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12/08/1908 Erstes Blatt
 
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bir jetzt ouSgtnmraneren Bevölkerung ten fcnftnnunopcl vor. Ttor den Genera lstab mrb ein eigene- fRegl.-rrntt ausgearbettrt. Sämtliche ti'rfifcben Militär<7ttack< - wurden berufen, um an den Vordereaungcn der verschiedenen Milstärveglements mit* Eimrberten

Ein siegreirheS Gefecht des Sultan- Abdul Asrs Xm 7. August fonä ein Gerecht bei Toel Agade, 20 Silo- rritter sudlch vorn llmcr jirbin, zwischen Llammen, die sich Mnley vafid ergaben, und den Truppen Abdul Ans Kalt. Letz­tere blieben Sieger und lagern in Da Nahe von 3oufrlaxf>a bei den BehtwrnaKämmen.

Seppelinseier in Gietzen.

Gie ße n, 12. August

Selten noch Hot die Tat eines einzelnen Mannes so schnell die allgemeine Sympathie des Volkes erworben, hat das Volk in seiner Gesamtheit die Interessen eines Ein­zelnen so zu seinen eigenen gemacht, rote bei Zeppelins Gluck und Unglück. Mit einer Einmütigkeit, die an die Bolks- begeisterung von 1813 erinnert, erhob sich die Nation und erklärte sich solidarisch mit dem greisen Erfinder, dessen LebenSwerk nach überraschendem Erfolg durch elementares Mißgeschick so jäh rn einen wüsten Trümmerhaufen ver­wandelt worden war. Die mehr oder minder erfolgreichen Luftschiffe der fremden Nationen, das Bewußtsein, daß wir durch Zeppelin einen unbedingt sicheren, in jeder Beziehung tüchtigen Lenkballon binnen kurzem haben werden, haben eS zuwege gebracht, daß man der großen Fahrt Zeppelins nicht müßige Neugierde entgegenbrachte, sondern tiefe innere Anteilnahme, die frei von jeder partikularistischen Fär­bung war. So kam es, daß Tausende und Abertausende feierten, um den kühnen Flug des genialen Erfinders zu sehen und ihm laut und freudig zuzujubcln, so lam es, daß die ungeheure Menge der Zuschauer bei Zeppelins er­neutem Aufstieg in Nierstein in Heller Begeisterung trieb- artig das alte deutsche Lied sang, und so kam es, daß Zeppe­lins Mißgeschick von dein ganzen Volke wie ein eigenes nationales Unheil betrachtet, ja gefühlt wurde. Und nicht das bezeugt die innige Teilnahme der Nation, daß überall rasch Sammelstellen gegründet wurden, nicht das, daß Fürsten und reiche Bürger namhafte Summen spew beten, sondern daß Sinder ihre paar Pfennige, Soldaten ihre Löhnung, Arbeiter ihren sauer und mühselig erwor­benen Tageslohn freudig besteuerten, das ist es, was den bedauernswerten Unfall des schönen Flugschiffes zu einer einmütigen Erhebung des deutschen Volkes veranlaßte, auf die wir wahrlich stolz sein können.

Diese ideelle Bedeutung tritt jetzt, nackchem der Bau eines oder gar mehrerer Flugschiffe gesichert ist, in den Vordergrund und diese Bedeutung verlangt dringend nach einem sinnfälligen Ausdruck. So hat sich auch hier, wie wir schon kurz mitteilten, ein Ausschuß gebildet, der diesen Gedanken in die Tat umsetzen will, und die zahlreiche Be­teiligung, die bei der gestern abend imEinhorn" unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Geheimerat Tr. Breidert stattgehabten Vorbesprechung von den meisten hiesigen Ver^ einen zugesichert wurde, verbürgen eine glänzende Feier In etwa einstündiger Besprechung wurde folgende vor­läufige Festordnung ausgestellt, die in der am Freitag abend ftattfindenden Schlußbesprechung noch erweitert wird:

