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8.4.1908 Zweites Blatt
 
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Zweites Blatt

Mittwoch 8. April 1908

Nr. 84

Erlcheinl tSgN- mit Ausnahme de» Sonntag».

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Zu Forstassessoren wurden ernannt die Forste

reserendare Kurt B l u m c n a u

in Gießen, Karl Hesse in

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baren Stücke vortrefflich.

P. W.

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158. Jahrgang

Die ,,-letztner LamtNenblStter- werden dem Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das *KreUblatt fflr den Kreis Giessen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zelt, fragen" erscheinen monatlich zweimal.

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Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schm Universitäls - Buch» und Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion: 112. Tel.-Adr.: AnzeigerGießen.

Hauses angenommen. Der Landtagsschluß wird voraus­sichtlich am Donnerstag nachmittag ersolgcn. Der Landtag wird bis dahin alles gesetzgeberische Material bis auf zwei Ent­würfe, Haftpflichtgesetz und hannoversches Höserecht erledigt haben. Das Ministerium des Innern hat an die Kommunal- und Gemeindeverwaltungen Preußens durch die Landräte die Auf­forderung gelangen lassen, die Wählerlisten bis Ostern aufzustellen, und sie an noch näher zu bestimmenden Terminen Ende des Monats zur Einsicht auszulegen. Die Bekanntgabe des W a h l t e r m i n s für die Wahlmännerwafrlen wird kurz vor Ostern erfolgen.

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!on HolttiQM-3 iie.>hanlMÄ , Cmngcntidit: lgejMd.Ärrtir uwmitü&it- Äilhie, 2wcü. L. Metern yhiieiuRMhc. undder^ÄÄ-. l durch die Msa Tb.volldms:

Oberlehrertag 1908. Der VereinZverband akademisch gebildeter Lehrer Deutschlands, der 1903 in Halle gegründet wurde, tagte bekanntlich mir großen: Erfolg 1901 zum ersten Male in D a r m st a d r und dann 1906 in Eisenach. Jetzt rüsten sich die deutschen Oberlehrer zur dritten Versammlung, die vom 13. bis 15. April in Braunschweig stattfinden wird. Tie geschäftliche Sitzung und der Begrüßungsabend des ersten Tages werden unter­brochen werden durch eine Fesworslellung im Herzog!. Hostheater, zu welcher der Herzogregent die Teilnehiner der Versammlung ge­laden hat. Ten Jesloorrrag über denAnteil des höheren Le'hrer- standcs an dem Geistesleben der deutschen Nation" hält Gymnasial­lehrer Dr. Weber, München. Ferner sollen erörtert werdenDie Aufgaben der Stalislik im Dienste der höheren Schulen" (Professor Dr. Bünger, Görlitz),Die Anrechnung des Militärjahres aus die Dienstzeit" (Professor Wirz, Straßburg i. ($-.),Tie höheren deutschen Auslandsschulen" (Direktor Dr. Gaster, Antwerpen),Tie freiere Gestaltung des Unterrichts und der Erziehung aus der Oberstufe" (Rektor Prof. Dv» Schaarschmidt, Chemnitz) unddie Lehrerbibliotheken der höheren Schulen. Ihre Bedeutung für Schule und Wissenschaft und ihre zweckmäßigste künftige Gestaltung" (Oberlehrer Dr. Ullrich, Berlin). Ein Festmahl macht den Be­schluß. Am nächsten Tage ivird Braunschweig besichtigt, oder es werden Ausflüge nach Hildesheim und Goslar unternommen, schließlich finden sich die Teilnehmer nochmals zu einer von Lchnlern dargebotenen Aufführung desAgamemnon" von Aischylos zusammen.

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Zittau, 7. April. Ein hervorragender Führer der Freisinnigen Volk spartet in Sachsen, Herr Ernst Haupt, ist heute in Leipzig infolge eines Schlaganfalles plötz­lich im Alter von nahezu 54 Jahren gestorben. Der Verstorbene war jahrelang Vorsitzender des Landesvereins der Freisinnigen Vollspartei füp das Königreich Sachsen und 12 Jahre Mitbesitzer der freisinnigenZittauer Viorgenzeitung". Haupt kandibierte auch wiederholt bei Larrdtags- und Reicl)stagswahlen und erwarb sich auch als Vizevorsteher des Stadtverordnetenkollegiums von Zittau große Verdienste.

