ftänbc erledigt würden. Im vorhergehenden Jahr wurden in 24 Sitzungen 840 Gegenstände crlüngt.
2er für die städtischen Bediensteten und Arbeiter bestehende Arbeiterausschuß hielt 4 Sitzungen ab, den darin zu Tage getretenen Wünschen der städtischen Arbeiter wurac die Stadtverordnetenversammliurg nach Möglichkeit gerecht. Die Unterhaltung der von der Stadt gestellten Dienstkleidung der städtischen Arbeiter erforderte 2046.28 Mk. (1128.86 Mk.). Ruhe- gehaltc wurden für 8 Personen, Witwengeld für 10 Personen und Waisengeld für 5 Personen gewährt .tut Gesamtbeträge von 3338.82 (2729.22) Mk.
Das Standesamt vollzog 1087 (962) Einträge in das Geburtsregister, 228 (184) in das Heiratsregister und 657 (640) in das Stcrberegister. Aufgebote gelangten 514 (436) zum Aushang. ....
Die M i l i t ä r st a m m r o l l e umfaßte 449 _ (400) Militärpflichtige. Anträge auf Befreiung bezw. Zurückstellung wurden
Einläufe hatte die Bürgermeisterei 16 556 (15 971), Anträge auf Erteilung der hessischen Staatsangehörigkeit wurden 8 (6) gestellt, Ortsbürgertmfnahmen fanden nicht statt.
Sühneversuchc in Beleidigungssachen wurden in 11 < (175) Fällen beantragt, erfolgreich waren sic in 31 (33? Fällen. Anträge auf Erteilung der Erlaubnis zum Wirtichattsbctrieb oder zum Ausschank und Kleinhandel mit Branntwein lagen 61 (56) vor, wovon 36 (43) sich auf den Uebergang bc,tehender Wirtschaften usw. auf einen anderen Inhaber bezogen, ^.ie Bedürfnisfrage wurde in 51 Fällen bejaht und in 10 Zöllen verneint. An- und Abmeldung stcuerpslichtiger Gewerbe erfolgten 384 (?90)
Der Mschluß der Rechnung der Stadtkasse ergab für die Betriebsrechnung 2 288 369.78 Mk. Einnahme und 2 03a 476.2-J ML Ausgabe, so daß ein Rest von 252 902.55 Mk. verblieb. Die Vermögensrechnung hatte 2 243 929.35 Mk. Einnahme und 1431434.79 Mk. Ausgabe. t r
Der Gesamt-Vermögensstand der Stadt betrug 20983 633.40 M., nämlich: 1. Stadtkasse 223 777.48 Mk. Aktiv- kapitalien, 2 747 356.03 Mk. Vorlagen für die Kanalisation, 1065 397.11 Mk. Kassevorrat, 305 000 Mk. Wert der Mobilien, 3 472 251.07 Mk. Wert der Gebäude, 1862 603.30 Mk. W.-rt der verpachteten Feldgüter, 1020 362 Mk. Wert der Fcldguter in eigener Bewirtschaftung, 3 920 000 Mk. der Waldungen, 220 000 Mk. Wert der öffentlichen Plätze, 2.0 600 Mk. Wert der nutzbaren Rechte und 168 000 Mk. Wert des dem Theaterbauverein überlassenen Grundstücks; 2. Stadterweiterungsfonds, Wert der Grundstücke 2 024 852.41 Mk. und Kassevorrat 119 808.90 Mk.; 3. Armenkasse, Aktivkapitalien 254 484.84 Mk. und 229140.26 Mk ; 4. Gaswerk 1450 000 Mk.; 5. Wasserwerk 1 000 000 Mk. und 6. Elektrizitätswerk 880 000 Mk. Ter Schuldenstand der Stadt ist: Stadtkasse 9 469 705.34 Mk., Stadterweiterungssonds 1 770 771.43 Mk., Armenkasse (StistungLiapitalien) 45 683.65 Mk., Gaswerk 634 947.07 Mk., Wasserwerk 1473 785.76 Mk. und Elektrizitätswerk 837 530.03 Mr., zusammen 14 232 423.28 Mk. Es ergibt sich somit ein V e r m ö g c n s ü b c r s ch u s; von 6 751210.12 Mk. Außerdem stehen 129 174.41 Mk. Stistungskapitalien unter städtischer Verwaltung.
* * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. 'betn Groß Herzog am Samstag u. a. Oberlehrer Prof. Dr. Clemm von Gießen.
* * Das Ergebnis der Viehzählung vom 2. Dez. 190 7. Das vorläufige Ergebnis der Viehzählung vom 2. Dezember 1907 stellt sich n. d. „Darmst. Ztq." für Hessen, verglichen mit den Ergebnissen früherer Jahre, folgendermaßen :
Jahr
Pserbe
Rinbvieh
Schafe
Schweine
Ziegen
1907
61696
331 384
64 905
384 593
132 260
1904
61 787
319 912
58158
338 839
126 488
1900
59 342
330 666
81 596
313 382
126 968
1892
52 439
321 641
91 277
246 913
115158
1883
47 546
290 105
101 663
162 9-0
93 »46
1873
44153
284 049
130 410
133 987
78 670
Die Zahl des Federviehs (Gänse, Enten und Hühner) betrug 1 596 008 gegen 1 380 667 im Jahre 1900. Bienenstöcke wurden 33190 gezählt. Die Zahl der Hausschlachtungen in der Zeit vom 1. Dezember 1906 bis 30. November 1907 erstreckte sich auf 1078 Stück Rindvieh, 548 Schafe, 141 819 Schweine und 19 921 Ziegen. Das Ergebnis für die einzelnen Altersklassen der Vieh- gatlungen muß erst auf Grund der Haushaltungslisten festgestellt werden und kann deshalb erst später veröffentlichi werden.
* * Ordensverleihung. S. K. H. der Groß herzog haben dem Major Krause im 2. Oberrheinischen Infanterie- Regiment Nr. 99, seither im Infanterie-Regiment Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
* * Erledigt ist eine 2e h r e rst c l l e an der katholischen Schule zu Lampertheim.
^Sparkassen und Wvhnungsreform. Von den öffentlichen Sparkassen in Hessen haben bisher schon infolge Anregung durch den hefs ischen Zentral - herein für Errichtung billiger W oh nun gen in a r a t mehrere die gemeinnützige Wohnungsfürsorge für Minderbemittelte erheblich unterstützt. Dies ist geschehen von den Bezirkssparkassen in Erbach, Gießen, Heppenheim, Nidda, Schotten und der städtischen Sparkasse in Worms u. a. durch Gewährung von Darlehen zu einem Vorzugszinssuß. Tie Sparkasse in Erbach hat außerdem aus ihren Ueberschüssen zwei Baugenossen- schasten direkte Zuwendungen gemacht, während die in Nidda noch Geschäftsanteile der dortigen Baugenossenschaft und die Wormser städtische Sparkasse Aktien der Baugesellschaft daselbst übernommen hat. Die Vezirkssparkasse zu Höchst i. O. hat der Gemeinde König zur Erbauung von Wohnungen für Minderbemittelte Darlehen zum Zinsfuß von 33/4 Proz. — bei 1 Proz. Tilgung — gegeben. Die Be- zirkssparlajse in Mainz hat ebenfalls beschlossen, ihre besondere Aufmerksamkeit der Wohnungsfürsorge zuzuwenden. Anfangs dieses" Jahres hat sich der Zentralverein in einem Rundschreiben erneut an die Sparkassen in dieser Angelegenheit gewandt, unter lleberreichung eines eingehenoe Vorschläge enthaltenden Referats des Sparkassenrechners Arnold in Heppenheim. Die Sparkassen sind für den Wohnungsbau ein sehr wichtiger Faktor, da von der großen Summe von Hypothekendarlehen, die sie im Jahre gewähren, ein großer Teil (1906 z. B. rund öy2 Millionen) gnr Erbauung neuer Häuser Verwendung (Bidet. Ihre Alitwirkung bei der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaues ist mithin von wesentlicher Bedeu'rung.
