Ausgabe 
11.1.1908 Zweites Blatt
 
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wie folgt fest:

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Aus Staot un«9 &ano.

Gießen, 11. Jan. 1908.

Die Gehalte der Volksschullehreriunen.

Der do in Abg. pirschet erstattete Bericht des 1. Aus­schusses über die betreffende Regierungsvorlage lautet:

Der Entwurf setzt das Gehalt der definitiv angestellten

Lehrerinnen an den Volksschulen Im

vom

Diese Gehaltsstufenfolge bedeutet eine Erhöhung deS seit­herigen Gehaltes um je 100 Mark.

Der Entwurf wird damit begründet, daß es angezeigl sei, nachdem vom 1. April 1907 die Gehalte der Lehrer an den Volksschulen erhöht worden sind, nunmehr auch die Ge­halte der Lehrerinnen an den Volksschulen aufzuhessern. Der Ausschuß stellt sich auf denselben Standpunkt und beantragt, der Vorlage die Zustimmung zu erteilen.

* Bei der Landesversicherungsanstalt Großh. Hessen sind im Dezember 1907 296 Renten­gesuche (270 Invaliden- und Krankenrcntenanträge, sowie 26 Altersrentenanträge) eingegangen. Unerledigt wurden in den Monat übernommen 235 Rentengesuche, so daß 531 Gesuche in Bearbeitung standen. Es fanden Erledigung: 215 durch RentenbewiUigung (192 Invaliden-, 9 Kranken- und 14 Altersrentengesuche); 38 durch Ablehnung, toeü unbegründet (35 Invalidenrenten- und 3 Altersrenten gesuche), 12 durch andere Weise Zurücknahme usw. (9 Invaliden- und 3 Altersrentengesuche), zusammen 265, so daß 266 Gesuche als unerledigt auf Januar 1908 über­nommen werden mußten. Ferner wurden im Dezember 1907 307 Anträge auf Beitragserstattung gestellt, und zwar 266 infolge .Heirat weiblicher Versicherter (H.), 39 infolge Todes versicherter Personen (T.) und 2 wegen Bezugs von Unfallrente (U.). Unerledigt wurden in den genannten Monat übernommen 96 Erstattungsanträge, so daß zu be­arbeiten waren 403 Gesuche. Bewilligt wurden 225 An­träge (204 H. und 21 T), abgelehnt wurden 26 Anträge (17 H., 6 T. und 3 11). Unerledigt blieben 152 Erstattungs­anträge (122 H., 27 T, 3 11), die auf Januar übernommen wurden.

gegenwärtigen lUtomente nicht unterlassen, Italien hur Durchsetzung seiner Forderungen auf Genugtuung energisch .>eizustehen, wobei man vielleicht selber etwas für sich heraus schlägt. Im Grunde genommen mag man es in Paris und London gar nicht so ungern sehen, wenn Italien einmal etwas ausgewischt bekommt, und es ist bemerkenswert, daß man in Paris die italienischen Forde­rungen sofort als etwas sehr weitgehende bezeichnet hat. Diese Eifersucht kann gerade in der gegenwärtigen Situa­tion unliebsame Komplikationen Herbeisühren, deren Um­fang sich möglicherweise nicht aus Abessinien allein be- sch ranken würde.

ist es gewitz tnierc))ant, einmal die Ansichten einer Frau darüber zu hören, die sich als Frauenrechtlerin und Befür­worterin einer modernen Ethik einen Namen gemacht Hal Da nach dem Vortrag eine freie Aussprache stattfindet, so ist jedermann Gelegenheit gegeben, sein Für oder Wider vorzubringen.

Die Eisbahn ist wieder geöffnet.

R. B. Gernsheim, 10. Jan. Der hier sich all­gemeinen Ansehens eifreuenbe Rechtskonsulent Jean Maul, verheiratet, 40 Jahre alt, ist verhaftet worden. Er wird beschlildigt, in verschiedenen von ihm besorgten Rechtssachen größere, für seine Auftraggeber besorgte Geldbeträge in Höhe üon mehreren tausend Mark veruntreut zu haben.

h. Hanau, 10. Jan. Eine gestern abend abgehaltene i ozt al dem o kra tische .Versammlung, in welcher kotzen über oen Zusammentri-tt des preußischen Landtags und das Landtagswahlrecht referierte, wurde wegen Auf- rerzung zu stracharen Handlungen polizeilich a u f gelöst, xer jtejerent patte u. a. ausgeführt, er wundere sich, daß die Arbeiter die Fenster des Abgeordnetenhauses noch nicht eingeworfen haben, hoffentlich würden sie es bald tun. ferner jagte er, es ist mir ein Vergnügen, die Anwesenden aufzuklaren und recht wild zu machen.

