Ausgabe 
12.10.1908 Erstes Blatt
 
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Oktober

1908

Gestern ist mir etwas Unangenehmes

Immerhin

Temperatur um 10.

Oktober

Höchste

Niedrigste

10.

Handel

92.25 | Elektriz. Lainneyer .

97.30

l'nuce-Heun-Eisenoabu

145.0

i iirueniose

Tendenz: sehr fest.

r

11.

11.

12.

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11

waren zwei Reichen geborgen, zu dein drillen Verschütteten konnte man jedoch noch nicht gelangen; es ist anzunehmen,

17,7 0 c, 9,9 0 C.

95 80

89.90

88.90

4>0 Uesterr Uuldrente.

4*/6 % Uesterr. bilberrente

23.00

146 90

124.00

. 219 50 . 111.00

22t

91S

7 et

Berliner Baiidelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-Kounnaudit. Dresdner Bank . . hreuitaktien . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisentahn . . . Gottbardhahu . . . Lomoaru. Kisenuahn Uesterr. btaaisuanu .

4^°/0 russ.btaatsaul. 1905

4/4% Japan. Staatsanleihe 4>0 Uonv. Türken von 1UU3

3%

WA

199.50

200.50

22.90

81.70

13i.7i>

. 137.60

. 48 80

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. 97.10

Elektnz. Schlickert . . . Escbweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amenk. Paket!. Harpener Bergwerk. . . LayrahütLe......

Nordd. Lloyd . . . .

Ubeischlcs. Eisen-Industrie

755,9

756,7

755,6

119.30

118.50

195.00

187.80

105.60

199.50

200.75

84.40

95.30

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schmort."

* Allerdings.

3/2 °/< 3 Ao

4%

3%

3%

Beichsanleihe do.

Konsols . <

do. . .

Hessen . .

Uberhessen .

Türkenlose.....

4% Griech. Monopol-Anl.

4% äussere Argentinier bv/o SlexiKauer . .

4/au(0 Ubinesen . . .

Aktien :

Ein Schlepper wurde leicht verletzt. sJZucl)imttag gegen 3 Uh

passiert. Ich hab' den Unrichtigen verprügelt." besser, als Sie wären an den Unrichtigen gekommen.

Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .

Tendenz: fest.

Berliner

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

* Im Restaurant. Ein Provinzler, der nie aus seinem Nest herausgekommen war, macht mit seiner jungen Frau die Hochzeitsreise nach Leipzig. Sie kommen ins Hotel.Wünschen die Herrschaften Table d'hote oder ä la carte zu speisen?" fragt der Kellner. Um sich nicht zu blamieren, bestellt der Provinzler : Bon jedem ein wenig!"

. 126.20

. 236.70 . 138 UO . 176.00 . 145.00 . 198.50

deutsch sei und was nicht, wird ihm nach wie vor interessant, abe- praktisch nicht gar so wichtig vorkommen. Tas Preisen des Vater, londcs mit Spruch und Sang, mititaiionaler Beleuchtung (oft ists eine bengalische) im Geschichtsunterricht, mit Zettungskäurpfen gegen den düsteren und inneren Feind" mag manchmal schön am Platze sein. Den Kern der völkischen Arbeit berührt es nicht einmal, und doch: wie vielen erscheint es sogar als dieser Kern selber!" |

Mrchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, im Konfirmanden« saale der JohanneSkirche : Bibelstund c.

Piarrer Ausseld.

Universitäts-Nachrichten.

Die Universität Breslau hat nun auch statt der lateinischen Matrikel einen deutschenE t n i ch r c l b e I ch e t n" ern- geiührt. Er lautet:Im Namen Seiner Majestät des Denlschen Kaisers und Königs von Preußen Wilhelm II. Nachdem Herr . . . aus. . . durch Handschlag feierlich gelobt hat, den atadenuschen Lehrern die schuldige Dichtung zu erweisen, einen seines Ltandes würdigen Lebenswandel zu stihreii, seinen Studien mit Eifer ob- zutiegen, ist er als Studierender der . . .-Fakultät unter unsere akademischen Bürger aufgenommen worden."

Zanrilren-Na^rkchten.

Geborene: Herrn Karl Gerhardt und Frau in Butzbach ein Sohn.