1. Vorspiel zu denMeistersinger" von R. Wagner. 2. Ansprache.

3. Schutzgeist alles Schönen, Gcsamtchor aller Gesang­vereine.

4. Rede des Prof. Dr. Noack. Hymne und Triumph- marsch aus Aida von Verdi.

5. Das deutsche Lied, Gcsamtchor.

6. Rede des Prof. Dr. D i e r m a n n auf das Reich.

7. Deutschland, Deutschland über alles.

8 Finale aus Rienzi von Wagner.

Auf dieseakademische" Feier folgen Vorträge hiesiger Vereine und ein Sck-auturnen der beiden Turnvereine, die sich Über ihre Auffüllungen wohl bald schlüssig geworden sein werden. Rach der endgültigen Besprechung, die am Freitag auf der Liebigöhöhc stattsindet, werden wir die genaue Festordnung veröffentlichen.

Bon den hiesigen Vereinen haben bisher folgende ihre Mitwirkung zugesagt: Lehrer Sängerchor, Schützenverein, Sriegerkameradschast, Gießener Radfahrergesellschaft (1896), Verein Union, Orchesterverein, Turnverein Gießen (1846), Kriegerverein, Gießener Ruder-Gesellschaft, Gießener Rad- sahrerverein (1885), Bauersck-er Cfcjnngbcrcin, ^Gesangverein Heiterkeit, Gesangverein Gemütlichkeit, Maschinenbauer-Ge­sangverein, Gesangverein Harmonie, Freiwillige Feuerwehr, Artillerieverein, Freiwillige Gall'sche Feuerwehr, Sänger- kränz, Veteranenverein, Männer-Turnverein, Marineverein, Liederkranz, Bilrgergesellschaft, Verein ehemaliger Jäger nnd Schützen. Da die Amneldnngen der hiesigen Vereine ständig wachsen, ist es als fid)er anzunehmen, daß die Feier, die am Sonntag auf der LiebigShöhe vor sich gehen wird, in Wahrheit eine Gießener, vielleicht eine ober- hessische Nationalseier werden wird.

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Die Sammlung des Gießener Anzeigers:

> Bisher quittiert 1288.30 ML., Professor B. S. 10 Mk. Professor Poppert 50 Mk., Dmgeldein 13 Mk., A. S. 90 Mk, Gemeinde Ruppertsburg (Kreis Schotten) 20 Mk. Zusammen 1*01.80 tot.

Sonstige Spenden.

Immer lebhafter wirb die Belei.igung der ländlichen o he r h e s s i s che n Bevölkerung an der Zeppelin-Spende. Sc wird uns deute au» Lollar mirgetcUl. daß die dorr für Zep­pelin betriebene Sammlung bi» jetzt 201.40 Mk. einbrachte. Wettere traben stehen dort noch aus, und so werd uw dl Lollar alle anderen oderhesfischen Dorfgemeinden ui dieser Beziehung über flügeln.

Die Sammluna derFranks. Ztg." bat jetzt ca. 75 000 Mk. erreicht Andere Frankfurter Sammelstcllen batten but gestern 26000 Mk zufammengebracht Die SonnlagSkonzerte im Frank­furter Palmengarten haben mehr al» 800 Mk. Rcurertrag ergeben Der Magistrat der Stadt Magdeburg beschloß cuiftimmig, lOOuO Mark zu stiften