** Große allgemeine Fachausstellung für das Gastwirte-Gewerbe und verwandte Berufs­zweige. Noch ehe vor einigen Tagen die Ausschreibungen für bas vom 28. März bis 5. April d. Js. in Gießen geplante gastronomische Erergms in die Well gegangen waren, lagen bereits so zahlreiche Beteiligungsanmeldungen vor, daß der geschäfts- suhrende Ausschuß mit Recht sich sagen mußte, die Turnhalle an der Nord-Anlage sei zu klein, um die Ausstellung barm unter» bruwen ju rönnen. Man hat deshalb beschlossen, im Anschluß an die Raume der Turnhalle einen weiteren überdachten Raum von ca. 1000 Quadratmetern Herstellen zu lassen, wofür die AuSstellungsarc-ntellen Seuling und Nikolaus bereits dem Zwea enyprechende Vorschläge gemacht haben. Interessieren dürfte, oav bereits M Anmeldungen aus Oesterreich-Ungarn, Sachsen, Oft- und Westpreugen und Brandenburg abgesehen von den Meldungen aus Mtttel- und Süddeutfehland vorliegen. In

$a$en in fast allen aufstrebenden Städten Deutschlands Kochiunft- und Fachausstellungen für das Gast­wirtsgewerbe stattgefunden, und so ist es freudig zu begrüßen 3 auch in unserer Stadt eine derartige Veranstaltung vor sich gehen wird. Hat sich doch nach einer derartigen Ausstellung überall gezeigt, daß das wirtschaftliche Leben im allgemeinen

Avv^ett hat, indem selbst neue Industriezweige nach solchen Veranstaltungen dort bigrü.bet wurden. Es ist die erste derartige Ausstellung, die in dm Provinz Oberhessen stattfindet Alle in das Gastwirts fach einschlagenden Artikel, alle damit verwandten Gewerbe sollen dabei im Wettstreit untereinander koukurrreren. Tie Kochkünstler in den großen Hotels sollen ossentlich zeigen, was sie zu leisten imstande sind, die Metzger ww Wurstsabrikanten werden ihre Erzeugnisse vorführen, die Konditoren utw SSaifer werden den Beweis bringen, auf welcher ar 'hre Leistungen angekommen sind. Außerdem wird die Ausstellung die neuesten Fortschritte in Haus- und Küchen- einrichtungen, m Kochapparaten und Kochmaschinen usw aufiveisen Ten Besucksern der Ausstellung soll ein umfasseiides Bild in Taselgeraten, Tafelwasche und Tekorationen, sowie der Taseldeck- kunst gegeben werden. Neben den beliebten alkoholischen Ge­tränken wird auch der alkoholfreie Trunk einen breiten Raunt emnebmen. Auch der Fachliteratur ist in der Ausstellung eine Abteilung gewidmet, ebenso wird das tunstgraphische Gewerbe durch Speisen- und Festkarten vertreten fein. Man ersieht daraus baß_ die Ausstellung, die ohne Zweifel unserer Stadt einen großen Fremdenstrom zuführen wird, nicht nur Interesse für den Fachmann sondern auch für alle Schichten der Bevölkerung m Stadt und Land beanspruchen dürfte.

**VomBureau d es N e u e n Gi e ß e ner St a d t- Th e a ter. Die Aufführung vonRab e nst e in e ri n" am morgigen Sonntag nachmittag ist die letzte des Werkes und dürste namentlich für die auswärtigen Besucher von Interesse sein, da die Vorstellung zu den besten der Gießener Bühne zählt und sowohl an Llusstattung wie Darstellung Sehenswertes bietet. Am Sonntag abend geht Raimunds ZaubermärchenVerschwender" zum weiten Maie rn Szene. Es macht sich für diese Vorstellung ein i° ^bhastes Interesse geltend, daß Interessenten gut tun werden, sich zeitig Platze zu sichern. Beide Ausführungen finden bei kleinen Preisen statt. Es sei darauf hingewiesen, das; die Angabe auf dem Theaterzettel und in der An- dre Berschwender-Vorstellung zu gewöhnlichen Prm>en stattfindet, irrtümlich ist.

