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Freitag 13. März IV08
158. Jahrgang
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Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.___
Wirkungen des handwerkergesehes.
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> l höheren ausleuchten und die Versöhnung in den Hades Hindi untertragen ? Ties alles liegt handgreiflich in dem Stück
und nach etwas anderem soll man nicht suchen.'
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Aus Hebbels Tagebüchernund Briefen.
Den 14. Dez. (1853.)
teilte den 1. Akt der Rhodope geendigt. Braun von Braunthal (ein Polizeibeamter. D. Red.) machte mich auf tzerodots alte Fabel vom Gyges aufmerksam; ich las fte rasch und fand, daß allerdings eine Tragödie darin stecke, freilich wird die Motivierung der Königin schwer sehn.
Den 14. Nov. (1854.)
Heute habe ich das Trauerspiel: Gyges und fern Ring vollendet; ich sing es im Frühling an und brachte bis zur Abreise nach Marienvad 2i/2 Akte fertig, die anderen 2i/3 Akte sind im Herbst entstanden.
-r Vorstand.
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Aus einem Briefe an Arnold Schlönbach in Mannheim vom 3. Juni 1856 (vgl- Fedr. Hebbels Briefe, Nachlese Br. II, Berlin 1900, B- Behrs Verlag):
„Daß das Weib selbst für die Griechen eine Sache war, wissen Sie aus dem Homer; Helena ging von Hand zu Hand, und man schlägt sich tßm sie, nicht um lie zu züchtigen, sondern ton sie wie einen entflogenen Vogel wiederzubclommen.... Ist es nicht im höchsten Grade tragisch, daß zwei Männer, die sich lieben und e h r e n, au s Tod uir d Le ben srch b e t ä mp fe n müssen, wenn nicht untergehen soll, was sie iwü) mehr als sich selbst zu ehren und zu lieben Haden? Und muß das Weib, nächstem es diese beiden Männer des ihnen selbst unbewußten 1 innere« Adels entbunden hat, nicht ihrerseits in einem noch
Gar vieles, was Hebbel dachte und wcrS damals unbeachtet oder unerfüllbar schien, ist heute zur Wahrheit und zur Wirklichkeit geworden. Erst in längster Zeit haben die Dramaturgen den Satz ausgestellt, daß die Idee, oder wie man sonst den Grundgedanken emes Stückes neunen mag, nicht das Primäre, sondern das Sekundäre beim Schaffen ist Der Dramatiker schreibt sern Stück nicht um einer Idee nicht um eines Gedankens willen, sondern der Gedanke quillt aus dem Stosse, ist das Blut im Fleische. Als Hebbel den „Gyges" schrieb, machte er diese merkwürdige Erfahrung. Ihn 'üzte nur die für die tragische Form geeignete Anekdote, ^nb nun, „da das ntuck fertig ist, steigt plötzlich zu meiner eigenen Ueberraschung, wie eine Insel aus deni Ozean, die ^>dee der dritte alu> die alles Bedingende und Bindende daraus hervor." In einem Briefe an Uechtritz macht er dieses Geständnis.
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auf; wenn jeder der noch zum Wort gemeldeten siebzig Abgeordneten eine Viertelstunde zu reden gedächte, so würde man, ganz abgesehen von den Regierungsvertrclern, die vielleicht'auch hier und da etwas zu sagen gedächten, eine Arbeitszeit von 17'/, Stunden vor sich haben. Und die redelustigcn Herren hatten Verständnis für dieses Rechcnexenipel: sie redeten nichts 15 Muiuteu, sondern zumeist ganz erheblich länger, und wenn ne fertig waren, ließen sie nicht die anderen heran, sondern sprachen zum zweiten mid zum dritten Male. Man bin sich an zweien der zahlreichen Behörden des Reichsamtes fest und ging dann um halb sieben Uhr auseinander, um nach anderthalb Stunden zu einer Abendsitzung sich wieder zilsammcnzusinden — ein im Reichstag seit anderthalb Jahrzehnten nicht vorgekommener Fall. Bei dem Kapitel des Statistischen Amtes führte Herr Mugdan seine alte Fehde über die freie Arztwahl mit den Sozialdemokraten weiter, diesmal mit den Führern der Bergarbeiterbcivegmig Hue und Sachse; und beim Kapitel der Behörden für die Unteriuchung der Seeunfälle etablierte sich der Reichstag vier Stluiden lang als Schisfahrlsparlainent. Es waren alles Männer von der Wasserkante, die hierbei das Wort führten; die Hamburger, Dr. Heckscher und Dr. Semmler, uiid der Bremer, Hormann, traten mit großer Schärte und unter dem Beifall des Hauses und unterstützt auch durch dre Zustimmung der Regierung gegen die Verunglimpfung ein, der die deutsche Seeschiffahrt sich seit einer Reihe von Jahren durch die VeraU- gemeinerung einzelner bedaiiernswerter Vorkommnisse von Seilen der Sozialdemokrateii uiid des ihnen m diesem Kampfe verbündeten Hamburger Abgeordneten Raab preisgcgeben sieht.
