Ausgabe 
11.5.1908 Zweites Blatt
 
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«sterichtssaaL.

X Duisburg, 9. Mai. Der frühere langjährige S t a d t- Verordnete und O b e r in c i ft e r der Atetzgermnung Johannes M o r i tz wurde heule vom Landgericht Duisburg wegen Wechsel- fälsch ringen ui Hohe von rund 100 000 Mt. unter Einrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft zu einem Jahr Gefängnis ver­urteilt. Metzgerrneisler Hasenkamp wurde wegen Beihilfe zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Köln, 10. Mat. Das Oberkriegsgericht verurieilte den M u s l e l i e r P a g a wegen Totschlags, verübt andern Bäckermeister zu Wesselmg, wegen Diebstahls und Fahnen­flucht zu zwölf Iah re ii und sechs Monaten Zuchthaus.

Berlin, 9, Mai. Die ehemalige Wirtschafterin des Anrts-

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eine dort ausgelegte goldene Medaille der Kochkunstausstcllung entwendet.

Verhaftet wurde ein junger Bursche, der sich feit einigen Tagen stellenlos in hiesiger Stadt unlhertrieb und seinen Unterhalt dadurch fristete, daß er morgens die an den Häusern aufgehängten Brödchenbeutcl cntivendete. Ein blauer Brödchenbeutel, gez. J. H., fand sich in seinem Besitz.

O Alsfeld, 10. Mai. Unter der Anschuldigung, sich nn mehreren Kindern (Mädchen im Alter von 1012 Jahren) vergangen hu haben, wurde der im Basaltwerk Adöncheberg als Vorarbeiter beschäftigt gewesene Arbeiter Simm er bcr» haftet und in das hiesige 5) ast lokal eingeliefert. Nach an­fänglichem Leugnen soll der Llngesclwldigte gestanden haben. Am Frxitag weilte der Staatsanwalt von Gießen hier und nahm die Untersuchung des Falles, der bereits vor dem nächsten Schwurgericht z-ur Verhandlung kommen wird, vor. Der Ver­haftete ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

? Hungen, 10. Mai. Gestern nachmittag ging über die Stadt ein Gewitter mit starkem Hagel nieder. Die Hagelkörner hatten die Größe von Haselnüßen und fielen sehr dicht. Zum Glück dauerte der Hagelschlag nur zwei bis drei Minuten und wird hoffentlich an den bereits in Blüte stehenden Bäumen und sonst in der Gemarkung keinen größeren Schaden angerichtet haben. Gestern abend er­eignete sich ein Unfall. Ein Flaschenbierfuhrwcrk hielt aus der Wilhelmshöhe vor einem Hause. Während der Knecht des Fuhrwerks in dem Hause seine Geschäfte erledigte, kam ein Automobil vorbei, vor dem das Pferd scheute und mit dem mit Flaschen beladenen Wagen durchging. Eine wilde Jagd entstand nun die abschüssige Straße herab. Vor­an das Automobil, hinterher das Pferd in sausendem Ga­lopp. Das Auto mußte volle Fahrtgeschwindigkeit einsetzen, um einen Zusammenstoß zu verhüten. An einer Straßen­krümmung rannte das Pferd an dem Automobil vorbei, rechts und links flogen die Faschen aus dem Wagen, und erst eine Strecke weiter konnte es aufgehalten werden. Zum Glück sind Menschen dabei nicht verletzt worden.

Bad-Nauheim, 9. Mai. Bis zum 7. Mai sind 2370 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 1982 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 7. Ma> 13629 abgegeben.

* Herbstein, 9. Mai. Gendarmerie-Wachtmeister Koch wurde von hier nach Babenhausen mit Wirkung vom 1. Juli, d. I. versekt. Zu seinem 'Mchsolger wurde Wachtmeister Hof­mann aus Bischofsheim bestellt.

?? Bannerod, 9. Adai. 9lnt 24. und 25. Mai feiert der hiesige Kriegerverein das Fest seiner Fahnenweihe.