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Reichstagskommissionen.

Die Budget-Kommission der Reichstages beriet gefterit über die Ergänzungen zum Etatsgesetz, betr. die Einführung des P o st ü b e r w e i s u n g s - u n d Scheckver- kehres. Die Denkschrift zur Vorlage sieht die Errichtung von neun Postscheckämtern in Berlin, Breslau, Köln, Danziy, Frank­furt am Main, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Leipzig vor. Staatssekretär Krätke führt dabei aus, die Verwalttmg begebe sich bei der Vorlage auf eine terra incognita. Die Gebühren waren mit Vorbedacht so hoch normiert; herabgeheu könne man immer. Ob die Verwalttmg bei den Gebühren ein Geschäft machen werde, sei ihm sehr zweifelhaft. Zu einer Beschlußfassung kam es nicht; dre Kommission vertagte sich auf freute. Die Ko m- missiondesReichstagesfürdieMünznovelle nahm eine Resolution an, es fei darauf hinzuwirken, daß künftighin bei den Reichsmünzen den Anforderung en in künstleris cher Hinsicht mehr als bisher eine entsprechende Ausstattung ge­geben werde, und daß zur Erlangung künstlerischer Entwürfe ein allgemeines Ausschoeibcn zu erlassen fei. Hierbei wäre besonders eine handlichere Form deS Fünf Markstückes anzustreben.

x Angebot t.rkÄech^ )c SKngebott'jisi melij) iinSt+flt, ^hebiteniS^ rchafer, >--

ArrsianS.

Wien , 8. April. Kaiser Fran z I o s e f ist vollständig von seiner Erkälrung wiederhergcstellt. Wenn es die Witterung gestattet, unternimmt er täglich Spaziergänge im Garten, dessen Promenademvege mit Brettern belegt sind.

Abgeordnetenhaus. Das Haus nahm das Re- krutenlontingent in allen Lesungen an.

Rom, 8. April. Die Berichte des Ausschusses für Heeres- Enquete gipfeln in dem Vorschläge, Venedig auch auf ber Landseite zu befestigen und eine Reihe von Sperrforts an der Ostgrenze anzulegen.

London, 7. April. Dem Daily Telegramm wird aus Kvpenhagen telegraphiert: die Oslseefrage fei erledigt. Deutschland, Rußland, Schweden und Dänemark ver­pflichteten sich, ihren ftatus quvandenOstseeküsten zu wahren; der Vertrag enthalte jedoch nichts über die Integrität von Schweden. Man erwarte, daß die genannten vier Mächte demnächst einen Garantievectrag über die Ostsee- Entente unterzeichnen würden.

Nach mehreren fehlgeschlägenen Versuchen, die Zukunft derTimes" sicherzustellen, ist nunmehr ein Ausweg dahin gefunden worden, daß Lord N o r t y o l i f f e, der Eigen­tümer derDaily Mail", auch dieTimes" kaufen soll.

Moskau, 7. April. DerGroßherzogund dieGroß- herzogin von Hessen sind freute hier eingetroffen. Sie wurden auf dem Bahnhof von dem Großfürsten Demetrius Paw­lowitsch und der Großfürstin Maria Pawlowna empfangen.

Peking, 8. Slpril. Der Vizekönig von Nanking, Tu an Fang, ist gestern infolge eines Schlaganfalles gestorben.

N e w y o r k, 6. April. (Auf deutsch-atlantischem Kabel.) Der Derwaltungscat der Carnegie-Stiftung zue Förderung des Unterrichtswcsens hat die Einzelheiten des mit dem preuß. Kultusminister vereinbarten Planes betreffend den Austausch von Schullehrern zwischen Preußen und Amerika bekanntgegeben. Danach wird erwartet, daß nach dem am 1. Oktober in Kraft tretenden Austausch-System jährlich 25 bis 50 Lehrer Preußen befud}en werden. Der Verwaltungsrat betont neben dem erziehcrisären Werte des Austausches auch dessen Bedeutung als Mittel zur Förderung der internalionalcn Beziehungen.

Mainz und Eduard Zentgraf in Edersladt b. Darmstadt.