heddel un- fein „Gyges".
Heule, wenige Tage oor Hebbels 95. Geburtstage (geb- U. März 1813), wird im Gießener Stadttheater die erste 'Aufführung von „Gyges und sein Ring" stattfinden. Da trag es angebracht sein, an dieser Stelle des Dichters treue Mid geliebte Gefährtin von ihm sprechen zu lassen. (Unter ifre Einzeichnung in sein Tagebuch schrieb Hebbel die schlich- l-kn, alten, ewig jungen Liebesworte: Hier steht der Name Lines Engels.) Es sind Grinitermtgen, die Christine Hebbel, die jetzt 91jährige Witwe des Dichters, bei ihrem 87. Geburtstag in Wien, wo sie lebt, einem Freundeskreis er- ^hlte.
Noch immer klingt „Times" Stimme voll und metallisch vnd das Auge, „das wunderbare Auge", das, wie Hebbel llcivundernd erzählt, im Suchen eines vierblätterigen Klees unüberwindlich war (Hebbel meinte, daß dazu nicht die «ehkraft allein genüge, sondern „daß ment dazu einer ve- imberen Eigenschaft bedürfe"), ChristinÄis Auge blickt noch amner hell und scharf. Und alle Schwäche des Alters schüttelt |2ie QD/ alle Klagen verstummen, selbst die Sehnsucht nach tz^ller Sonne, heute dem einzigen Remedium für alle ihre Gebrechen, schweigt, wenn sie von ihrem Gatten spricht.
„Hebbel sagte mir immer: hundert Jahre nach meinem ~obe werde ich erst anerkannt werden. Und nun kommt ^;e Nnerkenilung doch viel früher, um ein halbes Jahr- ctinöert früher, als er selbst dachte. Man gibt seine Dramen niujt nur, man macht sogar volle Häuser damit. Wie lange ’jufcte Hebbel warten, bis „Gyges und sein Ring" MM ersten Male gegeben worden ist. Im Winter 1854 wachte er die ersten Skizzen, im Frühling ging er an die arbeit und machte die erste Hälfte in Wien fertig. Dann Mgen wir nach Marienbad, und im Herbst wurde das Drama tollenbet. Am 14. November verzeichnete er dieses Er* Hjni£ in seinem Tagebuch. Aber erst am 25. l'lpril 1889 toirde das Stück int Burgtheater gespielt. So lange Hebbel
einem Stücke arbeitete, sprach er wenig davon und war Er seinem Tagebuche gegenüber mitteilsam. Erst wenn vis Stuck fertig war, las 'er mir es vor. Ach, welch ein war das! Und welch ein unerhörter Genuß war es, *eben zu hören! Er sprach über alle Dinge der iS* bed Himmels, und ich bedauere nur, daß niemand ™'e Gespräche ausgezeichnet hat. Diese Auszeichnungen ,toü^i8eö GegenstÜll zum Lagebuche und »um Briefwechsel gewesen.^
Aus einem Briefe an S. Engländer vom Jahre 1863:
„Die Welt kenne ich nicht, denn obgleich ich selbst einf Stück von ihr vorstelle, so ist das doch ein so verschwindend kleiner Teil, daß daraus fein Schluß auf ihr wahres Wesen abgeleitet werden kann. Den Menschen aber kenn^ich, denn ich bin selbst einer, und wenn ich auch nicht weiß, wie er ans der Welt entspringt, fp weiß ich doch sehr wohl, wie; er, einmal entsprungen, auf sie zurückwirkt. Die Gesetze der menschlichen Seele respektiere ich daher ängstlich, in Bezug auf altes Uebrige aber glaube ich, daß die Phantasie aus derselben Tiefe schöpft, aus der die Welt selbst, d. h. die bunte Kette von Erscheinungen, die jetzt existiert, die aber vielleicht einmal von einer anderen abgelöst wird, hervor^ gestiegen ist."