Verlobte: Fräulein Hedwig Trabant mit Herrn Fritz j Methiessel, beide in Büdingen. Fräulein Else Friedel in Wetzlar | mit Herrn Hugo Pinkel in Sondershausen. Fräulein Wilhelmine \ Steinbach in Oberbiel nut Herrn Emil Wolff in Hoheiilimburg.

G e st o r b e n e: Fräulein Helene Kraft in Grünberg. Herr Heinr. Gg. Friedrich Keller in Ossenheim. Herr Konrad Hofmann in Wisselsheim. Herr Wilhelm Hasselbach in Butzbach. Herr Friedrich Koch in Alsfeld. Herr Gustav Tröster in Angenrod. Herr Elemens Lutzenberger in Tarmstadt. Frau Johannette Hölter, geb. Renttershan, Frau Ehristme Thelen Witwe, geb. Metze, Fräulein Amalie Fitzki, sämtlich in Wetzlar. Herr Joh. Georg Henkel m Salzböden. Frau Sophie Bernhardt Witwe, geb. Becker, in Marburg. W

Meteorologische Beobachtungen

der Station Gießen.

Kunft und Wissenschaft.

Varnhagen o. Ense. Am 10. Oktober 1858 starb Berlin Karl August Varnhagen v. Ense, ein vielseitig begabter Schriftsteller, der mit seiner genialen Gattin Rahel lange Zeil einen Mittelpunkt für das geistige'Berlin bildete. Er war ein scharfer, nur zmveilen recht mißmutiger Beobachter, der in seinen Tage­büchern mit schneller Jeder den Ereignissen und der inneren Ent» ivickelung Preußens folgte. Literarisch ivar er frühzeitig den Romantikern nahegetreten und halte schon 1803 mit Ehannsso einen Musenalmanach herausgegeben. Seine Versuche in romantischer Dichtung gingen indes bald zur Biographie und literarischen Kritik über. Als Prosaiker entbehrt er nicht emes lebendigen und wirk­ungsvollen Stils. Seme Schriften, Die von seiner Nichte Ludmilla Assing noch ergänzt sind durch Briefe namentlich von Alexander d. Humboldt, Metternich, Heine, Bettina v. Arnim, 'Gneisenau, W. o. Humboldt u. a. enthalten eine Fülle von Material zum Ver­ständnis des geistigen Lebeiis jener Zeit. Seiner Gattin setzte Varnhagen selbst em Deiikmal in den Briesen »Rahel, em Buch des Andenkens für ihre Freunde".

vermischter.

Ein schweres Grubenunglück hat sich am Samstag Vormittag gegen 9 Uhr auf ZecheSchürbant" bei Dortmund ereignet. Wie die Verwaltung mitteilt, ist infolge unerwartet eintretenden Gebirgsbruches in einem neuen Flöz eine Strebe znsammengebrochcn. Hierbei gerieten drei Bergleute unter die hereinbrechenden Kohlen-und Gesteinmassen.

Börse, 12. Oktober. Anlaugskurse. . . 173.00 I Harpener Bergwerk . . . . 125.501 Laurahütte .... . . 236.80 1 i.umbarden E. B. . . . . 55.70 ,\ordd. Lloyd ....

83.15

92.25

83.15

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103.25

59 60

das, wenn sie nicht die als ihre Hände braucht, die von Natur ihre vorgestceckten Organe sind, die Persönlichkeiten? Wer dem nachdentl, wirb über vieles in unfern nationalen Bewegungen anders als viele denken. Die Debatte darüber, was eigentliche

Tefcewmsuiha fiCursfeericnte des Giessener Anzeigers, initgeteilt von der Bank Ihr und Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse, 12. Oktober, 1.15 Uhr.

daß auch dieser unter den Kohlenmasien den Erstickungstod gufundcn hat.