--e. Ilsdorf, 10. Mai. Am Samstag abend fand hier eine überaus stark besuchte n a t io n a l l i b e r a le Versamm­lung statt, die von Betriebssichrer Seiler geleitet wurde. Herr O. Riedel hielt einen mir großem Beifall aufgenommenen Vor­trag. Ein Mann aus Groß-Eichen glaubte unter peZönlichen Beschimpfungen oen Bauernstand retten zu müssen, beleidigte da­bei aber die Jlsdorser Bauern aufs gröbste, >oas ihm aus der Versammlung heraus auch gesagt ivurde. Nachdem Lehrer Becker aus Flensungen die Landtagskandidatur Lang empfohlen hatte, wurde nach einem Schlußwort des Referenten die Versammlung von Herrn Seiler geschlossen.

? Mücke, 10. Mai. Soeben nachts 12 Uhr segelte ein Luftballon ungefähr 100 Nieter über das Anwesen des Wirts Karl Reitz, so daß die Surufe der Insassentote heißt der Ort" von den noch auf der Ortsstraße befindlichen Leuten deutlich vernommen wurde. "Nachdem man ihnen Auskunft gegeben hatte, segelte der Ballon nach Osten weiter. SurufeLanden Sie, sonst kommen Sie auf Waldgebiet" blieb phne Erfolg, lieber das Woher und Wohin der Luftschiffer iveiß man nichts.

-s-Laubach, 10. Mai. Auf der Oberscewiese wurde ein größerer Fischteich angelegt und mit einem Waggon = sieben Fässern Karpfen besetzt. Desgleichen wurden für den Rurarts- häuser Teich bei Gonterskirchen ein Waggon Fische bezogen und wurden dieselben eingesetzt.

W. 2) arm ft a b t, 9. Mai. Geh. Ober-Baurat Schm ick, der sich Ende Januar d. Js. im Auftrage des Staats­sekretärs Dernburg in die deutschen Kolonien nach Afrika begeben hat, um zu untersuchen, wo die Kolonien durch Bewässeriingsanlagen erschlossen werden können, ist nach Bereifung von Süd-Wcslasrika, eines Teiles der engli­schen Kapkolonie und Deutsch-Ostafrikas in diesen Tagen in Dar-es-Salaam angekommen und wird von dort am 10. d. Mts. die Rückkehr nach Deutschland antreten.

R.B. Darmstadt, 11. Mai. Seinen 9 0. Geb uris- tag feierte der hier im Pensionsstand lebenbe Pfarrer Emil 'Stieg leb, der bis 1894 Pfarrer in Wingershausen (Kr. Schotten- war. Dem kreisen Geburtstagskind wurden zahlreiche Gratulationen zuteil.

s. Marburg, 10. Mai. Kürzlich entsprang aus der hiesigen L a n d e s h e i l a n st a 11 ein dorr zur Beobachtung seines Geisteszustandes untergebrachier Zuchthäusler. Gestern wurde der Mann, der unterdes m Franksurr mehrere Diebstähle be­gangen, wieder eingeliefert. Ter hiesigen Polizei gelang es, einen von Freiburg aus gesuchten Hochstapler sestzunehmen.

s. Laasphe, 10. Mai. In Eifenfeld wurde ein ver­mögender Mann durch einen anonymen Drohbrief aufgefordert, eine Geldsumme an einem näher bezeichneten Platz bei einem alten Bergwerk niederzulegen. Der Bedrohte ließ dies durch die Polizei besorgen, die dann auch den Briefschreiber, einen Ein­wohner aus Nieder,cheld, beim Abholen des Schatzes festnahm.

