Ausgabe 
12.3.1908 Erstes Blatt
 
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Die heutige Nummer umfaht 10 Seiten.

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Der Mittwoch vung aus

dasGrand Casv Trapp", das diesen Warnen führt, weil es nicht in Straßburg oder Wieg liegt, sondern int Herzen Deutschlands. Die reichlich groben 9läunie füllten sich mit den in leuchtenden Farben geneideten Tarnen in verhältnismäßig geringer Zahl, untermischt von den in ernsteren Farben austreteuden Herren. Tas hellleuchtende Bild änderte sich, als dann nachher zahlreiche Besucher der genannten Generalversammlung herüberkamen und die letzten Plätze im Lass entnahmen. Für den Beobachter, der ein ruhiges Plätzchen gewonnen hatte, ivar es unterhaltend, ans dein nun entstehenden Sttmingewirre bald die entzückten Ausrufe der Konzertbefucher, bald Bruchstücke von Sätzen, die von be- fchränkrer und unbeschränkter Hafttuig handelten, herauszuhoren. An alledem imbeteiligt faßen nur an ihrem Stammtisch unsere Akadeintker", die in voller Couleur erlist tmd würdig der Ber- ülgung von Bier oblagen und darin unterstützt wurden von ihrem in beit Farben feiner Herren gekleideten Couleurdiener, der um die Crgänzuug desStosses" eifrig bemüht mar.

So endete der für das stille Friedberg ereignisreiche -tag. *

Das neue Kieler Stadttheater wird den Kieler Steuerzahlern immerteurer". Nachdem für den Bau im Mai 1902 1305 000 Mk. bewilligt waren, wurde diese Summe im Februar 1904 auf 1500 000 Mk. erhöht, wozu im Mai 1907 noch 50 200 Mk. kamen, so daß der Bau allein mit 1 550 200 Mk. zu Buch stand- Jetzt werden mindestens 160 000 Mk. nachgefordert mit der Begründung, daß seit Beginn des Baues eine bedeutende Preissteigerung der Rohmaterialien und Arbeitslöhne erfolgt ist. Außer dieser Summe werden noch 30 000 Mk. für den Fundus des neuen Stattheaters gefordert, nachdem man anstatt der zuerst geschätzten 125000 Mk. bereits 297 000 Mk. für den Fundus gezahlt hat. Mit den neuen Nachbewilligungen tostet das Theater der Stadt 2 200 000 Mk.

KleineChronik ausKunst undWissenschaft. A u g u st 2 u n k e r m an n, der bekannte Reuter-Interpret, erlitt in Frankfurt einen Schlaganfall. Er liegt im Heilige-» Geist-Hospital. Die Sprache ist wtedergekehrt, das AUgemeüibesinden den Umständen nach befriedigend. Zu einem Denkmal für D. Fr. Strauß, dessen 100. Geburtstag jüngst gefeiert wurde, hat ein hanseatischer Großkaufmanii als erste Gabe 5000 Alk. gespendet.

12as Denkmal soll m Ludwigsburg errichtet werden. Siegined Wagners neueste Oper fall den Titel Dietrich von Bern tragen.

polHifc^c Lagesßchan.

Die Besolduugsfrage in Preußen.

zweite Akt der Beamtenbesoldungsfrage ging am im Abgeordnetenhaiife von statten. Die Folge- ber Besoldungsverschiebung im Reiche ist von der

Heer und Flotte.

Berlin, 11. März. Es steht jetzt fest, daß ein Vete­rinär- Offizier-51 orps, dessen Schaffung die Kabinetts­ordre von 1903 verhieß, schon nächstes Jahr ins Leben treten wird. Dian märtet nur den Ueberiritt der ersten Abiturienten ins Heer, der 1909 erfolgen wird, ab.

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wenn" des $ it die Finanztesn c. Aber es isl r inten Bctjprechi^ ni vor Uebeiheib^ i Rciü mit 800 5! ironischer Weise len sollen, daß birc :tenbotlagcn bränx' läge wirb bas Sh1 nationalen ?trata

preußischen Staalsregierung dahin gezogen worden, daß auch die preußische Besoldungserhöhung warten muß. Die Be- soldungSvorlage soll im Oktober dem für diesen Zweck einzu­berufenden preußischen Landtag unterbreitet werden. Sie soll rückwirkende Kraft vom 1. April 1908 an erhalten. Datz gilt für Beamte, Geistliche und Lehrer. Mit möglichster Be­schleunigung, also jedenfalls noch in der laufenden Tagung, sollen den unteren und mittleren Beamten bis zu denen mit 4200 Mk. Gehalt außerordentliche Zulagen von 100 und 150 Mk. gewährt werden. Auch den Lehrern mit ge­ringerem Einkommen soll eine einmalige Zulage zuteil werden, während die Geistlichen einer momentanen Hilfsleistung entraten müßten. Dies etwa ist der Kern der Mittwochs­erklärungen des Aizeprästdenten des preußischen Staats- ministerittms v. Bethmann-Hollweg und des Finanzminiilers Freiherrn von Rheinbaben. Vorher waren die vier Interpel­lationen kurz namens der Antragsteller begründet worden.

