Ausgabe 
12.2.1908 Zweites Blatt
 
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stände zu verdanken, das; die Unfallstelle an einer Tannen- waldung liegt, in die fu hineingeschleudert wurden.

R. B. Darmstadt, 11. Febr. Wie der Polizeibericht meldet, wurde ein Fensterputzer, der von Gießen aus wegen Diebstahls einer Kassette mit 500 Mk. steckbrief­lich verfolgt wurde, am Samstag hier fest genommen. Bei seiner Festnahme wurde noch ein Barbetrag von 90 Mk. sowie ein Wechsel über 100 Mk. vorgefunden.

X. Hanau, 11. Febr. Als heute notfrnrittag Arbeiter mit bei Herstellung von Känalisierungsarbeiten in der Lamboystraße tätig waren, stürzten plötzlich Erbmassen des Kanalschachtes in- einarrder und verschütteten zwei Arbeiter. Die Rettungs- arbcilen wurden sofort energisch betrieben, leider konnte der Maurerparlter Peter Schlcndrer aus Langenselbold nur als Leiche geborgen werden. Sein Bruder, der zweite der Ver­schütteten, halte nur leichtere Verletzungen erlitten.

W. Freiberg, 11. Febr. Tie Bürgermeisters- Witw e Ida Beier aus Brand wurde heute von der Straf­kammer des hiesigen Landgerichts wegen versuchter Verleitung zum Meineid zu zwei Jahren Zuchthaus intb fünf Jahren Ehrverlust verurteilt.

W. Par:s, 11. Febr. Tas Zuchtpolizeigericht ver- urteUte den imtionalistischen Deputierten Gras Boni de Castel- lane wegen handgreiflicher Beleidigung seines Vetters Prinz Sagen zu 100 Francs Geldbuße.

UniveEtäLs-Nachricheen.

Wegen der Berufungen der Professoren Deißmann aus Heidelberg und T r e w s aus Gießen an die theologischen Fakultäten der Universitäten Berlin bezw. Halle wird der preußische Kultusminister Holle von der konservativ-orthodoxen Presse Preußens heftig angegriffen. Dabei hat sich der Mnister an die Vorschläge der beider: Fakultäten gehalten. In Halle waren drei Kandidaten in gleicher Linie einstimmig vorgejchlagen worden, darunter unser Gießener Professor Trews, der auch von dem scheiderllen Professor Hering als ein ihm erwünschter Erbe seines Lehrstuhles bezeichnet worden ist. In Berlin hatte die Fakultät an erster Stelle die Berufung Professor D. Jülichers aus Marburg vorgeschlagen, an zweiter Stelle sich für den Heidel­berger Professor D. Deißmann ausgesprochen. Ter letztere war auch der Kandidat der positiven Mitglieder der Fakultät, darunter

des zurücktretenden Prof. Weiß. Ter Minister hat sich nicht für den an erster Stelle empfohlenen Marburger Theologen, sondern für den von dem greisen Senior der Fakultät gctoün)a)tcn Heidelberger Gelehrten entschieden. Er hat also, wie jetzt im Tag" sehr richtig ausgeführt wird, der Orthodoxie gegenüber nicht nur korrekt verfahren, sondern er hat den Wünschen po­sitiver Universitätslehrer noch eine besondere Berücksichtigung zu­teil werden lassen. Trotzdem werden von einem konservativen preußischen Blatte folgende Wünsche kundgegeben:1. Man ver­lange zwei positive Ordinariate in Berlin, ein praktisches zum Ersatz des demnächst zurücktretcnden Professors Kleinert, und ein neutestamentliches als Gegengewicht der beiden zuletzt berufenen liberalen Ordinarien Holl und Deißmann. 2. Ein positives, praktisches Ordinariat 'in Halle. 3. Man lehne Aequivalente imschädlicher Art an Heineren Fakultäten, so sehr diesen auch positive Ernennungen zu gönnen find, ab und verbitte sich weitere Ernennungen radikaler Theologen. 4. Man fordere eine Wieder­besetzung der Stelle eines theologischen Referenten int Kultus­ministerium mit einem positiven Theologen." Dem gegenüber spricht sich jetzt der greife Berliner Prof. Weiß mit aller tvünschens- werten Klarheit für die Entscheidungen des Ministers Holle aus, und es ist wohl auch nicht anzunehmen, daß der Minister den konservativ-orthodoxen Forderungen schleunigst Folge leisten wird. Allerdings schreibt bereits das führettde Blatt der preuß. Konservativen:Wie wir hören, werdet: schon die nächsten Er­nennungen theologischer Professoren den Beweis erbringen, daß Tr.' Holle nicht die ihm zugeschriebene Absicht hat, bte sogen, pof live Theologie zurückzudrängen." Das ist aber doch wohl nichts als das kategorisch zum Ausdruck kommende Verlangen, der Minister des preußischen Kultus lynbe sich bei: Orthodoxen zu beugen. Mar: wird ja sehen, ob in Zukunft Minister Holle die Ratschläge der theologischen Lehrkörper befolgen oder ignorieren und dem akademischen Herkommen durch die Ausnötigung uner­betener Lehriräfte ins Gesicht schlagen wird. Vorläufig hat er stch. der Berufung zweier ausgezeichneter Gelehrten nicht tvider- setzt. Hub diese Nachgiebigkeit gegen die wissenschaftlichen Jn- teressei: wird er hoffentlich auch in Zukunft zeigen. An ein Hallcsches orthodoxes Parallelordinariat neben dem des falsch- lisch als radikal verschrieenen Prof. Trews scheint der preuß. Kultusminister jedenfalls nicht zu denken.