fc. Frankfurt, 10. Mai. Die Eröffnung des Tuber- ku l o s e - M u s e n m s fand gestern statt. Geheimrat 2r. Dietz- Darmjtadt hielt dabei eine Ansprache. Er sagte: Unter luO Sterbefällen feien noch immer 30 durch Schwindsucht veranlaßt, ja es gäbe Städte in der Nähe Frankfurts, wo der Prozentfan 50 und sogar 70 betrage; die letztere Zahl beträfe weibliche Per- Ionen vom 15. bis zum 30. Lebensjahre. Heute gebe es in Deutschland 85 öffentliche Heilstätten mit 8000 Betten und 35 private mit 2000 Betten, denen die Kranken zugeführt und ans denen 40 000 Personen jährlich als genesen entlassen werden. Tre Heilbarkeit der Tuberkulose sei eine lange erwiesene Tat­sache. In Hessen seien neuerdings bessere Ersahrungen gemacht worden mit der Unterbringung Unheilbarer in ländlichen Kranken­häusern. Nachdem der Redner darauf hingewiesen, daß das Museum der Volksbelehrung dienen solle, führte er die An­wesenden durch die Ausstellung, die schon das ganze Großherzog­tum Hessen durchwanderte und zum erstenmal in einer preußischen Stadt gezeigt wird.

x Bach ar ach, 9. Mai. Hier brach in der vergangenen Nacht Groß feuer aus, durch welches sechs Wohnhäuser, drei Scheuern und ein Schlachthaus eingeäschert wurden. Der Ober- präsident der Rheinprovinz weilte heute art der Brandstelle.

richters Kern, des Vorsitzenden im ersten Moltke-Harden- Prozeß, Anna H o f f m a n n , Zigarrenhändler Ent st Proetzel und der Agent Franz Zieger, die veebreitct hatten, Kern sei von Hardett bestochen worden, tvurden wegen B e l e i d t g n n g von der Strafkammer zu 100 bezw. 60 bezw. 30 Mk. Geldstrafe verurteilt.

Nürnberg, 9. Mai. Die hiesige Straskarmner verurteilte heute den früheren bayrischett L e u t n a n t Adolf Karl Ehnstos Frh. S ch e ur l v o n Defersdorf wegen Wechselsäkf chttng zil sechs Monaten Gefängnis.

Kiel, 10. Mai. Das Marinekriegsgericht in Kiel verurteilte den Marin eingenieur-Asprranten Speck von der 1. Torpedo-Tivision wegen militärischen Diebstahls in sechs Fällen zu sechs Monaten Gefängnis, zur Degradation und Ver- setzung m die zweite Soldatenklasse.

Vermrjchtes.

* Ein BootSunglück. Ms dem Motorboot des Dres­dener stludervereins ereignete sich am Samstag um 9 Uhr abends oberhalb Blasewitz eine Benzinexplosion. Zwei Insassen sprangen ins Wasser, ein dritter blieb unverletzt im brennenden Boote. Der Motor arbeitete itad) eine Zeitlang, dann trieb das Boot stromab. Es wurde schließlich aufgeljaltcn und an Bord geholt. Da die Gefahr bestand, daß die noch im Boot befindlichen Benzinvorräte explodierten, wurde das Boot schnell unter Wasser gesetzt. Der Chausieur wurde gerettet Der Trainer Henke ist dabei ertrunken. Seine Leiche konnte noch nicht aufgefunden werden.

* Einsturz der Görlitzer Musikfesthalle. Bei der im Bau befindlichen Mufikfesthalle in Görlitz ist Samstag nach­mittag zwischen drei und vier Uhr das ganze Dach eingestürzt und hat unter feinen Trümmern 25 Stukkateure begraben. Bis 43/4 Uhr waren zwei Tote und fünf Schwewerwundete geborgen. Der verantwortliche Leiter des Baues, Architekt Neumann, ist verhaftet worden, ebenso Baumeister © er in g aus Charlotten- burg, der anläßlich des Einsturzes der Görlitzer Musikfesthalle in Görlitz eingetroffen war, wurde nach einer gerichtlichen Ver­nehmung am Nachmittag verhaftet. Bei der Vernehmung wurde festgestellt, daß er als Aussicht führender Baumeister bereits vor drei Wochen auf leichte Verbiegungen der Dachträger auf­merksam wurde. Die Aufräumungsarbeiten durch die Feuerwehr werden ununterbrochen fortgesetzt, um noch Verschüttete aufzu- finden. Ein noch größeres Unglück ist dadurch verhütet worden, daß kurz vor dem Einsturz mehrere Dresdener Stukkateure mit der Arbeit aufgehört hatten und abreiften. Die Aufräumungs­arbeiten werden von der Feuerwehr unaufhörlich fortgesetzt, um die beiden verschütteten Stukkateure (Sngntqnn und Fleischer, beide aus Dresden, aufiusinden. Bis jetzt waren alle Bemühungen vergeblich. Die sechs Schwerverletzten sind im Krankenhause, die Leichtverletzten in ihren Wohnungen untergebracht. Die bei der Katastrophe ums Leben Gekommenen waren sämtlich Famllien- bäter.

