(beantragt, bi? £berl;cijifdje Kommission für Landkrankenpflege Zu einer Landesorganisation zu erweitern und bk Einführung der Ckarlottenpflcge energisch zu betreiben. Die Ausbildung von i'og. Pflegerinnen mit geringerer Ausbildungszeit tarnt er aus Erfahrung empfehlen. Ebenso Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg, der aber vor allzu kurzer Ausbildung warnt. Kreisrat Fey ft'ht der Gründung eines Landesvcreins sympathisch gegenüber. In die erweiterte Kommission werden auf seinen Vorschlag gewähr: die Kreisräte Schlieph.ickc, Wols und Dr. Kayser, Pfarrer D. ,'Guyot, Kreisrat Dr. Kratz (als Vertreter des Alicevereinss, und sein Vertreter des Hess. Tiakonissenhauses Elisabethstift in Tarm- ftabt. Außerdem sollen die ärztlichen Kreisvereine gebeten werden, hierzu zwei Vertreter aus ihren Kreisen zu bestimmen. Damit war .diese Angelegenheit erschöpft.
In der Mitgliederversammlung des Nachmittags hielt nach der Erledigung verschiedener geschäftlichen Angelcgenhei'en und nach Vornahme der Vorstandswahl, bei welcher der alle Vorstand (wieder- und Professor D. Schian Gießen ncugcwählt worden war, letzterer den angekündigten Vortrag übet den Einfluß der Inneren Mission auf die Auffassung von Pfarramt und Gemeinde. Redner gibt zuerst einen geschichtlichen Ueberblick über die Entwicklung dieser Auffassung: sodann zeichnet er den Einfluß, den ibie Innere Mission auf diese Anschauung ausgeübt und wie sie die Gewissen schärfend, allseits anregend gewirkt hat. Der Vortrag wurde mit großem B ifall ausgenommen und gab zu einer eingehenden Besprechung Anlaß.
Aus Stabt und Land.
Gießen, 11. November 1908.
Schüler und Schulkrankheiten.
Zn bet Turnhalle der Statuknabenschule versammelten sich ,ttm Montag die Lehrer aus den Landorcen des Kreises zur Koniferen; In ihrem Verlaufe führte Krcisassistenzarzt Dr. L a n g e r- ,m a n n in einem interessanten Vortrage etwa folgendes aus: >Die meisten Krankheiten, denen unsere Kinder im schulpflichtigen Alter unterworfen sind, sind Infektionskrankheiten. Sie werden durch kleine Lebewesen, Bakterien genannt, h-ervorgerusen, die ,auf irgend einem Wege in den Organismus eindringen und dort krankhafte Veränderungen Hervorrufen. Ter Form nach unterscheidet man Kugelbakterien, Stäbchen, Spirillen, Vibrionen usw. Alle vermehren sich in kurzer Zeit gewaltig. Innerhalb 10 Stunden steigt die Nachkommenschaft von einem Dutzend Bazillen bis in die Tausende. Nicht alle Temperaturen find der Entwickelung bet Keime gleich günstig, auch vertragen sie das Auslrocknen und und den Aufenthalt in Licht und Luft schlecht. Der größte Teil der Bakterien ist beweglich. Dünne Fasen an ihren Enden verleihen ihnen diese Eigenschaft. Um Bakterien studienhalber künstlich zu züchten, hat man verschiedene Nährböden erfunden, welche sich in flüssige (Bouillon, Milch) und feste Blutsamen, -Gelatine, Ager) gruppieren lassen. Auf welche Weise tönerne nun der Mensch mit ihnen in Berührung? — Dazu ist vielfach Gelegenheit vorhanden. Die Absonderungen der Kranken .(Speichel, Auswurf, Exkremente usw.), Bettwäsche oder von 'Stranfen benutzte Utensilien, verdorbene Wohnungsluft, 'verunreinigte Abwässer, Nahrungsmittel (rohesObst, .Fleisch, Milch), Staub usw. usw, übertragen die Krankheit aus (Gesunde. Auch das Ungeziefer (Flöhe, Wanzen, Schnaken) spielt (hierbei eine traurige Vermittlerrolle. Nicht alle Menschen sind für Infektionskrankheiten gleich empfänglich. Einige zeigen sich ibon Natur aus dazu geneigt, während andere kaum darunter 'leiden. Ihre Immunität beruht darauf, daß in ihrem Blute lGcgengifte enthalten sind, welche die eindringenden Krankheits-- /erreger