Geschäfte nicht in b'cm Um sänge zur Einkommcnbestcucriing tzerangezogen sind, wie eS dein Sinne des Gesetzes und den dazu von der Großh. Regierung erlassenen Ausführungsanweisungen entspricht. Sic richten an die Großh. Regierung die Bitte, an die Steuereinschätzungs behörden eine schärfere Anweisung ergehen zu lassen.
Diese Erklärung wurde einstimmig angenommen.
2. Die Hessischen Handelskammern sprechen sich entschieden dafür aus, daß die Konsumvereine ohne Rücksicht darauf, ob sich ihr Geschäftsbetrieb auf den Kreis ihrer Mit glieder beschränkt oder nicht, zur staatlichen Einkommensteuer und zur Gewerbesteuer herangczogen werden.
Diese Erklärung wurde ebenfalls einstimmig angenommen.
3. Die Hessischen Handelskammern sprechen sich dafür aus, daß nach dem Vorgang des preußischen Kommnnalabgaben- gesetzes für die Gemeinden des Großherzogtums die Möglichkeit geschaffen werde, durch Ortsstatut besondere Grundsätze für die Besteuerung der Warenhäuser und Filialgeschäfte aufzustellen.
Für diese Erklärung stimmten die Handelskammern Bingen, Darmstadt, Jriedherg, Gießen u. Mainz, während die Handelskammern Offenbach und Worms sich ablehnend verhielten.
b) Der Gesetzentwurf betreffend die Erleichterung des Wechselprotestes enthält im S 1 unter Ziffer IX folgende Bestimmung: Eine in dem Geschäftslokal oder in der Wohnung eines Beteiligten vorgenommene Handlung ist auch dann gültig, wenn an Stelle des Ortes, in welchem das Geschäftslokal oder die Wohnung liegt, ein benachbarter Ort in dem Wechsel angegeben ist. Mit beiderseitigem Einverständnis können auch in anderen Fällen die bei einem Beteiligten vorzunehmenden Handlungen an einem Orte erfolgen, der dem int Wechsel angegebenen Orte benachbart ist. Welche Orte im Sinne dieser Vorschriften als benachbarte anzusehen sind, bestimmt der Bundesrat. Dem Großh. Ministerium der Justiz ist auf eine Anfrage, welche Orte unseres Bezirks als benachbarte anzusehen sind, entsprechende Mitteilung gemacht worden.
e) Von den Handelskammern Darmstadt, Frankfurt a. M., Friedberg, Gießen, Hanau, Mainz und Offenbach ist an das Reichs-Postamt eine gemeinsame Eingabe gerichtet worden, in welcher es als wünschenswert bezeichnet wird, daß in die F e r ns p r e ch t e i l n e h m c r- V e r z ei ch nisse, die jetzt nach Ober-Postdirektionsbezirken angeordnet sind, künftig auch biejenigen außerhalb des betreffenden Ober - Postdirettionsbezirks gelegenen Orte aufgenommen werden, zwischen welchen sich erfahrungsgemäß ein starker, geschäftlicher Verkehr abspielt.
d) Dem von uns seit längerer Zeit wiederholt gestellten Anträge auf Einrichtung einer öffentlichen Fern- s p r e ch st e l l e auf dem B a h n h o f e Gießen konnte seither mangels eines geeigneten Platzes nicht entsprochen werden. Nachdem inzwischen ein Erweiterungsbau des Bahnhofs in Aussicht genommen ist, wird, wie die Kgl. Eisenbahndirektion Franksnrt a. M. dem Großh. Ministerium der Finanzen mitgeteilt hat, es sich ermöglichen lassen, einen Platz in dem Anbau nach dessen Fertigstellung zur Verfügung zu stellen. Auch soll bei der Ausarbeitung der Entwürfe für den Umbau des Bahnhofs die Einrichtung eines Postbureaus in Erwägung gezogen werden. Zur Aufstellung eines F e r n f p r e ch - A u t o m a t e n für den Ortsverkehr hat die Eisenbahndirektion der Post- verwaltung einen geeigneten Platz überwiesen.
