mische 2 Mk, Auswärtige 2.50 Mk. He. der 3. Klasse ist ärztliche Behandlung frei, bogentn haben die Kranken 1. uno 2. Klane dafür tätlich 1 2Jtf besonders zu zahle«. T e B^r- pflegungs kosten stellen sich für die Verwaltung auf rund 3 '-Vt. 3i« Stabt legt also für jeden ".ranken 3 Klane täglich 1 .Mk Drauf. Der Gesamtzufchuß der Stadt für Krankenpflege stellt sich auf rund eine Vicrtelnnllion. zm Termin für die (Erhöhung der neuen Tarifsätze ist noch nicht bestimmt. Bor bem nächsten Frühjahr werden sie aber nicht euigejührt.
/< Dorlar, 1(- Sept Um ihren meist kleinen 2.^'instand so gut wie möglich auszunutzen, haben unsere Land- ivirte die Zusammenlegung der Üändereien beschlossen. Bei den großen Vorteilen dcr Konsolidation, nam- lich Verminderung der Parzelienzahl, Scbafnrng besserer Zufahrtwcgc, Ermöglichung b.sierer Fruchtfolge uff. h.den wir an unserer Nachbargcmcindc (j-arbenheim den besten Beweis, die bereit3 vor zwei Zähren die ^uiammcnlegung mit gutem Erfolge durchgefsthrt hat. Ter Flächenraum der Gemarkung beträgt 54 h Hektar, loonrnter sich 159 Hektar Wald befinden. Tie Gemeinde erhebt 20? Proz. Rcalsteuern und 200 Proz. Einkommensteuer Tie Anlage einer Güter- Verladestelle sowie der Schulhausneubau stellten bereits große Anforderungen an den G.'meindesäckel. — Die überaus freundliche Lage Dorlars hat Anlaß zur B.'gründung einer Billenkolonie gegeben. Beutner Kramer hat damit den Anfang gemacht, jetzt naht sich eine zweite Billa auf der linken Lahnseite ihrer Vollendung. Sie wird von einem Herrn ans Königsberg erbaut
I] Marburg, 10. Sept. Zn Betierdorf wurde gc)tern ein Arbeiter aus Elmshausen von der Dreschmaschine buch- stabltch zermalmt.
Die entmündigte Gräfin.
AuS Frankfurt a. M. roiro uni geschrieben:
Ein Zivilprozeß, der den schönsten Stoss zu einem Roman liefert, spielt sich gegenwärtig bei dem Llerlaudergericht in Jrank- lnrt a. Ti. ab. Es handelt sich um die Klage der Gräfin Petronella o f o r j e ro 5 f i) - ’Dl 11) n a v c : t) t »cge» beu Ersten Staat tu Limburg a. d. Lahn. Tie Gräfin würbe durch Beschluß des Amtsgerichts Weilburg vom 9. Juli 1907 enlm ü n d i g t. Tie Anfechtungsklage >vurdc abgewiesen, woraus die Cöräfin Berufung emlegte. Ter Prozeß schivebt noch in der ziveiten Instanz. Tie Entmündigung edolgte wegen Geisteskrankheit auf Grund eines Gutachten» bei Cbciarjteö bet Weilmünster Irrenanstalt Dr. Erk, das zugleich eine Reihe anderer Gutachten verschiedendr Irrenärzte in sich schließt, die die Gräsin ebenfalls behandelten. Tiefe hat em barte« Schick'al gehabt. Rach ihrer Behauptung wurde sie am 2. März 1864 als Rmb adeliger Eltern geboren und mit dem ungefähr zur felben Zeit geborenen Sohn ihrer jetzigen Pflegemutter, Frau Mariune Mlyuarczyk, durch deren Alutler sfranziSka CebulSki zu Walentmoiv bei Rafchkoio (Provinz Pofcn) vertauscht. Tie Pslegeeltern lebten in höchst bürstigenBcrhältnmc». TaS Komteßchen, jme die Geschwister bal Rmb nannten, wurde schlecht behandelt. ES mußte selbst im Winter barfuß gehen und wurde einmal halb erfroren aufgefunben. Der auSgetaufchte Sohn foll noch heute daS ihm nicht zustehende Majorat innehaben.