abtöten. Diese Immunität sucht man auch künstlich durch die Impfung zu erreichen. Es sei hierbei an die Schutzpocken- jimpfung, Schweinevotlaufserunl, Tiphcheriescrum, Impfung gegen Typhus erinnert. Scharlach, Masern, Diphtherie, Wasserblattern, Keuchhusten, Mumps sind wohl die häufigsten durch Bakterien hervorgerufenen Kinderkrankheiten. Wir I'ennen ihre Erreger, außer bei Scharlach, Masern und Kcuch- jTmften. Auch die Influenza, hervorgeruseu durch einen in kleinen Kolonien lebenden Stäbchcnbazillus, tritt hier und da (im schulpflichtigen Alter häufiger auf. Die Tuberkulose, ibie verbreitcste aller Infektionskrankheiten, hat -ffür die Schule /wenig Bedeutung, weil ihre für die Umgebung gefährlichste Form, die sog. offene Tuberkulose, bei Kinder ziemlich selten vorkvmmt. Sie leiden in diesen Jahren meistens an Skrophulose. Ter vor 'etwa 25 Jahren von R. Koch entdeckte Tuberkelbazillus gelangt ,durch die Atmungswerkzeuge, seltener durch den Mund in den Organismus. Wie befä pfm t man Infektionskrankheiten? 1. Durch Ausschluß der Erkrankten und Krankheitsverdächtigen, sowie der Geschwister und Mitwohnen vom Unter- irichte, 2. durch Tesinfekllon (Formallndesinfektion>. Mehr als 'durch diese Mittel wird die Schule zur Bekämpfung der Krankheiten beitragen können, wenn sie vorbeugend die Jugend zu Pein- -lichster Reinlichkeit erzieht und ihr Anregung und Gelegenheit gibt den Körper abzuhärten, damit eindringende Krankheitskeime einen für ihr Fortkommen ungünstigen Nährboden (finden. Weiter verbreitete sich der Redner über sog. Schul- Krankheiten, die durch den Aufenthalt des Schülers in der Schule und durch die der Schule gewidmete häusliche Beschäftigung 'entstehen. Blutarmut, Ernährungsstörungen, N a - s e n b l u t e n, Kopfweh, nervöse Erscheinungen, deu- 'ten meistens auf Veranlagung und ungünstige häusliche Verhält- .Tttffc hin, doch ist nicht zu verkennen, daß der Aufenthalt in der .Schule die liebel verschlimmert. Gute Ernährung und Dispen- .sation vom Unterricht bessern diese Zustände. Weit schwieriger sind ^Rückgratverkrümmungen, die meistens eine Folge schlechter Haltung beim Sitzen in der Schule sind, uicd die besonders in höheren Schulen so häufige Myopie wieder zu korrigieren. ■Stier gilt es, durch zweckm.äßige 'Sitzgelegenheit und möglichst (günstige Beleuchtuugsverhältnisse vvrzubeuge.l. Eine Menge Zeichnungen und Neinkulturen von Bakterien darstellende Präparate veranschaulichten den Inhalt des mit großem Beifall ausgenom- ‘menen Vortrags.
** Erledigt ist die Stelle cmc3 Hauptsteueramtsdieners bei dem Hauptsteueramt Mainz.
,e Tagesordnung für die Sitzung der Stadt- verordneten - Versammlung Donnerstag, 12. Nov., nachm. 4 Uhr: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. 2. Mitteilungen. 3. Errichtung einer Waldschule. 3. Herstellung einer Zwischendecke über dem Stcficlranni der höheren Mädchenschule ö. Uebertassung emes Schulsaales an die Stenographen-Gesellschaft (Babelsberger. 6. Desgleichen an den (Babelsberger Stenographen-Verein. 7. Anlage einer Waschküche im Hause Sonnenstraße 2. 8. Benutzung eines
städtischen Grundstückes an den Bahnhöfen. 9. Abtretung eines Geländestreifens an der Ost-Anlage an das Garnison- lazarett. 10. Verbreiterung der Tammslraße. 11. Polizei- Verordnung, betreffend den Fuhrverkehc in dec Dammstraße. 12. Aufstellung von Laternen am Riegclpfab; hier: Vertrag mit der Bahnvermaltuug. 13. Verwertung des Nutzholzes -im Jahre 1908/09. 14. Wegweiser durch Gießen (Angebot der Verlagsbuchhandlung von iHolh). 15. Dienstfreie Zeit des Friedhofsaufsehers Sier. 16. Medizinalkasse für staatliche und kommunale Uuterbeamte.
