Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhessen.
L. Gießen, 11. Nov.
Der Großherzogliche Feldbercinigungskommissär zu Friedberg hat Antrag auf Enteignung von Grund st ücksteilen gestellt, die zur Verlängerung der Sackgasse zu Hochweisel benötigt wurden, da über den Preis eine Einigung nicht zu erzielen war, außerdem auch von einem Grundeigentümer die Notwendigkeit der Enteignung bestritten wurde. Eine gütliche Erledigung war auch vor der Lokalkommission nicht möglich, weshalb diese die Entschädigungen festsetzte und die Akten an den Provinzial-Ausschuß weitergab. Dieser erachtete die von der Lokalkommission angesetzte Entschädigung für ausreichend und wies die Exproprianden mit ihren Mehrsorderungen ab.
Louis Löser und A. L. Seegers Wtw. zu Bad-Nauheim waren zu den K o st e n der Herstellung der M o l t k e st r a ß e von der Stadt Bad-Nauheim herangezogen worden. Sie erhoben hiergegen Beschwerde, indem sie behaupteten, es handle sich hier nicht nm Ausschläge, die dem Verwaltungsverfahren unterworfen seien, sondern sobald ein Einspruch erfolge, müsse von der Stadt der Rechtsweg beschritten werden. Ein Anspruch der Stadt bestehe auch nur gegenüber denjenigen Grundbesitzern, die zur Zeit der Herstellung der Sttaße Eigentümer gewesen seien; die Beschwerdeführer hätten diese aber erst später erworben. Schließlich seien auch die Forderungen nach Art. 19 der Ansführungs- vcrordnung zum Bürgerlichen Gesetzbuch verjährt. Die Stadt Bad-Nauheim machte demgegenüber geltend, daß nach § 9 u des Ortsbaustatuts von Bad-Nauh?im die Natur derartiger Beiträge als Öffentliche Lasten und Abgaben" statuiert sei. Die Verpflichtung zur Zahlung gehe deshalb auch auf jeden Nachbesitzer der betreffenden Grundstücke über. Für die Erhebung von Gemeindeabgaben aber sei bestimmend die Vorschrift des Art. 96 der Städtcordnung, sonach könne von Verjährung keine Rede sein. Der Kreisausschuß des Kreises Friedberg wies die Beschwerden als unbegründet kostenfällig zurück, wogegen der Anwalt der Beschwerdeführer Rekurs an den Provinzial-Ausschuß verfolgte. Ter Erfolg blieb hur aber versagt, denn auch dieser verwarf die Beschwerden.
In der Sache: Klage des Ortsarmen Verbandes Hattenrod gegen den Friedrich Keil von da wurde die Beschlußfassung nach vorgenommener Verhandlung ausgesetzt, um weitere Erhebungen anstellen zu können.
Landwirtschaft.
— B u dingen, 9. Nov. Auf den Feldern unserer Gegend wird es a(lmähüd) ruhiger, nachdem noch in den letzten Tagen die Zuckerrübenäcker abgeerntet worven sind. Und es ist auch höchste Zeit, daß mit den Erntearbeilen abgeschlossen werden kann, sank doch das Thermometer in den letztvergangeuen Nächten bis zu 8 und 10 Grad unter Null. So hat inan denn jetzt ein vollständiges Bild von dem Erntejahr 1908, das nicht durchaus befriedigend genannt werden kann. Infolge der keuchten Frühjahrswitterung setzten die Wielen gut an und brachten eine in qualitativer und quantitativer Hinsicht zufriedenstellende Ernte. Aehnlich so ivar cs mit der Grummeternte. Obgleich der Stand des Getreides größtenteils zu guten Hoffnungen berechtigte, so wurden diese Hoffnungen zu Wasser. Tas Einbringen der Halmfrüchte machte den Bauern viel zu fchaffen; die Früchte wuchsen zum Teil auf dem Halm, das Stroh wurde minderwertig, und die Körner haben vielfach nur einen geringen Verkaii'swert. Kein Wunder, daß von den Häiidlern mitunter für den dz Weizen 10 Mk. und weniger geboten ronrbeiL Zwctschen gab es in unserer Gegeiid fast gar 'nicht, hingegen ivareii die Aepfel vorzüglich geraten. Aber trotzdem brachten letztere beit Landwirten nur geringen Gewinn, bn sie fast alle währenb der Ernte an die Büdniger Aepfelweinproduzenten zu den, Preise von 5 Mk. pro dz geliefert wurden. Manche Kartoffelsorlen fielen gut auS, andere geringer, aber schon hört man hier und da Klagen, daß sich die Karlosfeliänlnis in den Kellern bemerkbar mache. Ter Ertrag der Ziickerrübenselder war durchweg gut; die Rüben werden an dre Zuckerfabrik Groß-Umstadt geliefert, die bei Uebernahme der Frachtunkosten für den Zentner 90 Pfg. vergütet. Tic Aussaat des Wintergelreides ist beendet; aber selten noch dürfte die Bestellung deS Feldes so schwierig gewesen sein als tn diesem Jahre, da der Boden durch die Nässe und die bann solgenbe Trockenheit außerorbentlich feslsitzt.