e) Die Bemühungen der Handelskammer auf Eins ü h r u n g des verlängerten Dienstes bis 12 Uhr nachts bei der hiesigen F e r u s p r c ch - B c r m it t e l u u g s- stelle sind von Erfolg gewesett. Nachdem sie in Erfüllung der postalischen Vorschriften die Gewähr für eine jährliche Mindesteinnahme von 650 Mk. an Gebühren für Nachtferngespräche übernommen hat, wird vom 15. April ab zunächst auf die Dauer eines Jahres beschränkter Nachtdienst bis Mitternacht abgehalten.
f) Ein erneuter Antrag der Handelskammer auf Vornahme der Untersuchung des M a r k t v i e h e s vor dem Auftrieb wurde vom Großh. Kreisamt aus fanitären und anderen Gründen abgelehnl. (Ein gleiches Gesuch vom Jahre 1904 wurde ebenfalls ablehnend beschieden.)
Tie hessischen Handelskammern haben umfangreiche Erhebungen angestellt zwecks Sammlung von Unterlagen für die von der Großh. Regierung in Aussicht genommene Revision des Brandversicherungstarifs vom 4. Juni 1891.
h) Auf eine entsprechende Anfrage ist der Handelskammer vom Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen mitgeteilt worden, daß die Kgl. Eisenbahndirektion ^Frankfurt a. M. mit Anstellung von Ermittelungen in Sacken der Erbauung einer Eisenbahn vonGießendurchdas Kleebachtal nach B r a n d " l, e rndv r f beauftragt worden ist, die noch nicht beende' r'ü'd. Das genannte Ministerium hat die Angelegenheit bei dein Köuigl. Preußischen Minister der öffenr- lichen AiLsiten erneut in Anregung gebracht.
i) Tie HanSvlSkainmer hat das B a h n pr o j e k l Gießen — Lau bau) in den Kreis ihrer Erörterungen gezogen uno stellt zurzeit Erhebungen ivirtschaftlicher Natur an.
k) Die Handelskammer hatte sich mit einer großen Reihe von E is e n b a hu .^un s che n zu beschäftigen: welche in der Hauptsache beraten Einlegung eines neuen Abend-Eilzuges Kassels-Gießen, tN'üherlegung des Personenzuges 519 auf der strecke Alsfeld—Fulda, Anhalten des Personenzuges 538 aus der Station Angerbach, Späterlegung des Morgenzuges auf der Strecke Lollar—Londorf, Errichtung einer Haltestelle an der Brücke zu Ruttershausen, Beschädigung von Möbeltransporten lgebogene Möbel?. Die von uns der Königl. Eisenbahndirektion vorgetragenen Wünsche haben zum Teil Berücksichtigung gefunden.
1) Ter Königs. Eisenbahndirettion wurde der regelmäßige Bericht über die Lage des Eisenerzbergbaues im Handelskammerbezirk in der Zeit vom 1. Oktober 1907 bis 31. März 1908 erstattet.
m) Aul deut He ss is ch en H a nde lska mm erta g am 13. März war die Handelskammer vertreten dureh die Herren Kommerzienrat Koch, Kommerzienrat Heichelheim, Friedberger, Grüneivalo und den Syndikus: auf dem Deutschen Handelstag am 20. und 21. März durch den Syndikus; bei der Hundertjahrfeierder Handelskammer Frankfurt a. M. am 8., 9. und 10. Mai durch Herrn Kommerzienrat Heichelheim.
n) Der frühere Reichsbankpräsident Exzellenz Koch hat der Kammer auf das iin Namen des Hessischen Handelskammertages an ihn gerichtete Schreiben, in welchem Seiner Exzellenz für sein langjähriges, segensreiches Wirken an der Spitze der Reichsbank Dank und Anerlennung ausgesprochen wurde, an die Kammer ein Dankfchreioen folgenden Wortlauts gerichtet:
„Erst nach meiner Rückkehr von einer längeren Reise ist das geehrte Schreiben vom 5. v. Mts. in meine Hände gelangt, worin die Großherzogliche Handelskammer den Be schluß des Hessischen Handelskammertages vom 1. v. Mts. mir mitzuteilen die Güte gehabt hat. Ich bin durch den Inhalt sehr erfreut. In der Anerkennung des deutschen Handelsstandes, welche auch bei dieser Gelegenheit wiederum in warmen Worten ausgesprochen ist, habe ich stets eine wertvolle Stütze der von der Reichsbank unter meiner Leitung befolgten Bankpolitik erblickt. Besonders erfreulich ist mir die Bestätigung, daß die Reichsbank neben ihrer Entwickelung zu einer zentralen Ausgleichstelle es aneh verstanden habe den Bedürfnissen des Handels in weit gehendem Maße entgegenzukoinmeii. Die gerade in dieser Richtung vereinzelt erhobenen "Angriffe sind damit als ij^lt los gekennzeichnet. Wenn ich jetzt nach langjähriger Amts tätigtet meine Stellung Verla,se, so werde ich mich immer
gern unserer vielfachen Beziehüngen erinnern und sage Ihnen meinen verbindlichsten Dank, insbesondere für den am Schlüsse des geehrten Schreibens ausgesprochenen Wunsch. Ich darf wohl bitten, mein Schreiben zur Kenntnis des nächsten Hessischen Handelskammertages gefälligst bringen zu wollen."