Der Großderzog von Mecklenburg-Sttelitz ließ an die Sam­mel,teile tu Neustrelitz 5000 Mk. für den Zepoelinfond» über weisen Bei dem Zentralkvmttee tn Stuttgart nrd 215000 Mk. emgeganaen, bet dem ..Schwab. Mcrku-. 38 300 Mk, beim Stutt- parterNeuen Tagbl etwa 18000 Mk. Iie Aktiengesell­schaft Felten u. Guilleaume 2ahmcyerwerke bat ,ur Bolke-'pende für Zeppelin 3000 Mk an bit ZentraUamin.lsteUe überwiesen Die Stuttgarter Abteilung dreier Gesellschaft ba: ferner bem Graft r die elektrisch vel . u chtun i c ; :r bat

neue Luftschiff kostenlos ;ut Verfügung g llt. ivahr bai- OatIjtoal m Mlhlhcun a. fc, Ruhr bre iur fru nnif Lapschilj

nötigen Stahldrahtseile ebeniallS kostenlos je liefere beab- üchttu

Aus Dresden komm! sokgende wunderliche Meldung, die man nicht ernst nehmen kann-Der Stadtrat beschloß, von einer Beteiligung an der Zeppelin-Sammlung solange a b»eschen, al5 der Bau von Lettschrffhöfen mchr uxnngrin genommen sei. und in Dresden ein , sicher denen nubt angelegt werde." Dir glauben, daß sich hier irgend lananb einen Dummen Scher» gemacht Hat-

Bon Vertin ist die Idee ausgegangen, eine llsnlrolliostauj

für die Zeppelin-Spenden ernzusetzen. Ihr Urheber ift der Di­rektor der Berliner Elektizttärszesellichan Gehermrat Natbenau. Aber allenthalben begegnet der Gedanke lebhafter Mißbilligung, von der Berliner ..Üren^tg." bis jum kleinsten jchwäbtschen Blättchen. Es wird sogar aus Baden berett» von oerschirdenen Fällen berichtet, m denen die Absicht einen Vertrat zu spenden, in dem Augenblick aufgegeben wurde, als die Geber erfuhren, daß dem Fürsten Bülow von Zeppelin das Protektorat ober das Beaufsichtigung-Brecht zugesagt wurde. Und im StuttgarterNeuen Tagbl." lesen wir:Ein Berg von Protestzuschriften liegt auf unserem Redaktionsnich aus allen -reisen und Schichten. Dir tonnen sie nicht veronentlichen, aber wir wollen sic erwähnen, denn sie sind ein hoher Beweis des unbegrenzten Vertrauens, das alle Volksschichten gegen­über Zeppelin erfüllt Die Zentralisierungsidee des Berliner Reichskomitees findet genau so wenig Anllang in Süddeutschland. Ungezählte Zuschriften stimmen un» zu in der Beurteilung diese» Versuchs als einer überflüssigen Umitänd- lichkett."

In Friedrichshafen stattete der Kronprinz am Dienstag abend dem Grafen Zeppelin einen 1>,stündigen Besuch ab. Der Abschied gestaltete sich, telegraphischer Meldung zufolge, sehr herzlich. TenVerhandlungen" zwischen dem Kronprinzen unb dem Grafen wohnte nur ein Lofman'chall bei.

Ter württern bergische Ministerpräsident v. Weizsäcker ist dem deutschen Reichskomitee für die Zeppelin-Spende bcigärctcn.

Eine Episode, die erst heute bekannt wird, bat sich beim Landen des Grafen Zeppelin in Nierstein -ugetragen. Eine Niersteiner Weiniirma hatte dem Grafen eine Flasche 1907er Niersteiner überreicht. Der Graf leerte ein Glas und übergab dann die Flasche seinen Leuten mit den Worten:Die Leute, bte mit mit arbeiten, sollen auch mit mir trinken."

Andere Ballons.

Ter von der deutschen Heeresverwaltung bestellte Parseval- Ballon steht unmittelbar vor der Abnahme durch das preuß. Kriegsministeriurn. Tie Bedingungen für die Abnahme des Fahr­zeuges sind sehr streng und durchaus kriegSgemäß. Tas Luft­schiff muß auf zwei gewöhnlichen Leiterwagen verpackt und auf einen vom Kriegsministerium zu bestimmenden Platz gefahren werden. ES ist bann an Ort und Stelle zu füllen, und zum Auf­stieg zu bringen. Tie Fahrtdauer, die von der Heeresverwaltung verlangt wird, beträgt 12 Stunden, ohne Zwischenlandung. Die Probefahrt soll in der nächsten Woche stattfinden.