** FürdieSitzung der Stadtv er ordnete n-Veri sammlung am Donnerstag, nachnr. 4 Uhr, jst folgende Tages­ordnung ausgestellt worden.' 1. Mitteilungen. 2. Baugesuch der Gesellschaft Selterssprudel für Bahnlwssrraße 15. 3. Desgleichen der Firnm Schuchard für die Wollengasse. 4. Desgleichen von Wilhelm Seipp 111. für ein Werlftattgebuude an der Marburger-, strafte. 5. Desgleichen von Abermann u. Kling für ein Back- fteinmacherhäusä)en am Wismarerweg. 6. Desgleichen von Hein­rich Schwan für Hammstraße 4. 7. Einfriedigung des Grunde stücks von Julius Bach an der Maigasse. 8. Gesuch von Pctcch Kwnenberg, betreffend Schaukasten, Süd-Anlage 7. 9. Firmen­schild am Hause Bahnhofstraße ul. 10. Desgleichen Bahnhof­straße 48. 11. Teilung der Hofreite Plockstra,ße 4. 12. Die Gießener LmnibuSgesellschatt. 13. Ucberurüctung des Vtühlgra- bens beim Elektrizitätswerk. 14. Gesuch der Gebrüder Kahl wegen Verlegung eures Gleises au| dem Hochvvasserdamm bei der Kläranlage. 15. Gesuch des Gießener Ballspielklubs 1904 um Ueberlassung eines Spielplatzes. 16. Nillage eines Bleichplatzes auf den städtischen Wiesen. 17. Voranschlag des Stadterweiq terungssonds. 18. Desgleichen des Gaswerks, des Wasserwerks! und des Elektrizitätswerks. 19. Umgestaltung der 9tordanlagc. 20. Errichtung von Bedürfnisanstalten. 21. Unterhaltung der früher Weberichen Besitzung an der Wetzsteingasse. 22. Be­schaffung von Flaggenmasthaltern. 23. Genehmigung von Rech­nungen. 24. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen.

** Der Schwindler, der sich hier Leutnant v. Ehren Hausen nannte und in anderen ©labten unter dem Namen v. Trotha und v. Minigerode auftrat und den Oberkellnern der Hotels Geld abschwindelte, ist in der Person des Handlungsgehilfen Paul Augustin aus Wechselburg iden­tifiziert worben.

Mtzener Anzeiger

General-Anzeiger fflr Gberhessrn

Kleine EHronik aus Kunst und Wissenschaft. Das Wtener Schauspielhaus hatte mit drei pikanten kleinen Sieuheuen, B r a c c o sAlle beide", X a n r o s sKlemer Stoma" unb3)11 tz t m u fr i" von Rideamus, einen vorzüglichen Erfolg. Ein deutscher Theater-Tirektor, Bock, machte soeben vier Wochen lang die Petersburger Teulschen mit neuen deutschen Stucken dekamtt. 0^ie 9xabenftemeriu",Elga",Elektra", endlich die drei Einakter von Salten:Boni andern Ufer" waren von Dr. Welisch hervorragend inszeniert. Um die Darstellung machten sich fast aus­schließlich Münchener Künstler verdient. I o s e s i n e Rott m a n n, früher bekanntlich in Franlstirt, war eine ternperarnemvoUe Bersabe und ntteressame Elektra.

Arbeitslosigkeit in Amerika.

Die Zeiten, da Amerika den Deutschen als das Land erschien, wo mau auf billige Weise sein Glück machen könne, sind wohl für immer vorbei. Trotzdem gibt es noch immer Betörte bei uns, die da meinen, da draußen in ber Ferne müsse es besser sein, als in der Heimat. Ta opfert mancher eine letzten Spargroschen für die teure Uebersahrt, um bann in dem gelobten Lande des Goldes und des Glücks die bittersten Enttäuschungen zu erleben. Sie wollten mühelos- reich werden und sehen nun, daß sie in dem gepriesenen Amerika sich noch ganz ganz anders abplagen und mühen müssen, um überhaupt das Leben zu fristen. Und gliicklich sind noch die, die Arbeit finden. Wie groß zurzeit die Arbeüslosigkeit in Amerika ist, läßt eine von der American Federation of Labour gemachte Schatzung erkennen. Dar­nach beziffert sich die Za h l der zurzeit im Gebiet der Union wohnenden beschäftigungslosenArbeiterauf nicht weniger als 4 750 000 Manu. Die Grundlage für diese Schätzung bilden Berichte, die der Federation von ihren 23er* trnuendmännern in 37 Staaten zuaegangen sind. Es wird versichert, daß die Lage von Woche zu Woche sich ver­schlimmert. Man stelle sich unter solchen Umständen Die entsetzliche Lage der armen deutschen Auswanderer vor, die ohne Arbeit und ohne Geld dort in der Fremde leben müssen, wo das Leben an sich schon viermal teurer ist als