Die Grasin will am 10. Oktober 1883 in einem eine Stunde Don London entfernten Orte den Grafen Leon GkorzewSki geheiratet haben, dessen Güter einen Wert von 6 Millionen Mark haben. Ter Ehe, die nicht glücklich war, sollen drei Slmber entsprossen sein. Zwei Mädchen, die starben, und ein Junge, der zetzt im Ausland ein Gymnasium besucht. Noch vor der Geburt des Lohnes trennte sich die Gräfin von ihrem Alaune. Sie begab sich nach Nom und würbe bort burd) Vermittelung des Kardinals LebochowSkt von Leo XIII. empfangen, beit sie vergeblich um ihre Scheidung bat. Tie Gräfin wurde am 1». Juli 1891 von Prof. Löhlein in Gießen von ihrem Sonne entbunden. Ein ober zwei Tage nach der Entbindimg erhielt die Gräfin ein Telegramm aus Monte Earlo, das ihr den Tob ihres Gatten meldete, was aber kurze Zeit danach wibetrufen wurde. Seit dem 29. November 1901 sah die Klägerin ihren Gatten nicht mehr. Sie will von einer adeligen Gönnerin imterslülzl worden fein und ihren Unterhalt burd) Schneidern, Malen und Musikslunben verdient haben, bis sie eine Kapitalzuwenduna erhielt, von bereu Zinsen sie leben konnte. Im Alter von 58 Jahren ist der Ehemann am 2. Marz 1908 auf seinem Schloß gestorben. Ter Tod würbe von einem Domänenverwalter beut Stanbeöamt angezeigt, das bcur- funbetc, baß bet Graf lebigen Standes starb. Seine Bcsitz- lumer gingen an den Grasen Witold von Glorzeivski über. Um das Erbteil für ihren Sohn zu erhalten, wanbte sich die Gräfin Petronella u. a. an den Bischof CtablewSki. Wie die Gräsin weiter behauptet, wirb sie von uer. Berivanbten ihres NianneS, dem politischen Abel unb bei* polnischen Geistlichkeit verfolgt, weil sie sich bemüht, ihre Rechte geltend zu machen. Aus diesem Gntuv habe man sie and) schon zweimal in Irrenanstalten interniert, und sie für geisteskrank erklärt. Tie Gräfin verfügte angeblich über zwei Trauscheine, die ihr aber durch Machinationen abhanden gekommen sein sollen. Ain 13. Juni wurde im Jahre 1903 die Gräfin in die Provmzialirrenansialt OvinSk bei Posen gebracht, sie kam bann in bic LandeSirrenanstalt Alt-Scherbitz unb später in die Anstalt nm Eichberg. Tort wurde sie aus ihre» Wunsch entlassen. Sie fiedelte nach Wiesbaden über, wo sie schneiderte und angeblid) verleumderische Unwahrheiten über die Zustände auf dem Eichberg verbreitete Auf Besd) werde des Direktors der Eichberger Anstalt ivurdc sie eines Zaget unvermutet und zwangsweise nach der Irrenanstalt Weil in ü n st e r verbracht, wo sie am 2. Juli 1907 flolj. Wenige Tage danach wutbe ihre Entmündigung ausgesprochen.
