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13/07/1908 Erstes Blatt
 
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Herdvuchgeseüschast für Vogelsberger Uind.

Wetzlar, 11. Juli.

Züchter würden bei dieser Handhabung

lragen zu haben.

Nister des Aeußern Paprikow friedfertige

legion. . , .... .

Einer Pariser Blättermcldnng zufolge wird dre franz. Regierung infolge der Ereignisse in Tonkrng mr -aufe des Juli 3000 Mann Reserven, und bis zum Ende des Jahres 5000 Mann Verstärkung nach Jndochina senden. In -Ruithan sind von Piraten ein Polizeiinspektor und ein Beamter ermordet worden. Auf die Angabe von eingeborenen Soldaten wurden zwei Anamiten, ern Pro­fess o r und ein Dolmetscher, verhaftet wegen Aufrei­zung zur Revolte und wegen Ermordung von Europäern.

Deutsches Reich.

Der bayr. Ministerpräsident v. Podetvils erklärte in der bayr. Kämmer, daß die über die D ö b e r i tz e r Kaiserrede verbreiteten Meldungen fast von Al bis. > erfunden seien.

Der erbliche Adel verliehen wurde dem Geh. Kommerzienrat Heinrich Stein, sowie dem Besitzer des Fideikommisses der Familie Rautenstrauch, Eugen Adol Wilhelm Rautenstrauch und dem Bankier Wilhelm Theodor Damian Deichmann, sämtlich in Köln.

TerReichsanz." veröffentlicht das Gesetz, wodurch § 35 Absatz 2 der Gewerbeordnung auf den Handel mit lebenden Vögeln ausgedehnt wird; ferner,eine Be­kanntmachung betreffend gesundheitsschädlicheund täuschende Zusätze zu Fleisch und dessen Zuberei­tungen, und eine Bekanntmachung betreffend das. Gesetz über Schlachtvieh und Fl ei s chb es chau.

Ausland.

Die französischen Marokko-Generale haben Äusze i chnun ge n'erhalten. Lyautey erhielt das Grosz- ofsizierlreuz und d'Amade das Kommandeurkrcuz der Ehren­

der Sache fein Risiko haben, außerdem aber würde damit bei großen Ausstellungen die Konkurrenz der einzelnen Herdbuchgesellschaften untereinander aushören und damit auch die Eifersüchteleien, wenn der Verband als solcher die Preise bei Ausstellungen erhielte.. Der Vorsitzende erklärte, daß in der Herbuchgesellschalt Biedenkopf bereits so verfahren werde und daß die Züchter dort damit sehr zufrieden seien. Er finde den Vorschlag sehr annehmbar. Bei bin preußischen Kreisen würde die Durchführung dieses Modus wohl keinen Schwierigleiten begegnen, die Frage sei aber, wie sich Ober­hessen dazu stelle, das heute bedauerlicher Weise nicht vertreten fei.