Professor Korn, dem Erfinder der Fernphotographie, ist die nachgesuchte Enthebung von seiner Stellung als außer­ordentlicher Professor an der Münchener Universität be- icilligt worden. Die Ursache des Rücktrittsgesuchs waren Di ffe- r e n z c n mit Geheimrat Professor Röntge n. Tie Veranlassung war die auf Wunsch Röntgens erfolgte Berufung des Professors Sommerfeld als ordentlichen Professors für theoretische Physik im Oktober 1906. Dadurch war die Lehrtätigkeit Korns wesentlich beeinträchtigt worden. Sein Mschiedsgesuch wurde bereits im November 1906 eingereicht. Ta in den folgenden Verhandlungen Korn nur ein mchct honorierter Lehrauftrag für angeluaiibte Mathematik in Aussicht gestellt wurde, nicht aber eilte etats- wäßige außerordentliche oder ordentliche Professur, hat Korn bei seinem Enthebungsgesuch beharrt.

* Ei s en b a h n n n i ä l l e. Ter Wagen des Mnhlkutschers Sus der Vinzenzmühle bei Canlh (Schlesien) wurde am Abend des 10. Febr. von entern Schnellzug erfaßt und zertrümmert, ein Pferd ge­tötet und das andere so schwer verletzt, daß es getötet werden mußte. Ter Kutscher erlitt so schwere Verletzungen, daß er im Kranken- Hause zu Eanth starb. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. T Am 11. Febr. suhr auf dem Bahnhof Freiburg m Schlesien eine leere Maschine aus einen Güterzug. Mehrere Güterwagen wurden stark, beschädigt. Vom Personal ist niemand verletzt worden.

* Explosion en. In Bunzlan ereignete sich in einer Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen eine schwere Gas-Explosion.

In dem Gebäude wurden große Verheerungen ungerichtet und alle Fensterscheiben zertrümmert. Zwei Arbeiter wurden schwer verletzt. Im Betriebe der Explosives Eompany in Vandreuil bei Mont 9trat (Canclla) trug sich eine Explosion zu, bei der das Nitroglyzerin­haus und die Maschinenräume in die Lust flogen. Neun Personen wurden getötet und viele verwundet.

Kleine TageschroniS.

In Königsberg wurde die Schauspielerin von Schonen deck, Nachfolgerin des im vorigen Jahre jäh ums Sehen gekommenen Fränk. Schwartz, bewußtlos aufgefundcn. Sie hatte Arsenik genommen. Im Krankenhaus gelang es, die Lebensgefahr zu beseitigen. Ihre Angabe, dieschlechte Be­handlung" der Theaterleittmg und der Kritik habe sie zum Selbst- movdversuche getrieben, ist nicht ernst zu nehmen, Ncoch bei ihrem letzten Auftreten als Hedwig in IbsensWildente" wurde, wie dieOstpr. Ztg." hettwrhebt, ihre Leistung von der ge­samten Kritik anerkannt. Es muß also ein andtwer Grund Vor­gelegen haben. >

Die Folgen des Bahnsrevels bei Landen in Belgien find erheblich ernster, als man zuerst annahm. Bisher wurden 2 T o t c und 30 Verletzte, darunter mehrere Schwerverletzte gezählt. Ter Materialschaden ist bedeutend. Es wird vermutet, daß die Katastrophe Diebe verursacht haben, die den Zug berauben wollten.

