schlich und bie Bildung vvn Genossenschaften gefördert und erleichtert wird: auch die Besteuerung der kapitalistischen Grossbetriebe, der Warenhäuser und Konsumvereine dürfe dabei nicht außer Acht gelassen werden. Dabei werde es sich aber um die Frage handeln, ob man sich mehr dem preußischen oder dem sächsischen Beispiel anlehncn soll hinsichtlich der Art der Besteuerung. Ter Abg. Reinhart befinde sich im Irrtum, wenn er glaube, daß sich die „Gesellschaften mit unbeschrankter Haltung" in der Minderheit befänden. Im Gegenteil seien in Lessen von 852 Genossenschasten mit 140000 Mitgliedern //a Genossenschaften mit u n beschränkter und itr.r 77 mit beschränkter Laftung. Tie Frage sei, ob nach dem Reichsgesctz über die Erwerbs- und Wirtschastsgenossenschaften auch für die Rcgieruiig die Möglichkeit geboten sei, auf eine Uimvandlung der Genossenschaften hinzuwirlen. Ter Minister beschäftigt lich dann näher mit den Ausgaben der Landwirtschaftskammer und be- Niertt, daß die daran a.ngekiiüpfte Kritik zurzeit noch verfrüht sei. Ter Minister wendet sich dann eingehend zur Erörterung des hessischen Weinbaus^ Ter trotz der Steuer immer mehr zunehmende Konsum des Schaumwemes schädige d:e Wern- Produktion ganz erheblich, dazu kommen die riesigen Weinernten Frankreichs, die das deutsche Ernteerträgnis um das 25 bis 30facl>e übertreffen. Ter neue Reichsweingesetzentwurf enthalte eine Anzahl tiefeinschneidender Bestimmungen, zu welchen die Interessenten schon jetzt Stellung nehmen könnten. Be,anders über die räumliche uiid zeitliche Beschränkung der Zuckerung der Weine; die Regierung werde für beide Beltimmungen ein- treten. 3enter die Detlarationspflicht beim Verschnitt von Weißwein mit Rotwein; diese halte die Regierung zum Schutz des einheimischen Rotweinbaues ,ür ganz besonders notwendig. Weiter das Verbot des Verschnitts von Weißwein mit ausländischem Tessertwein, d. h. Süd- und Süßwein. Dieses Verbot wird die Regierung im Interesse des Weinbaues nach Möglichkeit unter- stützeii. Weiter eine lchärfere Kontrolle in der Herstellung und im Verkauf des Laustrunks. Tie Regierung hält eine solche Kontrolle für dringend notwendig, um dem vielfach) bestehenden Unfug bezüglich des Laustrunls zu steuern. Endlich noch eine einheitliche Kontrolle der gesetzlichen Vorschriften im Reich im Wege o?r Keller- • und Buchkontrolle. Hierzu nüifc ten, wie Redner ausführte, den Kvntrollbehörben geeignete Sachverständige zur Seite gestellt werden und der Bundesrat sollte das Recht eryalren, die Zahl dieser Sachverständigen für die einzelnen Wernbaubezirte festzusetzen. Ter Minister wendet sich dann zur Frage der Bekämpfung der Reblausrrankheiten. Die Annahme des Abg. Tr. Schmitt, daß, .die Reblausherde bei Kempten und Wöllstein 190o übersehen worden seien, treffe nur teilweise zu; es seien zur Bekämpfung der Reblaus von 1873—1906 bereits 608 000 Mk. verausgabt worden und man werde auch so lange aus dem eingeschlagenen Wege fortfahren, als die finanziellen Verhältnisse es gestatteten. Auch die Versuche zur Veroesserung der Reben mit den gegen die Reblaus immunen amerikanischen Reben erläutert der Minister. Tie Regierung werde alles aufbieten, um aus gesetzlichem Wege dem hessischen Weinbau den Schutz unD die Förderung zu gewähren, die ihm als einem unserer wichtigsten landwirtschaftlichen Erwerbszweige zukommen. Ter Minister beleuchtet darauf noch den Stand der Gewerbe. Inbetreff der vom Abg. Ulrich gerügten Streichung von Reisekosten für die Gewerbeinspettions- Beauftragten sei festzustellen, daß die hierfür genehmigten Beträge dem tatsächlichen Bedürfnis entsprechen. Tie jetzt bestehende Organisation der Gewerbeinsperwren habe sich zur Zufriedenheit bewährt. Bezüglich der Ausführung von Gewerbeaufträgen auf den Eisenbahnbelriebswertslätten empfiehlt Redner, abzuwarten, welche Stellung die Reichsregierung zu einer Aenderung des Art. 6 der Gewerbeordnung entnehmen werde. Weiter beipricht der Minister noch die Frage der Arbeiiskammern, der Heimarbeit und der Wohnnngsinspetiwn. Bei letzterer sei vor allem die swengste Turchsührung der getroffenen Bestimmungen notwendig, es müsse auch für eine gründliche Durci)- bildung der Inspektoren gesorgt werden. Die Heranziehung von Frauen zur Wohnungsinspettion sei nur zu befürworten. Man habe in Worms Frauen mit hinzugenommen und die bisherigen .Erfahrungen lassen das Beste erhoffen. Auch über die Bekämpfung der Lubertulosc äußert sich der Minister noch eingehend und konstatiert, daß die Erfolge damit bei Kindern geringer gewesen seien, als bei Erwachsenen. Die Regierung lverde auch der Frage der Fortbildungsichulen für Madelon näher treten. (Lebh. Beifall.)