„Der uralten Fabel mußte wenigstens in den Voraus» setzungen und in der Atmosphäre ihr Recht bleiben, undl doch konnte sie nur durch einen Hauch aus der modernew Welt beseelt werden."
„Kandaules kann den Adel seiner Natur nicht besser beweisen als dadurch, daß er sich selbst, sowie sich Rhodope vor seinen Augen aus einer Sache in eine Person verwandelt, zum Opfer bringt, um den halb bewußten Frevel zu sühnen."
„Das Hauptvergnügen des Dichters besteht für mich darin, einen Cyaralter bis zu seinem im Anfänge von mir selbst durchaus nicht zu berechnenden Höhepunkt zu führen, und von da aus die Welt zu überschauen."
— Kleine K u n st ch r o n i k. Otto Blöcke r-Eckardt der in Frankfurt als erster das Residenzlheater (Orpheum) «tt Lust,pielbühne eingerichtet halte und ziemlich unglücklich ferne Direktion führte, ivill jetzt dort nachvorübergehenderThcalerdlrettiouS- führnng m Leipzig und a. O., in Frankfurt a. M. em , Freies Theater" nach dem Muster des Theaters „Lchall und Rauchs in Berlin im neu eingerichteten, 400 Personen iahenden Theatersaal des Kasinos eröffnen. — »Der Dummkopf", Ltidwig Fuldas Lustspiel, sand bei der ersten Ausführung tut Deutschen Schauspielhanse zu Hamburg eine sehr günstige Ausnahme. Ter amvesende Dichter wurde tviederholt geruien. — Professor Pütz er an der Technischen, Hochschule zu Darntsladt Hal in dem engeren Wettbewerb um die Ausführung der evang. Kirche in Recklinghausen den ersten Preis erhalten.
hessisch; Zweite Kammer.
Darmstadt, 12. März.
Am RegierungStisch?: Staatsrninister E w alb, Finanznunister Guauth, Minister des Innern Braun, Geh. Staatsrat Krug von Nidda, Geh. Rat Frfrr. v. Siege le bett.
Nach Eröffnung der Sitzung um 9 Vs Uhr wird dre Spezialderatung über den Etat
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Ohne Debatte werden genehmigt: Kapitel Landstände und Kap. Ministerium, Ausgabe 87 918 Mk. Mswärttge und Bun- dcsberhäitnissc, Ausgabe 36 090 Mk. Kabinettsdtreckton 13 380 Mark, Oberrechnungskanmter 266 252 Mk., Vcrwaltungsgertchts- hos 7310 Mk. Bei dieser Position weist
Abg. Dr. Schmitt aus den unwürdigen Zustand des Ver-- waltunasgerichtsgebäudes in Mainz hin uub ersucht, die Frage eines Neubaus in Erwägung zu nehmen.
Beiiü Kap. R h e i n s ch i f s a hr t ersucht Abg. Dr. is ch m 111 um Auskunft, wie weit die Angelegenheit des Ausbaues des Koftheimer Hafens gediehen sei. __
Zur 8. Hauptabteilung M i n t st e r t u m (Kap. 23—8 /) maa>t Minister des Innern Dr. Braun längere Ausführungen: Dte Zahl der Beschwerden zu diesem Tttel habe im tiorigen Jahre 23 betragen, in diesem Jahre dürfte sie noch l*r sein. Wenn man die zur allgemeinen Lag. vo.liegenden Beschwerden nicht bloß durch die Parteibrille betrachtet, wewa man nicht verkennen können, daß unsere gegento.trtuje Wirt- schaftspvlitik auf gesunden Grundlagen beruhe. Auch vom Han-, bei und der Industrie ist bekannt, daß sie sich wieder m stabilen Verhältnissen bewegen, und die drohend gewesene Krisis nicht eingetreten ist. Eine Arbeitslosigkeit bestes eigentlich nur im Baugewerbe, doch würde aud) hier möglichst für Arbeitsgelegenheit Sorge getragen. Tie Landwirtschaft schließt dagegen nur teilweise befriedigend ab. Man wird frier auf einen wirisameren Seuchcnschutz bedacht sein müssen; auch die bessere Regelung der Arbeiterfrage in der Landwirtjchaft sei notioeiibig und werde fick) ermöglichen lassen, ioenn beim Abflauen der Juduchiü- tätigfeit ein Teil der Arbeiter wieder genötigt werden sollte, sich mehr der Lcmdwirtsckwft zuzuwenden. Ten Berhältmsieii im Weinbau werde d'e Regierung ihre besondere Aufmerkiai'.ikeit zuwenden, wie bisher. Hier sei zur Gesundung der, Verhältnisse des rheinhessisck-en Mittelstandes eine durchgreifende Jie- form au Grund und Boden erforderlich. Dem Mittelitand mutzte besonders auch dadurch geholfen iverden, daß der Zusammen^