Sparkasse-Direktor Schlabach ist der Ansicht, es müsse alles daran gesetzt werden, um den Gedanken zu verwirklichen. Wenn ein großer Bezirk mit seinen Prachttieren eine Ausstellung beschickt, ist der Eindruck besser, als wenn dies aus einem kleineren Kreise geschieht. Landrat Dr. Sartorius-Wetzlar bittet, daß sich die Züchter aus dem Kreise Wetzlar und Marburg zu dem Vorschläge äußern. Sie sind einmütig der Ansicht, daß der Vorschlag anzu­nehmen sei. Einige Redner bemerkten, daß man die Aussteller aus dem Biedenkopfer Kreise ordentlich bewirtet hätte, daß für diese durch ihren Vorstand bestens gesorgt gewesen sei, während die anderen für teueres Geld alles hätten taufen müssen.; v. Heimburg bemerkt, daß die Generalversammlung ja heute nicht in der Frage beschließen könne, da Oberhessen fehle, daß aber, wenn dies nicht mitgehe, die preußischen Herbuchgesell- schäften für sich allein den Vorschlag durchführen würden. Jeden­falls werde er dem Verbandsvorstand die Angelegenheit unter­breiten. Die Frage, ob dann noch die Möglichkeit bestehe, daß neben dem Verband auch die einzelnen Herdbuchgesellfchaften als solche und die Einzelzstchter ausstellen können, beantwortet der Vorsitzende zustimmend. Natürlich müsse dabei im Auge behalten werden, daß der Hauptzweck, die Ausstellung des Verbandes, nicht gestört werde. Tierzucht-Inspektor M u n k - Biedenkopf berichtet nun über die Wahrnehmungen bei der Tierschau der Herdbuch- gefellschast des Kneifes Wetzlar. Ec bemerkt vorweg, daß er den früheren Stand der Zucht nicht kenne, doch sei er überrascht gewesen.über die große Zahl idealer Tiere, die er gefunden habe. Er bedauere, daß viele von den Tieren,.die er gesehen, nicht in Stuttgart auf der Ausstellung gewesen seien. Die vorgeführten jungen Tiere lieferten im Vergleich mit den älteren Jahrgängen den Beweis, daß man im Kreise Wetzlar in der Zucht vorange- Eommen sei. Tie Bullen seien ganz vorzüglich. Die Köpfe der Tiere seien noch nicht so herausgezüastel, wie dies verlangt würde, es mangele dabei an Einheitlichkeit. Der typische Vogelsberger Kopf sei noch nicht erreicht. Auch die Hornstetlung lasse zu wünschen übrig. An den Bericht knüpft sich eine Aussprache, an der sich Direktor Curti von der landwirtschaftlichen Winter­schule Wetzlar, Tierzucht-Inspektor Luther u. a. beteiligen. Ter Vorsitzende berichtet dann über das i>m vorliegende Material der einzelnen Herbbuchgesellschaften. Danach ist für Biedenkopf eine neue Körordnung erlassen, dnaach dürfen von 1909 an nur noch Bullen angekörr lverden, die eine schriftliche Abstammung! aufweisen können. Ferner dürfen Vogelsberger Kühe nur noch von Bullen gleicher Weise gedeckt werden. Im Herdbuch waren eingetragen bis 1. Juni 1465 Kühe, von denen 1000 Stück noch am Leben waren, ferner 740 Lullen, von denen noch 200 Stück vor­handen sind. Eine vorgenommene Milchkontrolle ergab für das Jahr bei 10 Tieren über 4000 Kilogramm Milch, bei 5 über 35ÜQ Kilogramm, bei 5 über 3000 Kilogramm, bei 15 über 2500 Kilogr.,