allerliebst in die kaleidoskopisch wechselnden Stimmungen und l neuem Soldatenstück, wie z. B. demHujarensteber", ganz genieß- Situationen. Rian möchte ihr fast die temperamentvolle Nasse!'"'"

einer Ungarin glauben; jedenfalls besitzt sie so viel Bühnenroittine,

Aus SiaOt wmö Land.

Gießen, 8. April 1908.

Freiwillige Invalidenversicherung.

Die Invalidenversicherung, welche in den ersten Jahren ihres Bestehens vielen Anfeindungen ausgesetzt war, wird auch jetzt noch von einem großen Teil der Bevölkerung als etwasEntbehrliches" betrachtet, obwohl bis $uin' April 1906 eine Million der Versicherten in den Genuß einer Rente gelangt waren, die die Wohltaten dieses Gesetzes wohl am besten zu schätzen vermögen. Wenn auch die in Aussicht gestellte Rente nicht zur Bestreitung des Lebensunterhaltes ausreicht, so trägt sie doch dazu bei, den Versicherten int Falle der Erwerbsunfähigkeit und in seinen alten Tagen vor bitterer Not zu schützen. Fast alle Arbeiter, sowie ein großer Teil des Mittelstandes sind bereits infolge ihrer Berufstätigkeit verpflichtet, der Invalidenversicherung an­zugehören; es gibt aber außer diesen noch eine große An­zahl Personen, die zwar nicht verpflichtet, aber doch be­rechtigt sind, sich die Vorteile der Invalidenversicherung zu sichern, indem sie durch selbständiges Kleben von Iu- validenmarken von dem Rechte der freiwilligen In­validenversicherung Gebrauch machen. Besonders die frei­willige Invalidenversicherung ist für Handwerker, Arbeiter, Landwirte, Handlungsgehilfen und alle in Betracht kom­menden Frauen von großer Bedeutung, und es ist als sicher anzunehmen, daß schon mancher in den Genuß einer Rente getreten wäre, wenn er die in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen rechtzeitig gekannt hätte. Leider ist das Material, welches die Invalidenversicherung umfaßt, so umfangreich, daß es dem Laien nicht möglich ist, die wirklichen Vorteile herauszufinden. Um bieem Bedürf­nis abzuhelfen, ist von einem hiesigen Sachkenner unter dem Titel:Die Vorteile der freiwilligen Inva­lidenversicherung" ein Schriftchen erschienen, das in allen hiesigen Buchhandlungen zum Preise von 10 Psg. zu haben ist. Das Schriftchen erläutert in einfacher, leicht verständlicher Weise die Vorteile, welche die freito. Inva­lidenversicherung dem Arbeiter, Handwerker, Landwirt, Handlungsgehilfen usw., sowie den veriicherungsberechligten Frauen bieict Außerdem enthält es einen Wegweiser, der dem Versicherten zeigte auf welchem Wege er feinen Anspruch aus Invaliden- oder Altersrente geltend machen muß. Wir können unseren Lesern die Anschaffung des Schriftchens nur empfehlen, der geringe Preis macht das­selbe für eine weite Verbreitung oesouders geeignet

Gietzener Stadttheater.

Krieg im Frieden.

Von Moser & Schönthan.