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König Alfons in Barcelona.

König Alfons hat keinen geringen Beweis von Mut dadurch gegeben, daß er nach Barcelona gereist ist, dem Hauptsitz der spanischen Anarchisten. Allerdings roirb^ der König von einem ganzen Heer von Polizisten bewacht. Trotz­dem lassen es die Anarchisten an Versuchen nicht fehlen, An­schläge auf das Leben des Königs zu verüben. So verlautet, daß gestern früh am Quai Atararanas ein Explosivkörper explodiert sei, der in ein eisernes Rohr der Kanalisation ge­legt worden war. Die Behörden sollen alle Spuren der Explosion verwischt und völliges Schweigen über den Vorfall beobachtet haben, so daß zunächst nichts darüber in die Oeffent- lichkeit gedrungen ist.

Dresden, 11. März. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer kam es bei Besprechung des freisinnigen Antrages, die Sitzungen der Wahlrechtsvorlage-Dep u t ation öffentlich zu führen, zu stürmischen Szenen zwischen Präsidium und äußerster Linken. Als auf den Tribünen lebhafte Kund­gebungen für die Redner der Linken erfolgten, ließ Präsident Mehnert die Tribünen räumen.

Deutsches Reich.

Berlin, 11. März. Allgemeines Sinken der Fleischpreis-e im Einzelverkaus wird angekündigt. In den letzten acht Tagen traten der Fleifcherzeitung zufolge in vielen deutschen Städten bereits PrcißerMäßigungen ein, u. A. in Berlin, Mainz, Marburg, München, Plauen t V.

DieNordd. Allg. Ztg." rann gegenüber den in meh­reren Blättern enthaltenen 'Nachrichten auf Grund einer An­träge an zuständiger Stelle bestimmt erklären, daß ein ehren- gerichtlicherSpruch gegen den Grasen Hohenau bis­her nicht ergangen ist.

Von einer den Grafen Albrecht und Wilhelm von Hohenau, Leutnants im Regiment der Gardes du Corps, naheslelienben Sette wiro geschrieben, daß die beiden Offiziere nur einen neunmonatigen Urlaub antreten und am 1. Dezember ds. Js. wieder zum Regiment zurückkehren.

Schlobitten, 11. Ddärz. Vom Hofmarschallamte ist der Fürst zu Dohna benachrichtigt tvorden, daß der Kaiser in der zweiten Hälfte des Mai zur Frühjahrspürsche nach Prökelwitz kommen werde. Auf der Rückreise i)t auch ein kurzer Aufenthalt in (Sabinen geplant.

Chemnitz, 11. Marz. Eine von tausend Personen besuchte Arbetterveriammlung erzgebirgischcr Strumpfwirker beschloß die Fortsetzung des seit elf Wochen währenden Streiks.

München, 11. März. Die Tarif Verhandlungen im Baugewerbe haben ihren vorläufigen Abschluß gefun­den. Die endgültigen Tarifberatungen werden erst am 20. März stattfinden.

An-Iano.

Paris, II. März. Präsident Fallidres, wird, wie gemeldet in der zweiten Halste des Monats Mai anläßlich der Eröffnung der französisch-englischen Ansstellnug England besuchen, er wird auf dieser Reise von dem Minister des Aeußern Pichon begleitet.

Figaro" erfahrt ans London, Kaiser Wtlyem habe T w e e d m u t h ausdrücklich ermächtigt, feinen Brief zu veröffentlichen, und ihm versichert, es werde ihn nicht verletzen, ivenn die engliche Regierung von feiner Ermächtigung Gebrauch mache, die Regierung habe jedoch befchlossen, den privaten Charak­ter des Kaiserbriefes zu achten.