Die Generalversammlung des Verbandes der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind sand dieses mal ans Anlaß der Kreistierschau, (dem so­genannten Ochsenfest) in Wetzlar statt. Landrat v. Heimburg, der Vorsitzende, berichtete über den Stand der Zucht des roten Ge­birgsviehes im Verbandsgebiei. Er konstatierte, daß _bic Zucht in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht habe, ^ie Land­wirte haben in gewissen Gegenden erkannt, daß nach Lage der wirifchastlichen Verhältnisse das einfarbig roie Vieh dort die größte Nutzleistung bietet. Die Hcrdbuchgesellschaslen int einzelnen und der Verbaiid, der diese Gesellschaii.it zusammen umsaßt, haben erreicht, was zu erreichen wart nümlich im ganzen Gebiet des Vogelsberger Rindes ein einl,eiilick)es Zuchlziel durchzusühren. Bedauerlich bleibt, daß der Verband es bisher nicht möglich ge­macht Hal, aus beit Ausstellungen der Deutschen Landwirlschafis-, Gesellschaft als solcher zu zeigen, was int Zuchtgebiet wirklich geleistet wird und wie unser heimischer Biehjchlag imstande i|t, jede Konkurrenz aus dem Felde zu schlagen. In ^nutgart war nur der Kreis Biedenkops vertreten. Man mnßte dort,gegen die Oden­wälder Rasse konkurrieren. Es seien dies zwar sehr sclstine Tiere gewesen, aber von einer Durchzüchlung der Rasse wie bcj, den Vogelsbergern könne leine Rede sein. Man habe ja in Stutt­gart "gesiegt, aber es seien ein 2. Bullenpreis verloren gegangen und ebenso ein Preis stir Sammlung eines Einzelzüchiers, die beide die Odenwälder nicht bekommen hätten, wenn man aus dem ganzen Berbandsgebiet das vorhandene beste Material auf die Ausstellung gebracht hätte. Richtig fei ja, daß unser rotes Vieh in Düsseldorf als Sieger hervorgegangen wäre, aber als Vcr- bandsvoriitzender müsse er sagen, auch dieser Sieg sei noch nicht schlank genug gewesen. Man niü;ie Mittet und Wege jinben, den Außenstehenden zu zeigen, welche Fülle von bestem Rassevieh vorhanden ist und es werde dann der Erfolg nicht auSdleiben. Das Zuchtgebiet werde sich ausdehnen und der Preis des Materials werde steigen. Zu den in den nächsten Jahren bevorstehenden Ausstellungen der Deutschen Land.virtsck-asls-Gesellschaft erklärte v. Heimburg es als eine Ehrensache, 1909 das Vogelsberger Rind in Leipzig zur Ausstellung zu bringen. Tort müsse ptan gegen­über den Vojgtlänbern, den Harzern und den Bayern zeigen, was man leiste. Man müsse nicht erlahmen im Ausstellen, 1910 soll man itaci) Hamburg und 1911 nach Frankfurt a. M. gehen. Gerade diese großen Ausstellungen seien dir Platz, wo un,er Viehschlag, wie er heute ist, sich sehen lassen kann, wenn ans dem ganzen Berbandsgebiet die istönhin Tiere ausgenählt u;ib hingesenoer werden. Zu dem Zwecke sei es.ig, vom V.'len daS Beste aus- zumusteru. Oberhessen habe zwar immer erklärt, cs könne nur Material aus seinen Zuchthöfen ausstellen, aber wo ein Wille ist, da sei auch ein Weg. Ter Minister Braun habe die Idee, in dieser Weise auszusieum gebilligt und die Hilfe der Regierung dazu in Aussicht gestellt.

Im Jahre 1910 wurde auch voraussichtlich in Gießen vom Provinzialverein wieder eine landwirtschaftliche Ausstellung ver­anstaltet werden und es fei ohne Frage, daß der Verband diese Gelegenheit benutzen wird, dort gleichzeitig eine Verbands-Aus- stellung abzuhalien. Der Tierzucht-Inspektor des Kreises Wetz­lar, M unk, ist der Ansicht, daß man die Züchter zur stärkeren Befchlcküng der Ausstellungen heranziehen könne, wenn damit keine allhugroßcn Opfer verbunden wären. Man soll., alle Preise in die Verbandskasse fließen lassen und nickst zur Hälfte an die Aussteller geben, dafür aoer müßte dann der Verband auch alle Kosten der Ausstellung tragen, der einzelne Landwirt sollte cs sici- an der Ehre genug sein innen, zum Gelingen des Ganzen beige-

Kaifer Wilhelms Reisebegegnungen.

Das PariserJournal" verzeichnet das Gerücht, daß eine Begegnung zwischen dem deutschen Kaiser und dem Präsi­denten Fallier es bei der Reise des letzteren nach Skan­dinavien stattsinden werde. Tas Blatt weist darauf hin, daß zu derselben Zeit der deutsche Kaiser eine Kreuzfahrt in den nordischen Gewässern unternimmt.

DiesesGerücht" ist natürlich nichts weiter als eine bloße törichte Kombination der Redaktion dieses Blattes.