In dem Termin vor dem OberlandeSgeridrt wurde seitens deS Vertreters der Klägerin Rechtsanwalt Dr. Otto Mener-Pctsrh das sehr umfmigicidjc Gutachten Tr. Erks verlese». Es besagt, daß die Kläger», an hysterischer Verrücktheit leibe, die auf degcnera- tiver Basis beruhe. Die hi,sterische Psyche äußere sich in Neigungen zmn tjabulicren. Tie Tiagnose laute aut schivere fcnjfterie unb Morvhiumsud)t. Nach ben 'Akten der Alt-Scherbitzer Anstalt leidet bic Gräfin an hysterischem Jrsinn unb .ist voraussichtlich besserungS- sähig. Kein Jntelligenzdeiekt. Gutes OledächtmS'. TaS hat nod) eine Anstalt bekundet. VI»3 Eichberg heißt eS: Tie Patientin suche Linzelzimmcr zu erhalten, lege sich auf ben Bobeu, mache Selbstmordversuch, täusche wieberholt Blutungen vor. Sie wäre eine der schwierigsten Kranken gewefen. Sie habe hilflose Leute inä Gesicht geschlagen. In Weilmünster war ihr Verhalte» ebenso ivic in den anderen Anstalten. Erst war sie gegen bic Aerzle unb baS Psiegepersonal liebenSwürbig unb freunblid?. In bei Folgezeit trat eine Aeuberung ein. Tie Patientin suche durch fingierte KrankheitSlvmvtome Mitleid z» erregen. Sie behauptet, m Eich- berg von einer Kranken gegen den Leib getreten ivorden zu sein unb bavon habe sie Nierenblutungeu erhalten. Ironisch bat sie, m den bchweinestall gelegt zu werben. Tie Angaben über die Ehe scheinen erschwindelt zu lein Ter Vorsitzende beS Oberlandes- geeichtes fonflatierte gegenüber diesem Gmachten, daß sich auch zahlreiche Personen dahm anSgesprodren hätten, die Klägerin sei vernünftig unb geistig zurechnungsfähig. Nach bem Inhalt der Akten habe sie niemand gefchädigt.
TaS OberlanbeSgericht ist im Besitze sehr »mfangreicher Schriftstücke, in denen darzutun versucht wirb, baß die Klägern, durchweg ihrer Sinne mächtig ist unb die Gutachten jener Irrenärzte au< tatsächlichen Unrichtigkeiten beruhen. Tie Schriftsätze enthalten zugleich em wuchtige» Anklagematerial gegenüber ben in ben Anstalten herrschenden Zuständen. Tie Gräfin benennt für ihre Au- gaben meist Angestellts der : a m c » all Ze Die KrndeSunterfchiebung will sie durch die Aussagen ihrer Pstege- muttci und bereu Tochter, Ehefrau llrbauiaf in Leivzig, beweisen. Letztere bat in einem Brie'e an RechtSamvoli Krauie in Limburg angegeben, sie habe als lünsiahrigeS Kind die Untersch,eb»mg wahr- genonunen. Tlan habe sich in der Gegend allgemein verwundert, daß das Neugeborene daS Aussehen eine, mmdefien ) b r e i Monate alten Mädchens hatte Tiefe Pfieg Ichwester hat kürzlich dem Gemeindevorstelier in Wahren cr ilt, sie ba. • .... reu. ihrer Tätigkeit als Tiensln adchen in der Apotheke zu Rafchkotv, wohin bic Herren nach borhaer Eitle »um Trinken kamen, einer