2. Frachtermäßigung für Eisenerz aus Frankreich.
Die Handelskammer hatte seinerzeit gegen die beantragte Frachtermäßigung für Eisenerz aus Frankreich und für Koks zum Hockfosenbetrieb nach Lothringen und Luxemburg beim Großh. Ministerium der Finanzen Einspruch erhoben, da von dieser Maßnahme eine schwere Schädigung des oberhessischen Eisenerzbergbaues zu erwarten sei. Unsere in einem ausführlichen Bericht niedergelegten Bedenken sind jedoch nicht als begründet anerkannt worden, da, wie der Kgl. Preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten dem Großh. Ministerium der Finanzen mitgeteilt hat, einmal der Eisenerzversand von oberhessischen Gruben nach dem Ruhrgebiet statistisch nachweisbar zugenommen habe, und sodann die oberhessischen Eisenerze ihres sehr geringen Phosphvrgehalts wegen mit den Minetten überhaupt nicht in Wettbewerb treten könnten. — Die Ausnahmefrachtsätze für französische Minetten sind bereits am 1. März in Kraft getreten.
Die Handelskammer beschließt, einen ausführlichen Bericht des Herrn Bergwerksdirektors Münker, in welchem nachgewiesen wird, daß der Herr Minister bei seinem ablehnenden Bescheid von falschen Voraussetzungen ausgeht, und daß bereits Anzeichen für die nachteilige Wirkung des neuen Tarifes für den Eisenerzbergbau des Lahir- und Dillgebiets vorhanden seien, zur Kenntnis des Großh. Ministeriums der Finanzen zu bringen.
3. Neuv erteilung des Staatsbeitrages zu den Ko st en der Handelskammern.
Bei Beratung des Hauptvoransckstags für 1908, Kapitel 78 — Handelskammern — hat der Abgeordnete Reinhart in der Zweiten Kammer der Landstände angeregt, die Staatszuschüsse für die Handelskammern in anderer Weise zu verteilen, wie dies seither geschehen ist. Das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, hatte daraufhin die Handelskammer Mainz aufgefordert, einen Beschluß der Hess. Handelskammern über diese Frage herbeizuführen und vorzulegen. Die zur Prüfung der Angelegenheit eingesetzte engere Kommission hat sich in ihrem Bericht an die .Handelskammer dahin ausgesprochen, daß an die Aufstellung einheitlicher Grundsätze nur dann herangegangen werden könnte, wenn von der Großh. Regierung und dein Landtag der gesamte Staatsbeitrag erhöht werde. Dieser Ansicht der Kommission stimmte die Handelskammer zu: sie spricht sich aber weiter dahin aus, daß sür den Fall einer Neuverteilung der Betrag für jede Handelskammer gleich hoch bemessen wird.
4. Eingänge:
a) Von Sägewerksbesitzern des Handelskammerbezirks wird Beschwerde darüber geführt, daß bei der Vergebung ber Holzlieferung für bic Landesheil- unb Pflegeanstalt bei Herborn die Lieferung von Schwarzwaldholz vorge- schrieben worden ist. Bei Aufrechterhaltung derartiger Vorschriften befürchten die Sägewerke, daß das in den ober- hessisechn Waldungen zur Füllung kommende Holz als von nmtbenucrliger Beschaffenheit erachtet und vielfach von ber Verwenbung als Bauholz ausgeschlossen wird, tvas für sie geschäftlich von außerorbentlichem Nachteil sein würde.