Nach kurzer Paufe plädierte Abg. Tr. Schmitt für eine Revision der Bestimmungen, betr. die Gebühren für Berücksichtigung der Feuerstätten.
Abg. Orb bespricht zuerst das Kinderschutzgesetz und dessen Wirkung und kommt dann auf den Jahresbericht der Gc- werbeinspektion. Es müsse anerkannt werden, daß sich die Revisionen in aufsteigender Linie bewegen. Trotzdem aber genügten die Inspektionen, außer für den Bezirk Tarmstadt, nicht. Die Unfallverhütungsoorschristen müßten strenger überwacht werden, aus dem Papier hätten sie feinen Wert. Tie Tätigkeit der Arbeitergehilsen habe trotz ihres erst kurzen Bestandes schon gute Erfolge aufzuweisen. Vielfache Verstöße seien iwch im Bäckereibetrwb bez. der Vorschriften invetreff der Reinlichkeit und der Gehilfenbeschüstigung zu bezeichnen. Ter Konsum- Verein in Mainz bilde einen Musterbetrieb und könne erzieherisch aus andere wirken. Redner bespricht dann eingehend einen Vorfall in der Gemeinde Rödgen (Kreis Gießen). Ter dortige Bürgerm-eister sei gerichtlich als schwachsinnig bezeichnet worden. Trotzdem bleibe er im Amt und das zuständige Kreisamt habe sogar einem anderen Bürgermeister die Bestätigung versagt, weil er „sein Schöppchen" in einer Wirtschaft trinke, wo auch sozialdemokratische Versammlungen abgehalten werden. Äehnliche Tinge feien auch an anderen Orten des Kreises vorgc- kommen, wo Beigeordnete nicht bestätigt wurden usw. Redner behauptet, daß alle Schikanierereien nur erfolgten, weil die Bekresfenden cozialöemokraten seien und der Kreisamtmann mit zweierlei Maß messe.
Tie Etatsberatung wird nun für kurze Zeit unterbrochen, um den dringlichen Antrag inbetreff
Bad-Nauheim zu beraten.
Abg. Ulrich gibt einen kürzen Bericht über die Frage der Erwerbung des zivhlensäurewerls in Bad Rauheim. Ta das Wert eine Gefahr für die Quellen Naul)eims bilde, so soll dasielbe für 30J 000 Mk. angekäust weroen. Toch könne die Regierung nur einen Höchsrzuschuß von 120000 Mk. als Staats- beitrag bewilligen, während die Restsumme von der Gemeinde Nauheim zu decken wäre. Die Stadtverwaltung hat nun ihren früheren ablehnenden Standpunkt aufgegeben uitd sich bereit erklärt, den Betrag von 150000 Mk. für den Erwerb des Kohlensäureweris unter der Bedingung beizusteuern, daß das Gelände in das Eigentum der Stadt übergeht. Ta aber der Staat keinesfalls meiw als 120 000 Mk. dajur bewilligen wird, so bleibt ito0) eine Tifferenz von 30 000 Mk. auszuglaichen, unb der Anschuß beantragt, unter diesen Umständen die Verhandlungen mit der Stadt über den Erwerb wieder aufzuneh- men, den Betrag von 120 000 Mk. jedoch nicht zu erhöhen.