Unterhaltung deS Propstes von Jaaielski mit bem verstorbene Gra'en Kasim.r SkorzewSki auS Rafchkowek zu geb ort. worin bieie von der b-rkunst der Klägerin iprachen unb behängten, das die Ebe chließung bet Klägerin m: bem Gra'en Leon 'taiirestmden habe. TaS eine Exemplar der Heiratsurkunde foll_ der Klägerin in Raschko jiniidbcbalten worben fein. Sie hat »ch. auch anS- weislid) der Rafchkower Maaistiatsakten beschwen über die tn Perlust geratene Urkunde, die sich setzt bet ben Sitten brt Sanbrati zu Adesi.au befinden soll. Em zweite-' Eremplar der Urfunbe hat die Klägerin, ak» sie plötzlich nach Leillnünster gebracht mürbe, ben Eheleuten Förtschen mit noch anderen Papieren zur -in1- beroabrung übergeben. Tiefes in SieSbaben ausässige Ehepaar, bei bem bie Gräsin wohnte, wird als Zeuge dafür angegeben, daß ne den Trauschein sahen und ihn mit den übrigen Papieren auf ein Schreiben der Weilmünsterer 91nftalt5bweftion donhm sandten. Die AnitaltSleitung will die Papiere nicht erhalten haben. AIS die Klägerin im Juni im Wiesbadener et Jofeph-Epual operiert wurde, hat sie eine Morphiumeinspritzung erhalten. Derartige Ein- Ipritzungen bekam sie auch nod) später, die bann bie Ursache bei geheimen Sucht wurde. Von emer Morphiumluchi im lanbläufiqen Sinne könne also nicht bie Rebe sein. <?) Tie schlechte Vehanblung in Alt - Scherbitz sühn die Klägerin darauf zurück, baß sie von ihrer Pstegefd)wester Heide- müller bei ber Ttreflton alS Hochstaplerin denunziert wurde, weil sie kernen pekuniären Lorteil mehr von ihr hatte. Tie Gräfin beschuldigt Frau Heidemüller der Unterschlagung verschiedener Wertpapiere im Betrage von 40000 bi» 46 000 Mk. Tie Heide- müllcr fei nicht irrsinnig, wie e» in dem Gutachten heiße, lonbem habe sich nur einmal zur Beobachtung ihre» GeisteSjU'iandeS in ber Anstalt de» Tr. Flechsig in Leipzig teiunben. Weiter wirb unter Beweis gestellt, der Bürgermeister Bentlich in Raschko habe an den Landrat zu Adelnau geschriebeii, daß er von verschiedenen Seiten gedrängt werde, bie Klägerin in eine Anstalt zu verbringen, obwohl er nicht glaube, daß sie qeineuigefährlid) sei. Tas Erksche Gutachten besagt, baß die Grusin in Leipzig drei Selbfimoiboerjudje gemacht habe, waS nicht richtig fei. Tie Klägerin unternahm im Erfurter Krankenhaus und auf dem E:d> berg ze einen Selbstmordversuch. Tr. Erk entnimmt den OivmSker Akten, daß die Klägerin über Schmerzen im Leib unb in ben Beinen klagte. Tiefe Schmerze» tollen nicht von Geiste:lrankheit, tonberu von RheumatiLm»» herrühren. Die Klägerin gibt a», daß sie in jener Anstalt barfuß, im Hemd, durch unter Wasser stehende Gänge bei starkem Turchzng ins Bad geführt würben. In Eich- berg soll bie Gräfin in die schmutzigste unb gefährlichste Abteilung gekommen sei». TeShalb habe sie auch versucht, sich bad Leben ju nehmen. Im Winter habe sie tn einer ParterrezeUe auf einem Strohjack auf dem Boden liegen müssen. Tie Heizung funktionierte nicht. Tie Hände feien ihr halb erfroren. An den Wänden hei das Wasser herunter. Sie habe Rheuma unb Blasenschmerzeii bekommen, die die Entleerung verhiuderteu. TaS Personal könne bezeugen, daß sie keinen Arzt zum Kathederisieren bekam. Er wurde nur cme Betäubung durch Einspritzungen zugelassen. Sind Mitleid habe ihr das Personal einen Katheder besorgt. AIS Tr. Resch bas erfuhr, habe er sie wieder monatelang in die schmutzigste Zelle gelegt. Sie habe bort zu-
gesehen , wie bic Kranke» ihre» Kot ui bie Eßgeschirre
entleerten. Jmolgedesseii habe sie Ekel vor zeglichem Essen
erhalten, unb nur aus Heißhunger em Stück Brot verzehrt.