vermischtes.
* Dke Glücklichen vom Großen Los. Alle diejenigen, die vergeblich auf den Goldsegen der preußischen Klajsenlotterie gehofft haben, werden einen Trost in der Tatsache finden, daß Leute, die es gebrauchen können, die Gewinner sind. Wie der „Tag" meldet, fiel die eine Hälfte des Glücksloses nach München-Gladbach, die andere nach der Rcichshauptstadt. Ein Viertel der Berliner Hälfte wurde von einem Herrn gespielt, der früher bessere Tage gesehen hat, dann aber pekuniär zurückgctommen war und sich in den letzten Jahren durch Heine Maklergeschäfte ernährte. An dem anoeren Viertelest eine Reihe 'kleiner Magistrats- bcanitc,. und deren Freunde beteiligt, im ganzen etwa sechs bis acht Personen. Auch in München-Gladbach sind .lediglich, Leute der uuttle.rci^Stände die Glücklichen.
Krisis Teutschlands zu sprechen und findet den Ton in der Rede Bülows bemerkenswert durch den Ernst und den Freimut der Eingeständnisse. Aber Bülow kämpie nicht nur gegen die Schwierigkeiten, er versuche auch gegen die natürliche Entwickelung der Dinge zu kämpfen.
Innere Mission.
4 4. Jahresversammlung des L a ndc s v er e i ns der Inneren Mission und 30. Iahressest des Ober- hessischen Vereins für Innere Mission.
Friedberg, 11. Nov.
(Fortsetzung.)
An die gestrigen Nachmittagsverhandlungen schloß sich um 6Vs Uhr ein Feftgottesdienst in der Burgkirck? an, in dem Mili- täroberpfarrer Konsistorialrat F a l k e - Frankfurt a. M. die tiefgehende Festpredigt über die Epistel des vergangenen Sonntags hielt. Abends um 8Vs Uhr fand ein wchlgelungener und bis auf den letzten Platz besetzter Familienabend int Saalbau statt, bei dem die Herren D. Stamm-Gießen, D. Schäfer- Altona und Direktor T e u d t - Godesberg Ansprachen hielten. Die Zwischenpausen wurden durch den Vortrag exakt gesungener Chöre des Sängerchors des Lehrerseminars ausgefüllt.
Der heute morgen in der Burgkirche abgehaltenen Hauptversammlung ging eine um 9 Uhr abgehattene Morgenandacht voraus, in der Professor D. Eger- Friedberg eine tief empfundene erbauliche Ansprache hielt, die die Versammlung zur glaubensfreudigen Mitarbeit an dem Werke der Inneren Mission ermunterte.