Die fett Donnerstag abend in O st g a l i z i e n mit ungewöhn­licher Heftigkeit andauernden S ch n e e st ü r me bebrüten eine Ka- tastrophe. Der Bahnverkehr Mischen Lemberg und Krakau ist unter­brochen. Tausend Arbeiter, sind mit der Freimachung der auf dieser Strecke eingefdjnetten Züge beschäftigt. Auf 16 Bahnlinien Ostgaliziens ist der Verkehr auf mehrere Tage sistiert. In Krakau such bereits die Lebensrnittel ausgegangen.

Tie wegen Erawrdung der Frau Lcvu: in Pinnte Carlo zum Tode verurteilte Frau Goo ld wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt.

In Brookhaven (Mississippi) Begleitete eine aus 20000 Köpfen bestehende Volksmenge eine Abteilung Miliztruppen, welche einen Neger nach d^rn Gerichtsgebäude bringen sollte, wo er sich wegen Vergewaltigung einer weißen Frau zu veraittworten hatte. 2:e Kündgeber griffen die Miliz truppen an und üoerwältigten diese beinahe. Hierauf wurde der Befehl gegeben, von bei: Waffen Gebrauch zu machen. (Sine Salve verwundete 2 Angreifer. Ter wütenden Äollsmenge gelang es schließlich doch, den Neger zu ergreifen. Er wurde vor den Augen des Richters, der am Fenster des Gcrichtsgebäudes stand, an einer Telegraphenstange auf­gehängt.

Im Theater zu Teheran kam es bei Beginn der Vor­stellung zu einem furchtbaren Gedränge, wobei 10 Personen erdrückt und 30 verletzt wurden.

3MB'gaiWirai i irrii! i wwarjraw* 1 2 3 4 r Kirr wntHw/annaHKjMBwai lthi umaitwn

Eingeßatt-L.

Haltestelle Garberuetch.

1. Tie Steinbacher sagten in ihrer Eingabe an die Hess, zweite Kämmer:Tie Waggortbezüge der Gemeinden Watzenborn-Stein­berg, Hausen, Garbenteich, Tvrs-Güll und Grüningen sind so ge­ringfügig, wie die der Steinbacher". Tas heißt doch auf deutsch : Die Errichtung einer Haltestelle ist nutzlos!

In 9er. 23 des G. A. versucht ein Steinbacher Anwalt diese haltlose Behauptung etwas abzuschwächen, indem er ausführt: daß für sämtliche umliegende Dörfer andere Rampen näher und bequemer zu erveichen wären, als die geplante". Die Antwort von Grüningen in Nr. 25 hat ja hinlänglich dargetan, wie sich der Einsender dadurch iwchmeljr hineingeturnt hat, aber auch die Watzenborner könnten ihn eines Besseren belehren!

2. Wenn nun in dem Steinbacher Eingesandt in Nr. 33 die Angaben der Grüningcr inbezug auf das Terrain zwischen GarbenteichGrüningen als nicht den wirklichen Tatsachen ent­sprechend hingestellt zu werden versucht wird, also der Urheber dieses Ergusses immer iwch Berge und Täler im Weggelände ahnt, so wollen wir seine lieb gewonnenen Vorstellungen nicht weiter nutzlos alterieren.

3. In der Eingabe der Grüninaer an die Hess, zweite Kamtner zu lesen in Nr. 25 ix Bl. heißt es vom Export und Import Grüningens:da unser Ort nachweislich 5060 Waggon importiert und sich der Export bei Obstjahren noch um 2530 Waggon steigert, stellen sich dieGesamtoer- ladungcn auf 85100 Waggon". Der Herr Einsender von Stein­bach führt aber ii: Nr. 33 folgendes aus:Dem ist entgegen­zuhalten der angebliche Export von 60100 Waggonladungen Obst aus Grüningen". Nein, lieber Herr, so wollen wir doch unsere Obsternten nicht .über die Hutschnur hinaus gehoben haben!!! Ebenso bedankt sich auch die Torf-Güller Molkerei für solche Art der Hebung ihres Betriebes, wie sie der Verfasser sich aus­malt. Faule Witze über wichtige Lebensinteressen nehmen sich selbst neben gutem Limburger- und speckigen Handkäsen gar nicht vorteilhaft aus, es fei denn in der ersten Märzwochc l. I.