Sie habe Tr. Resch befragt, ob beim kein anberer Platz für sie ba sei, was der Arzt verneinte. .Tann legen Sie mich in die Leichenhalle zu den Toten." Tr. Resch: .Da muffen 6 i e H d) c r ft u in b r i n g e n." TaS Gespräch soll daS Personal mitangchört haben, das sich gewundert hatte, baß eine so vernünftige Kranke in die schlimmste Abteilung kam. Tie Gräfin verließ Erdzberg statt mit 115 Pfund mit 96 Pfund Gewicht. Tie Klägerin behauptet, der frühere Kassierer Thorct der Eid)bcrger Anstalt habe ihr brieflich mitgeteilt, daß sid) ein Herr m der Anstalt den Hals mit einem Rasiermesser durchschnitten hätte. Ter HalS sei zugenäht worden, der Herr aber nach sechs Stunden gestorben. Ein anderer Herr habe sich im Babe stranguliert. Ein dritter Herr auS Wiesbaden sei lebendig seziert worben, ba er nur im Starrkrampf lag. Landeshauptmann Krekel - Wiesbaden und der Weilmünsterer Tirektor Dr. LautziuS werbe» als Zeugen benannt, daß s'd) bei ihren Akten Briese unb schriftliche Aufzeichnungen bei Eichberger Angestellten Kassierer Ihöret, Cbcvroärtcrin Lontzerath, Wärterinnen Anna Kopp unb Schäfer, sowie einer Iran Grimm befinden, bie im Herbst 1906 von de» Vermietern der Klägerin, Eheleute Jörstchen in Wiesbaden, in Abwesenheit bereits nach Weilmünster wegen Onerulauienwahns verbrachten Klägerin gegen Deren Verbot widerrechtlich an die Wiesoadcucr Polizei ausge- hünbigt worden find. Auf bem Eichocrg soll bie Klägerin von .Uranien in ben :Rüdcn unb Leib getreten roorben sein. Pros. 2t. Bvckcnheimcc in Aranksntt habe fie deshalb operieren müssen unb eine Knickung des Steißbeins unb eine Enrzündung der 6)c- barmuttvr gesunden. In Wrilmünstcr hätte sie zugcscbeii, wie bie Kranken ihre Eßgcschrrre mit itot besudelten Sie l-ade deshalb dort nichts -u sich nehmen können. Bei Brechdurchfall mit 40,ö Grab t'yieber fei ihr statt Tanalvin fünfmal täglich ein Quantum Brustpniru-r gegeben worben. Tas t-abe sie bei der großen Bisile dem Direktor gesagt. Dr. Erk baoe taim bemerkt, Dir Bcrweu?slnng liege an der Würterin, wa-> aber nid»t der Wahrheit entsprod)en hätte. DaS OberlandeSgerrd» beschloß, einem Termin vor dem beauftragten Richter anzuberaumen, zu die Klägerin, die Aerzte Tr. Wicii".l»nrtmrg unb Dr. E.i Weilmünster alS sachverständige Zeugen unb Pro'. Dr. Sioli von der frankfurter Irrenanstalt alS Sadivcrftinbiger geladen werden
Vcrmifcbtcs.