Finanzminisrcr G n a u t h iuljit aus, es sei erfreutich, daß die Stadioirwältung sich bereit erklärt ftabe, zur Erwerbung des Kohlciisauvewerrcs beizutragen. Tie Differenz von 30006 Mark könne aber unter keinen Umstünden von der Regierung getragen werden und er schlage deshalb vor, jetzt den Besitzern der Fabrik 270 000 Mk. als Kaussumme anzubieten. Werde dieses Gebot nicht angenommen, und darnach die l'Röglichkeil des Enoeröes gegeben, ]o werde Stadt und Regierung in Zukunst für den Fortbestand des Betriebes die Verantwortung tragen müssen.
Abg. Tamm macht verschiedene Ausstellungen über die Kläranlagen bei Bad Nauheim und beklagt die Verunreinigung per Usa.
Abg. Breidenbach drückt seine Befriedigung über den jetzigen Versuch zu einer Verständigung inbetr. des ^lohlensäure- jDeried aus und erhofft einen befriedigenden Abschluß.
Abg. Hirsch el wendet sich gegen den Wg. Ioutz wegen einer unangenehmen Kritik über die Aeubaulcn in Bad Nauheim.
Aer Airsschußantrag wird darauf einstimmig angenommen.
Bei "Fortsetzung bet Etatsberatung des Ministeriums des Innern tritt , ... . m
Ministerialrat Tr. Be st den schroffen Angriffen und Beschuldigungen des Abg. Orb über Herrn Kreisrat geb entgegen. Er müsse den Vorwurf der Ungerechtigkeit und Nichtobiektivi- tät so lange entschieden zurückweisen, als der Abgeordnete nicht den Beweis für seine Behauptungen erbracht hat. Bezüglich des Bürgermeisters von Rödgen 1 ei z. Z. eine Sache beim Ministerium anhängig, vor deren Entscheidung er darauf nicht cingehen Eönne. .
Abg. Wolf bespricht die rheinhessische Weinbautrage, das Gesetz über den Kinderschutz und die Landwirtschaftskammer, deren Gegner wohl nur die Partei der Nichtgewählten sei. Tie Kammer werde jedenfalls den Segen bringen, daß sic erzieherisch wirken und zur Hebung des Bauernstaiides beitragen werde.
Schluß der Sitzung 1/2 2 Uhr. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 13. März 1908.
Aus der Stadtverordneteu-Versammtung.
Gestern gab es 1 Sitzung von 3 Stunden Dauer und einer reichhaltigen Ta- ,ubmtng, aber es war im wesentlichen nur Kleinkram, der unsere Stadtväter, die übrigens z. Tl. etwas auf sich warten ließen, beschäftigte. Dementsprechend ging es auch bei der Beratung ziemlich gemütlich zu. Es wurde manches gesagt, was bei einer wichtigeren Tagesordnung vielleicht ungesagt geblieben wäre, und es wurde auch außer von den offiziellen Rednern viel dazwischen geredet, was natürlich zum Verständnis der Beratung ungemein viel beitrug. Immerhin sind trotz der geringen Bedeutung der behandelten Gegenstände einige interessante Momente hervorzuheben. Lian erfuhr z. B., daß von der seitherigen Gepflogenheit, an die Versammlung gerichtete Eingaben sofort an die zuständigen Deputationen usw. zu geben, abgewichen werben soll. 9)lan hofft mit der Bekanntgabe der Eingaben an die Versammlung wohl eine raschere Erledigung zu erreichen. Das mag in einzelnen Fällen ja auch zutreffen, in anderen wird man aber das Gegenteil des beabsichtigten Zwecks erreichen. Zwischen den einzelnen Sitzungen sind längere Pausen und es konnte manche Eingabe gleich mit dem dazu gefaßten Deputationsvorschlag an das Plenum gelangen, während jetzt mindestens bis zur nächsten gewartet werden muß. Bei den emgegangenen Eingaben befand sich auch eine solche des Bürgeroercins, in der auseinandergesetzt wurde, daß vom Vorsitzenden und Schriftführer unterfchricbene Eingaben als solche des Vereins zu gelten haben. Eine dem Uneingeweihten unverständliche Mitteilung, und es war gut, daß SLadtv. Troß die nötige Erläuterung dazu gab. Vor einigen Monaten