Erstes Blatt
Dienstag 11. Februar 1908
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— DaS Fremdwort und die Schule. Wir lesen der Zeitschrift des Allg. Deutschen, Sprachvereins": Die
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158. Jahrgang
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Ein russifch.türkisryer Krieg?
Die durch die österreichisch-russische Eifersucht hervor- gerufenen Komplikationen in der Balkanfraqe rr r. _____ _____ ______ ' °
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viermal wöchentlich eicßcncrCfiinilienblätter; zweimal ivöcbcntl.KteiS: blattsürdenAr-isGiehen (DieirStag und Freitag); zweimal rnonntl. Land- lvittschafttiche Seitfiagen Fernsprech - Anschlüsse: für die Redaktion 112, Verlag u. Expedition 51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen.
potheke.
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erregen einer „Standard"-Meldung zufolge in Rom von neuem lebhafte Beunruhigung. Die Abreise des Wiener Botschafters Fürsten Urussow nach Petersburg wird als Beginn des Ausbruchs einer Situation angesehen, die man von offiziöser Seite lange zu verheimlichen suchte. Man beschuldigt Rußland der erneuten Absicht, Konstantinopel einzustecken, während anderseits Oesterreich von Rußland verdächtigt wird, sich mit Hilfe seines Eisenbahnprojekts in den Besitz von Saloniki zu setzen. Man glaubt allgemein, daß ein Krieg zwischen Rußland und der Türkei zu erwarten sei. 100 000 Mann der besten türkischen Truppen würden schon in Macedonien in Bereitschaft gehalten. Ruß land wirftderPforte vor, daß sie, durch deutschen Einfluß bestimmt, Oesterreich b e g ü n st i g e.
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Eine Erinnerung an die Drcysu?-Affare.
In der gestrigen Sitzung der französischen Kammer gelangte ein als dringlich bezeichneter Antrag auf Wiede r e i n st e l l u n g I o s e f R e i n a ch s als Offizier in die Territorialarmee zur Besprechung. Lasies (Antisemit) stellte hiergegen den Antrag, alle Militärpersonen, die wegen Meinungsäußerungen außerhalb des Dienstes bestraft wurden, zu rehabilitieren. Der Kriegsminister erinnerte daran, daß Reinach bestraft wurde, weil er die Machenschaften Esterhazys aufdeckte. Er ersuchte die Kammer, Gerechtigkeit walten zu lassen und Reinach zu rehabilitieren. Schließlich wurde der Antrag Lasies mit 273 gegen 257 Stimmen zurückgestellt. Nachdem die Rechte dafür eingetreten war, wurde der Antrag, Reinach durch Wiedereinstellung in seinen Dienstgrad zu rehabilitieren und die Sache an die Militärrommission zu überweisen, eingebracht. Von der Kammer wurde mit 256 gegen 255 Stimmen in diesem Sinne beschlossen.
len 9. Februar s bis 12 Uhr nachts . . ID5.,
Wilhelmstr. 2, -
Vsnt^es NeSstz.
Berlin, 11. Febr. Zur Beseitig ung deSSteuer- Privilegs der Staatsbeamten melden die 92. 92., daß der nunmehr fertig gestellte Gesetzentwurf als ein Teil der kvmmen- d.n Beamtenbesoldungs-Vvrlagc gedacht ist. Ter Entwurf wird daher gleichzeitig mit dieser Vorlage dem Landtage zugehcn, sodaß die Aufhebung des Steuer-Privilegs bereits cm nächsten Etatsjahr in Geltung tritt. Da in allen Beamten- und Besoldungssragen Preußen stets in Ueüer- einstimmung mit dem Reicks Vvrgcht, so ist anzunehmen, daß auch mit dem Reichsbeamten-B^soldungsgeseß ein gleichartiger Entwurf für Reichsbeamte dem Reichstage zugehen wird.