Darauf trat man in die heutigen Verhandlungen ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Vorsitzenden Prof. Weimer- Darmstadt, der besonders den anwesenden Vertretern der weltlichen und kirchlichen Behörden für ihr Erscheinen, sowie allen Mitarbeitern herzlich dankte, erstattete Pfarrer Schlosser -Darmstadt den Jahresbericht des Landesvereins, der ein anschauliches Bild der Vereinsarbeit gab. Dabei wird besonders die Gründung von evangelischen I-rauenvercinen in Stadt und Land und Anschluß V'erselben zu dem Hessischen Landesverein empfohlen. An die Pfarrfrauen auf dem Lande ergeht die Aufforderung, sich der Arbeit der „Freundinnen junger Mädchen" anzunehmen und die vom Lande in die Stadt ziehenden Nkädchen auf die zu ihrer Unterstützung hinzielenden Bestrebungen der Inneren Mission aufmerksam zu machen. Die Sache der Jünglingsvereine geht in Hessen nach und nach voran, bedarf aber noch vieler Arbeit und Weckung des rechten Verständnisses hierfür. — lieber die Tätigkeit des Oberhessischen Vereins für Innere Mission berichtete hierauf Kirchenrat D. Schlosser- Gießen. Er. gedenkt zunächst in ehrenden Worten» der im Laufe des Jahres infolge Versetzung aus dem Vorstande ausgeschiedenen Professor D. Trews und Oberstaatsanwalt Theobald-Gießen. Das von dem Verein errichtete -Hospiz in Bad-Nauheim hat die auf es gesetzten Hoffnungen bis jetzt mehr als erfüllt und sich als eine selir notwendige Einrichtung erwiesen. Es soll im Winter zu Kuren geöffnet sein. Die Dekanats krankenpflege ist in vielen Dekanaten eingeführt oder vorbereitet. Frauenvereinen bestehen in Gießen und Großcn- Buseck. Die Fürsorge für Jugenderziehung zeigt gute Erfolge und weithin sich erstreckende Mitarbeit. Der int vorigen Jahr gegründete Verband der Jungfrauenvereine ist nicht in Tätigkeit getreten. Die vom Verein veranstalteten Familienabende mit Lichtbildervorrrägen fanden überall gute Ausnahme, lieber die Hessischen Epileptischenanstalt zu Niedep-R.rmstadt sprach daran Inspektor Pfarrer Weimer, der in Aussicht stellte, daß nach der im nächsten Jahre fertigen Erweiterung der Anstalt alle bisher in Bethel untcrgcbracbten männlichen Epileptischen aus dem Großh. Hessen in Nieder-Ramstadt ausgenommen werden könnten. Ferner bittet er um Förderung der Wartburg-Buchhandlung in Darmstadt durch die Geistlichen des Landes und Empfehlung in den Gemeinden. Hierauf folgt das Referat von D. Schä fer-Al tona über ein Gebiet, das bei uns in Hessen noch gänzlich unbebaut ist, die Krüppel fÜr s o r g c. Im deutschen Reiche gibt es einige Zehntausend verkrüppelte Kinder, deren Zahl zur Zeit durch behördliche Enquete erst näher festgestellt wird. Für das Großherzogtum Hessen berechnet sich die Zahl auf etwa 2000. Diele dieser Kinder verkommen an Leib und Seele, ioenn sie nicht in geeignete Anstaltspflege kommen. Ohne diese fallen sie meist der Armenpflege zur Last, durch sie aber werden sie nach Möglichkeit zu nützlichen brauchbaren Gliedern der menschlichen Gesellschaft ausgebildet, die sich ihren Unterhalt verdienen können. Dazu müssen die Kinder frühzeitig zur Anstalt gebradjt und möglichst lange dort gelassen werben. In dieser Beziehung wird von den Eltern teils aus Unverstand, teils aus falscher Liebe gegen ihre Kinder viel gefehlt. In der Anstalt stehen die Kinder unter geeigneter ärztlicher Beaufsichtigung, erhalten die nötige Schulbildung und werden nach der Konfirmation in allen möglichen Handwerken, die Mädchen natürlich in allen wciblicl/en Beschäftigungsarten, gründlich ausgebildet/ In der an den sehr wertvollen Vortrag sich anschließenden Diskussion berichtet Kirckrenrat D. Schloss e r-Gießen an der Hand ihm von einem hessischen Arzt zugegangenen Mitteilungen über die Not der Krüppel, die häufig die Behandlung in orthopädischen Heilanstalten nicht bestreiten können. Diese müßten unbedingt in Krüppelheimen untergebracht werden, wo ihnen die nötige Pflege und Erziehung zuteil wird. Bei der großen Anzahl der Krüppel im Grvßherzogturn Hessen sei die Gründung einer solchen Anstalt dringend notwendig. Der Redner beantragt, dieser Angelegenheit nach Kräften näher zu treten und bringt eine ent
