tarnten tu den Spcmdcmer MäliLLrwerkstätten. Es war wider die Verabredung — ganz wörtlich genommen —, daß heute Herr Pauli allein auf dem Schlachtfelde erschien und seine anderthalbstündige Rede herunterredete wie sonst alljährlich, wenn der Name Zubeil hinter dem seinen auf der Rednerliste stand. Man war allgemein übercingckom- men, die Besprechung von Beamtenfragen zu vertagen, bis die große Vorlage über die Beamtengehälter im Reichstag zur Verhandlung kommen würde. Herr Zubeil hat sich an diese Abmachung gehalten, vielleicht bestärkt darin durch eine leichte Erkältung, die ihn heute dem hohen Hause fern hielt: nnd sein Widerpart hätte es vielleicht auch getan, hätte nicht Dr. Potthoff als Anwalt der Interessen der Privatbcamten vor mehr als einem halben Jahre in Spandau einen Vortrag gehalten. Aber diesen fremden Eindringling durfte er im Reviere seiner Brunst nicht dulden, und wahrscheinlich hätte auch Zubeil, wäre er zugegen gewesen, mit ihm gemeinsame -Lache gegen den Störenfried gemacht. Dieweil aber auch der nichtsahnende Dr. Potthoff heute abwesend war, mußte Herr- Pauli wegen seines Angriffs sich von dessen Parteigenossen Dr. Struve etliche Liebenswürdigkeiten sagen lassen.
Da das Eis der Beamtenwünsche nun einmal gebrochen war, tummelten sich noch einige andere Abgev'-d- nete in dem so eröffneten Fahrwasser, die Vertreter der anderen Wahlkreise, in denen sich militärische Institute befinden. Tie Fragen der A r b eit e r t a r i f v e r- träge, der Arbeiterausschüsse — und Organisationen kamen wie beim Marineetat auch hier noch einmal zur Sprache und gaben dem Bürgermeister von Hagen, dem Abg. Cuno, Veranlassung, den Standpunkt der Freisinnigen gegen sozialdemokratische Unterstellungen sicherzustellen. Im übrigen gab es zumeist nur eine neue Auflage der Kommissionsverhandlungen', die Erörterung des Monopolvertrags mit der Hofbuchhandlung Mittler und Sohn, die Erklärung der Militärverwaltung, daß an dem bewährten Maximmaschinengewehr festgehalten werde, und eine Zusicherung auch weiterer Aufträge an die Solinger Waffenindustrie.
Aus Sta-s und LcrnL.
Gießen, 12. Februar 1908.
Aus dem städtischen VerwaltungsberichL für 1906. n.
?ür das Rechnungsjahr 1906 wurden 120 Prozent Zuichlag zur Einkommensteuer und 210 Proz. Zuschlag von den Grundzahlen der Realsteucrn erhoben. In Den letzten fünf Jahren betrugen die Gemeindesteuern 100, 111, 111, 120 und 120 Prozent der Staatssteucru. Veranlagt waren zur Grundsteuer ,3062, zur Gcrverbesteuer 1583, zur Kapitalrenten steuer 1047 imd 'zur Einkommensteuer 7288 Personen. Von den Einkommen- steuerpflichtigen versteuerten 5808 weniger und 1480 Mk. mehr als 2600 Mk. In der Klasse 1 von 500—600 Mk. waren 376 Steuerpflichtige, während fünf Personen mehr als 100 000 Mark Einkommen versteuerten. Tie zahlreichste Stcuerklasie ist die dritte mit 750—900 Mk. Einkommen, in ihr waren 1040 Steuerzahler. Der Gesamtausschlag an Gemeindesteuer betrug 903 649.44 Mk. Durch Zugänge neuer Steuerpflichtiger "und nachträgliche Heranziehung von Steuerpflichtigen ergab, sich eine Nachtragserhebung von 46 041.34 Mk. Erlassen infolge Reklamationen gegen die Staatssteuern wurden 34 464.51 Mk. Gemeindesteuern, während 10 429.50 Mk.^ uneinbringlich waren. An örtlichen Kirchensteuern wurden 56 255.46 Ml. evangelische
10 Proz.l und 5913.92 Mk. katholische erhoben. _ Von den übrigen größeren hessischen Städten erhoben Darmstadt 91,2 Prozent, Mainz 91,8 Proz., Offenbach 121,479 Proz. _unb Worms 95,305 Proz., so daß Gießen von diesen fünf Städten den Zweithöchsten Steuersatz hat.