Bezugspreis: mona t lich 75 Pf., viertel- jährlich Alk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.—Vierteljahr!. auSschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Psi auswärts 20 Pfennig,
Verantwortlich für den politischen Teil: E. Anderson; f. Feuilleton und „Vermischtes" P. Wittko; für „Stadt u. Land" und „Gerichts- 7 saal": E. Heß; für den Anzeigenteil: H. Beck.
zeichnet keine Charaktere, von einem Geldmanne plebejischer Her- runft wird erzählt, der eine Marquistochter liebt und zur Ehe sich erkauft. Anne Marie betrügt den verachteten Gatten. Jacques Blaicchara aber greift nicht zur Pistole, er kämpft nicht mit ungewohnten Waffen. Dort unterliegend, ivo zu siegen allein ihm wert dünkt, am Weibe seiner Liebe, reißt er, ein Börsen- simson, mit einem Verziveifelten Buch den stolzen Bau seiner Spekulationssiege in Trümmer, um den Todfeind, den Räuber seiner Glückshoffnungen, zu vernichten. Mit dem Betrogenen zusammen bricht der Liebesabenteurer nieder. Anne Marie aber, die Irrende, die haßerfüllt an seiner Seite dahingeleüt, ist von der wilden Leidenschaft dieses Opfers „gerührt"; dem verachteten Parvenü, dem brutalen Geldmenschen, bietet sie, in dem Augenblick, da er seine ganze Macht seiner Leidenschaft zum Rache- opser gebracht, da er ruiniert und von allen geächtet vor ihr steht, in edler Aufwallung zum ersten Male die Hand der treuen Gefährtin. Es ist der letzte Akt, der, gallischer Tradition getreu, diese sentimentale Wendung sucht und erzwingt. Er ist zugleich der einzige Mißklang, der die kalte, technische Harmonie dieser wirkungsgewisscn Bühnenrechnung stört. So lange man sich an den schwarzen Umrissen der Handlung begnügt, so lange man nur dem gelassen spielerischen Formeninstinkt des Bühnen- technikers mit leisem Behagen folgt, wird auch dieser neue Bernstein sich verteidigen lassen. Sucht dek Blick seelische Tiefen, löst er die Gestalten des Werkes aus dem Gefüge von wirksamen Szenen, um den Faden eines inneren Geschehens zu erhaschen, so zerflattern jäh ihre menschlichen Umrisse; arithmetische Faktoren einer Theaterrechnung stehen wesenlos, nackt und kahl im Raum uni> aus all den leidenschaftsreichen Worten weht der erkältende Hauch blutferner Verstandesarbeit. Die Berliner Simsonaufführung bot den Reichshauptstädtern zugleich Gelegenheit, Ferdinand Bonn nach seinem Direktionsintermezzo bitteren Angedenkens zum ersten Male wieder als Schauspieler zu begrüßen. Sein gewandtes Spiel, mit dem effektlüsternen Sttl des Werkes in lückenlosem Einklang, entzückt durch seine teck)- nische Glätte, verstimmt durch sein kulissenfreudiges Anreißertum; allein ein beifallsicheres Publikum empfing den Vielgeprüften mit froh lärmenden Applaus. H. W.
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AusLrrnS.
Paris, 10. Febr. In e.ner Versammlung franz 8- sischer Kaufleute, wo der ehernalige Generalresident von Tunis, Diene Millot, den Vorsitz führte, wurde die Bildung einer französisch-deutschen Handelsorganisation beschlossen mit ixr ausdrücklichen Bedingung, sich nichtmit Politik zu befassen und lediglich füv.die Verbesserung konrmcr- zieller Beziehungen beider Länder zu arbeiten.
Baku, 10. Febr. Als gestern um Mitternacht der neuer- itamite Poltzeimeist. Buschen das Theater verließ, wurde eine Bombe geworfen. Buschen wurde leicht verwmidct. Ter Täter, ein Gymnasiast aus Tiflis, wurde von der Begleitmannschaft niedergeschossen.
Teheran, 11. Febr. Ter für den Geburtstag des deutschen Kaisers zugesagte Zuschuß ver persischen Rea ierung zu den Unterhaltungskosten der hiesigen deutschen Schule iji nach längerer Verzögerung endlich durch den Schah bewilligt worben. Rach dem Erlaß des Schah zahlt die persische Regierung jährlich 50 000 Alk. auf die Tauer von25Jahren.
