Ausgabe 
9.12.1908 Zweites Blatt
 
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Nr. 290

Zweites Matt

Mittwoch 9. Dezember 1908

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags,

Seneral-Anzeiger für Gderheffen

GerScL-rssasL.

Handel

Frankfurter Börve. 9. Dezember, 1.15 Uhr.

Beichsauleihe

88.75

3% Portugiesen

III

. 108.75

Berliner Börse, 9. Dezember. Anfangskarso.

Canada E. B. .

192.00

W

dem

Wlt 3%

7<

218 00

111.50

. 19 00

. 88.50

. 140.70

Harpener Bergwerk Lanrabtitte . . .

. 19.10

. 143 10

. 123.00

158. Jahrgang

. 116.50 . 118.05

. 189 00 . 137.75

. 177.70

. 128.00

. 238.80

' 147*00

Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz ruhig.

58 00

58.45

96 95

92.30

91.80

140 80

49 00

85.60

63.50

97.35

zustand -ü; und geis.- ltmgen den Ai' Graf zu Unt.nsuu.l..

do. Konsole do. Hessen . .

Berliner dandelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommandit . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-

Eiseutabu . . . Gotthard bahn . . . . Lomoard. Eisenbahn Oesterr. Staats bahn . Pnnce-tieuri-Eisenbahn

11040

192.20

193.00

Elekthz. Lahmeyer . Elektriz. Schachert . Escbweiler Bergwerk

Rotationsdruck und Verlag der Brühpfche» Unwersuäls Buch- und Stemdruckerei. R. Lange, Gießen.

Harpener Bergwerk Laurabntte . .

Lombarden E. B.

Nordd. Lloyd . .

Tilrkenlose . . .

94 50 85. 5 94.50 84.95 93.00 92.00 97 90 98 00

92.40

Sandel.

S i e_men? Schuckertwerke. Wie diese Werke erklären lassen existiert da§ sogenannteGeheimkartell" der großen Elelttizi- tätskonzerne, daß die Beteiligung an Submissionen regelte nicht mehr. Bei der Submission aus die U»n'ormeranlaqe in Frankiurt a. Main, von der in Berliner Blättern die Rede ist. habe ek sich daher nicht nm den Schuh der niedrigst fordernden Gesellschaft durch das Kartell gehandelt. Es habe lediglich freie Submission Vorgelegen.

DieGießener Zamittendlüttrr" werden dem ,21n^cifler* viermal wöchentlich beigelegt, das Kretsblatl für den Kreis Gießen" zweimal Wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- kragen" erscheinen monatlich zweimal.

. 168.00 . 128.10 . 238.60 . 134 50 . 178.40

. 146 80 . 193.80

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Vertag: 5L

Redactwn:112. Lek-AdroAnzeigerGießen.

3>s70 Oberhesseu .

i °-o Oesterr Goldrente.

4/6 % Oesterr. .Silberrente

4 Ungar Goldrente . . 426 Italien. Rente . . .

3% Portugiesen Serie I

4 za °/6 russ.StaatsanL 1905 4'jun japan. .Staatsanleihe 1?6 Conv. Türken von 1903 Türken ose

1 % Griech. Monopol-Anl.. 4% äussere Argentinier . 3°/o Mexikaner . . . 4>i% Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W.....

Tendenz behauptet.

Gelsenkirchen Bergwerk

Hamburg-Amerik. PaketL

*6 ^ursberschta

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Glessen.

AöP0tetsM'M°" er: Herr DOerbibliotöcta jei Wer Oie

vrärkte.