•• Ucbcrfüllte Eisenbahnwagen. Vor einiger Zeit brachten Tageszeitungen Artikel über die durch den neuen Falnkartenlarif und die dadurch cnlünnbene Verteucr- -ung des Nelsens erfolgte Abwanderung vieler Neisender in niedrigere Klassen. Gleichzeitig wurde auch angeführt, daß die Zllsanuiienjctz'.lng der Elfenbahnzügc immer noch die alle sei und den veränderten VcrlehrSvcrhältmssen von der Elfen» bahnverwattung bisher in nicht hinleichendcr Weise Rechnung getragen lvorden feu Von der R'chUgteil dieser Ausjühr-
ungen hat man täglich Gelegenheit, sich am hiesigen Bahnhofe zu überzeugen. Bei dem abends gegen 727 Uhr nach Marl) u r g abgehenden Persouenzlig herrscht fast ständig Platzmangel, besonders in 3. Klasie, ivelchem Nebelstande leicht diirch Einstellung eines weiteren Wagens 3. Klasse ab- geholfen werden könnte. Sodann führen einzelne Zuge von Frankfurt a. M. Reiseivageu, die meistens nur bis Gießen fahren. Die in diesen Wagen befindlichen Neisenden sind dann gezwungen, in den vorderen Wagen sich andere Plätze zu suchen, was bei der ohnehin guten Besetzung dieser Wagen vielfach mit nicht wenig Umständen verknüpft ist. Hier konnte dadurch 9lbhilfe geschaffen werden, indem man die Reise- wagen bis Marburg durchlaufen läßt, von welcher Station ab durch den Abgang der bezw. von Reifenden an den Zivi chenslalionen nach Lumda, Herborn, Biedenkopf, Frankenberg nordwärts bekanntlich em nicht so starker Verkehr besteht, als zwischen Gießen und Marburg.
*• Baumfällen. In der Zeit des Baumstillons werden an den Straßen und in den Cvndinttcu die Reichs-Tclegraphen- Mid F"riisvrecbleiliUigen bmcb umslürzende Bälime oder biird) herabfn[Ient)c Aelle häufig beschädigt, iociI die Personen, deiien da? '13a umfäll en obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Tele (iraubenanlaqen gegen Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht oder in ungenügendenr Maße treffen ui'd es inner- lasseii, von den bevorslebei'den Arbeiten der nädiftcn Postaustalr rechtzeitig Mitleilnng zu machen. Da auch f a b r l ä s s i g Be- schäoigungen der Tclegravbenanlagen im § 318 des Reichs-Strafgesetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Baumbesitzern em- v olsten, die nächste Postanslalt von der bevorstehenden Baum- fälhmg so zeitig zu beuachrichligen, daß die Eiitselidnng eines Beamten zur Sicherung der Leitungen veranlaßt werden kann. Dadurch erspar t fiel) der Baumbesitzer Unamrehmlich.teilen ; alle Kosten für die Sicherung der Tellgravhenleimngen trägt außerdem m diesem Falle die Telegrapbenvcrivalluug.
** Kolossen m. Am Freitag und Samstag gibt hier der Hof-» und Kammervirtiiose des Königs von Gricchen- land, Giovanni Darusso, ein zweitägigiges ©aftfpicl. nachdem er bisher in Deutschland nur im Darmstädter Orpheum und im Frankfurter Albert Schumann-Theater aufgetreten ist. Das „Darmst. TagbL4 schreibt über ihn: .Mit stolzer Sicherheit betritt Giovanni Darusso im kllidsameu 4tationalkostüm die Bühne, um zunächst in einer selbsikompo- nicrtcn Elegie feine fabelhafte Technik und Vertrarltheit mit dem Instrument kundzrllun. In einer gleichfalls eigenen Komposilion Maznrka - Konzertante, die er mit verbundenen Augen spielt, überrascht er durch die spielende Leichtigkeit, mit der er namentlich den schwierigen Läufen und Doppelgriffen gerecht wird. Wenn er dann schließlich Perpetuum mobile in A-dur von Paganini mit verbundenen Augen und mit Glaces - behandschuhten Händen in tadelloser Reinheit und blendender Technik zum Besten gibt, kennt der Beifall keine Grenzen."