Die Handelskammer beschließt, in Wahrung ber Interessen ber oberhessischen Sägewerke bei ber zuftänbigen Behörbe vorstellig zu werben.
b) Einem Wunsche bes Hanbelsvereins Lauterbach entsprechenb beschließt bic Hanbelskammer, bei ber Kgl. Eisenbahnbirektion J-rankfurt a. M. nochmals die Durchführung des Pz.399 an Sonn - und Feiertagen bis Lauterbach, ber jetzt in Grebenhain—Crainfeld endigt, zu befürworten.
c) Die Handelskammer Görlitz klagt über die schlechte Beschaffenheit der neuen Zehnmarkscheine, die schon nach kurzem Umlaut weich unb lappig werden. — Die Hanbelskammer halt es ebenfalls für zweckmäßig, daß ber deutsche Handelstag beim Reichsschatzamte dafür eintritt, daß diese Scheine eine etwas festere, widerstandsfähigere Kvnfisteuz erhalten.
d) Von unterrichteter Seite liegen noch Mitteilungen vor über:
Handelsbeziehungen mit Australien:
Internationale Jnbustrieausstellung in Shanghai;
Zusammenstellung der allgemeinen Bestimmungen für den Außenhandel (bisher sind erschienen die Ausgaben sür Belgien — Preis 1.25 Mk. — und Spanien — 2 Mk. — im Verlage von E. S. Mittler u. Sohn, Berlin S. W. 68).
Vermischtes.
* De r Kartelltag des S o n d er s h ä u s e n c r Verba n b c 5 deutscher Stu beuten-Gesangvereine hat zur Alkoholfrage folgende Entschließung gefaßt: „Der Kartelltag ipridü sich dahin aus, daß die akademischen T r l n k u n s i 11 c n energisch z u bekämpfen seien und der Ausnahme von Antialkoholikern Bedenken nicht entgegenstehen."
* Wenn Einer eine Rc!ise tut. Ein Leser aus Griesheim sendet dem Franks. Gen.-Anz. folgenden Herzenserguß von seiner Pfingstrcise: Ich und mein löjähriger Sohn beabsichtigten eine zweitägige O d c n m a l d t o u r an den Feiertagen, wir fuhren also am erster: Feiertag morgens 5 Uhr 6 Min. in Griesheim lueg nach Frankfurt-Hauptbahnhof, mit der Elektrischen nach dem Oftbahnhos, um den Zug 6 Uhr 13 Min. nach Hanau-Aschaffenburg zu benutzen, der dort < Uhr 45 Min. eintrifft, dann 8 Uhr 23 Min. ab Aschaffenburg nach Miltenberg und Amorbach, wo wir fahrplanmäßig um 10 Uhr 6 Min. vormittags eintreffen sollten. Aber der Mensch denkt — und die Eisen- bahu^lenkt. Wann, meinen Sie wohl, daß mir in Amorbach eintrafen? Nachmittags 5U Uhr! Sie werden wohl ungläubig den Stopf schütteln und sagen: nein, das ist auf der preußischen Z,'esp. bayerischen Bahn nicht möglich. Und doch ist es so. Schon in Hanau hatten wir 20 Minuten Verspätung, und es mußten erst zwei Schnellzüge vorbeigelassen werden, wodurch sich bic Verspätung auf 3 5 Minuten erhöhte. In Kahl wurden wir nochmals von einem Schnellzug-überholt, so daß mir in Aschaffenburg mit breit» i e r t e I Stunden Verspätung, also um 8 Uhr 30 Min., eintrafen. Und nun rnelche Enttäuschung, alle Passagiere, auch die nach Würzburg nsw., hatten feinen Anschluß mehr, der bayerische Vorsteher hatte alle Züge wegfahren lassen und siunoenlang mußten ungefähr 2o0 bis 300 Passagiere in Aschaffenburg auf Weiterbeförderung warten. Unser Zug ging dann 1 Uhr 19 Min. ab nacy v i e r e inhalb st ü n d i g e m Warten. Nachdem wir nun glücklich einige Stationen passiert und nach Obernburg tarnen, ging bas Zügle nicht mehr vor noch rückwärts, die Luftbremse funttioriicrtc nicht, sie saß fest, sehr fest, ratloses Hin und Herrennen des Bahnpersonals, es ging nicht, endlich kam Rettung, ein Mitreisender, aber jedenfalls ein Sachkenner, zog seinen Rock aus, kroch unter den Zug, ließ sich Werkzeug reichen und gleich mar die Sache in Ordnung, doch mir hatten wieder 20 Minute n in Obernburg zugebracht, uud wie ich schon vorausdachte, so Ivars, als wir nach Miltenberg kamen, war das Zügle nach ^Amorbach abgedampft und mir konnten uns mieber 11 -• Stunden in Miltenberg von unseren Strapazen er- h'-'len. Um 5 Uhr sollten mir dann auch in Miltenberg erlöst iverbeu uud kamen dann glücklich . •12 Uhr in Amorbach an. Also um ganze 7 Stunden später.