* Leichenplünderung nach der Hochbahn­katastrophe. Nachträglich wird derNat.-Ztg." von em­pörenden Vorkommnissen im Anschluß an die Hochbahn­katastrophe Mitteilung gemacht Unter den Verunglückten befand sich auch die un Kaufhaus des Westens angestcllte Kontoristin Hertha Mertens, deren Eltern in der Blumen­thalstraße wohnen. Die Leiche des jungen Mädchens wurde von der Unfallstelle nach dem Leichenschauhause überführt, wo sie bis zur Freigabe von feiten der Staatsanwaltschaft rußte. Nachdem die behördliche Untersuchung abgeschlossen war, wurde die Tote in die Wohnung der Eltern gebracht, die eine ebenso schmerzliche wie überraschende Entdeckung mach­ten. Als man die Tote für das Grab schmücken wollte, wurde man gewahr, daß sie ihres schönen Kopfhaares be­raubt worden war. Ferner wird Blättern gemeldet, daß zahlreiche vom Unfall Betroffne und Angehörige der Toten Wertsachen, die bei dem Vorgänge verschwunden sind, ver­missen. Tie Direktion der Hochbahn hat sich zwar bereit er­klärt, den Schaden zu ersehen, da es sich aber vielfach um Andenken handelt- Die nicht zu bezahlen sind, so hat die Kriminalpolizei bereits Ermittlungen nach den Gegenständen cingeleitet.

* Tic Brieftaube als Photograph. Im neuesten Hefte derUmschau" berichtet Hofapotheker Tr. Neubronner über seine Versuche, Brieftauben zum Photo­graphieren aus der Vogelperspektive zu verwendest. Er ließ nun einen photographischen Apparat Herstellen, der die Höchstbelastung von 7d Gramm, die eine Taube auf Ent­fernungen von 100 bis 150 Kilometer tragen kann, nicht überschritt. Seine Erfindung, gegen die sich das kaiserliche Patentamt zunächst wegen ihrer Wunderlichkeit ablehnend verhielt, wurde nach Einsendung der von einer Brieftaube aufgenommenen Bilder in allen Teilen angenommen. Die mit einem solchen Apparat ausgerüstete Taube kann aus Höhen zwischen fünfzig und hunocrt Metern Landschaften aufnehmen und bieiei ,o dem Photographen eine neue und bequemere Möglichkeit der Photographie aus der Höhe, als sie bisher beim Gebrauch von Luftballons, Drachen oder Raketen vorhanden war. Tie wichtigste Aufgabe der photo­graphierenden Brieftaube aber ist iyre strategische Verwen­dung, die angeblich durch das preußische Kciegsminifterium aufgenommen worden ist. Tie Zahl der so erlangten Bilder kann bis auf 24 und 30 gesteigert werden, und die Auslösung des Momentverschlusses am Apparat, durch den das Photo­graphieren erfolgt, läßt sich gaiau berechnen, so daß auch wirtlich dasjenige Cbjert ausgenommen wird,^ das man zu photographieren beabsichtigt. ('?- Für den Felddienst hat der Erfinoer einen kricgsbrauchbaren Wagen konstruiert, der einen Taubenschlag nebst Dunkelkammer enthält. Besonders für die Aufnahme von belagerten Festungen durch den 2lu- greifer soll die photographierende Brieftaube von Bedeu­tung sein.

* Merkwürdig. Junge Hausfrau:Merkwürdig! Da habe ich in der Schule gelernt: Wärme dehnt die Körper aus, und dabei wird das Stück Fleisch immer kleiner, je länger es

Snrasamp Miitfpr nehmen für die tägliche Körperpflege sorgsame iviuner Neben Kleinen nur MyrrholiN- seife die wegen ihren Reinheit, Milde und eosmetischen Eigen­schaft. v.Aerzten f. d. zarteste Haut allenthalb. wärmstens empsohl. wird.

GerichtssaaL.

Leipzig, 10. Okt. Der Ehrcngerichtshvf für Rechtsanwälte am Reichsgericht hat die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Ehrengerichts der An- tvaltskammer der Provinz Brandenburg, welche dem Anträge des öffentlichen Anklägers, den Rechtsanwalt Tr. Karl Liebknecht aus dem Anwaltsstande auszuschließen, nicht stattgegeben hatte, zurückgewiesen. Liebknecht bleibt also Rechtsanwalt. Die Kosten des Verfahrens hat die Amvaltskammcr der Provinz Bran­denburg zu tragen.

