Ausgabe 
1.12.1908 Zweites Blatt
 
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geschleudert und so schwer verletzt, daß er noch in derselben Nacht nach Marburg in die chirurgische Klinik gebracht werden mußte, woselbst ihm das rechte Bein amputiert wurde. Die Pferde des Postwagens wurden ca. 200 Meter weit fort» geschleift und vollständig verstümmelt. Die Post- und Wert­sachen sind sämtlich gerettet. Wodurch das Unglück ver­ursacht wurde, ist bis jetzt noch unbekannt; wahrscheinlich ist der dicke Nebel daran schuld. Gegen Mitternacht war daS Gericht von Frankenberg, sowie das Bauamt an Ort und Stelle, um den Tatbestand aufzunehmcn.

Q Laubach, 30. Nov. Die Vereinigung zur Veranstaltung von Konzerten und Vortragsabenden hatte in ihrer gestrigen Veranstaltung durch ihr Komitee einen glücklichen Griff getan. Das bewies das Engagement des Konzertmeisters Alfred Heß auS Frankfurt a. M., der ein Meister auf der Violine genannt werden darf. Welche Fertigkeiten derselbe besitzt, zeigte sich namentlich in den, dritten Satz des Violinkonzerts von Mendelssohn-Bartholdy, in der polnischen Mazurka von Wienawsky und in dem recht schwierigen Moto perpetuo von Nies. Die schwierigsten Kadenzen beherrschte er spielend; reicher Beifall, der den Künstler zur Zugabe eines Stückes veranlaßte, lohnte^ihn. Möge er im nächsten Winter uns wieder durch fein Spiel erfreuen. Herr Appunn aus Hanau trug mit seinem vollen weichen Bariton 4 Lieder vor. Leider war er etwas stimm­lich indisponiert, weshalb auch ein Lied in Wegfall kam. Im übrigen bemühte er sich durch seinen glänzenden Vor- trag die Zuhörer seine katarrhalische Erkrankung vergeffen zu machen. Auch ihm wurde lebhafter Beifall zu teil. Derselbe galt auch dem gewandten Klavierspieler Herrn Knoth aus Frankfurt a. M., der z. B. in der Begleitung des Liedes Archibald Douglas", wie auch in den übrigen Klavier­stücken, der Bechstein-Flügel war dem Hofpiauofortelager von Rudolph aus Gießen entliehen, eine vollendete Fingertechuik entwickelte. Der Besuch des Konzerts war recht gut, auch von Nachbarorten war zahlreiche Teilnahme zu verzeichnen; daS Komitee hat Ursache, mit Stolz auf seine erste Winter- oeranstaltung zu blicken.

Mainz, 30. Nov. In der Stadthalle tagte gestern nachmittag eine von mehreren tausend Winzern und Wein­händlern besuchte Versammlung gegen die Reichs­weinsteuer, der auch verschiedcue Reichstags- und Land- tagSabgeorduete beiwohnten. Nach mehreren Ansprachen wurde eine Resolution gegen die Reichsweinsteuer gefaßt und gleichzeitig die hessische Regierung aufgefordert, ihren Bevollmächtigten im Bundesrat zu beauftragen, im Reichstag gegen die Meinsteuer, wie auch schon vorher im Bundesrat, Protest zu erheben.

s Marburg, 30. Nov. Aus einer ganz geringfügigen Ursache entwickelte sich in der Nacht zum Sonntag hier ein e r n st l i ch e r studentischer Krawall. In der Barfüßer- straße hatten sich gegen 2 Uhr zwei betrunkene Studenten mit anderen Passanten geprügelt. Tic Polizei konnte nicht anders Niihe stiften, als daß sie die beiden nacheinander zur Wache brachte und auch einzeln wieder entließ. Der zuerst in Freiheit gesetzte junge Mann hatte nun in dem Glauben, sein Freund müsse in der Zelle sicher bleiben, erst etwa zehn 10 Studenten herbcigerusen und diese ließen dann in allen studentischen Vereinshäusern und Kneipen dasBurschen heraus!" erschallen. Wie bei dem bekannten Krawall im Jahre 1902 so sammelten sich auch diesmal innerhalb kurzer Zeit Hunderte von Studenten und Neugierigen auf dem Marktplatz und den angrenzenden Straßen an. Sie voll­führten einen Heidenlärm, schlugen mit den Stöcken gegen die Fensterläden und lachten die Polizcibeamten, die sich die grüßte Mühe gaben, Ordnung 511 schaffen, einfach auS. Nur dem maßvollen Benehmen der letzteren ist cS zu danken, daß Exzesse vermieden wurden. Erst zum Morgengrauen gabs Ruhe. Wie man hört, wird ein gerichtliches Nachspiel folgen, denn etwa 50 Beteiligte sind ausgeschrieben worden.