** Landwirtschaftliche Vorträge für Soldaten. Am Samstag abend von 5—6 Uhr sanden die ersten Vorträge, und Zwar zunächst in ben Garnisonen Darmstadt, Maiuz uiü) Worms statt. Wegen oec großen Zahl der srciwilligcu Teil Nehmer in Tarmstadt (1971 mußum y. .> Am.-iumgcn oeTldct toerben. In lur ersten Ab Lcmdesökonomicrat Müller übei btu ( >rauä ;oii L, Und Stcebit iur 2anbttriniil>u|töbctiu. . [lt ü l
Abteilung (berittene Truppenteile) Landwirychaits luoc 3rci
einiges über Bau und ErnälMng der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen vortrug. Wie die Tarmst. Ztg. .hört, folgten die Teilnehmer den gemeinverständlichen Ausführrmgen mit größter Aufmerksamkeit und sichtlichem Interesse. Tic nächsten Vorträge finden Samstag, 15. d. Mts., nachmittag,5 Uhr, statt.
**2er Evang. Arbeiterverein hielt am letzten Sonntag im oberen Saale der Herberge zur Heimat seine Hauptversammlung ab. Ter Vorsitzende erstattete Bericht über das abgelaufene Bereiusjahr. Aus ihm ist zu ersehen, daß der Verein am Schluß des Jahres 366 Mitglieder zählte. Die Sterbekasse umfaßt 118 Mitglieder. Die Baugenossenschaft konnte im abgelaufenen Vereinsjahr keine Bautätigkeit entfalten, hofft aber in diesem Jahr die Zahl ihrer Häuser um einige vermehren zu können. Die Elisabeth-Kleinkinderschule, die vom Verein ins Leben gerufen wurde, war auch im letzten Jahre äußerst gut besucht. Nach Erstattung des Kassenberichts durch den "Rechner des Vereins wurde ihm Entlastung erteilt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde der Vorstand beauftragt, die nötigen Vorarbeiten zur Gründung einer Jugendabteilung auszuführen. Der Antrag auf Erhöhung der Beiträge wurde auf ein Jahr zurückgestellt. Bei der vorgenommenen Vorstandswahl wurden die sämtlichen ausscheidenden Herren (mit Ausnahme des seitherigen Rechners Schufst, der eine Wiederwahl ablehnte) wiedergewählt; neugewählt lvurden die Herren Schmidt und Ausfeld. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde die äußerst anregend verlaufene Versammlung geschlossen.
** ließe L* Religion und Geistesleben sprach gestern abend in der freien landeskirchlichen Vereinigung vor einer sehr zahlreichen Zuhörerschaft Pfarrer Lie. Fuchs von Ztüfselsheim. Der Redner erörterte in diesem seinem letzten hiesigen Vortrag die Beziehungen der Religion zur Wissenschaft, zur Kunst und zur Sittlichkeit und kam zu dem Schluß, daß Religion und Wissenschaft, Kunst und Sittlichkeit sich gegenseitig nicht ausschließen und, wenn sie in Gegensätze geraten, auf der einen Seite eine Entartung eingetreten sein muß. Insbesondere ist die Wissenschaft durchaus keine Feindin der Religion. Wenn es ihr gelingt, irgend eine religiöse Anschauung als falsch zu erweisen, so wird sie die Ursache, daß sich dahinter der religiöse Gedanke noch gewaltiger erhebt. Denn Religion ist eine Sache des Gefühls und läßt sich nicht beweisen, sondern nur innerlich erleben. Deshalb sollte auch die Religion der Wissenschaft keinerlei kleinliche Schranken auferlegen wollen. Dem anregenden gedankenreichen Vortrag folgte eine sehr lebhafte Diskussion, die sich teils zustimmend, teils gegensätzlich zu den Ausführungen des Zieferenten verhielt. Jedenfalls haben die Vorträge des Herrn Lie. Fuchs allen Zuhörern viele Anregung geboten und bedeuten für sie einen geistigen Gewinn.
