Adejsi-rien.
Der schwarz« Erdteil scheint sich mehr und mehr zu einem Wettern)inkel für Europa anszubilben; nicht genug daß die einzelnen dort besitzhabenden Staaten mit den Eingeborenen blutige Kampfe zu führen haben, konnte Afrika Ichon mehr als einmal den Herd schwerer internationaler Verwicklungen bilden. Es sei nur an Faschoda erinnert, und, um ein Beispiel aus der allerjüngsten Zeit zu neh- men, Marokko. Jetzt scheint es aber auch in dem östlichen Leil Afrikas loszugehen, wo es zwar auch in den letzten Jahren eigentlich trotz der Niederwerfung des Mahdi- ausstandes niemals ruhig war, aber doch die Europamächte keinerlei Anlaß zum Eingreifen fanden. Wie ein Blitz aus heiberöm Himmel kommt nun die für die Italiener wenig angenehme Kunde, daß abessinische Stämme die Grenze überschritten und einen italienischen Posten an- acgriffen haben, wobei es zu einem schweren blutigen Zusammenstöße gekommen i|t; Einzelheiten fehlen augenblicklich noch, oder werden gar vielleicht geheim gehalten, denn allem Anschein nach lpiben die Italiener den Rückzug antreten müssen, well zugegeben wird, daß der italienische Posten Ough von den Gegnern belagert wird. Italien hat feine Kolonialvoltiik im Somalilande schon ungel-cnre Opfer gekostet uno der unglückliche Krieg gegen Abessinien ist heute nock) unverges.en, und mit bangen Ge,ühlen mag man daher in Jtallen der weiteren Entwicklung der Singe entgegensehen. Selbstverpänolich hat die Siegterung sofort alle erforderlichen Schritte eingeleiret, um (Genugtuung zu erlangen, aber eine anoere Frage ist es, ob man eine solche auch erhalten wird; selbst wenn Regus Menelik bereitwillig Eiitgegeniommen zeigt, so kann ei.it solches doch höchst illusorisch fein, da die abessinischen Grenzstämme ziemlich unabhängig sind und sich um Herrn Menelik herzlich wenig kümmern wurden; der Negus würde dadurch gezwungen sem, eventuell selbst Truppen gegen die Stämme zu endenden, und ob er.sich zu einer wichen Maßnahme, bie einen großen Ausstand in jener Gegend gegen ihn Hervorrusen könnte, würde entschlleßen wollen, darf mehr als fraglich gelten.
Für Jiallen ist Die augenblickliche Situation noch um so heikler, alS durch den neusten Zwischenfall nia)t nur oaö Grenzgebiet des SomalllandeS bedroht ist, sondern weil bei einer werteren Zuspitzung der Suige auch seine wirtschaftlichen Untere l(‘en m Äoesstillen selbst Gefahr laufen können. Auch in Frankreich und England wird man nicht ohne Besorgnis dem wellecen Verlaus entgegenblicken, da auch für die,e beiden Staaten Nicht nnb^rächtliche Jnter- ejjen auf dem Spiele steten. ES ist Mannt, daß zwstchen Frankreich, England uno Italien trotz aller sonstigen guten Freundschaft eine gewisse Rivalität hin sich klick) Abe.sunens besteht und daß man trotz aller Bemühungen noa) zu ieiner Verstandchung untereinander gekommen ist, west keiner dem anderen die Beute überlasten möchte. Im eige:t|ten Interesse dürfte es aber Frankreich und England im
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Zweites Blatt
158. Jahrgang
Samstag 11. Januar 1908
Estchttnt ttgllch mit Ausnahme des Sonntag«.
Die „Gietzener ZamtliendlStter- werden dem ,Vln*etqcxe viermal wöchentlich beigelegt, das „Krtisblatl für öen Kreis Eiehen" zwennal wöchentlich. Die ..Landwirtschafttichen 3clt- tragen" erscheinen monatlich zweimal.
General-Anzeiger für Gderhessen
Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen UmversuäkS • Buch» und Siemdruckerel.