Aus dem Wetter tal, 30. Nov. Endlich hat nun feit etwa 11 Tagen der Ba u der Wettertalbahn begonnen. Vorerst wird die Teilstrecke GriedelRockenberg hergestellt, der Bau soll so betrieben werden, daß man die Strecke am 1. April 1909 eröffnen kann. Geländeschwierigteiten sind bis ieftt nicke gen und eröffnen kann. Geländeschwierigkeiten sind bis auf die. Erbauung zweier Wetterbrücken keine vorl-anden. Tie Strecke ist etwa 2,5 Kilometer lang. Von Rockenberg bis Bad-Nauheim sind noch etwa 8 Kilometer, so daß die ganze Strecke rund 10 Kilometer Länge hat. Tie Linie erhält die Stationen Rockenberg, Oppers­hofen, Steinfurth und Bad-Nauheim. Von Rockenberg Zris Bad- Nauheim bleibt die Bahn rechts der Wetter. Zwischen Steinfurth und Bad-Nauheim find mehrere Dämme und Einschnitte erforder­lich; hier erreicht Die. Bahn die Maximalsteigung von 1:50. In Bad Nauheim Läuft sie zwischen dem Staatsbahnhos und der elettrifdien Zentrale ein. Von hier wird eine Unterführung nach dem Bahnhofsplap führen. Tic Orte Steinfurth und Griedel

legen gleichzeitig die Feldbereimgüng t£vt, wahrscheinlich auch Rockenberg und Bad-Nauheint.

Kassel, 30. Nov. Die Neubaustrecke Wildlingen- Buhlen, eine Fortsetzung der Strecke Wabern-Wildungen, wird am 1. Jan. 1909 dem Betriebe übergeben werden. Vorläufig verkehren 5 Züge täglich in jeder Richtung.

Vermischtes.

* Wenn man nicht gerne Akten liest. Die Neuen Züricher Nachrichten schreiben: Als der oströmische Kaiser Arka- dins im Jahre 408 starb, hinterließ er vier Waisenkinder, drei Töchter und einen Sobn, Theodosius II., der 401 geboren und beim Hinscheiden des Vaters gegen acht Jahre alt war. Da wurde nun PulchÄa, die älteste seiner Schwestern, hervorragend wie durch körperliche Schönheit, so auch durch Tugend und Weisheit, zur Führung der Regentschaft herangezogen. Und sie löfte. ihre Aufgabe in allen Ehren seit ihrem 15. Jahre in der Eigen, chaft einer Mitkaiserin und Erzieherin ihres kaiserlichen Bruders. Diese Frau ist unstreitig die schönste Zierde des oströmischen Kaiser­thrones. Pulcheria ließ ihren jungen Bruder Theodosius sorg­fältig in den Wissenschaften und allem kaiserlichen Gehaben, tm Reiten und in Wassenübungen unterrichten. Sie selbst überwachte sorgsam sein ganzes Gebaren, sein Auftreten, Reden und sich kleiden. Als er dann herangewachsen war, war die einsichtsvolle Schwester auch auf eine passende Gemahlin für ihn bedacht. Es war Athenais, die Tochter des Sophisten Leontius von Athen; sic war ein Ideal von Schönheit und Geist und mit Pulcheria innig befreundet. Sie wurde Christin und erhielt in der Taufe den Namen Eudoria. Als Gemahlin Theodosius' II. wurde sie zur Augusta, d. h. zur Mitregentin erhoben. Leider hatte Theo­dosius nicht die Geistesschärfe und den Geschäftsernst seiner Schwester. Pulcheria wußte aber mit Nachdruck und, Geschick feine Fehler schadlos zu machen. So hatte er die kaiserliche Un­art angenommen, Schriftstücke zu unterschreiben, ohne sie ge­lesen zu haben. Eines Tages begehrte er nach feiner Frau. Er bekam zur Antwort, sie sei nicht zu haben, er habe sie ja seiner Schwester Pulcheria als Sllavin verkauft, und um ihn zu über­weisen, zeigte man ihm das von ihm unterzeichnete Aktenstück des Verkaufes. Pulcheria hatte es ilM, im Einverständnis mit Eu- doxia unter anderen Schriftstücken unterbreitet und er hatte es seiner Gewohnheit nach ungelesen unterzeichnet. Dieser arge Miß­griff ließ sich ja fteilich leicht wieder gutmachen, aber jetzt fing Theodosius II. doch ernstlich an, die Akten zu lesen, bevor er sie unterzeichnete.