In der Absicht, die Alpen zum Zwecke wissenschaftl. Ballon- aufnahmen in irgendwelcher Richtung zu überqueren, sind am TienStag früh der Lustschiffer Dr. Bröckelmann anS Berlin und Hauptmann fcärtcl aus Leipzig mit dem Augs­burger BallonAugusta" in Innsbruck ausgcstiegen. Nach acht­stündiger Fahrt über die Zentral alpen landete der Ballon glücklich auf der 1500 Meter hoch gelegenen Dergwiese in der Nähe von B r t x c n. Tie Ballonfahrt gewährte, wie die beiden Lustsehiffer drahten, bei praäüvollem Wetter eine klare Fernsicht auf die Dencdigergruppe, die Dolomiten, den OrUer und die Zillertaler Alpen. Sie ermöglichte eine große Zahl photographischer Aufnahmen.

Wright unternahm am Abend des 11. d. MtS. einen neuen Flugversuch von Le Mans auS. Er beschrieb in .3 Minuten 43 Sekunden drei große Kreise in verschiedenen Höhen mit einer Geschwindigkeit von 65 Kilometer.

21m» Stabt und Land.

Gießen, 13. August 1908.

Genannt wurde am 1. August d. I. der Gefangen- aufseher am LandeSzuchthauS Marienschloß Gustav Lücke! zum Gefangenwärter am Haftloka! zu Schlitz mit Wirkung vom Tage semes TienstantrutS und unter Belassung fernes bermaligen AmtStilclS. Ernannt wurde ferner der Vize- ivachlmeislec im Lcib-Dragoner-Regiment Nr. 24 Johann Georg Kautz zum AmlsgerichtSdiener bei dem Amtsgericht Wöllstein mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts.

Äe werbeverein. Tr. KrauSmüller bittet uns unsere gestrige Notiz über den Besuch der Hessischen Landes­ausstellung dahm zu berichtigen, daß eS sich um einen Be­such durch den Bezirksverband Gießen (hauptsächlich '2)ht- glieder deS Gießener und Hornberger Gewerbeverems) unter Leitung deS Bezirksoorsitzenden L. Petr» IL handelt, den er bei diesem AuSflng unterstützt habe.

** Postalisches. Jeder Landbriesträger führt auf seinem Bestellgang ein Annahmclmch mit sich, welches zur Eintragung der von ihm angenommenen Telegramme, Wert- und Einschreib­sendungen, Postanweisungen, gewöhnlichen Pakete, Nachnahme­sendungen und Zeitungsbestellnngen sowie der zur Frankierung der Sendungen, zur Bestellung der Zeitungen und zur Beschaffung von Wertzeichen ihm übergebenen Betrüge dient. Ein gleiches '.Xniwfmicbiid) führt hb-?r habet einer Poüb lsüelle iur die bei dieser niedergelegten Wertsendungen usw. ES ist zweckdienlich, daß die Ausgeber Oie iung der Sendungen usw. in die

bezeichneten Annabmebücher eigenhändig besorgen oder sich wenig­stens von Der Buctmng durch den Landbriefträger oder den Post- hilfstelleninhaber überzeugen.

* Kolosseum. Wie man uns mftteilt, wird Mizi Gizi heute abend wieder anftretrn.