R. Lange. Gießen.
Redaktion, Ervedition und Dnickerei: Schulstraße 7. Erveditwn und Verlag: 51.
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pohttid)c Lager-cvatt-
Wahlrechlsüemonstratiünen in Berlin.
Aus Anlaß der Beratung des freisinnigen Wahlrechts- ckntrages im preußischen Abgeordnetenhause hatten sich izestern schon gegen 3/4n Uhr zahlreiche Menschen vor, dem ParlamentSgevüude eingefunden, um für die Aende'rung des preußischen Wahlrechts zu demonstrieren. Don Minute M Minute wuchs die Volksmenge an, so daß bereits um i-s 12 Uhr etwa 2000 Personen — darunter zahlreiche Frauen — den Platz vor dem Abgeordnetenhause und die Rampen .hpt den gegenüberliegenden Häusern besetzt hielten. Um 12 Uhr Halle sich bieje Menge verdoppelt, und dazu kamen nod) beim Eintritt der Mtttagspaufen in den Fabriken zahlreiche Arbeiter. In der ganzen Stadt wurden Flugblätter des „Vorwärts" Der teilt. Die Polizei erschien an» chngs nicht auf dem Plane, sonden: blieb im gegen» Lberliegenden Dibliotheisgebäude konsigniert und unterhielt durch Siadsahrpatrouillen Verkehr mit außerhalb. Um 12 Uhr erschien in seiner Equipage Fürst Bülow, von bei WOO köpsigen Menge mit brausenoen Sinsen: „Wahlrecht! Wahlrecht!" begrüßt. Eine Zeitlang drohte die Deinon- stralion einen ernsten Cl)arakter anzunehmen, als die Pvli- isti sich daran machte, den Platz vor dem PaclameutS- zebäude zu säubern. Die Menge sang die Marseillaije und empfing jeden Abgeordneten mit dem Rufe „Wahlrecht! Wahlrecht!" Ernste Zusammenftöße ereigneten sich indes,en nicht. Gegen 121/3 Uhr war es der Polizei gelungen, unter Ulstbietung einer Abteilung reitender Sa)utzleute die Menge in die angrenzende Köuiggrätze» und die Mlhelmstraße zu drängen, von wo noch fine Zeitlang die Marse lila ist ob der Rus nach bem neuen Wahlrecht nach bem Ab- geordneten Hause herübertönten. — Ein Teil der Temon- jeranten hatte sich von der Jerusalemerft raße durch die Lcipzigerstraße über den Spittelmarkt und den Molken- . mnt li nach dem ödtthause begeben und y?g von dort nach dem Sck)lojse zu. Auf der langen Bcücke traten dem Zuge Schutzleute enigegen, die die Demonstranten ah bem v..iyü|jer entlang nach dem Mühlendamm Drängten. Boi dem Schlöffe in der dckil)e der Lchtoßbrücke hatten jich etwa 20O zersprengte Demonstranten angcjammelt; diese wurden ibeistatts von der Polizei zerstreut. Auch am Abend Dor* ' lxr Ivar es bereits zu Wahlrechtsdemorlstiationen gekvnl- nien. Kurz nach 10 Uhr näherte sich, Don Osten kommend, „ dem Abgevrdnetenhaufe eine mehrere hundert Köpfe zählende Menge, die anlcheinend zu den sozialdemokratischen Wahlrechlsoersammlutigen des gestrigen Abends keinen Eintritt hatte erhalten können. Sie wurde von einem bereit i gehaltenen Schutzmannsaufgebot in die Wsthelm- und Äö- | illggrützerstraße zurück ged rangt, ohne daß eö zu Zusammcn- stoßssn tarn. Die Demonstranten begnügten sich dann damit, Hochrufe auf das Reichstagswahlrecht und Pereatruse au, das Landtagswahlrecht auszubringen.
Ein Staatstouflikt in Oldenburg.