th. G i e ß e ii, 8 Dez. Der heutige kehle R i n d v i e h m a r k t des Jahres halte einen 9lu,tricb von 900 Stück Großvieh unb 300-'>50 Kälbern. Das Geschält jn 'Milchvieh, das in besonders gllter Qualität zu haben war, machte sich für einen Winlermarkt recht gut, wobei auie Tiere zu hohen Preisen verwertet wurden. Das Fetiviebgescbäit war slau, trotzdem die Qualität bcfoii'ci.? in RindeNi vorzüglich war. Während die Preise für Rinder sich noch leidlich hielten, fchliigen die Preise für junge fette Kühe gegen die der letzten Märkte ab. In Jungtieren war gar fein Handel. Rus dein Kälbermarkt war anfangs große Ruhe zu verzeichnen. Die Einkäufer aus den Gros.siädten schlugen jedes noch so billige An­gebot aus und die Kundfcha^t aus den kleinen Provinzslädlen ver­hielt sich zurückhaltend, um die billigen Preise des letzten "Marktes tunlichst noch herunter zu drucken. Tie Leutchen hallen aber die Rechnung ohne die Gießener Metzger gemacht, die, angelockl durch die annehmbaren Preise des'lbermarktes, vor 14 Tagen in der Mitte des Marktes auf den Platz kamen und mehr wie l;8 des Porrars und zwar die besten Tiere aufkaiiflen. Dadurch gab es Leben und ein weiteres Sinken der Kälberpreise wurde verhindert, da nun glich die anderen Sieflcftnnten zugriffen und die geforderten Preise anleglen. Es wurden durchschmltlich zwar nur knappe Preise erzielt, aber die beabsichtigle Kippe der Käufer ging durch die (Siebener Metzger in die Brüche. Gehandelt wurden Kühe 'iifchmelkend und tragend datz Stück 1. Qual. 475 bi5 560 Mk., 2. Qual. 375440 Mk., 3. Qual. 280 bis 340 Mk, ältere Ab. melkkühe 200250 Pik. Aerkau'l wurde der Zentner Schlachtgewicht leite 9imbcr 1. Qual. 70-72 Mk., 2. Qual. 63-69 'Mk., feite junge Kühe 1. Qual. 60<*2 Mk., 2. Qual. 5860 Mk., ältere fette Kühe 5355 Mk. Kälber 1. Qual. 68-73 Mk., 2. Qual. 59- 66 .Ak., 3. Qual. 52 55 'Mk. ftettc Ochsen werden in der Gegend mit 7475 Pik. verla,ist und finb bequem zu haben. Uebcrständig blieben geringwertige Milchkühe, Abmclkkühe, einige Jungtiere und leichte Kälber.

Kartoffelmarkt-Bericht vom 7. Dezember 1908. Friedberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 0.0' -0.00, Maguum boitunt 2.252.50, weiße runde 1.802.00, Gelbfleischige, blaue, 2.25 bis 2.35, w^iße 0.00-0.00. Frankfurt a. M.: Role Sorte Mk. 1.750.00, Magnum bomnn 2.25-2.40, weiße runde 2 00-0 00, Ge bfleischiae,blaue,2.30, weiße 2.60-2.70. Wiesbaden: Magnum bon m 0.000.00, Gelbfleischige rote 0.00, weiße 0.00. Ai a n n- h e i in: Piagnum bonum Pik. 2.302.40, weiße runde 0.00, Gelb- steischi - blaue 3.10 bis 3.20, rote 0.000.00. >15 In: 'Rote Daber 0.00- 0.00, '.Magnum bonum 2.50-2.70, weiße runde 2.00, Gelbfleischige blaue 0.000 00, rote O.oO0.00, weiße 2.60-0 00. Dortmu n u: Rote Daber 0.00- 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Piagnum bonum 2.65-0.00, weiße runde 2.15-0.00, Gelbfleischige blaue 0 000.00, rote 3.40-0.00, weiße 3.65-0 00 Krefeld: Rote Daber k. 0.00-0.00, andere rote Sorten 0.00- 0.00, Magnum bonum 2.703.00, weiße runde 0.006.00 Gelbfleischige blaue 2.60-2.80, rote 2.702 90. Saffig: Rote Daber 0.000.00, andere rote Sorten 3.00 - 0.00, Magnum bonum 2.800.00, weiße runde 0.00 - 0 00. Gelbfleischige, blaue 2.60 bis 0.00, rote 0.000.00, weiße 0 000.00. Saarlouis' Rote Daber 0.00-0.00, andere rote Sorten 2.500 00, Magnum bonum 0.00-0.00, weiße runde 2.50-0.00. Gelbfleischige, blaue 0.00 bis o 00, rote 0.000.00, weiße 0.00-0 00.. F raukenthal (Pfalz): Rote Sorten 1.750.00, Piagnum bonum 2.000.00, weiße runde 1.75-1.85, Gelbfleischige blaue 2.75-0.00, rote 2.75-0.00, weiße 2.7a-0.00. Kempen: Role Daber 0.00 - 0.00, andere rote dorten 3 200.00, Magmun bonum 2.50 0.00, weiße runde 2.50-0.00, Gelbfleischige blaue 0.00.-0.00, rote 0.000.00, weiße 0.00 - .00. Ai ü nchen: Aiaqmim bonum 2.25, weiße runde 2.00. Regensburg: Rote Sorten 0.00-0.00, Piagnum bonum 1 90. (Alles per 50 Kgr.)