„Kathol. Schulztg." für 92orddeutschland erzählt eine hübsche Geschichte davon, was für Unheil die Fremdwörter anrichten können. In einer höl)eren Schule wurden vor kurzem die Schüler durch Augenärzte untersucht. Darauf gab der Direktor einem Schüler folgenden Brief an seinen Vater mit: „Werter Herr! Die heute angestellte Untersuchung hat ergeben, daß Ihr Fritz stark zur Myopie neigt. Sie müssen etwas in der Sache tun." — Am nächsten Morgen brachte Fritz dein Direktor folgenden Antwortbrief des Vaters: „Werter Herr Direktor! Besten Dank für Ihre Nachricht. Ich habe meinem Sohne eine gehörige Tracht Prügel zuteil werden lassen, und ich hosse, er wird es nicht wieder tun. Sollte er dennoch sich wieder etwas zuschulden Eonnncn lassen, so bitte ich um gütige Mitteilung." Der.Direktor wird hoffentlich nie mehr „Myopie" statt „Kurzsichtigkeit" schreiben.
— Kleine© hronik aus Kun st uirdWissenschaft. Wie der „B. B.-C." hört, hat der Kronprinz bei einigen Professoren der Abteilung iür Maschinenbau und Technik der Hochschule in C h a r l 0 t t e n b u r g eine Reihe von Vorträgen belegt. Es ist das erste Mal, daß ein Hohenzollcr an der Hochschule hört. Die Vorträge werden ftir ih>i allein gehalten. — Enrico Toselli, der Gatte der früheren Gräfin Monngnoso, der im Januar in Hamburg und Berlin Konzerte geben wollte, hieran aber angeblich durch Erkrankiing verhindert wlirde, hat einstweileii sein Tournee durch Teulschland aufgegeben. Er begiebt sich in diesen Tagen mit seiner Gattin nach Rußland, um dort in verschiedenen
Sin Mgebiichcr dsntsch-sranMscher Zwischenfall hat dem französischen Sozialistenführer Faures Veranlassung gegeben, in der gestrigen Sitzung der französischen Kammer eine Interpellation einzubringen. Die gewünschte Aufklärung gab der französische Minister Pichon, indem er nachstehendes aus fick) r le:
Der deutsche Vertreter habe ihm am 22. Jan. mündlich mitgeteilt, daß Abdul Asis die deutsche Regierung ersucht Hai, gegen das Vorgehen Frankreichs in Marokko einzuschreiten, und daß Mu- lay Hafid einen ähnlichen Schritt ebenfalls bei der deutschen Negierung unternommen habe. J'n seiner Antlvort aus diese beiden Ansuchen habe Deutschland zu erkennen gegeben, baß Frankreich erklärt habe, sich im Rahmen der Algeeiras - Akte zu halten. Wenn die beiden Sultane das Gegenteil feststellen könnten, stehe es ihnen zu, sich an die Signatarmächte der Algeciras- Akte zu wenden. Der Minister fügte hinzu, er habe diese courtoisievolle und herzliche Mitteilung der deutschen Negierung in der freundschaftlichen Weise, die sie-verdiente, ausgenommen. Der Schritt Mulay Hafids habe nicht überrascht, dagegen habe man sich über den von Abdul Asis mehr wundem müssen. Pichon bemerkte sodann, er habe in Rabat Auskunft einziehen lassen. Die Minister von Abdul Asis hätten erklärt, es sei unrichtig, daß um eine Intervention nachgesucht worden sei. Die deutsche und die französische Negiemng hätten die Quelle . des Zwischenfalles, dessen Bedeutung man übertrieben habe, aufgeklärt. Nicht zu dem deutschen Gesandten in Tanger, sondern zu einem Kaufmann, der mit den Funktionen des Konsuls beauftragt war, habe Ben Sliman die dann dem Gesandten gemeldeten Worte gesagt. Der Zwischenfall müsse als Beweis der Cour toi sie und der korrekten Haltung der deutschen Regierung anerkannt werden. Die marokkanische Frage werde zur Ehre Frankreichs gelöst werden. Er bitte die Kämmer, sich nicht zu beunruhigen aus Anlaß alltäglicher Vorkommnisse. (Lebhafter Beifall auf der Linken.) Andere Mächte hätten J-rankreich ein Beispiel von Takt gegeben. (Erneuter Beifall.) Pichon fuhr fort, Frankreich halte sich bei seinem Vorgehen innerhalb der von der Algeciras-Akte vorge- aciajueten Grenze. Der Minister forderte die Kammer auf, dieses des Landes würdige Vorgehen zu unterstützen. Gedenken wir achtungsvoll derjenigen, die für das Vaterland zu sterben wiisen! (Beifall. Lebhafte Erregung auf der äußersten Linken.)