* Verarmt England? In einem ausführlichen Aus­satz, der in einem großen englischen Blatte veröfsentlicht wird, untersucht I. Ellis Barker das britische Biidget und knüpft daran Vergleiche zwischen dem Anwachsen der Ausgaben und des allgemeinen Wohlstandes in England und in Deutschland. Seine Betrachtungen gipfeln in recht düsteren Resultaten:Tie finanzielle Lage des Landes ist ungünstig und beunruhigend und von Jahr zu Jahr wird sie ungünstiger und schwieriger. Die Staatsausgaben, die noch im Jahre 1870 61 674 776 Pfund betrugen, waren schon 1895 auf 88 799 144 angewachsen und schnellten in den letzten zwölf Jahren auf nicht weniger als 131546 250 Pfund im Jahre 1907 empor. Während noch 1870 für Heer und Marine 22 748 455 Pfund ausgesetzt wurden, ist der Landesverteidigungsetat auf 57 154 576 Pfund im letzten Jahre angewachsen, der des Zivfldienstes von 5 944 917 auf 9 399 379 und der des Unterrichts von 1205 908 auf 15 427 446. Dabei ist zu beachten, daß gerade das Krregs- bubget unabänderlich wird gesteigert werden müssen, und ein Amvachsen um etwa 10 Millionen Pfund ist nur die Frage kurzer Zeit. Allein mit diesen steigenden Staatsansprüchen scheint der öffentliche Wohlstand nicht mehr Schritt ballen zu können und der Vergleich mit Deutschland verstärkt die pessimistische Stimmung des englischen Betrachters.Das Anwachsen des allgemeinen Wohlstandes läßt sich an zwei Faktoren nachprüfen: für die höheren Gesellschaftsklassen an den Erträgnissen der Einkommensteuer, für die Massen an dem Finanzstand der Spar- banfen. Das versteuerte Einkommen ist in Preußen von den 5 961397 620 Mk. des Jahres 1892 auf nicht weniger als 10 020 820 460 Mk. gestiegen; in Großbritannien dagegen im gleichen Zeitraum von 10 743 024 000 Mk. aus nur 12 386 561 940 Mark. Während Deutschland ein Anwachsen von rund 40 Proz. verzeichnet, hat England dem kaum 15 Proz. gegenüberzustellen. Noch schlimmer gestaltet sich der Vergleich der Sparbankdepots, die in England eine bebenflidje Stagnation zeigen. In den Jahren 19011907 sind in Deutschland die Sparbantdepots um 3440 Millionen angewachsen, in Großbritannien dagegen nur um 340 Millionen, im letzten Jahve gar nur um 12 Millionen Mark. Mit Bitternis vergleicht Barker diese Zahlen mit den Aufstellungen englischer Politiker, die triumphierend auf die steigende Tendenz der britischen Handelumsatzziffern hür- weisen und leichtfertig England als das reichste Land der Welt hinstellen.Nicht der Umsatz, sondern der Gewinn am Um­satz gibt das Steigen oder Fallen des Wohlstandes. Die Vereinig­ten Staaten und Deutschland sind heute unzweifelhaft reicher als ton:. In Anbetracht der Tatsache, daß das 9iationalfapital und das Einkommen stagnieren, wenn nicht zurückgehen was wahrscheinlick) ist, kann es nicht zweifelhaft fein, daß unter unserem System höherer Besteuerung die Staatseinnahmen nicht mehr aus den Gewinnsten, sondern aus dem Kapital des Volkes gezogen werden, und das bedeutet die Verstopfung der natio- xitalen Wohlsahrtsquellen . . ."

