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9.4.1908 Erstes Blatt
 
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Donnerstag S. Zlpril 1908

Erstes Blatt

158. Jahrgang

Nr. 85

Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.

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Kleines Feuilleton.

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Ans dem preußischen Landtage.

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Berlin, 8. April. Der Reichstag wird, wie nunmehr stststelst, vom 28. April bis etwa 12. Mai nochmals zusammcn- treten, um die große Zahl rückständiger mittlerer und kleiner Gesetze zu verabschieden. Es wird jetzt bestimmt damit gerechnet, daß gegen Mitte Mai nicht Schluß der Session, sondern eine Vertagung bis Ende Oktober erfolgt, weil die im Fluß be­findlichen Vorarbeiten für wichtigere Gesetze im Winter ohne weiteres fortgeführt werben können.

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Die ArbeiMosigkeit in Amerika.

In Chicago sammelten sich 500 deschästignngZ- 'sse Arbeiter, die unter freiem Himmel genächtigt hatten, tot dein Rathause und erklärten, sie seien entschlossen, so irge dort zu bleiben, bis sie entweder Arbeit oder Brot bekämen oder verhungerten. Die Krawalle irsiirchtende Polizei trieb die Menge mit Knütteln riSeinander, wobei einige Personen verletzt wurden. :Pater ließen die Stadtbehörden Lebensmittel verteilen.

politiid>e Lagesschar».

Die Lage in Portugal.

AuS Lissabon wird gemeldet, daß die Gesamtzahl der Taten infolge des Zusammenstoßes am Sonntag 6 beträgt, ^«rner sind 15 Personen schwer und Hunderte leichter ver> ipunbct. Am Montag wurde ein Offizier tätlich verwundet linb mehrere Personen leichter. Der ruhige Verlauf des gestrigen TageS ist der Besonnenheit der Truppen zu ver­danken. Die Regierung droht mit strengen Maßregeln. Die Karnison wurde verstärkt. Trotzdem eroitznen sich täglich die bedenklichsten Vorkommnisse. So wurde in Lissabon während i (inet Ausfahrt des päpstlichen Nuntius desien Wagen I pon Steinwürsen getroffen. Die anderen Mitglieder des dip- Ilomatlschen Korps sind bisher unbehelligt geblieben. Als in er Nacht auf den 8. April um 3 Uhr zwei als Zivilisten I gekleidete Soldaten vor der Türe zur Wohnung des Kom- l in enbonten einer Eskadron der Stadtgarde der in der Nähe er Straße NecessidadeS gelegenen Kaserne die Runde mach- I ite, fielen plötzlich zahlreiche Revolverschüsie. Herbeieilende ; jiolizeiagenten fanden die beiden Soldaten un Blute chivlmmend, den einen tot, den anderen sterbend vor. Zu­rich sahen sie mehrere Personen in einiger Entfernung fliehen. Abgesehen von diesem Vorfall war die Nacht in .issabon ruhig. Von den am 5. d. M. in der Kirche des heiligen DommikuZ Verwundeten sind zwei ihren Verlctzmrgen | erlegen. Der Patriarch von Lisiabon untersagte den Gottes­dienst in der Donnmkuskirche und der Alcentarakirche.

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Das Abgeordnetenhaus beriet geiknt zunächst g Gamp betreffend Gewährung freier Fahrt hl männer bei den Landtagswahlen und nalM ihn iXflcrcx Debatte an, nachdem ein Riegierungs-Kommissar er- kE hatte, daß ein öffentliches Interesse nicht Vvttiege. Tann r-cde die Debatte über die Ansiedelungs-Denkschrift ^gesetzt und diese durch Kenntnisnahme erledigt. Das Gesetz fox die .Haftpflicht des Staates bei Verfehlungen von Beamten :irbc von der Tagesordnung abgesetzt, da es in dieser Session coch nicht mehr erledigt werden kann. 5)eute tritt das Haus iod) einmal zusammerr, um et, a vom Herrenhause znrück- b mnenbe Vorlagen und Petitionen zu erledigen. Nachmittags -in 4 Uhr findet die gemeinsame Schlußsitzung statt. . Tas tzirrenhaus erledigte gestern das Quellenschu^csetz mit ei- ilgen kleinen Abänderungen und dann das Pottzeikostengesetz ned) den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. Als Termin

AusZanH.