Unser trefflicher Bonvivant, Herr Rudolf Goll, der uns >meulicherweise nebst seinen Kollegen von der Regie, den Herren vakof und Renner-Schlegel, anch kür die nächste Spielzeit erhalten lewen wird, beging seinen Ehrenabeiid diesmal kurz vor Tores- Einer Aufführung von Moser>Schönlhans immer noch ttcht veraltetemKrieg im Frieden". Tie Figuren dieses Stückes Zecken nicht so völlig in der Schablone wie die späteren Erzeugnisse >er beiden Autoren; sie räumen dem Schallspieler zur Charakteri- l-erung immerfrm ein bescheidenes Plätzchen ein. Goll versteht es hohem Diaße, scherzhaft zll wirken. Seine Bühnengeslatten siild Aioem zumeist von herzlicher Llebcnswürdigkett, und die harnilos u Oberflächlichkeit Reii°Neifllngen3 steht ihm gar wohl zu ^eychte. ^Aiehr noch, er ist im Besitze der unschätzbaren Perle «uinor. freilich der auf den deutschen Bühnen typisch gewordene W doch noch ein wenig anders. Der ist em gar toll ver- Schwerenöter, mit leicht parodistischer Simplizissimus- flotter iwch und lebendiger, ein herzensguter Junge mit ^ey-Aey-Mameren. Herr Goll ist für den jungen Dachs doch scholl zu behäbig, zu gemüllich und gemächlich. Tas ihm für " reichen und viclfctligeit Gaben dieses Winters herzlich dankbare ^"vilkum überschüttete ihn mit jubelndem Beifall, Lorbeer und ^«er erulle anderer guter Gaben.

. .. übrigen fehl re es leider der Aufführung vielfach an Flott- 'J:* jedenfalls Halle es nur sehr wenig Proben gegeben. Zu "Uslrelen brachte Störungell ins Zllsammenspiel. Einzelne ouen aber hatten noch hervorragend gute Vertreter. So hatte bn 'f < ihrt) te ^t der Auffassung der Zlka dlirch Toni S y l v a » EMschledenen Beifall des Publikums. Tasschivabische" Teutjch garue, das der nordüeulschen Zunge so wenig wie möglich liegt, ,-Ja lemeSwegs echte Mlkojcy-Zärbmlg, klang aber apart, ein L'uriuJtQÜ) öcc ^lga-Sprache x>cr Trtcsch hin. Und Frl. S. durch- auch11 e*UOn ^"fang an die Rolle mit reizendem und stelleniveise Lues ^pikantem Luslspielhiimor und deni frischen lieber mut ttäöpiÄ cl5en verzogenen und ein bischen verdrehten Ueber- □rtio jungen Dämchens, das mit munteren Augen kobold- u Ote aroße bunte Welt blinzelt. Frl. S. sand sich ganz

^parLamesrtarisches.

AuL dem preußischen Landtage.

Das Abgeordneten frans nahm gestern den Nachtrags- chü, bett. Teuerungszulagen in 2. und 3. Lesung nach den Kvinmissionsbeschlüssen an. FinanMiinistcr von Rfreinbaben -atte vorher weitere über die Bejchlüfie der Budget-^>mmifsivn ^ausgehende Aetlderungen als uncmnebmbav bezeicchtet. Dann yj9tc die Beratung ber Denkschrift über bic Förderung beut» 9eAnsiedelungen in Posen und Weftprenßen, tte freute fortgesetzt wird. Das Herrenhaus hat gestern die vekundärbahn-Vorlage m der Fassung des .Abgeord- Menhausts angenommen unö einige kleine Vorlagen erledigt, deute: Quellenschutz und Polizeikostengcsetz. Die Kommu- f a l k o m m i s s r o n d c s H e r r e n h a u s e s hat das Polizei- -o st e n g e s e tz beraten und in der Fassung des Abgeordneten-