** Wandervogel, deutscher Bund für Jugend- iv and er un gen. Am Freitag den 13. Nov., 6—7 Uhr abends, findet im geographischen Jnstitiit, Landgraf Philipps- Platz, ein Vortrag über Skilauf von Lehramtsreferendar F. Peppler statt. Wandervögel, deren Angehörige, sotvie solche, die durch Wandervögel eingeführt werden, haben freien Zutritt.
8 Lollar, 10. Nov. Vergangenen Sonntag fand in dem Gasthaus .Zur Linde4 hier die Gen eraminlung des nationalliberalen Vereins statt, die gut besucht wag. "Nach dem von dem Vorsitzenden erstatteten Jahresbericht, ist der Verein, dessen Mitgliebcrzalsi ständig wächst, in günstiger Entwicklung begriffen. Nach Erledigung der Tagesordnung hielt Prof. Dr. Lutey-Gießen einen interessanten Vortrag über die nationalliberale Partei und deren Mitwitklmg an dem Ausbau sowie Ausbau des Deutschen Reiches. Ter Redner erntete mit seinen Ausführungen lebhaften Beifall.
Q Laubach, 10. Nov. Ein nettes Früchtchen scheint der 17jäbrige Schlosserlehrling K. von hier zu sein. Als er zum Oesfuen eines Schlosses in eine Gastwirtschaft bestellt war, schlich er sich in das Wohnzimmer und entnahm auS dem Pulte, in dem das Geld verwahrt war, eine Schweinsblase mit 170 Mark. Das Kleingeld brachte er anderen Tages auf der DNtterfelder Kirchweih durch; offenbar war er in Verlegenheit, wohin er mit dem Einhundertmarkschein sollte. Wegwerfen war das einfachste. Am Kirch- weihmontag fand ihn der Briefträger, der ihn auf dem Bürgermeistcrburcau ablieferte. Bekanntmachung im Orte war erfolglos. 2((§ endlich eine solche im Anzeiger erfolgte, merkte der Bestohlene den Verlust und io wurde der Diebstahl entdeckt. Das Bürschchen wird sich vor dem Gerichte für seine Tat zu verantivarten haben.
Ein gemeinnütziger Nabatisparverein in Eiehcn.
Am Montag abend hatte der D e t a i l l i ft e » -B e r e i n zu einer Versammlung nach dem Einhorn eingeladen, um über die Frage der Nützlichkeit und Notwendigkeit eines Rabatt-Sparvcrcirs in unserer Stadt zu beraten. Der Einladung waren etwa 10u Geschäftsleute, unter denen fast alle in Frage kommenden Branchen vertreten waren, Folge gegeben. Der Vorsitzende Röhr eröffnete die Versammlung und erteilte dem als Referenten in der Frage bestellten Generalsekretär des Verbandes der Nabatt-Sparvereine Deutschlands, B e y t h i c n - Bremen, das Wort.