Unrv e VN tcd ts - N cr cy L't L'c n.
— Dem Privatdozenlen für praktische Theologie an der Universität Heidelberg, Lie. Jriebrich Niebergall, ist der Titel außerorbcnttichcr Professor verliehen worben. N. vronwvieue 1902 in Gießen mit der Dissertation „Wie predigen mir dein modernen Menschen?"
ICttnff und Msseiißchast.
— Deutsche Gesellschaft sür Kn n st und Wissenschaft in Posen. In der Provinz Posen, und namentlich in der Provinzialhauptstadt selbst, sind seit einigen Jahren lebhafte, von der preuß. Regierung kräftig unterstützte Bestrebungen int Gange, den deutschen Einfluß in der Ostmark durch gcmeinvcr- stündliche wissenschaftliche Veranstaltungen zu bcbcit. Als Mittelpunkt des wissenschaftlichen Lebens wurde die Königl. Akademie in Posen, die 1903 gegründet worben ist, bestimmt. Zwei Jahre vorher wurde die stattliche Kaiser-Wllhelm-Bibliothck eröfsncl und das Kaiser-Friedrich-Museum gegründet. sJ(u§ einer Verschmelzung der deutschen wissenschaftlichen Vereine der Provittz Posen ging dann die „Deutsche Gesellschaft für Kunst unb Wissenschaft" hervor. Diese Vereiitigung sollte eine Pflegestätte des deutschen GcisteS- und Kulturlebens sein, unb es liegt ihr ob, namentlich durch Vor- träge uud Vortragskurse anregend und fördernd zu wirkeit. Auch im künftigen Wintersemester sind solche wissenschaftlichen Veran- stalttmgen in Aussicht genommen. Es freut uns, «rnttteilen zu können, daß sich an den Vorträgen auch ein Mitglied des Gießener Lehrkörpers, au das in diesen Tagen eine ehrenvolle Einladung ergangen ist, beteiligen avird. Ter ordentliche Professor der Staats- wissenschasten, Dr. jur. et phil. Magnus Biermer, wirb im Oktober in Posen bie Reihe der Vorträge eröffnen.
Gnrgeßanöt.
Für Form unb Inhalt aller unter bieser Rubrik stehenden Artikel übernr.mr.i die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die A l i c e st r a ß e ist eine Promenadestraße, deren eine Seite eine prachtvolle Lindenbaumreihe ziert. Einige tauienb Mark sind bewilligt für eine würdige Einfriedigung daselbst. Sehr eigentümlich muß man cs nun finden, daß in einem Garten gegenüber dieses schönen Promenadeweges ein großes Plakat angebracht ist mit der Aufschrift: Sarglager. Glaubt man damit das vom Verkehrsverein löblicherweise gestellte Ziel, Gießens Anlagen, Einrichtungen jo zu verbessern , daß Fremde h er a u g e3 0 g c n werden, zu erreichen'? Verstößt nicht ein derartiges Plakat an solcher Stelle gegen die guten Sitten, gegen den guten Geschmack? Kanu nicht die Polizeiverwaltuug Einspruch erheben im berechtigten Interesse der Einwohner, welche nicht auf ihren Anlagewegen an das memento mori erinnert sein wollen?
Civis.
Spielplan der Grohh. Umtheaters Bad Uauheim.