- der Freidenker-Vereiniauna wird

^nne^ta3 Sr°u .Henriette Für°h äuä ^ranEfurt a. M. über:Die sexuelle Aufklärung der Ju- geno sprechen. (Näheres siehe Inseratenteil.» -- cVn nn- hneL\^.e 1D4) ^^ses Problem ein so viel umstrlltenes ist, wo die Meinungen ui dieser Frage so sehr getellt sind,'

besonderer Wim sch danach geäußert wurde?-Sachverst'. : DaS glaube ich nicht. v. Bennigsen: Ter frühere Gouverneur von Siebert hat gestern und schon in München gesagt, die Flucht der Wewer bedeute immer einen Krieg. Sachverst. : Tasl trifft nach meinen Erfahrungen nicht zu. v. Bennigsen: Halten öie es für richtig, daß die Weiber mit Gewalt zurückgeholt wurden? Sach ve r st. : Es wäre wohl praktischer gewesen, den Leutnant Johannes mit feinen 65 Mann mobil zu machen. D. Bennigsen: Halten Sie es für zulässig, daß wegcknl eines so geringen Vergehens, wie es bem Mabruk zur Last Heget ti£ tciar, die Todesstrafe vollstreckt wurde? Sachverst.: Au! sich nicht. v. Bennigsen : Wenn der Mabruk einem Küsten- )iainme angehorie, konnte dann seine Hinrichtung auf die Ge- birgsstamme irgendwelchen Eindruck machen? Sachverst.: d^iu- <>-beniaH3 stand die Todesstrafe unter allen Umständen in reinem Verhältnis ^u dem vorliegenden Vergehen. v Bennigsen: Wenn nun tatsächlich geschlechtliche Momente zu der Hinrichtung des Aiabruk geführt hätten, würden Sie sie dann für gerechtfertigt halten? Sachverst.: Es läge ja dann attcrbmgs em schwerer Vertrauensvruch vor, aber die ^vdis,-ra,e verdiente er trotzdem nicht. v. Bcunigfen: Ver­muten ^ie etira, daß Mabruk gar feinen Diebstahl beabsichtigte^ «achvcritänoiger: Nach der ganzen Sachlage scheint er doch mehr die Abucht gehabt zu Haven, zu einem der Drei Weiber zu 14) nun en. v. Bennigsen: Wuroen Sie dann die Todesstrafe für notwendig gehalten haben? Sachverst.: Nur, wenn ich Em eÄa aur Standpunkt eines airiläufick-en Häuptlings ge­stellt hatte.- ßieckstsamvalt Fall: Sie würoen also weder aus ver Fluast noch aus sexuellen SjTomenten die Berechtiauno Äur Hrnriastung dcs AUabruk lMleiten? Sachverst.: Nein, ich wurde mich banutjtrafuar gemacht haben, wenn ich für die Flucht au£ der Kellenha>t die Tooesstrafe verhängt hätte. Nechts- anwatt Falk ^Halten Sie nun die Hinrichtung der Jagodja für gerecht ? ^sachvsrst.: Nein, auch nicht, weil sowohl das Ob- lell wie auch das Individuum viel zu minderwertig war, um En Derartigen Apparat in Szene zu setzen. Rechtsanwalt paH. ^|i acht das Verhalten des Dr. Peters am Kllimand- «aiaro von allen Offizieren und Beantten der Kolonie verurteill worden? sachverst.: Jawohl. Rechtsanwalt Fall: War die jagodja nicht vollkommen frei in ihren Bewegungen? sachverst.: Doch nicht. Häufig sind die Weiber das emsige Mittel, um zu er obren, was bei Den Stäinnien vor geht und ob sie etiua Kr.eg oder sonstige Unruhen planen. Rechtsanwalt Jalk: Ob aber Dr. Peters sie zurückholen mußte, ist doch sehr zweifelhaft. -Sachverst: Ja, denn es war ja Zündstoff genug vornanoen, so daß man ihn nicht ohne 9?ot zu vermehren brauchte. ., Dr. Peters: Wenn ich als Reichskommissar hinkam, hatte ich gewiße Verpflichtungen staatlicher Art zu erfüllen. Kann es durch diese veränderte Tätigkeit nicht öfter vorgekommen lern, daß ich Aufgaben gegenüberjtanb, die ich auf andere Weise losen^ mußte, als ein Offizier, oder ein anderer Beamter? Sachverst.: Ich kann dem nicht zustimmen, soweit es sich um die beiden Hinrichtungen handelt. Justizrat Sello richtet dann ebenfalls an beit Sachverständigen v. Elpons eine Anzahl von Fragen, um zu beweisen, daß die Jagodja nicht die besondere Surta des Dr. Peters, sondern ein Freudenmädchen mar, unb baß burch die Flucht des Mädchens eine Gefahr für bic Sicherheit der Station und das Leben ihrer Angehörigen heraufbeschworen worden war. Hierzu wird nochmals Baron v. Pech mann vernommen. Er hebt hervor, daß die Jagodja kurz vor ihrem Entweichen auchKriegszauber" gemacht habe,