föiefectier Strafkammer.

)( Gießen, 8. Dez.

Ein Sechzehnjähriger

stattd in der Person des S ch l o s s c r ! e h r l i n g s F. P. K. von L a u b a ch unter der Anklage des schweren Diebstahls. Er war in das Haus eines Metzgermeisters beordert worden, um eine Reparatur au einem Schloß vorzunchmen. Als die Tochter des Hauses, die ihm während der Arbeit zugesehen hatte, sich aus kurze Zeit entfernte, begab er sich in den andern Stock, öffnete mit einem Schlüssel, den er zu diesem Zweck mitgeoracht hatte, einen Schreibtisch und nahm die darin befinblidicn 200 Mark mit. Auf der Kirchweihe zu Wetterseld machte er sich einen ver­gnügten Tag, Wobei er auf der Straße einen Hundertmarkschein ver­lor. Da das Geld nicht alle werden wollte, steckte er einem Kameraden ein Zwanzigmarkstück in die Tasche. Nachdem der Diebstahl entdeckt war, gab er zu, das Geld gestohlen zu haben, bestritt aber die Höhe des Betrags. Im Laufe der Untersuchung stellte sich heraus, daß er seinem Meister einmal 5 Mark und einmal 1,50 Mark aus einem verschlossenen Pult entwendet hat. Ermittelungen über den Geisteszustand des Angeklagten ergaben, daß er keine besondere Intelligenz besitzt, doch ftanb fest, daß er die zur Erkenntnis der Strafbarkeit seiner Handlungen erforder­liche Einsicht bei Begehung der Straftaten halte. Bei der Ver­handlung gestand er alles und bestritt auch die Höhe der ent* wendeten Beträge nicht mehr. Diesen Umstand und die Jugend herüd)id)figenb, erkannte das Gericht auf einen Monat Gefängnis.

Wegen Beleidigung eines Schutzmannes

hatte das Schöffengericht den T a g l ö h n e r K. H. h i e r zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt: H. balle den Schutzmann des unsitt­lichen Verkehrs mit einer verheirateten Frau bezichtigt. Nach dieser Verhandlung erzählte er einem Dienstmann das nämliche und bemerkte, der Schutzmann habe am Gericht geschworen, waS bie Verurteiliritg nach sich zog; wenn er (H.) abtt seine Zeugen bringe, bekomme der Schutzmann seinen Rock ausgezogen. Eine ähnliche Acußerung hat der Angeklagte auch zu einer bei ihm wohnenden Frau getan. Auf Strasanttag des Schutzmanns und seiner vorgesetzten Behörde hatte sich der Angeklagte wieder vor dem)öffengericht zu verantworten. Dieses Hilt nur die dem Dienstmann gegenüber geäußerte Beleidigung für erwiesen une; erkannte unter Einbeziehung der noch nicht verbüßten (ersten

poSitifcbc Tagesschau.

Lehrer und Beamte.