Paris, 8. April. Der Senat bewilligte 35 000 Frcs. für die lieberführung der Leiche Zolas in das Pantheon. Darauf wurde die Sitzung ausgehoben.

Die Skandale in der französischen Ar- meeverpslegung gewinnen an Ausdehnung. Der Unterstaatssekrerär Eyeron setzt mit großer Energie die Untersuchung wegen Lieferung verdorbenen Flei­sches in den östlichen Garnisonen fort. Gestern wuroen in mehreren Städten, darunter auch in Versailles und Paris Flelschproven und Rauchwaren mit Beschlag beleg: und dem staatlichen Laboratorium zur Untersuchung übergeben. Die meisten Proben wurden als unbrauchbar und verdorben er­kannt. Die Untersuchung wird um so eifriger betrieben, als in Nancy und Besancon Soldaten uni - e v.rdächtigen Symp­tomen gestorben sind.

Biarritz, 8. April. Nach mehrfachen Besprechungen mit König Eonard übernahm Asquith die Bildung des neuen Kabinetts.

C o r f u, 8. April. Infolge heftigen S i r o c c o s trafen die Dampfer mit großen Verspätungen ein, soweit sie nicht ganz ausbleiben. Die 2l n t unft s zeit der griechi­schen Königssamilie und die des Kaiserpaares ist daher noch nicht auf die Stunde genau zu bestimmen. Un­unterbrochen starte Regengüsse sine b-?n Vorbereitungen für die Empfangsfeierlichkeiten, besonders die Ausschmückungs- arbeiteii sehr hinderlich. _ Tic türkische Regierung ist be­müht, die Begrüßung des K a i s e r s a n d e r a l b a n i f ch e n Küste möglichst eindrucksvoll zu gestalten.

Urmia, 8. April. An der persisch-türkischen Grenze ist ein Regiment persischer Truppen, welche von Täbris nacy Urmia verlegt worden waren, wegen rückstän­digen Soldes im Au s st an d und hat die Stadt ohne Erlaubnis verlassen. Bis jetzt ist kein Versuch ge­macht worden, die Truppen zur Rückkehr zu bewegen.

dänischen Heere mttgcmacht haben.

§ 8. Die Zuerkennung der Beihilfen erfolgt durch Ziviwerwaltungsuehörde der Bundesstaaten.

Zur Gewährung einer erhöhten Beusilfc (§ 6- bedarf es der Zustimmung des Reichskanzlers.

§ 9. Der jährlich im Reichsi-aushalts-Etat festgesetzte Aus- gabevedarf wird nach dem durch den Reichshaushalts-Etat be­stimmten Vcricilnngsmaßstabe den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten zur gesetzmäßigen Verwendung überwiesen.

§ 10. Tie Bewilligung, der Beihilfen ermlgt unter Aus­schluß des Rechtsweges auf dem Verwaltungswege.

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für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten sind vom Minister des Innern festgesetzt: der 3. Juni und nö­tigenfalls die folgenden Tage für die Wahlen der Wahlmänner und der 16. Juni und folgende Tage für die Wahlen der Abgeordneten.

Beihilfen an Kriegsteilnehmer.