London, 11. März. Rach einer Meldang derTitnes" ans Teheran sind e r n st e Unruhen i n Schiras aus- gebrochen. Chivamel Diulk und dessen Sohn wurden erschoßen, ebenso zwei hervorragende DiullahS. (iuie Partei ist im Vormarsch aus 'Teheran. Die Unruhen dauern fort. Tie Mcwuitg besagt weiter, die Reakiionäre drangen den Schah zu einer Aktion gegen das Parlament. Tas yjiinntenuni verhalt fich passiv.

Tie Acorgenblcttfer melden aus Bukarest: Tie Agrar­bewegung nimmt allerorten zu. Bei einem Zusammen­stöße von Bauern und Militär gao es zwei Tote und mehrere Verwundete. D^e Bewegung erstreckt sm- auf bie untere Waiack>ei. In Tisani erstürmten Bauern den Gutshof des Groß- grundpäck-tcrs Fisü-er. An allen Telegraphenstangen des Bezirkes Timbowitza wurden geschriebene Proklamationen gesunden, in denen die Bauern aufgefordert werden, sich zu erheben, alle Bulgaren zu erschlagen und dahin zu schicken, wohin sie voriges Jahr ihre Brüder gesandt hatten.

Sofia, 11. DLärz. Zu dem Streite über die Ehe. schließung des Fürsten Ferdinand erklärt Erzbischof Menini folgendes: Ter Fürst ging ursprünglich den Papst um Tispenz zur Schließung einer gemischten Ehe an. Der Papst verwies ihn an mich als die für den Fürsten direkt zuständige Kirck-enbehprde. In einem an den Wiener Erzbischof adressierten Schreiben gab ich die erwünfchte Einwilligung unter der einzigen Bedingung, daß eventuelle Kinder des neuen Ehebundes katholisch erzogen werben. Tem Fürsten neben der katholischen eine pro- tcftantisck-e Eheschließung zu verbieten, daran habe ich nicht einmal gedacht unb glaube auch nicht, daß der Bamberger Erzbifchos eine Wiche Bedingung gestellt hat, da er nur die von nur ausgestellte Vollmacht durchzuführen hatte. Menini glaubt zu wissen, daß in Öfterste in ferne evangelifche Trauung stattfand; wenn es aber doch der Fall war, so tonne niemand etwas dagegen tun.

Untitz, bie wohlweislich Halt macht vor dem Spirituskartell, macht die nationalliberale Fraktion des Reichstags nicht mit; aber eine wachsame Aufsicht des Staates uno, wenn nötig, sein Eingreifen, hält auch sie für geboten, wo die bleberspannnng der Privatwirtschaft zu einer Schädigung bet Arbeiter, Industrie und Konsumenten auszuarten droht. In einer Anlehnung an den bekannten Angriff des Herrn Lueck im Zeutralverband deutscher Industrieller forderte Tr. Junck ein solches Vorgehen gerade deshalb, weil er nicht zum Schrittmacher der Sozialoemotratie werden wolle. Eerrn v. B r o ck h au s e n haben es die Warenhäuser angetan unb er bekam darüber das Dichten. Er entzückte das Haus nit einem wunderschönen Gedicht, in dem sich das Tios- hirenpaar Barth und Goth ein auf den Wertheimsrein aimten, unb das, wie der Dichter erzählte, ihm einmal im ~raum eingefallen sei. Ter Herr hat es ihm im Schlafe gegeben. Unb weil es in Deutschland wirklich noch Dichter gibt, empfahl der Zentrumsabgeordnete Pfeiffer einen Lijrenfölb des Reiches. Herr v. Brockhaufen ijt der erste Anwärter darauf. Daß Herr Pfeiffer, der leider in b?r drängenden Hast am Sitzungsschluß sich in seinen dankenswerten Ausführungen beschränken mußte, sich auch der Presse und ihrer Stanoesorganisationen annaym, darf ihm als Verdienst zugerechnet werden.

Berlin, 11. März. Der Seniorenkonvent des Reichstages einigte sich dahin, um die rechtzeitige Ferrig- ftelluug bcs Etats zu ermöglichen, bic Verhandlungen über bie noch zu beratenben Spezialetats zu kontingentieren: für bas Reichs- amt bes Innern sind noch vier Tage bis zum 14. März in Aussicht genommen; bic Interpellation über bie L>chiffahrts- abgaben soll hierbei ausscheiben unb erst nach bent Etat zur Besprechung gelangen. Der weitere Plan ist jolgenber: Ergan- znngsetats erste Lesung, ferner Kolonialamt unb Schutzgebiete fünf Tage bis zum 20. März. Reichstag, Reichs-MilttargerM, Peiisivnssonbs, Jnvalibcnsonbs unb bie Expebltron nach Ost- afien einen Tag bis zum 21. März; Eisenbahnen, Reichs,chatzamt, Zölle unb Bankwesen zwei Tage bis zum 24. Marz; Rctchs- tanzlcr. Auswärtiges Amt brei Tage bis zum 28. Marz, eventl. sollen Abenbsitzungen ftattsinben.