... ?aurös, dem der Minister vorgeworfen hatte, daß er kürzlich nicht für die Tagesordnung gestimmt habe, in der die französische Armee in Marokko beglückwünscht wurde, beschuldigte darauf den Minister, dieser lenke durch persönliche Angriffe von der eigentlichen Frage ab. Es habe einen wirklichen Zwischenfall mit Deutschland gegeben und er freue sich, daß dieser Zwischenfall keine größere Bedeutung gehabt habe. Pichon habe aber vor acht Tagen die Kammer getäusch t, als < CL\ erklärte, er wisse nichts von einem Jnterventions- ge,uche des Sultans Abdul Asis. (Beifall aus der äußersten Linken.) '
Pichon! erwiderte, er habe eine ihm von einer fremden Bot)chast gemachte geheime Mitteilung nicht öffentlich be- tanntgebeit können. Das würden seltsame diplomatische ; Sitten sein, die nur von Jaurös und seinen Freunden ae- : billigt werden könnten. (Beifall.) ;
Der Zwischenfall in der Kummer war damit erledigt. 1
Städten Konzerte zu geben. — Tas Kal. Landgericht III zu Berlin bat eme einstweilige Veriügung erlassen, wonach dem Schriftsteller Robert S a n d e ck, sowie dessen Verleger Hermann Ehbock die Verbreitung des von S. verfaßten Romans „Dämon Berlin" mit der das Berliner Kaiser-Kaffee belreffenden Stelle unter Androhung einer Geldstrafe von 200 Mk. für jeden Fall der Zuwiderhandlung bis zur Hauplentscheidung des schwebenden Prozesses verboten wird. In diesem Roman hat S. von dem genannten Kaffeehause viel Schlimmes ohne stichhaltige Gründe getagt und die lilerar. Sachverständiaen siiid sich sämtlich darin einig, daß diese Schilderungen ästhetisch sich nur gering bewerten lassen. — Beim Wettbewerb um ein Museum 1 n Wiesbaden haben unter 87 eingegangeiten Entwürien die Slullgarter Architellen Hununel und Förstner den 1. Preis mit 3000 Mk. errungen. Zwei 2. Preise mit je 2000 Mk. wurden Schreüerer und Below zu Köln, sowie Adolf Philippi zuerkannt. Zwei 3. Preise mit je 1500 Mk. erhielten Delisle und Jtigwerjeti-München und Wertz und Huber- Wirsbaden.
Nr.3tz f
Ter Etetzerttr Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. — Beilagen:
mit fazierender Sicherheit eine Geschehniskette zu einer for-> malen Einheit znsarnmensch'nieden. Bernstein ist auch im Sirnson seiner Sphäre treu geblieben, dem Salon, wo Geld- und 92a- mensariftokratie sich einen, trennen und Übervorteilen. Er
Aus ttiso Luisro.
G l e ße n, 11. Febr. 1908.
ArrS dem städtischen BerwaltungSVerrchL für 1906.
I.
Der nunmehr vorliegende Verwaltungsbericht für das Rechnungsjahr 1906 gibt auf 185 Seiten einen erschöpfenden Be- ricyt über die Gemeirck)eangelegenheiten unserer Stadt, von denen das wichtigere auszugsweise mitgeteilt sei.