Dem Schreinergesellen Hch. W. aus 91 i b b a gingen wegen Uebertretung der Feierabenbstunbe und ivegen Ruhestörung Straf- befehle über 1 bezw. 3 Alk. zu. Seinen Einspruch begrünbete er beim Schöffengericht damit: er sei von dem 9iachtwächler in der Wirtschaft grob ungefähren worben; auf ber Straße sei ihm ber Nachtwächter nachgegangen unb habe ihn angeschrien. Nicht er, fonbern ber Nachtwächter habe bic Ruhe gestört. Auf Grund bei Aussagen bes Nachtwächters, ber angab, ber Angettugte Hube ihn auf ber Straße laut beschimpft, kam bas Schöffengericht zur 23er- werümg der Rechtsmittel. Ter Angeklagte fühlte sich beschiveri unb erhob Berufung, inbeni er seine früheren "Angaben wieberhotte. 9lach ben Angaben bes Nachtwächters stanb zwar fest, baß sich ber Angeklagte unangemessen benommen hat unb auch laut war. Tuß aber jenianb in ber Ruhe gestört worben ist ober badurch hätte gestört werben können, konnte nicht als erwiesen angenommen iverden. Dagegen staub fest, baß der Slngeflagtc nach bem Feier- abenbbieten länger als nötig in der Wirtschaft verweilt hat. linier' Verwerfung ber Berufung bezüglich ber Uebertretung ber Feier- adenbstunde würbe ber Berufung in bezug auf bic Ruhestörung stattgegeben unb er in letzterer Hinsicht freigesprochen.

Ein Hühnerliebhaber

ist ber Taglöhner W. D. von Ober-Eschbach. Das Schöffen­gericht halte festgestellt, baß er einem Nachbar zwei Hühner uub einen Hahn gestohlen hat, unb baß er auch beobachtet worden ist, ivie er versucht hat, ein Huhn in seinen Hof zu jagen. Er fochl das ihn ivegen Diebstahls zu acht Tagen verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts an unb bat um Freisprechung, ba er sich keiner strafbaren Hanblung bewußt sei. TaS einzige an ber ganzen Sache ist: er habe em halbverhungertes Hühnchen auf seinem Acker Dorgeümben, dieses habe er aus Mitleid mit nach Hause ge­nommen und es gepflegt. Als nach einigen Wochen sich der Eigen­tümer meldete, habe er es ihm zurückgegeben. Den Vonvurs, ge­stohlene Hühner geschlachtet zu haben, wies er zurück; bic von ihm geschlachteten Hühner habe er gekauft. Tie Beweisailsnahme ge­staltete sich für ihn aber so ungünstig, daß er es vorzog, sich bei der Strafe zu beruhigen, falls die Staatsanwaltschaft auf die Weiterverfolgung ihrer Berufung keinen Wert legt. Ta dieses nicht der Fall mar, wurden bic beiderseitigen Nennungen zurück­genommen, so daß es beim Schöffengerichtsurteil sein Beivenden Hal.

Ti Hafer-Kakao wird bei Blutarmut und Bleichsucht als Krättigung-smittel tausendfach ä rztlich empfohlen.

Nur echt inblauen Kartons für 1 Mk-, niemals lose.»

Nationale Arbeit.