2a-j Oktroi erbrachte 121501.01 Mk. gegen 124 013.85 Ml. im Vorjahre mrd 123 370 Mk., die der Voranschlag vorsah. Das Lchlachtvich brachte 37 559.86 Mk. (1905 37 308.50 Mk.), Fleisch, Fleischwarcn und Wildbret 4149.53 Mk. (5497.81), Brennmaterialien 41 658.28 Mk. (41 219.80), MuhlcnsabriLäte und Hafer 5525.47 Mk. (6758.56) und Getränke 32 607.87 Mk. (33 229.18). Die Oktroi-Rückvergütungen betrugen 13179.91 Mk. (1905: die rustikale Dummheit der italienischen Landvommeranze noch ein wenig mehr betonen können. Recht hübsch machte Lotz seine Sache in der ganz unbedeutenden Rolle des Beppo. Sein stürmischer Sohn der bräunenden Sonne des iLandes Italia hatte etwas von den Charakterköpfen der Wilden Abruzzen. —d.
— Zur Förderung deS geistigen Lebens auf Dem Lande. Aus Klein-Linden wird uns geschrieben: Am Sonntag veranstaltete die hiesige Heimatvereinigung eine Abendun ter Haltung im Saale „Zur deutschen (Sidje". Der Andrang dec Teilnehmer war so groß, daß kurz nach Saalössnung alte Plätze besetzt waren, u:rd mancher, der erst ,kurz vor Beginn eintraf, sich mit einem Stehplatz begnügen mußte. Den Mittelpunkt der Veranstaltung bildet: ein Vortrag des Pfarrers Schulte über die heilige Elisabeth. Ter Redner verstand eS meisterhaft, der lauschenden Zuhörerschaft lebenstreu zu scküldern, wie die junge Landgräfin von Thüringen und Hessen in ihrer rührenden Demut und Selbstverleugnung, in ihrer aufopfernden Güte und Barmherzigleit weit über alle Berühmtheiten ihres Geschlechtes hinausragt. Mit ebenso großem Beifall wurden die vorzüglichen musikalischen Darbietungen der Herren Schulte (Klavier), Frank und Blaß (Violine) ausgenommen. Herr Frank ans Gießen zeigte sich in virtuoser Technik und zartem, musikalischem Empfinden als ein Meister aus seinem Instrument. Ten gesanglichen Teil hatte der Gesangverein „Arion" unter Leitung feines Dirigenten Bauer übernommen. Tie beiden vorgetragenen Chöre zeugten von tüchtiger Schulung und gutem Stimmenmaterial. Im Anschluß an die Lorelei-Paraphrase gelangte ein wohlgelungenes lebendes Bild der Lorelei in drei Aufzügen zur TarstellunA, arangiert von Herrn Viehmann. _ Ten Beschluß bildete ein stimmungsvoller Solovortrag des Herrn Bauer. Ten von unserer Heimcrtver- einigung veranstalteten Abenduntcrhaltungen wird in der Gemeinde das größte Interesse cntgegengebracht, so daß ihr Fortbestehen und weiterer Ausbau auch für die Zukunft als gesichert erscheint.
— Zur Freihcrl der Kritik über Theater- und Konzert-Aufführungen. Ter Münchener Journalisten-u nd Schriftsteller-Verein nahm in einer außerordentlich zahlrei cy besuchten Mitgliederversammlung unter Vorsitz des Kgl. Rates Leher, Herausgebers des „Bayer- land", nachstehende Resolution einstimmig an: „Ter Münchener Journalisten- unD Schrijtstelter-Berein sieht sich durch verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit auf dem Gebiete des Konzert- rind Tycaterwesens veranlaßt, wiederholt die Erklärung abzugeben, daß er jeden Versucy, die Freiheit der Kritik in irgend einer Form zu beeinträchtigen oder zu beeinflussen, ans das schärfste mißbillige." Der Vorgang, der zu dieser Kundgebung des Vereins Anlaß gegeben hat, war das Vergalten des üüin'.orchefters, dessen Mitglieder kürzlich ü ei
weigerten, bevor nicht der ihnen ntib-.cbige .Aasittriu: der „Münch. Rceuest. Nachr.", Dr. Lin., Den. Saal ne: lassen Hube..