?? Rlein-fiinben, 11. Aug. Am 9. d. Ml«, veranstaltete der biefige llanincheiizuchtverein die erste Lderhesstsche Bezirts-Kanmchenschau in (ämilicben Räumen der Deutschen Eiche bei Gastwirt Krüger. Tie AuesteUung war mit 60 Nummern be­schickt und waren Darunter schone unb wertvolle Tiere vertreten. Selbst aus dem Lahntale roaxen Züchter herbeigeeilt und der Be­such von Gießen und der Umgegend war em großer und faim der Zucknverem mit dem Perlaui des Tages nur znirieden sein. Tic Prämnenmg der Tiere, welche Preisrichter Biehmann aus Kmzen- bad) vernahm, hatte folgendes Resultat: A b t e 11 u n g A. B. R.: Paimecke und Weinandt-Klem-Lmden-Gießen 1. Preis unb Ehren­preis Der Craiuenbraueret Dillenburg, Robert toriU-üethgeiiein 2. Preis, E. v. Munchow-stleln-Lmden 2. Urei, (Fr. W.s, V. Schäfer-Großen-Lmden 3. Preis, prch. Noll-Trohe 3. Preis, Töuges- stlem-Linden 8. Preis. Abteilung B. Fardenkaninchen. L Silber: PH. Zmimermann-Großen-Linden 1. Preis und Ehren­preis de» Pereins Großen-Linden,

2. Preis, Ioh. siranz-Lützetlmden 2. Preis, Hari ttotz-Wieicck. 3. Preis, PH. Lnb iV.-Htein-Lmden 3. Preis, Karl Pteifier- ..iefeck 3. Prei», Heinrich RreUmg-t3icfed 4. Preis, Konrad Becker- Wlcjeck 4 Preis, ü. Luh-Hlein-Linden 4. Preis. II. Japaner: Fritz Hraft-Atleudott a. L. 3. Preis III. Bixck-an-Un: Hart P'eyer-Leihgestern 1. Preis und Ehrenpreis des Perem» Leihgestern, P. Sommerlad-Äroßen-Lmden 2. Preis. IV. Russen : 'Jluq.Hinter- Großen-Lmden 3. Preis. V. Hollunder: B. Saminerlad-Großen- Lmden 3. Preis. Abteilung C. Jungtiere. I. Engl. Widder: P. Schmkowiak-Leihgestenr 2. Preis. II. Rusten: j.arl Lotz-Wieseck 3. Preis, derselbe 4. PrciS. III. B. R.: Ziminer- mann-Großen-Linden I. Preis, Honrad Becker-Wreseck 2. Preis Adolf Rau-W,eseck 3. Preis, Adolf Ran-Wieseck 4. Pre,S. L. HrerUng- Vleßen 4. Preis, Hrch. Wagner-Alten-Bufeck 4. Preis. Ab- t e, l u n g ll. L ch l a ch t z u ch : L. Hreilinp G.eßen 1. Preis und Ehrenpreis deo BcieinJ ü-iefeck, L. Müller .lllendori a. L 2 Preis Potk-Hleui-Linden 3, Prer», Hofmann ^»cseck 4. Btcu, Ang'

RcuIchlma-Htein-^inden 4 PreiS. Pb. Reuschling-Klein-LinbeM 4. Tret?, flajpar Adolpb-Hlem-Lmden 4. Brei». DaS Verband», d.ploo.i für die beste Gesamtleistung erhielt der Kaninchenzucht- vereinGroßen-Linden. Tas Verbandsdiplom für den besten Zücht« erhielt L. Sommerlad-Großen-Lmden.