Das gute Einvernehmen zwischen Krone und Dvlks- dertretung hat in Oldenburg einen starken Stoß erlitten durch eine Ge h e i m v o r l a g e der Regierung in Sachen der Regentschaftsfrage. Nach einer Anordnung des Großherzogs vom Dezember 1900, zu der ber Landtag seine Zustimmung erllärte, sollte die Groß- Herzogin bie Regentschaft führen, falls ber Großherzog während ber Minderjährigkeit bes Erbgroßherzogs aus bem ■ Hetzen scheiden sollte. Eventuell sollte der H e r z o g Fr i e d - ««ich Ferdinand von Schleswig-Holstein-Son- dersburg-Glücksburg bie Regentschaft in Oldenburg über- Inehmen. Durch eine Geheimvorlage vom 6. November 1906 | sollte nun bezweckt werben, bem Herzog Friedrich Ferdinand and) die Regentschaft zu sichern, falls ber Herzog noch während ber Minderjährigkeit des Erbgroßherzogs Nikolaus das Zeitliche segnen sollte. Diesem Ausschluß der Groß- lprrzogin von ber Regentschaft hat ber Landtag nicht zu- g cfiiiiunt. Er hat bie Geheimvorlage einstimmig a b - gelehnt. Es erhob sich auch nicht eine Stimme, bie eine Verteidigung ber Regentschastsvorlage auch nur versucht hätte. Da erklärte Minister Willich im Namen des Ga:oß- lstrzogs, daß angesichts ber Ablehnung ber Vorlage ber Äroßherzog nicht gewlllt sei, dem Bizeober st allmeister v. Wenckstern noch länger zu gestatten, bie Geschäfte bes Vorsitzenden ber Körungs-Kommission weiter zu fuhren. Die Mitteilung wurde mit einem Hohngelächter ausgenommen, v. Wenckstern ge* meßt als Vorsitzender ber Körungskommission bas höchste Vertrauen ber Pferdezüchier bes LanbeL. Ganz unbegreiflich ist es, daß Ministerium und Großherzog die N e g e n t- fchaftssrage mit der Körungsangelegenheit haben verquicken und eine so unerwartete Kriegserklärung an die oldenbucgischen Pserdezüchter haben erlassen können. Der Großherzog selbst läßt den Landtag zunächst seine Ungnade fühlen: bie Abgeordneten erhalten leine Einladungen zu Hofe und zu den Hoffestlichleiten. Und ber Landtag seinerseits hat diesmal bie Entsendung des Präsidiums zur persönlichen Begrüßung des Groß- hcrzogs unterlassen.
Budgetkommlflion.
In ber gestrigen Sitzung ber Bubgetlornmission des Reichstages wurde die Frage berBefestigungHelgo- l a n b s beyanbelt. Für Helgolanb wirb eine Hafenanlage im Gesamtbeträge von 30 Mill. Mark gefordert. Hierüber macht Staatssekretär v. Tirpitz eingehende vertrauliche Mit* tcUungen. Nachdem die Oeffentlichkeit wieder hergestellt ist, entspinnt sich eine Art Blockpolemik. Abg. Erz- berger (Ztr.) hatte den Vorschlag gemacht, Helgoland lieber ganz in die Lust zu sprengen. Singer lsSoz.) griff den Freisinn wegen seiner jetzt nicht ablehnenden Haltung an und führt das auf bie Blockpolitik zurück. Dr. Wiemer (fr. Bpt.) weist bies entschieben zurück. Helgoland werde jetzt strategisch eben höher bewertet llls. früher, und deshalb trete er jetzt dafür ein. Er wirst
aber die Frage auf, ob die Insel die Befestigung überhaupt vertragen könne. Hierüber gibt v. Tirpitz beruhigende Erklärungen ab. Bebel (Soz.) erneuert bie Angriffe. Er verlangt Verhandlung in voller Ocfsentlich- keit. Vor bem Auslande sei ja doch nichts geheim zu halten, da es den Etat genau studiere. Ihm erwidert der Staatssekretär, daß es auf die vertraulichen Motive ankomme. Gegen den Vorwurf Bebels, daß die Referenten die Kommission nicht ausreichend informiert hätten, nimmt Gröber (Ztr.) die Referenten in Sck)utz. Sck)ließlich wird die Forderung lediglich gegen die Stimmen ber Sozialdemokratie genehmigt.