Zu den Meldungen eines Berliner Blattes über eine Begegnung der Schilfe des Kaisers mit der englischen Manöverflotte berichtet man: Tatsache ist, daß für die Kaiserreise der Kurs TravemündeEyristiansund von Hause aus festgesetzt war, und daß dieHohenzollern" auf diesem Kur,e bei Kap Stagen der engli,chen Flotte völlig unvermutet begegnet ist. Ta das Herannahcn der Kaiserflottille von ben englischen Schiffen rechtzeitig wahr- genommen worden war, ließ deren Kommandant, Lord Be­resford, den üblichen Salut mit Paradestellung der Mann­schaften feuern, und bezeugte damit der kaiserlichen Stan­darte die hergebrachten Honiieurs.

Tie PetersburgerNuwoje Mreicha" versichert, daß Ge­neral v. Jakoby dem Zaren vor wenigen Tagen einen Brief Kaiser Wilhelms überbracht habe. Wie ver­lautet, solle dem Brief ein sehr wichtiger politischer Cha- raktef inncwohnen, jedoch sei liicht bekannt, ob die Frage einer Zusammenkunft in den baltischen Gewässern darin berührt worden sei.

Rüd esheim, 11. Juli. Heute mittag trafen die a m er i- kanifchen Turner auf einem Boot.hier ein. Sie begaben sich zum Nationaldenkmal auf den Niederwald. Hier wurden sie von deni Wiesbadener Mäniiertürnverein begrüßt. Die ameri­kanischen Turner und Wiesbadener Turncrgesellschasten legten Kräiize nieder. In Rüdesheim sand dann ein Kommers statt. Um 5 Uhr erfolgte die Weiterfahrt nach Wiesbaden.

Wiesbaden, 12. Juli. Die amerikanischen Turner trafen gestern um 6,30 Uhr hier ein. Am Bahnhof sand Empfang durch die Wiesbadener Tumerschaft statt, die ihre Gaste nach dem Rat­haus begleitete. Tort hieß sie Oberbürgermeister Dr. v. Jbell willkommen. Hierauf dankte der Sprecher der amerikanischen Tur-

XI. deutsches Turnfest.

Frankfurt a. M 12. Juli.

Die Feierlichkeiten des 11. Deutschen Turnfestes be­gannen gestern abend mit der Uebcrgabc der neuerbauten Städtischen Festhalle an die Festleitung. Die gewaltige Kuppelhalle war mit Blattpflanzen und Fahnen in allen deutschen Landesfarbcri ge­schmückt. An langen Tafeln hatten die Ehrengäste, die Mitglieder der Ausschüsse sowie zahlreiche sonstige Festteilnehmer Platz ge- nommen. Nach dem Vorträge derWethe des Gesanges" von Mozart durch die Turncrsänger bestieg Oberbürgermeister Dr. Adickes die Rednertribüne. Er gedachte derer, die Mittel zum Bau der herrlichen .Halle zur Bersüguiig gestellt haben und dem genialen Schöpfer des Entwurfes, Prose,sor v. Thiersch-München, des weiteren dem Architekten und Jngenieureii, die in der Zeit von 13 Aionaten den Bau gleichsam aus dem Boden hervorge­zaubert haben und sprach endlich seine besondere Freude aus, daß damit eine Festhalle geschaffen worden sei, wie sie den Turnern in Deutschland wohl noch niemals zur Verfügung ge­standen haben dürfte. Mit den besten Wünschen für das Ge­lingen des kommenden Festes übergab der Oberbürgermeister die Halle dem geschäfissührenden Ausschuß. Dessen Vorsitzender, Justiz- rat Dr. Friedleben, drückte seine Freude darüber aus, daß es ein echtes, deutsciscs Volksfest ist, bei welchem die neue Halle zum ersten Male ihren Zweck erfüllen könne. Die Teilnehmer des jetzigen Festes, welche vor 28 Jahren dem 5. Deutschen Turn­fest beigewohiit haben um> nunmehr wieder nach Jranksurl kommen, sie werden die alte Kaijerstadt bedeutend vergrößert, vieles Alte geschwunden, vieles Neue geschaffen sehen, aber Eines werden sie unverändert jinben, das ist die berühmte Gastfreundschaft der Lladt Frankfurt und ihrer Bürgerschaft, die sich auch, wie er hoffe, bei dem bevorstehenden Feste in glänzender Weise wiederum be­währen werde, zum Ruhme der allen Kviserstadt. Mit dem ge­meinsamen Gesang des Arabischen Liedesemb wir vereint zur guten Stunde" endete die Feier, während welcher die Kapelle des 81. Infanterie-Regiments konzertierte, und an die sich ein Festmahl schloß. Auf dem Festplatz fand gleichfalls Konzert statt; es entwickelte sich dorcselbft ein buntes Leben.