* Ettt chinesisches Charakterbild de- deutsch. Kaisers. Der chinesische Staatsmann Pu Schid-Mei, der m besonderer Mission nach Europa gesandt wurde, um die europäischen Verfassungen kennen zu lernen, und der Habei auch in Berlin vorn Kaiser in Audienz empfangen wurde, veröffentlicht jelst hi bet Pcklnger Zeitung eine Schilderung de- Eindrucks, den der Kaiser auf ihn gemacht. „Der deutsche Kaiser trat durch die linke Tur ein, bie nach Norbosten gerichtet ist, wäbrenb wir alle im Süboften standen und in der ühlitbcn Weise grüßten Der deutsche Kaiser trug Uniform und seinen Sabel, nahm seinen Hut ab und verbeugte sich tief. Ehrfürchtig überreichte ich mein Beglaubigungsschreiben, daS der deutsche Kaiser, die Hand erhebend, periöillich entgegennahm, indem er sich respektvoll nach ber Oc- undheit Oer Kaiserin Witwe unb des Kaisers erkundigte Tann sagte der Kaiser, er würde mir mit Freuden in meiner Mission beistchen, soweit er « vermögt, aber Versassungsfragen seien stets verwickelter Natur. Der Kaiser ist gegen 50 Jahre alt und von mittlerer Statur. Er hat eine geldlich-rote tAesicht4- farbe und bic Enden seines Schnurrbarts sind in die Höhe gedreht Der 'Auödruck seines Gesichtes ist sehr lebhaft und feine Haltung voll Tatkraft. Er kann sehr viel schwere .lrbeit auf sich nehmen, und cr verbringt daS ganze Jahr auf bem Lande, aber zu jeder Zeremonie, die seine Gegenwart erfordert, kehrt cr in die Hauptstadt zurück DaS ganze Gebiet deS dem scheu Reiches hat etwa bie Große einer großen chinesischen Provinz ober von zwei kleinen, also nahezu bie ÄuSdehnung deS Macht- gebiete- eines unserer Vizekönige. Dennoch nimmt es unter ben großen Mächten der fünf Erdteile eine hervorragende Stellung ein Der deutfche Kaiser ist in West-Europa besonders berühmt durch seine männlichen Tugenden und durch seine große politische Fähigkeit. In feiner Kraft, Strapazen zu ertragen, yleicht er c.nrm Soldaten, in seinem Benehmen gegenüber Be- luchern kann er mü einem einfachen (Gentleman verglichen werden Er treibt kaum soviel Pomp und Zeremonien, als einer unserer Vizekönige, wenn er in seinem Gebiete reift. Aber anderseits ist es unmöglich, Vergleiche anzustellen, da die Sitten EhinaS und Europa- in vielem so verschieden sind " Mit der Hervor- Hebung, daß dcr Kaiser nach Nordosten sich oerbeiiatc. beabsichtigt der chlnrüsche Diplomat anzudeuten. daß bet «ifer dem Jtai'cr von Edina feine Ehrerbietung bezeugte
— Die Bekenntnisse des reich it en Mannes der Welt lieber ein Buch von Rockefcller, in dem der bf- (ar.ntf Milliardäi innen Leb uSgang fdbilbern :o;rb. weroen inte- reiiante Einzelheiten bekannt Rockefcller will bem Leser schildern, wie et »um reichsten Mann bet Welt wurde und der
Grundzug fernes Buches wird in einen Tendenzen lehr ab- wriehen Den den Sdbübndjteibunger. anberer großer U.nanz- manner. Diese iramen die Jugend meist vor bem Sdiulben- machen und predigen die Arbeit mit dem kleinen eigenen x-pual Rockefrller steht aui dem enfgcgenicicbicn Standpunkt. Er behauptet, daß die Erfolgc-chanccn iederinannS vor allem drveu abhängen, daß er tfield habe, um damit zu w.rkrn. Man mzß sich daS VeNrauen jener erwerben, die viel Geld baben_ unb borgen Borgen soviel als man geborgt b.iommt, das ist brr Weg, denn nur mit iMb kann man Geld machen. Ter wenvoUk-e Besly, den ein Mann haben kann, so sagt Rockrfeller, das die Ehrlichkeit, unb wenn er ehrlich ist, so wird man ihm vertrauen und ihm auch Geld leihen. Verfügt et einmal übet Kapital, so steht es bei ihm. BUlionür zu tpetden ober Bettln Unter anderen Themen brbanbelt Rockefcller in seinem Buche auch: „Tic Edancen von deute im Vergleich zu denen der vor. bergebenben Generation' , .chic Grundsüve der Gcschü'tSführun^ unb „bi* Verantwortlichkeiten deS Geschäftsmannes". Vic d.- richtet wird, verleibt sich Rockefcller in seiner LebenSgeschicht- ein* Gemütsart, bie in krassem Viderspruch steht |u seiner well- bekamiten rücksichtslosen Härte. ES scheint ein liebenswürdiger Philosoph zu iprcdxn, em Mann, der Bald, ^clb unb btt Natur liebt und sic mit einem Schwünge beschreiben kann, ub ben mancher ibn beneiden mag. Sein Ehrgeiz ist, em ju schreiben, dar auf den Bücherbrettern aller lung.n Aänn-7 heimisch werden foll. ES wird in 12 europäischen Ländern erscheinen, voraussichtlich auch in China und Japan. Ter eigentliche Anlaß deS Entschlusses zur Selbstb.ographie liegt in den heftigen Angriffen, denen der Petroleumkonig vornehmlich von leiten des bi.rl' ce 5rm.ro fütjii^». mS Led n gekommenen früberex Petroleum-Großhändler- und, als Rockesekler sein Geschäst voll- kommen vernichtet hatte, zum Schriftsteller gewordenen crbütettri <>ei»des Tuimcpcn a. - i r.rrescn ist, und die er durch nr.r eigene Schilderung seines Leben- zu widerlegen hofft.