Dem Abgcoronetenhau s ging heute bcc Gesetz­entwurf über bic Haftung bes Staates unb anderer Verbünde für Amtspslichtvcrletzungen von Beamten bei Ausübung der öffentlichen Gewalt zu.

Die Meldung, baß nach Aeußerungcn bcs Finanzministers Neuwahlen zum AbgeorbnetenHause gegen Mitte Juni stattsinbcn fuil.n, ist ungemein, lllian iuico inbeffen annehmen buijCit, daß sic mtt Rücksicht auf bic llmdwir.sch. tätige Bevölkerung bereits Enbe Mai ober Anfang Juni angesetzt werben.

Das Mitglicb bes Herrenhauses Herr v. Hellborf- Bebra ist auf Schloß Beeorr bei Jieainatt', Bezirk Halle, gcitorbcn.

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Friedberger Brief.

-k-. Friedberg, 11. März.

Es ist nacht? 12 Uhr. Unsere gute Stabt hat erneu aufgeregten lwend hinter sich. Im Saale beS Hotel» Tiapp fand bas Dritte onjert des MusikveremS Friebberg statt. Fräulein Agnes --^eydhecker aus Berlin fang 16 Lieber uoit Arnolb Alenbelfohn som Darmsläbter Komponisten am Klavier begleitet. Tas jad) beni Urteil ber Musikverslanbigen überaus gelungene Konzert Qlle eineii außerorbenttichen Befuch aus Friebberg unb der weiten Umgebung. Selbst aus Gießen waren Damen unb Herren antvejenb.

. 3 den ^Trei Schwertern" fanb zu gleicher Zeit bie General- »erjainniiung des Vorschuß- unb Kreditvereins statt, ^re Mitglieder, offenbar etwas nervös geworden durch die geschäfl- nchen Un- und ÜmfäUe in Offenbach, Büdingen, Ober-Atocksladt, Friedberg verlangten die Umwaiidlung des Verems nut unbeschränkter Haftpflicht ui einen solchen m. b. H. Sie waren außerordentlich n xn ^ei ^erfaininlung vertreten. Die Mitglieder, die trotz iLebeni die Beibehaltung der uubefchränkten Haftpflicht ivcnigftens wttausig befürworteten, blieben ganz gewaltig in der üllmderhett. oie befchränkle Haftpflicht wurde befchlossen, der Geschästsanleil Mi 600 Alk. festgesetzt bisher 120600 Alk. dagegen eine omifumme von 3000 Mk., sodaß in Zukunft die Mitglieder bei nnein großen, 'ast undenkbaren Dtißaejchick bet der heutigen wrzugllchen Leitung de» Instituts mit höchstens 3600 Mk. schaden leiden könnten. Für ntancheu sorglichen Hausvater wird as m Zukunft eine große Beruhigung sein.

r-er Konkurs der Möbelsinna G. B t n d e w a l d wirb wohl sorgen amtlich bekannt gegeben werben. Auch dieser Vorfall regt "e Gemüter sehr au'. Es gibt viele Leidtragende: folche, ;.e.neu e§ nicht wehe tut, leider auch fehr viel andere. Wie bie -^ioiifchen im allgemeinen Hoffnungen Und Wünfche bis zum Grabe ml sich herumtvagen, fo geht es meist denen, die vor einem gc- chafillchen Krach flehen, toie wissen fchon lange vorher, daß dieser ,ucht ausbleiben kann, trotzdem Hammern sie sich bis zum letzten ugenbllck an Strohhalme; locken diesem eine Bürgschaft ab und :meni eine Wechselumerfchrift. Da sie damit bei ihren Gegnern naturgemäß kein Gluck haben, sind es immer di« guten Freunde öie Nicht gern nein jagen, guttnütig sind und ohne amtliche Verpflichtung viel riskieren. Bedauernswerl find eigentlich n? rc' beneu 66 sehr weh lut, bie übernommenen Verpflichtungen "nzulöjen.

be^ um 10 Uhr etwa entließ der Konzertjaal die von em lunsllerijchen Genuß fast Berauschten zum erheblichen ^ m

Stimmungsbilö aus öem Reichstage.