In der Bu d g e tko m m i s s io n d:s Reichstages haben die nationalliberalen Abgeordneten Graf v. Oriola, Beck (Heidelberg), Dr. Paasche und Dr. Weber einen Antrag eingebracht, der, in Gesetz.sform gefaßt, die Gewährung von Beihilfen an Kriegs­teilnehmer abschließend regeln soll. Die Paragraphen des be­antragten Gesetzes lauten:

§ 1. Perwuen des Unteroffizier- und Mannschaftsstandes des Heeres und der Marine, die an dem Feldzuge von 18*0/71 oder an den von deutschen Staaten vor 18<0 gejährten Kriegen ehrenvollen Anteil genommen haben und sich in hitzsoedürftiger Lage befinden, erhalten Beihilfen aus den. allgemeinen Reichs- mittcln. Eines Nachweises der Hilssbedürstigleit bedarf es nicht, trenn der Kriegsteilnehmer das 60. Lebensjahr überschritten und ein Gesamteinlommen von weniger als 900 Mk. hat.

§ 2. Die Beihilfen betragen jährlich 120 Mk. und werden monatlich im Voraus bezahlt. Die Zahlung der Beihilfen be­ginnt mit dem Monat, in welchem sie zuercamrt werben. Sie unterliegen nicht der Beschlagnahme.

§ 3. Von den Beihilfen ausgeschlossen sind: a) Personen, die aus Reichsmitteln gesetzliche Jnvalidenpensionen oder ent- svrcchrnde sonstige Zuwendungen beziehen; b) Personen, die nach ihrer Lebensführung der beabsichtigten Fürsorge alch un­würdig anzusehen sind: c) Personen, die sich nicht im Besitze des deutschen JndigenatS befinden. Die politische Gesinnung eines Kriegsteilnehmers hat bei der Prüfung seiner Würdig- teit außer Betrache zu bleiben.

§ 4. Die Zahlung der Beihilfe ist einzustellen, sobald die Voraussetzungen sortgefallen sind, unter denen bie Bewilligung stattgefunden hat (§ 1 unb 3).

§ 5. Hinterläßt ein Beihilfen einpfäntzer eine Wiiwe oder eheliche oder legitimierte Abkömmlinge, so wird für, d:e auf den Sterbemonat folgeitbcit drei Monate die Beihilfe weiter bezahlt. Die Bezahlung erfolgt im Voraus in einer Summe. Ist eine Witwe vorhanden., e- erfolgt dtt. Zahlung an biefe.

§ 6. In Fällen und für die Dauer einer besonderen Not­lage kann eine Erhöhung des jährlichen Betrags der Beihilfe von 120 Mk. bis zu......eintreten.

§ 7. Die Beihilfen Eöiutcn auch vieichsangehörigen gewährt werden, die den Krieg von 1870/71 im französischen Heere oder die Feldzüge von 1848 bis 1850 und von 1864 im

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lieber eine zurzeit in dem Gewerbe-Mu­seum zu Darmstadt veranstaltete Ausstellung von Terrakotten gehl nns folgende Mitteilung zu: Die Mündung der Großh. Keramischen Manufaktur in Darrn- iebt durch S. K. H. den Großherzog erfolgte mit in der

ei noch aufmerksam gemacyt aus das ferne Korn des Scher­bens, das der Modellierung sehr zu statten kommt, aber auch die Formen außerordentlich weich erscheinen läßt. Die aus- gesteitten Gegens.ünde (Springbrunnen, Blumenkübel, Vasen u. dgl.) sind zum Teil nach Entwürfen von Professor Schar­vogel in der Manufaktur selbst modelliert, zum Teil, ins­besondere die mit reicherer Modellierung versehenen Stücke, lammen sie von der Hand des Bildhauers Karl Huber in Ofsenbach. Das gleichzeitig ausgestellte Porträt-Medaillon S. K. H. des Großherzogs ist von dem Mitglied der Künstler­kolonie, Bildhauer Heinrich Jobst, modelliert. Es dars also mit Befriedigung festgestettt werden, daß dank der Jnittative unseres kunstsinnigen Großherzogs in Darmstadt ein neuer Zweig eines uraueit Kunstyandweris wieder ausgeblüht ist, von dem wir hier die ersten Anfänae zu sehen bekommen. Auf der diesjährigen Laudesausstellung wird alsdann die Großh. Keramische Manufaktur u. a. auch mit einer umfang­reichen Terralotta-Architektur vertreten sein, die in ihrer Eigenart kein Beispiel aufzuweisen hat.

