Ausgabe 
13.7.1908 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

,es^n

HW'

^bcitcta »

m öOtk

'N Eirunde'?-

e«i Sittai Bn-

NMg^^ '«nnie'oSx-111** lofc. '«ÄSS -N bis sum2(i \

B--4, :rei Gießen.

tzt gejuchi ^ ^h° ec -^MöbcGi^^ towoU,; Sfe l Jl<SeUcr§roe95fi

tifal20^ ali,M . uu emi-neiwillisv iH und Aiman,i- Wnde Stellung.

uni. Angebote unter M wieBener Anzeiger erb 3cr Mann, tuulionsiahi Eng aus einem ftotuä ndermeiNg.

isü.Angebote unter W Gtehener Anzeiger ctl

ihpr auch mit Luchführun; lvu vertraut jucht Stellt tl.M7a.d.Gie8.Anz.er!

eder

unbitüden, Lilien, St­iebet Art, Hotels, i etc., aui allen PiM :f)alt gratis- tzzeitjchr. Lermietunz- erlauis-Zemrale drorl r Dtain 13, Hansa-HW

jiei«®*'

[iiii**1 ..S- *,£ S5d<r. ?5<

Ml u,lU i

Henri* pläne if* hrer

'Tlforreis^

.Unai. am Frei!« Floren abend Mr hr, aolbcneSamcnubtir: [Y. R. S. von der Äebigtz ebnLaijerallce. Abzugs ,etobn. Rfli|crallee8,l-L

ir-Äcbigsb- verl. Am

,d. Arbeiter!. Lojl u. Äs

BahnhoM.äl 11^ iberArbette^läimKost uL 'uh

v wird in Psteae^ Iw nommcn. M dgrai Phllrvv^lati^. >^enitmntiiochKundZ WW ^jsJienstai aurkc.U'^ fnTischlc-l LV-- *S

3. H. V.

ttw*. 6,0 WmckM

Nr. 163

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^5L Redaktion:e^l1^ Tel.-Adru AnzeigerGießen.

Zweites Blatt 158. Jahrgang Montag 13. Juli 1908

E-ich-KU täglich mft Au-nahm- beS S-nnt-,^ fS" * '^fe1W AAA A A aa ^olattonSbrud anb Betlag bet Drüfrl'scheu

_TT, u , v gyßglj lüls T H UniversitätS-Buch. und Steindruckerei.

®' Samtlienblälter roetben bem U WH I DM g / Ü I 4» O I 3 « Sange. Dietzen.

.Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das U. r&r H W H M ä §1 S ® ljLI£ fl,

Krclsblatt für den Kreis Eichen" zweimal v v VT"TÄf V T V V

wöchentlich. Die ..Landwirtschaftlichen Seit- w x

fragen" erscheinen monatlich zweimal. ©|Ut (00^^11

polmfcbc Tagesschau.

Zur Reichsfinanjreform.

Wie man von zuverlässiger Seite zur Reichsfirmnz- resorm gehört haben will, sollen die Dividende- und Umsatzsteuern für Banken endgültig eliminiert sein, da man sich von diesen Steuern nichts verspricht; da­gegen soll man dem alten Gedanken einer Reich sw ehr­st euer praktischere Form zu geben versuchen und zwar in einer eigenartigen Verbindung mit der geplanten Erb­schaftssteuer. Von der Erbschaft eines Erblassers, der nicht seiner Militärpflicht genügt hat, soll eine höhere als die regelmäßige Erbschaftssteuer erhoben werden. Man be­gründet es damit, daß der betreffende Erblasser seine mili­tärisch freie Zeit zum Verdienen habe benutzen können; je nach dem Vermögen des Verstorbenen soll bie Steuer in Klassen abgestuft sein.

Im b a y r. Landtag erklärte Finanzminister v. Pfaff, über die Vorlage betr. Reform dec Reichssteuern könne er noch nichts sagen, da die Pläne der Regierung absolut ver­traulich sind. Die Mitteilungen über eine Elektrizi­tätssteuer seien also falsch gewesen. Ter vertrauliche Eharatter der Verhandlungen schließe derartige Mitteilungen vollkommen ans. Jedenfalls dürsten die besonderen Inter­essen Bayerns bei dieser Reichsfinanzreform mit Nachdruck wahrgenommen werden. Eine Finanzreform könne nur er­reicht werden unter Schonung der vitalsten Inter­essen der Bundes st aaten. Ministerpräsident v. Po- dewils teilte mit, daß er über die auswärtige Politik vom Reichskanzler eingehendst informiert sei; die Politik zum Reiche sei klar und einfach.