** Gießener Konzertverein. Ein hochinteressantes Konzert verspricht das letzte dieses Winters, vom Gießener Konzertvcrein gegebene, zu werden. Wir machen schon heute unsere Leser darauf aufmerksam. Wie man uns mitteilt, werden zivei bisher unbekannte Tonwerke Richard Wagners, „Columbus" und „Rule Britannia", zur Aufführung gelangen, ferner P. T s ch a y k 0 w s t i s gewaltiges Klavierkonzert in B-mol) und Liszt's „Tasso". Als Pianist ist es gelungen Wilhelm Backhaus zu gewinnen, der außer dem Klavierkonzert noch vier Klavierstücke von Cyopin spielen wird, darunter die herrliche Polonaise in Asel ur. Backhaus ist uns kein Fremdling mehr und cs ist wohl zu erwarten, daß man in diesem Konzerte, das im Theater stattsindet, ein volles Haus sehen wird. Sehe sich daher jeder rechtzeitig vor. Das Konzert findet am 23. Februar statt. Die sehr erheblich verstärkte Kapelle des Frankfurter Zoolog. Gartens bildet das Orchester.
X Beuern, 10. Febr. In unserem Dorf hat am vorigen Donnerstag abend der Tod ein Opfer gefordert und in die ganze Gemeinde eine jähe und schwere Lücke gerissen. Unser allseits geachteter und beliebter Bürgermeister Heinrich Otto erlag einem längeren Leiden. Der Verstorbene hat seit 1885 ununterbrochen, also fast 23 Jahre lang, indem er 1894 und 1903 wieder gewählt worden war, den verantwortungsvollen Posten des Gemeindeoberhauptes in unermüdlicher Treue, Gewissenhaftigkeit, Sparsamkeit und Ausdauer versehen. Von der Bedeutung des Verlustes legte der große Trauerzug Zeugnis ab, der sich gestern nachmittag nach dem Friedhöfe bewegte. Dem Verblichenen das letzte Geleite zu geben, hatten sich Vertreter des Großh. Kreisamts und des Großh. Amtsgerichts Gießen, sowie Oberforstmeister Weigand, ferner mehrere Anitsgenossen und andere Bekannte des Toten aus der Umgegend eingefunden, und die Teilnahme der Gemeinde war allgemein, die zwei Gesangvereine, „Polyhymnia" und „Liederkranz", und der Kriegerverein waren in dem Zuge. Herr Pfarrer Schmalz hielt eine eindrucksvolle Leichenrede. Die beiden Gesangvereine saugen je einen Trauerchor. Würdig gestaltete sich die letzte Ehrung des Tahinbeschiedenen, die Niederlegung zahlreicher Kränze. Zunächst trat Regierungsrat Dr. Merck an das Grab und gedachte des Heimgegangenen in anerkennenden Worten; er stellte ihm das Zeugnis eines der zuverlässigsten Ortsvorsteher aus, der immer darauf ausgewesen sei, in seinem schweren Amte nur das Rechte zu tun, das müßte ihm jeder zugestehen, auch die, die in manchen Punkten anoeren Sinnes als er seien; er meinte, es dürste nicht so leicht sein, einen so tüchtigen, verläßlichen Beamten wieder zu bekommen. Zum Zeichen der Teilnahme des Kreisamts legte er in dessen Namen einen Kranz nieder. Dasselbe tat als Vertreter des Amtsgerichts Oberamtsrichter Geh.-Rat Tr. Gebhard, der das stets bescheidene, schlichte Wesen des Entschlafenen hervorhob und als Mann von langjähriger Erfahrung betonte, daß dieser zu den besten Gemeindeoberhäuptern gehört habe. Ebenso legten Kränze nieder der Gemeinderat, der Kirchenvorstand, der Schulvorstand, der Ortsgerichtsvorstand und die Gesangvereine „Polyhymnia" und „Liederkranz". — Der so plötzlich Dahingescyiödene wird bei seiner Gemeinde unvergessen bleiben. Er ruhe in Frieden!
w. Langd, 10. Febr. Unsere Gemeindejagd, die seither an die Jagdgenossenschast Langd für jährlich 535 Mk. verpachtet war, wurde bei der Neuverpachtung dem Architekten K. Beck in Frankfurt zugesprochen, der mit 720 Mk. Jahrespacht Höchstbietender blieb.
-st Harbach, 10. Febr. Neulich wurde in verschie- I denen Blättern als Seltenheit ein Schafhirte genannt, der schon 60 Jahre hindurch seines Dienstes waltet. Unsere Gemeinde besitzt aber einen Schafhirten, der Ortsbürger IKaspar Schäfer, der schon über 70 Jahre zur größten
Zufriedenheit und in steter Rüstigkeit seinen Dienst versieht Derselbe ist 1823 dahier geboren und wird somit in diesem Jahre 85 Jahre alt. Den Dienst versieht er schon seit seinem 14. Lebensjahre.