Die letzten aus ber Saalburg ausgeführten Gra­bungen ergaben wieder eine 3ici.ije beachtenswerter Gntdectungeu und Funde. Vor allem wurden füo.ich uno östlich des sog. Ofsizier- hauses (Villa) ausgedehnte Maucrzüge verschiedener Perüden bloß­gelegt, die ebenso wie die neuau,gedeckten Fundamente des da­neben liegenden Gebäudes, das man bisher als Ausspann be­zeichnete, neues Lickst auf die architektonische Gestattung dieser Bauanlagen werfen werden. Im Innern des letztgenannten Ge­bäudes wurden zwei Brunnen gefunden uitb ausgegLaben, die reiche Ausbeute lieferten, so einen silvernen Schlangenring, em vorzüglich erhaltems Messer mit Hirschhorngrisf u. a. Zwischen CudiLonum und Derumantor kam ein aus drei kleinen Zunmcrn bestehend.r, divttt an der S.rauensiuckst gelegener Bau zum Vvr- ichein. Huit>.r ihm entdeckte man einen t>chweriHatten meieatgen Brunnen, der, luie die Piöstenlöck)ec zeigen, eine UebetdackMng ljutie. In ihm sand man viele Faßdauben und Bvdenstücke. Eine Daube zeigte den mit dem Brenneisen eingebrannten Stempel SERTJOR (wohl Sentiorum = Eigentum der e>enlu oder der Akute des Sentiuch; ferner einen vergoldeten Beschlag euics Kasi- chcns. Am inLriHantelten war em hölzernes >schiv^ bas genau btr einst von Jaeovi ver,uasten ReL)ii|irnttwn entfpriHt. Nal)c ixr sJu)too)teac des Kastells neben der sog. Latrine Oie Meinl ch.r eine Turmfundament zu fein) wurden vier in ihrem Unterbau prächtig erhaltene Bactöjeii bloßgelegt.

Protest res v l u c i v n gegen emStadt -Theater. In Elbcr,etd faßte eine Versammlung, die aus Atttgliedern des Alldeutichen Veroandcs, des Deutsck)en Sprachvereins, der 'Deutsck)- und Christlich-Sozialen Partei, des Teutfäi-iiationalen Handlungs- gelsilfen-VerbandeZ, des H-xeitonservativen, Vereins uick» des Eoan- gelischen Arbeitervereins bestand, eine Protestresolution gegen das dortige Stadttheater, weil Werke, wie AschsGott der Rache",

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Deutsches Neich.

B a ire uth, 8. April. Erzbischof Dr. Abcrt in Bam­berg hatte an den Pfarrer Tremcl ein Schreiben gerichtet, in dem er ihm untersagte, einen Vortrag im jungliberalen Verein zu Nürnberg zu halten. Pfarrer Trcinel hat darauf dein Erz­bischof geantwortet, daß ec lediglich den Bitten seiner hochbetagten Mutter wegen sich veranlaßt sehe, vom Vortrag abzustehen. Ter junglibcrale Verem bemüht sich, die liberale Fraktion des bah- rischcn Landtags zu einer Interpellation wegen dieser Frage zu veranlassen.

Ein Nachspiel zum P r k» s s c st r c i k scheint sich in der AktiengesellschaftGermania", die den Verlag und die Druckerei des gleichnamigen Berliner Zentrumso^gans besitzt, abgespielt zu haben. Lakonisch macht diese Gesellschaft imNeichsanz." be­kannt:Aus dem 2ttifsickstsrat unserer Gesellschaft ist der Land- ger.chtsbirekioc Adolf Gröber in Heilbronn auSgcschiedcn." Das spricht immerhin dafür, daß man nachträglich, freilich etwas sehr spät, auch in den Zeitungsireisen des Zmlrums emm'undcn hat, daß man Herrn Gröber nicht gestatten dars, in der Presse, von deren Vertretern er so verächtlich reden tonnte, ein Amt zu be­kleiden.