Vom Flottenvereiu.

In den letzten Tagen fanden eifrige Verhandlungen der süddeutschen Ortsgruppen des Flottenvereins statt, die sich mit der Neuorganisation des Vereins beschäscigten. Diese Neuorganisation ist offenbar, nachdem die Kcimsche Richtung unterlegen ist, darauf gerichtet, den bayerischen Landesverband allmählich zu isolieren. Ter baye­rische Landesverband hält fest an den Beschlüssen von Tanzig und mit ihm der w ü r t t e m b e r g i s ch e Landesverband und fast der ganze deutsche Süden. Tie süddeut­schen Ortsgruppen wurden aufgcfordert, sich auf die Iso­lierung des Südens vorzubereiten, um eventuell rasch Stel­lung nehmen zu können. Daraufhin yabcn nun aüci) neun hessische und fünf n a s s a u i s a) e Ortsgruppen sich gegen die bayerische Richtung im Präsidium und für einen Austritt aus dem Gesamtverbande ausgesprochen. Tagegen stimmte der elsaß-lothringische Landesverband der auf der Danziger Tagung gefaßten Resolution einstimmig zu, im Vertrauen auf das neue Präsidium im Verein zu verbleiben. An den Groß-Admiral v. Köster wurde ein Glückwunsch-Telegramm gerichtet. Dem früheren Pro­tektor, Fürsten Hermann Hohenlohe, wurde telegraphisch das Ehrenpräsidium und dem in Schweden weilenden Statt­halter, Grafen Wedel, das Protektorat angetragen. Ebenso haben die thüringischen Verbände beschlossen, an den Flottenverein fest zu halten und ruhig abzuwartcn, wie sich die Gestaltung unter dem neuen Präsidium vollziehen wird.

Fürst Otto zu S a l m - H o r st m a r gibt in einem Briese an die Redaktion eines Breslauer Blattes in Bezug auf einen Artikel, in welchem von einer dem Fürsten ergebenen Presse die Rede ist^ folgende Erklärung ab:

Ich erkläre erstens, daß ich über die in Rede stehende Angelegenheit weder mit einem Journalisten in Verkehr getreten bin, noch auf indirektem Wege Mitteilung an die Presse habe gelangen lassen, zweitens, daß überhaupt keine von mir inspirierte Presse vorhanden ist, drittens, daß ich von dem Inhalt meines Ablehnungsschreibens keinem Men­schen außer dem Präsidium des deutschen Flottenvereins, an welches mein schreiben adressiert war, Kenntnis ge­geben habe. Alle dieser Erklärung entgegenstehende Be­hauptungen sind drei erfunden und unwahr;."

und Flotte.

Ein deutsches Offiziers-Genesungs­heim. Man schreibt uns: In dem reizenden Falkeil­st ein im Taunus und Bad Homburg geht das deutsche Offiziers-Genesungsheim seiner Vollendung entgegen. Das Heim verdankt seine Entstehung einer Anregung des Kai­sers, der nicht nur den Bauplatz erworben hat, sondern auch die gesamten, mehrere Millronen Mark betragenden Baukosten trägt. Die Pläne zu dem Heim stammen von dem Militärbauinspektor Weiß aus Berlin, der auf Wunsch des Kaisers eine Studienreise in England gemacht hat, um dortige Gartenvillen kennen zu lernen. So entstehen in Falkenstein eine Anzahl Häuser in englischem Gartenbau­stil. Ein ausgedehntes Hauptgebäude enthält das Sanato­rium, sowie Speise-, Lese-, Musik-, Billardzimmer usw., während vier Villen als Wohnhäuser für die Offiziere dienen. In zwei Villen finden je 12, in den beiden andern je 14 Offiziere Unterkunft, im ganzen können also gleich­zeitig 52 Personen Aufenthalt nehmen. Tie Villen haben eine gemeinschaftliche Diele, für jeden Offizier ist Wohn- und Schlafzimmer vorgesehen. Tie untere Einrichtung, um die sich auf Wunsch des Kaisers speziell der Generaloberarzt der preußischen Armee, Exzellenz Scherning aus Berlin, be­müht, wird sehr komfortabel. Die Wohnhäuser sind durch Tunnels mit dem Sanatorium verbunden, so daß die Kranken nicht durch den Garten zu geben brauchen. Ein eigenes Elektrizitätswerk sorgt für elektrische Beleuchtung, Dampf­heizung ist ebenfalls vorgesehen. Separat steht ein kleines Beamtenhaus. Tie Einweihung des Heims, der ersten der­artigen Anstalt im Deutschen Reich, wird im Beisein des Kaisers stattfinden.