Friedberg, 11. Aug. Zn der 66. Si^ung der G r o ß h. >,-» 2 n d e l s k a rn m e r Friedberg für die Kreise Friedberg, Büdtngen und Schottcn am 21. Juli 1908 stand u. a. die Wasserleitung in Iuheiden und Anlage einer elek- krischen Zentrale m Ltßbcrg für die Provin; Lberhesfe» auf der Tagesordnung. Von der Vrovin-ialdirektiou der Provinz Lbcrhessen wird bekanntlich auf .'Lüften der Pro­vinz die Älnlage einer bedeutenden Wasserleitung und ui Verbindung damit die Anlage einer elektrischen Zentrale für die Provinz Cbcrhefien geplant. Ter Vorsitzende hielt e» für die Pflicht der Vertreter von Industrie und Handel zu diesem Proielt Stellung zu nehmen, da seiner Meinung nach, meint die bis letzt bekannt gegebenen Angaben richtig seien, die so überaus wertvollen Naturschätze in Gestalt der Wetsserkräfte möglichst billig an auswärtige Interessenten abgegeben iverden. liefet Auffassung wurde von anderer Sette widersprochen uno in-be o.ibcre dabei bemerkt, daß es nicht eher möglich fei, zu dem Projekt Stelluna zu nehmen, bevor dessen Einzelheiten bekannt feien. Mit Rück­sicht hierauf wurde eine Kommission, bestehend aus den drei Vorsitzenden der Änmmcr, Fertsch, Schäfer, Sprengel, dem üamniermttglicd Eloos und dem Sekretär eingesetzt, die sich das Material beschaffen und tn der nächsten Sitzung der Handelslammer Bericht erstatten soll. Soli feiten des Mitglieds Eloos-Nidda und Kaufmann-Schotten wird ge­wünscht, daß die Poskvertoaltung gleich wie in Büdingen auch in 'Itrdda und Schotten ununterbrochenen Tagesverkehr einführt. Die Hammer unterstützt die auch von anderen Kammern beschlossenen Anträge wegen der scblechten Be- sck)afsenheit der Zehnmarkscheine und wird bei dem Reichs- schatzttmt dahin vorftellig werden, daß auch zu den Zehn­markscheinen ein »viderstandSfähigereS und schöneres P^tpier verwendet wird.

4- Höch st bei Gelnhausen, 10. Aug. Tod ebstncz. In einer Scheune vergnügten sich mehrere Mädchen damit, am Gerüst eine Schaukel anzubringen. Dar Sjährige Töchterchen deS Eigentümer- stand hoch oben auf dem Gerüst, stürzte m die Tenne und war auf der Stelle tot. Ta» ver­unglückte Äinb ivar daS einzige Töchterchen.

sck. T arrnstadt, 11. Aug. Ter 9. internationale Stenographen-llongreß wurde heute vormittag unter guter Beteiligung durch Professor Pfaff hier eröffnet. Boraul ging der Empfang deS Vorstandes und einer Anzahl Dele­gierter bei dem Großherzog, der ungefähr eine halbe Stunde dauerte. Nach der Begrüßungsansprache unb der Bureau- ivahl hielt im Namen deS Ministeriums deS Innern und der hessische» Schulabteilung Geh. Oberschulrat Rod nagel eine Ansprache, tn welcher er u. a. auSführte, daß der obli­gatorischen Einführung der Stenographie in der Schule näher- getreten werden könnte, wenn erst die verschiedenen System» vereinigt seien. Weiter sprachen noch Oberbürgermeister Morneiveg-Darrnsladt, Geh. Rat Haas, Präsident der Zweiten Kammer, OberregicrungBcat Element tm Namen des sächsischen Ministeriums des Innern, weiter Vertreter von Frankreich, Italien, Oesterrcich-Ungarn. Nach verschiedenen geschäftlichen Mitteilungen fand daS Mittagesien statt. Heute um 3 Uhr fangen die Sitzungen an.

sb. Darmstadt, 12. Aug. Große Schwierigkeiten haben sich jetzt bei dem Bahnhos-umbau in der 9Zä£e der bis­herige,! Verbindungsbahn, wo die Aschasjcnburger Strecke rin- lau icn soll, durch starkes Tagwasser gezeigt, welche die Erdar­beiten außerordentlich erschweren Durch eine die dortige Gegend durchziehende Lehmschicht kann daS Tagwasscr von dem Erdreich nicht ausgenommen werden und wurde seither durch starke Rinne» weiter befördert. Durch die jetzigen (5t»arbeiten ift das Wasser noch mehr zu Tage getreten und sind zurzeit zwei Pumpen nötig, um die Arbeiten zu ermöglichen. Voraussichtlich wird durch diese Wasserkalamität die ganze Fertigstellung der Arbeit verzögert.