DörmaunsLedige Lco.te', Lv.verirdsFrühlings Erwachen" und Musik" zur Ausführung gelangten. Solche Werke perversen In­halts untergrüben die Aufnahmefähigkeit für wahre Kunst und vorletzten das sittlickM Empfinden des Volkes. Das Ueberivuchern derartigerSittenstücke" vereitele ferner die Vermittlung von Wer­ken neuer.r, aufstrebender Dichter, wie Etter, Lienhard, Schönherr, Söhle, Staveiihagen usw. Die Stadtvettretung wurde aufgesorderr, die Ausiuhrung von Werken genannter Art zu vereiteln und die Pflege watzrhaft deutsck-er Kunst zu sichern. Tie liberalen Zeü- tungen der Stadt weisen deii Protest als ungerechtfertigt zurück.

ip. Vom Bau des Campanile in Venedig. Tie Restaurierungsarbciten des berühmten Campanile, der bekannt­lich vor mehreren Jal/ren einstürzte, schreiten mit großer Rüstig­keit fort. Die Hauptschwierigkeit bestaiw in ber Fundamentierung dis Gwckenturms. Dos Gerüst, welches beim Bau zur Verwendung gel-L-igt, ist von den riejigsten Dimensionen und so konstruiert, daß es bei Fortichireiten ber Arbeiten automatisch erhöht lueoben kann. Es ist nach allen Seiten hin mit einer SchutziKlle ver­sehen, so daß die Weiterfortführung des Werte' durch schlechte Witterliiig keinen Aufsck-ub zu erleiden braucht. Ein elektrischer Falsrstuhl, welcher innerhalb des Turmes laust, befördert die Baumaterialien an die gewünschte Stelle. Der Campanile, wel- ajtr bei Vollendung eine Höhe von 100 Metern erreicksen wird, erhebt sich augenblicklich erst 17_ Meter über dem Erdboden, doch hont die mit dern Van betraute Kommission, daß die Arbeiten Ende 1010 vollendet sein werden.

Unler Bezugnahme auf unseren Artikel über den Kupfer­stecher Wille in 9lv. 83 wird uns von einer Dame aus Grün­berg, einer Angehörigen der Familie des Künstlers, gejchriebeu, daß (was ja übrigens in Hessen bekannt sein dürste, nnb was der Verfasser des Gedenkartikels zu enuäl)ncn wohl nur vergag) sein richtiger Name Witt war. In Frankreich kam er tun den Ge­danken, ein slnmmes e seinem Namen anzunigen um der richtigen Ansjprache durch Die Zranzojen willen.

Das Wesen der Ai o h a rn rned an isch e n Re­ligion. Jnsolge der Ereignisse in Marrskro und des da- se.bst drohenden AusbruHs uex,Heiligen Krieges" oürs.en sur unsere Leser die sotgenoeu Aus|ührungen ub-r das Wesen oes Jssialns, die wir dem Pzack-uvorleBirdcrsaal der chrift. lichen Welr", 40 Lieferungen ä 40 P,g. (Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Sturcgart) enmeymen, von Inter­esse sein. Das Religionsbucy des Islams ist Der Koran. Er enthält eine Sammlung von Ansprüchen Mohammeds, die ihm, wie er vorgab- im Namen Gottes von dem Engel Gabriel sollten mitgeieilt sein und die von den Vertrauten des Propheten naaj und nach ausgezeichnet worden sind. Besonders seierlich lautet die erste ^urc, mit welchem Worte die einzelnen .Abschnitte des Korans bezeichnet werden: Lob und Preis Goli, dem Weltenherrn, dem Allerbarmer, der da herrschet am Tage des Gerichtes.. Dir wollen wir