Um dem Duell in der rumänischen Armee ein Ende zu machen, ist durch eine kgl. Verfügung ein Ehrenrat für die Offiziere des aktiven Tienststandes und der Reserve und für die Offiziere zur Disposition ein­gesetzt worden.

Sitzung -er Stadtverordneten.

Gießen, 10. Juli.

Schluß.

Schaffung eines allgemeinen Bebauungsplans.

Stadtv. Winn führt aus, die Forderung, einen großen städtischen Bebauungsplan zu schaffen, sei sehr berechtigt. Wer die seitherigen Verhältnisse nur einigermaßen kennen geleint habe, könne sich dieser Forderung nicht verschließen, um so mehr es allgemein anerkannt sei, daß für die Entwickelung der Städte große Bebauungspläne geschaffen werden müßten. Tie für uns bis jetzt aufgestellten Pläne genügten nur teilweise den Anforderungen und manche Aenderung dürfte noch vorgenommen werden. Es seien zu kleine Bauquartiere vorgesehen und infolgedessen zu viel Straßen vorhanden. Es fehle stets an dem für verschiedene Zwecke er­forderlichen Gelände. Man könnte wohl zu unserm Stadtbau­amt das Vertrauen haben, daß es die für die neuen Stadtteile erforderlichen Pläne gut durcharbeitet und ihm auch die endgültige Fertigstellung übertragen. "Niemand werde aber wohl bestreiten wollen, daß duvck) einen Wettbewerb neue Anregungen, neue Ge­sichtspunkte und Gedanken gegeben würden, die dem Stadtbau­amte sowohl, wie auch der Stadt selbst von großem Nutzen sein mürben. In den Schriften der Zentralstelle für Arbeiterwohl- sal)riseinrichtungen in Berlin werde ausdrücklich darauf hinge­wiesen, daß ein sorgfältiges Durcharbeiten d.s Bebauungsplanes das vornehmste Erfordernis für die gedeihliche Entwickelung jeder Stadt ist. Diese Aufgabe erfordert nicht nur ein gründliches Studium aller Verhältnisse und einen erfahrenen wie künstlich feinfühlenden Bearbeiter: sie müsse auch durchdacht sein von Ge­sichtspunkten, die ein Einzelner nicht oder nur selten ganz zu beherrschen vermöge. Er bitte deshalb, dem Antrag zuzustimmen.

Stadtv. Tr. Biermer ist grundiützlich der Anschauung, daß man die Grundstückspekulation nicht entbehren könne und die Erfahrung lehre, daß es bei Spekulationen weniger gefährlich sei, wenn eine Spekulaniengruppe der anderen gegenüberstehe. Tie-Geschichte der Börse zeige dies als eine wirtschaftliche Tat­sache. Er erkenne an, daß gewichtige Bedenken gegen die früh­zeitige Offenlegung des Bebauungsplans bcständ.n, aber den in dem Antrag enthaltenen Gedanken, daß ein erfahrener Experte uns bet der Schaffung eines großzügigen Bebauungsplanes unter­stützen solle, halte er für sehr gesund. Teshalb meine er, daß sich die Bandeputation noch einmal mit dem Antrag befassen solle. Wenn man zu enge Gebiete für das Bebauen sreigebe, bekomme man einige wenige große Spekulanten. Die Bekannt­gabe der Bebauungspläne wer-e allerdings die Grundstückspreise verteuern, aber es sei gleichgültig, ob die Preise jetzt oder später stiegen, die Wirkung für das Banen sei dieselbe. Auch sei zu tragen, ob denn die Bebauungspläne wirklich geheim gehalten würden. Wenn man diese Frage verneine, so sei i5 besser, wenn die Pläne öffentlich bclannrgcgcbcn würden, statt aus Hinter­treppen.