hatte nämlich der Oberbürgermeister an die Vorlesimg einer Eingabe des Bürgeroerems die Mitteilung geknüpft, daß es ihm zweifelhaft erscheine, ob das Schreiben eine Kundgebung des Vereins ober bloß des Vorstandes bedeute, da sie „Der Vorstand" und von 2 Herren unterschrieben gewesen sei. Diese Zweifel waren berechligt, denn der Verein hatte sich nicht mit der fraglichen Sache — es handelte sich um den Antrag Leun wegen anderer Gestaltung der Gießener Vahnhofsverhältnisse — beschäftigt, sondern der Vorstand. Deshalb erscheint es nicht ganz verständlich, daß irgend jemand an dieser Aenßerung Anstoß nahm, eine Kränkung irgend einer Person war nicht damit beabsichtigt (und auch nicht aus unserem damaligen Stadtverordneten-Sitzungsbericht, auf den Stadtv. Troß'bezug nahm, herausznlefen) und deshalb scheint uns diese kurze Mitteilung an dieser Stelle genügend zu sein, da auch wir mit am Stadtverordneten Dr. Biermer der Ansicht sind, daß es im Interesse des Ansehens des Kollegiums liegt, wenn derartige Ausstellungen unterbleiben. Die Stadtverordneten- Verfammlimg unb der Oberbürgermeister wollen doch, wie auch der Bürgerverein, nur das Wohl der Stadt und ihrer Bewohner fordern und wenn dabei Meinungsverschiedenheiten entstehen, soll man nicht gleich jedes Wort auf die Golbwage legen. Der günstige Rechnungsabschluß der drei städtischen Werke (Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk) wurde mit Befriedigung ausgenommen, ebenso die Mitteilung, daß der Voranschlag der Armenkasse für 1908, der mit 79 800 Mk. in Einnahme und Ausgabe abschließt, nur 800 Mk. Mehr- zuschuß aus der Stadtkasse vorsieht als seither. Der Senior der Versammlung, Stadtverordneter Petri, brachte in die sonst trockene Verhandlung etwas Waldesfrische. Er bedauerte die Abnahme des Wildes unb wünschte, daß mit dem Vertilgen der Eichhörnchen nicht zu stark ins Zeug gegangen werde, damit der Spaziergänger auch fernerhin sich an diesen munteren Tierchen erfreuen könne. Der Forstfachmann der Versammlung gab ihin hierüber beruhigende Versicherungen. Erfreulich ist die auch gestern wieder erkennbare Fürsorge, die unsere Stadt dec Schule und den Schülern entgegenbringt. Man beschloß einstimmig die Beschaffung von Schriften für den weiteren Lebensweg der Volksschüler, die ihnen bei der Schulentlassung eingehändigt werden sollen. Eine Anfrage des Stadtv. Habenicht wegen der Feuersicherheit unserer Schulen konnte dec Vorsitzende dahin bcant- warten, daß das große Brandunglück in Amerika ihm Veranlassung gegeben habe, hierüber Erhebungen 311 veranlassen. Auch die Beschuldigungen, die kürzlich ein pensionierter Beamter des Elektrizitätswerks gegen den Betriebsleiter des Werkes erhoben hatte, gelangten zur Erörterung. Es stellte sich durch den von letzterem erstatteten a»ntlichen Bericht heraus, daß die Beschuldigungen des Herrn Wille fast völlig zu Unrecht erhoben sind unb, soweit sie überhaupt Grund haben, nicht dem Betriebsleiter zur Last fallen.
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** Auö dem Bureau des Stadttheaters. Auf verfchiedene Anfragen fei ausdrücklich mitgeteilt, daß die Benefizvorslsllung für Herrn Cberregiffeur Bak 0 f am nächsten Mittwoch — es wird Beyerleins „Zapfenstreich" gegeben — um 8 Uhr beginnt — Das Kindermärchen am nächsten Sonntag nachmittag „Die verzauberten Frösche" ober „Marie, das Plappermäulchen" schließt wiederum mit dem äloioEobaHett, bus so großen Antlang gefunben hat.
** Verhaftet wurde gestern nachmittag ein junger Mann aus Garbenteich wegen Vornahme unsittlicher Handlungen aus öffentlicher Straße.