sprechende Resolution in Vorschlag, die einstimmig angenommen wurde. Professor D. Eger ist mit dieser Resolution einverstanden, bittet aber zugleich den Vorstand, dahin zu wirken, daß vorerst mit einer schon bestehenden auswärtigen derartigen Anstalt zwecks Ausnahme hessischer Krüppel in Unterhandlung getreten werden möge. Regierungsrat Fetz-Friedberg gibt über die Aufbringung der Kosten zur Anstaltspflege armer Krüppel Aufschluß uno unterstützt sehr die gemachten Vorschläge. Prälat D. Flö- ring- Darmstadt bittet um der Wichtigkeit der Sache willen, den Vortrag des Referenten weiteren Kreisen durch den Druck zugänglich zu machen und durch Ausgabe eines geeigneten Flugblattes und zur Sammlung eines Gründnngsfonds aufzufordern. Tie Erfüllung dieser Wünsche wird vom Vorstand bereitwillgift zugesagt. Tirekwr Te u d t - Godesberg gibt einen Bericht über den Kepplcrbund, der am 25. November v. I. in Frankfurt a. M. begründet wurde zlvecks Verbreitung wahrer naturwissenschaftlicher Aufklärung im Gegensatz zur tendenziösen Verwendung der Ergebnisse naturwissenschaftlicher Forschungen im Dienste der sog. monistischen Weltanschauung. Der Kepplerbund hat keine kirch- licherseits gebundene Marschroute, sondern ist ein rein naturwissenschaftlicher Verein. Er besitzt auch hier in Friedberg-Nauheim eine Ortsgruppe, deren Vorsitzender Medizinalrat Dr. Becker hier, ist. Er wird in nächster Zeit damit beginnen, naturwissenschaftliche Volksschriften zu billigem Preise auszugeben. Nachdem bet Vorsitzende noch den Beitritt zum Kepplerbund empfohlen hat, ümb allen denen, die bei dem Jahresfest mitgearbeitet haben, gedankt hat, wird die Tagung mit einem von Professor Schöll- Friedberg gesprochenen Gebet geschlossen.
Tie von Kirchenrat D. Schlosser eingebrachte Resolution hat folgenden Wortlaut:
Die zur Jahresversammlung für Innere Mission in Friedberg Versammelten erkennen nach Anhörung des von Herrn Pastor D. Schäfer aus Altona auf Grund rekfreren Erfahrung erstatteten Berichtes einmütig an, daß ebenso die Not der a r m e n K r ü p p e l, als andererseits die günstigen Erfahrungen, die in den anderweit vorhandenen Krüppelheimen mit sachverständiger Fürsorge für Krüppel gemacht worden sind, diese Fürsorge als eine dringende Aufgabe für die christliche Liebestätigkett erscheinen lassen, und beauftragen daher den Landesausschuß:
1. bim Notstand für Hessen, in dem die Zahl der im schulpflichtigen Alter stehenben Krüppel auf ca. 2000 zu schätzen ist, feststellen unb die Oessentlichkeit barüber aufklären,
2. die Inangriffnahme dieser Fürsorge in Hessen, besonders die Frage (ver Gründung eines Krüppelheims, und vorerst die Möglichkeit der Unterbringung von Krüppeln in außerhessischen Anstalten, sowie die Einführung von Dankopfern für jedes neugeborene Kind mit gesunden Gliedern, in Erwägung ziehen zu wollen.
würbe, erhielten ihn zu gleichen Teilen die Brüder Gerhard unb Karl Hauptmann in allgemeiner Anerkennung ihres dramatischen Schaffens und der Wiener Tichler Richard Beer-Hofmann für feine Tragödie „Der Graf von Charolais".