Ter Vorsitzende bemerkt, allen Spekulanten stehe die Stadt gegenüber, die das Bestreben verfolge, überall die Preise auf einer angemessenen Höhe zu halten. Wenn gesagt werde, die Bebauungspläne blieben nicht geheim, so müsse er verlangen, daß Namen genannt würden. Ec frohe, daß dies nick^eschehen könne. .

Stadtv. Ql r ü tt r 1V a l jlimmt Sor 3vuilb[Ät}Iirfpn S)f n) «i

ung des Stadtv. Tr. Biermer über Spekulationen zu. Man solle auch auf dem Gebret der Geländespekulation die Mäste frei sich entwickeln lassen, daduvck- sei noch am efreften die Gewähr gegeben, daß ein natürlicher Ausgleich ftattfinbe. Deshalb sei die .Ge­heimniskrämerei bei den Bauplänen ein Liebel, denn nur so lange man nichts genaues wisse sei eine ungesunde Spekulation zu befürchten. Tie Stadt muise bei der Erschließung von bau­reifem Land dem Bedürfnis nachgehen unb sich nicht zu Straßen­eröffnungen erst drängen lassen: Er l-alte es auch sür möglich, gewisse Straßen sür bestimmte Zwecke auszuichließen und damit besondere Fabrik-, Wohn- usw.-Straßen zu schasien. Tie Grenzen zwischen den verschied-enen Zwecken dürfe man aber nicht zu streng ziehen. Tem Grundgedanken der Antragsteller könne er nur beipflichten. Seither sei man vielfach kleinlich und langsam mit den Bebauungsplänen vorgegangen, während man anderwärts, z. B. in Offenbach, viel großzügiger handle. Die große Ring­straße könne im Zusammenhang mit der Feldbereinigung vor­gesehen werden. Wenn der Geländewert steige, werde auch die Stadt durck) die Wertzuwachs steuer Vorteil haben.

Ter Vorsitzende weist auf die Schwierigkeiten hin, Ge­lände für Straßen, bereit genaue Lage man noch nicht wisse, lange vorl-er zu erwerben. Tas Gelände für die große Ringstraße besitze die Stadt bis auf wenige Parzellen -etzt fchon.

Stadtv. Löb er bemerkt, daß man früher über die Speku­lanten nicht immer so günstig geurteilt habe, wie cd heute ge­schehen fei Er betont weiter, daß Stadr und Feldbereinigung Hand in Hanb gehen müßten und die Schaffung einer lex Adickcs auch für uns dringend notwendig sei. Er bestreite nicht, daß die Feldbereinigung jetzt mache was fie wolle, aber die Stadt hätte früher an sie herantreten müssen, im jetzigen Stadium der Arbeiten sei es zu spät. Daß die Preise bei der Bekanntgabe der Pläne fliegen, stimme nicht. Man solle nur genug Baugelände zum Bebauen sreigeben, dadurch z. B., daß man mit Oer Stephans- mark nicht gleichzeitig die Schwarzlach eröffnet habe, sei die Stadt direkt geschädigt worden. 9Jlan solle sich größere Ausgaben stellen und nichc nach und nach die Saa-e machen wollen. Tie Schaffung größerer Bauquartiere sei dringend notwendig.

Stadtv. Dr. Gutfleisch führt aus, bie bis jetzt geführte Debatte lasse erkennen, daß es sich um eine der wichtigsten Auf­gaben handle, die der. Stadt bis jetzt gestellt worden seien. Er sei ebenfalls nicht ter Meinung, daß Die Sache mir einer ein­fachen Ablehnung des Antrags Winn getan sei. Mau bedarfe der schöpferischen Hilfe eines Spezialisten, um euvas ersprießliches zu erzielen. Daß der betr. Sachverständige von außerhalb sein werde, werde ein Vorteil fein, denn der mit diesen Verhältnissen Verwachsene verliere bei Beurteilung der Sack-e zu leichr den freien Blick. Neben dem Gesich.Spunkt, das Stadtvild sck-ön zu gestalten, müßten auch gesundheitliche und soziale Erwägungen mit in Betracht gezogen werden. Auch bet der Feldbereinigung könne manches beobachtet werden, was der Stadt vorleilhast sei. Es sei zu erwarten, daß im nächsten Winter die allgemeine Bau­ordnung den Ständen zur Beratung zugehen werde. Man solle deshalb jetzt schon die Wünsche, Die man städtischerseits bet dieser Revision berücksichtigt haben wollte, der maßgebenden Stelle in Darmstadt unterbreiten, damit sie nach Möglichkeit schon bei der Ausaroeitung der Vortage Berücksicküigung finden konnten. Tas sei um so nötiger, als die Ausarbeitung einer solchen Vorlage am grünen Tisch ohne Fühlungnahme mit den Erfordernissen der Praxis nicht das richtige fei. Man habe alle Veranlassung, alle mild er _baulid>eii Entwickelung Der Stadt zusammenhängenden Fragen (Stadtbebauungsplan, Hess. Baiwrdniing, lex Adickes usw.) nicht aus dein Auge zu verlieren, und er meine, es sei richtig, hierzu die Mitwirkung eines fähigen Mannes in Anspruch zu nehmen. Für den Oberbürgermeister sei es nickst möglich, neben feiner sonstigen Tätigkeit auch noch diese Arbeit zu leisten. Man solle deshalb den heute zur Beratung stehenden Antrag nicht ab­lehnen, sondern in einer der nächsten Sitzungen nochmals zur Beratung stellen.