Wieder einmal die „eisaß-lotbringische Frage".
Ein ehcnr-aligcr frair-ösischer Deputi.i.tcr wein von einem angeblül-cn Bcn'uche, die „elsaß-lothringische Frage' zu lösen, zu bcr.chlm. Eine neue Deciassung sol.e dem bisherigen Deutschen Reichslande gegeben weiden. Man kann sich mir denken, daß der französische Ansstreuer dieser Nachricht an c.irc Art Neutralisierung Lothringens oailt. JnmrdUb T^uisch- lanbs gibt c5 viel.eicht feine zehn Mcnscl)en, die hieran „denken". M-an^-ist in Deutschland vieluvehr dec Ansicht, - daß die Ein- Icbunj und Einiühi.mg d r elsab-wthringiscl^n Devö.k.rung ins Teutidyc Reich gute Fvv.schritte macht. Warum man aus dcutscher Seite sich bemühen sollte, diesen $kr ,ang zu unterbrechen, ist nicht ersichtlich. Als kürzlich ein lothringischer 9Ibgeor0itcier im Reichstage Beschwerden gegen die Formuliernng d.s sog. Sprachen- ixrragraphen im Vcreinsenlwurse erhob, da wurde es viel bc nurit, daß der Staa.s'.ellctar des Jmilru v. EBethmann-Hollweg runo und nett erklärte, es merbe dafür gesorgt werden, d ß diese Veschweneden wtgsiclen. So spr-chl uuan nur, lueun ein iiigcS Verliauei.sverhaUn s Erricht. Man bringt den EisässtlN, die euri't Goethe als dis l’iulht elne- fernigen denliichn Ctaimncs l-r>ch.e»ten, ja, an Leien Beobachtung sich seine d.'tuschc Gtsirmung emilannntc, und den Lotlr.ngern Bertrauen angfgeti, und es bürste ichioetlich eine Taisaä^ anzusührcu sein, aus dcr h^rvor^ g.nge, daß sie d es als Geiam-lheil nichl v rbienten. Eine Aen^ GiTuitg d.r elsaß-lvldringisck-cn Bclfassurig in Richtung nach A.s- gesuiltung ds Vunuvd zu einem deutschen BanKSstaate ist viel erditect, ixit der einen Seite empsohlen, von der ant>ere» ein- Lr.ngUdj w.derraten tootben; in diesem oder in Dir.outibicm Sinne mag man in Deulschland von einer elsaß-wlhringischen F-rage reden, in dem Sinne, den der franzöiisck-e Tepuucrle meint, wird das deutsche Volk nicht geneigt sein, eine elsaß-.othringisä/l Frage als bcsteheno anzucikennen. Acan kann also d.e neue Ausstreuung unseres Erachtens getrost „zu den übrigen legen".
Allgemeines, gleiches Kommunalwahlrecht für Männer und Frauen.
Die ftanoinaoifa/t.n Danaer jinv uns in mancijen Gingen bedeutend voraus. So befürwortet beispw. der in Dänemark zwischen den Freiionservativen und den beiden Parteien der Hinten, die zusammen die Mehrheit in den beiden Kammern des Zieickjstags haben, nach langjährigen Verhandlungen erzielte Vergleich die Einführung des allgemeinen gleichen K o m m n n a l w a h l r e ch t s für Männer und Frauen über 25 Jahre. Die Wahlen sollen nach der proportionalen Wahlmethode vorgenommen werden. Nur bei Wahlen zu höheren Kommunal- amtern auf dem Lande soll den größten Steuerzahlern ein privilegiertes direktes Wahlrecht verliehen werden, jedoch sollen die direllen Wähler nur ein Drittel der Wahlmänner bilden, wäyrend sie bisher die Hälfte der Ptcktze iunehatten.