Dieser ging einleitend auf die Entwicklung des Kleinhandels in den lehren 15 Jahren ein. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts hatten wir bei der Zerrissenheir Deutschlands fein einheitliches Oandelsgebiet, es fehlten die Verkehrsbedürgungen und der 5?anbel5treibenbe Halle es nicht fchwer, in den alten Bahnen sein Geschäft zu betreiben. Dies kam mit einem Schlage anders, als Deutfchland geeinigt war und der Verkehr, der Dampf und die Elektrizität, andere Bedingungen fck>ajfte, mit denen der Sbanoel zu rechnen hatte und die einen Umschwung unserer gesamten Verhältnisse und ganz besonders des Detailhandels brachte. Da tauchte auch die Lehre von dem unverdienten Gewinn des Kaufmanns auf. Dann kamen die Warenhäuser, die den kleinen und mittleren GesckKften die Existenzbedingungen erschwerten, und die Konsumvereine, die dem Kleinlaufmann das Leben schwer machten und den Zwischenhandel auszuschalten drohten. Der Redner wies darauf hin, wie jährlich 350 Mill. Mk. durch die Lande der Kon- silmvereine gehen, ohne volkswirsichastlich befruchtend zu ioirken. Die Gefahr, die besonders einzelnen Branchen, mittelbar aber dem gesamten Detailhandel durch die Konsumvereine droht, sei nicht zu unterschätzen. Rührig ist man an der Arbeit, diesen Aufsaugungsprozeß des Kleinhandels zu beschleunigen mit allen Mitteln der Agitation, mit der Behauptung, der Kaufmann sei unnötig, er gebe vielfach falsches Gewicht, wir, die Konsumvereine, geben bic Waren viel besser und frischer. Hiergegen sich zu wehren, ist der einzelne Detaillift zu schwach, und deshalb ist ein Zusammenschluß der Kleinhandeltreibenden zu einer mächtigen, über ganz Deutschland sich ausbreitenden Organisation, in der die einzelnen Zweige untereinander sich sammeln können, unbedingt nö.ij. Es ist bedauerlich, daß weite Kreise unseres Beamtentums und des Mittelstandes so kurzsichtig sind und mit anderen Volkskreisen, die es aus volitsichen Gründen tun, das K'onsumvereinswesen I unterstützen und daß das Bürgertum jich dem anschließt. Es •
helfe dem Kaufmann nichts, sich dieser Sucht gegenüber teil* na hm los zu Verhalten und so sei man denn mit Erfolg in Lannover, in Bremen und an vielen anderen kleinen Orten dazu gekommen, Rabatt-Sparvereine zu gründen, die im Kampfe mit den Konsumvereinen ziffernmäßig etwas erreicht haben. In diesen Vereinigungen seien Kaufleute und Handwerker, besonders Bäcker und teilweise Metzger, vereinigt. Besonders die Bäcker sollen daran denken, daß die Konsumvereine jährlich für mehr als 30 Millionen Mark Backwaren nmsetzen und den Gedanken nicht von der Hand weisen, sich an der Sache zu beteiligen. Ter Redner schildert eingehend die lokale Organisation der Vereine, bereit Verwaltung ehrenamtlich besorgt wirb, unb bte ganz nach ben örtlichen Verhältnissen eingerichtet werben können. Ti?se Organisation werbe es fertig bringen, erzieherisch auf ihre einzelnen Mitglieber zu wirken, um unlautere Konkurrenz zu beseitigen. Mit bein Rabattsparsyftem werbe man auch den ungesunben Borg, bekämpfen unb manchen anberen Vorteil erzielen, ben ber Einzelne nicht erringen kann. Bereits bestehen 500 solcher Vereinigungen, bic sich zu einem Verbände zusammengetan haben. Ob in Gießen' die Verhältnisse es nötig machen, der Gründung eines Rabatt- Sparvereins näher zu treten, dies zu entscheiden überließ der, Redner ber Versammlung. An ben Vortrag knüpfte sich eine leb-' haste Aussprache. Man erkannte vielfach an, baß für große Branchen, für gewisse Geschäfte die Gründung eines Rabatt-Spar- vereins in Gießen fegensreich sein würbe, man mißbilligte, wie bies wieberholt sckwn geschehen ist, baß einzelne Geschäfte dem Eisenbahn-Konsumverein unb bem Gießener Konsumverein für' Einkäufe ihrer Mitglieber Rabatte unb sogar sehr hohe Rabatte gewähren unb biesc Vereinigungen burch Zuführung Verhältnis-' mäßig großer Summen erst in ben Staub setzen, ihren Mitgliedern^ hohe Divibenbe zu bezahlen. Für einen ins Leben zu^ rnsenben! Rabatt-Sparverem melbeten sich aus ber Versammlung 25 Firmcn- Inhaber verscksiebener Branchen. Man wirb mit biesen in einer, späteren Versammlung wegen Vcrwsilllchuug bes Gedankens weiter beraten. Die Bäcker-Innung ließ durch ihren Vertreter Valentin Frey erllären, baß sie sich in der Frage vorerst abwartend verhalten wolle.