** Unfug. An einem Laden in der Walltorstraße wurde gestern abend eine Glasscheibe zertrümmert. Gegen den erkannten Täter wurde Strafantrag gestellt. Auch an einem Hause in der Schloßgasfe wurde eine Fensterscheibe ein geworfen.
x Heuchelheim, 11. März. Wie dorauszusehen war, ist dura) das anhaltende Regenwetter die Lahn über ihre Ufer getreten. Das breite Lahnbecken von hier
bis Atzbach ist in einen großen See verwandelt, dazu sind alle Gräben des Wiesengrundes mit Wasser gefüllt Unsere Landwirte sehen gerade in diesem Frühjahr diese Ueberschwemmung gern. Bekanntlich war das verflossene Jahr ein rechtes Mäusejahr, und trotz aller angejtrebten Mittel waren diese schädlichen Nager nicht zu vertilgen. Zu Sbunbeeten konnte man sie bisher noch auf Wiesen, Saat- unb Kleefeldern bemerken. Jetzt wirb aber burch die eingetretene Ueberschwemmung ihnen dec Garaus gemacht, zumal auch bas höher gelegene Erdreich bis zur Oberfläche mit Wasser getränkt ist.
-g. Bad-Nauheim, 12. März. Unter dem Vorsitz des Schulrats Süß aus Friedberg fand heute hier eine Lehrerkonferenz des Bezirks Bad-Nauheim statt, zu der etwa 45 Lehrer und Lehrerinnen erschienen waren. Nach einleitendem Schülergesang eröffnete Schulrat Süß die Konferenz. Das Hauptthema bildete diesmal ein Vortrag des Lehrers H a m a n n aus Bad-Nauheim über „2 a s Pädagogische'im Fau st- Pröble m". Redner verstand es, durch seine gediegenen, etwa eine halbe Stunde dauernden Ausführungen die Zuhörer zu fesseln. An den Vortrag reihte sich eine recht interessante Diskussion. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete der Zeichenunterricht und zwar die Becichierstatttung über die seit der Einführung der Hölscher-Methode gemachten Erfahrungen. An die Konferenz schloß sich ein Essen im Restaurant Burk.
Frankfurt a. M., 11. März. In der Stabtvecocd- netensitzung beantragten die Deniokcaten, das Bismarck- denkmal, wofür der Platz am Schauspielhaus bcstumnt ist, aus den H 0 h e nz0lle rnplatz 511 verlegen uub am Schau- spielhaus das Schillerdenkmal aufzustellen. Ober- bürgermeister Adickes erwiderte, die Arbeiten zur Ausstellung des Bismarckdenkmals hätten bereits begonnen; eine Verlegung des Schlllcrbenklnals sei nicht erforderlich. Der bemokcaiische Antrag wurde alsdann mit 24 gegen 22 Stimmen abgelehnt.
Kleine TageSchrourk.
In Münster i. Wests, sand em Duell zwischen einem Küraisicr-R ittmeifter unb einem Stube rite nchlatt, wobei letzterer einen nicht ungefährlichen Schutz in Die Seite erhielt. Ten Anlaß soll em Wortwechsel während des Kärnevals geboten haben. Ferner wurde in Freiburg L Bc. ein P ist ölen- Duell zwischen einem Artillerieoffizier unD einem Stu- Deuten ausgefochten, das jedoch unblutig, verlies.
In I nst erb ur g hat ein Liebesdrama in Der Blumen- halle Des Kunst- unb HanDelsgärtners B. H. Loebel einen furchtbaren Abschluß gefunden. Tec Friseurgehilfe GarDe feboü Dir 18 fahrigen BlumLndinberin Marie Lange aus verschmähter Liebe eine Kugel ins iderz. Ter Täter schätz «ich hierauf in Den MmiD nnD war sofort tot. Tas Atädchsn soll zurzeit noch am Leben sein.
Bei einer Sinuferci in Vilshofen (Bayern- wurde ein Schreiber ec sto chen. Drei Bauernburschen schwer unb mehrere andere leicht verletzt.
In B o sto n wurden zwei junge Tarnen in einem sashionablen Mädchen-Pensionat erschossen ausgefunden. Wahrscheinlich haben sie in Verzweiflung über finanzielle Schwierigkeiten gemein- ,am Selbstmorb verübt.
In Washington findet zurzeit eine Uncersnchung gegen die Eleetric Bval Gompany statt wegen Der öffentlich erhobenen Beschuldigung, Daß Die Gesellschaft Mitglieder Des Kongresses bestochen habe, um sie zu bewegen, für Den Ankauf von Ünterseeboten der Gonipany Durch die Regierung einzutretrn unD Die Gesetzgebung in diesem Sinne zu beeinflussen, bin Durch Den Kongreß ais Zeuge veriwmmenes Kongreßmitglieb machte Dazu folgenDe Auslage: Ja, beschnlDige b'.c Gesellfchaft, ganz unerhörte Gewinne in Höhe von einer Million Dollar Dadurch erzielt zu Haden, Daß Die G e s e tz g c D u n g Der Vereinigten Staaten .miu Derzeitige li n tc r i c e b 0 t c Der Electric Boat Com- paiii) besseren anDercr Gesellschaften vor zog.