Der Vorsitzende teilt mit, daß die Städtebürgermeister 'bezüglich der Revision der allgemeinen Bauordnung schon ihre

Wünsche geäußert hätten. Er sei aber für die ^Anregung des Stadtv. Dr. Gutsleisch dankbar und werde die Sackü nochmals in Anregung bringen. Mit der Vertagung der Angelegenheit auf die nächste Sitzung sei er einverstanden, da 'ich freute zahl­reiche neue Gesichtspunkte ergeben hätten.

Stadtv. Tr. Biermer beantragt, die ganze Angelegenheit einer Sonderkommission zu überweisen, womit Stadtv. Tr. Gut­fleisch einverstanden ist.

Stadtv. W i n n bittet, die Sache nicht zu vertagen, ivenn man fie noch mit der Feldbereinigung erledigen wolle.

Ter Vorsitzende spricht sich für den Antrag Gutfleisch- Viermer aus, zumal für die Feldbereinigung die Sache keinen Wert frabc.

Stadtv. Krumm ist ebenfalls für die Bildung einer Sonder­kommission, unt> (betont, daß er nach wie vor die Bodenspekulatton für schädlich für die Allgemeinl-eit halte.

Stadtv. Wallenfels frat Nichts gegen die Schaffung eineS großzügigen Bebauungsplanes, glaubt aber, daß mit seiner Be­kanntgabe sofort eine wilde Spekulation einsetzen n>erd.. An­gesichts der anderen der Stadt bevorstehenden großen Aufgaben solle man aber recht vorsichtig sein mit Sachen, die die Stadt viel Geld kosten würden.

Der Antrag aut Bildung einer Sonderkommission wird ein­stimmig gutgeheißen, iijre Wahl soll in der nächsten, am 1b. Juli stattfindenden Sitzung erfolgen.

Ans StaOt nnd Land.

Gießen, 13. Juli 1908.

Hoftrauer. Wegen des Ablebens der Herzogin Johann yilbrecfrt zu Mecklenburg ist am Großh. Hofe eine Hoftrauer vom 10. bis zum 17. Juli angeordnet worben.

* Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiro. Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des ^roßherzogs dem Otto Robert zu Grün berg.

** Landespferdezuchtverein. Am Donnerstag, 9. Juli, fand auf dem Familicnbegrcibnis zu Heidelberg bu Beisetzung des am 7. Juli in Darmstadt verstorbenen Rittmeisters z. D. E. N a e g e l 6, Ritter des eisernen Kreuzes und mehrerer Orden, statt. Ter Verstorbene war lange Jahre Sekretär des Landes-Pferdezuchtvereins im Groß- Herzogtum Hessen; er hat das Interesse des Vereins stets eifi'igft vertreten und gefördert. Als Vertreter des Vorstan­des gab Rittmeister a. T. Fenner den Gefühlen der An­erkennung und Dankbarkeit am Grabe warmen Ausdruck.