Die großeMehrheit deS badischen Landtages ftinrmte für die Einreihung der Lehrer m das Beamtengesetz, und die Regierung versprach, diesem Beschlüsse in der kommenden Budgetperiode Rechnung zu tragen. Auf der Landesversammlung der national- liberalen Partei in Mosbach wurde über diese F-rage eingehend verhandelt Man nahm in den Aufruf des engeren Ausschusses folgende Stelle aus:Tie Partei wird sich eifrig bemühen, im kommenden Landtag eine abermalige Besserstellung der Lri-rer und den berechtigten Wunsch nach Einreihung derselben in'den Gehaltstarif der Beamten zur Erfüllung zu bringen." Land- tagsabgeordneter Tr. Obkircher betont- in seinem Referat über üic Parteien und bic komaien-en Wahlen":Tie allerwickligste und die bedeutungsvollste Frage für die n ich st e Zukunft ist bic -evllsvddiingsirage. Dieser Frage werden sich die nationalliberale Zarter uno aurfj bie links von ihr stehenden tyra Dionen an- na/meu muifcn." Stadtschulrat Sickinger von Mannchim führte unter Beifall der Veriammlung aus:Tie wichtigste Maßnahme einer rationellen Reform der badischen Volksschule und des auf d^ier fußenden Volksvildungswesens ist die gerechte Behandlung un,eres Lehrerstandes." Im bnbifdrcn Landtage verlangte sogar der ultram mtanc Abgeordnete Wiedemann, die Regierung mög-- mdltch einmal so behandeln, wie die gleichwertigen Beamten Im vreutzischm Abgeordnetenhaus stellten sämtliche Parteien mit Ausnahme der Konservativen dieselbe Forderung, und selbst der Bertteter der Regierung, Ministerialdirektor Schwartzkopss, be­zeichnete die Elnreihung der Lehrer in das Beamtengesetz als eine verständliche Sache".

Nordd Lloyd . ... t;G,75

Obeischles. Eisen-Iudnstrie 96.00

gesagt, er habe den Schutzmann bei der Frau stehen sehen. Beweisaufnahme ergab jedoch, daß er in herben Fällen Schutzmann pnjiltlichen .Verkehr mit der Frau nachsagte. Die

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K;izi. 7. Ti Kai'melftergeietAmol" hdft L. Lchias-. kueuma-, Hexenschuss. Zahn- u. Kopfschmerz, p i'-acken- und Magenschmerzen.

sies 6^2.0^mräieS

__ _ , h Flasche GO Pier, und i Mark.

Erhältlich in Apotheken und Drogerien. -a»

Zur Lage auf dem Balkan.

Die Serben fahren noch immer fort, zu rüsten und am Sams- wg hat der | er bische Kronprinz im Belgrader Offizier s- STofino roicber eine kriegerische Rede gehalten, worin er sich gegen das zögernde Verhalten seines Vaters und der I'.e- Merung wendete imb sich für den ftrieg aussprach. Gegen den Mmister des Aeußern schleuderte der Kronprinz die ärgsten Be- ichlmpfungen. Am Schluß seiner Rede sagte er, daß er, wenn es nötig sei, auch seinen Baier bekämpfen werde. Dabei ist die serbische Regierung, wie gesagt, keineswegs untätig. Bei einer großen Militärbekleidiingsfirma in Berlin sind, wie eine Korre- wondenz von zuverlässiger Seite erfährt, 200 000 Mitilarmäntri, die im Laufe eines Jahres in mehreren Lieferungen abgesandt werden müssen, bestellt worden. Der Austragg.ber ist die serbisch? Armeeverwaltung. Die innere politische Situation verschlimmert sich zusehends. Paschitsck) setzt seine Jntriguen fort, unb die alt» radikale Gruppe hat auf seine Veranlassung dem Minister des Aeußern, Milowanowitsck), ein Mißtrauensvotum erteilt, was dieser mit seiner Demiss i o n beantwortete. Wie die Neue Freie Presse aus Eat-a: ? me.oel, ist ; in cm iiI orfenegro barüber Der» ftimmt, daß der serbische Minister Milowanowitsck) auf der Rückkehr von seiner Rundreise nicht nach Eettinje gekommen ist. Man glaubt, daß hieran eine Jntrigue Paschitsch Schuld lei, der Montenegro feindlich gesinnt sei und der zugleich auf den Sturz Milowanowitsch hinarbeite.