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übergroßen Mehrheit von der Zwangsorganisation nichts wissen will. Denn von den 11311 Innungen mit ihren 488 700 Mitgliedern sind nur 3164 (28 Proz.) Zwangsinnungen, dagegen 8147 (72 Proz.) freie Innungen- Jene haben 218468 (44.7 Prvz.), diese aber 270 232 (53.3 Proz.) Mitglieder. Dabei sind bei den Zwangsinnunge-n die zahllosen .Handwerker mitgereckmet, die gezwungene Mitglieder, sonst aber Gegner oer Innung sind. So erklärt es sich auch, warum die Zahl der Zwangsinnungsmitglieder im Verhältnis zur Zahl der Zwangsinnungen selbst so groß ist (44.7 Proz. zu 28 Proz.). Das Verhältnis verschiebt sich noch mehr zu unguusten der Zwangsinnungen, wenn man der Zahl der frei organisierten Handwerker, die der Gewerbe- und anderen Handwerkervereine zuzählt. Die freien Innungen umfassen durchweg größere und leistungsfähigere Betriebe als die Zwangsirinungen, wenigstens an der Zahl der Gesellen und Lehrlinge gemessen. Aus die 270 232 Mitglieder der freien Innungen kommen 402 487 Gesellen und 171052 Lehrlinge, auf die 218 468 Mitglieder der Zwangsinnungen 289 082 Gesellen und 93 309 Lehrlinge.
Besonders wertvoll wird die Statistik dadurch, daß sie darüber Aufschluß gibt, in welchem Umfange die Innungen bestrebt gewesen sind, die ihnen durch das Gesetz zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen. Auffallend ist, daß so wenig Innungen (4/0 = 4.2 Proz.) ein Einigung s a m t bestellt haben, obwohl es zu den Pflichten der Innungen gehört, für ein gedeihliches Verhältnis zwischen Meistern und Gesellen zu sorgen und den Einigungsämtern sicher ein reiches Feld zur Betätigung offen stände. Auf dem Gebiete des gewerblichen Einigungswesens hätten die Innungen umsomehr leisten können und müssen, als sie in dem Gesellenausschuß schon eine geeignete Form der Organisation ihrer Gesellen haben. Auch die Zahl der Jnnungsschiedsgerichte zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen Meistern und Gesellen ist mit 432 (3.8 Proz.) sehr gering. Doch hat man hierbei zu beachten, daß manche Jrmungen nicht die Genehmigung für ihre Schiedsgerichte erhielten, weil die Behörden fürchteten, hierdurch den Gewerbegerichten Abbruch zu tun.
Erfreulich sind auch die Erfolge auf dem Gebiete des Arbeitsnachweises. Einen solchen unterhielten 2374 = 21 Proz. aller Innungen; 305 davon sind paritätisch. Im ganzen haben 371237 Personen bei diesen Arbeitsnachweisen Arbeit gesucht, 204509 haben Arbeit betont men, das sind 55.1 Proz. Für düs große Jnieresse der Innungen an dem Herbergswesen spricht die Tatsache, daß 3869 Innungen hierfür einen besonderen Ausschuß haben. Ms nicht wirkungsvoll hat sich das Gesetz bezüglich der In nun g s kr an ke n ka s s en erwiesen, deren es nur 660 gibt. Die Genehmigung hierzu n^ußte den Innungen häufig versagt werden, um die Existenz der Ortstrantenkasse nicht zu gefährden. Wie sehr im übrigen das Bestreben der Innungen auf das Unter- stützungswesen gerichtet ist, geht daraus hervor, daß 1334 = 11.8 Proz. der Innungen Unterstützungskassen der verschiedensten Art errichtet haben.
LLiMMüMSbild aus dem Reichstage.
Berlin, 12. Marz.
Morgen muß nach dem Kontingeutieruugsplau der Etat des Reichsauus des Juusrn erledigt sein. Als heule Herr Paasche den Präsidenten ablöjte, machte er nach der Rednerliste eine Rechnling
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II. 19 -
;er.