• Zeugenaussage in der Hypnose. AuS Net» Dork wird ein inlereslanier Fall- berichtet, in dem die Hy> uose bic Aufklärung eine5 Verbrechens ermöglichte. Jeau Charlotte Hitchcock wurde am 20. November schwer Der- mundet neben ihrem erschossenen Gatten im gemeinsamen Schlafzimmer aufgcfundcu Sie gab an, den <«atten er. schossen und dann einen Selbstmordversuch verübt zu haben Allein der OrtSdefund und die Art ihrer Verwundungen weckten Zweifel, die nicht geklärt werden konnten. Vor kurzem trat eine Kommission zusammen, die darüber ent- scheiden sollte, ob die Angeklagte tn eine Irrenanstalt über wiesen luerbcn solle. Der Leiter des pathologischen Bureaul vom GesundheitSamle beschloß, durch Hypnose einen Ber» such zu machen, die Mordszene zu reproduzieren. Er Der- seine ytau Hitchcock in hypnotischen Schlaf. Aus die Frage« schilderte sie die Einzelheiten der Mordnacht. Ihr l*attt hatte sie gezwungen, sich bereit zu erklären, die Tat auf sich zu nehmen, falls sie ihn überleben sollte Dann beschrieb sie alle Details des Vorganges: ihr Mann hatte aus sic geschossen, sie schwer verivundet und dann Selbstmord begangen. Tiefe Angaben klären die Widersprüche, die sich zwischen ihrer früheren Aussage und dem LrtSbesund er- neben hatten, aus: in der Tat waren ihre Verwundungen Derart, daß cd nach Ansicht der Sachverständigen unmöglich war, daß sie sie sich selbst beigebracht haben konnte. Tie Aussagen in der Hypnose greifen lnaenlo- ineinander unb Hären alle Rätsel aus. Als Frau hitchcock später erwachte, wußte sie nichts davon, daß sie im Schlafe vcritommei worden war. Frau Hitchcock hat bereits früher unter dem hypnotischen Einfluß ihres Efatten gestanden. Nachdem du Hypnose so Licht in das Dunkel gebracht hat, wird die An- Hage wegen Mordes oder ivegen Totscylags fallen gclaflei werden müssen
• Der Kult der Sta (ie. AuS Paris wrt uns berichtet: Unter dem Ehrenvorsitz von tkiw Loti, dem berühmten Romandichter, bat sich *r eine Gesellschaft gegründet, die fich den felisamcn Warnet „<5ammet»fotc" zugelegt hat und als ihr Ziel bei Schuh und die Pflege obdachloser Kayen auf ihr Panier geschrieben hat. Eine eigene Zeitung, die sich ausschließlich den wichtigen Katzeiifragen widmet, wurde sofort gegrünte und ist bereits erschienen. Sie fuhrt den Titel „t'e Monorif, als ein Zeichen späterer Dankbarkeit und Anerkennung fü: einen Poeten und Schriftsteller, dec Monorif hieß und am Zeitlang seine Feder mit aller Begeisterung in den Tienir seiner Kasiensreundschast stellte. Unter vielen längst vergessenen Werken hat er auch eine „Geschichte der Kayen
n Tic erste Nummer der fü