. Auch inBulgarien scheint man sich für alle Eventualitäten vonehen zu wollen. Tie Rekruten aller Waffengattungen wurden auf den 14. Dezember einberufen, was bisher immer erst un Frühjahr geschah. Daß man aber in Bulgarien neben diesen Rüstungen auch einer friedlichen Verständigung mit der Türkei die Wege zu ebnen sucht, geht aus einer Pariser Meldung hervor. Man glaubt in den dortigen Negierungskreisen, daß Bulgarien die in seiner Zirkularnote als Maximum bezeichnete Ziffer von 32 Millionen Entschädigung an d i e T ü r k e i noch erhöhen werde. Die Türkei verlangt 120 Millionen. Aus Oesterreich liegen heute wenig belangreiche Meldungen über die Lage vor. Die Meldung eines Berliner Blattes, wonach Minister Kossuth dcn Führern der ungarischen radikalen Serben gesagt habe, daß der ungarische Reichstag die Annexion nicht nnerfennen werde, wird kompetenterseits als Lüge erklärt. Die von Jfonftanti- nobel aus verbreiteten Gerüchte, daß auf der $ n f e t K' r e t a Unruhen ausgebrvchen seien und daß die mtiselmanische Be­völkerung Christen ermorde und deren Frauen vergewaltige, sind wie in Athen erklärt wird, erfunden. Auf der Insel herrscht vollständige Ruhe. DerJkdam" erfahrt inzwischen aus authen­tischer Quelle, daß die Verhandlungen zwischen der Pforte und Oestereich - Ungarn demnächst beginnen werden.

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iHWch WKs

Ttrattammer letzte für jede der Beleidigungen, wie dies im ersten Falle vor dem Schöffengericht geschah, 14 Tage Gefängnis an, tebusierte sie aber gesetzlicher Bestimmung gemäß auf zusammen 3 Wochen. Da die Voraussetzungen zur Bildung einer Gesamt­strafe nicht Vorlagen, mußte das erste Schösfengerichtsurteil für sich bestehen bleiben.

Bei Ausübung der Jagd

lnt sich der Gastwirt E. S. auf dem JagdhausHubertus" bei Munster im Kreis Friedberg einen Ucb-rgrüf zu schulden kommen lauen. Er ist Pächter des Jagdreviers Münster-Maibach, wahrend die daran grenzende syeuerbacher Gemarkung von Frankfurter Jägern gepachtet ist. Zwei der letzteren brachten die Nacht zum ersten Mai d. Js. bei dem Angeklagten zu, um in der Frühe, die an diesem Tage eröffnete Jagd auf Rehwild auSjübcn. Sie mußten aber, ohne zum Schuß gekommen zu fein, zurückkehren: dagegen fanden sie die Fährte eines angeschossenen Rehbocks und schließlich auch die Stelle, wo dieser kur; vor dem »Verenden gegen einen Baum gerannt war unb sich da? Haar abgeschürft hatte. Bei ihrer Ankunft im Jagdhaus hatte der Angellagte einm Rehlneck ausgeweidet und die Jäger merkten, daß dessen eine Halsscitc wie rasiert aussah. Sie machten von ihrer Wahrnehmung dem An­geklagten .Mitteilung und dieser gab die Richtigkeit ihrer Ansicht zu, wohl in dem Gedanken, die Frankfurter Jäger, die noch Neu­linge waren und die Grenzen nicht kannten, seien der M.inung, die Stelle, an der der Rebbock verendet war, befinde sich auf dem Jagdgebiet des Anaellagten. Tatsäch.ich befand sich aber die Fund­stelle in dem Jagdgebiet der Frankfurter Jäger, wenn auch der Anschuß auf dem Jagdgebiet des Angellagten erfolgte. Auf Be­treiben eines andern Frankfurter Jägers, bei dem der Ang klagte früher als Jagdaufseher in Diensten gestanden hatte, aber in Uneinigkeit geschieden war, erfolgte eine Untersuchung der An­gelegenheit, die zur 53crurte:hmg des Ang.klagten wegen Jagd­vergehens zu 30 Mark Geldstrafe und die Einziehung seines Jagdgewehrs führte.. Da es sich um die Existenzfrage dös An­geklagten handelt, weil die Verurteilung die Entziehung des J^gd- wassenpasses zur Folge haben wird und die Jäger das Jagdhaus in Zukunft meiden würden, setzte der Angellagte alle Hebel in Beweanng um seine Freisprechung zu erlangen. Eine Reihe von Zeugen und Sachverständigen waren zu der infolge seiner Berufung ange'etzten Verhandlung geladen, so daß sich diese recht umfangreich gestaltete. Wie das Schöffengericht, so kam auch die Strafkammer zu dem Schlüsse, daß der Angellagte beit Rchbock 7<var auf seinem Jagdgebiet angeschossen, diesen aber, nachdem er auf das fremde Jagdgebiet üfargegangen war, sich dort an- geeignet hat. Sie hielt dem Angeklagten zugut, daß er tm Jagdeiser die Grenzen überschritten hatte. Die Geldsttafe wurde auf 50 Mark erhöht und bei der Einziehung des Gewehrs behielt es sein Betvenden.