Der Versammlung wohnten der Prasibent ber Großh. Han-, belskammer Kommerzienrat Koch unb Synbikns Dr. Zeibler. söwie( Vorstanbsmitglieber bcs Sübwestbeutschen Detaillisteii-Verbanbcs' aus Frankfurt a. M. bei.
fiaitöd.
Frankfurter Bier brau creiaeseHscßcrkt vor in. Öeinrich Henninger und Söhne. Ter Bruttogewinn dieser Gesellschasr für das am 31. August ds. Irs. beendete Geschäftsjahr bctiäat einschließlich Vortrag 646 010 M. gegen 713939 M. iin Vorjahr. Nach den üblich n Abichreibungen unb Extraabfchrcibnn- aen von 50 000 Al. soll ber Generalversammlung die Verteilung Don, 8% Tiü’benbe voraeschlagen werben, gegen f)°/0 im Vorjahr.
Briefkasten der Bedaktion.
iAnonuuie Anfragen bletbcu uuberücknchttg1.>
G. B. in H. Wenden Sie sich an das Kommando ber Werft- division in Kiel.
Meteorolofirscire Beosiuchrnttgen der Station Gießen.
Hoch
’te Temperatur am 9.—10.
2
Wetter
Nov. I Nov
'Jliebrinfti
9.—10.
+ 3,4 0 C.
— 7.4 v C.
o - = c ®
10.
10.
11.
749 1 4- 2.8 30
52
84
93
216
735
751.0 ! - 4.7 2,7
752,9 -11,6 1,7
November
1908
2 Klarer Himmel
! R
Telefonische Blursberic «te
des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Handel und Industrie. Giesson.
Fr.’nkfnrter Bör*e. 3^°/0 Beichsanleihe . . 93 95 3% do. . . 84 45 3k°/0 Konsols .... 83.90 3% do 84.35 • }£°/0 Hessen .... 92.65 °/6 Oberbessen . . . 92 < 0 4 % Oesterr Goldreute. 58.0->
4*/a?6 Oesterr. Siiberreute 99 20 4 V6 Ungar Goldreute . . 92.70
4% Italien. Bente . . . —
3% Portugiesen Serie I 57 50
3% Portugiesen „ III 59.50
4>i0/8 russ.Staatsaul. 1905 97.15 4)4% japan. Staatsanleihe 91.00 1 % Conv.Türkeu von 1903 91 10 Türken ose 142 70 \% Gricch. SIonopol-Anl.. 4905 4 Jo äussere Argentinier . 85.80 j°/0 31exikaner . . . C3.4U t>au/o Chineseu .... 97.1u
Aktien:
Bochum Guss 219 55 Buderus E. W 112.00
11. November, 1.15 Uhr.
Llektnz. Lahineyer . . . 116 50 Elektriz. Schlickert . . . 119.25 Fschweiler Bergwerk . . 196 75 Gelsenkirchen Bergwerk 191 00 L am bürg- A inerik Paket’. 112.20 llarpener Bergwerk. , . 197.00 l,anrahütte 197.00 Nordd. Lloyd . ... 8900
Ubeischles. Eisen-Industrie 99 00 Berliner riandelsges. . . 165 70 Dannstädter Bank . . . 128 50 beutsche Bank . . . . 241.00 Dentsch-Asiat Bank . . 138 20 Diskonto-Kominaudit. . . 180.00 Dresduer Bauk .... 147.75 Kreditaktieu 200.75 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahu 107.10 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 22.45 Gesten. Staatsbahn . . . 147.10 rnuce-Beun-Eiseubahu . 124.00
Tendenz: fest
Berliner
Börse, 11
November. Anfans'skurse.
Canada E. B 178.80 l'armstädter Bank . . . 127 90
Deutsche Bank .... 241.00 Dortmunder-Union C. . . 61. 0 Dresduer Bank . . . . 147 60
Tendenz- fest
llarpener Bergwerk. . . 19\50
Laurahütte L'5 20 1 ombarden E. B. . . . —.—
Nordd. Lloyd 88.80 1 ürkenlose 142.70(
KAR3JELITERGE1ST
Idealstes Hausmittel
ä Flasche 60 PfK. und 1 Mark.
IM Erhäitiich in Apotheken und Drogerien. CS
Marke auf der Sohle,
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