* Tie Kalenderreform in Rußland. Ans St. Petersburg wird dem Hamb. Corr, geschrieben: Die Neichsduma bat soeben erklärt, daß die Kalenderresorm als eine der wichtigsten Fragen in den Vordergrund zu setzen sei. Sie hänge mit allen brennenden Staatsfragen eng zusammen, denn durch den Mangel einer einheitlichen Zeitrechnung werde die Entwicklung der inter­nationalen Beziehungen Rußlaicks gehemmt und der Handels­verkehr mit dem Auslande erschwert. Länger dürfe das russische Reich nicht warten, um in die zivilisierte Völkersamilie einzutreten. Auch die Ehre und Würde des Landes und seiner Wissenschaft fordere diese Neuerung, welche Peter der Große schon als not­wendig erachtete. Da er sich zu einer völligen Unifizierung des russischen Kalenders in Rücksicht auf die Geistlichkeit nicht ent­schließen mochte, so beschränkte er sich darauf, den Beginn der Zeitrechnung auf Christi Geburt und den Jahresanfang auf den ersten Januar zu verlegen. Von den Gründen, welche stets gegen die Kalenderresvrm ins Feld geführt wurden, haben die politischen bereits ihre Kraft gänzlich verloren, denn heute kann niemand mehr erwarten, daß die Bevölkerung darin eine Verletzung alt­hergebrachter Traditionen sehen werde. Hingegen darf die Kirche wohl Schwierigkeiten erlüarten, wenn ihre uralten Einrichtungen eine Erschütterung erfahren, und das um' so mehr, als die Reform nickt nur die russischen Landesgebiete, sondern auch diejenigen der östlichen Slavenstämme berühren würde. Wie wenig Stimmung in den kirchlichen Kreisen für diese Reform vorhanden ist, bewies noch der Briefwechsel des Patriarchen von Konstantinopel Joa­chim III. mit dem von Jerusalem und Alexandria im Jahre 1904 über diesen Gegenstand. Eine Gruppe von Dumaabgeordnetew mit Baron Tiefenhausen an der Stutze bringt jedoch mit aller Entschiedenheit aus staatserhaltenden Erwägungen auf die Ka­lenderreform und fordert die Einsetzung einer Kommission, die sie in die Wege leiten soll.

* Wie man in Amerika reich wird. Das Riesen­vermögen des verstorbenen Chicagoer Großkaufmanns Field ist auf direkte .Handels-Unternehmungen und Grundeigen- tumswerte zurückzuführen. Die Astors legten das Funda­ment zu ihrem Vermögen durch Einnahmen aus ihrem Pelzhandel und legten die Gelder später in Grundeigen­tum an. Die Vanoerbilts wurden durch den Betrieb von Eisenbahnen reich. Die Fälle, wo Börsen-Millionäre ihr Vermögen einer glücklich durchgeftihrten Börsenspekulation zu verdanken haben, bilden die Ausnahme.

Gewerkschaft K u r-K ö l n in Gießen. Auf der dieser Gewerkschaft gehörigen Grube ©d) n eilen berg bei Beienbach, Kreis Siegern wurde bei den Ausschlußarbeiten im Hangenden des Hauvtganges auf der 70 m Sohle ein neuer Spateisensteingang erschlossen, der bereits 25 m überfahren wurde und dessen Spat­führung eine geschlossene Mächtigkeit von 1,50 m hat.

Märkte.

