus diek^ natürlich nicht einging. ' |Cb
Kleine Tageschronik.
D«n Leutnant v. Kruse, dem Sohne der Frau NkfÄ-^Oeschledenm Gräfin Kuno Moltke, wurde der erbetene Abschied aus der Armee gewährt.
Der „Herold" erhält voü Dr. Lim"an folgende Mitteilung: Nach'einer Meldung der „Tortm. Ztg." soll dem Dr. Liman infolge feiner verschiedenen Aussagen im ersten und zweiten Moltke-Hardcn-Prozeß nabe gelegt worden sein, auf feine journalistische und anderen Ehrenämter zu verzichten. Diese Mitteilung ist absolut unrichtig.
Graf Kuno Moltke tritt in den nächsten Tagen eine M i t t e l mw e r f a h r t an. Die Heimkehr erfolgt zum Revisions- ternrin des Harden-Prozesses.
Graf E ra s in u s z u Erbach-Erbach ließ sich als Höver der juristischen und philosophischen Fakultät an der Würzburger Universität inskribieren. Der junge Graf wurde, wie erinnerlich, nach seiner „Eheirrung" einer Nervenheilanstalt übergeben, ist aber von dort nach Würzburg entflohen.
Ueber ein neues schweres Verbrechen, das sich in der Nähe von Berlin abgespielt hat, wird dem „B. T." gemeldet: Gendarmen fanden in der Nähe von Mittenwalde in einem Graben einen Sack, in dem sie eine männliche Leiche vorfanden. Dem Toten^ totai: der Schädel «ungeschlagen. Von dem Täter fehlt jede Spur. Der Ermordete war etwa 25 Jahre alt. Der Leiche waren beide Beine gebrochen worden.
In Leipzig wurde d'e Leiche des seit sechs Wochen vermißten Buchhändlers Arthur Giegler in seiner Wohnung verwest im Bette aufgefunden. Die Geliebkd Gieglers, eine Russin, hatte aus gesprengt, Giegler wäre nach Italien gereift. Ob ein Verbrechen Dor liegt, steht noch nicht fest.
In der Nacht vom 11. zum 12. Jan. passierte dem Paris- Frankfurter Schnellzuge am Bahnhof von Frouard (Frlr.) beim Ucberfahren der durchgehenden Wagen auf des andere Gleise ein Unfall. Tie Lokomotive stieß so heftig an die anzuhängenden Wagen, daß im Postwagen neun Beamte zu Boden geworfen und ziemlich schwer verletzt wurden. Die Passagiere erlitten keinen Schaden.
Der Prinz-Regent von Bayern ft ar den wegen Raubmordes an dem Kaufmann Hendscht zum Tode verurteilten ehemaligen Zirkusinhaber David Nieder Hofer zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt.
Tie echten Pocken find unter den Arbeitern auf den posen- schen Rittergütern Broniewice und Osttowek ausgebrvchen.
Beim Rodeln haben sich auch in der Nähe von Wien zahlreiche Unglücks fälle am' letzten Sonntag ereignet; zehn Personen erlitten Verletzungen, drei von ihnen schwere. Von den Schwerverletzten ist ‘einer gestorben.
General Emanuel Carso ist auf Verlangen der vene- zolischen Negierung in Nizza verhaftet worden. Er hatte mit dem Präsident Castro einen ernsten politischen Konflikt und wird zurzeit der Fälschung unb des Gebrauchs von Fälschungen beschuldigt. Ter General unterhielt u. a. einen großen Rennstall.
In der letzten Zeit sind in der türk. Provinz Medjez 2 2 6 4 Personen au Cholera gestorben; in Mekka 677 und in Konstantinopel 3.
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Berlin, 13. Jan. Henle abend veranftalleten die Studierenden sämtlicher Hochschulen von Groß-Berlin einen Fackelzug zu Ehren des im vorigen Jahre mit dem Nobelpreise aus- gezeiclmeleu Professors B u ch n e r. B. hielt in Erwiderung auf eine Ansprache eines Chargierten eine längere Rede, in der er besonders, auf sein Werk, das Studium der Zymase (Gähruug) ein- ging und. der Studentenschaft für das Zusammeuhalteu bei der Ehrung eines deutschen Werkes, als welches er sein Werk bezeichnete, dankte. Nach Beendigung dieser Feier bewegte sich der Zug nach beni Kaserneuhoie des Ulaueuregunenls, wo unter dem Gesänge des Gaudeamus igitur die Fackeln zusammeugeworsim wurden.
— Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Johannes P f a n n e n ft i e l, Ordinarius und Direktor der Fraueukliuik in Kiel (früher bekanntlich in Gießen) wurde zum Dhtghci) des Mediziualkollegiums der Provinz Schleswig-Holstein ernannt.
Petersburg, 12. 3 an. Tie hiesige Akademie der Wissenschaften erwählte die Proiessoreu v. W i l a m o w i tz - Ai ö l l e n - darf s--Berlin, Helmer t-Potsdaui und Lotz- Allinchen zu korre-» spondiereudeu ■Dhtghebern.
Telefonische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter ÄSörse. 14. Januar. 1.15 TJhr.
3J4°/o Beichsanleihe . . 93.60 3% do. . . 82.40
3>$0/0 Kousols . . . . 93 90
3% do 82.40
i^°/0 Hessen 92.50
3%°l0 Oberhessen . . . 92.00
1 % Oesterr. Goldreute. . 97 90
4l/6 % Oesterr. Silberrente 98.60
4 % Ungar Goldrente . . 93 65
4% Italien. Reute . . . 103.45
3% Portugiesen Serie I 63.00
3% Portugiesen „ UI 64.10
4 x/a °/0 russ. Staatsanl. 1905 94 45
4^°.o japau. Staatsanleihe 88.80
4 % Couv. Türken von 1003 94.80
Türkenlose 144 00
\% Griech. Mouopol-Anl. . 5000
äussere Argentinier . 85.40 o°/0 Mexikaner .... 62.50
4>iv/0 Chinesen . . . . 95.90
Aktien:
Bochum Guss . . . ' . . 202.00
Buderus E. W —.—
Tendenz: behauptet.
berliner Börse, 14
Canada E. B 159.40
Darmstädter Bank . . . 127.70
Deutsche Bank .... 230 20
Dortmnuder-Uniou C. . . 63.20
Dresdner Bank . . . 139.40
Tendenz: ruhig.
Elektriz. Lahmeyer . . . 125.60 Elektriz. Schlickert . . . 108 00 Eschweiler Bergwerk . . 212 00 Gelsenkirchen Bergwerk 189 90 Hamburg-Amerik. Paket!. 222.00 Harpener Bergwerk. . . 201.70 Lanrah litte 119.50 Nordd. Lloyd . ... 108.90
übeischles. Eisen-Industrie 102 00 berliner Handelsges. . . 156.90 Darmstädter Bank . . . 127.50 Deutsche Bank .... 231 30 Deutsch-Asiat Bank . , 136 20 Diskontu-Kom inaudit. . . 172.70 Dresdner Bank .... 139 70 Kreaitaktien 20U.40 Baltimore- uud Ohio
hasenlahn 90.00 Gottuardbahn —
LOuioard. Eisenbahn . . 27 90 Uesterr. Staatsouiin . . . 144.60 Pnnce-Henn-Eiseubahn . lzl.uO
Januar. Aufangskurse.
Harpener Bergwerk. . . —. Laurahütte —.— ..ombardeu E. B. ... 28.00 Nordd. Lloyd 10ö.90 l'ürkenlose 144 40
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