4. In Nr. 23 schreibt der Vertreter Steinbachs:Es steht indessen bei dem Lovalitäts- und Gerechrigkeitsgesühl der ent­scheidenden hohen Behörden und Körperschaften zu hoffen und zu erwarten, daß aua? um solcher gewiß an sich lobenswerten Ideen willen nicht die Lebensinteressei: von vier großen Dörsern mit gegen 3000 Einwohnern zertreten und ven:ichtet werden". O, das ist starker Tubal!!! Also wegen einiger Katzensprünge Wsgeweite mehr und vielleicht einer tieinen Erhöhung des Fahr­preises sollte solch grauenhafte Katastrophe eintreffen!!! Wie allgemein bekannt ist, machen Watzenborn, Hausen, Garbenteich, Kr üsabdeckerei, Dorf-Güll und Grüningen Steinbach ist aus­geschlossen, weil feine Waggmllezüge so geringfügig sind, wie ihre Eingabe besag: zusammen ganz bedeutende Bezüge allein an Holz, Briketts und Steinkohlen. Es se: nur daran erinnert, daß die Watzenborner schon jahrelang viele Waggon Schettholz aus bei: Laubacher Walbungen beziehen. Kann es einem Arbeiter einerlei sein, ob er auf genossenschaftliche!: Wege den Zentner Köhlen für 1,10 Mk. ober durch den Händler für 1,40 bis 1,50 Mk. bezieht! Haben die Steinbacher noch keine Künde von den hohen Brennholzpreisen und bei: preiswerten Preß- klotzen der Gruben bei Trais-Horloss und Wölfersheim, auch iwch keine Ahnung von den iwch sehr reichen Braunsöhlenlagern bei Münster, die in Angrifs genommen werden, sobald die Bahn LicktGrünberg im Betrieb ist! Berücksichtigt man die großen Vorteile, die eine Ausladestelle an geplantem Orte für genannte Orte bietet, nur inbezug auf Brennmaterialien, fo erscheinen uns die Steinbacher Interessen als reine Lappalien!Halt!" sagen die Steinbacher,und unsere 40 000 Mk. Zuschuß zu den Bahnbaukosten vor 40 Jahren?" Richtig! Das macht für das

Todes-Anzeige.

Gestern Morgen 11 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser Sohn, Brillier, Schwager und Onkel

Kart Konrad Romps, Techniker im Alter von 20 Jähren.

Lang-Göns, den 11. Februar 1908.

Familie Johs. Romps XIV.

Die Beerdigung stillet Freitag, den 14. Februar nach­

mittags 3 Uhr statt. 1943

»Donnerstag früh

tont eine Seillung

Wer WWe

~ ein bei: [223

Georg Wallenfels

..nur Marktplatz No. 31 LMÜber der Engel-Apotheke. ibeitcUunocn erbitte frühzeitig!

Vogelsberg. Landeicr p. St. 9Pf. to'ch-Triukcier, 2 Sia. 17 Pfg. cmpiteölt W. Ullrich, 0*80 Schloßgasse 7.

Schornstein- Aufsatz iPliömx bester Schutz gegen Rauchbelästigung empfiehlt 706

I. Häuser, WulWidlz.

Neustadt 56. Telefon 76.

Holzversteigerrrng

im Nultershmrseuer Gemeindewaw.

Freitag, den 14. Februar vormittags von 10 Uhr ab kommt in den Distrikten Wehrholz und Hellenberg nach­stehendes Holz zur Versteigerung:

42 Rm. Buchen-, Eichen- und Kiefer-Scheitholz

58 Buchen- und Eichen-Knüppcl

92 Kiefer- und Fichten-Knüppel

1550 Wellen Buchen- und Eichen-Reifer

1225 Kiefer- und Fichten-Reifer

36 Rm. Buchen-, Eichen- und Nadel-Stockholz

4 , Eiche-Nutzscheit

17 Eiche-Stämme 9,25 Fstm. haltend

Hierunter 2 Stämme mit 5,60 Fstm.