Kleine Tageschronik.

Stiftungen. Tie verstorbene Frau Kommerzienrat G r ü n e° berg in Köln vermachte, derKöln. Ztg." gufolge, zu Wohltätig- keitszwecken 148 000 Mk., darunter für die Schule und die Kirche der evangelischen Gememde zu Meran und für die Waldemar- Mission je 5000 Mk. und für den Erziehuttgssonds der Heilsarmee 10 000 Mk.

Anschlag auf einen Eisenbahnzug. Unweit der Station Scharnhorst bei Dortmund wurde em nichtsnutziger An­schlag auf einen Schnellzug verübt, indem an zehn Schienenlängen 45 Schrauben gelöst wurden. Glücklicherweise konnte der Anschlag verhütet werden. Die Eisenbahndirektion setzte eine namhafte Be­lohnung auf die Ergreifung der Täter aus.

E i n e P a r i s e r K i n d e r m ö r d e r i n. Frau Jeanne Weber, die wiederholt wegen Erdrosseltmg von Knaben und Mädchen vor Gericht stand, aber wegen Mangels an Beweisen stets davonkam, ist soeben aut frischer Tat ertappt worden. Der neueste Fall über­trifft an grauenvollen Einzelheiten alle früheren. Tas entmenschte Weib, das sich unter fremdem Namen bei einem Herrn Poirot in Eomercy emgeschlichen hatte, erdrosselte nachts dessen siebenjährigen Sohn und biß ihm die halbe Zunge weg.

Abgestiirzt. Ein Student aus Württemberg ist vom Ans- sichtsturm des Roßkopfs abgestürzt unb seinen Verletzungen erlegen.

9t a ch d r e l m 0 n a 11 g e u Recherchen ist es Samstag Vormittag/.lO Uhr der Münchener Krnmnal-Polizei gelungen, den früheren Postbeamten und späteren Taglöhner Bernhard Imhof zu verhaften, der au der Kommerzienrat Familie Juloviei die be= tonnten Erpressungen beging. Em Kriminal-Schutzmann namens Hcin erkannte den Erpresser im Hirjchgarten zu Nymhhenburg und nahm ihn fest. Beim Verhör m der Polizei-Direktion legte der Verbrecher, der übrigens auf seine Tat stolz ist, ein volles Geständnis ab. Er hat sich unausgesetzt in München auigeljalteu.

H e n r y F a r tu a n wiederholte Freitag abend in Paris die Versuche mit semem F1 i, g a p p a r a i. Tie Hebungen dauerten euua eine oiunöe und hatten cm befriedigendes Ergebnis.

Tie P a r 1 \ e r A labemic nahm ui ihrer gestrigen Sitzung eine Schenkung des Herrn D a v a i s n e in Höhe v 0 n 1 Milli 0 n F Laufs an, von deren Zinsen jährlich zwei Preise für Poefic und Prosa gestiftet lucröen joilen.

Der Direktor d e s 9c a i m n n d - T h e al e r in Wien, R 0 s e n h a i n, ist an den Folgen einer Operation verstorben.