X. König (Odenwald), 11. Aug. In unserem jhtr- orte erregt cm Liebesdrama erhärlichcS Aufsehen. Der 28 Jahre verheiratete Gastwirt Jakob Schnaubcr, (Geschäfts­führer der (& m. b. H. Louisenstablquelle, unterhielt mit seinem Dienstmädchen ein Liebesveryältnis. AuS noch nicht gellärter Ursache gab er auf das Mädchen einen Revolver- schuß ab und richtete dann fcic Waffe gegen sich selbst. DaS Mädchen trug nur eine leichte Kopfverletzung davon, während Schnauder, der schon vorher auf dem rechten Auge fast blind war, sich durch den Schuß die Sehkraft deS linken Auges zerstörte.

St Falken stein im Taunus, 11. Aug. Der Kaiser hat den Maler Prof. Röchling beauftragt, ein gro«- (ücmälbe für das hiesige Offizier-Genesungsheim anzufer­tigen. Es stellt eine Üostprobc dar, die der jlaifer au3 der modernen fahrbaren Feldküche entnimmt, wahrend die Herren deS Gefolges gespannt den 2luSfa!l der Probe ab­warten. Der Maler hat die Studien zu diesem Bilde auf dem UebungSplatz Döberitz gemacht.

Mainz, 10. 'Jlug. Gehaltserhöhung der Volk»- schnHehrer. Die hessische Regierung hat den Beschluß der Stadtoerordneten-Versammlung, nach welchem die Gehälter oeS DolkSjchuUehrerpersonalS vom 1. April 1907 ab em« Erhöhung erfahren sollen, genehmigt.

fc. Mainz, 11. Au§ Der Großherzog trifft am 19. August im hiesigen Schlosse ein, um am 20. August an der Truppenschau auf dem Großen Sande teiljunehmen.

fc. Mainz, 11. Ang. Der b> Jahre alte Sohn bei Braumeisters Wolf von der Altmünsterorauerei stieß gestern in Bischofsheim bei Groß-Gerau auf seinem Fahrrad mit dem Last-Auto der Rheinischen Brauerei zusam­men, kam unter die Räder und wurde schwer verletzt. In daS hiesige ürankenhauS überführt, starb er kurz darauf.

fc. Born Westerwald, 11. Aug. Tie in den letzten 14 Tagen in Westerburg, Emmrichcnhain, Montabaur und Altenkirchen abgehaltenen Vieh markte ergaben, daß die Rindviehpreise aus der seitherigen Hohe sich hielten, ivährend die Preise für Schweine jeglicher Qualität wesentlich fliegen.

U Marburg, 11. Aug. Heute nachmittag ertrank nn Mühlgraben in der Nähe der Herrenmühle daS 7 Jahre alte Söhnchen des Arbeiter» llrany von hier. An derselben Stelle ertrank vor einigen Wochen ebenfalls em Rmb. ©eitern abend hat sich schon wieder em Unglück»fall zu- getragen, dem rm Menschenleben zum Opfer fiel. Auch die»- mal handelt efl sich um einen Einwohner au» Schönstadt, nämlich um den hier bediensteten 32 Jahre alten Fuhrknecht Knau, der auf der Landstraße zwischen Eölbe und Rlardurg unter seinen mit einem schweren Eichenstamm beladenen Wagen geriet und auf der Stelle getötet wurde. Ter Ver. unglückte hinterläßt eine Frau mit 5 Kindern.

4- Z ra n l furt a. M., 11. Aug. Rach einer Meldung au» Mainz finbet, wie 6aS dortige Gouvernement mitteilt,