Im Kalenderjahr 1906 wurden 1090 (1905: 965) Kinder geboren, von denen 357 (295) unehelich geboren wurdet:. Knaben waren es 538 und Mädchen 552. Von den größtenteils in der Frauenklinik geborenen unehelichett Kindcrii hatten 280 (239) Mütter von auswärts und 77 (56) solche von hier. Totgeboren wurden 22 (33) Kinder. Die Zahl der Sterbefälle einschließlich der Totgeborenen betrug 656 (637), loovon 327 (352) nrännlichen und 329 (285) weiblichen Geschlechts toaren. Der lleberschuß der Geburten über die Sterbejälle betrug 306 (264). Ehen wurden 228 (184) geschlossen.
Die Stcrdtverordneten-Versammlung, die den Verlust des langjährigen verdienten Mitglieds Emil Schm all zu beklagen hatte, hatte am Schluß des Berichtsjahres 32 Mitglieder. Sie hielt 25 Sitzungen ab, in denen 828 Gegeu-
frnfZt Krankenhaus-Konz orte. Der Verein für Kran- Titt» r..veranstaltet * seit kurzem in einigen Ber-
nner. städtischen Krankenhäusern für die nicht beit-
cineih9Cit- Kranken, um ihnen ihre dunkelen Stunden
cJL . mg erträgliche», zu machen, Konzcrtaufführungen. Tie 9üee tu ganz gewiß anzuerkennen und verdient allenthalben, auch ^j.eß en er Kliniken, Nachahmung. Vielleicht L,„n stch hiesige Dilettanten den Direktionen der Kliniken vazu gelegentlick) zur Versügung.
öus m, st*2 Bernsteins „S im so n". Man schreibt uns Sppfpns»! 1 n Bernstein ist Theatermathemaliker, nicht
?)O^bndeuter. Auch sein jüngstes Werk, der „Simson", der im kunap!, ,eine erste Aufsührung erfuhr, schöpft feilte Wir- , ^au^en gcheimnisdunklen Tiefen leilender, irren» Menschenseelen. Aber ein seltsam kühler Reiz I 9t diese Werke gallischer Bühnenkunst, die glatt, elegant,!
— forischrittlichen Verein der Potsdamer Vorstadt kam es gestern abend zu Meinungsverschiedenheiten, die zwischen dem rechten und linken Flügel des Liberalismus bbn Fragen der Blockpolitik und des Landtagswahlrechts befiehen, unvermutet zum Ausdruck. Ten Anlaß dazu bot em Vvrtrag des Rcick-stagsabg. Dr. Mugdan ü6cr diese beiden Fragen.^ 9£ad) ihrem, Ausscheiden aus dem geschrftsführenden Ausjchuß ber freisinnigen Partei benutzten die Herren Vvli Ger- lach und Tu Barth diese erste Gelegenheit, sich mit der Taktik der fieisinnigen Fratcions-Gemeiuschllst in Sachen des Landtags- Wahlrecksts ^useuiander^usctzen. 9tach Schluß der lebhaften Tis- kuffion wurde eine Resolution angenommen, in der die Ueber- t r a g u n g d e s R e i ch s tags-WaylrechtesaüfPreußen ohne Rücksicht auf die Blockpolitik verlangt Ivrrd.
— Im Abgevrdnetenhause ist ein Antrag eingebracht worden, das Haus wolle beschließen, die Staatsregierung zu ersuchen, die Lehrpläne der Volksschulen und höheren Lehranstalten in organische Verbindung zu bringen und die bei den städtischen höheren Lehranstalten noch bestehenden Mrschulen allmählich auszuheben.
— Blättermeldungen zufolge muß der Reichskanzler, der leit einigen Tagen an einer leichten Influenza erkrankt ist, :wch immer das Bett hüten. Indefseu hat sich sein Befinden soweit gebessert, daß man seiner baldigen Wiedcwgenesung cnt> gegenfehen kann. ,
Essen, 11. Febr. Auf dem westfälischen Parteitage der Zentrnmspattei erklärte der Abg. Herold in einem Referat über die politische Lage, das Zentrum werdeentschieden dagegen protestieren, daßdasDefizitderNeichs- f i n a n z e n lu.txxr durch neue Anleihen gedectt werde. Für die Ausgaben mün'e eine Einnahine-Quelle zur Deckung gefunden werden.