44 Kiefer-Stämme 12,76 Fstm. haltend

97 Fichten-Stämme 21,71

273 Fichten-Derbstangen 25,96 Fstm. haltend.

Der Anfang ist in dem Distrikt Hellenberg und kommt da§ Stamm- und Stangenholz zuerst zum Ausgebot.

Ruttershausen, den 10. Februar 1908.

Großh. Bürgermeisterei Ruttershausen

Klinket. 932

JahL 1000 Mk. ^LächSemi nFeb die Steinbacher aus "ter Schule' geplaudert haben, sagen wir ihnen direkt ins Gesicht:Euere 1000 Mk. das Jahr Heben euch so reichen Zinsgenuß abge- toorfen, daß ihr mtn nicht mehr auf den Sack zu klopfen braucht, wenn ihr auch einige hmllsrt Schritte weiter gehen sollt V' Doch auch iwch eine Gegewoechnung der Grüninger, die wohl auch mit zur Beruhigung der Steinbacher beizuttagen vermag. In bei: 40 er oder 50 er Jahren des vorigen Jakwh- wurde durch das Steinbacher Gebiet und den Ort Steinbach selbst eine sogen. Staatsstraße gebaut auf Staatskosten. Sind die Steinbacher damals zu besonderen Leistungen verpflichtet worden?! Nein! und welchen Vorteil prochte ihnen dock^ diese Straße! Um ebendiese Zeit mußte (Grüningen die Straße HolzheimGrü­ningenSteinberg bauen und zwar mit einem Kostenaufwand von 16000 Gulden ohne die Franzen! Hat man bei Uebemahme der Straßen auf den Kreis den Grimingern etwas herausbezahll?! oder hat man den Steinbachern etwas abverlangt?!

Alles Kleinliche hemmt gesunde Fortschritte, und Kirchturms­politik schädigt zu jeder Zeit!

Ein Grüninger.

Märkte.

tb. Gießen, 11. Febr. Der heutige Riillviehmarkt Halles einen Auftrieb von ca. 1100 Slück Großvieh und 250300 Jung­vieh und Kälbern. Tas Geschäft in Milchvieh war etwas belebter wie an den ersten Märtlen des Jahres, gute Kübe waren stark gejucht und wurden dem entsprechend bezahlt. Junge Stiere und Rinder zu Zuchlzwecken fanden jdjiucr 9tel)iner, dagegen waren gute Masilüye zu billigen Preisen an den Manu zu bringen. Ter Handel in leiten Rinden: und Kühen ließ sich gut an, es wurde iür Wiesbaden und Koblenz stark gekauft, was ein weiteres Weichen der Preise zurückhielk. Feite Ochsen waren in schöner Ware am Markt, mußten ober im Preise um 2-3 Alk. für den Zentner ab- fchlagen. Ten Kälbermarlt machten wieder Frankfurter, Wies­badener und Mainzer Einkäufer, so daß die sehr gedrückten Preise eine Kleinigkeit anzogen. Einige Paare schwere Fahrochsen wurden zu annehmbaren Preisen verkauft. Gehandelt wiirden per Ctiill '1)111 ch k ü bei. Qual. 450525 Alk. (einzelne sehr schwere Stücke bis d(iOWL), 2. Qual. 350-410 Alk., 3. Qual. 270-310 Mk., junge Rinder und Stiere für Alastzwecke je nach Form und Güte IbO190 Alk. Tie Preise für Fcttvieh stellten sich der Zentner Schlachigewicht; fette Rin der 1. Qual. 6870 Alk., 2. Qual. 6667 Mk., fette Kühe 1. Qual. 6365 Mk., 2. Qual. 60 bis 62 Alk., fette Ochsen je nach Giite 7375 Alk., Kälber 1. Qual. 69-72 Mk., 2. Qual. 64-67 Alk., 3. Qual. 56-60 Alk., siahrochsen wurden das Paar mit 850950 Alk. abgegeben. Tie Metzger, die aus den kleinen Provinzstädten gekommen waren, klagen, daß der Umjatz von Fleisch bei ihnen sehr nachgelassen habe und begründen dies damit, daß infolge des Tiefstandes der Scywemeprelje die Kundschaft zahlreicher denn je emgejchlachtel habe.

fc. Frankfurt a. M., 12 Febr. Sch weinemarkt. (Org. Tel. des Gieß. Anz.) Zum Verkaufe standen 1610 Schweine. Bezayl wurden: für Schioeme 1. Qual. 5859 Pfg., Lebendgewicht 45,5 bis 46,0 Pfg.; 2. Qualität 5700 Pig., Lebendgewicht 0000,0Pfg.; 3. Qual. 4850 Pig. Markt gedrückt, lleberstand unbedeutend.

der SLaLiou Gieße».