15. Juni: „Ter Dieb." Dienstag, 16. Juni, in Gießen: Unter Mitwirkiing der Kapelle des Jnfanterie--Neginumts: „Die lustige Witwe." 17. Juni: „Die Dame von Maxim." 19. Juni: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Tie Fledermaus." 20. Juni: „Zwei Wappen."
Briefkasten öcr Nedaktrorr.
(Anonyme Anfragen bleiben nnberücksichttgt.)
R. K., Leihgestern. Einsendung erwünscht.
Mrchlrche riachrrchten.
Evangelische Gemeinde.
Trinitatis, b e n 14. Juni: Gottesdienst.
3n der §tadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser.
Zugleich Christenlehre für die Nenkonsirmierten ans der Matthänsgemeinde.
Vormittags 9'/? Uhr: Pfarrer Adolph,
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrassistent Becke r.
3n der Zohanneskirche.
Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Ausfel d.
Zugleich Ehristeulehre für bie Neukonfirmierlen aus der Johaunesgemeiiide.
Vormittags 9'/2 Uhr: Pfarrer B e ch t 0 l s h e i m e r.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgememde.
Pfarrer B e ch t 0 l S h c i m e r.
Am nächstkünftigcn Sonntag, den 21. Juni, wird eme Kollekte! erhoben für die kirchliche Versorgung cvaiigelischer Glaubensgenossen im Ausland.
katholische Gemeinde.
Gottesdienst.
Samstag, b en 13. 3 uni:
Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, den 14. Juni, D r e i f a l t i g k c i t S - S 0 n n t a g Vormittags von 67. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Alefse^
„ um 8 Uhr: Tie ziveile heilige Messe.
„ um 91 A, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Ehristeulehre daraus 2lndacht mit Segen.
TeSefomscifte Kurs^ebcäte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank lllr Hande) und Industrie, Giessen.
Frankfurter BSör«e, 12. Juni. 1.15 Uhr.
3z2% Reichsanleihe . . 91.80 3% do. . . 83.10 3^°/0 Konsols .... 91.85 *6% do 82.95 3 % % Hessen 90.95 3>£o/o Oberhessen . . . 91.00 4 % Oesterr Goldrente. . 99 20 4‘/6 ?o Oesterr. Silberrente 99.20 4% Ungar. Goldrente . . 93.30 4% Italien. Rente . . . —
3^6 Portugiesen Serie I 63.80 3?« Portugiesen „ 111 63 80
4Jiu/0 russ.Staatsanl. 190a 95.38 4 >£ u;0 japau. Staatsanleihe 89.33 4$<6 Conv. Türken von 1903 95.90 Türkenlose 148.80 4% Griech. Monopol-Anl. . 51.50 4% äussere Argentinier . 87.00 3u/0 Mexikaner . . . 66.75 1 >a u/0 Chinesen .... 96.80
Aktien:
Bochum Guss 208.25 Buderus E. W 110.00
Tendenz: fest.
Elektriz. Lahmeyer . . . 117.75 .Elektriz. Schuckert . . . 105.70 1‘lschweiler Bergwerk . . 200.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 186.00 Hamburg - Amerik. Paket.’, 110.00 Harpener Berg werk. . . 194.25 Laurahütte 201.50 Kordd. Lloyd . ... 94.00
Obeischles. Eisen-Industrie 93.50 Berliner Handelsges. . . 160.00 Darmstädter Bank . . . 123.20 Deutsche Bank .... 229.50 Deutsch-Asiat Bank . . 134.00 Diskonto-Komiuandit. . . 172.80 Dresdner Bank .... 137.30 Kreditaktien 197.00 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn 88.90 Gotthardbahn —.— Lombard. .Eisenbahn . . 25 75 Uesterr. Staatsüahn . . . 147.40 Pnnce-Henri-Liseubahu . 118.00
berliner ilörse
Canada E. B 156.50
Darmstädter Bank . . . 123.60
Deutsche Bank .... 220.25 Dortmunder-Union C. . . 56.70 Dresdner Bank . . . 137.00
Tendenz; ruhig.
12. Juni. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 194.50
Laurahütte —.— ivombardeu E. B. ... —
Nordd. Lloyd 93.40 riirkenlo.se ..... 148.80
Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert dio
ßrühi’sche Universitäts-Druckerei. Schulstr. 7