1 q 545 62 Mk.. Voranschlag 14 500 Mk.). Hiervon wurden an das Militär rückvergütet für Fleisch und .Holz 186114 Mk. (2146.02). ^ie Kosten der Oktroierhcbung betrugen 85/6.96 Mk., ,o daß ein Reinertrag von 99 744.14 Mk. verbleibt, 548.90 Mk. weniger, als der Voranschlag vorsah und 2147.13 Mk. weniger als im Rechnungsjahr 1905. Bezettelungen wurden ausgestellt am Walltor 2066 (1905: 2825) Stück, am Neuenweger Dor 3389 -3767) Stück, am Selterstor 12115 (12 633) Stück und am Neustädter Tor 11991 (12 277) Stück, zusammen 29 561 (315 202) Stück Wegen Übertretung der Ottroivorschrrften wurden 58 Anzeigen erhoben, während es int Jahre vorher 85 waren.
c Hundesteuer erbrachte 7980 Mk. gegen 8040 Mk. im Vorjahr. Es wurden also sechs Hunde weniger versteuert. An Ausgaben verursachte die Hundesteuer 797.67 Mk. für un- eiubriiigliche Steuern und Hebegebühren, Ivährend im Jahre vorher die Ausgabe 867.33 Mk.* betrug.
** Tageskalender für Mittwoch, 12. Febr.: Stadttheater: König Lear. Anfang 7 Uhr.
** Für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, 13. Febr., nachmittags 4 Uhr, ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: 1. Mitteilungen. 2. Beschwerde des Karl Jughardt II. über die Schließung, der Schleuse in der Oberlach. 3. Schutzstreifen bei der Irrenanstalt. 4. Gewährung von Preisen für die Kochkunstausstellung. 5. Vergebung der Pflastersteinlieferung. 6. Erweiterung des Elektrizitätswerks. 7. Jagdverpachtung. 8. Rechnungen des Realgymnasiums und der Obcrrealschule für 1905 und 1906. 9. Bc- nuhung der Turnhalle an der Steinstraße durch das Realgymnasium und die Oberrealschule. 10. Einrichtung weiterer Klassen bei der höheren und erweiterten Mädchenschule. 11. Des gl. an den Volksschulen. 12. Organisation der Volksschule. _ 13. Anschluß des Schulhauses an der Nordanlage an das Fernsprechnetz. 14. Beschaffung von ©driften über den weiteren Lebensweg für Schüler der Volksschulen. 15. Vergütung für die Badediener bei den Volksschulen. 16. Beteiligung der Haushaltungsschule an der Kochkunstausstcllung. 17. Satzungen, betreffend die Dien st Verhältnisse der st ä d B e a m t e n. 18. Gesuch des E. Vianden um Erlaubnis zum Schankwirtschastsbetricbe int Hause Landgraf Philipp-Platz 10.
** D i e Berechn ung der V a k a n z ü b e rs chü s s e erledigter Lehrerstellen. Während der Erledigung einer Lchrerstetle batte bisher, wenn die Lehrerwohnung nebst Zubehör ganz ober teilweise vermietet war, der Mietertrag in den Vakanzfonds zu fließen, ebenso der den Anschlag in der Besoldungsnote übersteigende Teil des Ertrages verpachteter Grundstücke. Dem entgegen ist jetzt bestimmt worden, daß vom Rechnungsjahr 1907 ab diese Erträgnisse dein Vakcmz- sonds nicht mehr zuzuweisen sind. Vom 1» April 1907 ab ist der Berechnung des Vakanzüberschusses definitiv zu besetzender Lebrcrstellen stets nur der für die Gemeinde sich ergebende geringste Stellengehalt sür den definitiv anzustclleu- den Lehrer zu Grunde zu legen. Eine Ausnahme hiervon tritt ein, wenn es sich um eine Lehrerstelle handelt, die der geringsten Gehaltsklassc der Gemeinde angehürt und deren Erträgnis hinter dem Anschlag in der Besoldungsnote zurück- blcibt. Dann ist bas wirkliche Erträgnis der Stelle abzurechnen.