. Glpons bestätigt auf Befragen, daß das ein be­denkliches Zeichen sei. v. Bennigsen: Kommt bas aber nicht alle Augenblicke vor? Sachverst.: Ja, gewiß

Ter Vorsitzende teilt dann mit, daß die vom Auswärtigen Amt emgeforberten Akten erngelaufen seien. Darunter befinbe ) auch die Korrespondenz mit Bischof Smithies mit Ausnahme des von Herrn - v. Bennigsen bezeichneten Brieses, der weder im Original noch in der Abschrift vorhanden fei Ferner sind die Vernehmungsprotokolle eingelaufen, die mit dem ver­storbenen Privatsekretär Jahnke des Tr. Peters aufgenommen morben |tnb, die zur Verlesung gelangten. Er hat danach angegeben, er habe der Verhandlung gegen Mabruk und dessen Hmrtcvtung nicht beigewohnt. Er wisse aber, daß Mabruk eines Etnbruchsdiebstahls^ überführt wurde. Es sei nicht davon die k «n9e-?c,en' baB, der Einbruch erfolgte, um zu einem der bret Werner zu gelangen. Durch den Einbruch sei die Sicher­heit der Station aefährdet erschienen. Tie drei Surias seien von dem Sultan Malamia geftelll worden, der kirrz vor ihrer gewesen sei, und sie offenbar zur Duckst bestimmt habe. Nach ihrer Wiedereinlieferung hätten ^üet Wewer Stochchlage bekommen, eine sei an die Kette ge- tommen, ob dies die Jagodja gewesen sei, wisse er nicht. Nach abermaligen Flucht dieses Mädchens sei der Unteroffizier Wllhelm zu Malamia gesandt worden, sei jedoch unverrichteter Dinge zurückgekehrt Von der Marangu-Station aus fei bann mA Gewehr unb dem Feldgeschütz nach dem Lager Malamias ^ndergeschossen worden, und das Mädchen wurde nach seiner Wiedereinliefermig hingerichtet. Dr. Peters habe ihm erzählt, er hatte mit dem Madch-en zwei- bis dreimal verkehrt, weil sie

ihm ferne Ruhe gelassen habe.

/r-, . . . n. H. Köln, 10. Januar

bann als weiterer Sadjeerftanbiga brr frühere Offi- ter ber S-Hutztruppe v. Elvans aernoinmen, b:r St her Kll>m°ndtcharo &51rläamt,nann in $aquna roa Er bekurrbel. Ich bin auch itm Kilimanbicharo gewesen unb habe dort nur ruhige Berhültnisse ang-twsfen, obwohl ich S C I <-tca|ejbebitiün teilnahm. Währenb meines Aufenthalts in La- quun ereignete sich die Niebermevelung ber^^ZelewsliMkn peintron Es kamen damals 20 Mann, die Sem ©emenrf rannen toten, zu mir. Ich wohnte nur etroa 7 EaaSen ton dow Katastropl>e emsernt, während es zu Tr Beters von llhehe aus eiroa 30 Tagereisen waren. Ich befand mich nfin damals mindestens tn. derselben Lage wie Dr Beters Sr iS Ita w ge,ehrlich hielt, während ich absolut üchZ ^n Unrule bemerkt habe. Ich war dah» auss äußerste übMasch^ als ech§

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darauf an, welll-e besonderen Machtbefugnisse er hatte N Nigsen: Bestand eine Verbindung zwichen Ubebe Kilinllndschaiw-Völkern in der Form, daß Borqäuae rli B^s die Völker am Kilimandscharo überbauet tangierfen?^ Sachverst.: Memes Wissens nicht. - v. Sen i n ^ ift Ihnen ja auch wohl bekannt, daß der 'Gouverneur v

A, Innrer Zell ans Auswärtige Amt tclegraphi^te ^n Teutsch-Osta^nka alles ruhig mit Ausnahme Eugen Woss?? Seiterfe.t.)-Sachverst.: Ja. - b. Benn nigsen jS « vor, ober ist es Ihnen oorgekommen, hast sich ein Su7? ütomnnen int EnrapÜerlager hielt? Sachvirst " Tas i» misgeschlosten. o. Bennigsen : Glauben Sie bakeinsSj? bem Euvopaer Beiher als Geschenk sendet, ohne W v°Lr -^^