hier. Wer es nur irgend kann, tritt die Rückwanderung lck Deutschland an, und darum ist diese Rückwanderung ich noch nie so groß gewesen, wie gerade jetzt. Die Aus­wanderung nach Amerika geht aber zurück. Im März d. I. betrua die Zahl der Auswanderer über Bremen 4758 gegen 30 044 im vorigen Jahre. Deutsche ivauderten im März Heuer 890, im vorigen Jahre aber 1201 aus. In den drei ersten Monaten dieses Jahres betrug die Gesamtzahl 11523 gegen 58121 im vorigen Jahre, die Zahl der deut­schen Auswanderer 1913 gegen 2814. Die soeben von Amerika eingetroffenen Dampfer des Norddeutschen LloydMain" undKatser Wilhelm II." brachten mehr als 4000 Passa- ziere von Newyork. Davon waren 635 Kajütspassagiere «lud 3400 Zwischendeckspassagiere. Der DampferMain" beförderte allein 2540 Zwischendeckspassagiere. Zum Weiter- nansport der Passagiere nach Bremeryaven bezw. nach ihren heimatsländern sind für die nichtdeutschen Zwischendecks­passagiere acht Sonderzüge erforderlich. Bon den Kajüts- vassaaieren des SchnelldampfersKaiser Wilhelm II." ist nn Teil in Plymouth und Cherboura gelandet. Diese yshlen geben schon ein recht deutliches Bild von den lvenig erfreulichen Zuständen in Amerika, lvenngleich dieses Bild auch keineswegs als vollkommen gelten darf.' In Wirklich­keit sind doch wohl die allerwenigsten in der Lage, wenn fie einmal in Amerika sind, das teure Geld für die Rückreise nach Europa aufzubringen. Und wird sich mancher viel­leicht noch glücklich schätzen, wenn er auch nur als armer Nann wieder in die Heimat zurück könnte. Auch in manchen .hessischen Orten, wie zum Beispiel in Großen- Auseck, soll fetzt bei manchem wieder die Freude an der Auswanderung nach Amerika groß sein. Möchten diese gar ju Hoffnungsfrohen sich doch gerade jetzt ihre Pläne noch einmal, oder besser noch zehnmal reiflich überlegen. Was !ie drüben finden, ist mehr als zweifelhaft; frier in der Heimat aber gibt es doch wenigstens noch Arbeit und Ver­dienst, für den der arbeiten will. Daß es drüben goldene berge gibt, das sollte doch eigentlich auch der Dümmste heut­zutage nicht mehr glauben.

daß man meinen könnte, sie habe selber ein außerordentlich glück­liches, lebhaftes und, wenns verlangt wird, auch jokofes Naturell, ihr eigen fei die naive Fröhlichkeit, die anflecfeub wirkt, und die neckische Trolerie der Ilka, die man wohl ein Mittelding zwischen Ländler, Frau^aise unb Csardas nennen könnte. Hätte Fräulein Sylva, die es so vorbildlich, so für unsere Bühnenverhältnisse geradezr, wundervoll versteht, sich zu kleiden, in unendlich glück­lichen Stellungen ihre Schönheit zur Geltung zu bringen, genügende Willenskraft, um ihren Gang zu meistern, dann, ja dann würde auch das Hoftheater zu Koburg, das ste nun bald mit unserer Bühne vertauschen wird, sie nur einen Winter über halten können.

Von den übrigen Darstellern sei heute nur wenig gesagt. Seiner unwiderstehlichen liornik ließ Reimer-Schlegel natürlich wieder freien Laus. Hülfe Bond, unsere ausgezeichnete Ronüferm, die wir gestern wohl zum lefricmnale sahen, denn sie wird uns mit Ablauf dieser Spielzeit verlassen, um in Frankfurt a. O. in eiwad größere Verhältnisse 511 kommen, war ihm rote so oft eine vortreffliche Partnerin. Das andere Paar dagegen, Rentier Heindorf und Frau, gefielen erheblich weniger, namentlich infolge der gänzlich unzureichenden TarsteUung des männlichen Vertreters. Rosa D i n d e r st e l n gab als Else einen recht netten verliebten Backfisch, v. d. Becke übertrieb zwar die Tieie seiner Verbeugungen, trug überhaupt wie gewöhnlich um einiges zu stark auf, ihm ist aber doch wieder neben Goll und Toni Sylva die Palme des Abends zuzuerkeimen. Räte Eardung rüdes, die noch letzthin als vergrämte Witwe imGroßen Tag" eine recht respektable Leistung ihres DarittlluiigstaleiiteS geboten hatte, rvar gestern leider nebst ihrem Partner Lotz matt rvie Limonade. Auch Roden, der im Klassischen jo Frische'und Feurige, zeigte an diesem Abend aufrallenbe üble Unlust, ja Unfreundlich- leit, ivar aber trotzdem eine der annehmbarsten Erscheinungen des Abends, in der Haltung korrekt und sicher, wenn auch in der tn modernen Stücken bei ihm von jeher gezeigten Jideldogenhattung der Arme. Bakof war ein jovialer General von Distliiktion. Sachs, der viel Heiterkeit erregte, war doch wohl etwas zu grob geschnitzt, um Köchumenherzen im Sturm zu erobern.

Tas Publikum amüsierte sich bei dem tm Vergleich zu manchem

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