Frankfurter Besuch

erhielt in der Nacht znm 1. Februar ds. Js. ein Kleiderhändler zu Vi lbei. Als er morgens in seinen Laden kam, war ein Pult, in dem sich 30 Mark befanden, aufgebrochen und seines Inhaltes beraubt: auch fehlten verschiedene Schmucks ach en und Kleider, sowie schuhe und Regenschirme. Später mürbe der 20jährige Friseur K. JJ. aus Gerolzhofen, der schon eine große Vorsttaflisle hat, mit dem gleichalterigen ebenfalls vorbestraften Schlosser F. V. ans Eichau wegen einer Reihe von Diebstählen die sie von Frankfurt aus wo ihr Absatzgebiet war, in verschiedenen Orten im Baverischen vemibt hatten, zu 3 bezw. 5 Jahren Zuchthaus verurteilt. Bei dieser Gelegenheit sand man einige der in Vilbel gestohlenen Gegen­stände bei ihnen, worauf sie auf Vorhalt zugaben, den Einbruch in Vilbel verübt zu haben. W. wurde unter Einbeziehung der in Aichaffenburg erkannten Strafe zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren 6 Monaten Zuchthaus verurteilt unb die Strafe (eines Komvli-en V. wurde mit 6 Jahren Zucht­haus bemessen. Das Gericht führte d?bei ans, daß bie Straf­kammer Aschaffenburg mit Rech: auf sehr hohe Strafen erkannt hat, ~ba es lehr schwer halt, des Gesindels, das feine Streifzüge von ^ranlsurt au5 in bie Umgegend macht, habhaft zu werden.

.,nho ocr lreisiiuM Äffwrlii wilnomuic»

|Ste hochinteressant

ui m ^mackr'n jei. 2.: ckfdurorenci* erachteten >''* ä.i' u .:^en Falickeiis für schuldig, woraus

b 2..-. q i e -J . - - ia a y , wovon> Monat f in «öKduninü tommen, sowie zu 5 Jahren Ehrverlust verurteilt wurde.

*T»*- ."sr LS

uciicn6 » A

Strafe auf eine Gesamtstrafe von 6 W o ch e n Gefängnis, während es bezüglich des andern Falles mangels Beweises zum Freispruck) gelangte. Der Angeklagte verfolgte Berufung, b.v sich die Staatsanwaltschaft anschloß.» H. behauptete, er O.icc r. :r * * ------ f; k* ** A-c f-c Tie

« Bügeln! achtUllg iS-sta ------ üdlenbesstzer H. fihti?1

iür ~ rnchche A.^ebger in der Um, Hevens oute (HtniZ y ernt. feS*

___UU16 Mtr Mark' ^MsEeschiljiö.Ovjed hi.* naÖJ lUtLwllM '"lsiuiz besucht.

-nm von geb. murr

Jen Äieg. Anp erbeten.

M itociiei Ltelle itinea luku, uvn na* Püiiuiituim öinsjabiet men tzinstug geiuchu en unter btiti an üte s». eue des löteg. Anz, erber «w« Mark r «icue auf jetzr gutes 'npunulichemZinLzabttt Lchninichc unöeüote mit es Ljuwinijes unter icuaitoueue 0. t^ieu- Vliu- Mztlitchß m 21. November, i dem tzlaarrenimnü bra jaus herein emiieöener tr Zigaircnabilvukidtk en) wird vermijit, j)er c desietben t|i iremiölneji , tyu Sem Verwalter oci iurüiwueii juuioll iUlf

Teuren : LlimMr am oorigen auniyen Wdjule uni L NvöUbeven seM '0^ ! am üeir.

omag Ut -mi dm Lex DißiiviiBC ms izae w raue ein Pelz verloren

Mugeben aui beut ipolizetamt.