Ml*1 dSker.
Atleßnes LerrMetosL.
-*.,7" ®®vmftabt wird uns vom 9. Febr. geschrieben: - as Y 0 f t y e a t e r hat beute bie neue Oper von Paul Bittner l e rote © r e b" in einer glänzenden Darstellung und deko- raUven Pracht zur ersten Ausführung gebracht. Die Auinahme war un ersten Akt kühl, im zweiten Atl beiiällig und flaute im outlcn Akt wieder erheblich ab. Die Musik ist eigentlich ein Mixtum compositum von der alten italienischen Oper bis zur neuesten Zeit. Tie Instrumentierung ist sehr glücklich durchgeiührt, doch wirken die Ucbergänge vom pianissimo bis zum forte störend. Ter Komponist stellt an die Solisten feine besonders großen Ansorder- ungeii. so daß die stimmlichen Mittel mit Ausnahme der Partie oer „©reb" überhaupt weniger zur Scltung kommen. Mehrere frisch aus bem allösterreichischen Volksleben yerarisgegrisfene mrd auch in dieser Mundart gehaltene Volköszenen belebten den Gang oer Handlung. Alan darf den weiteren Keulungen des Komponislen nad) diesem seinem Ersilingswerk mit Interesse enlgegensehen. — JJian schreibt un§ ferner aus Darmstadt: Konzerlmelsler Have- m an n, em noch jugendlicher Künstler, der seit einigen Tagen am mcligcn Hoitheater engagiert ist und schon verschiedentlich günstige Umgageinentö nach außerhalb hätte abschließen können, beteiliaie stch dieser Tage an einem Konzert in Z ü r i ch. Nun hat der ^!"ü!ler cmen vorteilhaften Riis erhalten uni) schweben über die näheren Bebingungeii z. Z. Verhandlungen. Havemann hat auch die nonzeilleiliing der gesaniten niusikalischen Veranstaltung wäyrend oer diesjährigen Landesausstellung auf der Künsllerkolonie über- nonunen und hierzu schon eine Anzahl tüchtiger Hilfskräfte gewonnen.
Hecr rrnd FLorre.
— Tas „Militärwvchenblatt" meldet: v. S t u n z n c r, komm. General des 10. Armeekorps, wurde mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt. 5derzog E r n ft v 0 n S a ch s e n - A l t e n- burg tvnrde aus Anlaß seines Regierungsantritts zum Generalmajor befördert; er Wird als Che?' d^s 8. thüringischen Jn- fantene-Regiments Nr. 153, ä la suite des 1. Garde-Regiments ru Fuß und auch ferner ä la snite des 1. Seebataillons in ben Listen geführt, v. Löwenfeld, Generalleutnant und Ge- neralaLjutant des Kaisers, wurde unt.w Belassung in Dem Verhältnis als Generaladjutant mit ber Führung des 10. Ar- ebeauftragt, v. Below, Generalmajor und Dberboftmeiftcr, wurde mit der Führung der 1. Gardedivision beauftragt. Freih. v. Willisen, Oberst und Kommandeur des 1. GardoregimentS zu Fuß, wurde unter Belassung in diesem ^-ienstverhälttiis zum Flügeladjutanten des Kaisers ernannt, b. Alten, Oberst und Kommandeur des 1. Garde-Manen-Rcgts., Würbe mit der Wahrnehmung der Geschäfte eines Chefs des 9Nilctär-Reitinstituts beauftragt.
tuna S f[emeu ' \ den fetteten. .W b?cQ9cnki! ’Nt in cr i’cri'in.n lc^n: °^iK^ M&s
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GietzenerAnzei
,„y General-Anzeiger für Gberhefsen
bis oorrnfttags 10 Uhr^ Rotationsdruck und Verlag der Srühl'schen llniv.-Such- und Steindruüersi. R. Lange. Redoftion, Expedition und Druckerei; Schulftraze
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