Als weiterer Sarver ständiger bekundet Professor Dr Vol- kens-Bcrlui vom Ostafrckanischen Museum, daß er fünf viertel ^ahre am Kilimandscharo gewellt habe, und znmr etwa ein Jahr n?P, Dr- Peters. Er halte das dortige Vorgehen des Tr. PeterS ntüt wr richtig. v Bennigsen betont, daß der Sach- verstanmae em umfass^rdes Werk über das Kilimandscharogebiet ^ofsenllicht habe, unb bittet,^ihn über die ganzen dortigen ^er<.-äU ö?ren. Xer sachverständige hält dann einen ca. halbstündigen Vortrag über seine Erfahrungen an der Hand Don Karien und Planen. - Tr. Falk und Dr. Peters befragen dann den Sachverstandigeii eingehend nach dem Schicksal seines wyien,chaftlichen Begleiters Tr. Lent, der später von den Mo- vambos totgcschlagen wurde. Pros. Völlens gibt zu, daß xr. Lent unvorsichtig gewesen sei, weiß aber nichts davon, ob xr. Lent ben Deutschen zeigen wollte, daß man mit den Mo- Danibo» auch friedlich auskommen könne. Zum Schluß der heutigen Sitzung wurde Major v. Tiedemann-Lübeck als sachverständiger Dernommcn, der erklärt, daß es ungeheuer chwer erichelne, ein abschließendes Urteil über die dortige Hand- lungsw-tse das Tr. Peters ,u fällen. Er kenne allerdings! >5- Peters bes,er, als irgend ein Mensch sonst auf der Welt, ,cinc verwandten ausgenommen. Er erinnere daran, daß v. Wiß- mann erklärt haben solle, er würde unter den gleichen Um- ftanben ebenso wie Dr. Peters gehandelt haben und sage unter bte,er 2>oraus,etziing unter seinem Eide, er würde beim Vorliegen ber von xr. Peters behaupteten Tatsachen den Mabruk unb die qagobia ebenfalls hingerichtet haben. Tr. Peters fei ja eine etroaö sech: komplizierte Natur, die entsprechend gewertet werden

Äs!- gn- J-^r gutgläubig gehandelt. Rechts- + 2Surkben für zulässig halten, daß ein kaiser- .ichM: Beamter oder Offizier ein Todesurteil fällt unb voll- treden laßt, wenn bei der Fällung unb Vollstreckung sexuelle Momente obwalten?- Zeuge: Wenn ich unzweideutig auf biefe o-ruge mit ja oder nein antworten soll, wie dies einige Sacb- r!? 0eton_ ^uben, so hätte das ja ober nein gleichen etTK :,9Qr keinen, ^as ist ein Problem, eine Preis- aufgabe^ -- Rechtsanwalt Falk: Nehmen Sie an, er hätte es in einem Stadium des Verfahrens zugestanden? Sachverst.: Wer Niemals aus Deutschland herausgekommen ist, würde sagen, das ist ablolut verwerflich. Pater Acker hat ja schon gestern gesagt, cs gebe da nur eine Moral. Das ist aber meiner Ansicht nach nidjt richtig. Es gibt ganz entschieden mehrere. TenkÄi Sie nur an den Krieg, wo Bürger den Kuhfuß nehmen, und bann

l das tun, was fie m Friedenszeiten ins Zuchthaus ober aufö Schafsot bringen würde. Ich habe auf meinen verschie>men rZeldzugen die seltsamsten Begriffsverirrungen in dieser Luie- hung beobachtet, bei ganz intakten Leuten, so daß ich mir lagen mußte, es gibt noch eine andere Moral. Deshalb ist auch oas hier eine Gewissensfrage, die man unter dem Eibe nicht mit Linern ja ober nein beantworten kann.

S8et6ü>üut8 um 1V -msmutags auf.