Mähenjcitmiß spricht von der Notwendigkeit des euergischei Zusammenschlusses aller Freunde der Hauskatzen: die Ver llältniffe im Lande der Mäusejäger Haden sich in der letzte- Zeil von Jahr zu Jahr verschlechtert und bic Pariser Katzen allste sind längst nicht mehr inijta ich n^achsende
Anzahl herrenloser iieic ;,u bvljerberaen und zu pflege» Insbesondere mit der Trennung von Kirche uno Staat iß den armen Katzen ein schlverer Schaden »gefügt worden die Zahl der Heimatlosen hat sich seit Ausführung des Im- nung--gesepes beforgnk'crrcgenb gesteigert. Denn die Klöst.-: beherbergten eine ansehnliche Anzahl von Katzen, die d« Wanderung in die Fremde nicht mit antreten konnten un.‘ nun verlassen und herrenlos zuruckblieben. Nun wird du o^escllschafi „Sainmctpfotc' die Fürsorge für diese Hinter blicbeneti übernehmen
• Ei n Spitzbube, ber Hu in or hol. In Bonn hate. vor Jahren einmal Studenten nist einem nbclen 9ladjtbinnmel rtm Ente stibitzt, die vor einem neuster des ersten Stockes |um Aut- frieren hing. Um aber utd)t mit Cem Staatsanwalt in ^erilbtw: m kommen, bängten sie an die Stelle der Ente em Säckchen m ihrem inntmaülidien Geldwert und einem (bedichte des Inhalttt daß .Luftige Studenten — Effen gerne Enten'. Tie Sache her» mch feine Folgen. Nicht io edel dachte der Spitzbude, te neulich bei Rom einem Ranipagnabaiier gleich ben ganzen Hübncr •lall außgeräubert bat: vierzehn Hühner waren es und ein .stolzer' Hahn öabei (ber eaperbo gaJlo paradiert auch in der italienische CueUek Aber and) er befaß wemglten« Humor und |o etiva« roe eine dichterische Ader. Bauersmann unb Banerstra» waren lanj» untröstlich Ta hören sie eine» Morgens ihren Hahn fröhlich höben 2,‘oü Ireubiger Erregung eilen fie m ben Stall, mit dem Habe hoffen sie bas ganze Hiihnervolk wiederzusinben. Ader zu thror Leidwesen saß nur ber Herr des Hühnerstalles auf ber Stange, gr ruppig anzusehen. um ben Hals einen Zettel, auf bem daß folgend* (tn italienischen Versen) geschrieben ftanb:
Leiber hab' ich pierjebn Morgen Euch nn Stall nicht krähen können. Doch ich niufeie |a besorgen 's Miserere unsern Hennen. Wenn Ihr teyt mich neu gefunden Auf dem al (vertrauten Pollen: 9hm so zäh und so zerichunben, Lohne ich incht mehr bic Kosten, Mich im lop’e gar zu sieden. Dafür sind zu schad' bie Kohlen. Tamm seid es nur luwieben: Mich wird erst der Teufel holen l
• Erster Est mann: ,^ch habe fr entsetzliche 3a6nftfmifti'* reißt du kein Mittel dagegen?" — Ztpcitcr Eh-maun: 1 c
jul'tcrn aud) an Zahnschmerzen Als ich nach vau'e kam, Öa<Ü ich es meiner lletneit Frau, die nahm gleich meinen Kopf t> ihre weichen Händchen, küßte mich, und — meine .jahnichmerze» .oaren wie n-cggrblafcn Laß bidi nut rbenio behandeln' etfkr Ehemann ..Mensch, ba? ist ,a zroßoNig' Sofort wer» ich deinen Rat befolgen! Ist deine Frau jetzt zu vause?"