Wer bic Gebietserweiterung desKunstwarts" nicht verfolgt 1 hat, wird sich vielleicht wunoern, das erste Oktoberheft des neuen Jahrgangs durch eine Betrachtung des Herausgebers Ferdinand Avenarius über die Art und den Wert der nationalen Arbeit ein- gelcitet zu sehen. Tie Zeitschrift (Benag Georg D. W. Eall- wey, München i, die sich im Untertitel eineRundschau über Aus­druckskultur auf allen Lebcnsgebieten" nennt, nimmt int genann­ten Leitaufsatze Stellung in einem anderen Sinne als in dem einer nationalen Partei. Avenarius, verweist auf die Freiheit im öffentlichen Leben Englands, auf die Freiheit der Kräfte zur bestmöglichen Betätigung für das nationale Wohl, und er­kennt in dem Triebe, mannten Kräften Raum zu schaffen, viel­leicht einen der nützlichsten für den völkischen Vorteil. Er fährt fort:Daß er auch uns nicht fehlt, beweist gerade Zeppelins Fall. Aber es muß Besonderes, Aufregendes, Großes kommen, um ihn in Gang zu bringen, und dann kommt oft genug wieder das Steckenbleiben: man sieht den Fall nicht als wichtigsten unter hundert wichtigen, man sieht überhaupt nur den einen, man begeistert sich nur am Einzelfall uno treibis bann bei ihm, als galt es im Sport einen Rekord zu schaffen, mit dem man auftrumpfen kann. Tie nationale Aufgabe verlangt aber mehr, als daß wir uns gelegentlich für etwas Erstaunliches erregen, sie verlangt, daß wir immer und immer auf der Wacht sind, um, foweit das nur menschemnöglich ist, überall den rechten Mann am rechten Platze zu sehn und überall drauf zu halten, daß ihm die beste, will sagen feine persönlichste Arbeit erleichtert werde. Es ist noch lange nicht genug bewutzt geworden, und wo es das ist, da ist in uns das Bewiißtfein davon noch lange nicht gegenwärtig genug, nicht ununterbrochen wirksam: daß jede Nicht- oder Falsch- Verwendung persönlicher Tückstiglctt Blut bedeutet, das im Volks­körper stockt. Die Bevorzugung des Adels bei Heer unb Ver­waltung ist ein altes Thema, die Bevorzugung des Reichtums durch unsere Zivilisation cm andres. Ich empfinde den Wert des vielgeschmähten preußischenJunkertums" so herzlich, wie Fontane ihn empfand, und weiß, daß auch der Reichtum von der Kinderstube her noch bessere Güter mitgeben laim, alsbic Rost und Motten fressen" ivev aber will int Ernste behaupten, baß bei uns Adel und Reichttun nur nach Maßgabe ber persönlichen Tüchtigkeit bevorzugt werden, die ja bei '21 bei und Reichtum ost leichter gedeihen mag ? Wo einer eine Arbeit tut, die ein anderer besser tun könnte, da leidet das Nationalvermögen einen Verlust. Beimbesser tun", gewiß, darf man nicht nur an dte_ Arbeit denken, die sich satzung- und zahlengemäß kontrollieren läßt, auch dieGesinnung", soviel die Witzblätter spotten über den Begriff, auch die Gesinnung wirkt höchst wesentlich dabei mit. Nur muß auch sie dann eine wirkliche Straft fein, die aus dem Ererbten wie aus bem Erfahrenen in aufrichtiger Auseiiiandersetzung mit dem Ge­wesenen wie mit dem Seienden bei Freund und Feind erlebt ist bei wie vielenGutgesinnten" aoer zur Rechten wie zur Linken p.üt das'? Was tut denn die Allgemeinheit dazu, voll­wertige Menschen, persönliche Männer reifen zu lassen'? Sucht der Staat Persönlichkeiten? Zieht er sie schon als solche den Bequemeren" vor, die vom Strebertum red ich nicht erst- auf den Luxus der eigenen Meinung verzichten", weil sie ja teilten Zweck hätte" ? Freut er sich bet seinen Beamten einer sinnvollen unb durchdachten, also zum mindesten zu immer neuer llebcrprüfung der Tinge wertvollen Opposition? Schicken die Parteien vor allem einmal Eharaktere und Sachverständige in die Parlamente, auch wenn sie nicht bei jedem Parteiprogramm- Paragraphen taktfest sein sollten'? Es ist ein Jammer, daß wir über diese Dinge immer nur reden, als watens Parteisachen, wah­rend die große Frage doch die ist, ob die Straft der Station reichest- möglich zur Entfaltung und Entwicklung kömmt. Wie soll sie

Ungar Goldreute . .

Italien. Beute . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen 111

Drei solcher Striche # mit der Bürste über Ihren Schub, und er erstrahlt in einem herrlichen Lackglanz - - aber nur, wenn Sie Schuhcreme Erdal dazu verwendet haben. Erdal hält auch gleichzeitig das Leder geschmeidig und wasserdicht, aber Sie müssen ausdrücklich Erdal verlangen, wenn Sie Wert auf alle diese Vorzüge legen.

General-Vertreter: Fritz Julimann, Bahnhofstraße 59.