** Der Postunterbeflmtenverein hielt letzten Sonn­tag seine Weihnachtsfeier in der Turnhalle ab, ein Fa­milienfest, wie es schöner nicht gedacht werben konnte. Der große Saal war um 5 Uhr besetzt, unb namentlich war die Kinder­welt sehr reich Der treten. Nach einigen Musikstücken bewill­kommnete der L Vorsitzende des Vereins Pfaff in herzlichen Worten die.Erschienenen, worauf von Frl. R e i n i n g ein Prolog, der auf die Bedeutung der Weihnachten und der Christfeier hinwies, sehr ausdrucksvoll gesprochen wurde. Ein Vortrag, Der Weihnachtsmann", gehalten von Herrn Beppler, schloß sich an unO alsdann folg ' in humoristisches Gesamtspiel. Eine Tauschverlofunm sowie i .ingemeine Verlosung schloß sich an, woraus Herr Schmidt cmeschauerlich-schöne Ballade, der schwarze Peter" Dortrug.Lottchens Neujahrsüberraschung", von Frl. Marie Trebbert sehr frisch unb flott vorgetragen, schloß sich an, worauf ein LustspielDer Auiateurphotograph" recht exakt unb anmutig gespielt wurde. Eine 2. allgemeine Ver­losung ichloß sich an. 8 lebende Bilder mit begleitendem Texte, gesprochen Don Herrn Pfaff, beschlossen die theatralische Feier, um der jungen Welt Gelegenheit zu geben, sich im Tanze drehen zu können.

Klein-Linden, 10. Jan. Innerhalb zweier Tage larben zwei Kriegsveleranen aus dem Feldzua 1870/71. Der Veteran W. Deibel wachte den Feldzug .in Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 zu Gießen, der Veteran Schimmel im 1. Garde-Artillerie-Regiment mit. Schimmel ; "reichte ein Alter von 61, Deibel von 59 Jahren.

O Gro ß en-Bu seck, 10. Jan. Ein 1 o ser St r ei ch wurde einem Händler gespielt. Der Händler annoncierte: Haufe Marder und Iltis zu höchsten Preisen." Er erhielt NUN eine Karte aus dein ir/2 ^iunue ent|Criuen Lindenstruih, ein Landwirt hätte einen Iltis gefangen. Der Händler begab sich nun sofort nach Lindenstruch, mußte aber zu I einem Erstaunen er jähren, daß cer unierfchrievene Namen überhaupt n i cy t existiert. (DerD)e Streich" kann unliebfame Folger eintragen. Red.) ueckborn, 10. Jan. Gestern weilte die Gendar­merie von Grünberg in einer merkwürdigen U.tter,uchungs- s^che hier. In den Raumen des Gießener Wafserwerks lollen nämlich Hunde verbrannt worden sein. Die Untersuchung soll, wie man hört, noch nicht abgeschlossen sein. Die hiesigen Einwohner würden wenig erbaut sein o°n dieser neuartigen Verbrennungsanstalt und man hofft, daß sich das Gerücht nicht bewahrheitet.

Wv-Nauheim, 10.Jan. Die Gesamtfrequenz d e s A a d e s im Jahre 190? betrug 29668 Kurgäste, wovon 21599 Deutsche und 8069 Ausländer waren. Von den letz­teren entfallen auf: Afrika 81, Amerika 1275, Asien 40, Australien 3, Belgien 135, Bulgarien 3, Dänemark 72, Frank­reich 214, Griechenland 4, Großbritannien 928, Holland 361, Italien 73, Luxemburg 18, Norwegen 38, Oesterreich- Ungarn 921, Portugal 9, Rumänien 69, Rußland 3332, Schweden 184, Schweiz 214, Serbien 14, Spanien 21, Türkei 10. Bäder wurden insgesamt 419277 abgegeben und zwar wurden gefertigt: 384 957 in den staatlichen Bade­häusern, 20 460 im Badehause des Konitzkystists und 13860 im Elisabethhaus. Nach Bäderarten verteilt sich diese Summe folgendermaßen: 32662 Solbäder, 143 446 Ther­malbäder, 88 983 Thermalsprudekbäder, 148 041 Sprndel- bäder, 2139 Sprudelstrombäder, 389 Duschbäder, 3513 Süß­wasserbäder, 104 Moorbäder. Die ho ch st e T a g e s b ä d e r- 5 ahl am 22. Juli betrug 3807 und zwar: 312 Solbäder, 1218 Thermalbäder, 887 Thermalsprudetbäder, 1363 Sprudel-, und Sprudelstrombäder, 24 Süßwasserbäder, zwei 2)usch- bäder und ein Moorbad.

** Helpershain, 10. Jan. Demnächst. wird hier eine neue evangelische Kirche gebaut werden, zu der jetzt die Ausschreibung der Arbeiten erfolgt ist. Die Rohbauarbeiten und Lieferungen sind zu 15 482,38 Mk. ver­anschlagt.

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