Februar

1908

Barometer . auf 0° redliziert

Temperatur der Luft

Absolute Feuchtigkeit

e» 2 <31 II " CO

Windrichtung

Windstärke j

SBehec

11. 23S

761,8

+ 3,3

4,5

78

W

2

Bew. Himmel

11. 9

760,3

+ 2,4

4,7

85

SW

2

Bed. Hunmel

12. Vb

760,0

+ 2.4

4,7

85

NW

2

w w

Höchste

Tempe

ratur

in 11

-12.

Februa

v =

+ 3,9 C.

Niedrigste

11.12.

=

0,9 C.

BorauSfrchttiche Witterung für Hefjeu am Donnerstag den 13. Febriiar 1908: Al eist trüb, trocken. Temperatur wie heute. Leichte Nachtirrösle. Schwache nördliche Winde.

München, 12. Febr. Ende dieses ALonats sollen voraus­sichtlich in Erfurt zwischen Kommissaren der bayrischen und, preußischen Eisenbahn-Verwaltung Verhand­lungen über eine gegenseitige Benutzung b.er Güterwagen ftattfinben.

5t o m, 12. Febr. In der gestrigen Kammersitzung stellte Giolitt: die Vertrauensfrage, weil ein Antrag ein» gebraust worden war, der parlamenlartschen Kvnttoll-Kommission für Etscnbahn-Betrille solle die Besugnis erteilt werden, sich eigenmächtig nrit allen Dienstressorts der Eisenbahn zu befaß en. Giolittt will, daß dies nur durch den Minister für öffentliche Arbeiten und nach dessen Gutdünken geschehen soll. Auf Wunsch Giolittis wird der Antrag schon heute beraten.^

Paris, 12. Febr.Petit Parisien" denchtet aus Teiuan, daß die Postkouriere Frankreichs, Englands und Deutschlands auf dem Wege zwischen Tanger und Tetuan angefallen und ausgcplünd er t worden seien. Die gesamte Korrespondenz wurde ihnen abgenonnnen.

Paris, 12. Frbr. Tie Abteilung des Obersten Boutegourd wupde von Marokkanen: in einen Kämlpf verwickelt, der zum Rückzug d e r F r a n z o s e n führte. 9Lach Mitteilungen aus Fez befaillvn sich am 5. d. Mts. vier dem Sultan Abdul Asis treue Stärnnie vor den Stadlwreii. Die gegenwärtigen Macht­haber in Fez ordneten eine allgemeine Bewaffnung gegen die Angreifer an.

Madrid, 12. Febr. Nach einer Blättermeldung hat die französische Negierung die spanische zu tätiger Mitarbeit in Marokko aufgcfdrbcrt. Der Ministerpräsident hat es jedoch abgelehnt, das spanische Kontingent zu verstärken. In Madrid wird das als ernste Meinungsverschiedenheit auf» gefaßt.

Hotzversteigerrmg

im Gießener Smdtwaid.

Montag, den 17. Februar 1908, vormittags 9'/= Uür beginnend, werben in der: Waldungen der Stadt Gießen iu: Distrikt Hangelltein versteigert:

492 Fichten-Derbstangen mit 29,84 Fstu^,

101,6 ytin. Buchen-Scheitholz,

1 Eichen-

75,7 Buchen-Knüppelholz

2 Eichen-

2 Linden-

1 i. Fichten-

1945 Buchen-Stockholz l -

2 Eichen- j srob

1450 Wellen Buchen-Reisig

100 Eichen-

30 Fichren-

Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Taubringcn am Hangelsieiner Steinbruch.

Gießen, den 11. Februar 1908. ß«/.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

J.V.: Keller.

Louvertt «ii Firma B

vrühl'sche Universitäis-vruSrrei.