— Goethe und bie „innere Krise". Wie ein Besucher des Neuen Schauspielhauses dem „Bert. Tgbl." mitteilt, erscholl vorgestern bei der Ausführung von Goethes Faust in die offene Szene hinein dröhnendes Lachen, als Brander in Auerbachs Keller die Worte sagte:
Ich halt' cs wenigstens für reichlichen Gewinn, Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin.
Die Zuschauer fühlten sich durch diese Verse plötzlich an die Vorgänge gemahnt, die sich fast gleichzeitig im Reichstag abspielten. Dabei hat Goethe in diesem Zusammenhang unrecht. Es ist heutzutage recht angenehm, Kaiser oder Kanzler zu sein, denn niemand wird für begangene Fehler weniger aetadelt als sie.
— MascagniS neuestes Musikdrama Jsabeau, dessen erster Akt bereits vollendet ist, soll zu Ende des nächsten Sommers zur Ausführung gelangen. Es handelt sich um die betannnte englische Sage von der 2abi) Godiva, bie von ihrem strengen Gatten gezwungen wurde, nackt durch die Straßen von Eoventty zu reiten, um für diesen Preis den Ort von den schweren Auflagen zu befreien.
— Gustav Karpeles, der als Heine-Forscher verdienten Ruhm genießt, beging gestern seinen 60. Geburtstag. Von feinen zahrreiwcn Schriften ist noch feine „Geschichte der jüdischen Literatur" besonbers zu erwähnen. 91m bekanntesten ist er durch seine Neuausgal>en bcntfdnr Klassiker geworben.
— T i e Wiener Zensur verbot bas einaktige F e st s p i e l „Erlösung- von R. Hawel, bas zur Kcuser-Jubiläums- Vorslelluug am 2. Dezember im Deutschen Volkstheater m W i e n zur Aufführung gelangen sollte. Die Grünbe bes Verbotes sinb noch nicht bekannt.
— Kleine C b r o n i f ans K tt n st unb Wissenschaft. D i e Berliner Ar ch i t e f t c n haben beschlossen, in 3 Jahren eine große Bauausstell u n g zu veranstalten und zu öicjem Zweck auch eine kleine Villenstabi nach künstlerischett Gesichts- punlten zu schaffen. — In Halle ist Tr. Gustav T r o y e n , orb. Pros, für neuere Geschichte, g e ft otben. — Infolge Einspruches wttrbe der belgische Staats preis für Literatur nicht bem Romancier b e 911 a r t, säubern oem Lyrite» Jeruaub 6 eueren luv sein Gedichtbuch „Glückliche Eulsamttu" vevlieljeii.
Handel niid Verkehv, Volkswirtschaft.
*• Konkurse in Hessen. Heber bas Vermögen bes Vereiits OfsenbacherRuberklub 1883 E. V. zu O f f e n b a ch a. M. wurde am 11. Olt. bas Konkursverfahren eröffnet. Tarator Joh. N i c b c r b o f zu Öffentlich mürbe zum Konkursverwalter ernannt. Konlursforberunqcn sinb bis zum 26. Nov. bei bem Amtsgericht Ossenbach'anzumelben. — lieber bas Vermögen besLeinwebers Johannes Becker III. unb dessen Ehefiau Maria geb. Wahl in « chli t; mürbe am 5. Nov bas Konkursverfahren eröffnet. Großh. Ortsgerichtsvorsteher H a b i ch t in Schlitz mürbe zum Konkursvermalter ernannt. Konkursforbernnqen sind bi5 zum 15. Dez. bei dem Amtsgericht Schlitz auzumeldeu. — lieber bas Vermögen ber Heinrich Göttinger Witwe, Maria geb. Lerch in Bensheim, Inhaberin ber Firma „Bürger-Bräu Bensheim" in B e n s h e i m, mürbe am 6. Nov. bas Konknrsverfahreit eröffnet, ba die Gemeinschuldnerin Antrag auf Erössututg des Konkursverfahrens gestellt unb ihre Zahlungsunfähigkeit glaubhaft gemacht Hal. Rechtsanwalt Friedr. B l e di n e r in Bensheim würbe zum Koukurs- öcrmaller ernannt. KonkurSwrbermuieu sind bis zum 26. Nov. bei dem Amtsgericht Bensheim anzumelden. — lieber den Nachlaß des Nestanratetirs Anloti K o ch m Gießen wurde am 6. Nov. bas Konkiirsverfahreii eröffnet. Kan'maim Louis Althoff zu (Dienen würbe zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforde- rungen sinb bis zum 1. Dez. bei bem Amtsgericht Gießen an- zumclbeit.