Bei ber wechselnden Witterung treten bei Säuglingen häufig Verdauungsstörungen auf, welche am sichersten dadurä) verhütet und beseittgt werden, daß man an Stelle der bisher gereichten Aftlcb eine einwandsfrete, leicht verdauliche "Nahrung verabreicht. Eine solche ist das seit 40 Fahren altbewährte Nestle'sche Ktndermehl, welches schon in Tausenden von Fällen Rettung gebracht hat.

wirtschaftliche Bedenken cntgegenständen, hat sich ebenfalls als unzutreffend erwiesen, wie von berufener Seite dargelegt worden ist. Tie Mengse des dem -Ouellengebiet entströmenden Wassers wird täglich cuf 30 000 Kubikmeter geschätzt. Ein Pumpverj.ich, der in den nächsten Tagen vorgenommen werden soll, wird dies bestätigen, u.ib als sicher und gewiß kann gesagt werden, daß in Inheiden eine solche Menge guten Trinkwassers, dem Felsen entsprungen, zutage gefördert zu werden vermag, daß nicht allein die. ganze Wetterau aus­reichend damit versorgt, sondern auch noch eine ganz erheb­liche Menge (bis 20 000 Kubikmeter täglich » ber Stadt Frank­furt a. M. zugeführt werden kann. Um dies zu bewerkstelli­gen, ist beabsichtigt, die er bohrt en Quellen, die nahezu 130 Meter über dem Meeresspiegel liegen, aus einen 8 Kilo­meter entfernten Höhenpuwc bei Geiß-Nidda zu pumpen. Von dort soll eine Leitung das Wasser über Vilbel nach Frankfurt a. M. bringen, wahrend mehrere Zweigleitungen zahlreiche Orte der Kreise Gießen,- dinaen und Friedberg mit Wasser versehen zollen, öl Ge­meinden mit 45 000 Bewohnern, sowie Bad-Sakzhausen wer­det, so ist bis jetzt das Projekt, mit diesem reinen, gesunden, überaus wohlschmeckenden und billigen Naß es kostet den Gemeinden der ftubumcter ±0 Pfennige ver­sehen. Tiefe Gemeinden gliedern sich in acht Grupüen, die in der Linie Inheiden-Butzbach, Inheiden- Ulfa, um Reichelsheim und in der Linie Oberwöllstadt- Ilbenstadt-Büdesheim liegen. Die nähere Zusammen- setzung der einzelnen Gruppen steht noch nicht fest. Tem E>roßh. Ministerium liegt zurzeit das Inheidener Projekt vor, in nächster Feit wird wohl bc)ich Genehmigung erfolgen. Hoffnungsvoll sieht Oberhessen der Ausführung dieses Kulturwerkes entgege. t, das der Bevölkerung Ge- sutrdheit und Wohlfahrt fördert und sofort gewinnbringend ist. F- C. Kyr.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 9. Oktober.

Der schoßwütige Hund.

Gegen den Arzt Dr. B. aus Salzschlirf erging ein Strafbefehl in Höhe von 3 Atark, weil sein Jagdhttnb auf frembenr Jagdgebiet umherlatlienb betroffen rourbe. Dr. B. erhob Widerspruch mit der Begründung, der Hund habe sich, da er schußwütig sei, als er Schüsse fallen hörte, von der Leine losgerissen und sei nach der Richtung der Schüsse gelaufen. Tas Schöffengericht hielt die zur Bestrafung wegen eines Polizei- deftktes genügende Fahrlässigkeit für vorliegend, da der 2ltzgeklagte nicht die nötigen Vorkehrungen getroffen habe, um das Tier von iieinbcm Jagdgebiet abzuhalten und mies den Einspruch zurück. Ter Angeklagte erhob Berustmg und machte geltend, der von der Staatsanwaltschaft angezogene Artikel des Jagdstrasgesetzes will nur den bestraU wissen, der seinen Hund frei tunherlatiien läßt, er habe aber seinen Hund nicht frei umherlaufen lassen, dieser habe sich vielmehr losgerissen und sei gegen jeiiien Willen auf das iremde Jagdgebiet gelangt. Die Strastammer hielt aber ebe^'alls ein fahrlässiges Verschiilden für vorliegend, umsomehr, als dap der Angeklagte ivußte, daß sein Huiid aus Schießen reagiert; er hätte die nötigen Vorkehrungen treffen müssen, um das Entweichen des Hundes zu verhindern. Im JMeresse des Jagdschutzes mußte so­mit Bestrafung eintreten und das Urteil bestätigt iverden.

Ein teilweiser Erfolg.

Temperatilr der Luft

Absolute Feuchtigkeit

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Wind stärke

Wetter

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Sonnenschein

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