** Holz aus unseren Kolonien. Die Firma Hofmöbelfabrik Th. Brück erhielt dieser Tage 2 große Stämme Kameruner Rotholz, die im Euler'schen Sägewerk gegenwärtig verschnitten werben, um bann zur Möbelfabrikation zu bienen. Die Stämme finb 2,50 Meter lang ttnb haben einen Durchmesser von 1 Meter.
)(. Atzenhain, 10. Febr. (Schulhausneu bau.) Heute weilten als Vertreter be§ Kreisamtes Alsfelb Kreisrat Hölzinger, Kreisbauinspektor Fischer ttnb Kreisschulinspektor Eck in unserer Gemeinbe, um mit bent ©cmeinberatc wegen bes Neubaues eines SchulhauseZ zu verhanbeln. Die Berhanblung führte zu einem günstigen Resultat, denn ber ©emefnberat beschloß einstimmig, im Jahre 1910 mit bem Schulhausneubau zu beginnen, lieber bie Platzfrage konnte man sich jeboch noch nicht einigen.
X Bad-Nauheim, 11. Febr. Nachdem in einet Anzahl von „Eingeiandt" die Frage des Ankaufs des Kern scheu K o h l e n s ä u r e w c r k s besprochen worden ist, will auch der Bürger-undStadtverkehrsverein in einer morgen stattfindenden öffentlichen Versammlung diese für Nauheim so hochwichtige Frage vor der breiten Oeffentlichkeit erörtern. Es ist daraus wohl die Schluß- .folgermtg zu ziehen, daß dieser Ankauf die gesamte Bürgerschaft in hohem Maße interessiert und beschäftigt. Wie wohl allgemein bekannt, hat das Großh. Finanzministerium sich nur dann bereit erklärt, diesen Ankauf zu bewirken, wenn die Stadt Bad-Nauheim 80000 Mk. zu der Ankaufs- fuinmc von 300 000 Mk. beiträgt, d. i. die Summe, welche über den Höchsttaxationswert von 220 000 Mk. hinausgeht. Das Großh. Ministerium ging dabei offenbar von der Annahme aws, daß nicht nur der Staat als Quelleubesitzer, sondern auch die Stadt, für deren Bürgerschaft die Badeindustrie Die Haupteinnahmen bilden, hinsichtlich des Schutzes der Quellen gleich interessiert ist und daß letztere, nachdem der Staat soviele Millionen für ba§ Bad aufgewendet hat, ihrerseits auch etwas tun könne. Das Finanzministerium hat auch der Großh. Bürgermeisterei gegenüber die b e st i m m t e Erklärung abgegeben, daß vom Staat für das Werk unter fei nenllm ft änben ein höherer Kaufpreis als 220000 Mark geboten und bezahlt wird, und daß ein Vertrag, der bem Staat höhere Opfer zumutet, ben Lanbstänben nicht vorgelegt werben wird.
)( Marburg, 10. Febr. Da die vom Staat erbetene Unterstützung des zahnärztlichen Instituts ausgeblieben ist, das letztere bei zunehmender Freauenz unb Studcntenzahl mehr Räume und Mittel erfordert, ist es nicht ausgeschlofsen, daß es galt; eingebt. — Ter wegen Raubs in Untersuchung^ hast befindliche Arbeiter Karl Bode aus Kassel, zurzeit in der Laiidesheilanstalt, brannte nachts durch. In der Stadt wurde er jedoch wieder festgenommen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 11. Februar. Dom Berggesetz.