Heute nachmittag um 3 Uhr nahmen die 16 Vereine, die den Frankfurter Turngau bilden, mit ihren Bannern am Zoologischen Garten Ausstellung und bewegten sich in geschlossenem Zuge durch die Altstadt nach dem Festplatze. Tie durchgängig gleichmäßige dunkle Ülcibung der Turner gab dem Zuge ein ge­schlossenes und würdiges Aussehen. So zogen die Frankfurter Turner denn feierlich auf dem J-estplatz ein und gaben damit den rechten Auftakt zu den turnerischen Vorführungen, die heute nachmittag um 5 Uhr auf dem Festplatz begannen. Tie U e b u n g en im Freien, die mit den allgemeinen Freiübungen begannen, denen ein Stabturnen der Turnerinnen folgte, wurden durch ein Gewitter mit starkem Regen unterbrochen, wurden aber dann wieder fortgesetzt.

Eine gewaltige Anziehung übten heute abend die turnerischen Vorführungen aus, die auf der Bühne in der Festhalle von 8 V2 Uhr abends an stattfanden. Die riesige Festhalle erwies sich als zu klein, um die andrangende Zu­schauermenge zu fassen. Zeitweise mußten die Hebungen un­terbrochen werden, um dem Anstürme der Schaulustigen zu wehren. Zunächst fand unter Musikbegleitung Keulenschwingen der Turnerinnen statt. Sodann wurden von Turnern prächtige Pyramiden gestellt. Es folgte ein Turnen der Riege Frankfurt am Barren, Reck und Pferd. Sämtliche Hebungen, die sich durch Sicherheit, Gewandtheit mid Eleganz auszeichneten, sanden stür­mischen Beifall. Abends nach 10 Hhr entlud sich ein mehrere Stunden anhaltendes Gewitter von großer Heftigkeit mit wolken- brudjartigem Regen, wodurch bet Heimweg der unendlichen Volks- massen, die den Festplatz und die Festhalle füllten, sehr erschwerte. Tie Straßenbahnen wurden förmlich gestürmt.

Sur EuIenburg-Affare.

Zu einer Erklärung des Fürsten Eulenburg, er fei gleichsam ein Opfer des Klerikalismus und des bayrischen Partikularismus, weil er das protestantische Kaisertum in München konsequent vertreten habe, fragt dieAugsb. Postztg":Wie mag der Kaiser wohlin- sormiert" worden sei, wenn ein Mann mit solch staats­rechtlich unhaltbaren .Ansichten und katholikenseindlichen Ideen Jahre lang der intimste.Vertraute und.Berater des Kaisers sein konnte!

Maximilian Harden teilt demBerl. Tagebl." mit, daß er ine Artikel derDresd. N. Nachr." in der .Affäre Eulenburg-Pierson erst gesehen habe, als sie ihm durch Eilbrief zugeschickt wurden. Weiter heißt es in bp* Er­klärung :Sie sind von Anfang bis zu Ende E dem Ehcfreoakteur des Dresdener Blattes, Wolfs, verfaßt, dem Graf Bolko Hochberg einen Besuch gemacht und alles Material übergeben hatte. Ebenso hat die Witwe des Geheimrats Pierson, die in Dresden wohnt, Herrn Wolff zu dem Konflikt ihres Gatten mit dem Fürsten Eulenburg Mitteilungen gemacht."