Gieße«, 1.Dezember. Marlioericht.Auf heutigem Wochen- mailte kostete: Butter pr. Pfd. 1.001.10 Mk., Hühnereier 1 St., 8-9 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Kasematte 2 St. 56 Pfg., Erbsen p. Pfd. 1824 Pfg., Linsen p. Pfd. 25 40 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 Alk., Hühner pr. St. 1,001,60 Pik., Hähne pr. Stück 0,801,80 Pik., Gänse pr. Pfd. 6070 Pf., Enten pr. Stück 1,80

bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch vr. Pw. 7866 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 7476 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 6880 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfd. 84 Pfg., Kalbfleisch vr. Pfd. 7080 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6080 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 5.506.00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,008,00 Pik., Milch per Liter 20 Pfg., Weißkraut ver Stück 1015 Pfg., per Zentner Mk. 2.508.00.wieviel per Ztr. 58 Mk., Birnen per Ztr. 510 Pik. Nüsse 100 Stück 4000 Pfg., per Ztr. 000 Mk. Marktzeit von 82 Uhr.

K a r t 0 f i e l m a r k t - B e ri ch t vorn 30. November 1908 Friedberg (Hoffen): Rote Sorte Pik. 1.75 0.00, Magnum bonum 2.252.50, weiße runde 1.802.00, Gelbfleischige, blaue, 2.25 bis 2.35, weiße 0.000.00. Frank' 11 r t a. Pi.: Note Sorte Mk. 1.750.00, Magnum bonum 2.252.50, weiße runde 1.80-1.90, Ge bfleischige,blaue,2.30, weiße 2.60-2.70. Wiesbaden: Magnum bon nt 0.000.00, Gelbfleischige rote 0.00, weiße 0.00. M a n n- beim: Magnum bonum Mk. 2.302.40, weiße runde 0.00, bleib« fleischi e blaue 3.00 bis 3.10, rote 0.000.00. Köln: Note Taber 0.000.00, Magnum bonum 2.75-0.00, »veiße runde 2.0v, Gelbfleischige blaue 2.152 20, rote 3.253.50, weiße 3.75-0 00. Dortmund: Rote Taber 0.00 0.00, andere rote Sorten 0.00 bis 0.00, Magnum bonum 2.600.00, »veiße runde 0.000.00, Gelbfleischige blaue 0.000.00, rote 3.600.00, weiße 3.700.00. Krefeld: Note Taber .. f. 0.000.00, andere rote Sorten 0.00-0.00, Magnum bonum 2.702.90, weiße runde 0.000.00, Gelbfleischige blaue 2.602.80, rote 2.702 90. Saffig: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 3.10-0.00, Magnum bonum 2.800.00, weiße runde 0.00-0.00. Gelbfleischige, blaue 2.60 bis 0.00, rote 0.000.00, weiße 0 000.00. Saarlouis: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 2.400 00, Magnum bonum 0.000.00, weiße runde 2.40ODO. Gelbfleischige, blaue 0.00 bis 0 00, rote 0.000.00, weiße 0.000 00. Frankenthal (Pfalz): Note Sorten 1.750.00, Magnum bonum 2.000.00, weiße runde 1.750.00, Gelbfleischige blaue 2.750.00, rote 2.75 - 0.00, weiße 2.750.00. Kempen: Rote Taber 0.00 - 0.00, andere rote Sorten 3 200.00, Magnum bonum 2.500.00, weiße runde 00.00-0.00, Gelbfleischige blaue 0.00.0.00, rote 0.000.00, weißt 0.00 - .00. München: Magnum bonum 2.25, weiße runde 2.10. Regensburg: Role Sorten 0.000.00, Magnum bonmn 1.90

Alles per 50 Kgr.)

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glessen.

Frankfurter Börse, 1. Dezember, 1.15 Uhr.

3%e/0 Reichsanleihe . . 94.65 3% do. . . 85.15 3%°/0 Konsole .... 94.50 3% do. .... 85J 5 3%°Iq Hessen 93.00 3%°l0 Oberhessen . . . 92.00 4% Oesterr Goldrente. 97 60 4l/6% Oesterr. Silberrente 97.20 4?6 Ungar Goldrente . . 91.95 4% Italien. Rente . . .. 3 % Portugiesen Serie I 57 00 3% Portugiesen III 57.60 4%°(0 russ.Staatsanl. 1905 9685 4>£°/0 japau. Staatsanleihe 91.80 4% Conv.Türken von 1903 92.00 Türkenlose 140 00 4% Griech. Monopol-Aul. . 48 50 4% äussere Argentinier . 85.70 ö% Mexikaner . . .. 4 >5% Chinesen .... 97.10

Aktien:

Bochum Guss 218.50 Buderus E. W

Tendenz: etwas fester.