*• Neue N e i ch s b a n k st e l l e. Am 19. November wirb in Wetter (Rtihr) eine von bet Reichsbankhauptstelle Dortmuub abhängige Neichsbanknebenflelle mit Kaffeneinrichtung unb beschränktem Giroverkehr eröffnet werben.
Das Kontzeschc Wassergas-Schweißwerk, Akt.- GZ. in Worms, hat sich nunmehr konstitui.rt. An dem Unt.r- nchmen sind die Süddeutsche Diskontogesellschast, Akt.-Ges., Mannheim, und die Firma Gustav Kontze, Röhrenwerk Göppingen- Süßen beteiligt. Gegenstand des Unternehmens ist die Errich- tung und der Betrieb eines Wassergas-Schweißwerkes zur Herstellung größerer Stahlröhren usw. Das Aktienkapital beträgt eine Million Mark. Dem Aussichtsrat gehören an Ernst Wassermann, Rechtsanwalt und Reichstagsabg. in Mannheim, Dr. Max Hesse, Baudirektor in Mannheim, Direktor Adolf Bensingcr in Mannheim, Max Rose in Heidelberg (in Firma M. Rose u. Co., Mannheim), Dr. Wolf in Frankfurt a. M., Emil Morgenstern in Süßen, Paul Gauß, Fabrikant in Göppingen. Lamilrett-Na^vschten.
Geborene: Herrn Otto Walther unb Frau in Bübingen ein Sohu. — Herrn Josef Katzeitstein unb Frau in Wetzlar eine Tochter.
Verlobte: Fraulein Emilie Weiß mit Herrn Heinrich Orth, beide in Nieder-Breibenbach. — Fräulein Anna Schulz in Sorau mit Herrn Heinrich Stöhr in Lauterbach. — Frättleiu Gustel Berk in Alsfeld mit Herrn Karl Ssrlachius in Helsingfors.
G e ft o r b e tt c: Frau Anna Reuhl, geb. Wallbott, in Griedel. — Fräulein Emma Spengler in Bisses. — Herr Johannes Spielmann in Linbheim. — Herr Ferdinand Brandstetter in Wetzlar.— Herr Karl Vittorff in Wälbershansen._____________________
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Wetter
1908
•a
TD s
A
CJ
GU CJ rto
,2s
a> —t a-
November 5 o £
751,9 I
752,0 i
751,7
+ 1,3
— 5,6
— 3,6
Höchste Temperatur Niedrigste
3,1 60
2,9 1 98
3,2 ! 91
I
am 10.—11.
, 10.—11.
SSW 2
8 2
KlarerHimmel
Beb. Himmel
Nov. = + 1,5 ' C.
Nov. — —12.0 ° C.
Teleionäsche Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgetcilt von der Bank flir Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse, 3%e/6 Beichsanleihe . . 94.10 3% do. . . 84.60 3^°/e Konsols .... 94.20 3% do 84.60 3^o/o Hessen 92.90 3>5 °/e Oberhesseu . . . 92.00 4% Oesterr Goldrente. . 98.30 4*/$ $o Oesterr. Silberreute 99 70 4 °ä Ungar Goldreute . . 92.75 4% Italien. Rente . . . —.— 356 Portugiesen Serie I . 57 50 3% Portugiesen „ III 59.30 4lA°l0 russ.Staatsanl. 1905 97 15 4%°/0 japan. Staatsanleihe 91.25 4% Conv.Türken von 1903 91.00 Türkenlose 142 00 4% Griech. Monopol-Anl. . 49 05 4% äussere Argentinier . 85.75 3% Mexikaner . . . 63.50 4 >4% Chinesen .... 97.20
Aktien:
Bochum Guss 217 50 Buderus E. W 112.45
Tendenz: fest.