Berlin., 11. März.

Der Reichstag macht Ernst. Vor Beginn der heutige,i Zstzung waren seine Senioren zusammengetreten aus be­gründeter Sorge um die Fertigstellung des Etats, und nun wird richtig kontingentiert. Wohl denen, die die Vor­sicht besessen und ihre Wortmeldung so frühzeitig ange­bracht hatten, daß sie dem F-allbeil deö Schlußantrags nicht MM Opfer fielen; alles andere wurde erbarmungslos in bas Superkontingent versenkt. H>err Hue, der um seine sozialistische Antikartellrede gebracht war, fügte sich mit Mrde ins Unvermeidliche, Herr Stadthagen strampelte mit Händen und mit Beinen. Die Glücklicyen waren die ^geordneten D. Naumann, Dr. Junck, v. Brock­hausen, Gr äse und Sir. Der letztere, ein oberpsälzischer ifffUfinami u. Bürgermeister, trat in seiner Zentrums-Jung­fernrede wacker für mittelständische Forderungen seines ein- ach bürgerlichen Berufes ein. Der antisemitische Reformer Gräfe schalt über den Wettlaus um die Gunst der Ar- btiter und lief eifrig um die Wette mit Herrn Sir und unteren um die Wahlsreundschast des gewerblichen Mittel­standes. Seine rednerische Meisterschaft erwies auch heute s-err Naumann mit seiner 3iede über die Arbeitskammern. Er sprach nicht gegen den Entwurf der Regierung, aber ei ironisierte stark das hohe Ziel einer Versöhnung von Arbeitern und Arbeitgebern, wozu es doch realerer Auf­gaben für die Arbeitskammern bedürfe. Gewiß fei das Wahlrecht, das ihr die Neichsregierung gewähren wolle, nicht ganz so schön wie das des preußstcheu Abgeordneten- haufe», aber jo lange die Arbeiterausschüsse nichts weiter bedeuteten als ein erweitertes Beschweroebuch, tonne man m ihnen die geeignete Grrmdlage für ein Wahlsystem nicht erblicken. Der Nationalliberale Tr. Junck brachte die aHuelle Frage der E inheits st en o g r a p h i e zur Spracbe unb erklärte die Zustimmung seiner Freunde zur Kartell- cesolution deS Dr. Spahn. Aber wenn er darin mit dem Grafen Kanitz auch einig tzing, die Atotive wichen yimmet- meit voneinander ab. Die Kartellfeindschaft des Grafen

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Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. März 1908.

Treue Dienstboten.

I. K. H. die Großherzogin hat am 11. McirA als anl Geburtstage der verstorbenen Prinzessin Elisa­beth, folgende Ehrenzeichen für langjährige treu ge­leistete Dienste in ein und derselben Familie an fol- genbe Dienstboten verliehen.

Das Goldene Kreuz mit Brillanten: Lina Bergheimer auS WeningS, Zimmerwärterin, 40Jahre bei der Großh. 5zofhaltung; Katharina Böttiger aus Biebesheim, 50 Jahre bei Herrn Georg Volz IV. in Me­tes he im; Elisabeth Dörsam aus Hnter-Schönmatten-- wag, 50 Jahre tei Frau Bernh. Hellmeister Witwe in Laubenheim; Marie Elisabeth D o tz e l r o d aus Ruhlkir­chen, 40 Jahre bei Gutspäcyter Gustav Korell auf dem Hosgut Angenrod; Katharina Engel aus Nierstein, 50 Jahre in der Familie des Herrn Sebastian Balbach jr. in Nierstein; Elisabeth Haas aus Viernheim, 40 Jahre bei Frau Peter Ehatt Witlve in Viernheim; Veronika Schäfer aus Steinfurth, 40 Jahre bei Herrn Georg Hie- roniinus in Friedberg.

Ferner erhielten aus Oberhessen das Goldene Kreuz: Anna Hahn aus Ziegenhain, 25 Jahre tei Frau Geh. Kommerzienrat Stephan E. Atichel in Mainz; IHermine von der Heid aus Rcieder-Ohmen, 25 Jahre |üt der Familie des oerswrbenen Professors Ernst Kleyr

Lesend ist, et|#. B er speziell bi£ ugetuenbei Hai U Tic vom Sfotttby nertung des böbeo J^eit an sich. gt! d'e Rede feil dcschleunigvnz-, -sie daran, die Ech

61 Erstes Blatt 138. Jahrgang Donnerstag 1Z. März 1808

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