Wolff dagegen erklärt, daß das Material zu dem frühesten Artikel nicht vom Grafen Hochberg stamme. Dieser habe erst, nachdem neue Verdächtigungen gegen seinen verstorbenen Mitarbeiter und ihn selbst erhoben worden waren, die Anweisung gegeben, die Beweisstücke für die Verleumdung zu veröffentlichen. Graf Hochberg habe erst nach neuen Verleumdungsversuchen die Bekannt­gabe des Materials genehmigt; vorher habe er der Sache ierngeftanben.

Ter Schlossermeister Rieder, der sich seinerzeit in München durch eine Postkarte als Berichterstatter Eingang bei dem Harden-Städele-Prozeß verschafft hatte und jetzt int Eulenburg-Prozeß in Berlin als Zeuge vernommen wurde, soll wegen jener Irreführung der Behörden straf­rechtlich verfolgt werden. Ein Münchener Weinwirt wurde in einem ähnlichen Falle ebenfalls angeklagt und verurteilt.

bezeichnete die Beziehungen zur Türkei besser als unter einem Vorgänger, er will sie aber noch inniger gestaltet! missen. Bulgarien halte an der Integrität der Türkei fest. Die Beziehungen zu Serbien bezeichnete Paprikow als offiziell gute, jene zu Rumänien als herzliche. Minister- Fräsident Malinow erklärte, auf das mazedonische Rcfvrm- ?rogramm anspielend, Bulgarien sei zu allen Zugeständ­nissen bereit, doch ließ er durchblicken, daß das Fürstentum auf eine Teilung Mazedoniens nicht eingeben würde.

In Persiens Hauptstadt Teheran kamen am Samstag die Mitglieder der englischen Gesandtschaft von ihrem Landsitz in die Stadt und erwarteten in großer Uniform den Minister des Aeußern, Ala es Saltaneh, welcher ebenfalls in großer Uniform mit Gefolge in der englischen Gesandtschaft erschien, um im Namen des Schahs um E n t- schuld.ignng für die Bewachung und Umzingelung der Gesandtschaft zu bitten. Ter Schah erließ gestern eine Verfügung, in welcher eine gerechte Verwaltung und Die Einsetzung von Gerichtshöfen zugesagt wird. Lier Hauptführer der Schahpartei, die auf Verlangen des Parla­ments in Ketten in die Verbannung geschickt worben waren, trafen in Teheran ein unb würben vom Schah unb ber Volksmenge jubelnb begrüßt. Revolutionäre aber beraubten bas Arsenal, um Massen für weiteren Wiberstanb zu ge­winnen.

In Türkisch-Armenien haben Kurben ein Kloster übersatten, ben Prior getötet, bie Klosterhirten ver- iounbet unb Vieh sowie heilige Geräte geraubt.

Nr. 162 Erstes Blatt 158. Jahrgang Montag 13. Juli 1808

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ncr, Eberharbt. Der Vorstand bei amerikanischen Turner trug sich in das goldene Buch ber Stabt Wiesbaden ein. Am Abend fanb im Kurhaus ein amerikanisches Nationalfest statt. Die amerikanisd)en Turner unternahmen heute vormittag einen Walbspaziergang, an ben sich ein Frühschoppen auf dem Nero­berg anschloß. Nachmittags wurden auf dem Turnplätze Schaw- , jUt, jiivuiu unv «s, 4, u»« ~ o --------r------ turnen und Turnspiele abgehalten, Konzert, Gesangsvorlräge unb

Im bulgarischen Parlament machte der Mi- Volksbelustigungen. Am Abanb sanb im HotelNicolas" eine >r des Aeußern Paprikow sriedsertige Erklärungen. Er! gesellige Zusammenkunft mit Kvnzerk ftait