RB. D a r m stadt, 7. Dez. Wegen Misthandlung LPrer vier Kinder aus erster Ehe hatte sich heute vor der Ltrarkammer d:e 34 Jahre alte Frau des Schlossers August Schmidt in GnstavSüür» zu verantlvorten. Sie soll die im bis 11 Jahren suchenden Kinder sorgesetzi mittelst gefährlichen Werkzeugs in einer das Leben gefährdenden Weise mißhandelt haben. Doch mußte eine Anzahl Punkte der Anklage w:!en gelaßen werden, weil der Ehemann feinen früher gestellten Strafantrag toieb-zr zurücknahm und die Kinder von ihrem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch machten. Immerhin blieben aber noch vier Fälle, in denen die Mißhandlung als erwiesen aiigencnrmen wurde. So hatte die Fran ein Kind weggcsck'ickt, ein von ihr bestelltes Kleid ab-nholen. Aus Wut darüuer, daß das, Ztle'.d noch nicht fertig war, trat sie dem Kind mit dem pi'B ms <55c|ic t, bau es blutete. Dem siebenjährigen Knaben ciuc ue nut einer Waschschüssel auf den Kopf geschlagen: als sich der Knaoe das infolgedessen ^r^rgetretene Blut abwaschen wollte, wurde die F-rau so wütend, daß sie dem Kinde die Schüssel au.[ ,.^pf rcrstt:lng In anderen Füllen schlug sie die Kinder mu SoMrharen, §;oiz»cheio oder waS ihr sonst gerade zur Hand w^ und die ärztliche Untersuchung er^j eine ganze Reihe Narben und Wunden, dte höchst wahrscheinlich von den Mißhandlungen Dcl; dem Trunk ergebenen Frau h-rrührten. Die Kinder sind aur behördliche Veranlassung der weiteren Misthandlung durch imderweittge Unterbringung entsagen worden. Für die vier als crwreien eraasteien^MiohandlunZSMe. wurde die Angellagte zu

Monat 14 -tagen Gefängnis verurteilt. Das c Ourgcrifit trat heut zuv Aburteilung deS einzigen spruck" reuen ^nlies zusammen, einer Anklage wegen Meineids bie 1 ich gegen den Weistbinder H. Graf aus Ernsthofen, geboren m Vrllingen, richtete. 2er Angeklagte hatte gelegentlich einer BernlungsverHandlung, die am 7. April vor der hiesigen Straf- kammer m einem Velchd-gungsvrorest stattsand, einen Meineid grieift.'l. Ter Backcrm stcr Sanlling war vom Schöffengericht »ii oieinheim zu 30 Ättirk Geldstrafe 1 .urteilt worden und am ^ag daraus kam Gras -n ihm und erzählte ihm, daß Weißbinder Baum ihr eoensalls bcw-mgt habe, indem er u. a. in einer sagte, oer Schttttng nr der sch-echceste Kerl u. s. f In- ^ku^rdung legre Schilling Losung gegen' das LrchoisengeriLi,'i.surteil eui und Graf beschwor ttotz wiederholter ^Mahnung feine Anlage. Es stellte sich aier bald die völlige Un: 'gyrheit heraus, /n der utigtn Verhandlung behauptete öer AwMllag^ er iei - w gttoesm, daß seine Erzählung

Uber die beleidigende Aenßerung chts Bwtcr nicht mehr zu feiner eiblia.cn Aussage gel/ortc; er habe auch die Aussage noch ab» andern wollen, t.fei es zu sy.n gewchen, ba sich der Vor- Inende ,chon erhoben hau-:. Der S: i. ?.ü no. - . Ojcar;t 'S W' L<r 5-n st i-g-r.i:i ... .n au. seinen Geistes- lc '.-f - a.,» chronisch n Alloho. nen

m.na.chvox.-.gen etlichen, der aL.r i.r seine Hand-