Berliner Börse, 12.
Canada E. B 178.10 Darmstädter Bank . . . 128.10 Deutsche Bank .... 240.70 Dortmunder-Union C. . . 60.90 Dresdner Bank ... 147.70
Tendenz: schwach.
12. November, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 116.40 Elektriz. Schnckert . . . 119,60 Eschweiler Bergwerk . . 195 00 Gelsenkirchen Bergwerk . 188 50 Hamburg-Amerik. Paket! 112.50 Harpener Bergwerk. . . 195.00 Laurahütte 194.00 Xordd. Lloyd .... 89.10 Obeischles. Eisen-Industrie 99 00 Berliner Haudelsges. . . 167.50 Darmstädter Bank . . ,12810 Deutsche Bank .... 240.30 Deutsch-Asiat Bank . . 138 20 Diskonto-Kommandit. . . 180.00 Dresdner Bank .... 147.90 Kreditaktien 200.5«? Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 106.50 Gotthardbahu —.— Lombard. Eisenbahn . . 22.40 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.00 Priuce-Heuri-Eisenbahu . 124.00
November. Anfaaigskurse.
Harpener Bergwerk. . . 194.70 Laurahütte 194.70 Lombarden E. B. ... 22 50 Nordd. Lloyd 88.70 Türkenlose 142.40
Emission
«an, hervorragende Dienste, indem **^*‘,,>
ftc die Eßlust fördert und so dein Or- mit bieTf- oanismns rasch wieder neue straft - Vem bc®a?'lm' zuführt leidjin drv Scott»
S-°,,° ffmulfion teirb
anblchlicbUch un arosirn l>cr(au|t, unb zwar nie lose iwck @e- ,^ld,nnwLmQfi; ’Dnbfrn ""r.ui Dctrienclicn Origlnalflas^en in .Norton mit unserer edjuhniotfc .Mischer mit dem Dorsch« «-coli & Bowne. (5. in. b H., Franlm v - m> mrhw^aH??.eUe^^’Ünobtebcrtiou 150,6, prima
linloAp^D0l’^0~ia*clurcr ^alk 4.3, uuterpboopbo- riglautcä Statron -,o, puio. ^ragnnt 3.0, fetnficr ninb. föummi puib. -.0, befttU. kJalfer 120,u, Alkohol 11,«» Joicrut atöntatifd» Ünuunon mit Zum., Mandel- und ©amiticnaufje 2
Während der Genesung trügt ein guter Appetit wesentlich zur raichcn Wiedererlangung der gesnnreuen störperkräste bei. In solchen Zeiten leistet
f-ür ach<en Goldschmuck, starke 14kar. Gold- TOJdh'-ige urkundliche Garantie für gutes Tragen, sonst verbürgter Umtausch. — Elegante Original-Etuis. - E Silllfle Preise. — Erhältlich in Goldwaronhandlungen.
A.
20
Telefon 1
K 1^08-,° Tonncrv 1905, nach'
und Mira den Grund, Gießen:
519-314 iienNie 5^0 — 241 öijtntlid) «
®ienen,' Gr. L
K 128.V8
Touncr 190S, no auf bieuö' dem Aam u. Übeira Gruudnu 28,217 =
Lc
öffentlich werden.
Gievei Gr.
K 129,08
Tonni 19118, I nur Irieü dein 'Jltui ii. liöeirn Parzelle
6/13Vio
Liech sirach öffentlich werden.
Gienen
Gr.
K139/08
Touni 1908, Nl die vor Heinzerli yonfuivi, itiide der
HW = den
MV- 131493= 21 1349M 13/4'.'-) auf hiefi Uieiitbiei
Giegei Gr.
MW Tonn 1908,11 auf hlesj dem jiai und Ghc den Pa Gießen:
Wo
Ul „ ii .M, onemlidj
Gieren Gr.
, "NNk 1998, n( QU! hieij dem Nai und Ehej den Pa Giehen:
l/22d=
1/232= 1-224= vnenitich
Giehen, Gr. L
K 142,08.
U»>eiine Ä w onentii*
Gr.
Kirci
Nuss presi Hol?
6
4