Eine Theaterdemonstration gegen den König von Portugal.
Nam lixcibungeii au» Hti.uooit i|t cs uoti un Opernhause wahrend dec Aufiühcung von Viktor Hugos Femani zu einem großen Skandal gekommen. Elne Unmenge von Flugblättern mit emer Proiiamallou des Thron-Pru- teni>enten Don Miguel mit seinem liberalen 8iegierungs-Pro- gramm wurden aus den obersten Galerien in den Zu- fchauerraum gciuor;en. Polizei veichiagnaymte foiort oie Flugblätter und nahm zaylreicl-e Verha,tungen vor, viek- ,ach unter Anwendung von Gewalt. Es wurden Pereat- rufe auf den König und Hochrufe auf Don Miguel laut Der König und ber Thron,oigcr verlietjen das Ttzeuter vor Schluß der Borsteuung. Auch in Par.s macht sich jetzt cüte Agitation zu Gunsten des Prätenoencen bemerkbar.
Militärische Fetdschcner»». Ter Relchktagsabgeordnete K ö h l e i • V a n g 5 b o r i Hal m Geincinjchail mit Dem lüüriinn- bergifchen Abgcoidiiclcn Rcchlsanwall Roll) imö dem Abgeord. iietcn des Bezirks tvosiar, AmlSgeilchlSrat Kölle, und mUei- stützt von der A i i t j ch a i t l i ch en Bereinigung i m R e i ch 6- lag (Tr. S locker und o. lüebctmaim) iolgcnöe 9i e i o l u t i o n Äu dein Elat, die Beuvatlung des ReichShecreS betreffend, beim Retchslage emgebraem :
Köhler, Hölle, bt o 1 h: Ter Reick>Staq wolle beschließen, die verbündclen Regierungen zu crjuchen: Tie Tezentrali- sternng derAdnal)me uuö der ^ageiuiig von Heil- und L t r o h b e ft ä n ö e n für den Bedari des Lanoheeies, im F n l e r e s j e dieses sowohl wie der kleineren Landwirte, durch Anlegung eines Rehes von d e l d f ch e u e r n auf dem Lande in Erwägung zu ziehen.
Der Zlbgeoronele K o h l e i-L a ng § d o ri hat zu dem Etat „Perivallnng des ReichsheereS" folgende Resolution im Reichstag emgebtad)i:
Ter Reichstag wolle beschlleßen:
Die vcrbüiibeten Regiernugen zu ersuchen, int Einvernehmen mit den landwutschcuttichen Behörden und Cigamjaiioiieu, sowie auch er'ordeilichen Falls im Einvernehmen nm den Schulbehörden m den Bundessiaaien, Unterrichi in 1 a n d w i r t f ch a s 11 , ch e r R a i urkunde < ü r f r e i id i 11 i 0 e Teilnehmer im RcichShccre einzuiuhren.
Die Resolution ist unlerzeichnet von den Mitgliedern der W i r t f ch a i 11 i ch e n Bereinigung »in Reichstage uiid zivar von Köhler, Dr. Llöcker, Liebermami v. Sonnenberg, Bogt-pall, Bogl- Erailsheim, 9ioth, Raab, Schack, Slaufjer, Riefeberg, v. Tamm, panijch, Behrens, Kolle, Dr. Böhme, Herzog, Gräf CÜkimar), Lattniaun, Tr. Burckhard. „ , .,
Bekanntlich fleht dieselbe Angelegenheit auch zur Verhandlung aus nächster Tagesordniing der 2. Heh. Kammer am 14. Jan. IVO«.
Deutsches Ueich.
Berlin, 10. Jan. Die „'Jtorob. Allg. Ztg." schreibt Entgegen wiederholten anderslautenden Pceßmeldunger -sind wir zu der Mitteilung ermächtigt, dast im Fallt des Verbleibens des Generals Keim in der Stellung als geschäftsjül-render Vorsitzender des Deutschen Flob
tenvereins Prinz Heinrich von Preußen im Einvernehmen mit Sc. Majestät dem Kaiser das Protektorat über den Verein niederlegeu wird.