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C. Ri

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lieber den Brand der Stadt Atlanta in Georgia wird noch aus. New-Pork gefabelt, daß anscheinend Brandstiftung vorliegt. ES steht fest, daß die Flammcn von drei verschiedenen Stellen sich fast gleichzeitig verbreiteten. Dian vermutet ein an­archistisches Komplott, denn gerade in letzter Zeit war die Crts- grilppe der Anarchisten sehr tätig, und schon feit einigen Wochen munkelte man, daß diese Anarchisten etwas Besonderes Vorhallen

Friedenskongreß. DerBerk. Lokalcmz." mclbet ans Jena: Ter Deutsche Friedenskongreß ist nach Vorträgen von Stadtpsarrer Umfrid-Stilttgart, von Prof. Quittel-München und von Prof. Rade-Marburg geschlossen worden. Ter nächste Kongreß wird in Wiesbaden abgehalten werden.

Siiituod), den

Mchmillc ztilen im S Msterl: »l aller jiidjinc, 1 '] 'jmntlSaiii Jujboöenlmf, ! lüfecVerfine' Wvlisch.lE Hletzrveiieil. dauicniiieie jigareiienetui m Umbau 1 ifllonidirauf 4rcibtiid) u. 1 Kugler, Ä

Eingesandt.

Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Attikel übern: m die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Sollte es nicht möglich sein, bei Versammlungen reli­giösen Charakters wie der gestrigen Wichemfeier in Steins Garten die Unsitte des allgemeinen Biertrinkens und des Rauchens abzustellen? Das ständige Hin- und ^erlaufen der Kellner mit den Biergläsern zwischen den Reihen der Dasitzendcn, selbst während der Gesänge unb Reden, mußte doch als eine störende Belästigung der Berscunmlnng, das Biertrinken selbst und das Rauchen als eine Herabwürdigung der ernsten Feier empfunden werden. Fast konnte es scheinen, als sei das eifrig betriebene, allgemeine Biertrinken und das Rauchen die Haupt­sache, die durch die Gesänge und Reden nur noch gewürzt werben sollte. Auch bei den Versammlungen des Zweigvereins des Evan­gelischen Bundes in demselben Saale, wenigstens bei der letzten am Sonntag, den 9. Februar d. I., kam dieselbe Ungehörigkeit des allgemeinen Biertrinkens und des Rauchens vor. Die Herren von der Lettung der Versammlungen haben es doch in der Hand, durch einen kurzen Zusatz der Einladung, wie etwa:Biertriuken und Rauchen verbeten", die gerügte Unsitte abzustellen. Findet man aber das Biertrinken und Raitchen bei den religiösen Ver­sammlungen durchaus angemessen, so sei man doch konsequent und füllte es auch gleich in den Kirchen ein. Dann können die Gegner der letzteren doch wenigstens u. a. mit Recht darauf hm- weisen: Seht, im Theater ist doch ein würdigeres äußeres Ge­präge in der Haltung der Versammeltett, denn dort wären Bier­trinken und Rauchen während der Vorstellungen unerhört.

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Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 11. Mai. (Tetegr. Orig.-Bericht des Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkt- preise. Zum Verkaufe standen: 489 Ochsen, 63 aus Oesterreich 67 Bullen, 0 aus Oesterreich, 769 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 346 Kälber, 313 Schafe und Hämmel, 1540 Schweine, 0 Siegen* 3 Ziegenlämmer, , 0 Schaflämmer. Bezahlt wurden für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 7478 Mk 2. Qualität 6668 Mk., 3. Qualität 5558 Mk.; Bullen ' 1. Qual. 6467, 2. Qual. 5860; Kühe 1. Qualität 6769 M 2. Qual. 6062 Mk., 3. Qual. 3840 Mk., 4. Qual. 0000 Mk' 5. Qual. 0000 Mk. Bezahlt wurden für das Pfund Schlacht gewicht: Kälber I. Qualität 98 bis 100 Pfg., Lebendgewicht 5860 Psg., 2. Qualität 8288 Pfg., Lebendgewicht 46-53 Pfg. Schlachtgew. 6873 Pfg.: Schafe:' 1. Qual. Schlachtgew. 82 bis 00 Pfg., 2. Qual. 7476 Pfg. Schweine: 1. Qual. 6364 Pf Lebendgewicht 49,550 Pf., 2. Qual. 6162 Pf., Lebendgewicht 48,5-00 Pfg., 3. Qual. 5458 Pfg., Lebendgewicht 00UO Pfg. Geschäft bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstcmd gering, bei Klein­vieh gut, kein Ueberstcmd.