Vilbel, 10. Febr. In der Nubcliabri? von Eduard Camp Söhne hier geriet heute früh die 15 jährige Fabrikarbeiterin Marie L e i ch n e r unter beit Maschinellstem und war s 0 - fort tot.
(th.) Borsdorf, 9. Febr. Unsere Gern eind e;a gd wurde an den seitherigen Pächter, Staatsanwaltschaftsrat Dr. Knecht-Frankfurt a. M. zum bisherigen Pachtpreis von 510 Mark im Jahr auf weitere 6 Jahre zugeschlagen.
0 Deckenbach, 10. Febr. Bei einem Ho ch 5 eil s feste! ereignete sich heute dahier durch leichtsinniges Handhaben einer geladenen Schußwaffe ein recht bedauerlicher Unglücks fall, der wiederum zur Warnung dienen mag. Ein Junge von zwölf Jahren hantierte, ohne daß es die Gäste merkten, mit einem mit Schrot geladenen Terzerol. Plötzlich ging es los und verwundete den Jungen an der rechten Hand dermaßen, daß mehrere Vordergtzieder ait den Fingern schwer verletzt, eines sogar ganz abgerissen wurde. Außerdem traf ein Schrotkorn einen alteren Burschen am Kopf, daß eine 'blutende Wunde entstand. Aerztt liche Hilfe mußte sofort in Anspruch genommen werden.
— Kinzenbach, 10. Febr. Der Handwerkerverein der Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach hielt gestern bei Gastwirt L. Mandler seine Generalver-i s a m m l u n g ab. Der Vorsitzende der Abteilung Wetzlar, Herr Wagner, erläuterte verschiedene wichtige Fragen. Dem Bemühen des Vereins ist es mit Hilfe der Handwerkskammer endlich gelungen, innerhalb unserer Bürgermeisterei gewerbliche Fortbildungsschulen zu begründen. Für Krofdorf wird sie schon mit dem 1. April d. I. ins Leben treten, auch für Atzbach ist eine solche in Aussicht ge-, nommen. Dieserhalb wird noch im Laufe dieses Monats eine Versammlung in Wfoaä) tagen. Bei der Vorstandswahl wurden die bisherigen Mitglieder Schwickert-Atzbach (Vorsitzender) und Kühl, Kinzenbach (Schriftführer) wiedergewählt. Neu traten in den Vorstand ein Wagnermeister Groh-Dorlar, Schmiedemeister Drescher- und Schneidermeister Rohrsheim-Krosdorf, letzterer als Rechner. Für Ostern hat der Verein einen gemeinsamen Ausflug nach Köln gepldnt, um dortige gewerbliche Anlagen zu besichtigen.
0 R 0 d h e i m a. d. Bieber, 8. Febr. Die alte Schmit- ter Mühle, die im August bis auf den Grund niederbrannte, steht wieder vollendet da und konnte in diesen Tagen ihren Betrieb eröffnen. Schon der äußere Bau nimmt sich stattlich aus, er überragt alle Gebäude der Schmitte. Da die räumlichen Verhältnisse cs nicht zuließen, die Mühle weiter anszudehnen, ist sie auf den alten Grundmauern errichtet. Die innere Einrichtung wurde von der Firma Wetzig-Wittenberg ausgeführt. Ihrem Besitzer, dem vor kurzem verstorbenen Baron van der Hoop, war es leider nicht mehr vergönnt, das in jeder Form vollendete Werk pi schauen. — Der Kreis-Krieger- Verb a n d Bie 0 enk 0 pf hält Sonntag, 23. Febr., im Saale des Gastwirts Karl Schlierbach seine General« Versammlung ab. Von der Tagesordnung sei die Vorstandswahl und der Vortrag des Herrn Lehrer Burk- Biedenkopf über das Fechtschulwesen erwähnt. Der hiesige Kriegerverein wird im Anschluß an diese Versammlung sein Stiftungsfest ab'halten.