— Die „Nordv. Aklg. Ztg." schreibt: „Der ehemalige sranzösijche Deputierte Francis Laur hat der „Frankfurter Ztg." mitgeteilt, „man habe Sc. Mc>.ji,cät oem Kaiser wähccno seines Ausenthaltes in Highclisfe ein Memo- ranbum zur Lösung der eljag-lothringischeu Frage vorgelegt." In dieser Form ist die Behauptung ,alsch. Wahrheitsgemäß müßte cs he.ßen, daß Herr Francis Laur selbst eine ui'.i,augreiche Ausarbeitung über Elsaß- Lothringen an die Aoreffe Sr. Majestät nach Highcliff geschickt hat. Dec Senoung des Herrn Laur konnte aber teine Beachtung geschenkt werden.
— Dem Vrrnehmen nach ist der Posten eines Legationssekretärs bei derGesandtfchastin Dresden dem Legationssekretär bei der Gesauötfchaft in Belgrad Dr. Frhrn. v. H e y l z u H e r r n s h e i m übertragen wocoen. Der Letztere hat in Belgrad in der Person des srühece-iü Dritten Sekretärs bei der Botschaft in Rom Julius Ernst Prinzen zur L.ppe einen Nach,okger erhalteii. Zum Lega- liDnsiekrctar bei der Gesandtscha,t in Hamburg ist der bisherige Legationssekretär bei ber Gesandtschaft in Lissabon v. Lucius und zum ersten Sekretär bei der Gesandtschaft in Peking der bisherige |tönüige Hilfsarbeiter in Der Reichskanzlei Legationscat v. Mutius ernannt worden.
München-Gladbach, 11. Jan. Tie hiesige Handelskammer richtete wegen dec geplanten Verteuerung d e r Fe r n j p r e cki g e b ü h r e n an die Industriellen und Kaufleute ein RuiiDschrikben, in dem sie bittet, zwecks Erzielung einer Statistik sämtliche Gespräche >ur die n ä ch sten vier Wochen zu zählen.
riusiand.
Trier, 11. Jan. Zwischen Belgien und Luxemburg werden Unlerhandlungen gep,logen wegen des Baues eines Kanals zwischen Mosel u n d Ai aas. Dieser Wa, fer- weg, dcr eine Länge von 450 Kilometer haben soll, wurde zwischen dem luxemburgischen Jndusttiebezirke und Antwerpen eine gute Verbindung schassen.
Rom, 10. Jan. Entgegen den ersten Darstellungen wirb hier heute mit Bestimmcheit behauptet, Menelik habe immer daraus bestanden, daß L u g h zur a b e s s i n i s ch e n Machtsphäre gehöre. Er habe keinen Vertrag über dieses Gebwt anerkannt, vielmehr an seinen Ansprüchen darauf fssigehalten. Der Besitz von Lugh als der wichtigsten Etappe zwischen dem Meere uno dem Gallaland ist gleich erjrrebenswert für Italien wie für Menelik. Tatsächlich ist aber Italien dort völlig in seinem Recht, seitdem 1806 seine Flagge in Lugh gehißt und bie Sultane ber Umgebung vertragsmäßig seine Schutzherrschajt anerkannt haben. Man glaubt hier immerhin, Menelik werde Boten an seine Leute schicken mit bem bestimmten Befehl, bie De-, Lagerung von Lugh auszuheben.
Newyork, iv. Jan. Dcr hiesige Zenllralkörper der organisierten Arbeiterschaft schätzt die Z a h l d e r A r b eits» losen in Newyork gegenwärtig auf 160000.
Schanghai, 10. Jan. Die bei Kasching ausgebrochenen Unruhen sind neuesten Nachrichten zufolge, lokalen Charakters zwischen den Salzjchmugglern und Truppen. Die Fremden sind nicht bedroht.