In Der vor 8 Tagen verhandei-cn Sache gegen den Obersteiger H. Z. von Utphe wegen Hehertrctung des Berggesetzes kam bie Strafkammer ebenfalls zum Freispruch, wenn aud) nicht mit der nämlichen Begründung wie das Schöffengericht Dem Angeklagten war ein Strafbefehl zugegangen, weil er einer V.riügung Der Bergmeisterei zuwider der Erzwchcherei dienende ^dslammtcicgc in Benutzung genommen hat, was wegen der damit verbundenen Gefahr untersagt war. Tas Schöffenciericht hielt nicht für erwiesen, daß der Angeklagte von der bergvoli-eilich-m < r'ügung Kenntnis hatte, da diese seinem Vorgänger zuge- zang n war und er die Kenntnis bestritt. Wegen der Weiler- '-Nutzung der Teiche konnte nach Ansicht des Sckw'iengerichts u.uä; rom.- ’-L unnlung cretteten, da im Strssbcfcyl nur die ^nbeiziebnabme unter Anträge stand. Tie Strafkammer führte
aus, es fei müder Inbetriebnahme der Beginn und die rfin:tsetzung der Benutzung gemeint, da ein Verbot, das sich speziell gegen ben Beginn der Benutzung gerichtet hätte, nicht ergangen war. Sie konnte aber bas an den Vorgänger des Angeklagten gerichtete Schreiben nicht als eine polizeiliche Anordnung ansehen, da dieses eigerrtlich nur eine Ansrage war, wie man die Bedenken gegen die Schlamüiteichdämme zu beseitigen in der Lage sein wird. Tas Gericht hätte nur zur Verurteilung gelangen können, wenn es in der Lage gewesen märe, sestzustellen, daß der Angeklagte die Teiche gefüllt hätte, ober hätte füllen lassen, was aber nicht für erwiesen angenommen werden koiinte. Etwas anderes als die vorschriftswidrige Anlage und die Füllung solcher Teiche ist in dem angezogenen Gesetzesparagraphen nicht mit Strafe bedroht. Die Bergbehörde hätte im vorliegenden Falle ein direktes Verbot ergehen lassen müssen, statt zu warten bis an einem ber Teiche ein Tammbruch erfolgte.
Eine Beleidigungsklage.
Der Ob er müll er F. C. aus Klein-Karben hatte ohne Wissen und Wlllen seines Arbeitgebers, des Kunstmühlen- besitzers K. V. in Okarben, einen fremden Herrn mit in den Mühlenbetrieb genommen, weshalb es zwischen ihm und dem Sohn des V. zu einem Wortwechsel kam. Schließlich wurde bent C. gekündigt. Darüber ärgerlich, äußerte er sich einem Arbeiter gegenüber beleidigend gegen seine Dienstherrin, was seine sofortige Entlassung zur Folge hatte. C. ftrengte Klage wegen Zahlung des Lohnes auf ein Vierteljahr an, wurde aber abgennefen. Erst im Lause des Prozesses erhielt V. Kenntnis von dem Wortlaut der Beleidigungen. Mutter und Sohn erhoben hierauf Privatklage wegen Beleidigung und das Verfahren endigte am Schöffengericht mit Verurteilung des Angeklagten zu je 40 Mk. Geldstrafe. Ter Angeklagte, der auch wegen Beleidigung feines Dienstherrn zu 50 Mk. Geldstrafe verurteilt worden ist, focht die zwei zuerstgenannten Urteile an und berief sich auf Verjährung, da die Beleidigten erst nach Ablauf der dreimonatigen Antragsfrist Klage erhoben hätten. Nach ber Praxis und der Entscheidung höherer Gerichte beginnt aber die Antragsfrist erst mit dem Zeitpunkt, wo ber Beleidigte von der Beleidigung Kenntnis bekommt. 2p die Kläger aber erst nach Ablauf von drei Monaten Kenntnis von den Beleidigungen erhielten und der Angeklagte diese nicht bestritt, wurden beide Urteile bestätigt.
LSttiverßitäts-Nachrrckreir.
Prozessor Dr. meb. Haus V t r ch o w, Extraordinarius und erster Profe^tor am anatomischen Institut ber Berliner Universität, rourbc zum „Geh. Mebizinalrat" ernannt. Hans Vrrchow, Sohn Ruboli Vtrchom's, wnrbe 1852 zu Würzburg geboren.
Märkte.