Spielplan der vereinigten ßrankfurter Siadttheater.

Gpernhaus.

Montag den 11. Mai, abends halb 8 Uhr:Die lustige Witwe." Dienstag den 12. Mai, abends 7 Uhr:Margarethe."

Schauspielhaus.

Montag den 11. Mat, abends 7 Uhr:Wallensteins Tod.' Dienstag den 12. Mai, abends 7 Uhr:Vater und Sohn."

Gießener Wetterdienst.

Boraussichtliche Witterung für Hesscu am DienStag den 12. Mai: Teilweise heiter, warm. Nachmittags Gewitter. Süd­liche Winde.

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Darmstadt, 11. Mai. Der Staatssekretär deS Neichs- schatzamts v. Sydoiv ist gestern abend von Karlsruhe hier eingetroffen. Heute vormitag fand int Finanzministerium eine Bespechung über btc Reichsfinanzreform statt, an der der Schatzsekretär teilnahm.

Ottweiler, 11. Mai. Bei der Station Dirmingen stieß heute vormittag ein von Wemmetsweiler kommender Per­son e n i u g mit einem Rangierzug zusammen. Ein Reisender ist tot und 23 sinh rn e i st l e i ch t v er le tzt.

Breslau, 11. Mai. In Lublinitz in Oberschlesien ist ein M ädchen, das mit 8 Gefährtinnen die russische Grenze überschreiten wollte, um in Deutschland Arbeit zu suchen, von einem russischen Grenzsoldaten erschossen worden. Die übrigen Mädchen ergriffen die Flucht.

Wien, 11. Mai. Der König von Dänemarck, ist gestern abend im strengsten Inkognito in Wien eingetroffen, wo er einige Tage bleiben wird. Morgen findet ihm zu Ehren Hostafeel im Schönbrunner Schlosse statt.

Budapest, 11. Mai. In Felsoscuß griff eine pon- slawistische Volksmenge dasPfarrhans an und ver­letzte den Pfarrer lebensgefährlich, weil er einen panslawistisch gesinnten Kaplan abgefetzt hatte. Der Staatsanwalt, der nut Gendarmerie erschienen war, Unt den Tatbestand auf zu nehmen, wurde von der Bevölkerung vertrieben. Militär wurde zur Wieder­herstellung der Ordnung requiriert.

Rom, 11. Mai. Der Vita zufolge wird der Besuch de» Zaren beim italienischen König demnächst tatsächlich stattfinden. Das genannte Blatt drückt in einem längeren Artikel den Wunsch aus, daß fcinbi'elige Kundgebungen gegen den Zaren unterbleiben möchten.

Catania, 10. Mai. Gestern wurde in einem zur Ge­meinde Aeireale gehörigen Marktflecken eine starke Erder­schütterung verspürt, durch die große Erdrisse verursacht W» den. Zahlreiche Häuser und einige Mauern find eingestürzt. -3er* lebt wurde niemand.

Detroit, 11. Mai. Im Belle Isla-Park wurde gestern m Anwesenheit zahlreicher deutsch - amerikanischer Vereine ein S ch i 11 e r - D e n k m a l enthüllt, wobei der deutfche General­konsul von Chicago und Professor Göbel von der Haward-Um* versität Ansprachen hielten. .

Verantw. für Feuilleton u. Vermischtes: I. V.: C. Anderson.

ie staunen äÄ,t über den dauernd zarten und schönen jugendftifcheu Te> vieler Damen und fragen sich selbst nach der Nichts einfacher als das! Diese Damen pflegen Haut u. gebr. zur Toilette die als ftitirrhfllilllfUf- fein. hygien. Toiletteseife bewahrte

Vereinigungen, liefert ju mäßigen

vrühl'sche Universltäts-Vruckerei, Zchulstratze t