Im Jahre 1904 veranstaltete das ReichSamt des Innern bekanntlich statistische Erhebungen über die Wirkun- gM des Handwerkergesetzes. Das Ergebnis dieser Erhebungen liegt nun endlich vor und man ersieht daraus, daß bic Handwerkskammern sich durchaus bewährt haben. Das- elbe gilt auch von vielen Innungen; über die Wirksamkeit anderer läßt sich bei der kurzen Zeit ihres Be- uy OttlSl. li-hens noch kein endgültiges Urteil abgeben. Die erfreu» ll lösten Ergebnisse haben die Jn?mngen im allgemeinen auf
, .. 7 bent Gebiete deS Erziehungs- und Bildilngswesens aufzu-
n^ei en. 791 Innungen unterhielten zusammen 785 Fach- |kliuien, die fron 32 304 Lehrlingen und Gesellen besuckit utirben und an denen 736 Berufslehrer und 1221 Hand- 9ii em. mfer als Lehrer tätig waren. Für ihre Schulen wen-
Cnde 10 Uhr, 1 Hen die Innungen 102 882 Ml. auf; sie unterstützten ' ~ . außerdem andere Schulen mit 43 495 Mk. 2375 (21 Proz.)
‘ "i ' (>:r Innungen haben Buchführungs- und sonstige Aus- lnldungskurse für Meister, Gesellen und Lehrlinge veran- ! haltet. Veranstaltungen zur Förderung der gemeinsamen _____.1 und wirtschaftlichen Interessen lErebit bete ine, Warenbezug, Benutzung von Maschinen, Ver- mertung von Abfällen und Versicherungen) der Mitglie- ter können nur 645 Innungen aufweisen, ein Beweis, . . . »aß die meisten Innungen gerade diese für sie so außer-
■laulig bei Herr. „gdentlich wichtige Ausgabe noch gar nicht erfaßt-haben,
e 2. Ob die Junungeu auf die Dauer imstande sein wer-
bau, das Handwerk wirtschaftlich mehr voran zu bringen und 1601'g ii)m den Wettbewerb mit dem Großbetrieb mehr zu erleichtern, als etwa freie wirtschaftliche Verbände wie die Ge- Vimmenaner, mbetiereinc, das steht Krotz dem nicht ungünstigen Ergebnis der Untersuchung nach wie vor dahin. An Ver- iiijcn, die Innung wieder aufzulosen, hat es weder den peien noch den Zwangsinnungen gefehlt; die letzteren uiareii allerdings mehr damit heimgesucht. Im ganzen unirbcn derartige Anträge bei 235 freien Innungen (2.9 Ikroj.) und bei 489 Zwangsinnungen (15.5 Proz.) gestellt. Ai 74 Innungen wurde der Antrag vor der Abstimmung ij-kber zurückgezogen, bei 382 ab gelehnt.
Beachtenswerte Erfolge haben die H a n d we r!s k a m- itern auf dem Gebiete der Handwerksförde- riing erzielt. 52 Kammern unterstützten 293 Fach- und Fortbildungsschulen mit 28 279 Mk., 68 siammern unter- ullen Meifterlurse, 42 veranstalteten oder uni er stützten i^sstcllungen, 40 bewilligten Stipendien und 21 gewährten 'S ruiniert auf Lehrlingsarbeiten. 62 Kammern legten zusammen 2743 Eingaben und Anträge den Behörden vor »rd erledigten deren 3816 noch auf andere Weise.
Tie Z a h l d e r I n n u n g e n i m D e u t s ch e n R e i ch e belief sich 1904 auf 11311 Innungen mit 488 700 Mitgliedern. Hiernach toMinen bei einer Bevölkerung von 53475 000 auf je 10 000 Einwohner 82.2 Jnnungshand- mter. Rechnet man die zu Gewerbevereinen gehörigen smdwerker mit — deren Zahlenverhältnisse tz'ind in einer blonderen vom Vorstand des Verbandes deutscher Ge- mbetiereine veranstalteten Untersuchung festgestellt und in Jahre 1906 veröffentlicht worden —, so weist Norddeutsch- lonb überhaupt 106 und Süddeutschland 76.4 organisierte himdwerker auf je 10 000 Einwohner auf.
Das Ergebnis der Erhebung gibt denen recht, , die d ie Ansicht vertreten, daß daö deutsche Handwerk in seiner