— K a r t o s s e l m a r k t - B e r i ch t vom 10. Februar 1908. Friebberg (Hessen): Rote Sorte Mk. 1.90-2.20, Maguum bonuni 2.50-0.00, weiße runde 1.95—2/20, Gelbsleifcbige, weiße, 2.25 bis 2.35. Marburg: rote Sorte Mk. 0.00, Magnmn bonum Mk. 0.00, weiße runde Mk. 0.00. Frankfurt a. M.: Rote Sorte Ack. 2.00—0.00, Magnmn bonnm 2.50-0.00, weiße runde 2,00 bis 0.00, Gelbfleischige, rote, 2.25—0 00, weiße 2.50. Wiesbaden: Magnum bonnin 3.00, weiße runde 2.85. Ai a n n h e i m : Magnmn bonum Mk. 2.75—2.85, GelbflLischige, blaue 3.25—3.50, lote 4.25 bis 4.30. Hagen: Magnum bonum 3.05—0.00. (ttelbfleifchiqe rote 0.00—0.00, weiße 0.00 -0.0 \ Köln: Role Daber Ack. 0.00—0.00, andere rote Sorten 0.00, Magnum bonum 2.90 bis 0.00, weiße rimbe 2.40—0.00, Gelbfleischige, blaue Mk. 0.00 - 0.00, rote 2.75—0.00, weiße 3.70 bis 0.00. Frankenthal: Role Sorten 0.00, ÜJlagnuir. bonum 0.00, weiße runde 0.00, Gelbfleischige, blaue 0.00, rote Ö 00, weiße 0.00. Dortmund: Alagnum bonnm Alk. 3.05, weiße 2.80, Gelbfleischige, rote Alk. 2.80, weiße 3.30. M ün st er: Maguum bonum 2.60-2.75, Gelbfleischige rote 3.00 bis 3.10, weiße 3.75—4.00. Kempen: Maguum bonum 2,70, Gelbfleischige, rote 3.2(X Saarlouis: Rote Sorte 2.50, weiße runde 2.50. (Alles per 50 Kilogr.)
Hande)
des
92.951 Elektriz. Lahmeyer .
4%
3% Portugiesen Serie I
Portugiesen
III
3%
81.50
.Börse, 12. Februar. Anfangsknrse.
143.50
58.00
Tendenz- ruhig aber lest.
. 199.00
. 112.40
Oesterr. Goldrente. 41/8 % Oesterr. Silberrente
Ungar Goldrente Italien. Pente .
199.00
216.00
25 93
145.10
116.00
Harpener Bergwerk Laurab litte . .
Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . l urkenlose . . .
Eisenlahn.....
Gotthard bahn.....
Lomoard. Eisenbahn . .
Oesterr. Staats bahn . . . Pnnce-Henn-Eisenbahu .
Berliner tiandelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio-
3% W 3%
■oK°l
Elektriz. Schnckert . < . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk Hamburg - Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte......
Nordd Lloyd.....
Obeischles. Eisen-Industrie
. 236 00 . 141.80 . 17o.10 . 138 00 . 203.00
Beichsanleihe do.
Konsols . .
do. . .
Hessen . . . Oberhessen
Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W. . .
Tendenz: fest.
Berliner
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutscne Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
iy$°/0 russ.Staatsanl. 190Ö 4 >2% ;apan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1UU3 l’ürkenlose......
1 % Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . o°/0 Mexikaner . . . . 4>$*7O Chinesen . . . .
. 106.00
. 146.20
Die Marktpreise für Vieh und Frucht uttb die Gießener Fleisch- und Brotpreife am 10 Februar 1908.
120.50
106.25
205 10
184 60
119.20
199.00
216.00
106.30
95.50
158.75
126.30
83.00
93.00
83.00
91 90
92.00
99 30
99.‘.’O
94 50
104.30
62.00
62.50
94 60
89.20
95.80
145 50
49.80
86.15
65.80
96.35
i^uirsbelichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse, 12. Februar, 1.15 Uhr.
Höchste Schtachtoiehpreise in F r a n f i u r t a. Ai.
Fleischpreife in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 78—80 Mk.
Kg.Schlachtgew. 92—94 Pi.
V, v m 59—60 „
Kg. 82-88 Pfg.
V, v 70—80 „ »/, „ 66-80 „
Getreidepreife in M a n u () e i m
Vrotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg. 22.50-22.75 Alk.
Roggen 100 Kg. 22.50-00.00 Mk.
Weißdrol 2 Kg. 62 Pig.
Lchivarzbrot 2 Kg. 58 Pig.
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