Aus Der chilen. Hafenstadt Janique wirb gemelbet: 2500 Arbeiter in Den Ritrallagern luiirDcn Durch Soldaten erschoss en, weil sie mit Gewalt höhere Löhne Durchseizen wollten.
Märkte.
Gießen, 12. März. Bieyinarkt. Bei Dem am lO.^unb 11. bS Mts. abgeljalteneu 2Jiarlie waren autgetrieben 1681 Tlüct Rmbvieh uub 27U Schweine. — Ter nächste Marit findet am 31. März unb 1. April stall, am leljicrcu Tage auch Pferde-
und Kramermarkt.
[] Marburg, 12. März. Auf bem heutigen Schweine- inart t zogen bie Preise iur Kleinware am Es tostelen 6 bis 8 Wochen alle Ferkel 28—35 Alk. und 3—4 Monate alle Lauser 60—70 Alk. pro Paar. Tie Zumhr belief sich auf 803 Stück.
TeKefomseßw w-ursiaeruckte
des Giessener Anzeigers, mitgeteik von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
Frankiurier ßSörse, 13. März. 1.15 Ubr.
3^°/0 Reichsauleihe . . 91.70 3% do. . . 82.30 ÖJ*°/0 Konsols .... 91.75 3% do 82.30 ö%°/0 Hessen 91.50 0^% Oberhesseu . . . 92.00 4% Uesterr. Goldreute. . 9910 4l/6 ?6 Uesterr. bilberrente 99.90 4^o Ungar. Goldrente . . 94.20 4% Italien. Rente . . . — 3>\> Portugiesen Serie I 61.20 356 Portugiesen „ 111 61.30
4>i °/0 russ.Staatsaul. !90o 94 10 4>6 uy0 japau. Staatsanleihe 87.40 4% Uonv.Türken von 1903 95.00 Türkenlose 149.40 4% Griech. Monopol-Aul. . 49.30 4% äussere Argentinier . 85.60 ou/0 Mexikaner . . . 65.80 4>s7o Chinesen .... 96.05
Aktien:
Bochum Guss 197.90 Buderus E. W 110.20
'lenden;: schwächer.
Klektriz. Lahmeyer . . . 117.50 Elektriz. Schuckert . . . — Eschweiler Bergwerk . . 206.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 183.20 Hamburg-Amerik. PaketL 11L00 Harpeuer Bergwerk. . . 193.40 Laurabütte 209.50 tsordd. Lloyd .... 98.80 Obeiscblcs. Eiseu-Iudustrie 96.00 Berliner ilandelsges. . . 158.2a Darmstädter Bank . . . 123.611 Deutsche Bank .... 237.0b Deutsch-Asiat. Bank . . 136.90 Diskouto-Kominaudit. . . 175.10 Dresdner Bank . . . .137.00 Kreditaktieu 202.20 Baltimore- und Ohio-
Liseulaun 81.40 Gottbardbahu — Lombard. Lisenbahn . . 26 60 Uesterr. Staatsmann . . . 143.30 l’riuee-Heuri-Eisenbahn . 118.50
137.30
145.80
123.70
Harpeuer Bergwerk Laarahüttej . .
Lombarden E. B. Xordd. Lloyd . . l ürkenlose . . .
Cauada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . , Tendenz: träge.
BScrliiier ASörse, 13. Mälz. Aufangskurse.
193.60
209.80
26.70
98 70
149.80
Wissen Sie, ich bin auch keiner von den Dunin®
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bie jede Anpreisung glauben; dafür aber bin ich .dankbar baß mir Sodener Mineral-Pastillen — nmürlidj die ernten von Fay — empfohlen worden unb. Das sind wahre Wunder dinge. Sind Sie heiser, husten Sie, sind Sie ueridnemu leiden Sie an Säurelnlbuiig im Magen: em paar Fcu)S eau Sodener jagen alle Beschwerden zum Kuckucc. Sie koimei mir's glauben, ich nehme Fays echte Sodener nun wM seön Jahre. Sie laufen dieselben in jeder Apotherr Drogerie unb Mineralwasserhandlung zu 85 Pfennig v» S ch achtel.________________________ ____-
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