** Die Autostraße im Taunus. Der Frank­furter Magistrat teilte der Stadtverordnetenversammlung mit, daß zum Bau und Betrieb einer AutomobifiBerlehre- und Uebiingsstraße im Taunus eine Gesellschaft m. b. H. gegründet werden soll und beantragt, daß sich die Stadt an dem Unternehmen mit 750 000 Mark Anteilscheinen be­teilige und die Bürgschaft für die von der Gesellschaft aus­zugebende Obligationsschuld von 1750 000 Mark übernehme unter der Bedingung, daß die Automobilindustrie und der jtunimunuiueruQiiü Wttsöaoen eoenfatts je 7ouDuj Mart, der Kaiserliche Automobilklub 250 000 Mark und die Kreise Obertaunus und Usingen ebenfalls 250 000 Mark Anteil scheine übernehmen und der Stadt Frankfurt von der Ge­sellschaft ein Zuschuß von 130 000 Mark zur Verbesserung der Straßenverbindung FrankfurtOberursel gewährt wird.

* * Familienforschung und V e r e r b u n g sie h r o. Uniocrsitätsprofessor Dr. Sommer beabsichtigt vom 3. bis 6. August für Aerzte, Lehrer, Geistliche und Juristen einen Kursus über Familienforschung unb Vererbungslehre abzu­hatten. Es soll babei bie angeborene Anlage unb ihre Ae- beutung der Psychologie, der Medizin im Allgemeinen unb der Psychiatrie im Besonderen, ferner die Pädagogik mit Berücksichtigung des angeborenen Schwachsinnes, sowie der Kriminalpsychologie dargestellt werden.

** Der Hessische Hauptvercin der Gustav' Adolf-Stiftung gebeult seine 64. Jahresversammlung am 14. unb 15. Juti in Guntersblum abzuhalten.

" Für Besucher des Deutschen Turnfestes. Das vom 18. bis 23. Juli d. I. in Frankfurt a. M. statt- findende 11. Deutsche Turnfest läßt aller Voraussicht nach einen außergewöhnlich starken Personenzusluß dorthin er­warten. Ten Besuchern desselben kann daher zur Ver-^ incibung von Erschwerungen unb Stockungen an den Schaltern der Frankfurter Bahnhöfe in ihrem eigenen Interesse nur dringend anempfohlen werden, sich möglichst bei der Hin­fahrt mit der Fahrkarte zur Rückfahrt (Doppelkarte) zu versehen. Es ist dies durchaus unbedenklich, ba bie Gültig­keit der Doppelkarten allgemein 4 Tage beträgt und auch d'.e Zeltdauer der Fahrtunterbrechung je einmal auf der Hin- und Rückfahrt innerhalb der Geltungsdauer der Fahrkarte keiner Beschränkung mehr unterliegt.

* Kolossen m. Das Gastspiel des

Adolf Plate aus Frankfurt a. M. währt bis zum 15. Juli. An diesem Tage ist eine Benesiz-VorstelliiNg für ihn vorgesehen.

Reiskirchen, 11. Juli. Eine ehrenvolle 'AuS- zeichnimg wurde dem hiesigen Weichensteller Hch. Hahn zu­teil. Er hatte am 3. 9(ug. v. I. einen Knaben vom Tode^ des Ileberfahrenwerdens gerettet, wofür ihm jetzt von Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog die Rettungsmedaille verliehen ivurde.

X Büdingen, 12. Juli. Die 23 in unserem Kreis bestehenden Pfennigsparkassen hatten Ende 1907 ziisammen 2216 Einleger mit einem Mitgliederguthaben von 264 665,25 Mark. Die größte Pfennigsparkasse besitzt Echzell mit 492 Einlegern und 54 601,56 Alk. Guthaben.

Bleichenbach, 11. Juli. In der Gastwirtschaft Zum Chausseehaus" war seit drei Wochen eine Frau aus Kassel zu Besuch, ihre angegriffene Gesundheit wieder zu erlangen. In einem plötzlichen Anfalle stürzte sich die junge Frau, bie unter dein Vorgeben, sich oben zur'Ruhe legen zu wollen, aus dem Fenster bes oberen Stockwerks in ben Hof aus einer Höhe von sechs Metern, bie Frau war bewußtlos und hatte an der Seite und Achsel Munben vom Sturz bavongerragen. Ob innere Verletzungen vor­liegen, konnte der yerbeigerufene Arzt noch nicht feststellen. Allem Anschein nach wiro der Sturz nicht ohne schlimme Folgen verlaufen.

O Laubach, 10. Juli. Der Fremdenbesuch ift) stärker als in früheren Jahren. In unseren beiden ersten/