Elektriz. Lahmeyer . . . 116.30 Elektriz. Schnckert . . . 118.31? Eschweiler Bergwerk . . 188 20 Gelsenkirchen Bergwerk . 187.50 Hamburg-Amerik. PakelL 110.15 Harpener Bergwerk. . . 192.25 Laurahiitte 192 00 Nordd. Lloyd . ... 88.10

Obeischles. Eisen-Industrie 97.00 Berliner Handelsges. . . 166 30 Darmstädter Bank . . . 127.80 Deutsche Bank .... 238.20 Deutsch-Asiat Bank . . 137.00 Diskonto-Koinmandit. . . 178.10 Dresdner Bank .... 146.75 Kreditaktien 194.30 Baltimore- und Ohio-

Eiseulahn 108.50 Gotthardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 18.60 Oesterr. Staatsbahn . . .142 20

P r ince-Henri-Eisen bahn . 123.00

Berliner Börse, 1. Dezember. Anlangskurse.

Canada E. B 175.50 Darmstädter Bank . . . . Deutsche Bank .... 238.20 Dortmunder-Union C. . .. Dresdner Bank .... 146.50

Tendenz still.

Harpener Bergwerk. . . 191.70

Laurahiitte 192.50

Lombarden E. B. ... 18 60

Nordd. Lloyd 88 20

Türkenlose 140220

Alte Leute sind manchmal wunderlich;

aber was gut und der Gesundheit öuträglid) ist, das wissen Sie meist besser, als die jungen. Und wissen Sic, was Onkel Gottlieb sagt:FayS ächte Sodener! Bist du erkältet, hustet dein Kind, bist du verschleimt, weil du viel geraucht hast- hast du Schmerzen beim Atemholen, sprichst du heuet nimm Sodener, Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen. Ich bab's ausprobiert und ich lueife, was gut tut." Die Schachtel kostet 85 Pfg. und ist in allen Apotheken, Drogen, und Mineralwasserhandlungen erhältlich. <hvM/ls

auf dersohle-

1860

Kauft nur

Ziele der Ernährung.

Es ist eine allbekannte Wahrheit, daß das Leben auf einem Verbrennungsprozeß beruht und daß wir deshalb darauf bedacht sein müssen, unserem Körper stets daS er­forderliche Brennmaterial in geeigneter Form zuzusühren. Diesen geheimnisvollen, für ben Fortbestand der Gesund­heit und des Lebens so unendlich wichtigen Verbrennungs­prozeß zu fördern und den Stofswechiel so zu regeln, daß den Körperzellen, au cf- -ettmeiligen vermehrten Ansprüchen gegenüber, ihre normale Lebenskraft und Lebensdauer sicher- gestellt wird, das ist die vornehmste Aufgabe der modernen Diätetik.

Fragen wir uns, was zu diesem Zwecke zu geschehen hat und wie die Ernährung mit den Prinzipien der wissen- schaftlicken Forschung in Einklang zu bringen ist, so bedarf es keiner näheren Erläuterung, das; der wirilich gesunde Mensch im allgemeinen mit den Nährstoffen auscommt, die ihm unsere natürlichen Nahrungsmittel iit_ guter Zu­bereitung bieten. Ganz anders aber liegt die Sache, wenn es sich darum handelt, einen g eschwächte n Körper mög­lichst schnell zu neuen Kräften zu bringen. Dies wird nicht nur überall dort notwendig sein, wo infolge einer schweren Kranlheit der Stoffwechsel der Körperzellen nicht mehr in der normale, 1 Weise von statten geht, sondern ebensowohl, wie bereits angedeutet, bei den meisten chro­nischen Leiden. Wollte man bei Blutarmen, Nervösen, Lungenkranken oder Dtageulcidenden durch Verabreichung einer größeren Menge gewöhnlicher Speisen eine Anreiche­rung der Gewebe er' n, so hieße das an die Verdauungs- trafi dieser Kranken ffnsorderu

wenigsten zu erfüllen aiöri) en. IL" e'chcn Ur. i di uu wird es verständlich, dc man Phon feit länge ree

parate zu schassen, ver,acht hat, die dem Zivecke Dienen,

dem Patienten die für ihn erforderlichen Nährstoffe in konzentrierter, besonders reiner und leicht verdaulicher Form zu bieten.