+ Hörnsheim, 9. Febr. Ein Trauerzug, wie man hier feit langer Zeit nicht gesehen hat, bewegte sich heute durch unsern Ort. Es galt, die sterblichen Ueber- reste des Vorsitzenden unseres Kriegervereins Gg. Michel zur letzten Ruhestätte zu geleiten. Bei her großen Beliebtheit, die der Verstorbene hier wie in der ganzen Umgegend besaß, war die Beteiligung sehr groß, umsomehr, als der Verblichene ein Veteran von 1866 und 1870/71 war, wie auch unser Pfarrer Koch in seiner tiefergreifenden Rede hervorhob. Dem Verstorbenen, der über zwanzig Jahre den Verein geführt hat, wurden die militärischen Ehrenbezeugungen von einer Gewerhrscktion vom Regiment Kaiser Wilhelm ausgeführt. Es wurde eine Ehrensalve abgegeben und vier Tambour desselben Regiments schlugen den Trauermarsch. Auch die benachbarten Kriegervereine bis nach Ebersgöns hin ehrten das Andenken des Verstorbenen durch ihre Beteiligung. Unvergeßlich wird der Verblichene dem Verein bleiben, der sanft ruhen möge.
Gerrchtsssat.
RoZrercto, 10. Febr. In benu Prozeß wegen der int letzten Sommer auf deutsche Turner verübten lieber- fälle in Welschtirol wunde das U r t e i l gesprochen. Es wurden verurteilt der Angeklagte Bertotti wegen ossentlicher Gewalttätigkeit zu vier Wock-en schweren Kerkers, Dcmartin wegen Verleitung zur , falschen Zeugenaussage zu vier Wochen einfachen Kerkers, I a ne s e l l i wegen Schießens vor b-emi Hotel in Pergine zu drei Wochen Arrest, Ingenieur Stolzi wegen Beleidigung von zwei Wachtleuten in Trient zu zwei Wochen Arrest, Unterweg e r wegen Werfens eines Eies auf Professor Meyer zu 24 stunden Arvcit oder 10 Kronen Geldstrafe, die Angeklagten ^archer, Cvlpi, Ettore Scottoni und Costa wegen des Vorfalles bei Mitterberg zu je z'.vei Tagen Arrest, der Angeklagte Mario S c ost to 11 i zu drei Tagen Arrest wegen der Ver- lcurnoung des Professors Meyer. Sämtliche anderen Angeklagt^i wurden ireigeiprochen. Den Demirteilten wurde ferner die Tragung der Stoiten des Prozesses auserlcgt. Der Staatsanwalt reichte bereits die Nichtigkettsbeschwerde ein.
LTttiverTiLäLs-Nachesehten.
, J,c- ?" l i n. Wie wir hören, hat Projcssor Dr. med.
t>hi- Arthur SD cf f ter, Ordinarius der Pharmakologie und Direktor des pharmakologiichen Jnstüuts an der Universität Marburg emen Ruf als Nachfolger von Pros. O. Liebreich an die Berliner Universität erhalten.
„ 77. ~cv senior der theologischen Fakultät der Universität G ö t t i n g e n Proi. Dr. August W l e s i n g e r ist im 90. Gebens-, iahte dort g e st 0 r b e n.
Ver-mißetz-sA.
"Straßburg 1. E., lu. Febr. Der Heizer einer Klemkinderbewahranslalt in Mülhausen, Wleisel, hat an einem 7jähr. Mädchen ein entsetzliches Verbrechen begangen. Darnach packte er die winunernde Kleine, die faum mit dem Leben davon kommen dürfte, in einen Sack und wollte sie in einen Kanal werfen. Er erregte aber Verdacht, warf ben. Sack fort und entfloh, konnte aber verhaftet werben. — Auf dem Franklinplatze hier ist ein Mann, anscheinend aus Rache, ermordet worden. Der Täter ist bisher noch nicht ermittelt. — Ferner wurde hier eine Kellnerin nachts in einer Wirtschaft von ihrem früheren Geliebten, einem Schweizer, durch Messerstiche in Brust und Unterleib getütet. Dem Verbrecher gelang es, nach der! -Schweiz zu flüchten. Der Beweggrund der Tat ist Eifersucht.,