Hex Htttzever Anzeiger JRtQBSF tfRk <sv BezugSprets:

f-ächeuu täglich, außer JBsa$6s3r monatlich75 Pf., viertel-

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^exi'ipr^-Anschlüsse: I\jS AM Vecaniworllich

, i Die Nedaktion 112, " Xr A - * ä ze*. < mm sür den oolrnschen Teil:

- General-Anzeiger für Oberheffen ss Ianalsme von Anzeigen V r n II u.Land- undGerichts.

w die ragesnummer Hofafioitsbru» und Verlag -er vrühl'fchen Unlv.-Vuch- und Ztein-ruckerel. R. Lange. RedaMon.. Expedition und Druckerei: Schttlstratze 7. !)?"!"

tw8 oormUtogd iu ugr. ~*nt>eiflc,ucu v- ocu.

ITIsicht, einem vielfach empfundenen Bedürfnis nach kün st­erischem Gartenschmuck aus gebrannter Erde ent» Mnzukommen. Bekanntermaßen hat die Entwicklung der ^icrakotten-Industrie im vorigen Jahrhundert bei uns nicht Zeichen Schritt gehalten mit der auf anderen keramischen »bieten. Die zurzeit in Handel gebrachten Erzeugnisse ihb vielmehr vielfach als Produkte eines entarteten Geschmacks antzusehen, wie es leider auch die jetzt noch -iüfach in Gärten anzutressenden Gnome, Pilze, Rehe wb dergl. zur Gfenüge ersehen lassen. Noch bis zum Ende . 18. Jahrhunderts wurden geschmackvoll ausgeführte

u-rrakotten auch bei uns handlvert'smäßig hergestellt. Seit- omi sind sie abew mit noch vielem anderen Guten von der Abfläche verschwunden. Bei Wiederaufnahme der Anferti- Mg von Terrabstten konnte man sich also nicht vorliegende ! ^sahrungen zmmtze machen, sondern es mußte die Her- ilAlungsweise wieder neu auf gebaut werden. Bor allem hobelte es sich Darum wieder, eine Erdmischung findig zu Wchen, die in gebranntem Zustande in unserem Klima den hbilben der Witterung zu widerstehen vermag. Dann aber Aichzeitig, was die Werlgcbung anbetriffc, um Gewinnung ewes durch den Brand emstehenden Farbtons, der nut der

4 lMdschafilichen Umgebung, in der die Terrakotten Auf- Ittilung finden sollen, in tadellosem Einklang steht. Gerade dem Umstande, daß die eigentlichen Terrakotten bei uns b-llständig verschwunden sind, ist es zuzuschreiben, daß bei dem Pubsikum sich irrige Meinungen biloen konnten. Es durfte desha.b geeignet sein, darauf hinzuweisen, daß der prämiier geloöhnliche rohe Topierwaren von Terrakotten k-mg.unterscheidet. Während erstere rötlich bis rotgelb er- l&eincn, st am porös und infolgeoessen wassersaugend sind, L'^n Terrakotten an der Oberfläche eine ziemlich dichte ^ruklur, weiche das allzu rasche Eindringen des ^Wassers i dirhinbert, uno zeigen immer einen orangegelben ~on, der

Hm Grün unserer Landschaft und zum Blau des 5^immels ^rzügttch stimmt. Der Unlerjchied in der Beschassenhett wiiber Waren bewirkt, daß erstere leicht verwittern, während b-t^iere im Winrer im Freien gelassen werden können, oljne Ab ein Ausjrieren zu befürchten ist, vorausgesetzt, daß | De Blumenerde im Herbst daraus entfernt wird. Besonders

rrus SrcrSr unO LanS.

Gießen, ll. April 1908.

Die Allgemeine hessische Beamteu-SLerbeLasse hielt am Sonntag, 5. April, im RestaurantKaisersaal" zu Darmstadt ihre 6. Mitgliederversammlung ab.

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