Außerordentlich groß ist die Zahl der Nährpräparate, die mit einigen günstigen Gutachten ausgestattet, in den letzten Jahren auf den Markt des Lebens geworfen worden sind, um hier am tranken Menschen den Beweis ihrer Leistungs­fähigkeit zu erbringen. Aber der Erfolg erinnert nur zu sehr an ein Lotteriespiel, wo aus Dutzende von Nieten kaum ein Treffer kommt. Sang- und klanglos verschwand eins dieser Präparate nach dem andern wieder in der Ver­senkung. 2tur ganz wenige auf wissenschaftlicher Grund­lage hcrgestellte und daher tatsächlich eine günstige Wirkung entfaltende Nährpräparate haben es vermocht, dauernd festen Fuß zu fassen und sich bei Aerzten wie auch bei Laien einen gleich geachteten Namen zu sichern. Und unter diesen wenigen nimmt heute wohl unbestritten das Sanatogen den ersten Platz ein, nicht nur wegen der ungeheuren Ver­breitung,, die es im Publikum gefunden hat, Sanatogen ist in fast allen Apotheken und Trogcrien zu haben sondern vor allen Dingen der stets gleichmäßig glänzenden Beurteilung wegen, die ihm in Tausenden von klinischen Versuchen ^in der Aerztewelt zuteil geworden ist.

Tas Sanatogen stellt eine Verbindung von reinstem Milcheiweiß und Glycerophosphat dar. Diese Zusammen­setzung,aus den beiden wichtigsten Stoffen, deren die Zellen und besonders die Nervenzellen bedürfen, erklärt dem Sach­verständigen ohne weiteres die guten Erfolge, die niit dem Sanatogen bei Ernährungsstörungen jeder Art und speziell auch bei Nervosität in:D Neurasthenie gewöhnlich schon inner» halb weniger Wocü. erzielt werden. Zum Verständnis des Laien ici in bi. Luu sicht folgendes bemerkt:

Unter den 2. ähr,., en nimmt das Eiweiß als Quelle >der Muskellrast die erste Stelle ein. Das im Sana­

togen enthaltene Milcheiweiß ist von einer Reinheit, wie sie für diesen Stoff bisher noch niemals erreicht worden ist. Das heißt mit anderen Worten: Das Sanatogen-Eiweiß ist frei von allen fremdartigen chemischen Substanzen, wie auch von allen schädlichen Bakterien. Dies letztere ist nm so beachtenswerter, als bekanntlich gerade die Milch und die aus ihr hergestellten Nahrungsmittel gewöhnlich eine Hauptbrutstätte dieser gefährlichen zileinlebeweseu darstellen.

Der andere im Sanatogen enthaltene chemische Körper, das Glyeerophosphat, spielt in der Nervenphysio­logie schon seit langer Zeit eine höchst bedeutsame Rolle als der wirksame Bestandteil der Lecithine, jener eigentüm­lichen phosphorhaltigen Substanzen, die von der Wissen­schaft als die eigentlichen Träger der spezifischen Nervenenergie bezeichnet werden. Tie zahlreichen Be­mühungen der Nahrungsmittelchemiker, ein wirklich ein­wandfreies Glyeerophosphat in leicht assimilierbarer Form zu bringen und so eine Möglichkeit zu schaffen, unseren im Kampf ums Dasein so mannigfach geschädigten Nerven einen zweckdienlichen Nährstoff zuzuführen, sind durch die Dar­stellung des Sanatogens verwirklicht.

Keine noch so begeisterte theoretische Lobrede auf die Vorzüge des Sanatogens könnte diesem Präparat seine her­vorragende Stellung in der modernen Diätetil auf die Tauer sichern, wenn nicht die exakte ärztliche Prüfung zugleich seinen praktischen Wert und seine Vorzüge in der Kranke,i- behandlung in das rechte Licht rückte. Aber auch in dieser Hinsicht hat das Sanatogen die Feuerprobe bestanden, wie icin anderes Nährpräparat.

Uebcr 120 größere wissenschaftliche Arbeiten ans deut­schen Kliniken und mehr als 8000 Zuschriften von Aerzten bestätigen rückhalllr^ die ausgezeichneten Erfolge, die seit einem Dezennium mit der Sanatogenbehandlüng erzielt l worden sind.